[1:21] Hallo und herzlich willkommen auf www.magna-konflikto.de.
[1:24] Jetzt kann man mich auch hören. Wunderbar. Und nicht nur sehen. Wir haben, wie ich gerade schon versuchte zu sagen, ohne technische Unterstützung, heute unser Bergfest. Das heißt, wir sind heute genau in der Mitte angekommen unserer Vortragsserie. Und ich erspare es mir jetzt nochmal eine Zusammenfassung aller bisherigen Vorträge zu geben, obwohl ich versucht bin, das zu tun. Aber ich weiß, die Zeit ist immer knapp bemessen und ich möchte mir die Zeit für die heutigen Vorträge nutzen. Wenn Sie also einen Vortrag verpasst haben, dann schauen Sie einfach auf welche Seite haben Sie gut aufgepasst? www.joelmedia.de. Ganz genau.
[2:02] Und ob Sie gut aufgepasst haben am letzten Freitag, also gestern, das sehen wir jetzt bei unserem Quiz. Die erste Frage war: Mit welchem Ereignis endet laut Bibel die jetzige Weltgeschichte? Ganz einfach, es ist die Wiederkunft Jesu. Wir haben uns viel Zeit genommen darüber nachzudenken, was die Wiederkunft ist und wir haben gesehen, dass die Wiederkunft von allen Reformatoren geglaubt worden ist. Und wir haben gesehen, die Wiederkunft ist sichtbar, hörbar. Er kommt mit allen Engeln, Wiedern und so weiter. Und sofort die Toten werden auferstehen und all das, was wir gesehen haben.
[2:33] Zweite Frage, wir hatten gesehen, es gab auch einige Zeichen, die diese Wiederkunft ankündigen sollten nach der Bibel. Wo fand zum Beispiel das Erdbeben statt, das 1755 Europa erschütterte? Lissabon, ganz genau. Weiß ich immer noch, an welchem Tag? 1. November, genau, an Allerheiligen. Und dann heißt es hier: Wann wurde unter Artaxerxes der Wiederaufbau Jerusalems befohlen? Wir hatten über einen Mann gesprochen, namens William Miller, der in der Bibel geforscht hat, ob man nicht vielleicht die Wiederkunft berechnen könnte. Und geglaubt hatte, dass Daniel 8, Vers 14 die Wiederkunft, das Datum angeben würde. Und er brauchte für seine Berechnung den Beginn des Wiederaufbaus von Jerusalem. Und weiß jemand, in welchem Jahr das gewesen ist? 457 vor Christus. Wir hatten gesehen, von diesem Zeitpunkt an gehen dann Zeitketten in Daniel 9 zur Taufe von Jesus. In welchem Jahr war das? 27. Und zur Kreuzigung von Jesus im Jahre 31 und zur Steinigung von Stephanus im Jahre 34. Und dann, wenn man Daniel 8 und 9 verknüpft, bis in das Jahr 1844.
[3:39] William Miller, der diese Dinge erkannt hat, hat eine lange Zeit mit sich gerungen, bis er seine erste Predigt in Dresden, New York hielt. Und weiß jemand noch, in welchem Jahr das gewesen war? 1831, nachdem er bereits 1818 das herausbekommen hatte. Und letzte Frage, bin ich gespannt, wer aufgepasst hat. Welches diplomatische Ereignis fand am 11. August 1840 statt? Das Osmanische Reich akzeptierte den Londoner Vier-Mächte-Vertrag, der bedeutete, dass das Osmanische Reich seine autonome Stellung ein bisschen verloren hat und sich jetzt unter den Schutz Europas gestellt hat. Und das war deswegen so wichtig, weil ein Mann namens Josiah Litch zwei Jahre zuvor das vorhergesagt hatte, aufgrund seines Studiums von Offenbarung 9.
[4:29] Und wir werden heute genau in diesem Thema gleich weitermachen und viele andere spannende Dinge erkennen. Unser Thema heute ist 12 Kapitel, ein Buch so süß wie Honig. Und das sind die fünf Fragen, die wir wieder heute beantworten wollen. Und wir können jetzt schon überlegen, ob wir sie vielleicht schon wüssten. Mit welchem Ereignis endet laut Bibel? Nein. Da. Verzeihung. Wer gilt als der Weltmissionar? Es gibt eine Person, die die gesamte Welt bereist hat, um bei diesem Thema missionarisch aktiv zu sein. Wer ist das gewesen? Zweite Frage. Dritte Frage, die erste habe ich offensichtlich vergessen. Welches besondere Phänomen trat um 1841 in Schweden auf? Vielleicht haben Sie davon gehört. Sehr interessantes Phänomen, das dort aufgetreten ist. Dann, welche Entscheidung fällten etwa 50.000 Milleriten im Sommer 1844? Wenn Sie sich schon mal ein bisschen mit dieser Geschichte, dieser Adventbewegung befasst haben, dann könnten Sie das eventuell wissen. Und unsere letzte Frage. Welche besondere Bewegung entstand Mitte August 1844? Auch wiederum bin ich hier ein bisschen neugierig. Wer von Ihnen, nur mit Handzeichen, weiß, welche besondere Bewegung? Oh. Ich bin gespannt. Gut. Ich werde mich später darauf beziehen.
[6:00] Jetzt also zwölf Kapitel, ein Buch so süß wie Honig. Und wie jeden Abend wollen wir auch diesmal beginnen mit einem Gebet. Lass dich einladen mit mir zu beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt dein Wort studieren können. Wir möchten dich bitten, dass du uns Weisheit schenkst, dass du uns deinen Heiligen Geist schenkst, dass wir verstehen, was wir lesen, dass wir aus der Geschichte auch Lektionen heraus studieren können für unser Leben. Denn wir wollen ja nicht nur Geschichte studieren, wir wollen auch unsere Geschichte mit deinem Plan in Übereinstimmung bringen. Und wir danken dir, dass du bei uns sein wirst, dass du alle Störende fernhältst und dass wir dir folgen dürfen. Im Namen Jesu. Amen.
[6:39] In unserem ersten Vortrag, da haben wir über dieses Gemüse gesprochen. Können wir uns noch erinnern? Was für ein Gemüse war das? Romanesco. Und Romanesco hat das Besondere, dass das Große genauso aussieht wie das Kleine und folglich auch die ganzen Details alle gleich aussehen. Also egal, ob ich da hinschaue oder da hinschaue, die Struktur ist immer dieselbe. Und so ist es auch in der Geschichte im Magna Konflikt. So egal, ob ich ins 15. Jahrhundert schaue oder ins 19. Jahrhundert oder ins 4. Jahrhundert, die Prinzipien sind immer die gleichen. Gott ist derselbe, Satan arbeitet immer auf dieselbe Art und Weise und die Menschen sind immer genauso schwach. Also egal, ob wir in die Reformation des 16. Jahrhunderts schauen und Luther und all die anderen betrachten, dann können wir sehen, dass die gleichen Prinzipien, die damals galten, auch heute gelten. Das haben wir bereits angeschaut.
[7:28] Und wir haben auch gelernt, dass Gott die Wahrheiten in dieser Reformation Menschen anvertraut hat. Menschen, die geirrt haben. Luther hat nicht alles richtig gesehen, wie wir gesehen haben. Und Melanchthon hat sich manchmal geirrt. Calvin war ein Mann Gottes, aber hat nicht immer alles richtig gemacht. Pharell, ein grandioser Mann, allerdings auch nicht ohne Fehl und Tadel. Und selbst die Puritaner, die im Namen schon tragen, dass sie pur sind, dass sie rein sind, haben, nachdem sie die Freiheit erobert haben, auch angefangen, wieder andere zu verfolgen. Also Menschen sind fehlbar und das war schon zu allen Zeiten so. Wir sollten auch erwarten, dass das am Ende der Zeit so sein sollte. Das liegt auch daran, dass wir als Menschen Gottes Gedanken nicht völlig erfassen können. In Hiob heißt es: Kannst du die Tiefe Gottes ergründen oder zur Vollkommenheit des Allmächtigen gelangen? Darf ich mal fragen, gibt es hier jemanden, der die Tiefe Gottes schon ergründet hat? Er möge sich melden oder hinterher zu mir kommen. Ich habe ein paar Fragen an ihn. Gott sagt in Jesaja 55: So viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. Kein Mensch kann Gottes Wege und Gedanken sofort in allem Maße begreifen. Er sagt, hier in Jesaja sagt er, er ist ein Gott, dem keiner zu vergleichen ist. Er sagt, ich verkündige, was noch nicht geschehen ist. Es gibt also bestimmte Dinge in der Bibel, die können wir gar nicht richtig begreifen, weil sie noch gar nicht geschehen sind. Wir können einfach nur glauben und das ist etwas, was natürlich Reformatoren zu allen Zeitaltern erlebt haben.
[8:58] Und interessanterweise sind nicht nur die Reformatoren und die Männer Gottes in der Kirchengeschichte manchmal im Dunkeln gewesen, was so die Zukunft anbelangt. Auch die inspirierten Propheten selbst haben nicht alles verstanden. Jetzt werden sie sagen: Was? Selbst die biblischen Schreiber haben nicht alles verstanden? Die Bibel macht ganz deutlich, dass selbst die Propheten, die Dinge in der Bibel aufgeschrieben haben, nicht alles zu ihrer Zeit verstanden haben. Zum Beispiel musste Daniel immer wieder Erklärung bekommen von Gabriel. Er hat eine Vision bekommen und hat sie selbst nicht verstanden. Und manchmal hat er selbst die Erklärung von Gabriel nicht verstanden. In 1. Petrus heißt es: Wegen dieser Errettung haben die Propheten was? Gesucht und nachgeforscht. Das klingt schon nach Aktivität, nicht wahr? Das ist denen nicht einfach so leicht gefallen. Sie haben gesucht und nachgeforscht, die von der euch zu Teil gewordenen Gnade weissagten. Sie haben nachgeforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist des Christus in ihnen hindeutete. Mit anderen Worten, wenn jetzt Jesaja oder Jeremia oder Hesekiel oder Daniel eine Prophezeiung bekommen haben, dann haben sie das niedergeschrieben und sich gefragt: Meine Güte, was meint Gott da eigentlich mit? Wann wird sich das erfüllen? Wie wird sich das erfüllen? Wie wird das sein? Selbst die Propheten haben das nicht wirklich verstanden.
