In diesem Vortrag wird die Kirchengeschichte und die Endzeit beleuchtet, wobei der Fokus auf der Reformation in Frankreich liegt. Christopher Kramp zeichnet die Anfänge der reformatorischen Bewegung in Paris nach, beginnend mit Jacques Lefebvre und Guillaume Farel. Er beleuchtet die Rolle von Persönlichkeiten wie Margarete von Navarra und Louis de Berquin, sowie die dramatischen Ereignisse, die zur Verfolgung der Protestanten führten. Der Vortrag thematisiert auch die Bedeutung von Genf als Zentrum des Protestantismus und die spätere Entwicklung in Holland.
Magna Conflictio: 7. 3000 Exemplare – Licht im Norden
Christopher Kramp · Magna Conflictio (Vortragsreihe über die Kirchengeschichte und die Endzeit)Weitere Aufnahmen
Serie: Magna Conflictio (Vortragsreihe über die Kirchengeschichte und die Endzeit)
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Transkript
[1:30] Ganz toll. Ich hoffe, Sie haben sich gestärkt. Ich hoffe, Sie konnten ein bisschen sich unterhalten, ein bisschen darüber nachdenken, was wir gerade gesprochen haben. Wir werden jetzt noch eine ganze Menge vor uns haben. Ich möchte natürlich alle herzlich wieder begrüßen, die auch jetzt live zugeschaltet sind auf www.magna-konfliktio.de. Hoffentlich haben Sie auch sich gut stärken können, was auch immer Sie getan haben in den vergangenen 15 Minuten. Jetzt haben wir einiges Spannendes vor uns. Man hat mich gerade hier begrenzt. Ich gehe wohl zu viel aus dem Kamerabild. Wenn Sie hier vorne sitzen, können Sie es sehen. Hier gibt es jetzt eine Grenze. Ich versuche, mich daran zu halten. Es wird schwierig werden, denn jetzt werden wir sehen, wie der europäische Protestantismus alle Grenzen sprengt. Dabei werden wir jetzt sprechen. Wir haben viel vor uns. Es wird sehr, sehr spannend werden, hoffe ich. Ich möchte den Abend noch einmal, nicht den Abend, aber diesen zweiten Vortrag, beginnen mit einem Gebet. Ich glaube, wir können nie genug beten, haben wir gerade gelernt von Luther. Ich lade Sie ein, noch einmal mit mir Ihr Haupt zu neigen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir noch einmal zu dir kommen können. Wir möchten dich bitten, dass du zu uns sprichst. Und dass wir in den verschiedenen Dingen, die wir in der Geschichte sehen dürfen, nicht einfach nur Geschichte sehen, sondern auch unsere Geschichte wiederentdecken. Und dass wir deine Stimme hören, aus den Zeugnissen der Menschen, die für dich eingestanden sind. Und so bitten wir das alles in deinem Namen. Amen.
[2:51] Was verbinden Sie mit dem Namen Paris? Die Stadt der Liebe, nicht wahr? Haben Sie gewusst, dass Paris auch eine ganz besondere Rolle zu spielen hat, in dem Magna Conflictio? Eine gewaltige Rolle, und die viel früher beginnt, als die meisten das geschichtlich ansetzen werden. Wir wollen jetzt gemeinsam die nächsten Minuten erst einmal nach Paris gehen. Ich möchte Sie entführen nach Paris, aber nicht in die Stadt der Liebe, sondern in die Stadt der Gelehrten. Denn Paris um 1500 herum ist eine Stadt, die von Gelehrten nur so überschäumt. Der König dort, Franz I., von dem wir gerade schon ein bisschen gehört haben, der sich in einem Krieg befand mit Karl V., war ein großer Humanist und hat viele Gelehrte dort an die Sorbonne geholt. Und einer der Gelehrten dort, an der Universität, Anfang des 16. Jahrhunderts, noch bevor Luther richtig so auf die Bühne trat, war er hier. Sein Name ist Jacques Lefebvre. Jetzt bin ich mal gespannt. Wer von Ihnen hat von dem Namen Jacques Lefebvre gehört? Oh, doch einige. Interessant. Jacques Lefebvre war, wie gesagt, ein Humanist. Er interessierte sich für die alten Schriften. Und wenn man an der Universität ist, im Mittelalter, und sich für alte Schriften interessiert, kommt man nicht drum herum, sich vielleicht auch für die alten urtextlichen Ausgaben der Bibel zu interessieren. Und er hat angefangen, die Bibel im Hebräischen und vor allem im Griechischen zu lesen. Und als er das so liest, stellt er immer mehr fest, dass das, was er in der Kirche hört, was die Priester und die Bischöfe lehren, und das, was im Urtext der Bibel steht, ziemlich weit auseinander geht. Und als ein Professor, der am Wissen interessiert ist, tut er das ganz subtil im Unterricht seinen Studenten immer weitergeben. Lefebvre war schon vor Luther zu einigen interessanten Erkenntnissen gekommen. Durch das Studium der Bibel, und der Bibel allein, konnte er schon 1512 sagen, das ist wie viele Jahre vor dem Thesenanschlag? 5 Jahre, genau. 5 Jahre vor dem Thesenanschlag von Luther sagt er bereits, nicht öffentlich, aber in seinen Schriften so, für sich und zu seinen Studenten, Gott allein gibt uns die Gerechtigkeit durch den Glauben, rechtfertigt uns allein durch seine Gnade zum ewigen Leben. Das hat Luther 1512 noch nicht so deutlich gesehen. Reformationen beschränken wir meistens auf einige bekannte Größen. Aber Gott hatte seine Leute schon lange vorher an ganz unterschiedlichen Stellen, die schon manchmal klarer gedacht haben als die großen Reformationen. Lefebvre 1512.
[5:36] Und während Lefebvre selbst seine Universität gewirkt hat und seine Studenten beeinflusst hat, gab es einen seiner Studenten, es heißt hier, was für eine tolle Beschreibung des Evangeliums. Jesus, der Unschuldige, wird verurteilt, ich, der Schuldige, werde freigesprochen, Jesus, der Gesegnete, wird verflucht, ich, der Verfluchte, werde gesegnet, das Leben stirbt, ich, der den Tod verdiene, erhalte das Leben. Und so weiter und so fort. Lefebvre hat schon zu diesem Zeitpunkt sehr deutlich das verstanden. Und einer seiner Schüler, die das dann öffentlich auch gepredigt haben, war Guiliano Farel. Und er beginnt zu dieser Zeit, das, was er im Unterricht gelernt hat, öffentlich zu predigen. Bevor er dazu kam, war er eigentlich ein strenger, strenger Katholik. Er hätte wahrscheinlich sagen können, mit Luther, mit Paulus, aus der Apostelgeschichte, dass ich nach der strengsten Richtung unserer Religion gelebt habe. Damit Sie mal so einen Geschmack bekommen, wie streng dieser Farel gewesen war, schauen Sie mal das Zitat an. Er war ein vielversprechender Sohn der Kirche. Und er war ein großer Heiligenverehrer. Er liebte die Heiligen. Und er hat alle möglichen Heiligen angebetet, also die Kirchen besucht. Aber er hat nicht nur die Kirche besucht, sondern er hat auch alle möglichen Heiligen angebetet. Und er hat die Kirche besucht. Aber er hat nicht so wirklich Frieden gefunden. Und er ist zu seinem Professor gegangen, zu Jacques Lefebvre und hat gesagt, was soll ich machen? Und Lefebvre hat ihm eine Geschichte erzählt aus seinem eigenen Leben. Lefebvre war nämlich selbst einmal ein großer Anhänger der Heiligenverehrung gewesen. Und Lefebvre als großer Humanist und großer Gelehrter wollte ein großes Werk schreiben über all die Heiligen. Und während er so daran ist und bereits eine ganze Menge von Manuskripten fertig geschrieben hat, den Heiligen so und so und den Heiligen so und so und was da passiert ist und der und so weiter, seine Lebensgeschichte, kommt er so auf die Idee, der Lefebvre, vielleicht wäre es ja gar nicht schlecht, auch ein bisschen was aus der Bibel über die Heiligen zu schreiben. Wäre doch interessant einfach mal zu sehen, was auch die Bibel über die Heiligen sagt, so als Zusatz. Und so nimmt er sich halt wieder die Bibel vor und sucht, wo steht denn hier was über die Heiligen? Er sucht und sucht. Damals gab es noch keine Bibelserver und irgendwelche anderen Computerprogramme. Er hat lange gesucht und hat schon was über Heilige gefunden, aber die Heiligen in der Bibel sind so ganz anders als die Heiligen in der Kirche, nicht wahr? Die Heiligen in der Bibel rennen nicht mit Heiligenschein herum und zu den Heiligen in der Bibel betet man nicht, das sind einfach Menschen, die Jesus vertrauen, die werden Heilige genannt. Haben nichts mit den Heiligen zu tun. Und der Lefebvre hatte sich entschieden, als er es erkannt hat, obwohl sein Buch schon ziemlich weit gedient war, einfach aufzuhören mit dem Buch. Obwohl er so viel Zeit investiert hatte, hat er gesagt, das Buch ist Quatsch, brauche ich nicht mehr, weg damit. Interessant, nicht wahr? Wenn wir uns für die Wahrheit entscheiden, wenn wir die Wahrheit entdecken, müssen wir manche Dinge aufgeben, in die wir vorher viel, viel, viel Zeit und Geld und Kraft hinein investiert haben. Schon mal erlebt? Irgendetwas jahrelang hinein investiert und plötzlich merkt man, das ist eigentlich falsch und dann gibt es einige, die sagen, aber nicht wahr, das ist ja trotzdem gut. Ich habe das in meinem Leben erlebt, aber das muss ich mir ein andermal erzählen. Ich habe jahrelang all mein Geld und all meine Kraft in ein großes Ziel hineingesteckt. Ich wollte Orchesterdirigent werden. Naja, und ich will nicht sagen, dass Orchesterdirigenten so schlimm ist, die Heiligen anbeten, aber ich kann dem Lefebvre da eine Geschichte erzählen. Wie auch immer, der Lefebvre hat ihm das wohl erzählt und Pharell beginnt zu verstehen, dass man wohl nicht zu den Heiligen beten sollte, sondern, dass man die Bibel studieren sollte und er bekehrt sich, nimmt Jesus als seinen persönlichen Heiland an und hört diese Worte von Lefebvre, das Heil ist aus Gnaden. Der Unschuldige wird verurteilt, der Schuldige wird freigesprochen. Und das war wie Regen auf die dürre Erde im Herzen von Pharell. Dieser suchende Mensch hat aus den Worten seines Lehrers diese Botschaft der Gnade gehört. Ich weiß nicht, wie es dir geht, liebe Freunde, wie es dir ging, als du zum ersten Mal in deinem Leben gehört hast, dass Jesus aus freien Stücken für dich gestorben ist. Dass du nicht erst etwas tun musst, damit Jesus sagt, okay, jetzt hab ich dich gern. Wie ist es dir ergangen, als du zum ersten Mal gemerkt hast, Gott hat schon alles getan, ich muss es nur noch annehmen. Vielleicht ist es ja auch gerade während dieser Vortragsreise gewesen, dass du zum ersten Mal aus dem Mund von Luther und von Hust und von Zwingli und von Lefebvre diese Worte hörst, dass das nur möglich ist. Was bewirkt das in deinem Herzen? Bei Pharell hat das eine völlige Umorientierung bewirkt und er hat sich zu Christus bekehrt und er wurde jetzt ein genauso eifriger Verkünder für das Evangelium, wie er vorher eifrig die Zirne geknirscht hat für den Papst. Und er hat in Paris gewirkt und jemand, der ihm sehr zur Seite gestanden hat, war der Bischof von Mo. Sah ein bisschen komisch aus, jedenfalls auf dem Bild. Sein Name war Grisonet und er war auch ein französischer Reformator, der dem Pharell geholfen hat, die Botschaft der Gerechtigkeit aus Glauben, dass Jesus von uns gestorben ist, unter die Menschen zu bringen. Da haben wir den Ort Mo, in der Nähe von Paris, wo sie vor allem gewirkt haben. Das war das erste Zentrum der Reformation in Frankreich, um die Zeit, wo Luther auch gewirkt hat. Und sie hatten eine ganz berühmte Konvertitin sozusagen. Die Schwester des Königs, von Franz I., Margarete, hatte sich bekehrt. Und das ist natürlich zu jenen Zeiten, wo das Wort der Fürstenkönige was zu sagen hatte, ein Fund gewesen, mit dem man buchern konnte. Die Königsschwester ist bekehrte Christin geworden. Hat sich für den Glauben an die Gerechtigkeit aus Glauben entschieden. Hat sich für Luther interessiert, hat seine Schriften gelesen. Das ging so weit, dass sogar der König selbst eine ganze Zeit lang dem sehr offen gegenüberstand. In jener Zeit, 1521, das ist das Jahr, wo Luther in Worms steht, beginnt Grisonet, als der Bischof von Mo, seine Diozese zu reformieren. Er schmeißt all die Bettelmönche raus und tut jetzt... Ich weiß, das ist falsch geschrieben hier, Bischof. Französische Schreibweise. Und tut eine ganze Menge von gläubigen Leuten jetzt als Priester einsetzen. Und innerhalb von kürzester Zeit entsteht auch hier die Übersetzung ins Französische des Neuen Testaments. Wann war Luther nochmal? Welches Jahr? 1522. 1523 kommt Frankreich mit Lefebvre, der dann auch später das Alte Testament übersetzt. In jener Zeit entstanden an mehreren Orten gleichzeitig Leute, die nichts voneinander wussten und alle dasselbe gelehrt haben, dasselbe gepredigt haben und auch noch dieselbe Arbeiten getan haben. Bibel übersetzen. Sehr interessant.
