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In diesem Vortrag der Reihe „Magna Conflictio“ beleuchtet Christopher Kramp die Ereignisse rund um William Miller und die Adventbewegung im 19. Jahrhundert. Er erklärt Millers Ziel, Menschen auf die Wiederkunft Jesu vorzubereiten, und wie seine Bewegung trotz anfänglicher Akzeptanz auf Widerstand stieß. Der Vortrag thematisiert den Abfall in den protestantischen Kirchen, die symbolische Bedeutung von Babylon und die tiefe Enttäuschung der Milleriten, als die erwartete Wiederkunft ausblieb. Abschließend wird die „siebte Monatsbewegung“ und die Hoffnung auf eine neue prophetische Erkenntnis dargestellt.

In diesem Vortrag der Reihe „Magna Conflictio“ beleuchtet Christopher Kramp die Ereignisse rund um William Miller und die „Great Disappointment“ von 1844. Er erklärt, wie die Vorbereitung auf die Wiederkunft Jesu zu einer tiefen Herzensveränderung führte und wie die Ablehnung der Botschaft durch die etablierten Kirchen die Gläubigen dazu brachte, sich neu zu formieren. Der Vortrag thematisiert auch die biblischen Symbole von Babylon und die Bedeutung des Heiligen Geistes für die wahre Nachfolge Christi.


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Serie: Magna Conflictio (Vortragsreihe über die Kirchengeschichte und die Endzeit)

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Transkript

[1:20] So, da sind wir wieder. Herzlich willkommen zu unserem zweiten Abendvortrag, zu unserem elften und damit dem genau Mittelthema von Magna Conflictio. Schön, dass Sie wieder eingeschaltet haben oder immer noch eingeschaltet sind auf www.magnaconflictio.de oder auf www.joelmedia.de. Hat es Ihnen gerade gemundet? War der Kuchen süß wie Honig? Wenn ja, dann haben Sie jetzt eine Vorstellung, wie toll das ist, das Buch Daniel zu studieren. Sollten Sie auch mal zu Hause machen.

[1:50] Jetzt haben wir unseren zweiten Vortrag: 24 Stunden – Der Tag, der der letzte sein sollte. Und erneut möchte ich Sie bitten, noch einmal ganz kurz Ihr Haupt zu neigen mit mir für ein Anfangsgebet. Und dann starten wir direkt hinein. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort studieren können, auch jetzt, dass wir aus der Geschichte lernen können. Und wenn wir diese bewegende Geschichte jetzt gemeinsam betrachten, dann bitte wirke du in unserem Herzen und berühre uns und gib, dass wir in unserem Herzen und in unserem Herzen Jesus. Amen.

[2:28] Wir haben schon einiges über Miller gesagt. Sein ganzes Ziel war nicht einfach zu zeigen, dass er ein Gelehrter in Sachen Daniel und Offenbarung ist. Miller hat eigentlich diese ganzen Charts und Prophezeiungen mit einem Ziel und einem Ziel alleine verwendet, um Menschen fortzubereiten auf die Wiederkunft. Das heißt, dass sie eine persönliche Bekehrung haben und wirklich wissen, dass sie auf der Seite Gottes sind. Sein großes Ziel war nicht, die Menschen zu intelligenten Sündern zu machen, die alle Geschichtsdaten wissen. Sein Ziel war es, dass die Menschen vorbereitet sind, bekehrt sind. Echte, authentische, wirkliche Christen. Das war sein Ziel. Und ich glaube, das ist das einzige Ziel, wo wirklich Prophetie Sinn macht. Wir sollen uns zeigen, in welcher Zeit wir leben, was auf uns zukommt und dass wir uns vorbereiten müssen. Meine persönliche Beziehung zu Jesus, die im Zentrum all seiner Bemühungen stand.

[3:22] Und eines wollte William Miller niemals. William Miller wollte niemals eine eigene Kirche gründen. Er sagt: "In allen meinen Absichten habe ich nie gewünscht oder beabsichtigt, irgendeine Sonderrichtung außerhalb der bestehenden Gemeinschaften hervorzurufen oder eine auf Kosten einer anderen zu begünstigen. Ich gedachte, ihnen allen zu nützen." Wenn also jemand durch die Predigt Millers Baptist wurde, hat er sich gefreut. Wenn jemand Methodist wurde, hat er sich gefreut. Wenn jemand Anglikaner wurde, hat er sich gefreut. Das war alles in Ordnung. "Ich gedachte, ihnen allen zu nützen, in der Annahme, dass alle Christen sich auf das Kommen Jesu freuten und dass die, welche nicht zu sehen konnten, wie ich, nichtsdestoweniger jene lieben würden, die diese Lehre annehmen." Er hat gedacht, also alle Christen müssten das eigentlich ja mögen, dass Jesus wiederkommt. Und wenn es jemand nicht mag, würde er zumindest nichts dagegen haben, oder? Er sollte sich getäuscht haben.

[4:11] Er sagt: "Ich ahnte nicht, dass jemals abgesonderte Versammlungen nötig werden können." Er hat nicht geahnt, dass irgendwann die Leute sich aus den Kirchen zurückziehen müssen, um sich in Campmeetings im Wald zu versammeln oder in säkularen Hallen. "Mein einziges Ziel war, Seelen zu Gott zu bekehren, der Welt als kommendes Gericht kundzutun und meine Mitmenschen zu jener Vorbereitung des Herzens zu bewegen, die sie befähigt, ihrem Gott in Frieden zu begegnen." Übrigens, nebenbei, wenn wir diese Vorträge hier machen und viele Geschichtsfakten zeigen und die Prophetie auslegen, haben wir genau dasselbe Ziel. Wir wollen nicht, dass sie einfach intelligente Geschichtsinteressenten werden, die jetzt wissen, wann das Papsttum seine Regierung begann und wann die französische Revolution ihren Absturz hatte, sondern dass sie vorbereitet sind auf die Wiederkunft. Dass sie in ihrem Herzen eine persönliche Beziehung zu Jesus haben.

[5:01] Die große Mehrheit derer, die unter meinem Wirken bekehrt wurden, vereinigte sich mit den verschiedensten bestehenden Gemeinden. Und für eine Zeit lang waren die Vorträge von Miller, die er gerade so von 1831 an gehalten hat, auch sehr beliebt bei den Kirchen, weil dadurch viele Menschen in die Kirche kamen. Hier, wie gesagt, in Dresden oder in Putney oder in vielen anderen Orten. Aber als mit der Zeit immer deutlicher wurde, dass eine Entscheidung fällig ist, wie in jedem menschlichen Herz, für Gott ganz oder gegen, hat sich der Geist der Weltlichkeit in der Kirche mehr und mehr gezeigt und die Leute wurden aus den Kirchen getrieben. Es war im Sommer 1844, kurz nach dieser ersten Enttäuschung, dass etwa 50.000 Milleriten ihre Kirchen verlassen mussten und verlassen haben.

[5:49] Und in jenem Jahr ist etwas passiert, was bis heute unerklärlich ist in der jüngeren Kirchengeschichte. In jenem Jahr und just in jenem Jahr 1844 bemerkten zahlreiche der einflussreichsten protestantischen Kirchenleute, dass es einen gewaltigen Abfall gab in der Geistlichkeit vieler protestantischer Denominationen in Amerika. Zum Beispiel hier Albert Barnes, ein ganz bekannter Kommentator, der einen ganz berühmten Kommentar zur Bibel geschrieben hat, sagt, dass er seit 20 Jahren das geistliche Amt ausübe und noch nie, bis auf die letzten Abendmahlsfeier, das Abendmahl ausgeteilt habe, ohne mehr oder weniger Glieder in die Gemeinde aufzunehmen. Aber nun gäbe es keine Erweckung, keine Bekehrung mehr, nicht viel offenes Wachstum in der Gnade oder den Bekennern und niemand komme in sein Studierzimmer, um mit ihm über seinen Seelenheil zu sprechen. Er sagt weiter: "Mit der Zunahme des Geschäftsverkehrs und den blühenden Aussichten des Handels und der Industrie gehe eine Zunahme der weltlichen Gesinnung Hand in Hand." So sei es mit allen religiösen Gemeinschaften.

[6:46] 23. Mai 1844. Da haben wir Barnes und hier haben wir Charles G. Finney, einen der bekanntesten Erweckungsprediger des Anfangs des 19. Jahrhunderts, der vor allem an der Ostküste in den 30er Jahren viele Menschen zu Christus geführt hatte, aber dann in den 40er Jahren beobachtete er auch Folgendes. Er sagt: "Wir haben die Tatsachen vor Augen gehabt, dass im großen Ganzen die protestantischen Kirchen unseres Landes als solche entweder beinahe allen sittlichen Reformen des Zeitalters abgeneigt waren oder feindlich gegenüberstanden." Wenn es um die Mäßigkeitsgesellschaft ging, Kirchen waren dagegen. Wenn es um die Sklavereifrage ging. Wissen Sie, wer die ersten waren, die gegen die Sklavereibefreiung gepredigt haben? Es waren nicht die Politiker im Süden. Es waren die Kirchen. Als die ersten christlichen Pastoren in ihren Kirchen gesagt haben: "Die Sklaverei ist gut, denn früher in der Bibel gab es auch Sklaven", haben dann die Politiker das aufgenommen und sich damit dann das dann begründet.

[7:41] Er sagt: "Es gibt teilweise Ausnahmen, doch nicht genug, um diese Tatsachen anders denn allgemein erscheinen zu lassen. Noch eine andere bestätigte Tatsache besteht, dass fast gänzliche Fehlen des Erweckungsgeistes in den Gemeinden." Die organisierten Kirchen waren Reform und Reformation scheinbar abgeneigt. Die geistliche Abgestorbenheit durchdringt beinahe alles und geht ungeheuer tief. Das bezeugt die religiöse Presse des ganzen Landes. In sehr ausgedehntem Maße ergeben sich die Gemeindeglieder der Mode und gehen Hand in Hand mit den Gottlosen zu Ausflügen, zum Tanz und zu anderen Festlichkeiten. Das klingt so ganz anders als in der heutigen christlichen Welt, oder? Doch wir brauchen uns nicht weiter über dieses peinliche Thema auszusprechen. Es genügt, dass die Beweise sich mehren und uns schwer bedrücken, dass die Kirchen im Allgemeinen auf traurige Weise entarten. Sie sind sehr weit von dem Herrn abgewichen. Und er hat sich von ihnen zurückgezogen, geschrieben 1844.