[10:17] Es heißt hier: Ihnen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern uns dient mit dem, was euch jetzt bekannt gemacht worden ist. Mit anderen Worten, die Propheten haben nicht unbedingt für ihre Zeit geschrieben, manchmal auch, aber oftmals für die Zukunft und sie konnten nicht all das verstehen, was ihnen aufgetragen worden ist. Aber obwohl sie nicht alles verstehen konnten, haben sie gesucht und geforscht. Und ich könnte mir vorstellen, dass wir daraus etwas lernen können. Heutzutage verstehen wir sehr viel von der Bibel. Wir haben mindestens 2.000, 3.000 Jahre Auslegungsgeschichte hinter uns. So viele Dinge sind erforscht worden. Wir wissen heute, glaube ich persönlich, viel mehr über das Evangelium als Daniel oder Jesaja. Glauben Sie nicht auch? Die haben damals nur einige Prophezeiungen bekommen. Wir sehen in der Bibel schon die gesamten Erfüllungen. Wir können es rückblickend und können alles sehen, wie es sich erfüllt hat und die ganzen Details noch dazunehmen. Wir wissen mehr als diese Propheten.
[11:14] Die Frage ist nur, haben wir auch denselben Forscherdrang wie diese Propheten, die nicht alles verstanden haben, aber forschen wollten und suchen wollten? Könnte es sein, dass wir manchmal ein bisschen zu leicht gefüttert werden mit der Wahrheit?
[11:30] Diese Fehlbarkeit der Mitarbeiter Gottes wird wahrscheinlich in keiner anderen Geschichte deutlicher als in der Geschichte von den Jüngern Jesu. Waren die Jünger von Jesus Mitarbeiter Gottes? Ja oder nein? Definitiv. Waren die Jünger Jesu wirklich eifrig? Ja oder nein? Waren sie aufrichtig? Waren die Jünger in allen ihren Überzeugungen korrekt? Was haben die Jünger in Bezug auf diesen Mann hier geglaubt? Was hatten sie für eine Vorstellung über ihren Lehrer? Sie glaubten, dass hier der neue König von Israel sich gezeigt hatte. Und sie waren ganz sicher, dass Jesus der König sein würde, der sie von den Römern befreien würde.
[12:15] Frage, woher hatten wohl die Jünger das? Woher kam diese Idee in ihren Kopf? Das war eine populäre Meinung. Das war etwas, was man überall hören konnte. Egal, ob man zur Kirche der Sadduzäer ging oder zur Kirche der Pharisäer oder zur Kirche der Zeloten. Oder wo man hinging. Man hörte: Wenn der Messias kommt, befreit er uns von den Römern. Und es war dieser populäre Irrtum in ihrem Kopf. Und damit haben sie das ausgelegt. Und Jesus hatte das anscheinend auch bestätigt. Denn Jesus hatte gesagt, als er getauft wurde, als er anfing zu predigen: Die Zeit ist erfüllt. Können Sie sich noch erinnern, welche Zeit er damit gemeint hat? Gestern Abend haben wir darüber gesprochen. Welche Zeit hat Jesus gemeint? Die Prophezeiung aus Daniel 9. Wo nach 69 Wochen, also 483 Jahre, nachdem der Erlass von Artaxerxes ergangen war, der Messias getauft werden sollte. Messias heißt der Gesalbte. Und für einen Juden bedeutet Gesalbter König. Es hieß sogar in der Prophezeiung: Bis ein Messias, ein Fürst, kommen würde. Also die Jünger wussten, da kommt ein Fürst. Was denken Sie, wenn Sie das Wort Fürst hören? Ein Mächtiger, ein König, ein Herrscher. Das haben die Jünger auch gedacht. Also war doch ganz klar, wenn es diese Prophezeiung erfüllt hat, dann muss ein Fürst kommen. Ein König.
[13:40] Was sie übersehen hatten war, dass ein Vers später steht, dass der Fürst ausgerottet werden würde. Sie waren so begeistert über die Botschaft, dass jetzt der Fürst gekommen war, dass sie vergessen hatten weiterzulesen, dass dieser Fürst, dieser König sterben würde. Und sie waren ausgesandt von Jesus zu predigen und haben es mit Überzeugung gemacht, haben gesagt: Die Zeit ist erfüllt. Aber als dann ihr König vom Volk abgelehnt wurde und das Volk sogar einen Serienmörder für besser achtete als ihren König, die haben sich gefühlt, ihre Hoffnung war am Boden zerstört.
[14:31] Die Jünger Jesu erlebten die wahrscheinlich tiefste Enttäuschung, die man sich überhaupt nur vorstellen kann. Stellen Sie sich vor, Sie sind ganz begeistert von einer Person und möchten, dass alle diese Person lieben. Das ist ja das, was sie wollten. Sie wollten, dass diese Person zum König gemacht wird. Und dann wird diese Person bespuckt und geschlagen und gekreuzigt. Und als ihr König als Verbrecher dort hing, da werden sie sich wohl gefragt haben: Haben wir uns getäuscht?
[15:10] Es war eine tiefe, tiefe Enttäuschung, die sie erlebt haben. Aber die Bibel sagt uns, dass gerade dann, wenn wir enttäuscht werden, wenn unsere höchsten Hoffnungen zerschmettert werden, dass wir dann besonders von Gott getröstet werden. So ist doch der, wenn ich auch in der Finsternis sitze, so ist auch der Herr mein Licht. Und er wird mich herausführen ans Licht. Vielleicht gibt es heute auch in Ihrem Leben eine Enttäuschung. Sie hatten hohe Hoffnung und sind bitter enttäuscht worden. Man fragt sich, warum? Das kann alles möglich sein. Das können persönliche Dinge sein, das können Dinge im Arbeitsleben sein, das können Dinge sein, die vielleicht sehr tief in unserer Seele sind, die wir keiner mehr sagen. Tief enttäuscht.
[15:56] Gott verspricht uns, ans Licht hinauszuführen. So wäre auch die Finsternis nicht finster für dich. Und die Nacht leuchtete wie der Tag. Den Aufrichtigen geht ein Licht auf in der Finsternis. Ja, manchmal im Leben wird es dunkel, aber nur für kurze Zeit. Gott schenkt uns Licht. Er sagt: Ich will die Blinden auf einen Weg führen, den sie nicht kennen und auf Pfaden leiten, die ihnen unbekannt sind. Ich werde die Finsternis vor ihnen zum Licht machen und das Hügelige zur Ebene. Diese Worte werde ich erfüllen und nicht davonlassen.
[16:26] Waren denn die Jünger so verkehrt gewesen? Hatte nicht Jesus sie ausgesandt mit dieser Botschaft? Ja, die Jünger hatten Recht gehabt. Und hatte sich nicht auch die Zeit erfüllt? Ihre prophetische Botschaft von der Zeit war richtig gewesen. Die Zeit hatte sich erfüllt, denn Jesus war ja gesalbt worden. Er war ja auch zur richtigen Zeit getauft worden. An der Zeitprophezeiung gab es nichts zu rütteln. Und im Grunde genommen hatte sich am Kreuz auch die Prophezeiung erfüllt. Denn als Jesus starb, starb er als König. Da stand er sogar dran, nicht wahr? Jesus, König der Juden. Aber man konnte nicht erkennen, dass er ein König ist, nicht wahr? Er sah gar nicht so königlich aus. Oder hätten Sie beim ersten Anblick eines Verbrechers am Kreuz, so wie Sie meinen, den Eindruck, dass da ein König regiert? War er dort ein König? Jesus war ein König. Und er hat sein Königreich in diesem Moment aufgerichtet.
[17:31] Woher wissen wir das? Aus folgendem Vers. In Hebräer 4, Vers 15 heißt es, dass Jesus in allem versucht worden ist, in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde. Und jetzt Achtung, so lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum was? Thron der Gnade. Womit verbinden Sie das Wort Thron? Ein Königreich, nicht wahr? Ein König sitzt auf seinem Thron. Nebenbei gefasst, wie viel Königreiche Gottes gibt es auf der Erde, in der Bibel? Also, in der Bibel, wie viel Reiche Gottes gibt es dort? Wer sagt eins? Machen wir eine Abstimmung, okay? Wer sagt irgendwas anderes außer eins? Wer sagt: Ich bin völlig verwirrt?
[18:20] Die Bibel spricht tatsächlich von zwei Reichen Gottes. Also eins ist auf jeden Fall das Reich der Gnade, denn wenn es einen Thron der Gnade gibt, dann muss es auch einen König der Gnade geben und damit ein Königreich der Gnade. Und das war das Königreich, von dem Jesus gesprochen hat, als er sagte: Das Reich Gottes gleicht einem Senfkorn. Das Reich Gottes gleicht einem Seemann. Und all die Gleichnisse sprechen von diesem Königreich der Gnade. Es gibt ein anderes Königreich, das steht hier. Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen. Thron, König, König, Königreich. Es gibt einen Thron der Gnade und es gibt einen Thron der Herrlichkeit. Es gibt ein Königreich der Gnade und es gibt ein Königreich der Herrlichkeit. Das Königreich der Herrlichkeit ist dann, wenn Jesus wiederkommt, was wir gestern gesehen haben, mit allen Engeln, mit Gott selbst, wenn da kein Leid mehr sein wird, kein Schmerz. Das ist das, was wir als das Königreich Gottes sehen. Es gibt zwei Königreiche.
[19:34] Das erste wurde gegründet am Kreuz. Das zweite wird gegründet bei der Wiederkunft. Dann kommt das Königreich. Das Königreich der Herrlichkeit, das Sichtbare. Aber vorher war schon das Königreich der Gnade in unseren Herzen. Jesus kommt als der König. Und seit Anbeginn der Menschheit war dieses Königreich der Gnade angekündigt worden. Seit Adam und Eva den Garten Eden verlassen mussten, hatte Gott ihnen versprochen, dass es dieses Königreich der Gnade geben würde. Seit dem ersten Opfer, das geschlachtet werden musste, haben all die Opfer hingewiesen auf den Beginn dieses Königreiches. Im Glauben konnte man im Voraus schon Mitglied dieses Königreiches sein. In der Hoffnung, dass Gott es wirklich erfüllen würde. Aber all diese Menschen im Alten Testament lebten nicht wirklich unter dem Königreich der Gnade. Es war nur verheißen worden, dass das mal kommen würde.
[20:34] Selbst als Jesus auf der Erde war, war das Königreich noch nicht aufgesetzt. Er sagt: Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Jesus hätte ja, nachdem er ein paar Jahre auf der Erde gelebt hat, wieder zurückfahren können in den Himmel, oder? Er hätte auch einfach sagen können: Ich lebe hier einfach 70 Jahre und lasse es mir gut gehen. Das Reich Gottes war noch nicht durch sein Kommen etabliert. Jesus hätte sogar im Garten Gethsemane, als dieser Kelch in seiner Hand gezittert hat und er sich gefragt hat: Soll ich oder soll ich nicht? Er hätte zurückweichen können. Das Reich der Gnade wäre niemals aufgerichtet worden. All die Menschen vorher wären umsonst gestorben. Ohne Hoffnung. Aber es war tatsächlich am Kreuz von Golgatha, dass Jesus das Reich der Gnade, das Königreich der Gnade etabliert hat.