[13:16] Hier haben wir den König, Franz I. Er war, wie gesagt, der Sache aufgeschlossen. Er war ja ein Humanist, hat ja die Gelehrten an sich gezogen und fand das toll, dass jemand mal den ganzen Aberglauben, diesen ganzen Spuk der Mönche in Frage stellt. Von den Mönchen hat er gar nichts gehalten. Das hat er alles als mittlerweiligen Quatsch abgetan. Und der Luther mit seinen klaren biblischen Argumenten, das hat ihm imponiert. Franz I. Aber auch in Frankreich hat der Magna Conflictio nicht einen Umweg um die Grenze gemacht, sondern er ist mitten in Frankreich hinein gebrochen und schon kurze Zeit später waren die ersten Scheiterhaufen aufgerichtet. Denn der Franz war zwar ganz interessiert am Evangelium, aber doch politisch sehr, sehr schwach. Und mit den richtigen Argumenten hat es Rom geschafft, ihn zunächst zur Verfolgung aufzurufen. Und da ist etwas Interessantes passiert. In Mo kamen dann die Inquisitoren und der Führer der Bewegung, Grisonet, hat widerrufen. Und zwar ohne den Widerruf zu widerrufen. Er hat einfach sich bekehrt von seiner Bekehrung. Aber was interessant war, seine Gemeindeglieder haben nicht widerrufen. Und während ihr Führer sozusagen wieder in die Arme Roms zurückgelaufen ist, sind die Gemeindeglieder auf den Scheiterhaufen gestorben. Auch eine Lehre dafür, dass man sich niemals von Menschen abhängig machen sollte. Von noch so tollen Reformatoren. Ganz interessant. Und dann gab es noch niemanden in Frankreich um diese Zeit, der wirklich eine Bombe war. Haben Sie was von De Berquin gehört? Von Louis De Berquin. Wer hat von Louis De Berquin vorher gehört? Louis De Berquin hatte das Potenzial, bekannter und mächtiger als Luther zu werden. Er war aus adeligem Haus, aus der Grafschaft in Artois. Hier mal ein Bild von ihm. Und er war sehr gelehrt und sehr fromm und hat ein ziemliches Herz gehabt für die katholische Kirche. Er hat gesagt, es heißt hier in einem Geschichtswerk, er war ein sehr eifriger Beobachter aller päpstlichen Einrichtungen, wohnte aufs Genaueste allen Messen und Predigten bei und setzte allen seinen übrigen Tugenden dadurch die Krone auf, dass er das Luthertum ganz besonders verabscheute. Er war ein wirklich treuer Sohn der Kirche. Aus Überzeugung gegen Luther. Aber es sind oftmals diese Leute, so wie Saulus, der zu Paulus wurde, als er die Bibel gefunden hat und die Bibel gelesen hat, dass sich plötzlich alles in seinem Kopf umgedreht hat. Er studiert die Bibel und auch er entdeckt Jesus Christus als einen persönlichen Retter. Und als Jurist geht er dann nach Paris und hat Kontakt mit den bedeutendsten Wissenschaftlern seiner Zeit. Zum Beispiel Erasmus von Rotterdam. Schon was von Erasmus von Rotterdam gehört? Ganz bekannter Humanist gewesen. Großer Wissenschaftler. Und anderen Gelehrten. Und er hat wirklich beste Kontakte nach ganz Europa und er ist felsenfest bekehrt und möchte Luthers Werk in Frankreich durchführen. Übersetzt Luthers Schriften 1523 ins Französische. Und jemand hat gesagt, Berquin wäre ein zweiter Luther geworden, hätte er in Franz dem Ersten einen zweiten Kurfürsten gehabt. Interessant, ja? Luther ist deswegen unter anderem so bekannt geworden, weil es jemand gab, den er beschützt hat. Und wir vergessen manchmal, dass hinter den großen Helden der Kirchengeschichte auch Leute standen, die vielleicht nicht so im Rampenlicht standen, die aber doch die Fäden so ein bisschen gezogen haben. Berquin hatte niemanden, den er gestützt hat, so wirklich, in dieser Sache. Franz der Erste war zu schwach, wie wir gleich sehen werden. Berquin ist dreimal ins Gefängnis geworfen worden. Und jedes Mal, wenn er ins Gefängnis war, hat der Franz gesagt, eigentlich mach ich ihn ja doch, nicht wahr? Hat ihn wieder befreit. Und dann gab es wieder einen anderen Grund, dann haben die päpstlichen Gesandten ihm gesagt, du musst wieder ins Gefängnis werden. Und dann hat der Franz ihn dann wieder doch befreit und es ging immer so rein und raus. Der Franz der Erste, der König hat gewankt. Er wusste nicht, wie soll er damit umgehen? Und dann hat er einen Ratschlag bekommen von Erasmus von Rotterdam. Erasmus hat ihm geschrieben und Achtung, was Erasmus, dieser hochgebildete, berühmte Gelehrte, ihm schreibt. Sehr interessant. Er sagt, halte darum an, als Gesandter ins Ausland geschickt zu werden. Mit anderen Worten, flieh. Bereise Deutschland. Du kennst Beda und seinesgleichen. Er ist ein tausendköpfiges Ungeheuer, das Gift nach allen Seiten ausspaltet. Deine Feinde heißen Legion. Selbst wenn deine Sache besser wäre als Jesu Christi, so würden sie dich nicht gehen lassen, bis sie dich elendlich umgebracht haben. Und jetzt Achtung. Verlasse dich nicht allzu sehr auf den Schutz des Königs. Auf jeden Fall bringe mich nicht in Ungelegenheiten bei der Theologischen Fakultät. Erasmus sagt, pass auf, ich habe eine Idee. Flieh einfach, geh woanders hin, aber pst, sag bloß keinem, dass ich mit dir gesprochen habe. Der berühmte Erasmus von Rotterdam, den jeder kennt, hätte einer der größten Reformatoren werden können. Was seine Bibelkenntnis betrifft, gab es keine. Selbst Luther wahrscheinlich, was Bibelauslegung betrifft. Erasmus war im Englischen Top-Notch. Er war super. Aber er hatte ein Problem. Er wusste, wenn er sich ganz offen auf die Seite der Reformation stellt, dann kriegt er Probleme mit seinen befreundeten Theologen an den großen Universitäten. Dann verliert er vielleicht seinen Ruhm als Gelehrter.
[18:53] Und es ist interessant, dass heute die Welt Erasmus kennt, aber nicht Le Bacquin. Aber ich würde behaupten, dass Le Bacquin mit Abstand den besseren Charakter hatte als Erasmus. Trotz aller Intelligenz, trotz aller großartigen Kenntnis, weswegen Erasmus zu schätzen ist. Er hat auch große Werke getan. Es gibt einen, nach später, wenn er eine Sache kennenlernt, die wirklich gut war, die er gemacht hat. Aber charakterlich gab es hier echt ein Defizit. Naja, Louis de Bacquin hat überhaupt nicht darauf gehört, hat gesagt, von wegen, ich werde doch jetzt nicht hier fliehen, hat im Gegenteil angegriffen, hat einige Aussagen der päpstlichen Doktoren von der Pariser Universität genommen, hat die veröffentlicht und hat gesagt, diese Aussagen, die hier von der Papstkirche gemacht werden, sind falsch. Und ich rufe den König zum Richter an. Und ich möchte, dass der König entscheidet, ob das richtig ist, was sie sagen. Und der König hat sich natürlich geschmeichelt geführt und gesagt, ja, das ist interessant. Und er hat sowieso nach einer Gelegenheit gesucht, diese Mönche irgendwie mal ein bisschen einen Stich zu versetzen. Und der König Franz I. hat dann gesagt, okay, ihr lieben Mönche und Theologen, dann widerlegt mal, was der de Bacquin gesagt hat. Ihr habt die Bibel, jetzt macht mal. Und da fingen sie an zu zittern. Mit der Tradition wäre es dann noch gegangen, aber mit der Bibel? Und so mussten sie einen Trick anwenden. Und es ist so tragisch, was jetzt passiert ist. Just in diesem Moment passiert etwas, dass in Paris von irgendeinem besonders Motivierten ein Heiligenbild der Jungfrau Maria, wie sie genannt wird, geschändet wird. Jemand, der besonders eifrig war, der gesagt hat, wir müssen den zeigen. Hat das Bild geschändet. Und was haben dann die Doktoren gesagt? Und die Theologen? Dies sind die Früchte der leeren Bacquins. Alles geht zu einem Umsturz entgegen. Die Religion, die Gesetze, ja selbst der Thron infolge dieser lutherischen Verschwörung. Die Reformation hat öftermals gelitten durch Leute, die einfach zu eifrig waren. Auch ein wichtiger Lehrer. Und für de Bacquin ging das Ganze jetzt ziemlich dramatisch aus. Er wurde wieder gefangen genommen und zwar an einem Tag, als der König nicht gegenwärtig war und wurde noch am selben Tag verurteilt. Man hatte Angst, dass wenn der König wieder kommt, der ihn wieder befreien würde. Und so wurde er sofort verurteilt. Und am 17.04.1529 auf dem Scheiterhofen verbrannt. Man sagt übrigens, dass er singend und voller Freude zum Scheiterhofen gegangen ist. Darf ich noch eine Frage stellen? Wenn Sie wüssten, dass Sie morgen verbrannt werden, was würden Sie anziehen? Komische Frage, oder? Wissen Sie, Louis de Bacquin hat sich entschieden, seine schönsten Sachen anzuziehen. Seine ritterlichsten Gewänder. Damast und Samt. Er wollte ein Zeugnis geben für Christus. Nicht einfach nur als, naja, jetzt werde ich halt verbrannt. Ein Zeugnis. Und viele, die das gesehen haben, waren erstens zornig auf die Kirche, dass man so einen begabten jungen Mann einfach umbringt. Und beeindruckt von seinem Heldenmut.