[8:34] Dasselbe, was mit Jesus passiert ist, ist auch dort wieder passiert. Jesus hatte seine Jünger gewarnt. Er hatte der Stadt Jerusalem das Licht gegeben, aber die Juden der damaligen Zeit hatten es abgelehnt. Aber als Jesus ging und nicht wiederkam, haben die Juden immer noch ihre Zeremonien, ihre Opfer aufrechterhalten. Sie hatten das neue Licht des Evangeliums abgelehnt, aber in ihrem alten Glauben sind sie verblieben. So ist es immer. Wenn eine Erweckung, Reformation kommt und abgelehnt wird, dann bleiben die, die es ablehnen, bei ihren alten Traditionen und Formen, die vorher vielleicht gut waren, weil bis dahin das Licht gegangen war. Aber wenn jetzt neues Licht abgelehnt wird, dann bleibt es bei den Formen und Zeremonien mit dem, was man bisher hatte. Und es stellt sich kalter Formalismus ein. So geschehen mit einer Kirche nach der anderen. Bis kurz vor dem Sturz Jerusalems sind immer noch Opfer gebracht worden in diesem Tempel. Man hat immer noch geglaubt, die richtige Kirche zu sein. Aber der Sturz war schon lange geschehen.

[9:39] Die Bibel, wir haben ja davon gesprochen, spricht von einer Botschaft von drei Engeln. Wir hatten gerade uns über den ersten Engel unterhalten, diese weltweite Bewegung, die mit Macht und Herrlichkeit die Wiederkunft ankündigen sollte. Und diese Botschaft sollte etwas erreichen. Sie sollte erreichen, dass die christlichen Kirchen, die in viele Denominationen aufgespalten waren, wieder zusammenkommen, sich vereinigen in der Hoffnung auf die Wiederkunft. Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. So war es in der Apostelgeschichte schon. Diese urchristliche Freudigkeit für die Verkündigung des Evangeliums, wo man mit Freimut das Wort Gottes verkündigt hat. Das war das Ziel. Verzeihung. Damals wurden täglich zur Gemeinden zugefügt. Und kurz vor der Wiederkunft sollte es nicht anders sein. Gott hat ja gesagt, es sollte eine Wiederherstellung aller Dinge geben.

[10:27] Aber die Botschaft, die das getan hätte, wurde abgelehnt. Der Heilige Geist konnte nur an denen wirken, die es wirklich hören wollten. Denn wenn der Geist wirkt, dann bewirkt er was? Einheit des Geistes könnte es sein. Heute gibt es viel Bemühung, die christlichen Kirchen zu vereinen. Man nennt das Ökumene. Wissen Sie, dass es eine Ökumene-Versuch Gottes von Gottes Seite aus gab? Um 1840 herum. Diese Botschaft hätte das Potenzial gehabt, in der Vereinigung auf die Hoffnung der Wiederkunft Einheit zu finden und Einheit zu stiften in den protestantischen Kirchen. Heute versucht man das auf anderen Wegen, mit Politik und Kompromissen. Aber nicht mit dem Geist. Es heißt hier: Ein Leib, ein Geist, eine Hoffnung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe.

[11:21] Es war nie Gottes Plan, dass es so viele verschiedene Kirchen gibt mit unterschiedlichen Glaubensbekenntnissen, die sich widersprechen. Das war nicht sein Plan. Aber es war passiert. Es war Folge zum Teil der Geschehnisse in den Jahrhunderten vorher. Aber Gottes Plan war schon immer die Einheit aller Gläubigen. Und seine Botschaft, sein Wort tendiert immer hin. Eine Gruppe von Menschen hat das erlebt. Aus allen Denominationen waren sie zusammen. Da waren Baptisten, Methodisten, Presbyterianer, wie sie auch hießen, Anglikaner, Lutheraner. Aber da gab es keine Streitigkeiten. Was, ihr glaubt nur das und wir glauben nur das? Die Botschaft von der baldigen Wiederkunft Jesu hat viele Nebensächlichkeiten zu Nebensächlichkeiten werden lassen. Oder glauben Sie, dass wenn man nur noch ein Jahr auf dieser Erde hat, man sich mit seinem christlichen Nachbarn darüber streitet, ob dessen Gründungsvater da Recht gehabt hat mit seinem Artikel so und so, was er da geschrieben hat? Wohl nicht, oder? Man hat gar nicht die Zeit für irgendwelche theologischen Spiegelfechtereien.

[12:19] Die Kirchen haben es im Wesentlichen abgelehnt. Viele Pastoren insbesondere. Wissen Sie warum? Das Interessante war, dass die Miller-Bewegung vor allem von Laien getragen worden ist. Es gab einige Pastoren, es gab etliche Laien. Und es scheint, sozusagen, einige Historiker sagen, dass einer der Hauptgründe dafür war, dass Pastoren das abgelehnt haben, war, dass es ihren Stolz ein bisschen angegriffen hat, dass da solche Laien zum Teil die Bibel besser kannten als sie.

[12:48] Eine interessante Geschichte, muss ich ganz kurz erzählen, von einem dieser Milleriten. Sein Name war John Lathborough. Und er hat auch so als junger Mann von Ort zu Ort gegangen, hat gepredigt über die Wiederkunft und alles mögliche. Und ein Pastor war nicht sehr erfreut darüber, was in seiner Kirche da passiert, dass dieser junge Spund da anfängt zu predigen. Und hat ihn dann zu einem persönlichen Gespräch gebeten, im Kreis von einigen anderen, und gesagt: "Also, ich werde euch jetzt zeigen, diesen jungen Mann werde ich jetzt zerknaschen." Und hat gesagt: "Was Sie da gepredigt haben, das stimmt ja alles, aber was Sie da gesagt haben, das ist verkehrt. Weil die Bibel sagt so und so." Dann zitiert er was und dann sagt der Lathborough: "Was Sie gerade zitiert haben, ist aus einem Gesangsbuch. Steht nicht in der Bibel." Dann sagt er: "Okay, stimmt." Aber: "In Offenbarung 25 steht, das ist eine wahre Geschichte." Und Lathborough musste sich selbst das Lachen verkneifen, hat gesagt: "Also, in meiner Bibel hat die Offenbarung 22 Kapitel. Ihr Text ist drei Kapitel außerhalb der Bibel." Und dann hat der Pastor gesagt: "Ich habe noch einen Termin." Und ist von da gegangen. Naja, also nur eine Illustration für das, was zum Teil damals passiert ist.

[13:57] Und die Bibel spricht von jener Zeit. Nicht nur von einem ersten Engel, sondern von einem zweiten Engel. Dieser zweite Engel sagt: "Ein anderer Engel folgte ihm, der sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon!" Jetzt wollen wir das ganz kurz ein bisschen hier auspacken. Was ist Babylon? Babylon kommt vom alten Babel. Vielleicht kennen Sie die Geschichte vom Turmbau zu Babel, wo alle Völker eine Sprache hatten und einen Weg in den Himmel sich bauen wollten durch eigene Werke. Durch eigene Ziegelsteine, die man gebaut hat. Das Wort Babel bedeutet im Babylonischen eigentlich "Tor zu Gott", aber im hebräischen Denken bedeutet es eigentlich und ist assoziiert mit Verwirrung. Konfusion. Und wird in der Bibel immer wieder gebraucht, um falsche, verwirrte, religiöse Systeme zu beschreiben, die versuchen ihren eigenen Weg zu Gott zu bauen und dabei Gottes Gebote übertreten, die eigentlich Gott hat ja gesagt: "Zerstreut euch auf der Erde."

[14:54] Und in der Bibel finden wir in der Offenbarung auch ein Babylon, diesmal als eine Frau dargestellt, die dort auf einem schrecklichen Tier sitzt. Und wenn es eine Frau ist, dann wissen wir aus der Bibel, dass es sich um eine Art Kirche oder Gemeinde handeln muss, denn in der Bibel steht die Frau meistens für die Kirche oder die Gemeinde. Zum Beispiel hier sagt uns die Bibel, dass Gott die Beziehung zwischen sich selbst und seinem Volk beschreibt wie mit einer Ehe. Er sagt über Hosea: "Ich will dich mir verloben auf ewig." Stellen Sie sich mal vor, Sie sind verlobt mit Gott. Die Bibel hat eine ganz tolle Lehre darüber, dass Gott nicht einfach nur unser Gott ist, den wir beten müssen, sondern dass Gott eine ganz innige Liebesbeziehung zu uns haben möchte. Glauben Sie, man kann verliebt in Gott sein? So wirklich verliebt? Die Bibel sagt, wir sollen ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt, wie man verliebt ist. Es sagt an einer Stelle: "Ich bin euer Ehemann", so im Hebräischen. Verheiratet mit Gott zu sein. Interessant, nicht wahr?

[15:54] Und auch im Neuen Testament haben wir dieselbe Idee. "Denn ich habe euch einen Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau Christus zuzuführen." Die Gemeinde wurde immer schon als eine Frau, als eine Braut oder als eine Jungfrau dargestellt, die eine Verbindung zu Gott haben sollte. Und hier haben wir ein ganz besonderes, schönes Bild. In Ezekiel 16 heißt es: "Als ich nun an dir vorüberging und dich sah, siehe, da war deine Zeit da, die Zeit der Liebe. Da breitete ich meine Decke über dich und bedeckte deine Blöße. Ich schwor dir auch und machte einen Bund mit dir, spricht der Gott, der Herr. Und du wurdest mein." Gott sagt: "Ich habe mich verliebt in dieses Volk und ich möchte mit diesem Volk, mit meinen Anhängern, enge Gemeinschaft haben." Ich wünsche, wir könnten mehr Zeit darüber verbringen, haben wir leider nicht. Hier, wenn Sie auf Joel Media nachschauen, gibt es eine interessante Serie mit dem Titel "Gott mit uns", wo wir dieses Thema sehr ausführlich betrachten.