[21:32] War das also eine wichtige Prophezeiung? Es war die Prophezeiung schlechthin. Und die Jünger hatten die Aufgabe, diese Prophezeiung zu verkünden und haben es nicht wirklich selbst verstanden. Dieses Königreich, das am Kreuz etabliert worden war, sollte den Weg weisen, dass jeder Mensch, du und ich, egal wer wir sind, egal woher wir kommen, egal was unser Hintergrund ist, dass wir den Weg zum Himmel finden können.
[21:59] Aber als Jesus versucht, das zu erklären, sind sie gar nicht aufnahmebereit. Er versucht in einfachen Bildern zu verstehen, was dieser neue Bund sein wird. Aber stattdessen haben sie ganz andere Sorgen. Es heißt hier: Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen zum Passahfest. Wenige Stunden vor der Kreuzigung, wer von ihnen als der Größte zu gelten habe. Könnte sein, dass wir auch manchmal dieses Problem haben, dass Gott uns gewaltige Wahrheiten offenbart in seinem Wort und wir sie gar nicht richtig begreifen, nur oberflächlich, weil wir mit ganz anderen Dingen zu kämpfen haben. Was denkt der andere über mich? Sehe ich auch gut genug aus? Habe ich genügend Einfluss hier? Werden meine Interessen gewahrt? Oftmals unterschätzen wir die biblische Botschaft, weil wir mit ganz anderen Dingen beschäftigt sind. Und so war das auch bei den Jüngern. Sie waren begeistert von der Prophetie. Das war alles klar und deutlich. Aber sie verstanden nicht die Tiefe des Ereignisses, weil sie zu stolz waren.
[22:59] Und so war es gerade diese Enttäuschung, als sie gemerkt haben, dass ihr König sich so demütigen lässt. Dass sie gemerkt haben: Wenn ich sein Diener sein will, wie kann ich dann noch stolz sein? Wenn mein König sich freiwillig so bespucken lässt und ohne ein Widerwort sich treten lässt und schlagen lässt und töten lässt, wie kann ich sagen, ich bin sein Diener und ich will noch mein eigenes Ich erheben? Die Enttäuschung war notwendig, um sie etwas zu lehren. Manchmal muss Gott uns Enttäuschungen sogar schicken, damit etwas in unserem Herzen sich verändert.
[23:41] Aber Jesus wollte sie nicht jahrzehntelang in dieser Dunkelheit lassen. Es hat nur wenige Stunden bis zum dritten Tag gedauert, bis zum Sonntag, als er ihnen helfen wollte. Jesus hatte eine Frage zu klären. Wie bringe ich ihnen das bei, dass sie gar nicht enttäuscht sein müssen? Wie bringe ich ihnen bei, dass es eigentlich eine ganz großartige Sache war, was da passiert ist? Was hätten Sie gemacht, wenn Sie Jesus gewesen wären? Und Sie sehen da diese Jünger auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus, traurig, irgendwie niedergeschlagen, schmeißen den letzten Flyer weg, hat er hier keinen Sinn mehr. Was hätten Sie gemacht? Wäre es nicht am besten gewesen, einfach daneben sich zu stellen und sagen: Hier bin ich, schaut mich an, ich bin es. Wäre gut gewesen, oder? Aber Jesus wollte nicht, dass der Glaube der Jünger wiederbelebt wird durch Zeichen. Heute wollen ja viele Menschen Zeichen und Wunder und großartige Dinge. Jesus stellte sich so, als ob er gar nicht dazugehören würde, hat sich ein bisschen verstellt.
[24:46] Und dann heißt es hier: Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legt ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht. Wie wurde die Enttäuschung geklärt? Durch die Bibel. Jesus hatte einen genialen Plan. Er musste sie in die Enttäuschung führen, aber er führte sie aus der Enttäuschung heraus durch die Bibel. Denkt man den Romanesco? Was einmal passiert ist, wird sich immer wiederholen. Wenn wir eine von Gott verursachte Enttäuschung durchstehen, dann wird es die Bibel sein, die uns wieder ans Licht führt. Und so sagt die Bibel, als sie das erkannt haben, als sie plötzlich gesehen haben in Jesaja 53 und in Daniel 9 und in Psalm 22 und all den anderen biblischen Prophezeiungen, dass da überall von der Kreuzigung die Rede ist, da war ihr Herz in Flammen.
[25:36] Schauen wir mal, wie das hier heißt: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete? Und als er uns die Schriften öffnete. Ich kann mir vorstellen, wie sie gesagt haben: Jetzt sehe ich es, wie konnte ich das übersehen? Und plötzlich waren sie in der Lage, mit neuem Eifer und mit viel tieferem Verständnis etwas zu verkündigen. Statt einem jüdischen König, der die Römer vertreibt, hey, wir sind die Juden, ihr seid die Römer, weg mit euch, verstanden sie plötzlich, dass ihr König etwas viel Größeres tut. Er vertreibt nicht die Römer, er vertreibt die Sünde. Römer vertreiben, das können auch germanische Barbaren. Dazu brauchte Gott keinen Jesus. Aber um die Sünde zu vertreiben, reichen die germanischen Barbaren der Völkerwanderung nicht aus. Das musste Jesus machen. Und plötzlich verstanden sie, dass die Prophezeiung so viel tiefer war. Es war eine starke Ermutigung. Und plötzlich hatten sie wieder einen sicheren und festen Anker der Seele. Der feste Anker war kein Zeichen, kein Wunder. Es war das sichere Wort Gottes.
[26:57] Möchtest du einen festen und sicheren Anker für deinen Glauben haben? Das sichere Wort Gottes wird es sein. Und dann konnten sie sagen: Denn ich bin gewiss, Paulus zum Beispiel hier, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges uns schaden wird, sagt er an einer Stelle. Hier sagt er aber: In dem allen überwinden wir weit, durch den, der uns geliebt hat. Und das Wort des Herrn, sagt Petrus, bleibt in Ewigkeit. So als wenn es aussieht, als würde das Wort Gottes sich getäuscht haben. Was der Glaube, der sie durchgeführt hat, als sie dann erkannt haben, was wirklich gemeint war, dass Gottes Wort bleibt. Paulus sagt hier: Wer will verurteilen? Christus ist es doch, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt worden ist. Sie sahen plötzlich das wahre Ereignis hinter der Prophetie. Und Gott hat ja bereits vorher gesagt: Mein Volk soll niemals zu Schanden werden.
[27:49] Sind wir perplex? Manchmal wissen wir nicht weiter, wir stehen an der Weggabelung und fragen uns, was jetzt? Aber niemals lässt Gott sein Volk dauerhaft zu Schanden werden. Psalm sagt so wunderbar: Wenn man am Abend auch weint, am Morgen herrscht wieder Jubel. Es könnte sein, dass wir ab und zu in unserem Leben durch ein Tal der Trauer gehen, durch ein Tal der Finsternis, durch ein Tal des Todesschattens, aber in Gottes Vorsehung wird das immer nur eine kurze Zeit sein. Eine traurige Zeit, aber eine kurze Zeit, denn der Jubel kommt.
[28:24] Und so waren sie begeistert von ihrer neuen Botschaft und konnten das predigen. Und genau diese Erfahrung der Jünger war dieselbe Erfahrung der Milleriten. Fassen wir das kurz zusammen. Sowohl die Jünger als auch die Milleriten predigten über Zeit, Zeitprophezeiung, Zahlen, Daniel, Offenbarung. Und beide Gruppen hatten als Basis ihrer Botschaft Daniel Kapitel 9. Die Jünger, als sie gesagt haben: Die Zeit ist erfüllt, 69 Wochen sind vorbei, der Fürst ist da. Und die Milleriten, als sie gesagt haben: Daniel 9 ist die Basis, ist die Erklärung für Daniel 8, Vers 14.
[29:06] Wir erinnern uns ja, dass William Miller diesen Vers gefunden hatte, mit diesen 2300 Abend und Morgen. Wie viele Jahre war das nochmal? 2300 Jahre und dann sollte das Heiligtum gerechtfertigt werden. Aber hier haben wir gestern das nur angedeutet, was wir heute etwas vertiefen wollen. Hatte William Miller eine Interpretation vorgenommen? Weißt du immer noch, was er als das Heiligtum sich ausgedacht hatte, was es sein müsste? Die Erde. Und wie war er darauf gekommen? Hatte er ein Bibelfest gefunden, wo steht: Das Heiligtum ist die Erde? Nein. Es war eine weit verbreitete Vorstellung der gesamten Christenheit gewesen. So weit verbreitet, wie die Idee unter den Juden, dass wenn der Messias kommt, er die Römer vertreiben wird. So hat er geglaubt, dass die Erde das Heiligtum ist und wenn die Erde gereinigt wird, dann kommt Jesus.
[29:55] Die Wahrheit aber ist, das Wort Heiligtum bedeutet was? Heiligtum. Heiligtum bedeutet Heiligtum. Und tatsächlich, und das hat der Miller übersehen, gibt es in der Bibel eine Reinigung des Heiligtums. Schon im alten Testament wurde nämlich einmal im Jahr, wie oft? Einmal im Jahr am 10. Tisri des jüdischen Kalenders das Heiligtum gereinigt. Das ganze Jahr, wir werden am Dienstag noch mehr darüber sprechen, waren die Sünden des Volkes durch das Opferlamm und durch den Stier und alles, was dort gebraucht wurde, waren die Sünden symbolisch in das Heiligtum hineingebracht worden. Man kann sich das vorstellen wie einen Mülleimer. Haben Sie zu Hause Müll? Produzieren Sie manchmal Müll zu Hause? Was machen Sie mit dem Müll, den Sie haben? Den tun Sie in den Mülleimer, richtig? Aber man kann nicht auf ewig alles in den Mülleimer tun, das muss man irgendwann tun. Man muss irgendwann den Mülleimer leeren, der dann, nicht wahr, letztendlich zur Mülldeponie kommt, da wird es verbrannt. Und genauso letztendlich, auch wenn das etwas merkwürdig klingt am Anfang, ist das Heiligtum jetzt wie ein Mülleimer. Die Sünde, der Müll unseres Lebens wird dort hineingebracht, aber einmal im Jahr sollte es dort herausgebracht werden. Und das war ein Hinweis auf das, was am Ende der Zeit passieren sollte. An diesem Tag sollte jeder Israelit kommen und sich selbst fragen: Bin ich wirklich im Glauben? Und die, die nicht im Glauben waren, sollten fortan nicht mehr zum Volk Gottes gehören. Es war also eine Art Gericht, eine Art Entscheidung, wer ist wirklich beim Volk Gottes und wer nicht.