[22:17] Als das passiert ist, war natürlich klar, die gerade beginnende Reformation ist eine große Gefahr. Lefèvre und Farel fliehen beide. Lefèvre flieht nach Strasbourg, was damals Deutschland zugänglich war, und Farel floh in den Osten Frankreichs. Werden Sie später noch mal weiter kennenlernen. Farel hat übrigens gesagt, Kreuz und Verfolgung und die Umtriebe Satans haben mir nicht gefehlt. Die sind stärker gewesen, als dass ich aus eigener Kraft sie hätte aushalten können. Liebe Freunde, wir freuen uns etwas, was ich glaube, was jeder von uns erlebt. Dass die Umtriebe Satans in diesem Magna-Konflikt so stärker sind, als dass wir aus eigener Kraft sie aushalten können. Nicht nur im Leben der alten Reformatoren, aber Gott ist mein Vater. Er hat mir alle nötige Kraft verliehen und wird es auch ferner tun. Hier ist die gute Nachricht. Heute Abend, in all den Konflikten unseres Lebens, hat Gott die nötige Kraft für dein Leben. Er hat sie. Gott hat niemals versprochen, dass da kein Konflikt ist, aber er hat versprochen, dass du alle Kraft hast, um durch alles hindurch zu kommen. Und das hat sich natürlich wiederum, wie jedes Mal, zur Förderung des Evangeliums mitgewirkt, dass sie jetzt sich verbreiten mussten, dass sie fliehen mussten in verschiedene Gegenden. So wie in der Apostelgeschichte heißt es auch hier, diejenigen nun, die zerstreut worden waren, zogen umher und verkündigten das Wort des Evangeliums. Aber Paris, die die erste Chance abgelehnt hatte, sollte eine zweite Chance bekommen. Und diese zweite Chance hat mit jenem jungen Mann zu tun. Wissen wir, wer das ist? Das ist Calvin. Calvin, einige Jahre später, ist junger Student wieder an der Universität in Paris und wieder ein absolut strenger Romanist. Und ein so hochintellektueller und begabter junger Mann, dass viele glauben, wenn der erstmal erwachsen ist, dann wird der Glaube Roms wieder in allen Ehren sein, weil er wird die Kirche verteidigen wie niemand anders. Naja, er hatte einen Verwandten, sein Name war Olivertin, und der war etwas älter und der war bereits zum Luthertum, zur Reformation übergetreten. Und die haben sich öfter in Paris getroffen und haben miteinander gesprochen. Und der Olivertin hat natürlich versucht, diesen jungen Calvin irgendwie zu gewinnen. Aber Calvin war ziemlich brüsk dagegen. Er sagt an einer Stelle Weg mit euren Lehren! Bildet ihr euch ein, dass ich mein ganzes Leben im Irrtum gewesen bin? Das ist eine Sache, die man heute auch hören kann. Was willst du sagen? Würdest du wirklich behaupten mit dem, was du gerade gepredigt hast, dass ich mein ganzes Leben im Irrtum gewesen bin? Wie fühlt sich das an, wenn man gerade herausfindet, dass man sein ganzes Leben lang etwas Falsches geglaubt hat? Ist gar nicht so einfach, nicht wahr? Für den Calvin war das nicht vorstellbar. Und er hatte noch ein bisschen was zu lernen. Naja, die ersten Samen waren dann schon seinen Kopf gesät, und er hat immer noch keinen echten Seelenfrieden gehabt, keinen Herzensfrieden. Nach dem hat er sich so sehr gesehnt. Er versucht, gute Werke zu tun, er versucht zu beichten, so oft es geht, und es klappt alles nicht, es funktioniert nicht.
[25:35] Eines Tages geht er durch Paris über die Straßen und wird zufälligerweise Zeuge, wie mal wieder ein Reformierter auf dem Scheiterhofen verbrennt. Und er bleibt stehen, guckt sich das an. Haben Sie schon mal jemanden gesehen, der verbrannt worden ist? Also ich zum Glück noch nicht. Was würde man erwarten, was man da sieht, so normalerweise? Schreie, Zetern, nicht wahr, lass mich los. Und er schaut sich diesen Märtyrer an, wie er da steht. Noch ein bisschen freundlicher guckt er wahrscheinlich als auf dem Bild. Und lächelt, vielleicht singt. Und er fragt sich, warum in alles in der Welt hat dieser Mensch dort auf dem Scheiterhaufen einen Frieden im Herzen, den ich hier auf der Straße nicht habe? Ist doch komisch, oder? Also der müsste doch in Aufregung sein, aber ich bin in Verzweiflung. Der ist nicht in Verzweiflung. Was hat der, was ich nicht habe? Es war der Anblick eines Märtyrers, der bei Calvin etwas ausgelöst hat. Und im Laufe dieser Serie haben wir einige Menschen schon kennengelernt und ihre Lebensgeschichte betrachtet, wie sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt sind. Das machen wir nicht einfach nur so, damit sie sehen, ah, der ist auch verbrannt worden, sondern damit wir darüber nachdenken, was haben die gehabt, was uns vielleicht fehlt. Und er entschließt sich, die Bibel zu studieren. Und es kommt, wie es kommen muss, wie es bei jedem passiert ist, der die Bibel selbst gelesen hat, mit einem echten Verlangen, die Wahrheit kennenzulernen, er findet Christus. Also, ich bin kein Prophet, aber eine Sache kann ich Ihnen vorhersagen. Wenn Sie dieses Buch aufmachen, mit dem ehrlichen Verlangen, die Wahrheit kennenzulernen, dann werden Sie Christus finden. Das geht gar nicht anders. Einer nach dem anderen, Jahrhundert für Jahrhundert, immer dieselbe Geschichte. Wenn Sie dieses Buch aufmachen, um einfach Fehler zu finden, dann wird es vielleicht nicht klappen. Es soll ja schon Fehler gegeben haben, wo man trotzdem Christus gefunden hat, aber wer aufrichtig die Bibel sucht, in der Bibel sucht, der findet Christus. Und so hat auch Calvin Christus gefunden und es war eine tiefe und echte Bekehrung. Und er sagt dann folgendes, oh Vater, sein Opfer hat deinen Zorn besänftigt, sein Blut hat meine Flecken gereinigt, sein Kreuz hat meinen Fluch getragen, sein Tod hat für mich genug Toren geleistet. Das klingt ja fast so wie Lefebvre, nicht wahr? Hat aber von Lefebvre keine Ahnung gehabt. Wir hatten viel unnütze Torheiten geschmiedet, aber du hast mir dein Wort gleich einer Fackel gegeben und du hast mein was? Mein Herz gerührt. Alle diese Menschen haben bezeugt, dass es nicht nur eine intellektuelle Erkenntnis war. Ah, jetzt verstehe ich, wie Gott das macht im Erlösungsplan. Alle diese Menschen waren in ihrem Herzen getroffen, damit ich jedes andere verdienst, ausgenommen, dass das der Löser ist. Verabscheue. Man hat ihn dann gedrängt, seine Freunde, die gemerkt haben, was mit ihm passiert ist, haben gesagt, du musst das anderen Seite ergeben. Er sagt, nein, nein, nein, nein, nein. Calvin war äußerst zurückhaltend, ein sehr schüchterner Mann. Er hat es geliebt, sein Leben lang Bücher zu schreiben. Er war jemand, ich weiß nicht, ob Sie jemanden kennen, der so ist, der am liebsten einfach irgendwo sich zurückzieht in den Elfenbeinturm und einfach schreibt, nicht wahr? Und Gott beruft ihn durch seine Freunde zum Predigen. Aber zum öffentlichen Predigen traut er sich momentan noch gar nicht. Deswegen hat er dann erstmal entschieden, das zu tun, was er meinte tun zu können. Er geht von Haus zu Haus und versucht mit einer Familie nach der anderen das Evangelium zu teilen. Das geschieht vor allem unter dem Schutz von Margarete, die begeistert ist, dass es wieder einen gibt, der für das Evangelium gewonnen ist. Und Paris bekommt die zweite Chance. Obwohl Calvin selbst nicht einer von denen ist, die dort öffentlich predigen, gibt es etliche, die mittlerweile den reformierten Glauben angenommen haben, die dort predigen dürfen. Und zwar nicht, weil die Kirchen so begeistert sind, sondern weil Margarete so begeistert ist. Das hatte nämlich folgenden Hintergrund.