[16:44] Es heißt hier: "Und du warst geschmückt mit Gold und Silber und dein Kleid war aus weißem Leinen und Seide und Buntwirkerei. Du hast Weißbrot und Honig und Öl gegessen." Und du wurdest überaus schön. Er beschreibt in poetischer Sprache sein Volk. Schon mal so ein Liebesgedicht von Ihrem Mann bekommen? Jetzt rede ich mal in die Vorne. "Du hast Weißbrot und Honig und Öl gegessen. Buntwirkerei. Du wurdest überaus schön." Also Gott ist sehr poetisch. Er sagt: "Du brachtest es bis zur Königswürde." Leider geht der Vers weiter. Der Text. "Und dein Ruhm verbreitete sich unter den Heidenvölkern wegen deiner Schönheit, denn sie war vollkommen durch meinen Schmuck, den ich dir angelegt hatte, spricht Gott, der Herr."

[17:27] "Du aber hast dich auf deine Schönheit verlassen. Und auf deine Berühmtheit hin, was? Gehuert. Und hast deine Huerei über nicht nur einen oder zwei, sondern jeden ausgegossen, der vorüberging. Er bekam sie." Wir haben das Bild, das krasse Bild, wie Gott eine Frau liebt, über alles, alles für sie tut. Und diese Frau dann zum Dank mit jedem schläft, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Das ist das, was da steht. Jeder, der vorbeiging. Jeder. Nicht nur ein Liebhaber, jeder. Absolute Huerei. Und Gott beschreibt dieses Bild, um zu zeigen, wie traurig er ist, dass das Volk, das er so sehr liebt, so wenig von ihm wissen will und so gern sich mit allen anderen Dingen beschäftigt, nur nicht mit ihm. Und dann sagt er: "Oh du ehebrecherische Frau, die Fremde annimmt, anstatt ihres Ehemannes."

[18:20] Anderswo in Jeremia heißt es aber: "Wie eine Frau ihrem Gefährten untreu wird, so seid ihr mir untreu geworden, Haus Israel, spricht Gott, der Herr." Ganz bekanntes Bild der Bibel. Und auch im Neuen Testament finden wir dieselbe Idee. Schauen Sie mal hier: "Liebe Ehebrecher und Ehebrecherin, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist?" Also okay, wenn ich jetzt Christ bin und einer christlichen Kirche angehöre, dann habe ich einen Bund mit Gott gemacht, richtig? Durch die Taufe, durch meine Teilnahme und so weiter. Das heißt, ich gehöre Gott. Wenn ich jetzt aber die Welt, all das, was draußen ist, was mit Gott nichts zu tun hat, was gegen Gott kämpft, auch lieb habe, dann habe ich zwei Liebhaber. Einen rechtmäßigen und einen unrechtmäßigen. Und das nennt man dann? Ehebruch, nicht wahr? Ich weiß nicht, ob Sie die Erfahrung gemacht haben, dass Ihr Partner Sie betrogen hat. Aber wenn Sie das gemacht haben, dann wissen Sie ansatzweise, wie Gott es geht, wenn wir ihn verlassen, in Gedanken oder Worten oder Taten.

[19:22] So finden wir diese Frau hier, beschrieben sehr deutlich in der Offenbarung. "Die Frau war gekleidet in Purpur und Scharlach, auch übergoldet mit Gold und Edelstein und Perlen. Sie hatte einen vollen Becher in ihrer Hand, voll von Gräueln und der Unreinheit ihrer Unzucht. Und auf ihren Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis Babylon die Große." Also es ist eine Frau, es muss also eine Kirche sein, die eigentlich im Bund mit Gott sein müsste, aber die Welt mehr liebt, als das Wort Gottes, als Gott selbst, als Jesus. "Die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde."

[19:52] Es heißt hier: "Und ich sah die Frau berauscht vom Blut der Heiligen." Wenn man sich diese Dinge anschaut, dann kann man nur zu einem Schluss kommen, dass diese Kirche, die hier beschrieben ist, die eigentlich mit Gott leben sollte, aber sich an die Welt gewandt hat und mit der Welt Verbindung genommen hat und dann auch noch Menschen umgebracht hat, und zwar im gewaltigen Maße, dass wir hier es mit der Beschreibung des mittelalterlichen Roms zu tun haben. Eine Kirche, die über Jahrhunderte hinweg die Welt und die Kaiser und die Könige mehr geliebt hat, als das Wort Gottes. Und sogar die umgebracht hat, die ihnen widersprochen haben. Wir haben das gesehen, wir haben in den vorigen Vorträgen das ausführlich gezeigt, wie es gerade die römische Kirche im Mittelalter war, die von Gottes Wort weit abgewichen ist. Wir haben gesehen, wie sie Märtyrer, wie sie Reformatoren, wie sie Andersgläubige schonungslos vernichtet umgebracht hat. Sie hatten damals lieber mit Pontius Pilatus gemeinsame Sachen zu machen, gegen die Wahrheit Jesu. Derselbe Geist war auch hier gegenwärtig, als zum Beispiel Clemens VII. gesagt hat: "Rottet die Protestanten aus!" zu Franz dem I. Immer wieder dasselbe Bild, in diesem Magna Conflictio.

[21:12] Aber dann sagt die Bibel etwas Interessantes. Die Bibel sagt: "Auf ihrem Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis Babylon die Große, die Mutter der Huren." Wenn sie eine Hure ist, aber eine Mutter der Huren, dann gibt es was? Töchter. Und wenn die Mutter eine Kirche ist, dann sind auch die Töchter Kirchen, die offensichtlich dem selben Prinzip folgen. Übrigens, außerdem heißt es von diesem Babylon, schauen wir uns das genau an, was ist mit Babylon passiert? "Sie sind gefallen." Wenn jemand gefallen ist, was war er vorher? Er stand irgendwie, also es war besser mit ihm sozusagen. Wenn es da einen Abfall gegeben hat, gefallen ist Babylon, dann war Babylon mal wirklich hoch, gut, rein. Nur eine reine Kirche kann abfallen.

[22:06] Und es muss sich um Kirchen handeln, die zur Zeit des Endes eine Rolle spielen, denn die Botschaft in Offenbarung 14 spielt ja zur Zeit des Gerichts, zu jener Zeit des Endes, von der wir jetzt die ganze Zeit reden. Zu dieser Zeit war die römische Kirche schon lange gefallen. Lange gefallen. Wer ist dann gefallen? Der vormals eine reine Kirche war, die Wahrheit hochgehalten hat. In jener Zeit. Bibel sagt außerdem, dass aus diesem Babylon zu einem späteren Zeitpunkt Gottes Volk hinausgehen soll. Jetzt denken Sie scharf nach. Wenn Gottes Volk aus Babylon hinausgehen soll, wo befindet sich dann Gottes Volk zum großen Teil? In Babylon. Und jetzt seien Sie mal ganz ehrlich. Wo befindet sich Ihrer Meinung nach, wenn wir jetzt ins 19. Jahrhundert zurückgehen, wo befanden sich dort die große Mehrzahl? Ich will nicht sagen, dass es Menschen gibt, die Gottes Volk sind, die vielleicht unter den Ureinwohnern irgendwo im Busch leben, alles klar. Aber die große Mehrzahl von Gottes Volk, wo würden wir die suchen? Würden wir die suchen im Buddhismus? Würden wir sie suchen unter den eingeborenen Indianern Amerikas? Würden wir sie suchen unter den Konfuzianisten? Wir würden sie suchen, wo? In den protestantischen Kirchen. Denn dort war Sola Scriptura, nicht wahr? Sola Fide. Auch heute noch sind die meisten der bekehrten, echten, treuen, authentischen Christen in den verschiedenen protestantischen Kirchen. Baptisten, Methodisten und so weiter. Die sind da.

[23:44] Die Tatsache, dass da so viele Gläubige sind und die Tatsache, dass es so einen Abfall in der Geistlichkeit vom System her gegeben hat, ist also Beweis, dass hier in Offenbarung 14, Vers 8 vor allem die protestantischen Kirchen gemeint sind. Von ihnen kann es sich sagen: "Ihr Ruhm verbreitet sich unter den Heidenvölkern wegen ihrer Schönheit." Die protestantischen Kirchen waren berühmt in der ganzen Welt. Denn wissen Sie was? Jede Nation, die protestantisch wurde, wurde eine große Nation. Schauen Sie mal auf die Listen, auch heute noch, der Länder mit den höchsten Lebensstandards. Da finden Sie Länder wie Schweden, Norwegen und so weiter. Sie finden, dass Amerika eine große Wirtschaftsnation ist. Auch innerhalb Europas sieht man das sehr deutlich. Je protestantischer eine Nation, desto stärker Wirtschaft, Kultur. Schauen wir weiter in den Süden Europas. Die Länder sind viel schwächer. Damit will ich nicht sagen, dass es einen direkten 1 zu 1 Zusammenhang gibt, aber es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass da ein Zusammenhang geschieht. Denn Gott segnet nicht nur geistlich, er segnet auch materiell. Der Ruhm verbreitet sich überall.

[25:04] Aber als Protestanten anfingen, selbst mit dem Staat eine Sache zu machen, als sie sich anfingen von dem "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" zu "Okay, dann lass uns mal einen Kompromiss machen, wir würden auch gerne ein bisschen in der Politik mitwirken", hat sich über einen langen Zeitraum etwas entwickelt, was von äußerster Tragik ist. Babylon war Verwirrung. Und ist es nicht etwas verwirrend, dass der Protestantismus in so viele kleine, zersplitterte Gruppen aufgeteilt ist?