[31:22] Dieser Große Versöhnungstag, wo der Hohepriester das Blut Jesu in das... wir machen eine kurze Pause, um das Handy zu entfernen, wir schneiden das später raus, wo der Hohepriester hineingeht in das Allerheiligste, um das Blut des Opfers an die Bundeslade zu bringen. Jesus hatte gesagt: Ich komme bald und mein Lohn mit mir. Wenn Jesus wiederkommt, weiß er dann schon, wer den Lohn bekommt und wer nicht? Oder wird Jesus bei der Wiederkunft erst noch mal einen Richtertisch aufsetzen und sagen: Jetzt kommt mal alle, stellt euch in Reihe und jetzt wird mal hier untersucht. Wenn Jesus kommt, muss das Gericht, das entscheidet, wer gerettet ist und wer nicht gerettet ist, muss schon da gewesen sein. Und genau das sollte dieser große Versöhnungstag symbolisieren. Ein Gericht kurz vor der Wiederkunft.
[32:18] Und genau das ist ja auch die Botschaft von Offenbarung 14 gewesen, die die Milleriten verkündigt haben. Da steht nämlich: Denn die Stunde seiner Wiederkunft ist gekommen. Steht das da? Da steht: Die Stunde seines Gerichts. Was haben die Milleriten wahrscheinlich gelesen, als sie Gericht gelesen haben? Wiederkunft, nicht wahr? Die haben ja das Datum, jetzt muss die Wiederkunft sein. Aber sie haben genauso wenig verstanden wie die Jünger damals, dass der Text genau das meint, was er sagt. Dass Gericht wirklich Gericht meint. So wie die Jünger die vorhergesagte Kreuzigung einfach übersehen hatten, so hatten die Milleriten das vorhergesagte Gericht und den Rest von Offenbarung 14 einfach übersehen. Und sie hatten missverstanden, was dort zur festgesetzten Zeit passieren würde.
[33:03] In beiden Fällen. Beide Gruppen waren von populärem Irrtum beeinflusst und beide Gruppen erfüllten Gottes Auftrag. Gott hatte sie ja dafür gesandt und sie haben es gemacht. Und beide Gruppen erlebten eine bittere Enttäuschung. Und wir wollen heute im Rest des Abends mal von der Geschichte aus betrachten, was diese bittere Enttäuschung gewesen ist und was wir daraus lernen können. Diese erste Einführung war für uns zu verstehen, was der geistliche Hintergrund ist. Aber eins ist ganz deutlich: Die Enttäuschung hat sie näher zur Bibel gebracht.
[33:45] Schauen wir uns also an, was ist passiert in dieser Adventbewegung. Wir hatten gestern gesprochen von diesen drei Engeln. Weiß jemand noch, in welchem Kapitel der Bibel diese drei Engel vorkommen? In Offenbarung 14, da war diese dreifache Engelsbotschaft. Wir hatten mit dem ersten Engel gesprochen, wo es heißt: Er fliegt inmitten des Himmels. Weiß jemand noch, was diese Engel symbolisiert hat? Menschen, die Botschaft, das ewige Evangelium verkündigen. Eine Frage, die wir gestern nicht gestellt haben, ist: Warum werden die Menschen hier als Engel dargestellt? Boten, okay, aber man hätte ja auch Menschen. Ich sage Menschen, Botschaft verkündigen. Woran denken Sie beim Wort Engel? Von Gott gesandt, okay, woran auch? Was haben Sie gebildet? Friede, Kraft, nicht wahr? Und? Schnelligkeit. Und? Reinheit, oder? Rein, heilig. Das heißt, was hier dargestellt werden soll, soll eine menschliche Bewegung sein. Ja, das stimmt, aber sie sollte bestimmte Charakteristiken haben. Sie sollte rein sein, sie sollte heilig sein, sie sollte schnell sein, kraftvoll. Und? Weltweit. Jede Nation, jedem Volksstamm, jeder Sprache, jedem Volk.
[34:54] Jetzt werden Sie sagen: Gestern haben Sie da gesprochen von diesem Farmer da in Bundesstaat New York, der da so von Ort zu Ort gereist ist. Das ist doch keine weltweite Bewegung. Nicht wahr? Und ja, stimmt, der William Miller ist nie über die Neuenglandstaaten herausgekommen. Aber Gott, der die Reformation nicht nur auf Wittenberg beschränkt hat, sondern zum selben Zeitpunkt an allen Orten Europas Leute unabhängig voneinander erweckt hat, der war auch bei der Wiederkunftsbotschaft nicht abhängig von einem Farmer in Bundesstaat New York. Die Botschaft: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen, ging durch die ganze Welt. Und ich möchte Ihnen jetzt noch einige Beispiele zeigen, die besonders spektakulär sind. Aus Zeitgründen kann ich nur einige wenige auswählen. Wenn Sie mehr wissen wollen, dann empfehle ich Ihnen eine sehr interessante Serie mit dem Titel "Die Zeit des Endes". Sie können die ersten 25 Folgen oder so auf Joel Media TV schon anschauen, wo wir Jahr für Jahr von 1798 bis momentan 1835 diese Bewegung analysieren.
[35:58] Dieser Engel hatte eine Botschaft. Die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und diese Botschaft hat zu tun mit Prophetie. Schon vor langer, langer Zeit, vor über zweieinhalb tausend Jahren, gab es einen Propheten im alten Babylon. Sein Name war Daniel. Und das Buch, das er geschrieben hat, wurde zum Fundament dieser weltweiten Adventbewegung. Weiß jemand zufällig, wie viele Kapitel dieses Buch Daniel hat? Er hat zwölf Kapitel.
[36:32] Es heißt hier, dass Daniel am Ende seines Buches einen bestimmten Teil dieses Buches verschließen und versiegeln sollte. Du, aber Daniel, verschließe diese Worte und versiegel das Buch bis zur Zeit des Endes. Wir haben gestern über die Zeit des Endes gesprochen. Viele werden darin forschen und die Erkenntnis wird zunehmen. Das Buch Daniel, zumindest in einigen Teilen, war für die meiste Zeit der Kirchengeschichte nicht wirklich zu verstehen. Es war ein Buch, besonders für die Zeit des Endes, für die wir heute sprechen wollen.
[37:02] Einige Menschen sagen: Aber Jesus hätte doch auch schon vor 700 Jahren wiederkommen können. Oder vor 1300 Jahren. Warum glaubt ihr, dass Jesus wiederkommt, wenn er in den letzten 2000 Jahren nicht gekommen ist? Paulus sagt uns, dass es einen Grund gibt, warum Jesus die längste Zeit nicht wiedergekommen ist. Und das sollten Sie wissen. Schauen Sie mal hier in 2. Thessalonicher. Da sagt er: Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen. Er bezieht sich auf die Wiederkunft, denn es muss, was ist das nächste Wort? Unbedingt zuerst der Abfall kommen. Paulus sagte: Jesus kommt nicht wieder. Zuerst kommt der Abfall und der Mensch der Sünde. Wir haben darüber gesprochen in einem ganzen Vortrag mit dem Titel "7 Hügel", als im Laufe des frühmittelalterlichen der Christenheit sich dieser Abfall immer mehr gezeigt hat in der Kirche von Rom. Und solange Rom die Oberherrschaft haben würde, würde Jesus nicht wiederkommen.
[38:06] Jetzt haben Sie aber auch schon gelernt, wie lange Rom regiert hat, oder? Wir hätten gesehen, dass die Bibel sieben Mal die Zeitperiode dieser mittelalterlichen Vorherrschaft Roms in der Kirche angedeutet hat. 3,5 Zeiten, 42 Monate, 1060 Tage und so weiter. Weiß jemand noch, wie viele Jahre das waren? 1060 Jahre, nicht wahr? Und die gingen von wann bis wann? Machen wir eine kleine Wiederholung? 538 bis 1798. 1798, wenn das stimmt, was der Paulus sagt und es stimmt, der ist inspiriert, dann hätte Jesus nicht wiederkommen können vor 1798. Das war das Jahr, wo wir uns erinnern, General Berthier den Befehl erhielt, Rom einzunehmen und den Papst gefangen gehalten hat. Bis diesem Zeitpunkt konnte Jesus nicht wiederkommen.
[38:58] Und zwar in diesem Zeitpunkt, wo die Botschaft aus Daniel und auch die Botschaft aus Offenbarung, die er sich ja in großen Teilen auf Daniel stützt, verstanden werden sollte. Die Botschaft von der Wiederkunft sollte jetzt der Welt gepredigt werden. Paulus hat zwar gewusst, dass es eine Wiederkunft gibt, er sagt aber nicht: Es wird zu einer Zeit geschehen. Paulus predigt an keiner Stelle: Macht euch bereit, die Wiederkunft ist in den nächsten Jahren. Genauso wenig hat Luther gepredigt: Macht euch bereit, die Wiederkunft kommt bald. Hat Luther an die Wiederkunft geglaubt? Ja, wir haben es gestern gesehen. Aber Luther wusste, es sind wahrscheinlich noch ungefähr 300 Jahre. Die Reformatoren, allesamt, durch alle Jahrhunderte, wussten, es gibt eine Wiederkunft. Es war aber niemals ihre Hauptbürde in der Verkündigung. Warum? Es war noch nicht an der Zeit. Aber jetzt kamen diese drei Engel.
[39:47] Und das wird dargestellt in Offenbarung 10, Vers 1. Ich sah einen anderen Engel aus dem Himmel herabsteigen, bekleidet mit einer Wolke und ein Regenbogen war auf seinem Haupt. Und sein Angesicht war wie die Sonne und seine Füße wie Feuersäulen. Und er hatte in seiner Hand ein was? Ein geöffnetes Büchlein. Die Offenbarung bringt ein Buch zur Sicht, das offensichtlich geschlossen war und jetzt geöffnet wird. Welches Buch in der Bibel wurde jemals verschlossen? Wir haben es gerade gelesen. Das Buch Daniel, das mit den zwölf Kapiteln. In denen in kurzer, präziser Reihenfolge die Weltgeschichte dargestellt worden war von Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom und dann durch das Mittelalter bis zu jenem Zeitpunkt des Gerichts.