[29:53] Moment, genau. Die Margarete war für einen gewissen Zeitraum Regentin in Paris. Franz war im Kirchenhaus. Krieg, mal wieder mit Deutschland, und Margarete hatte jetzt alle Schlüssel in der Hand und hat gesagt, okay, in den Kirchen dürfen ja meistens die Reformatoren nicht predigen, dann sollen sie doch im Palast predigen. Und Margarete hat den Palast offen getan und hat gesagt, ihr kommt hierher und ihr predigt und dann sind die Leute, alle Schichten zu tausenden in den Palast gekommen und haben dort gepredigt. Und als das dann der Franz mitbekommen hat, hat er gesagt, okay, also wenn das so ist, dann können wir auch die Kirchen öffnen, mussten zwei Kirchen zwangsgeöffnet werden für die Reformatoren. Und zwei Jahre lang wurde erneut in Paris das Evangelium gepredigt. Viele Menschen haben sich bekehrt, viele Menschen wurden in ihrem Lebenswandel verändert. Ich meine, Paris ist ja heute schon ein bisschen berüchtigt. Paris war auch damals schon ein bisschen berüchtigt. Aber wenn eine Stadt wie Paris für das Evangelium gewonnen werden kann, dann ist das großartig. Nun, nicht die gesamte Stadtbevölkerung hat sich bekehrt, aber doch eine ganze Menge von Leuten haben das Evangelium angenommen. Und das hat natürlich den Zorn Roms wiederum beflügelt. Diese gewaltige Stadt darf nicht in die Hände der Reformationen geraten. Und so haben dann einige Priester das Volk gegen die Reformatoren aufgestachelt. Und das, was wir am ersten Vortag über Jerusalem gesagt haben, das kann man auch ziemlich genau über Paris sagen. Paris, Paris, die du tötest, die ich zu dir gesandt habe, Steinix, die Propheten. So wie Jesus versucht hat, die Menschen zu erreichen und einige gewonnen hat, die dann mal fliehen mussten, weil die Stadt sich gegen ihn entschieden hat und dann Vernichtung erlebt hat, so hat Paris das Evangelium mehrmals deutlich der ganzen Stadt gehört. Etliche haben sich bekehrt, die mussten später fliehen. Aber die Stadt hat sich dagegen entschieden. Was ist passiert? Am 1.11. hält ein Freund von Calvin eine protestantische Rede, die so einen Tumult auslöst, dass etliche der Reformatoren fliehen müssen. Auch Calvin muss fliehen, das war ungefähr so gewesen. Er war in seiner Wohnung und dann sagen seine Freunde schon, pass auf, es ist ein Tumult auf den Straßen. Du wirst wahrscheinlich fliehen müssen. Während sie das sagen, klopft er schon an die Tür. Und seine Freunde, geistesgegenwärtig, teilen sich in zwei Gruppen. Die eine Hälfte geht an die Tür und sagt, hallo, wer sind Sie denn? Wen suchen Sie? Calvin lebt ja hier. Währenddessen haben die andere Hälfte der Freunde Leinentücher gemacht und versucht, ihn aus dem Fenster abzuseilen. Das ist dann noch geglückt und wie Paulus ist er gerade noch so dem Tod entronnen. Er ist dann geflohen. Was ist passiert? Er ist dann nach Poitiers gegangen, hat dort ein bisschen gewirkt, ist dann noch einmal nach Paris zurückgekommen, aber die Türen waren mittlerweile geschlossen. Paris hatte sich gegen das Evangelium entschieden.
[32:55] Was war passiert? Am 18. Oktober 1534 ist etwas passiert, das kann man vielleicht nachvollziehen, aber es war eine große Katastrophe. Einige der Lutheraner in Paris haben sich gedacht, meine Güte, in Deutschland hat die Reformation so einen Zug, in der Schweiz ist die halbe Schweiz reformiert und hier in Frankreich, das geht nicht so vorwärts, das geht so vorwärts und zurück und vorwärts und zurück. Wir müssen mal auf richtig nationaler Ebene was organisieren. Erst den Deutschen und den Schweizern gleich machen. Was macht man? Man hat eine große Plakataktion gemacht. In der ganzen Nation, vor allem in Paris, hat man überall große Plakate angebracht. Auf diesen Plakaten stand folgendes. Wahrhaftiger Artikel über den abscheulichen, großen und unerträglichen Missbrauch der päpstlichen Messe. Das war die ganze Wahrheit auf einen Satz, auf wenige Sätze. Knall hat ins Gesicht. Vorwärts für die Reformation. Das war die Intention. Irgendjemand, ob Freund oder Feind, weiß niemand, hat dieses Plakat sogar am Schlafzimmer des Königs angebracht. Und genau das war das Problem. Als das der König gesehen hat, waren die Würfel gefallen. Für ihn waren ab jetzt die Lutheraner einfach nur völlig geisteskranke, fanatische Volksaufwiegler. Es passiert manchmal, dass wir im großen Eifer der Sache gewaltigen Schaden zufügen. So passiert 1534 in Frankreich. Und er entscheidet sich folgendermaßen. Man ergreife ohne Unterschied alle, die des Luthertums verdächtig sind. Ich will sie was? Alle ausrotten. So wie Karl V. Er entscheidet sich Franz I. Weg mit denen. Das Problem ist nur, Karl V. war Kaiser in einem deutschen Reich, wo es viele Fürsten gibt, die mitbestimmen wollten und die zum Teil was mitarrangieren konnten oder den Luther schützen konnten. In Frankreich ist das politische System ein bisschen anders. In Frankreich gibt es Zentralgewalt und darunter nicht so viel. Wenn der König da was sagt, gibt es keinen Fürsten, der sagt, aber bei uns ist es anders. Franz I. entscheidet sich gegen die Reformation und das hat schlimme Folgen. Man ergreift als Ersten einen Lutheraner, von dem man weiß, dass er die geheimen Zusammenkünfte organisiert und man stellt ihm eine einfache Frage. Entweder möchtest du sofort auf dem Scheiteraufen sterben oder willst du noch eine Chance bekommen. Die Chance würde darin bestehen, dass du uns sagst, wo die anderen wohnen. Und der arme Mann hatte zu viel Angst vor dem Feuer. Straße durch Straße sind sie gegangen in einer geheimen Prozession und haben gesagt, das Haus. Das Haus. Die wurden alle rausgezogen, einer nach dem anderen. Und dann wurden sie abgeführt und dann wurden sie auf den Scheiteraufen gebracht. Das war eine ziemlich traurige Geschichte. Viele Menschen, die das gesehen haben, waren zwar innerlich bewegt, weil genauso wie Louis de Berghain haben viele dieser Protestanten mit einem freudigen Lächeln ihre letzten Worte gesprochen. Das Problem war nur, dass in vielen Fällen sie gar nicht mal ihre letzten Worte sprechen durften. Das war schon bei Louis de Berghain so gewesen, dass als der Predigt wollte, vom Scheiteraufen, die letzte Gelegenheit noch wahrnehmen, da hat man angefangen mit den Säbeln zu rasseln und laut zu rufen, dass man ihn ja nicht hören kann. Und so ist es hier auch passiert. Man hatte einfach Angst vor dem Zeugnis dieser Leute. Die Priester hatten behauptet, dass die Lutheraner die Vernichtung der Nation, den Mord des Königs und die Abschaffung aller Gesetze fordern. Und das alles würde passieren, wenn man den Lutheranismus, wie die Franzosen sagen, Lutheranisme, wenn man den fördern würde. Das Interessante ist, dass die Hälfte der Prophezeiung sich erfüllt hat. In Frankreich ist der König ermordet worden. In Frankreich sind alle Gesetze abgeschafft worden. In Frankreich ist die Nation zur Zahl zusammengebrochen. Aber nicht wegen den Lutheranern, sondern weil man sie ausgerottet hat. Und das werden wir heute sehen und auch am nächsten Dienstag. Es heißt hier die stille Freude, die auf den Angesichtern jener Männer ruhte, wenn sie dem Richtplatz zuschritten. Ihr Heldenmut inmitten der peinlichen Flammen, ihr sanftmütiges Vergeben der Beleidigung wandelten nicht selten den Zorn in Mitleid und den Hass in Liebe um und zeugten mit unwiderstehlicher Bereitsamkeit für das Evangelium.
[38:03] Paris stand Kopf. Als das passiert ist, ist etwas anderes passiert, womit keiner gerechnet hätte. Plötzlich sind hunderte von Pariser Bürgern geflohen. Keiner wusste warum. Doktoren, Professoren, Handwerker aus allen Schichten, vor allem der höheren Schichten, haben Leute Paris verlassen, bis man darauf gekommen ist, dass man Leute, die alles insgeheim schon mit der Reformation sympathisiert hatten, die dabei waren eine Entscheidung zu fällen, die jetzt gesehen haben, Moment mal, wenn ich in Paris bleibe, dann kommen wir auf einen Scheiterhaufen. Und in wenigen Tagen hat es plötzlich einen großen Mangel gegeben in Paris an Ärzten, an Doktoren, an vielen wichtigen Leuten, die alle schon insgeheim quasi Lutheraner gewesen waren. Und das war natürlich eine große Katastrophe, hat aber diesen König nicht aufgehalten. Man sagt, dass jener Tage der Rauch nicht aufgehört hat zu steigen aus Paris. Einen Tag nach dem anderen. Und dann wollte er etwas ganz besonderes tun. Übrigens, da sieht man mal, was die Abdingung des Evangeliums bewirkt. Dieser König, der ein Förderer der Künste und der Gelehrsamkeit war, hat aufgrund dieser Aktion verboten, dass in Frankreich noch gedruckt wird. Hat den Druck verboten. Der Herr, der der Förderer der Wissenschaft war, aus Angst vor dem Evangelium. Das ist ein interessanter Punkt, dass Leute, die sehr intellektuell sind, die sehr der Wissenschaft und den schönen Künsten zugewandt sind, dass die nicht davor gefeit sind, ganz dumme Dinge zu tun. Manchmal denken wir auch, weil niemand einfach nur die Wissenschaft fördern möchte und der wird niemals jemand verfolgen, oder? Franz I. ist ein Beweis dafür, dass Leute, die einen hohen Intellekt haben, eine hohe Kultur, sehr weltoffen sind, dass die im Magna Konfliktio, im großen Kampf, wenn sie ihre Seite wählen, plötzlich genauso stur und unvernünftig reagieren können. Manchmal gibt es Leute, die sagen, also heute kann es keine Verfolgung mehr geben, weil die Leute sind alle so weltoffen, sind alle so wissenschaft zugewandt. Franz I. ist eine interessante Geschichte, die zeigt, wie das vielleicht doch passieren könnte. Wir sollten uns da nicht zu sicher sein. Und am 21. Januar hat er dann beschlossen, eine nationale Prozession durchzuführen. Und das war wirklich, das war mit großem Symbolgehalt. Man wollte eine gewaltige Prozession durchführen, wo die Hostie, die Eucharistien, die so geschmät worden war durch die Plakate, wieder in ihr Recht eingesetzt werden sollte. Dass eine gewaltige Prozession von Würdenträgern der katholischen Kirche durch die Straßen gezogen, die Vertreter der Zünfte, die Bürger und dann hinter der Hostie der König. Aber nicht in königlichem Gewand, sondern in einfachem Büßergewand. Er wollte zur Schau stellen, dass die ganze Nation sich entschuldigen möchte für diesen großen Skandal an der Hostie. Und man wollte feierlich ein für allemal zeigen, dass Frankreich sich der katholischen Religion verschrieben hat. Im Büßergewand ging er her und hat die Hostie angebetet förmlich. Und hat gesagt, das ist das, woran wir glauben. Die Prozession ging im alten Louvre los, ging dann nach Notre-Dame. In Notre-Dame hat man einen feierlichen Schwur erhoben, dass für immer Frankreich katholisch bleiben soll und nichts anderes geduldet werden soll. Übrigens in derselben Kathedrale wurde dann einige Zeit später die Göttin der Vernunft angebetet. Aber was das Interessanteste ist, als diese Prozession ging und wieder an dieser Prozession viele ihr Leben auf dem Scheiterhaufen lassen mussten, weil es gehörte zur Prozession dazu, dass die, die sich gegen die heilige Eucharistie, gegen die Hostie versündigt hatten, dass die dann sozusagen nach Protokoll verbrannt wurden. Die Prozession ist dann durch die Straßen von Paris gegangen und wenn der König an einem bestimmten Scheiterhaufen war, dann wurde der Scheiterhaufen angemacht, dann weitergezogen und dann wurde im Takt sozusagen der Scheiterhaufen angezündet und man hat sogar die Scheiterhaufen so gemacht, dass wenig, dass das Feuer relativ langsam brennt. Man wollte, dass sie nicht zu schnell verbrennen, dass sie möglichst lange gequält werden. Es war am 21. Januar 1535 und jetzt Achtung, am selben Tag, genau 285 Jahre später, am 21. Januar 1793 geht wieder eine gewaltige Prozession durch Paris. Wieder sind die Massen unterwegs, wieder sind alle Vertreter der Schichten da, wieder ist der König dabei und wieder geht der König nicht in seinem königlichen Gewand, sondern in einem ganz einfachen Gewand und wieder gilt es ein Todesurteil zu vollstrecken. Aber diesmal wird dem König selbst der Kopf abgehauen. Heute wird so viel gesprochen über die Ursachen der französischen Revolution und da gibt es viele, viele Theorien. Das waren die Philosophen, Voltaire und da waren die Missstände in der Gesellschaft und dies und jenes und das mag alles sein, aber die wahre Ursache der französischen Revolution geht fast 300 Jahre zurück, wo kein Historiker sie heute meistens vermutet. Als Frankreich die Reformation abgelehnt hat, hat Frankreich den Samen gesehen für die Revolution.