[25:44] Übrigens, einige Zitate hier von verschiedenen kirchlichen Quellen. Hier zum Beispiel "Catholic Christian Instructed". "Falls die römische Kirche sich in der Verehrung der Heiligen jede Abgehörterei schuldig machte, so steht ihre Tochter, die anglikanische Kirche, so ähnlich wie die lutherische Kirche, ihr nicht nach, denn sie hat 10 Kirchen, die der Jungfrau Maria gewidmet sind, gegen eine, die Christus geweiht ist." Dr. Samuel Hopkins sagt: "Wir haben keinen Grund, den antichristlichen Geist und seine Gebräuche auf die sogenannte römische Kirche zu beschränken." Sehr bekannter protestantischer Autor. "Die protestantischen Kirchen tragen viel von dem Antichristen in sich und sind weit davon entfernt, frei von der Verderbtheit und Gottlosigkeit zu sein." Hier haben wir Hopkins und hier haben wir Thomas Guthrie, einen der bekanntesten schottischen Prediger der damaligen Zeit. "Vor 300 Jahren", sagt er, "verließ unsere Kirche, die Presbyterianer, mit einer offenen Bibel auf ihrer Fahne und dem Wahlspruch 'Erforsche die Schrift' auf ihrer Urkunde die Tore Roms." Und dann stellt er die Frage: "Verließ sie rein die Tore Babylons?"

[26:40] Charles Spurgeon, den kennen Sie vielleicht, einer der bekanntesten Erweckungsprediger des 19. Jahrhunderts. Hier, Verzeihung, das ist falsch. "Die anglikanische Kirche scheint ganz und gar durchsäuert zu sein von der Lehre, dass das Heil in den Sakramenten liege, aber diejenigen, welche von dieser Kirche getrennt sind, sind gleichermaßen von katholischem Unglauben durchdrungen." Gehen Sie mal heute an ein protestantisches Seminar und fragen Sie ihn mal noch, ob man die Bibel so auslegt wie zu Luther's Zeiten, so der Skriptur. "Auch die, von denen wir bessere Dinge erwartet hätten, wenden sich einer nach dem anderen von den Grundpfeilern des Glaubens ab." Und dann sagt er: "Das innerste Herz Englands ist, glaube ich, ganz durchlöchert von einem verderblichen Unglauben, der es noch wagt, auf die Kante zu steigen und sich christlich zu nennen." Ziemlich harte Worte.

[27:28] Dieser Geist, der im Magna Conflictio schon immer am erfolgreichsten war auf der Seite Satans, dieser Geist von Kompromiss, von "Lass uns Frieden schließen mit der Welt", "Lass uns mal die Nähe der Macht suchen, damit wir unsere Dinge besser durchdrücken", ist etwas, was man heute an vielen Stellen in protestantischen Kirchen beobachten kann. Damit habe ich nichts gesagt über die Protestanten selbst. Sie hören mir gut zu, oder? Denn die Protestanten sind zum großen Teil Kinder Gottes. Haben wir das gerade gesehen? Gottes Kinder sind zum großen Teil in den protestantischen Kirchen. Aber die Systeme, die Kirchen gehen einen anderen Weg. Genauso wie im Mittelalter fast alle Gläubigen Mitglieder der römisch-katholischen Kirche waren, richtig? Die wurden leider nur unterdrückt. Oder wenn sie dann mit ihrem Glauben nach Osten gingen. Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am Wirken. Es war schon zur Zeit von Paulus da. Nur ganz unmerklich.

[28:26] Und hier schreibt jemand gegen Ende des 2. Jahrhunderts: "Wandelten sich die meisten Gemeinden, als die alten Jungen gestorben waren, schwand unter ihren Kindern und den Neubekehrten die frühere Einfachheit und nahm kaum merklich neue Formen an." Und wenn wir durch die Kirchengeschichte sehen, wir sehen Luther, wie er steht für die Bibel. Und dann schauen wir später, was aus der Lutherischen Kirche geworden ist. Wir sehen Calvin, wie er 30 Jahre in Genf ein Zentrum, ein Bollwerk für den Protestantismus hat. Und wir sehen, was später aus den Calvinisten wird. Wir sehen, wie Wesley mit Begeisterung das Evangelium gepredigt hat. Und wir sehen, wie später die Methodisten ihren Gottesdienst feiern. Wir sehen, wie die Waldenser für tausend Jahre die Bibel behalten haben. Und gehen Sie heute mal in ein Waldenser-Museum, in die Waldenser-Täter bekommen das Heulen. Da wird Ihnen gesagt, naja, die Waldenser waren halt nur so eine kleine Gruppe, eigentlich nicht von der Besoldung. Die verleugnen zum Teil ihre eigene Geschichte.

[29:24] Dasselbe Prinzip wirkt immer und immer wieder. John Wesley sagt hier an einer Stelle, was er noch gesagt hat: "Verschwendet keinen Teil einer so köstlichen Gabe, es geht um das Geld. In bloßer Befriedigung der Augenlust, durch überflüssige oder kostbillige Kleidung oder unnötigen Putz, verschwendet keinen Teil mit der künstlichen Ausschmückung eurer Häuser, im überflüssigen oder teuren Einrichtungsgegenständen, in kostbaren Bildern, Gemälden, Vergoldungen." Welcher protestantische Prediger predigt heute noch sowas? "Gebt nichts auf, vom hochwertigen Leben zu frönen, um die Bewunderung oder das Lob der Menschen zu gewinnen. Solange es dir wohl geht, wird man Gutes von dir reden. Solange du dich kleidest mit Purpur und köstlicher Leinwand und alle Tage herrlich und in Freuden lebst, werden ohne Zweifel viele deiner erlesenen Geschmack, deine Freigiebigkeit und Gastfreundschaft loben. Erkaufe aber ihren Beifall nicht so teuer. Begnüge dich lieber mit der Ehre, die von Gott kommt." Das ist John Wesley, 18. Jahrhundert, Erweckungsprediger. Seine Nachfahren sagen heute: "Du musst reich werden, dann bist du gesegnet." Genau das Gegenteil.

[30:28] Crosby sagt: "Es ist eine sehr ernste Sache, dass Christi Kirche so wenig den Absichten des Herrn nachkommt. Wie die Juden vor Alters durch ein freundschaftliches Verhältnis mit Götzen, die an ihre Herzen von Gott abwandten, so verlässt die heutige Kirche Christi durch ihre falsche Partnerschaft mit der ungläubigen Welt die göttlichen Richtlinien ihres wahren Lebens und gibt sich den verderblichen, wenn gleich oft scheinbar richtigen Gewohnheiten einer unchristlichen Gesellschaft hin und benutzt Beweisführung und kommt zu Schlüssen, die den Offenbarungen Gottes fremd und dem Wachstum in der Gnade zuwider sind." Wir haben keine Zeit, über all das zu sprechen, was theologisch in den vielen Kirchen abgegangen ist seit dieser Zeit der Reformation. Aber Crosby hat definitiv recht.

[31:06] Sehr interessant, ein Gouverneur von Wisconsin schreibt einige Zeit später Folgendes. Das ist Gouverneur Washburn. Er sagt: "Es scheint gegen Gesetze notwendig zu werden, um Schulen schließen zu können, die geradezu Spieler heranzüchten. Man findet solche überall. Selbst die Kirche, ohne Zweifel unwissentlich, lässt sich oft darüber ertappen, dass sie des Teufels Werk ausführt." Das sagt ein Gouverneur von Bundesstaat Wisconsin. "Wohltätigkeitskonzerte, Prämienunternehmungen, Verlosungen, oft um religiösen Wohltätigkeitszwecken, häufig aber auch um die weit geringeren Absichten zu dienen, werden veranstaltet. Lotterien, Preispakete usw. erfüllen den Zweck, Geld zu erlangen, ohne den entsprechenden Wert dafür zu geben. Nichts ist so entsittlichend, so berauschend, besonders für die Jugend, als der Gewinn von Geld oder Gut, ohne dafür zu arbeiten. Wenn sich achtbare Personen mit derartigen Glücksunternehmen befassen und ihr Gewissen damit beruhigen, dass das Geld für einen guten Zweck angewandt werde, dann kann man sich nicht wundern, wenn die Jugend so oft solchen Gewohnheiten verfällt, die durch die Erregung der Glücksspiele leicht hervorgerufen werden."

[32:04] Robert Atkins sagt: "Die wahrhaft Gerechten auf Erden werden weniger und niemand nimmt es zu Herzen. Die heutigen Bekenner der Religion in jeder Kirche lieben die Welt, passen sich an, trachten nach persönlicher Bequemlichkeit und streben nach Ansehen. Sie sind berufen, mit Christus zu leiden, aber sie schrecken schon vor einem Schmähwort zurück." Das sind protestantische Autoren, die mit fast prophetischem Scharfsinn den Zustand ihrer eigenen Kirche beklagen. Er sagt: "Abfall, Abfall, Abfall steht vorne an jeder Kirche geschrieben und wüssten sie es nur und können sie es fühlen, so wäre noch Hoffnung da. Doch ach, sie rufen: 'Wir sind reich und haben Gassatt und bedürfen nichts.'" Zitat Offenbarung 3, Naduzierbotschaft.

[32:50] Und dann sagt die Bibel, dass diese Frau einen Becher in der Hand hält. Und in diesem Becher befindet sich Wein. Und dieser Wein in der Bibel ist ein Symbol für falsche Lehren. Hier haben wir ein Zitat von Charles Beecher: "Die schrecken vor irgendeinem rauen Wort gegen die Glaubensbekenntnisse mit der gleichen Empfindlichkeit zurück, mit der jener Heiligen Väter sich über irgendein hartes Wort, das der aufkommenden Verehrung der Heiligen und Märtyrer gegolten hätte, entsetzt haben würde." Was er sagt ist, genauso wie wenn damals im Mittelalter jemand etwas gegen die Heiligenverehrung gesagt hat, die katholische Kirche gesagt hat: "Wie könnt ihr etwas gegen unsere Tradition sagen?" Mit dem selben Geist sind heute oder zu seiner Zeit protestantische Kirchen am Werke, wenn jemand neues Licht aus der Bibel präsentieren möchte und bestimmte Irrtümer aufdecken möchte. "Wie kannst du das sagen? Das haben wir seit hunderten, zweihundert Jahren, dreihundert Jahren in unserer Kirche schon immer so gemacht." Derselbe Geist, wenn auch auf anderem Gebiet.