[40:30] Dieses Buch sollte jetzt verstanden werden. Es sollte geöffnet werden. Ein Buch so süß wie Honig, denn es heißt: Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und aß es auf. Das heißt, Menschen sollten dieses Buch jetzt studieren. Sie sollten forschen von Daniel 1, Daniel 2, Daniel 3, Daniel 7, Daniel 8, Daniel 9, Daniel 10. Hin und her springen und studieren und als sie es kauen, sozusagen geistlich, war es was? Süß. Wer von Ihnen mag Honig? Honig ist gut. Wenn Sie einen guten Tipp haben wollen, wo es guten Honig gibt, kommen Sie nach dem Vortrag zu mir.
[41:04] Es war süß wie Honig und diese Erfahrung ging durch die ganze Welt. Hier ein paar Beispiele. Wissen Sie, wer das ist? Das ist der Weltmissionar Josef Wolff, später auch Joseph Wolff genannt. Er war ein Jude aus Deutschland, geboren in Weilesbach in der Nähe von Bamberg, 1795. Ein so interessanter Mensch. Ich könnte allein fünf Stunden über ihn erzählen. Das darf ich aber nicht und deswegen mache ich es nicht. Als er ein ganz junger Knirps war, hat sein Vater, ein bekannter Rabbi, damals hieß er übrigens nicht Josef, er hieß nur Wolff. Er hieß nur Wolff. Und sein Vater hat mit ihm gesprochen über Jesus, weil er gefragt hat: Ich höre da von meinen christlichen Freunden etwas von diesem Jesus. Sag mal, wer ist Jesus? Der Vater meinte: Ein höchstbegabter Jude. Weil er aber vorgab, der Messias zu sein, verurteilte ihn das jüdische Gericht zum Tode. Wolff fragt weiter: Warum ist Jerusalem zerstört und warum sind wir in Gefangenschaft? Der Vater: Ach, weil die Juden die Propheten umbrachten. Wolff denkt sich dann: Vielleicht war auch Jesus von Nazareth ein Prophet und die Juden haben ihn getötet, obgleich er unschuldig war. Er war zu dem Zeitpunkt vier oder fünf Jahre alt.
[42:11] Mit sieben Jahren, er war immer noch nicht ganz überzeugt, hat er einem Handwerker dort, ein Barbier war das, ein Friseur, in seiner Stadt gesagt: Ah, wir Juden, wir warten auf den Messias und er kommt bald. Mit sieben Jahren und der Friseur sagt: Du, soll ich dir was sagen? Geh mal nach Hause und lies Jesaja 53. Der Messias war schon da. Wolff geht nach Hause, mit sieben Jahren, liest in diesem Buch Jesaja 53, geht zu seinem Vater und sagt: Kann das sein, dass Jesus der Messias war? Der Vater schaut ihn an und antwortet mit so einer so furchterregenden Stille, dass der siebenjährige Knirps nie wieder gefragt hat. Aber er war schon innerlich überzeugt. Er hat später, obwohl es ihm verboten war, an christlichen Kirchen gestanden und gehört und gelauscht, was da gepredigt wird. Mit elf Jahren hat er sein Heimathaus verlassen und ist in die weite Welt hinausgezogen, um Griechisch zu lernen, um Hebräisch zu unterrichten, um sich eine eigene Bildung zu verschaffen. Wenn man allein das erzählen würde, wo er gewesen ist in diesen Jahren, unfassbar. Er war in Weimar gewesen, hat sogar mit Goethe Kontakt gehabt.
[43:17] Und nach einiger Zeit ist er durch den Baron von Stolberg, Graf zu Stolberg hier, zum Katholizismus übergetreten, aus folgendem Grund. Er hat sich lange entschieden: Soll ich Protestant werden oder Katholik? Und dann hat er festgestellt, die Protestanten haben weniger Achtung vor der Bibel als die Katholiken. Ende des 18. Jahrhunderts, Anfang des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Da dachte er, wenn ich schon der Bibel folge, dann muss ich Katholik werden. Wurde er Katholik. Und er wollte ein guter Katholik werden, er wollte ein Missionar werden, er wollte in die Welt ziehen, um die Welt zum Katholizismus zu bekehren. Was macht man? Man studiert in Rom an der Propaganda. Das ist die Missionsschule Roms. Da wurden die besten Missionare ausgebildet. Das Problem war nur, Wolff war ein ziemlich frei denkender Mensch. Er hatte zum Beispiel keine wirkliche Vorliebe für die römisch-katholischen Traditionen. Er mochte die Bibel, aber nicht die Traditionen. Und eines Tages hat er mit einem Professor diskutiert und der Professor meinte: Es ist in Ordnung, dass man Häretiker verbrennen darf. Und Wolff sagt: Nein, es ist nicht in Ordnung. Die Bibel sagt, du sollst nicht töten. Und der Professor sagt: Aber es gibt fünf Päpste, die das bestätigt haben. Und dann sagt der Wolff: Aber Entschuldigung, dann sind die fünf Päpste doch unbiblisch. Und das hat nicht lange gehalten.
[44:28] Da wurde Wolff aus der Propaganda geschmissen. Und kurze Zeit später hat er die katholische Kirche verlassen. Hier, er hatte guten Kontakt zu Papst Pius VII. Der hat ihn eigentlich geschätzt, aber es war kein... Der Wolff war einfach zu... man konnte den nicht bändigen, es war ein Naturereignis. Man hat ihn später versucht zu demütigen, man hat ihn ins Kloster gesteckt. Er sollte zum Beispiel als Demütigungsübung seinen Mitkollegen die Füße küssen. Er war so böse darüber, dass er den Mitkollegen in die Füße gebissen hat. Der Wolff war wirklich krass. Hier sein guter Freund Henry Drummond, der ihn dann aus Rom rausgeholt hat und ihn nach England gebracht hat, wo er dann Protestant wurde. Wo er Protestanten kennengelernt hat, die an die Bibel glauben. Und so wurde er Protestant, hat zwei Jahre in England studiert und hat sich dann 1821 auf den Weg gemacht, um die Welt zu missionieren. Vor allem wollte er seine eigenen ehemaligen Glaubensgenossen, die Juden, erreichen.
[45:25] Er ist durch den ganzen Nahen Osten gereist, um Juden zu erreichen. Aber damit hat er auch Muslime erreicht und Christen, die dort lebten. Und hat ihnen von der Wiederkunft erzählt. Zum Beispiel hier: Jesus von Nazareth, der wahre Messias, dessen Hände und Füße durchbohrt wurden. Der wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wurde. Der ein Mann der Schmerzen und Leiden war. Der zum ersten Mal kam, nachdem das Zepter von Juda und der Herrscherstab von seinem Judas Füßen gewichen war. Wird zum zweiten Mal kommen in den Wolken des Himmels, mit der Posaune des Erzengels. Er wird auf dem Ölberg stehen und jene Herrschaft über die Schöpfung, die einst Adam zugewiesen war und von ihm verwirkt wurde, wird Jesus gegeben werden. Er wird König sein über die ganze Erde. Das Seufzen und Klagen der Schöpfung wird aufhören. Und Lob und Danklieder werden erschallen, wenn Jesus in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen heiligen Engeln kommt. Werden die toten Christen zuerst auferstehen. Dies nennen wir Christen die erste Auferstehung. Danach wird die Tierwelt ihren Charakter ändern und Jesus untertan werden. Allgemeiner Friede wird herrschen und der Herr wird wiederum auf die Erde niederschauen und sagen: Siehe, es ist sehr gut.
[46:20] Das war damals, wie gesagt, nicht mehr akzeptierte Lehre, sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche. Aber Wolff, wie viele andere, haben das wiederentdeckt und gepredigt. Er glaubte, dass Jesus bald kommen würde. Übrigens, er war in seinem Datum auch nicht weit entfernt von Miller. Miller glaubte, dass Jesus so 1843 kommen würde, oder 1844 dann später. Und Wolff war im Jahre 1847 angelangt, wie viele andere mit ihm.
[46:44] An einer Stelle sagt er, sagte unser Herr, dass der Tag und die Stunde nie bekannt werden sollten. Hat er uns nicht was gegeben? Zeichen der Zeit gegeben, damit wir wenigstens das Herannahen seiner Wiederkunft erkennen können. So wie man an dem Feigenbaum, wenn er Blätter treibt, weiß, dass der Sommer nahe ist. Sollen wir jene Zeit nie erkennen können, obgleich er uns selbst ermahnt, den Propheten Daniel nicht nur zu lesen, sondern auch zu verstehen.
[47:11] Diese Männer und Frauen, die zu dieser Zeit in die Welt hinauszogen, um die Wiederkunft zu predigen, basierten sich alle auf dieses Buch mit zwölf Kapiteln. Daniel. Gerade in Daniel heißt es nicht, dass es nur zwei Kapitel gibt. Daniel. Gerade in Daniel heißt es, dass diese Worte bis auf die Zeit des Endes verborgen bleiben sollten, was zu seiner Zeit der Fall war. Und dass viele darüber kommen, der Wolff war ja Hebräer. Hebräischer Ausdruck für betrachten und nachdenken über die Zeit und großen Verstand hinsichtlich der Zeit finden würden. Wolff wusste, Daniel spricht genau von der Zeit des Endes. Überdies will uns der Herr damit nichts sagen, dass das Herannahen der Zeit unbekannt sein soll, sondern nur, dass niemand den bestimmten Tag und die genaue Stunde weiß. Er sagt, es soll genügend durch die Zeichen der Zeit bekannt werden, um uns anzutreiben und uns auf seine Wiederkunft vorzubereiten, gleich wie Noah die Arche baute.
[48:05] Und so predigt er die Bibel. Schauen wir mal, was er über die Bibelauslegung in den meisten Kirchen sagt, das ist ziemlich interessant. Er sagt: Die größere Teil der christlichen Kirche ist von dem klaren Sinn der Heiligen Schrift, was? Abgewichen und hat sich der trügerischen Lehre des? Buddhismus, was? Zugewandt, die vorgibt, dass das zukünftige Glück der Menschen in einem Hin- und Herschweben in der Luft bestehe. Jetzt erklärt er, was er meint. Er meint damit, die meisten Christen sind so weg von der Bibel, die sind so oberflächlich geworden und so schwammig, dass man sie gar nicht mehr greifen kann. Er sagt, sie nimmt an, dass Heiden darunter zu verstehen sei, wenn sie Juden lesen. Dass die Kirche gemeint sei, wenn sie Jerusalem lesen. Dass es Himmel bedeutet, wenn es heißt Erde. Dass an den Fortschritt der Missionsgesellschaften zu denken sei, wenn vom kommenden Herrn die Rede ist. Und dass unter dem Ausdruck "auf den Berg des Hauses Gottes gehen" eine große Versammlung der Methodisten zu verstehen sei. Das war der Zustand der Kirchen. Egal, was man gelesen hat, es bedeutete irgendwas anderes. Und Wolff und viele andere haben gesagt: Hey, Moment mal, lasst uns doch mal die Bibel lesen, wie es dort steht. Wenn dort steht Wiederkunft, meint es Wiederkunft. Und wenn es meint Jerusalem, dann meint es Jerusalem. Und wenn dort steht und so weiter und so fort.