[43:36] Als Jerusalem die Reformation von Jesus abgelehnt hat, haben sie den Samen gesehen für die Revolution, in der sie untergegangen sind. Wenn du in deinem Leben den Samen des Evangeliums ablehnst, der Reformation, siehst du selbst den Samen, der zu deinem Untergang führt, früher oder später. Es war nicht Gott, der Jerusalem zerstört hat, es war nicht Gott, der die Frankreich ins Verderben gestürzt hat, es war ihre eigene Entscheidung. Sie hatten sich zum Ziel gemacht, Luthers Lehren, die Bibel so vollständig wie möglich auszurotten und das waren die Folgen. Die Schreckensherrschaft, von der später wir am Dienstag hören werden, dass sie ihre eigenen Kinder gefressen hat, nicht nur die Revolution, aber dazu am Dienstag mehr, das nur als kleiner Ausblick. Die Bibel hatte gesagt, denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker. Wenn sie alle diese Gebote hören, werden sie sagen, wie ist doch dieses große Volk, ein so weises und verständiges Volk, als das Volk Frankreich. Und wie gesagt, es gab viele Franzosen, die vorher und später gerettet worden sind, ich will nichts gegen die Franzosen sprechen, aber als Frankreich als Ganzes, als Nation sozusagen, die Bibel abgelehnt hat, sind sie in die schlimmsten Katastrophen geschlittert, die es überhaupt nur möglich gibt. Aber es gibt noch eine andere Geschichte, die wir im Zusammenhang mit den Französischen Reformatoren erzählen müssen und da gehen wir noch einmal ein paar Jahre zurück zu Pharrell und seinen Werken. Er war in die Schweiz geflohen, erst nach Straßburg und dann in die Ostfrankreich und dann in die Schweiz und hat dort Zwingli, als der noch gelebt hat, geholfen in seinem Werk. Und er ist auch in der Schweiz immer wieder, hat er fliehen müssen, hat in vielen katholischen Kantonen gewirkt, flieht von der Schweiz in andere Städte. Und eine Stadt nach der anderen, zumindest einige von denen, werden dann reformiert. Hat er da gewirkt. Und er war es übrigens auch, Pharrell, das nur nebenbei, als kleiner Verknüpfungspunkt in der Geschichte. Pharrell war es derjenige, der zusammen mit Oliver Thorn, das war der, der Kalwin bekehren wollte, die sind zusammen dann 1532 in den Valdensertäler gegangen und haben genau hier, auf dieser Wiese, da wo dieses Standbild hier steht, auf Schafferan, haben sie den Anschluss der Valdenser an die Reformation bewirkt. Und er hat wirklich Großes getan. Er ist der Grund dafür, dass die Valdenser von der Reformation mitbekommen haben und sich dem angeschlossen haben. Und dann hatte er ein Ziel. Er hat einige Städte gewonnen, wie hier in Neuchâtel und dann hatte Pharrell einen Wunsch. Er wollte gern Genf gewinnen für die Reformation, weil Genf war eine wichtige Stadt in der Schweiz und eine Stadt, die sowieso sehr bekannt war für ihre besondere Bürgerschaft, die sehr eigensinnig war. Und er wollte sie gern gewinnen. Und er ist dort hineingegangen, als Evangelist, wie immer, und hat versucht, sein Werk zu tun als Prediger. Und es hat nicht lange gedauert. Ich glaube, es waren zwei Wochen, wenn ich mich erinnere. Nein, fast. Es waren zwei Predigten, nicht zwei Wochen. Er hat zwei Predigten gehalten. Da hat man ihn wieder aus der Stadt hinaus befördert. Das war sein ganzer Versuch. Und er hat sich gefragt, wie soll ich Genf erreichen? Also er war übrigens einer der wortgewaltigsten Evangelisten, die es in der französischen Sprache gab. Pharrell war ein unfassbar guter Prediger. Und nach zwei Predigten rausgeschmissen, da gab es keine Chance.
[47:11] Was Interessante war, dass Gott einen anderen Mann gefunden hat, der so vollkommen unbedeutend war, den selbst die Freunde der Reformation nur verachtet hatten. Ein ganz junger, unscheinbarer Burschen, der nicht viel was konnte, kein Vergleich war zu Pharrell. Sein Name war Antoine Froment. Schon mal von dem gehört? Mit 23 Jahren beginnt er die Reform in Genf. Und zwar auf eine geschickte Art und Weise. Er geht da nicht hin als Prediger, sondern als Lehrer. Und beginnt über das Schulwesen die Reform. Er kommt als Schulmeister. Und im Unterricht bei den Kindern erzählt er immer ab und zu was von der Bibel und von Jesus. Und die erzählen das dann zu Hause. Und dann gibt es Kontakte zu den Eltern. Und über Zeit ist er ganz schnell bekannt. Und dieser vollkommen unscheinbare junge Mann bewirkt, was Pharrell nicht geschafft hat. Nämlich Genf langsam, aber sicher für das Evangelium zu gewinnen. Die Bibel sagt, lieber Freund, liebe Freundin, nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist. Vielleicht denkst du, es gibt bestimmte Sachen, die kann ich nicht. Bestimmte Sachen kannst vielleicht nur du und nicht der bekannte Prediger oder Sprecher. Genf konnte nicht durch Pharrell gewonnen werden, sondern nur durch Antoine Froment. Denk mal drüber nach, lieber Freund, liebe Freundin, ob es nicht auch vielleicht etwas gibt in deinem Leben, wo du etwas für Gott tun könntest, wo du denkst, was kann ich denn? Gott liebt es, mit Menschen zusammenzuwirken, die in den Augen der Welt nicht sind. Denn wenn er dann etwas durch sie bewirken kann, ist klar, dass nicht sie das gewesen sind, sondern Gott. Die Bibel sagt, sondern das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zu schaden zu machen und das Spache der Welt hat Gott erwählt. Und so hat auch Antoine Froment erwählt, denn der hat durch das Erreichen von Genf etwas Gigantisches erreicht, was in der Form vielleicht keiner der anderen Reformatoren erreicht hat, aber dazu gleich mehr. Im Laufe der Zeit wird ihm dann verboten, zunächst einmal zu unterrichten oder den Häusern Bibelstunden zu halten. So stellt er sich plötzlich mutig auf die Straßen und fängt an zu predigen. Und die Bibel sagt, das schwache Gottes ist stärker als die Menschen. Naja, er musste kurz fliehen für eine kurze Zeit, ist dann wieder zurückgekommen und nach nur vier Jahren war die Stadt Genf protestantisch. Und das war nicht einfach nur eine weite protestantische Stadt, das sollte Zukunft haben. Und das hatte mit dem hier zu tun. Auf dem Weg weg von Frankreich kam der junge Calvin, der auch geflohen war aus Paris, Richtung Schweiz und er wollte eigentlich nach Basel gehen, das war sein Weg. Aber auf dem Weg nach Basel hat er festgestellt, dass auf dem Weg die Kaiserheere von Karl V. gerade so verkehren, das ist ein bisschen unsicher. Also hat er gesagt, okay, dann gehe ich den Umweg über Genf. Und der junge Calvin kommt da in Genf an und mittlerweile war ja Genf protestantisch geworden und Pharrell war jetzt dort auch als Prediger tätig. Und Pharrell erkennt ihn als diesen brillanten jungen Calvin und sagt, dich schickt der Himmel, du musst hier bleiben. Und Calvin sagt, was ich? Hier in Genf? Wieso denn? Ja, wir brauchen dich. Genf ist zwar reformiert worden auf dem Papier, wir sind jetzt reformatorisch, aber die meisten Menschen haben die Prinzipien der Reformation noch gar nicht richtig kennengelernt. Was ja passiert ist oftmals, wenn die Reformatoren kamen, dann haben sie Leute gewonnen, die sich echt bekehrt haben, bis irgendwann so viele da waren, dass der Rat der Stadt gesagt hat, wir sind reformatorisch. Das war immer entweder ganz oder gar nicht. Und dann gab es aber viele, die sich noch gar nicht wirklich für Luther interessiert haben oder für das Evangelium und die dann jetzt auch plötzlich reformiert waren. Und die musste man auch wirklich gewinnen. Und Pharrell sagt zu Calvin, das könnte deine Aufgabe sein. Und Calvin sagt, nein, nein, nein, das bin ich nicht. Also ich kann Bücher schreiben, ich kann irgendwo im Geheimen wirken, aber ich bin kein Prediger. Ich kann das nicht. Schon mal eine Aufgabe bekommen, die viel zu groß erscheint. Calvin hat lange gebetet, aber er hat es angenommen und unter seiner Ägide, er hat 30 Jahre lang in Genf gewirkt, hat sich erst die Stadt wirklich gründlich bekehrt und dann wurde Genf zu einem Zentrum des europäischen Protestantismus. Gewonnen durch diesen kleinen Antoine Fromet und gestärkt durch diesen unscheinbaren Johannes Calvin.