[33:50] Die protestantisch-evangelischen Gemeinschaften haben sich gegenseitig und sich selbst derartig die Hände gebunden, dass unter ihnen alle niemand Prediger werden kann, ohne das eine oder andere Buch außer der Bibel anzunehmen. Es ist keine Einbildung, wenn man sagt, dass die Macht der Glaubensbekenntnisse anfängt, die Bibel ebenso wirklich zu verbieten, wie Rom dies getan hat, wenn auch auf eine listige Weise.

[34:14] Es war im Sommer 1844, wo aus Gründen wie diesen etwa 50.000 dieser Milleriten, Adventgläubigen, ihre Kirchen verlassen haben. Die Bibel sagt: "Dieser Glutwein hat alle Völker getränkt." Und jetzt ist etwas sehr wichtig, dass Sie das gut verstehen, was ich jetzt sage. 1844 ist Babylon nicht vollständig gefallen. Offenbarung 14 Vers 8 hat sich nicht in 1844 vollständig erfüllt. Warum? Weil die Bibel sagt, dass dieser Wein alle Völker getränkt hat. Und das war 1844 nicht der Fall. Diese Irrlehren sind noch nicht global überall anerkannt worden. Der Fall Babylons wird dargestellt als etwas Graduelles, was immer mehr zunimmt, immer mehr abfällt. So wie auch die römische Kirche nicht über Nacht zu dem geworden ist, was sie geworden ist, sondern wie es viele Jahrhunderte gedauert hat, bis sie dort angekommen ist, wo sie dann im Hochzeitalter war. So ist auch der Fall der protestantischen Kirche nicht etwas, was von heute auf morgen plötzlich passiert, sondern immer mehr zunimmt. Und ganz am Ende der Zeit, wenn die Entfaltung aller betrügerischen Kräfte zu beobachten sein wird, kurz vor der Wiederkunft, werden die, die die Liebe zu Gott nicht angenommen haben, völlig gefallen sein. Die, die wohl gefallen hatten an der Ungerechtigkeit.

[35:40] Und deswegen wird diese Botschaft von diesen drei Engeln so deutlich gesagt und geschrieben. Dann wird in Offenbarung 18 eine Botschaft hinausgehen: "Geht hinaus aus ihr, mein Volk!" Sehr wichtig. Was wir nicht sagen wollen, ist, dass jeder Protestant in jeder Kirche heute ein Babylonier ist. Das sagen wir nicht. Wir sagen nur, dass so wie die römische Kirche zu Babylon wurde, aus bestimmten Gründen, wir auch dasselbe attestieren müssen, wenn dieselben Gründe bei den protestantischen Kirchen auch zu finden sind. Wir können nicht gerechterweise die römische Kirche Babylon nennen, wegen Zusammenarbeit mit der Welt und wegen biblischen Unstimmigkeiten und dann die Protestanten, die dasselbe tun, nicht davon ausnehmen. Aber so wie es bei Rom graduell war, so ist es auch in der protestantischen Welt graduell. Und immer dann, wenn der Abfall da ist, gibt Gott Reformationen und eine neue Botschaft.

[36:36] Kommen wir zu dem Tag, der der letzte sein sollte. Nachdem es im Frühjahr 1844 die erste Enttäuschung gegeben hatte und im Sommer 1844 150.000 Adventgläubige ihre Kirchen verlassen hatten, war immer noch die Frage: Was ist geschehen? Das ursprüngliche Datum 1843 bis 1844, Frühjahr bis Frühjahr, hat sich nicht erfüllt. Man war sich unsicher, wie es weitergehen sollte und in jener Zeit der Trauer gab es einen Bibeltext, der besondere Hoffnung spendete. Er fand sich in Habakuk 2 Vers 1. Da heißt es: "Auf meine Warte will ich treten und auf dem Turm mich aufstellen, damit ich Ausschau halte und sehe, was er mir sagen wird und was ich als Antwort weitergeben soll auf meine Klage hin. Da antwortete mir der Herr und sprach: Schreibe die Offenbarung nieder und grabe sie in Tafeln ein, damit man sie geläufig lesen kann. Achtung, denn die Offenbarung wartet noch auf die bestimmte Zeit und doch eilt sie auf das Ende zu und wird nicht trügen. Wenn sie sich was? Wenn sie sich verzögert, so warte auf sie, denn sie wird gewiss eintreten."

[37:34] Plötzlich fanden die Adventgläubigen eine Prophezeiung, die sagt, da wird sich etwas verzögern. Eine scheinbare Verzögerung, die aber trotzdem zur Prophetieerfüllung führen wird. Und dann heißt es hier: "Siehe, der Vermessene, unaufrichtig ist seine Seele in ihm, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben." Es war eine Zeit, wo man wirklich glauben musste. Wissen Sie, als der Miller und seine Anhänger vor 1843 gesagt haben: "Jesus kommt 1843 wieder und hier haben wir die Beweise. Erdbeben ist erboren und dann der schwarze Tag 1780, Sternfall 1883, Osmanische Reichsfeld 1798, der Papst ist gefangen, all das passt. Gewaltige Weckungsbewegung." Die Leute sehen, da braucht man keinen Glauben zu haben. Da wird man fast mitgerissen. Da muss man nur begeistert genug sein und sagen: "Ja, das glaube ich auch." Wenn aber die Verheißung, die Prophezeiung nicht eintrifft, dann beginnt der Glaube festzuhalten an dem, was man bisher geglaubt hat, dass Jesus bald wiederkommt. Wenn ich es gerade nicht sehe, wenn ich enttäuscht bin, dann beginnt wirklich der Glaube. Und dieser Test in diesem Magna Conflictio-Zustand stand jetzt auch der Adventbewegung bevor. Denn die Prinzipien sind immer dieselben.

[38:50] Einige hatten aufgrund dieser Enttäuschung die Bewegung verlassen und gesagt: "Wir haben es eigentlich sowieso nie geglaubt." Aber es gab noch etwas anderes, was passieren würde. Aber dazu kommen wir gleich. Interessanterweise war der Habakuk schon vorher den Milleriten aufgefallen. Und zwar wegen diesem Vers hier: "Schreibe die Offenbarung nieder und grabe sie in Tafeln ein, damit man sie geläufig lesen kann." Das war die Inspiration, das hier zu kreieren. Die Offenbarung, okay, sind keine Tafeln, aber sie geläufig zu lesen zu machen. Man hatte 1842, es war Charles Fitch gewesen, diese Chart entworfen. Später sind immer wieder neue gemacht worden mit verbesserten Bildern und verbesserten Grafiken und Berechnungen. Was Sie hier sehen, ist ein Nachdruck des Originals. Mit solch einer Karte ist man von einem Zeltmeeting zum anderen gelaufen. Und die Leute haben das dann gesehen und man hat darüber gepredigt und so weiter. Und aus dieser Idee ist die Idee entstanden, visuelle Mittel in der Predigt zu verwenden. Wenn Sie heute hier Bilder sehen und Diagramme und so weiter, dann geht das alles zurück auf jene Idee von 1842. Und man hatte geglaubt, dass das eine Erfüllung dieser Prophezeiung ist. Man hat aber übersehen, hier haben wir den Charles Fitch mit einem anderen Abdruck dieser Karte. Man hat übersehen, dass Habakuk eben von dieser Verzögerung spricht.

[40:12] Und so war man da. In dieser Zeit der Unsicherheit. "Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben." Daran haben sie sich festgehalten. Es gab einen anderen Vers, den sie sich zu Herzen genommen haben. In Hezekiel heißt es: "Das ist ein Sprichwort, das ihr im Land Israel gebraucht, in dem ihr sagt: Die Tage ziehen sich hinaus, es wird nichts aus allen Offenbarungen. Darum sprich zu ihnen: Die Tage sind nahe und jedes Wort der Offenbarung trifft bald ein." Hezekiel sagt weiter: "Denn ich, der Herr, ich rede, das Wort, das ich rede, das soll auch geschehen und nicht weiter hinausgezögert werden. Menschen sollen siehe, das Haus Israel spricht: Das Gesicht, das er gesehen hat, erfüllt sich erst in vielen Tagen und er weissagt von fernen Zeiten. Darum sage zu ihnen: So spricht Gott der Herr, keines meiner Worte soll mehr hinausgezögert werden. Das Wort, das ich gesprochen habe, soll auch geschehen." Ja, es gibt eine Verzögerung, das Datum war offensichtlich nicht ganz richtig, aber die Prophezeiung wird sich erfüllen. Es wird nicht länger hinausgezögert werden. Das war ihre Hoffnung und das hat der Bibeltext hergegeben.

[41:16] Das Ganze wird illustriert in der Bibel durch ein Gleichnis. Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen. Vielleicht haben Sie davon gehört. Er erzählt hat, wo zehn Jungfrauen auf einen Bräutigam warten. Jesus hatte das ihnen gesagt im Zusammenhang mit der Endzeitrede, die er gehalten hatte, damals auf dem Ölberg gegenüber von Jerusalem. Er hatte gesagt: "Dann wird das Reich der Himmel zehn Jungfrauen gleichen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegen gehen." Wer ist wohl der Bräutigam? Jesus. Fünf von ihnen waren töricht und fünf von ihnen waren klug. Dieses Entgegengehen hatte man verstanden als diese Bereitschaft: Jesus kommt wieder, wir wollen uns vorbereiten, wir gehen ihm entgegen. Die Botschaft der Engel wurde gepredigt: "Jesus kommt bald, macht euch bereit, prüft eure Herzen, wir wollen ihm entgegen gehen." Die Miller-Erfahrung sollte das demonstrieren.