[49:14] Naja, er hat es auf den Weg gemacht und Wolff war nicht zimperlich. Nur ein Beispiel, er ist von 1821 bis 1845 mehrmals im Nahen Osten gereist. Hier nur mal ein Beispiel von einer Reise, die er 1831 begann. Er kam eigentlich aus Malta, hat in Malta seine Frau zurückgelassen, ist dann nach Ägypten und von Ägypten aus ist er rübergesetzt und begann jetzt seine Missionsreise zu Fuß oder zu Kamel. Hier erstmal durch die Türkei, bis hier zum heutigen Istanbul, dann weiter von dort nach Ankara, von dort weiter durch die gesamte Türkei hier, von dort weiter nach Persien und dann von Persien hier durch Persien durch zu einem der entferntesten Gegenden, zu dem zu dem Zeitpunkt nicht mal Missionare vorgedrungen waren. Er ist von dort dann durch das damalige Turkestan hindurch. Er war der erste christliche Missionar der Weltgeschichte, der durch dieses Gebiet gegangen ist. Es war lebensgefährlich, es gab keinerlei Schutz dort. Um nach Buchara, dem heutigen Buxoro, zu gehen, der Stärke des Islam, wo er gepredigt hat, wo er vor den Kalifen saß und sein Leben aufs Spiel gesetzt hat.
[50:34] Er ist dann von dort weiter zum Beispiel, immer noch eine Reise, nicht wahr? Dann hier Richtung Afghanistan über den Hindukusch und dann weiter nach Kabul, in der Nähe von Kabul, in einem Dorf ist er zum Tode verurteilt worden. Was war sein Verbrechen? Er hatte einen Stammesältesten auf Arabisch gegrüßt. Sie saßen zusammen im Kreis und der afghanische Stammesälteste hat ihn gegrüßt mit dem Gruß, und das ist verboten für Nicht-Muslime, das zu erwidern. Und Wolff, vollkommen egal, ich grüße ihn zurück, wir sind doch Brüder. Als er gefragt wird, bist du Muslim, sagt sein Begleiter: Nein, nein, nein. Moment, ich habe falsch gesagt, sagt sein Begleiter, ja, er ist Muslim. Und Wolff sagt: Nein, ich bin nicht. Ich glaube an Jesus Christus, er wird wiederkommen. Die Stammesältesten waren etwas, okay, was machen wir jetzt? Haben sich zusammengesetzt, Koran rausgeholt, okay, Tod durch Verbrennen, keine andere Chance. Du wirst jetzt verbrannt. Und Wolff hat gesagt: Moment mal, würdet ihr eine Auslösung akzeptieren? Und sie: Okay, aber nur, wenn du uns alles gibst, was du hast. Hat er alles gegeben, was er hatte? Alle Kleider, alles Geld, alle Bibel, alles? Und ist dann weiter nur mit einem Sacktuch bekleidet durch die Gegend hier Richtung Himalaya. Er hat an einer Stelle mehrere Wochen lang ohne echte Bekleidung, ohne echte Ernährung sozusagen, ist er durch den Hindukusch gelaufen. Ein krasser Mann und wirklich beeindruckend.
[52:14] Naja, er war bis nach Indien und die Reise ist immer noch nicht zu Ende. Da in Indien hat er versucht sogar bis nach Tibet zu gelangen, was damals wegen Schnee unmöglich war. Er wäre sonst noch bis nach Tibet gegangen und ist dann weiter hier im Taj Mahal und so weiter und so fort, dann hier nach Indien, bis er in Kalkutta angekommen war und dann per Schiff weiter nach Südindien. Und dann hat er nach ungefähr, ich weiß nicht, anderthalb Jahren oder so, seine Frau wieder besucht. Er erzählt einige der erstaunlichsten Geschichten. Zum Beispiel: Die Araber des Jemen sind im Besitz eines Buches Sera genannt, das Kunde gibt von der was? Der Wiederkunft Christi und seiner Regierung in Herrlichkeit und sie erwarten für das Jahr 1840 große Ereignisse.
[52:52] Ein anderer Bericht ist super spannend. Der war nicht mit Wolff. Es gab einen anderen Missionar, der kein Adventgläubiger war. Es war ein irischer Missionar. Im Jahre 1821 kam der Bericht raus in einer irischen Zeitung, wo dieser Missionar berichtet hat, er war unter den Tataren. Weiß jemand, wer die Tataren sind? Tataren sind ein großer Volksstamm im Norden von Mittelasien. Ja, so Zentralasien. Und dieser irische Missionar ist dort und sagt: Ich komme hier, um die Bibel euch zu erklären und der Tatarenpriester, der schon ein bisschen was von der Bibel offensichtlich kannte, fragt ihn: Sag mal, lieber Missionar, kannst du uns sagen, wann Jesus wiederkommt? Und der Missionar sagt: Das weiß doch keiner. Quatsch. Und dann sagt der Tatarenpriester: Also Moment mal, du willst ein Lehrer der Bibel sein? Wir alle haben die Bibel gelesen und wissen, Jesus kommt 1844 wieder. Wahre Geschichte. Stand 1821 in den irischen Zeitungen. Er sagt sie: In Jemen verbrachte ich sechs Tage mit den Rehabiten. Sie trinken keinen Wein, pflanzen keine Weinberge, sehen keine Saat, wohnen selten, gedenken der Worte. Es befanden sich auch Israeliten aus dem Stamm Dan bei ihnen, die gemeinsam mit den Kindern Rehabs die baldige Ankunft des Messias in den Wolken des Himmels erwarten.
[54:03] Egal, wohin kam, manchmal in den entlegensten Gebieten, wo kein christlicher Missionar bis hingekommen war, hat er dort die Wiederkunftshoffnung gefunden. Und er hat gefunden, dass dort Menschen bereits Bibeln hatten, die durch Bibelgesellschaften offensichtlich verbreitet worden waren und selbst in diese Gegenden gekommen waren.
[54:18] Schauplatzwechsel. Das ist hier nicht Jemen und auch nicht Indien, das ist good old England. Und in England gab es auch eine Adventbewegung. Schon beginnend ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts haben einzelne Leute wie George Stanley Faber 1804 zum Beispiel oder William Cunningham Bücher geschrieben, als sie entdeckt haben, irgendwie ist dieses Thema Wiederkunft entscheidend. Über einige Jahre ging das so, bis man sich 1826 getroffen hat. Die besten Ausleger der Prophetie aus Schottland, aus Wales, vor allem aus England, kamen hier in Albury Park zusammen zu einer Konferenz und sie alle waren sich einig. Erstens, dass Jesus bald wiederkommen wird und dass um die Zeit 1843, 1844, 1847 etwas Bedeutendes passiert. Sie haben diese beiden Daten, das Datum und das Ereignis nicht zusammengebracht. Sie glaubten größtenteils, dass um 1844 herum etwas im Nahen Osten passieren wird. Und Jesus etwas später kommen würde. Aber ansonsten waren sie relativ ähnlich zu dem, was Miller geglaubt hat.
[55:20] Hier haben wir zum Beispiel Henry Drummond. Und hier haben wir Hugh McNeill. Und hier haben wir Joseph Wolff. Und hier Edward Irving. Viele bekannte Leute, die damals hoch angesehen waren in der Kirche. Hier William Cunningham, einer meiner Lieblingsautoren aus der Zeit aus Britannien. Ziemlich solider Bibelausleger, der in vielen Dingen ziemlich Miller ähnlich war. Hier Edward Irving, ein so bekannter schottischer Prediger, dass wenn er gepredigt hat, in London, zu der Zeit, über die Wiederkunft, dann musste man eine Stunde vor Gottesdienstbeginn da sein, mit Tickets, um einen Sitzplatz zu haben. Und das waren keine kleinen Kirchen. Da musste man nicht zu den Vorträgen noch Leute einladen und Flyer sagen und bitte, bitte, bitte, bitte, bitte kommen. Das ist ein Mann Gottes. Hat leider später einige Fehlentscheidungen getroffen und es ist nicht so ganz günstig ausgegangen mit ihm. Aber für eine lange Zeit war er einer der bedeutendsten Prediger der weltweiten Bandbewegung. Wenn er in Schottland auf Tournee war im Sommer, sind zig Tausende gekommen und haben seinen Predigten zugehört.
[56:19] Hier eine kleine Tafel. Ich weiß, man kann es wahrscheinlich schlecht lesen, aber das soll ja auch nur die Massivität illustrieren. Wir haben hier einige Leute und wenn man das sehen kann, ich weiß nicht, ob man das sehen kann, das sind die ganzen Daten, wann die so geschrieben haben. Ich lese es mal vor, okay. 1799, 1803, 1844, 1795. 1799, 1803, 1804, 1805, 1810, 1813, 1813, 1813, 1815, 1818, 1820, 1823 und so weiter und so fort. In dieser Zeit eine massive Anzahl von Leuten, die größtenteils nichts voneinander wussten und die alle ähnliche Dinge verkünden. Zum Beispiel, alle waren sich einig über Daniel 2. Alle waren sich einig über Daniel 7. Und wenn man hier das sieht, ich weiß nicht, ob man das sehen kann, über die 2300 Abend und Morgen. Sehr interessant. Ich lese es mal vor von hier. Wann sie glaubten, dass die 2300 Abend und Morgen enden würden. Am Anfang ein bisschen noch diffus. 1880, 1866, 1916, 60 und jetzt. 1843, 1847, 1847, 1843, 1844, 1819, 1847, 1847, 1847, 1844, 1843, 1844 und wo gehen wir weiter? 1843, 1847, 1847, 1843, 1843. Hunderte von Leuten, die das geglaubt haben. Ein Schreiber sagt, dass zu einer Zeit 700 anglikanische Prediger diese Botschaft gepredigt haben. Macht euch bereit, Jesus kommt. Heute hört man kaum noch was davon, aber das war die Bewegung im 19. Jahrhundert.