[52:03] Denn in jener Zeit, wir sind jetzt in der Mitte des 16. Jahrhunderts, war es wichtig, ein Bollwerk zu haben gegen Rom. Denn Rom hat nach den ersten Jahrzehnten, wo man einfach gemerkt hat, mit den normalen Mitteln, mit einfach Disputation hat man keine Chance. Die Reformatoren sind einfach stärker. Hat Rom ein neues Mittel erfunden. Es gab jetzt eine neue Strategie und die hatte mit jemandem zu tun. Ignatius von Loyola. Und er war ein jemand, der eine ganz starke religiöse Erfahrung hatte, aber nicht so sehr in der Bibel, als vielmehr in der Meditation. Ihm ging es nicht so sehr darum, mehr von Jesus kennenzulernen im Sinne von Evangelium, sondern mehr seinen Kopf zu entleeren und einfach zu meditieren und die Stimme Gottes zu hören. Und er möchte die katholische Kirche erneuern und er möchte die katholische Kirche zurückbringen unter den totalen Gehorsam zum Papst. Und er schart einige um sich, die dann am 15.8.1534 ein gemeinsames Glypte ablegen. Wenn sie mal das Glypte lesen wollen, suchen sie es im Internet, sehr interessant zu lesen, haben wir nicht die Zeit zu. Ende 1537 unterstellen sich in Rom Papst Paul III. und sagen, wir sind hier und kämpfen für dich. Wir wollen deine treuesten Soldaten sein. Und dann am 27.9. werden sie durch päpstliche Bulle als Orden anerkannt. Diese Jesuiten haben mehr erreicht, um die Reformation wieder rückgängig zu machen an vielen Orden, als irgendjemand sonst. Ihr Markenzeichen war es, dass sie besondere Einfachheit und Armut zur Schau gestellt haben, sich besonders um die Armen gekümmert haben, sie haben Schulen gegründet, sie haben sich um das soziale Wesen gekümmert. Aber ihr Ziel war es, als geheime Spione in die Nation hineinzugehen, als Berater der Fürsten die Fürsten auszuhorchen, Informationen weiterzugeben und die Affären der Nation zu lenken im Geheimen. Für die Jesuiten war jedes Mittel heilig. Man konnte eine andere Denomination annehmen, eine andere Konfession und quasi hineintauchen auf die andere Seite, als um als Maulwurf im System Unruhe zu sorgen. Man hat das Prinzip gehabt, wenn es dem Papst dient, ist alles erlaubt. Mord, Lüge, Totschlag, Betrug, was immer es ist, Mein Eid, Hauptsache, die Welt kommt wieder zum Papst zurück. Naja, sie haben etliche Schulen gegründet, denn man hatte verstanden, dass die Stärke der Reformation unter anderem in ihrem Schulwesen bestand. Melanchthon, als der Lehrer Deutschlands, hatte die Erziehung auf ein ganz neues Level gelegt. Wir haben gerade auch bei Frémont gesehen, dass Erziehung die Stärke der Protestanten war, also musste man jetzt ein gegenläufiges Modell haben, wo man Erziehung zum Schwerpunkt hatte. Und an jenen Schulen sind in die nächsten Generationen der Adeligen ausgebildet worden, nicht nur der Katholischen, auch der Evangelischen, die Stück für Stück wieder begeistert worden sind für die Prinzipien, die Tradition und den Reichtum Roms. Vielleicht werden die sagen, ach das sind doch alles nur Verschwörungstheorien. Ich möchte mal eine Liste zeigen. Das sind die Länder, die den Jesuitenorden verboten haben. Paraguay 1733, Portugal 1759, Frankreich 1762, Frankreich erneut 1764, Spanien 1767, Palma Malta 1768, die gesamte Christenheit, sogar der Papst hat sie verboten, weil sie es zu wild getrieben haben, 1773. Dann weiter, Russland 1776, Frankreich erneut, 1804. Dann Neapel, Frankreich erneut, 1816, Moskau, Sankt Petersburg, Belgien, Russland erneut, Spanien erneut, Belgien, Großbritannien, Irland, Frankreich, Sachsen, Portugal, Spanien, Luzern, Frankreich, Schweiz, Bayern, Genua. Sie sehen die Jahreszahlen. Darf ich mal eine Frage stellen, waren das alles Verschwörungstheoretiker? Wenn so ein Orden aus solchen Ländern wie Spanien, der Schweiz, dem Deutschen Reich ausgewiesen wird, wer weist die denn aus? Das sind die Kaiser, die Könige, die Parlamente, die Gesetzgeber. Und die weisen nicht einfach irgendjemanden aus, es sei denn, die sind eine enorme Gefahr für den Staatsfrieden. Und wir sehen, es sind ganz unterschiedliche Regimes gewesen. Ich meine, Frankreich 1762 hat eine ganz andere Politik gehabt als Frankreich 1816. Oder Russland 1776 ist nicht vergleichbar mit, sagen wir mal, Bayern 1848 oder Deutsches Reich 1872. In den unterschiedlichsten Zeiten von den unterschiedlichsten ideologischen Regimes, egal ob zum Teil katholisch oder evangelisch. Die Umtriebe des Jesuitenordens waren so bekannt zum Teil, dass man sie immer wieder, immer wieder, in Frankreich haben sie gesehen, fünfmal, immer wieder ausgewiesen hat. Vielleicht sagen sie aber, Moment einmal, die haben doch jetzt gerade einen Papst, der Jesuit ist, oder? Und dieser Papst gilt doch als der Papst der Armen, richtig? Das ist doch sein großes Kennzeichen, dass er so demütig ist. Jetzt denken sie einfach mal scharf nach. Ich will gar nichts kommentieren. Ich will gar nichts weiter sagen. Denken sie einfach mal scharf nach. Man braucht keine einzige Verschwörungsseite, Internetseite aufzuklicken, wenn man einfach nur die Reformationsgeschichte kennt und weiß, was 1529 in Speyer passiert ist und dann schaut, was 1999 in Augsburg passiert, wo der Lutherische Weltbund seinen kompletten Protest zurücknimmt und dann ein Orden, der ungefähr gefühlte 30, 40 mal von allen möglichen Regimes durch alle Jahrhunderte auch verboten worden ist, der gegründet worden ist, mit dem einen Ziel, die Reformation aufzuheben, jetzt den mächtigsten Kirchenmann der Welt stellt. Irgendwas muss da faul sein, oder? Egal, wo sie stehen, egal, wie sie zu der Sache stehen, irgendwas muss ihnen da spanisch vorkommen.
[58:12] Naja, diese Serie ist noch nicht zu Ende. Magna Conflictio heißt ja nicht umsonst die letzte Auseinandersetzung. Wir beginnen im Mittelalter und all diesen Dingen, um ihnen Prinzipien zu zeigen, die Jahrhundert für Jahrhundert immer wieder gewesen sind, wie Licht und Irrtum gegeneinander gekämpft haben. Und Sie sollten einfach mal überlegen, wie dieser Magna Conflictio auch in unserer Zeit sich auswirkt. Aber jetzt kommen wir zurück zum Mittelalter. Lange genug in der heutigen Zeit verblieben. Wir werden die nächsten Wochen noch viel mehr darüber zu sprechen haben. Ein anderes Mittel, das aufgelebt wieder ist, ist die Inquisition, die sogenannte Heilige Inquisition, obwohl diese Inquisition wirklich gar nichts heilig war. Und das hat natürlich zum Tod von vielen, vielen Menschen geführt. Allein in Spanien müssen die Opferzahlen horrend gewesen sein. Und in dieser Zeit, als der Jesuitenorden beginnt, ganz Europa wieder zurück zu gewinnen und immer wieder Rückschläge erleidet, weil sie ausgewiesen werden und dann wieder geheim woanders hineinkommen. In dieser Zeit wird Genf für einen langen, langen Zeitraum zum absoluten Zentrum des europäischen Protestantismus. Es ist hier in Genf, dass Leute wie John Knox aus Schottland Zuflucht finden. Die englischen Burritaner kommen hierher, holländische, spanische Protestanten, die Huguenotten Frankreichs finden in Genf Zuflucht und werden dort gestärkt und wieder ausgesandt. Als die Valdenser ausgerottet werden sollten, aus den Valdenser-Tälern im siebzehnten Jahrhundert, sind sie fast ausgerottet worden und die wenigen Überlebenden sind nach Genf geflohen, haben in Genf einige Zeit gelebt und sind dann von Genf über die Bergspitzen in der glorischen Heimkehr wieder zurückgekommen. in die Val d'Ensatea. Genf war das Zentrum. Und hier haben wir ihn mit einigen Mitarbeitern. 30 Jahre hat er dort gewirkt. Und was so klein anfing, durch das Werk von Fremont, wurde zu einem Bollwerk im Magna Conflictio. Nicht Wittenberg, sondern Genf. Das ist sehr interessant, wie das alles so zusammengewirkt hat.
[1:00:22] Gehen wir noch ein bisschen weiter über die Ausbreitung in Europa. Was haben wir hier für eine Gegend? Das ist nicht Deutschland. Deutschland ist irgendwo da. Also das ist nicht Deutschland. Das ist... Es gibt ja Leute, die sagen, die Holländer gehören auch zu uns. Sprachlich mag das ja in gewisser Weise stimmen. Nur haben sie eine andere Aussprache. Nein, Spaß beiseite. Das ist Holland. Gab es in Holland auch eine Reformation? Sie werden erstaunt sein. In Holland gab es die Reformation lange, lange, lange, lange, lange, lange bevor Lothar überhaupt seinen ersten Atemzug getan hat. Und zwar 700 Jahre vorher gab es die ersten Reformationen. Das ist im Frühmittelalter, 8. Jahrhundert. Schauen Sie mal hier. Zwei holländische Bischöfe waren im frühen Mittelalter um 800 nach Rom gereist, aus Rom zurückgereist und haben dann folgendes gesagt. Gott hat seine Königin und Braut, die Gemeinde, zu einer edlen und ewigen Einrichtung für ihre Familie gesetzt, mit einer Mitgift, die weder vergänglich noch verderbbar ist und hat ihr eine ewige Krone, ein Zepter gegeben. Wohltaten, die du, sie sprechen an Rom, wie einen Dieb abschneidest. An den Papst, ja. Du setztest dich in den Tempel Gottes als ein Gott. Statt ein Hirte zu sein, bist du den Schafen zum Wolf geworden. 8. Jahrhundert wie gesagt. Du willst, dass wir dich für einen hohen Bischof halten, aber du beträgst dich viel mehr wie ein Tyrann. Statt ein Knecht aller Knechte zu sein, wie du dich nennst, bemühst du dich, ein Herr aller Herren zu sein. Du bringst die Gebote Gottes in Verachtung. Ist das nicht interessant? Im 8. Jahrhundert in Holland haben uns diese Bischöfe erkannt. Der Heilige Geist ist der Erbauer aller Gemeinden, soweit sich die Erde ausdehnt. Die Stadt unseres Gottes, deren Bürger wir sind, reicht zu allen Teilen des Himmels. Und sie ist größer als die Stadt, welche die heiligen Propheten Babylon nannten. Die vorgibt, göttlich zu sein, sich vom Himmel erhebt und sich rühmt, dass ihre Weisheit unsterblich sei und schließlich, wenn auch ohne Grund, dass sie nie irren noch irren könne. Hier haben sie den Beweis, dass schon ganz ganz früh diese Irrtumslosigkeit behauptet worden ist. Nicht erst im ersten Vatikanischen Konzil. Schon da haben wir Zeugnisse dafür. Also das war schon ziemlich beeindruckend, oder? Für diese frühe Zeit. Später, im Laufe des Mittelalters, ist Holland immer wieder besucht worden von Predigern, zum Beispiel der Valdenser. Es gibt immer wieder Kontakt zwischen den Valensern und dort der Gegend in Flandern und in den niederländischen Gegenden. Und diese Valenser bringen Bibelabschriften mit, die dort eben insgeheim für eine gewisse Zeit auch ins Holländische übersetzt worden sind. Da heißt es hier über die holländische Übersetzung der Bibel folgendermaßen. Man musste ja den Leuten erklären, was eine Bibel ist. Da heißt es, finde ich eine ganz tolle Beschreibung der Bibel. Ich weiß nicht, ob sie mir zustimmen würden, dass ein großer Vorteil darin sei, dass sich in ihr keine Scherze, keine Fabeln, kein Spielwerk, kein Betrug, nichts als Worte der Wahrheit befinden, dass allerdings hier und da eine harte Kruste sei, aber dadurch nur der Kern und die Süßigkeit all dessen, was gut und heilig ist, leichter entdeckt werde. Schon beim Bibeldesen das Gefühl gehabt, das ist ein bisschen harte Kruste. Das haben die im Mittelalter auch schon gewusst. Manchmal ist es nicht alles gleich sofort zu verstehen. Manchmal, wenn man anfängt, die Bibel zu lesen, denkt man, meine Güte, ist ein bisschen harte Kruste hier. Erste Mosel 5, Geschlechtsregister nicht. Aber die harte Kruste ist nur da, dass man den Kern und die Süßigkeit dessen erkennt, was gut und heilig ist. Naja, zur Zeit von Luther sind dann auch die Schriften Luthers in Holland aufgenommen worden. Sehr willkommen geheißen, allerdings natürlich auch schwer verfolgt. Und dann gab es diesen Mann zur Zeit von Luther. Jetzt bin ich gespannt. Wer weiß, wer das ist? Das ist Menno Simons. Ganz genau, Menno Simons, geboren 1496, nur ein paar Jahre nach Luther, in Wittmarsum. Das ist da so richtig so diesen Inseln, diesen friesischen Inseln. Und er sollte Priester werden, auch katholischer.