[42:12] Es heißt weiter: "Die Törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit sich. Die Klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen mit ihren Lampen." Wofür stand wohl die Lampe? Lampe, in der Bibel, ist das Wort Gottes. Die Milleriten waren Männer und Frauen der Bibel. Sie haben alle ihre Bibeln gelesen, sie kannten die biblischen Beweise, sie kannten die Prophezeiungen, die Daten, hoch und runter. Gebe, dass wir auch alle so ein Bibelwissen hätten. Naja.

[42:46] Wofür steht wohl das Öl, das in den Gefäßen sein sollte, von dem einige mehr hatten als die anderen? Die Bibel sagt uns deutlich, dass das der Heilige Geist ist. Und so finden wir das Bild von einer Gruppe von Menschen, die alle sich vorbereiten auf die Wiederkunft, alle die Bibel lesen, die Bibel annehmen, aber einige mehr vom Geist bewegt werden als andere. Einige lassen das wirklich ganz tief an sich heran, lassen sich wirklich in ihrem Herzen verändern, andere sind begeistert und sagen: "Wow, so viele Menschen an einem Ort, da muss ich auch dabei sein. Da werden spannende Predigten gehalten, da lerne ich was über die Geschichte und da gibt es hinterher vielleicht noch was Gutes zu essen, da bin ich dabei." Die kamen auch mit einer Bibel, die haben auch gesungen: "Jesus kommt bald wieder." Aber es hat nicht so viel Öl.

[43:34] Könnte es sein, dass auch heute wir hier zwei Gruppen von Menschen haben? Menschen, die kommen und die zuschauen, um wirklich in ihrem Herzen verändert zu werden vom Heiligen Geist. Und Leute, die kommen und sagen: "Wow, das ist interessant. Lernen wir ein bisschen was über die Bibel." Schön. Es reicht nicht aus, einfach nur etwas über die Bibel zu lernen. Der Sinn aller Predigt ist, dass wir in unserem Herzen verändert werden, den Heiligen Geist wirken lassen.

[44:06] Viele kamen, viele waren begeistert. Aber dann heißt es: "Als nun der Bräutigam auf sich warten ließ." Meistens ist es ja die Braut. Aber in dem Fall war es der Bräutigam. Hat andere Ursachen, haben wir nicht die Zeit, darauf einzugehen. Wie würde man das bezeichnen, wenn der Bräutigam auf sich warten lässt? Wie nennt man sowas? Eine Verzögerung. Da tritt eine Verzögerung ein, eine Enttäuschung sozusagen. Und was passiert mit allen? "Sie wurden schläfrig und schliefen ein." Enttäuschung. Unglaube. Große Bewegung. Was sollen wir jetzt machen? Sie schliefen ein.

[44:46] Und es war in jener Zeit, dass der Satan sein letztes Ass aus dem Ärmel gezogen hat. Ein Ass, das auch bei Martin Luther gewartet hat, bis nichts mehr geholfen hat. Er hat es versucht mit Politik, Schmeichelei, dann Drohung, dann Druck, dann päpstliche Bunde, dann das ganze Reich, der Kaiser. Hat nichts funktioniert. Dann gab es nur noch ein Mittel. Weiß jemand noch, was das letzte Mittel war? Fanatismus. Lotharader, die die Welt verändern wollten und völlig durchgeknallt sind. Letztes Mittel in der Miller-Bewegung? Fanatismus.

[45:24] Im Sommer 1844 stehen einige wenige, nicht viele, aber einige wenige Milleriten auf und predigen einen Nonsens. Einige haben von ihnen später gesagt, zum Beispiel, dass es Gott wohlgefällig ist, wenn wir nicht mehr arbeiten und auf allen Vieren kriechen. Ernsthaft. Und wenn man sie gefragt hat: "Wer seid ihr?" "Wir sind Milleriten und sind durch das Studium der Bücher Millers aufgekommen." Super, oder? Und dann fragt man den Nächsten: "Was glaubst du?" Der sagt mit seiner Bibel: "Also, ich hab Daniel studiert, ich glaube, es kommt bald wieder, ich hab das von Miller." Was? "Du willst auch auf deinen Vieren durch die Gegend rennen?" Der Satan ist schon clever. Diesen Punkt. Dasselbe Problem, was Paulus hatte, wann immer eine Gemeinde gegründet hat, gab es kurze Zeit später Leute, die irgendwas anderes erzählt haben, nicht wahr? Und sich auch noch auf den Paulus berufen haben vielleicht. Dasselbe Problem, was die Reformation hatte mit diesem fanatischen, hier zum Beispiel das Täuferreich von Münster. Dasselbe Problem hatte Miller auch. Er sagt: "Der Teufel hat große Macht über die Gemüter mancher Menschen in der gegenwärtigen Zeit und wie sollen wir wissen, wes Geistes Kinder sie sind?" Die Bibel antwortet: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." Es sind viele Geister in die Welt hinausgegangen und es ist uns geboten, die Geister zu prüfen. Der Geist, der uns nicht antreibt, in dieser gegenwärtigen Welt bescheiden, gerecht und gottesfürchtig zu leben, ist nicht der Geist Christi. Ich werde immer mehr davon überzeugt, dass Satan viel mit diesen wilden Bewegungen zu tun hat. Viele unter uns, die angeblich völlig geheiligt sein wollen, folgen Menschensatzungen und scheinen ebenso wenig von der Wahrheit zu wissen, wie andere, die nicht solche Ansprüche erheben.

[46:58] In einer Begebenheit in Boston, in einer Hauptkirche der Milleriten, da war der Prediger Joshua Himes, das war dieser Manager nicht mehr, der alles gemanagt hat, eine Zeit lang nicht anwesend gewesen und 1844 bricht er, dieser Fanatismus aus und Leute fangen an irgendwie völlig unordentlich im Gottesdienst zu bewegen und zu singen und zu machen und das und jenes umzufallen und Himes kommt zurück, hält eine Predigt dagegen und sagt: "So ein Quatsch, hört auf damit." Und dann rufen einige: "Du willst nur Wasser auf das Feuer werfen, das Feuer ist in uns entflammt und du willst es nur Wasser drauf tun." Und sagt Himes: "Eher würde ich den ganzen Atlantischen Ozean über euer Feuer werfen, als das hier nicht zu tadeln." Hat das ganz schnell wieder in Kontrolle bekommen.

[47:44] Die selbe Erfahrung macht die Runde. Sie alle schliefen ein. Aber dann, Matthäus 25 Vers 6: "Um Mitternacht entstand ein was? Siehe, der Bräutigam kommt." Jetzt sind sie wach, oder? Falls sie vorher schläfrig gewesen waren, jetzt hab ich sie wach bekommen. Glauben Sie, die sind alle aufgewacht? Die sind alle aufgewacht, oder? Alle aufgewacht. Da kam, da sollte etwas kommen nach der Verzögerung, nachdem die Treuen nicht wissen, wie es weitergeht und einige der Untreuen fanatisch wären. Sollte eine Botschaft kommen, die alle wieder auf die Richtung weist.

[48:28] Da erwachten alle jene Jungfrauen und machten ihre Lampen bereit. Was ist passiert? Das hat zu tun mit diesen beiden Männern. Vor allem mit dem hier. Wissen wir, wer das ist? Wer können wir sagen, wer das ist? Das ist Samuel Snow. Schon mal gehört? Samuel Snow? Ah, einige wenige. Gut. Es war im August 1844. Sogenannt 12. bis 17. August in Exeter. Es gab eine Zeltversammlung, mal wieder, ein Campmeeting. Die Milleriten haben das weitergemacht. Sie waren aus den Kirchen größtenteils ausgetreten, aber sie hatten noch keine klare Botschaft. Wie soll es weitergehen? Hier ist es nicht wiedergekommen. Was sollen wir machen? Sie haben so Predigten gehalten. In dem Abend hat Joseph Bates eine Predigt gehalten. Man sagt, es war schon gut. Es war die Predigt, aber es war so ein bisschen lebenslos. "Haltet fest am Glauben." Wenn Sie so predigen, und die Leute zuhören und trauern und nicht wissen, wie es weitergeht, da hört man von draußen so ein Pferd angaloppieren. Und da rennt jemand in das Zelt hinein, setzt sich hin, da irgendwo da hinten. Dem Bates ist das erstmal gar nicht aufgefallen. Der hat weiter so eine Predigt gehalten. Während hinten da so ein Unruhe entsteht und jemand sagt: "Ich hab neues Licht, ich hab neues Licht." Dann steht jemand auf und sagt: "Bruder Bates, können Sie bitte aufhören mit der Predigt. Hier gibt es jemand, der hat uns was zu sagen." Naja, man hat dann entschieden, das am nächsten Morgen zu machen.

[49:50] Und dieses Samuel Snow predigt am nächsten Morgen und präsentiert das, was er den Mitternachtsruf nennt. Ihm und einigen anderen war im Studium etwas aufgegangen. Erstmal hatte man ja schon diesen Fehler korrigiert, dass Jesus nicht 1843, sondern 1844 kommen würde. Man hatte dieses Jahr Null mit einberechnet, oder rausgerechnet vielmehr. Und ihm war etwas aufgefallen. Ihm war aufgefallen, dass der Erlass des Befehls im Herbst erging. Das war vorher noch nicht so richtig klar. Und er macht ganz deutlich: Der Befehl von Artaxerxes ging im Herbst. Demzufolge müssen auch die 2300 Abende und Morgen im Herbst zu Ende gehen, okay? So weit schon mal klar. Herbst 1844, das war schon, oh wow. Es war ja August, nicht wahr? Und im August ist der Herbst nicht mehr lang hin.