[57:52] Hier nur einige Beispiele. Papers on the Society of Investigation of Prophecy, die Gesellschaft, die Prophezeiung untersucht. Hier haben wir einige Daten. 1843, 1844, Continental Society, Lectures on Prophecy usw. Bücher, Practical Exposition of the Revelation of St. John, also eine Auslegung der Offenbarung des Johannes. Eine Predigt über die Wiederkunft unseres Herrn Jesus. Wenn ich das alles zeigen würde, was ich an Material zu Hause habe, wir könnten Stunden füllen. Wir füllen ja die Serie "Zeit des Endes" damit, wenn Sie mehr Details wissen wollen. Super spannend.
[58:26] Es gab noch jemanden, den ich unglaublich schätze. Wieder Szenenwechsel. Und zwar gehen wir jetzt nach Südamerika. Und dieser Mann hier ist kein Geringerer als ein Jesuit. Sein Name? Lacunza. Und er lebte in Chile und war dort jesuitischer Priester, bis die Jesuiten auch aus Chile ausgewiesen worden sind. Ich habe Ihnen gezeigt, wo die alle ausgewiesen worden sind. Und als er ausgewiesen wurde und nicht mehr Jesuit sein konnte, ist er nach Italien zurück und hat gedacht: Was mache ich jetzt? Studiere ich mal die Bibel. Hat sich hingesetzt in sein Kloster, hat sich für 30 Jahre zurückgezogen, wollte nichts mehr von der Außenwelt wissen und wollte mal wissen, was er aus der Bibel herausbekommen kann. Erst hat er nur die Bibel studiert mit all den Kirchenvätern zusammen. Nach wenigen Jahren hat er sich entschieden, die Kirchenväter beiseite zu lassen und nur noch die Bibel zu lesen.
[59:19] Jetzt muss man wissen, dass seit den Tagen von Augustin, das heißt seit dem Frühbildalter, es einheitliche katholische Lehre war, dass das Millennium sich in der katholischen Kirche offenbart hat im Mittelalter, dass das das Friedensreich war. Und von einer Wiederkunft, auch irgendwann in langer Zeit, ich war aber nicht nah, und nach über 1000 Jahren, ohne jegliche Lehre, ohne irgendetwas, kommt dieser Jesuit durch das Lesen der Bibel darauf: Moment mal, Jesus kommt wieder. Der erste Katholik seit über 1000 Jahren, der erste Theologe, der das entdeckt. Und er schreibt ein Buch. Er hat so viel Angst vor dem, was er da schreibt, dass er nicht mal seinen Namen drunter setzt, sondern er setzt ein Pseudonym. Benesra. Don Juan Josefa de Benesra. Er gibt vor, ein Jude zu sein, der bekehrt worden ist. Er schreibt das in den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts. Und es heißt: La Benidad al Messias en Gloria et Majestat. Die Wiederkunft des Messias in Herrlichkeit und Majestät. Und das Buch wird zu einem Renner, obwohl es nicht mal gedruckt wird. Nur die Kopien werden abgeschrieben und verbreiten sich in Windeseile in ganz Südamerika und katholischen Ländern, vor allem über Geheimgesellschaften, weil die das toll finden, dass mal jemand was gegen die katholische Kirche schreibt. Und das wird ein absoluter Renner. Es ist dann später auch übersetzt worden, gedruckt worden, hier 1816 gedruckt, und dann durch das Wirken von Edward Irving auch ins Englische versetzt worden und hat einen gewaltigen Einfluss gehabt. Gerade in Ländern wie Mexiko, Kolumbien oder Argentinien, ganz gewaltige Erweckungsbewegungen durch dieses Buch.
[59:59] Und jetzt kommen wir zu einem ganz besonders schönen Land, nämlich dem Land Deutschlands. Auch in Deutschland gab es Adventspioniere und der deutsche Adventspionier ist der, der vielleicht am allerersten da war. Sein Name war Johann Albrecht Bengel. Und weiß jemand, in welchem wunderbaren Bundesland er gelebt hat? Es hieß damals auch Württemberg. Die Baden hatten damals nichts zu tun, das war ein anderes Land, jenseits des Schwarzwalds. Johann Albrecht Bengel war einer der angesehensten Theologen der lutherischen Kirche und auch sehr involviert in den Pietismus, in die Erweckungsbewegung hier in Württemberg. Württemberg ist ja nach wie vor vielleicht das christliche Zentrum in Deutschland. Das geht auch seine Zeit zurück. Und er hatte damals schon geschrieben von einem prophetischen Datum 1836. Nur wenige Jahre entfernt von dem, was Miller berechnet hatte. Er hat viele Nachfolger gehabt, die dann auch seine Bücher wieder gedruckt haben, zum Beispiel hier 1834 in Stuttgart. Es gab viele Nachfolger von ihm, die auch selbst Bücher geschrieben haben.
[1:02:03] Und wenn sie Anfang des 19. Jahrhunderts hier in Stuttgart gelebt hätten, sie hätten auf jeden Fall etwas von der Wiederkunft Jesu gehört. Da hätte dann kein Christopher Kramp gestanden, sondern irgendjemand, der gesagt hat, wir haben hier Bücher von Bengel und die sagen uns, Jesus Christus kommt bald wieder.
[1:02:19] Es gab auch andere, zum Beispiel Leonard Heinrich Kelber hier in Nürnberg 1817 mit vernünftigen und schriftmäßigen Gedanken über die Schöpfung und die Dauer der Welt, insbesondere aber über die Nähe der Zukunft des Herrn und so weiter und so fort. Er sagt hier mit einem tollen Gedicht: "Der Zeiger an der Uhr steht auf der zwölften Stunde. Das Ziel ist nun erreicht und Babel geht zugrunde. Es hilft kein Stützen mehr. Der große Tag ist da, den mancher Gottesknecht schon längst im Geiste sah."
[1:02:48] Und so ging es voran. Und die Pietisten hier, der württembergischen Adventisten, wenn man so möchte, der Adventgläubigen, sind dann ausgewandert Anfang des 19. Jahrhunderts. Es gab Missernten und sie wurden auch nicht besonders gern gesehen. Dann sind viele in den Kaukasus gegangen und haben hier in Südrussland viele Dörfer und Gegenden gegründet, wo sie dadurch den Adventglauben bis nach Russland und bis nach Transkaukasien gebracht haben.
[1:03:13] Und auch in Genf, in der Stadt, wo Calvin und Farel und Frommont gewirkt haben, gab es jemanden, sein Name war Louis Gaussen. Nur ganz kurz hier über ihn. "Ich möchte dies verstanden wissen, dass es nicht wegen der geringen Bedeutung, sondern im Gegenteil des hohen Wertes wegen ist, dass ich diese Sache in dieser vertraulichen Form darzustellen wünschte und mich damit an die Kinder wandte."
[1:03:36] Gaussen hat eine besondere Strategie. Er hat die Wiederkunftshoffnung als Lehrer den Kindern vermittelt. Ganz ähnlich wie damals Frommont, der damit Genf gewonnen hatte. Man kann von der Geschichte lernen. "Ich wollte gehört werden und hatte befürchtet, keine Aufmerksamkeit zu erregen, falls ich mich an die Erwachsenen wenden würde. Ich beschloss deshalb, zu den Jüngsten zu gehen. Ich versammelte eine Schar von Kindern um mich. Wenn die Zahl der Anwesenden zunimmt, wenn man sieht, dass die Zuhörer gefallen daran zu finden, angezogen werden, dass sie das Thema verstehen und erklären können, dann werde ich sicherlich bald einen zweiten Kreis von Zuhörern haben und die Erwachsenen ihrerseits werden sehen, dass es die Mühe lohnt, sich hinzusetzen und zu studieren. Geschieht das, dann ist die Sache gewonnen."
[1:04:17] Cleverer Mann gewesen. Hat sehr viel bewirkt dort in der Schweiz. Und in Frankreich wurde er irgendwann aus der Kirche ausgeschlossen, weil er in seinem Bibelunterricht die Bibel verwendet hat und nicht den Katechismus. Hat dann später selbst eine Kirche gegründet.
[1:04:32] Und die vielleicht interessanteste Geschichte hat mit dem Land Schweden zu tun. Die selben Länder, an denen die Reformation wichtig war, wurden jetzt wieder zu reformatorischen Ländern, zumindest in einem gewissen Teil. In Schweden wurde auch von Menschen diese Botschaft gepredigt: Jesus kommt bald wieder. Aber diesen Menschen ging es sogar ziemlich schlecht in Schweden. Sie wurden nämlich ins Gefängnis gebracht.
[1:04:54] Und als die Erwachsenen-Prediger alle im Gefängnis waren, hat Gott einen besonderen Weg gehabt. Plötzlich fingen Kinder an zu predigen. Man muss sich das so vorstellen. Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Raum von Erwachsenen und da kommt plötzlich aus dem Kinderzimmer ein sechsjähriges Mädchen, hat gerade vielleicht Ärger gehabt mit einem anderen Mädchen. "Mama, Mama, das hat mir das weggenommen." Sieht die Erwachsenen, fängt an zu predigen: "Die Stunde des Gerichts ist gekommen. Macht euch bereit." Und predigt aus der Bibel, predigt einen Aufruf, dass die Sünder sich bekehren sollen. Als das Kind fertig ist, geht es zurück zum Spielen.
[1:05:36] Die Leute standen da und haben gedacht: Was? Das ist kein Scherz, was ich Ihnen erzähle. Das ist eine wahre Geschichte. Sie können sich das nachvollziehen. 1843, es waren vier junge Mädchen zuerst, die vor dem Ende der Welt gewarnt haben. Es wurden in kurzer Zeit ganz viele an verschiedenen Orten. Einige der Höhepunkte waren, dass im Februar 1842 ein Mädchen vor über 3000 Menschen gepredigt hat. Kleine Mädels, kleine Jungs. Die konnte man nicht ins Gefängnis stecken.
[1:06:04] Und 1843 hat dann der Regierungsarzt Dr. Sven-Erik Skolberg einen Bericht verfasst und hat gesagt: "Ich habe das alles für Quatsch erachtet, und es ist echt." Das war kein Mitglied der Bewegung. Er war ein Regierungsarzt und sagt, die predigen wirklich. Man nannte das auch die Predigtkrankheit. Man hat versucht, diese Kinder zu isolieren. Man hatte Angst, dass das ansteckend ist.