[1:04:12] Ein Priester war ganz begeistert von der Kirche, aber er hatte ein Problem. Er hatte einen relativ schlechten Lebenswandel gehabt und er hatte Angst vor der Bibel. Wissen wir, warum er Angst vor der Bibel hatte? Im Studium war ihm eingebläut worden, dass er kein Häretiker werden dürfe, weil das könnte gefährlich werden. Und er hatte ständig das Gefühl, wenn er die Bibel lesen würde, dann wird er vielleicht zum Häretiker. Deswegen hat er die ersten Jahre seines Priesterdienstes niemals eine Bibel gelesen, aus Angst, Häretiker zu werden. Interessant, nicht wahr? Aber wie er so Priester ist und immer die Messe durchführt und die Eucharistie, kommen im Laufe der Zeit Zweifel an dieser Eucharistie, wo man angeblich Jesus in dieses Brot hinein verwandelt. Er hatte so Zweifel, ob das wirklich so ist. Er hat Angst vor diesen Zweifeln, weil er glaubt, diese Zweifel sind Einflüsterungen vom Satan. Und er kämpft dagegen an. Aber schließlich kann er nicht anders und er möchte einfach mal wissen, was die Bibel dazu sagt. Studiert das Neue Testament, er bekommt Schriften von Luther in die Hand und ganz schnell entdeckt er das Evangelium. Und all diese Furcht ist plötzlich verschwunden. Im Grunde genommen, wenn Sie jetzt ein paar Vorträge schon gesehen haben, ist es immer dieselbe Geschichte. Die Leute weigern sich erst dagegen, kommen von einem ganz anderen Hintergrund und dann lesen sie einfach die Bibel und ihr Leben ändert sich. Egal, ob sie super streng in ihrer Religion sind oder ein ganz lehrreiches Leben gelebt haben oder was auch immer ihr Hintergrund ist, so wie sie zur Bibel kommen mit einem aufrichtigen Wunsch, die Bibel kennenzulernen, verändert sich das Leben. Sehr interessant.
[1:05:50] Aber dann ist etwas passiert in seinem Leben, was besonders war, was ihn abgehoben hat von den anderen Reformatoren. 1531 im März erlebt er etwas, was ihn sehr schockiert. Er erlebt, wie ein Mann den Kopf abgeschlagen wird und als er fragt, was er denn Schlimmes getan hat, heißt es, dieser Mann hat sich noch mal taufen lassen. Und Menno Simons denkt sich, wie? Noch mal taufen lassen? Ist doch nicht als Kind getauft worden? Wurde doch als Kind getauft. Warum sollte man sich taufen lassen? Und deswegen wird man umgebracht? Er hatte in seinem Leben noch nie darüber nachgedacht, dass man sich anders als ein Kind taufen lassen könnte. Und glaublich. Schaut kurz in der Bibel nach, ob es da ein Vers für die Erwachsenentaufe gibt. Als er nach dem Vers für die Erwachsenentaufe sucht, stellt er ganz schnell fest, dass es gar kein Vers für die Kindertaufe gibt. In jener Zeit, das ist die Zeit, wo Luther noch aktiv ist. Und er erkennt durch das Bibelstudium, ja, eigentlich müsste man sich als Glaubenstäufer sozusagen mit Glaubensentscheidung taufen lassen. Er erkennt das und nimmt das an für sich im Glauben. Das war damals keine einfache Sache, das anzunehmen. Denn wenn Sie sich noch an den ersten Teil erinnern, dann werden Sie wissen, dass Täufer schlecht angesehen waren. Wenn jemand die Überzeugung vertreten hat, dass man als Erwachsener getauft werden musste, dann gab es sofort eine rote Alarmglocke, die da bei allen, egal ob Katholiken oder auch Lutheranern oder Reformierten in der Schweiz, sofort ging. Und das war der Grund, warum auch viele ermordet worden sind. Und dann auch sein Bruder Peter. Das hatte nämlich zu tun mit diesen Fanatikern, die zur Zeit von Luther auch von der Taufe gesprochen haben. Übrigens sogar vom 7. Tag Sabbat und von vielen anderen Dingen. Und das alles mit einem furchtbaren Fanatismus verknüpft haben. Die haben von der Wiederkunft gesprochen, dass man die Offenbarung studieren muss und haben alles kurz und klein geschlagen und haben die Soldaten verprügelt und sich aufgeführt wie die letzten Chaoten und die Bibel hochgehalten. Und wenn man jetzt die Bibel studiert und dann vielleicht jemandem sagt, du, ich glaube, wir sollten uns als Erwachsene taufen lassen, was ist dann die Reaktion? Gehörst du auch zu diesen Wiedertäufern? Bist du auch einer von diesen Fanatikern? Und das hat er erlebt. Er hat 1536 mit der römischen Kirche gebrochen und wurde dann im Januar zum Ältesten in der Täuferbewegung ordiniert. Es gab nämlich viele, viele, viele Täufer, die mit diesen fanatischen Täufern in Münster und anderswo gar nichts zu tun hatten. Es gab nicht schon lange vorher Täufer und es hat auch später noch viele Täufer gegeben, die einfach nur durch die biblische Überzeugung sich entschieden haben, sich als Erwachsene taufen zu lassen. Und der große Verdienst von Menno war, er war nicht der Erste, der das entdeckt hat, aber sein großer Verdienst war, als er gesehen hat, in welcher schlimmen Lage die Täufer sind, durch diese Fanatiker hat er all die kleinen Gruppen von echten bekehrten Christen zusammengenommen und hat sie organisiert. Und hat all das zusammengenommen, was versprengt war und hat sozusagen eine Täuferkirche organisiert. Und die Geschichtsschreibung, die Kirchengeschichtsschreibung teilt die Geschichte der Täufer in drei Teile ein. Die Zeit vor Menno, die Zeit während Menno und die Zeit nach Menno. So einen gewaltigen Einfluss hat er auf diese Gruppe Christen gehabt.
[1:09:10] Der Kaiser Karl V., wie hat er wohl die Sache gefunden? Raten Sie mal. Also wenn es schon Luther nicht mochte, dann konnte er Menno ganz und gar nicht ab. Und das Ding war, dass die Niederlande zum Heiligen Römischen Reich gehört hat, aber keine Fürsten hatte. Und jetzt wissen Sie, was passiert? Der Karl hatte mehr oder weniger Narrenfreiheit. Und so hat er ein Edikt erlassen gegen Menno. Und alle sollten gefangen genommen und getötet werden, die auch nur von ihm getauft worden sind. Es sind Leute getauft worden von ihm und sechs Jahre später, als man es rausgefunden hat, hat man sie verbrannt. Allein das war schon ein todeswürdiges Vergehen. Und er war so wichtig für diese Bewegung, dass ab 1544, 1545 die Täufer jetzt schon Mennoniten hießen. Und vielleicht haben Sie den Namen mal gehört. Diese Gruppierung entsteht dort, hat nichts mit diesen fanatischen Täufern zu tun, sondern war einfach ganz treue Christen, die einfach geglaubt haben, wenn ich mich für Christus entscheide, dann möchte ich auch dann getauft werden und zeigen, Christus ist für mich gestorben und hat mir neues Leben gegeben durch seine Auferstehung. Und so sind sie wiederum auf die Scheiterhaufen gekommen. Und man muss hier auch ehrlicherweise sagen, nicht nur durch katholische Leute, sondern zum Teil auch durch Protestanten. Das heißt, die Frauen stellten sich neben den Marterpfahl ihrer Gatten und während diese das Feuer erduldeten, flüsterten sie ihnen Worte des Trostes zu oder sangen Psalmen, um sie aufzumuntern. Anderes Zitat: Jungfrauen legten sich, Achtung, lebendig in ihr Grab. Man hat die Frauen nicht verbrannt, man hat sie meistens dort lebendig vergraben. Interessant, oder? Sie wurden, sie haben sich entschieden fürs Wassergrab und haben dann ein Erdgrab bekommen. Hättest du dich taufen lassen, liebe Freund, liebe Freundin, wenn dir das vorbestünde? Sie legten sich lebendig in ihr Grab, als ob sie das Schlagzeug zur nächtlichen Ruhe betreten oder sie gingen in ihren besten Gewändern auf das Schafott oder in den Feuertod, als ob sie zur Hochzeit gingen. Was in der Welt kann ein Menschen dazu bringen, mit so einem Frieden im Herzen, egal ob Familienvater oder Tochter, ganz egal, egal ob Geschlecht, Alter, was auch immer, so zur Wahrheit zu stehen, die man entdeckt hat, so ein Frieden zu haben. Und das war auch zur Zeit der Täufer wahr. Semen est sanguis Christianum. Weiß jemand noch, was das übersetzt heißt? Ein Same ist das Blut der Christen. Weiß noch jemand, wer es gesagt hat? Das war der hier. Letzten Samstag Tertullian in seinem Brief an die römischen Kaiser.