[50:40] Und dann sagt er: "Wisst ihr, ihr wisst doch, dass im Heiligtum es einen besonderen Tag gab. Den Versöhnungstag. Und wisst ihr, was am Versöhnungstag passiert ist? Der Priester ging dort hinein und an jenem Tag kam er dann wieder heraus und segnete das Volk." Was für ein Bild ist das? Typologisch. Gemeinde sagt: "Oh, bestimmt die Wiederkunft." Ganz genau. Wann war der große Versöhnungstag? 10.7. Im siebten Monat. Ja, wann ist jetzt der 10.7.? Die Milleriten waren ja nicht auf den Kopf gefallen. Hatten enorm gute kalendarische Berechnungen gemacht und zwar nach dem reinsten System, das Juden heute noch verwenden in Bezug auf die Feste. Das System der Karäer, das genau sich an Moses Regelungen festhält. Man hat herausgefunden, dass dieses Datum im Jahre 1844 auf den 22. Oktober fällt. Und weil es niemand gedacht hat, aber ist das wirklich so, auf den Tag genau zu bestimmen, konnte Samuel Snow sagen: "Wartet mal, ist Jesus nicht auch am 14. Nisan gestorben? Auf den Tag?" Und wenn das beim Passahfest, dem ersten der Feste, aber so war, warum sollte es auch nicht beim sechsten so sein? Im großen Versöhnungstag. Jesus war das Passahlamm und er ist nicht nur typologisch gestorben, er ist auch zur richtigen Zeit gestorben. Warum sollte der große Versöhnungstag nicht auch genau an jenem Tag stattfinden?

[52:18] Die Leute waren völlig baff. Der große Versöhnungstag findet statt am 22. Oktober. In ihrem Denken konnte das nur bedeuten: Wenn der große Versöhnungstag am 22. Oktober wiederkommt, dann passiert, dann kommt Jesus wieder am 22. Oktober. Jetzt Mitte August bis 22. Oktober ist wie lange? Gut zwei Monate, nicht wahr? Zwei Monate im Passat quetschte. Und was jetzt passiert, geht ein in die Geschichte als die siebte Monatsbewegung. Hier noch eine kurze Zusammenfassung, wie sich diese Sicht über die Zeit entwickelt hat. Hier haben wir die Originalsicht von 1822, Miller, der einfach nur gesagt hat, um 1843 herum. Dann kurz vor seiner ersten Predigt, war sogar noch unsicher, hatte 1845 angenommen. Dann seit seiner Predigt hat er hier 1843 bis 1844 von März bis März, dann korrigiert später auf das Jahr Null mitberechnet und das Kreuz an die richtige Stelle geschoben. 1844 April bis 1845 wahrscheinlich, aber immer noch ein Jahr. Und dann kommt Snow und sagt: "Es ist genau hier am 22. Oktober." So hat sich das Stück für Stück verfestigt und ist es klarer geworden.

[53:30] Und plötzlich war klar: Er kommt und die fünf Jungfrauen haben sich bereit gemacht. Und was jetzt in diesen zwei Monaten passiert ist, war gewaltiger als was vor all den Jahren der Miller-Bewegung passiert ist. Man sagt, es war menschenunmöglich, wie schnell diese Bewegung in wenigen Wochen die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika erfasst hat. Größtenteils getragen von Laien. Selbst die Führer der Miller-Bewegung waren eigentlich erstmal etwas skeptisch. Miller selbst war skeptisch und Himes war skeptisch. Waren alle skeptisch. Aber junge Leute wie Samuel Snow, wie James White und viele andere haben das durch die ganze Welt getragen. Und diese Bewegung, Kirchenhistoriker sagen uns und Leute, die da Augenzeugen waren, dass es wohl seit den Tagen der Apostel keine Bewegung gab, die so frei von Fanatismus, so frei von irgendwelchem Menschenwerk war, wie diese Erweckungsbewegung für ungefähr zwei Monate.

[54:32] Miller sagte später: "Es zeigt sich keine große Freudenkundgebung. Diese wird sozusagen für eine zukünftige Gelegenheit aufbewahrt. Da Himmel und Erde in unersprechlicher Freude und Herrlichkeit jauchzen werden. Man hört auch kein Geschrei. Die Sänger schweigen. Sie warten, um sich mit den Engelsscharen im Chor des Himmels zu vereinen. Man streitet nicht über Gefühle. Alle sind eines Herzens und eines Sinnes. Der Weg zum Himmel scheint offen." Samuel Snow, George Storrs, ein anderer, der diese Bewegung vorangetrieben hat. Die Kirchen haben das abgelehnt, haben das nicht mehr hören wollen. Aber diese Botschaft: "Gepriesener der, welcher kommt im Namen des Herrn!" ging von Mund zu Mund. Das war ihre Hoffnung. Und innerhalb kürzester Zeit sind tausende, aber tausende dieser Bewegung beigetreten.

[55:16] Der Heilige Geist hat in einem Maße gewirkt, wie es vor und hinterher so in der Form kaum noch gesehen worden ist. Kein Fanatismus. Keine überschwänglichen Dinge. Reine Herzenserforschung. Tiefes Sündenbekenntnis. Menschen sind eins geworden wieder. Freunde, Nachbarn. Menschen haben ihre Sünden bekannt und haben freiwillig sich den Richtern gestellt. Es gibt Berichte von Menschen, die zu den Miller-Camps gekommen sind. Nachdem sie die Botschaft gehört haben, dass sie aufrichtige Christen sein sollten, sich der Polizei gestellt haben, für Verbrechen, die Jahre zurückgingen. Ein Millerit ist meilenweit zu Fuß gegangen, um 8 Dollar zurückzugeben, die er mal gestohlen hatte. Eine Frau, ich weiß nicht, ob es eine Frau oder ein Mann war, ich kann mich nicht genau erinnern, hat sich sogar wenige Wochen vor dem 22. Oktober zurücküberstellen lassen nach England, um dort ihre Haftstrafe abzubüßen. Sie war überzeugt: "Ich muss das in Ordnung bringen." Sie wollte nicht so mit halben Sachen in die Ewigkeit gehen. Das ist das Zeichen des Wirkens des Heiligen Geistes, wenn man nicht einfach nur begeistert ist und singt: "Jesus kommt bald", sondern wenn wirklich das Herz angerührt wird und man wirklich aufrichtig in seinem Leben aufräumt. Das ist passiert. Die Menschen waren wirklich aufrichtig zutiefst bekehrt. Sie haben gebetet, sie haben zusammen die Bibel studiert, haben sich getroffen zu Versammlungen und haben eine Geisteinheit gehabt.

[56:42] Die letzten Zeitungen kurz vor dem Tag, hier, "The Midnight Cry", Oktober 12, 10 Tage vorher. Einen Brief schreibt jetzt auch William Miller, der wie Himes erst wenige Tage vor dem Tag, also erst Anfang Oktober, sich voll dahinter gestellt hat. Als er gesehen hat, dass diese Bewegung ohne Fanatismus ist, dass sie wirklich aus der Bibel kommt, sagt er hier, übersetzt aus dem Englischen: "Ich sehe eine Herrlichkeit im siebten Monat, die ich vorher niemals sah. Und er sagt, obwohl ich schon vorher die Typologie aus dem siebten Monat gesehen hatte, vor anderthalb Jahren habe ich niemals die Kraft dieses Argumentes erkannt. Jetzt sehe ich die Schönheit und Harmonie und die Übereinstimmung in der Bibel und so weiter." Und er sagt: "Dank dem Herrn, meine Seele, lass dem Bruder Snow und Bruder Storrs und andere gesegnet sein dafür, dass sie diese Botschaft zu den Menschen gebracht haben." Das war eine der letzten Ausgaben. Wenige Tage vorher.

[57:48] "End of the world, October 22, 1844." Schaut, "Siehe, der Bräutigam kommt, geht aus ihm entgegen." Das ist der Mitternachtsruf. Wurde bis kurz vor dem 22. Oktober tausendfach in alle Welt verbreitet. Man sagt, dass schon vorher in der eigentlichen Miller-Bewegung jede Missionsstation, die damals in der Welt bekannt war, von milleritischer Literatur versorgt worden ist. Man hat ganz besonders Leuchttürme, man hat ganz besonders Schiffe beladen mit Literatur, dass die, wenn sie woanders hinfahren, auf andere Kontinente, das mitnehmen.

[58:26] Und dann waren es nur noch wenige Tage. 12. bis 7. Das war das Campmeeting. Anfang Oktober bekennen sich die führenden Milleriten dazu. Am 14.10., 8 Tage, stirbt einer der führenden Leute, Charles Fitch, nach einer Taufe im Freien. Die haben noch bis zum Schluss Leute getauft, die bereit sein wollten für die Wiederkunft. Und bei einer dieser Taufen musste er von einem Taufort zum nächsten im Oktober. Und im Oktober in Nordamerika ist es noch kälter als hier. Ohne warme Kleidung. Raus aus dem Wasser, zum nächsten Ort. Stundenlang gelaufen. Und es kam, wie es kommen musste. Er ist schwer krank geworden. Er ist gestorben. In der Hoffnung auf die Wiederkunft. Und die Mutter hat den kleinen Kindern gesagt: "Habt keine Angst. In 8 Tagen sehen wir Papa wieder."

[59:30] Am 19. Oktober wird alle Literatur eingestellt. Man nutzt die letzten 2-3 Tage zur persönlichen Vorbereitung. Miller und seine Freunde treffen sich in der Scheune. Und an jedem Ort, in ganz Amerika. Man sagt, dass zu diesem Zeitpunkt ungefähr 100.000 Leute das geglaubt haben und sich darauf vorbereitet haben, was bei der damaligen Bevölkerungsgröße eine enorme Minderheit gewesen ist. Eine wirklich enorme Minderheit.

[59:58] Der Tag kam. Es war ein Dienstag. Stellen Sie sich vor, Sie gehen am Montagabend ins Bett. Morgen ist der letzte Tag. Was würden Sie wohl an diesem Montagabend beten? Was würden Sie wohl an diesem Dienstagmorgen beten? Mal rausgehen. Ins Freie. Vielleicht ein Lied singen. Bisschen der Bibel lesen. Das sind die sogenannten Ascension Rocks. In der Nähe der Farm von Miller. Dort haben einige seiner Freunde gestanden. Sie wollten Jesus sehen. Auf den Bergen. Unser Freund Lukas stand da vor kurzem. Mit dem Blick. Da haben sie gestanden. Und wie gesagt, an tausenden Orten in Nordamerika. Und gewartet.