[1:06:29] Aber Gott hat auch andere benutzt. Wissen Sie, was besonders interessant ist? Wenn Sie den Bericht lesen von Skolberg, werden Sie lesen, dass er sagt, die Kinder haben während der Predigt nicht geatmet. Er sagt: "Ich kann es anatomisch nicht erklären, aber sie haben während der Predigt nicht geatmet." Und sie haben das gepredigt, denn "die Stunde seines Gerichts ist gekommen." So wie damals, als die Menschen erst alle gerufen haben: "Hosianna dem Sohn Davids, gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!" Und dann als die Priester eingeschritten waren und die Erwachsenen gesagt haben: "Okay, dann sind wir halt ruhig", und die Kinder anfingen zu schreien: "Hosianna dem Sohn Davids!" So hat Gott auch in dieser Zeit Kinder benutzt. "Ist denn nicht aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet?"
[1:07:19] Aber das Zentrum der Adventbewegung war natürlich William Millers Amerika. Hier einige seiner Mitarbeiter, die man selten kennt. Weiß jemand noch, wer das hier war? Das ist Josiah Litch. Das war der mit den Offenbarungen, nicht wahr? Er wurde dann 1840 zum ersten vollangestellten Mitarbeiter der Miller-Bewegung. Er war damit beauftragt, von Ort zu Ort zu gehen und Vorträge zu halten, Bücher zu verkaufen und so weiter. Er war der Agent.
[1:07:48] Das hier, weiß jemand, wer das ist? Das ist Joseph Bates, ein alter Kapitän, der viel Geld damit verdient hat als Kapitän, vor allem im Südamerika-Handel. Und dann ein großer Verfechter der Mäßigkeitsbewegung. Das war die Bewegung, die gesagt hat: kein Alkohol, kein Tee, kein Kaffee und so weiter. Und dann auch stark sich für die Befreiung des Sklaven eingesetzt hat. Bis er dann von Miller gehört hat und sich in diese Bewegung eingesetzt hat und später alles verkauft hat, was er hatte, um Miller zu unterstützen.
[1:08:17] Oder hier, weiß jemand, wer das ist? Jetzt hab ich sie. Wer ist das? Das ist der zweitwichtigste Mann der Miller-Bewegung. Keiner kennt ihn. Das ist Joshua Himes. Miller war von 1831 an von Ort zu Ort gepredigt und hatte überall Erweckung bewirkt, aber es gab keine zusammenhängende Bewegung. Er ging und da war Erweckung und dann ging er woanders hin und es hat ihm wirklich geholfen.
[1:08:42] 1840 predigt Miller in Boston und das ist der Prediger, der Pastor der Gemeinde dort in Boston. Und nach dem Vortrag sagt er Himes: "Moment mal, Miller, glaubst du, was du predigst?" Und Miller sagt: "Natürlich." Und dann sagt Himes: "Was tust du, damit die Welt es erfährt?" Und Miller sagt: "Naja, ich predige von Ort zu Ort. Ich geh und geh und predige und hoffe, dass irgendjemandem jemand hilft." Und dann sagt Himes: "Okay, weißt du was? Wir werden ab jetzt nationalweit Zeitschriften rausbringen."
[1:09:12] Himes war etwas, was man nennt ein Go-Getter, er war ein Manager, der die ganze Bewegung von einem Prediger auf eine nationale Werbekampagne umgemünzt hat, im besten Sinne des Wortes. Ein brillanter Stratege, der die Miller-Bewegung in wenigen Jahren in ganz Amerika bekannt gemacht hat.
[1:09:30] Das ist George Storrs, jemand, der die Milleriten insbesondere über den Zustand der Toten informiert hat und dort auf diesem Gebiet besonders gewirkt hat. Dann haben wir Henry Dana Ward. Hat jemand von dem Namen was gehört? Das war der erste Präsident, der über die erste Generalkonferenz präsentiert hat. Er war früher, bevor er Millerit wurde, ein besonderer Bekämpfer der Freimaurerei in Amerika gewesen.
[1:09:51] Und hier haben wir Charles Fitch, über den hören wir gleich später noch ein bisschen was mehr. Ganz besonderer Mann, auch einer der wichtigsten Prediger jener Zeit. Diese Menschen hatten Kirchen früher auch als Pastoren betreut, hatten ihre Kirchen zum Teil verlassen und haben sich dann in diesen gewaltigen Versammlungen getroffen. Da sind nicht 20 gekommen oder 50 oder 70, da sind Tausende gekommen zu diesen Miller-Versammlungen. Viele kamen einfach nur aus Neugier und wurden erst beim Hören bekehrt, weil es sich einfach verbreitet hat wie ein Steppenbrand.
[1:10:19] Miller war wirklich ein begnadeter Prediger. Leute sagen, wenn er gepredigt hat, wenn man seinen Grundannahmen Folge geleistet hat, konnte man seinen Schlussfolgerungen nicht entfliehen. Man hat eine Zeltversammlung abgehalten ab 1842. Zu diesen Zeltversammlungen sind nicht 50 gekommen, da sind bis zu 10.000 Leute gekommen, die sich im Wald versammelt haben. Man hat da nicht in kleinen Zelten geschlafen, da haben eine ganze Kirche in einem Zelt geschlafen. Stellen Sie sich vor, Ihre Ortskirche schläft gemeinsam in einem Zelt. Also Männer und Frauen waren schon getrennt. Und da hat man auf diesen Campmeetings gesungen und die Predigten wurden gehalten über die prophetische Karte, die Daten und die Leute waren begeistert. Sogar Zeitschriften, Journalisten kamen regelmäßig da, haben Tag für Tag Berichte abgegeben, was dort passiert ist. Das war eine gewaltige Bewegung.
[1:11:07] Hier, das Miller-Tent, das Miller-Zelt, es war das größte Zelt, das es zu jener Zeit in Amerika gab. Die Milleriten haben nicht irgendwie kleine Kleinigkeiten gemacht, die sind aufs Ganze gegangen. Das größte Zelt, die größte Bewegung, die meisten Zeitschriften. Milleriten damals, das war keine kleine Gruppe, die keiner kannte. Sie können davon ausgehen, 1843 kannte jeder Schuljunge den Namen William Miller in ganz Amerika. Jeder Mensch hat darüber diskutiert, ob das wahr sein könnte oder nicht. Natürlich sind sie alle ihm nachgefolgt, aber das war eine Bewegung.
[1:11:39] Hier, der erste Bericht der General Conference von 1840. Und da zitieren sie all die Leute, die ihre Sicht bestätigen. Die Kirchenväter, etliche von ihnen, die Reformatoren in Bezug auf die Wiederkunft, Luther und Melanchthon und wie sie alle heißen und so weiter.
[1:11:55] Und hier einige der Zeitungen, da sieht man schon an den Titeln: "Science of the Time", die Zeichen der Zeit, oder "The Midnight Cry", der Mitternachtsruf, oder "The Trumpet of Alarm", die Trompete, die Alarm bläst, "The Voice of Truth", die Stimme der Wahrheit, und "The Voice of Elijah", die Stimme Elias. Das war eine Batterie von Informationen.
[1:12:16] Und natürlich, der Spott war nicht ausgeblieben. Wir haben es gestern schon gesehen, man hat sie genauso heftig attackiert. Und wie gesagt, wir wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die sagen: "Wo bleibt die Verheißung seines Kommens?" Es waren gerade die Christen, die gesagt haben: "Naja, naja, Jesus kommt schon wieder. Mach mal halblang, Miller."
[1:12:33] Und dann gab es jedes Argument, und das werden sie wahrscheinlich auch kennen: "Miller, das kann nicht sein, was du sagst, denn von dem Tag aber und von der Stunde weiß niemand. Lass uns in Ruhe mit der Wiederkunft, wir leben so weiter, irgendwann wird es schon kommen." Was hätten sie gesagt darauf? Stimmt doch, oder? Miller war ein bisschen biblisch fundierter als seine Gegner und hat dann gesagt: "Schaut mal her. Im gleichen Kapitel sagt Jesus: Wenn ihr alles seht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist. Ja, es stimmt, wir wissen nicht Tag und Stunde, aber wir wissen auch, wenn er nahe vor der Tür ist. Darum wachet!"
[1:13:10] Und es ist der böse Knecht, der sagt: "Mein Herr kommt noch lange nicht." Wenn du in deinem Herzen die Einstellung hast: "Mach mal halblang, Jesus kommt bestimmt noch lange nicht", dann sagt Jesus, sind wir ein böser Knecht. Die Zeichen hatten sich erfüllt. In Offenbarung heißt es auch: "Wenn du nicht wachst, so werde ich über dich kommen wie ein Dieb." Und Jesus sagt für die, die ihm nicht nachfolgen: "Wir kommen wie ein Dieb in der Nacht. Sie werden sagen: Friede und Sicherheit, und das Verderben wird sie plötzlich überfallen. Sie werden dem nicht entfliehen." Aber er sagt: "Ihr aber, Brüder, seid nichts in der Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb überfallen könnte. Ihr seid alle Söhne des Lichts und Söhne des Tages."
[1:13:47] Die Milleriten haben die Bibel studiert und waren begeistert darüber. Und als sie nicht an sich halten konnten, als sie in ihren Kirchen, in der baptistischen Kirche, in der methodistischen Kirche, in der presbyterianischen Kirche und wo sie auch herkamen, davon gesprochen haben: "Jesus kommt wieder", da war man am Anfang recht angetan, weil dadurch kamen mehr Leute in die Kirche. Aber bald hat man sie unterbrochen. Und es ist so, dass man sie unterbrochen hat. Aber bald hat man sie unterdrücken wollen und gesagt: "Seid mal ruhig, ruhig." Wollt ihr nichts hören von der Wiederkunft? Und dann ist man dazu übergegangen, sie aus den Gemeinden auszuschließen. Hat sie rausgeschmissen. Entweder ihr seid ruhig über das Thema, oder wir schmeißen euch raus.
[1:14:30] In jener Zeit ist ihnen dieses Wort sehr wertvoll geworden: "Hört das Herrn Wort, die er zittert vor seinem Wort. Es sprechen eure Brüder, die euch hassen und verstoßen, um meines Namens willen. Lasst doch den Herren sich verherrlichen und nicht zu Schaden werden."
[1:14:48] Die Miller-Bewegung war eine großartige Bewegung. Zunächst einmal hatten sie geglaubt, dass Jesus zwischen 1843 und 1844, zwischen früher 1843 und früher 1840 wiederkommen würde. Sie hätten ursprünglich das Datum 1843 gehabt, und zwar im jüdischen Sinne, von früher nach früher. Aber das Jahr ging vorbei und Jesus war nicht gekommen. Und sie waren enttäuscht.
[1:15:15] Wenn Sie wissen wollen, wie die Geschichte weiterging, dann sehen wir uns in 15 Minuten wieder. 24 Stunden. Der Tag, der letzt sein sollte. Was wäre, wenn am Dienstag die Welt untergeht? Was würden Sie machen?