[1:00:52] Nachmittag ging vorbei. Vielleicht hat man noch zu Abend gegessen, vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Mit 18 Uhr. Oder 20 Uhr. 21 Uhr. 22 Uhr. Noch zwei Stunden. Jesus kommt. Oder 23 Uhr. Da war es schon ziemlich dunkel. 23:30 Uhr. 23:45 Uhr. 23:50 Uhr. 23:55 Uhr. Jetzt haben wahrscheinlich viele aus dem Fenster geschaut und gesagt. 23:57 Uhr. 58. 59. Vielleicht haben sie sogar die Sekunden gezählt. Und dann kam die Glocke. Bing.

[1:02:22] Aber nicht gekommen. Das Buch. Das Buch, das so süß im Mund war, war bitter im Bauch. Bitter, bitter, bitter. Sie haben geweint und völlig fertig. Sie sind so wie ihnen gegangen. Sie wussten: Morgen früh müssen wir wieder zur Arbeit. Und dann kommt das. Morgen früh müssen wir wieder auf den Acker. Einige von ihnen hatten nicht mal mehr die Kartoffeln aus dem Acker geholt.

[1:03:14] Jesus, als er nach Jerusalem eingezogen war, hatte eine Prophezeiung erfüllt. Die Prophezeiung war gewesen: "Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Retter ist er." Aber die Jünger waren dann bitter enttäuscht. Ich möchte Ihnen eine Frage stellen. Wenn die Jünger gewusst hätten, dass Jesus am Kreuz als Verbrecher stirbt, hätten sie geschrien: "Hosianna, dem Sohn Königs, dem Sohn Davids?"

[1:03:48] Wenn die Milleriten gewusst hätten, dass Jesus 1844 nicht wiederkommt, hätten sie die Botschaft von 1844, die in der Bibel ja belegt ist, mit solcher Kraft verkündet, oder nein? Nein. Das haben sie aber damals nicht gleich sofort gesehen. Einige Tage später raffen sich einige zusammen. Hier ein Statement einige Tage später: "Die Botschaft hat die Herzen aller, die sie hörten, geprüft."

[1:04:16] und eine Liebe zur Wiederkunft des Herrn erweckt und für einen mehr oder weniger annehmbaren Gott bekannten Hass gegen Christi Kommen erregt. Sie hat eine Grundlinie gezogen, sodass die, welche ihre eigenen Herzen untersuchen wollen, wissen können, auf welcher Seite man sie gefunden hätte, falls der Herr damals gekommen wäre. Ob sie ausgerufen hätten: „Siehe, da ist unser Gott, auf den wir harren, und er wird uns helfen!“ Oder ob sie die Felsen und Berge angerufen hätten, auf sie zu fallen und sie zu verbergen und nicht dessen, der auf dem Stuhl sitzt und vor dem Zorn des Lammes ist. Gott hat, wie wir glauben, auf diese Weise seine Kinder geprüft und festgestellt, ob sie diese Welt fahren ließen und unbedingtes Vertrauen auf das Wort Gottes setzten.

[1:04:58] 13. November 1844. Offizielle Zeitschrift der Miller-Reden. Und was mich so bewegt, ist das, was Miller sagt. Später in seinen Memoiren schreibt er folgendes: „Hätte ich meine Zeit in derselben Gewissheit, wie ich sie damals besaß, noch einmal zu durchleben. Würdest du es nochmal so machen? Mit dem Wissen von heute? So würde ich, um vor Gott und den Menschen aufrichtig zu sein, so handeln, wie ich gehandelt habe.“ Er hat nicht gesagt, wie viele andere, die mal Wiederkunftsdaten gesetzt haben: „Oh, das haben wir nie geglaubt, Irrtum, kleiner Fehler, ist ja egal.“ „Ich hätte es genau so nochmal gemacht, denn ich sehe bis heute nicht etwas Verkehrtes an der Prophetie. Ich hoffe, dass ich meine Kleider vom Blut der Seelen gereinigt habe. Ich bin gewiss, dass ich mich, soweit es in meiner Macht stand, von aller Schuld an ihrer Verdammung befreit habe. Wenn ich auch zweimal enttäuscht wurde, bin ich doch nicht niedergeschlagen oder entmutigt.“

[1:06:02] Dieser Mann war, was er gesagt hat. „Meine Hoffnung auf das Kommen Christi ist größer denn je. Ich habe nur das getan, was sich nach Jahren ernstlicher Betrachtung für meine heilige Pflicht hielt. Habe ich geirrt? So geschah es aus christlicher Liebe, aus Liebe zu meinen Mitmenschen und aus Überzeugung von meiner Pflicht gegen Gott. Eines weiß ich: Ich habe nur das gepredigt, was ich glaubte. Und Gott ist mit mir gewesen. Seine Macht hat sich in dem Werk offenbart und viel Gutes ist gewirkt worden. Die Besprengung mit dem Blut Christi, mit Gott versöhnt worden. Ich habe mich weder um den Gunst der Stolzen beworben, noch den Mut singen lassen, wenn die Welt drohte. Ich werde auch jetzt ihren Beifall nicht erhandeln oder über die Pflicht hinausgehen, um ihren Hass zu reizen. Ich werde nie mein Leben in ihren Händen suchen, noch, wie ich hoffe, zurückschrecken, es zu verlieren, falls es Gott in seiner gütigen Vorsehung so bestimmt.“

[1:07:04] Miller hatte nichts zu bereuen. Er hatte all das getan, was seine Pflicht war. Und er war enttäuscht, denn er hat einen Fehler gemacht. Aber lieber Freund, liebe Freundin, es kann sein, dass wir auch in unserer Erfahrung Fehler machen. Dass wir Dinge falsch einschätzen und dann bitterlich enttäuscht werden. Gib nicht auf. Wenn du aufrichtig bist, auch wenn du fehlerhaft bist, auch wenn du nicht irrtungsfrei bist, gib nicht auf. Halte fest an dem, was du erkannt hast, bis Gott dir weiteres Licht gibt. Später sagt Miller: „Ich habe meinen Blick auf eine neue Zeit gerichtet. Heute. Heute. Und heute, bis Jesus wiederkommt. Bis er mir mehr Licht gibt. Heute möchte ich ein Christ sein.“

[1:08:06] Die Bibel sagt: „So werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. Denn noch eine kleine, ganz kleine Weile, dann wird er kommen, der kommen soll, und wird nicht auf sich warten lassen. Der Gerechte aber wird aus Glauben leben. Doch wenn er feige zurückweicht, so wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben.“ Es ist keine einfache Sache, so eine Bewegung ins Leben zu rufen und dann so bitterlich enttäuscht zu werden. Das hätten die meisten mitgemacht. Das war ein echter Reformer, der William Miller.

[1:08:38] Der Magna Conflictio hatte einen weiteren Höhepunkt erreicht. Wir aber gehören nicht zu denen, die feige zurückweichen zum Verderben, sondern zu denen, die glauben zur Errettung der Seele. Glaubst du auch dann, wenn alles, was du siehst, hörst und erlebst, scheinbar gegen die Bibel spricht? Miller hatte das Datum erkannt, 1844, und mit ihm all die anderen, und nichts war passiert. Würde er trotzdem noch glauben? Ich glaube ganz fest, dass die Enttäuschung der Milleriten nicht ganz so schlimm war, wie die Enttäuschung der Jünger. Denn die Jünger hatten auch eine Erwartung, aber bei den Jüngern ist nicht nur nichts passiert, bei den Jüngern ist das Gegenteil passiert. Nicht wahr? Die Jünger hatten gedacht, dass Jesus König wird, und er wurde gekreuzigt. Dagegen ist, ehrlich gesagt, die Enttäuschung der Milleriten, wo einfach nichts passiert ist, nichts Hörbares, Sichtbares, gar nichts, vergleichsweise noch ertragbar.

[1:09:38] Vielleicht sagst du: „Wie kann der Miller recht gehabt haben, wenn er so enttäuscht worden ist?“ Darf ich dir eine Frage stellen? Wie können die Christen recht haben, wenn am Beginn ihrer Religion eine große Enttäuschung steht, die noch größer ist als die Enttäuschung der Milleriten? Hat die Jünger recht? Die christliche Religion hat recht, trotz der Enttäuschung.

[1:10:04] Wir sind am Ende angelangt und heute möchten wir ein besonderes Musikstück hören. Und ich möchte das, einen Moment, ganz kurz erklären, was heute besonders sein wird. Stellen Sie sich vor, so wie am Ende dieses Vortrags, befinden wir uns gerade in einer Milleritischen Versammlung. Wir sind gerade 4000 Leute, und am Ende wird ein Lied gesungen. Das Lied, das Sie jetzt gleich hören, war das Lied, was nach jeder Konferenz, nach jeder Zeltversammlung am Ende gesungen wurde. Es ging darum, dass man nach jeder Konferenz, nach jedem Vortrag, ja, voneinander gehen muss. Aber es kommt ein Tag, wo wir niemals voneinander gehen. Wenn Sie jetzt dieses Lied gleich hören werden, dann denken Sie daran, versuchen Sie sich hineinzuversetzen in jene Zeit, als Zelte dort standen, Holzbänke, wo die Luft von Piniennadeln und von Lagerfeuern in der Luft lag. Als man am Ende der Konferenz einen großen Kreis gemacht hat, mit tausenden von Leuten, sich in die Hände genommen hat und gemeinsam dieses Lied gesungen hat, dass im Englischen, ich möchte Ihnen einfach ein paar englische Zeilen vorlesen, Sie werden es am Deutschen dann gleich hören. Es heißt:

[1:14:56] In deinem Namen bitte ich dich, Jesus. Amen.


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