[1:11:58] Menno Simons stirbt dann 1561. Er selbst hat lange Zeit wirken können und nur wenige Jahre später, nach seinem Tod, beginnt der Unabhängigkeitskampf der Niederlande. Da kommt Wilhelm von Oranien, vielleicht mal gehört, die Oranier. Und man schmeißt die ganzen Bilder aus den Kirchen weg und nach langem Kampf werden die Niederlande frei und unabhängig und haben dann religiöse Freiheit. Interessanterweise hat es in vielen Gegenden viel Blut gegeben. In Frankreich, in den Niederlanden, in Italien, zum Teil in Deutschland. Aber es gibt auch eine Gegend, wo in Europa die Reformation hineinkam, ohne viel Blut vergießen. Und das war hier, Skandinavien. Das hatte damit zu tun, dass es einige sehr gute Studenten in Wittenberg gab, die unter Luther studiert haben und die alle Skandinavier waren. Einer von ihnen, hier ist die Wittenberger Universität, ist das hier. Das ist der Reformator Dänemarks. Heute lernen wir was Neues. Wer ist der Reformator Dänemarks? Haben Sie überhaupt gewusst, dass es einen Reformator von Dänemark gab? Das ist Hans Tausen. Klingt schon so schön nordisch. Und Hans Tausen war auch in einem Kloster groß geworden in Dänemark und er war auch ein ziemlich begabter junger Mann gewesen. Man hat ihm gesagt, geh studieren nach Frankreich oder nach Deutschland und wir bezahlen es dir auch, aber auf keinen Fall geh nach Wittenberg. Einziger Ort, wo du nicht hingehen darfst. Er ist dann gegangen, war wohl in Rostock, war in Köln, hat die Schriften Luthers bekommen. Hey, was ist das denn? Wo lehrt der? Oh, in Wittenberg. Egal. Er ist dann nach Wittenberg gegangen und hat in Wittenberg studiert. Ist zurück nach Dänemark. Damals hat man kein Internet gehabt, man wusste ja nicht, wo der gewesen ist und er hat nicht gesagt, dass er in Wittenberg gewesen ist, hat einfach dort im Kloster unterrichtet. Ist aber relativ schnell aufgefallen, dass er wohl doch in Wittenberg gewesen war. Und da hat man etwas Dummes gemacht aus Sicht Roms. Man hat ihn nicht gefangen gesetzt, man hat ihn erst gefangen gesetzt, aber dann hat man ihn aus dem Kloster geschmissen. Jetzt war er auf freiem Fuß. Jetzt ist er rumgereist und hat gepredigt und dann ist er vom König 1530 nach Kopenhagen eingeladen worden, um dort zu predigen. Naja und 1537 war Dänemark protestantisch.
[1:14:14] Und hier ein anderes Land, das ist ein bisschen gebirgiger als Dänemark, was ja relativ flach ist, das ist Schweden. Und auch Schweden hat seine beiden Reformatoren gehabt und zwar Olaus und Laurentius Petri. Auch die beiden haben in Wittenberg studiert, hier an der Universität. Und so wie Luther und Melanchthon zusammengewirkt haben, haben auch diese beiden Brüder zusammengewirkt. So wie Luther der kräftige, starke und vorauspolternde war und Melanchthon der ruhige und bedachte und nicht wahr? Gemach, gemach, gründlich. So war auch Olaus so ein bisschen der schwedische Luther und Laurentius war der schwedische Melanchthon. Und zusammen haben sie vor allem mit ihm hier zu tun gehabt, mit König Vasa I. Ja, hier ist Vasa I. Und der hatte einen ziemlichen Hass auf Rom, weil Rom das Geld aus dem Land zog und auch irgendwie Unordnung im Land war und die Menschen mehr heidnisch geprägt waren als christlich. Und er hat dann ein Disput zugelassen zwischen diesen Reformatoren und den römischen Anhängern und diese Reformatoren waren ziemlich gut ausgebildet. Das interessante an der Reformation ist, man denkt ja meistens, ah da gab es den Luther, dann kennt man vielleicht noch Zwingli und Calvin und dann hört es auf. Nicht wahr? Das andere waren wahrscheinlich nur so Wasserträger. Wir wissen das heute nur nicht mehr. Olaus und Laurentius Petri waren genauso brillante Theologen wie Luther. Man hätte auch gut auf Luther verzichten können. Der Olaus hätte das auch selbst machen können, diese Reformation. Wenn es den Luther nicht gegeben hätte. Brillante Leute, die mit der Bibel in der Hand die Reformation verteidigt haben und die Bibel nach Schweden gebracht haben. Es heißt hier in Galater 1, Vers 8: Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht. Und so etwas sagen sie auch dem König. Sie sagen, schau her, das ist die Bibel, das ist Evangelium, daran halten wir uns. Wenn jemand etwas anderes predigt, sagt Paulus, ist er verflucht. Und König Vasa war relativ angetan, hat gesagt, das klingt interessant. Und so wurde 1527 auf einem Reichstag, wir hatten auch Reichstage damals, in Västerås die Reformation eingeführt. Und 1541 kam dann die Bibel auf Schwedisch heraus. 1526 schon die schwedische Übersetzung. Wann war nochmal das deutsche Neue Testament? 22 und wann das französische? 23 und das schwedische? 1526. Das ist wirklich interessant, wie innerhalb kürzester Zeit, in einem Jahrzehnt, fast in allen Sprachen, zumindest das Neue Testament, plötzlich in den originalen Sprachen vorlag. Da haben wir eine Ausgabe, hier 1541, Biblia, also den Rest kann ich nicht lesen, bin kein Svenska, ich war schwedisch. Und das ganze Land wurde protestantisch.
[1:17:01] Und jetzt möchte ich Ihnen mal eine Frage stellen. Schweden, so im Mittelalter, war das eine große Weltmacht oder eher so ein kleines unbedeutendes Ländchen? Also im späten Mittelalter war Schweden relativ unbedeutend. Kaum einer hat wirklich Notiz von genommen. Als die Reformation kam, hat sich das geändert. Die Reformation hat aus Schweden eine gewaltige Nation gemacht, so gewaltig, als dann hundert Jahre später der 30-jährige Krieg durch Deutschland fegt und die Reformation beinahe ausgelöscht wird, da kommen die Schweden nach Deutschland mit ihren Armeen. Und retten die Reformation. Na, sie haben sich nicht immer gut verhalten, es gibt noch ein paar komische Geschichten von denen, aber es war eine gewaltige militärische Macht geworden. Die Reformation hat diese Nation groß gemacht.
[1:17:50] Zum Abschluss gehen wir noch nach England. Gab es jemanden, der zur Zeit von Luther, dasselbe Werk wie Luther getan hat, in England, ja oder nein? Ja, das klingt doch schon mal vielversprechend. Wer war's? William Tyndale, ganz genau. Das ist Luther, das ist Tyndale. Und Tyndale war ein wirklich begnadeter Mann. Er wollte nämlich die Bibel ins Englische übersetzen, aber jetzt sollten Sie sagen, Moment mal, die Bibel gab es doch schon auf Englisch. Wer hat sie übersetzt? Wycliffe. Warum braucht man nochmal eine neue Bibel? Das Problem an der Wycliffe-Bibel waren drei Punkte. Erstens, sie wurde zu einer Zeit übersetzt, als es keinen Buchdruck gab, das heißt, es gab nur relativ wenig Exemplare, die zudem sehr teuer waren. Und zweitens war die Sprache mittlerweile schon relativ alt. Englisch hat sich auch weiterentwickelt. Und drittens war die Wycliffe-Bibel nur aus dem Lateinischen übersetzt, nicht aus dem Original, Hebräisch und Griechisch. Und das war für die damalige Zeit das Beste, was es gab, war wunderbar. Aber Tyndale wusste, es muss weitergehen. Übrigens, interessanter Punkt. Man hätte auch sagen können, wir haben ja das schon von Wycliffe, Ende aus. Wenn man neue Wahrheiten entdeckt, soll man auch weitergehen. Und er hat etwas benutzt, nämlich das griechische Testament, das vor kurzem von Erasmus von Rotterdam rausgebracht worden war. Das war seine große Tat. Also so viel ich vorher über ihn geschimpft habe. Hier muss man ihn loben, dass er das griechische Testament rausgebracht hat. 1516 war eine große Tat. Das ist der sogenannte Textus Receptus, falls Sie sich jemals für diese Debatte interessiert haben. Nur so nebenbei. Und Tyndale hat beim Lesen des griechischen Urtextes Christus erkannt und war ganz begeistert. Er sagt, wer hat denn den Adler gelehrt, seine Beute zu finden? Derselbe Gott lehrt seine hungrigen Kinder, ihren Vater in seinem Wort zu finden. Und dann sagt er nicht, ihr habt uns die Schrift gegeben, vielmehr habt ihr sie uns vorenthalten. Das war nämlich, als die Papstanhänger zu ihm gesagt haben, die Kirche muss die Bibel auslegen. Er sagte, Moment mal, ihr habt doch nicht mal die Bibel gegeben, ihr habt sie uns vorenthalten. Ihr seid es, die solche verbrennen, die sie predigen. Ja, ihr würdet die Schrift selbst verbrennen, wenn ihr könntet.
[1:20:00] Und dann hat er festgestellt, dass in seinem Werk als Reformator in England das Problem bestand, wann immer er zu einer Gemeinde gegangen ist und gepredigt hat, waren die Leute begeistert für die Reformation, dann ist er an einen anderen Ort gegangen und dann kam ein Priester zum ersten Ort und hat wieder gegen ihn gepredigt. Es ging immer auf und ab. Egal, wo er hingegangen ist, gab es Erweckung und Reformation, und dann ist er weggegangen und dann wurde alles wieder eingestampft. Das geht nicht. Die Leute können nicht von mir abhängig sein. Ich kann nicht überall gleichzeitig sein. Und dann hat er gesagt, während ich hier sehe, reißt der Feind dort wieder alles aus, wo ich gerade herkomme. Ich kann nicht überall zugleich sein. Oh, dass die Christen die Heilige Schrift in ihrer Sprache besäßen. So könnten sie den Sophisten selbst widerstehen. Ohne die Bibel ist es unmöglich, die Laien in der Wahrheit zu gründen. Ein katholischer Gelehrter sagt zu ihm, wir wären besser dran ohne Gottes Gesetz als ohne das Gesetz des Papstes. Und Tyndale hört sich das an und sagt, bist du dir sicher? Und sagt darauf, ich trotze dem Papst, samt allen seinen Gesetzen, wenn Gott mir das Leben schenkt, so soll in wenigen Jahren ein Bauernknecht, der den Pflug führt, die Schrift noch besser verstehen als du. Und er hat genau das erreicht.
[1:21:09] Was ist passiert? Er musste fliehen, ist 1523 nach London geflohen, wurde dann 1524 Student in Wittenberg. Es war in dieser Zeit, in diesem Jahrzehnt, ein Zentrum für die Reformation. Und dann 1525 hatte er die Bibel jetzt ins Englische übersetzt. Und jetzt musste er einen Druck erfinden. Er ist in mehrere deutsche Städte gegangen und wollte das drucken lassen. Und jedes Mal, wenn es fast so weit war, wurde es gestoppt. Verboten. Ist dann in eine andere Stadt gegangen, wollte es drucken lassen, gestoppt. Und dann hat er sich überlegt, in welche Stadt kann ich gehen? Und da fiel ihm ein, in Worms müsste es noch viele Luther-Freunde geben. Das war nicht so lange her, vor einem Reichstag. Und so geht er nach Worms, dort wo Luther gestanden hatte, einige Jahre zuvor. Und in Worms wird dann der erste Druck in Auftrag gegeben. 1526, einer Massenbibel für das englische Volk mit einer Erstauflage von 3000 Exemplaren. Da haben wir hier, für alle die Englisch lesen, ganz interessant. Und so weiter und so fort. Sehr spannend. Schon ein bisschen mehr als wir es kennen im Vergleich zu Wycliffe, aber immer noch interessant.
[1:22:28] Und diese Bibel musste jetzt nach England. Das Problem war, die Engländer hatten mitbekommen, was der Tyndale vorhat. Und hatten sogar gefordert, den Kaiser aufgerufen, Tyndale auszuliefern. Und man hat alle Häfen bewacht, dass diese Bibel nicht nach England kommt. Es ist ihnen aber trotzdem gelungen, Stück für Stück diese Bibeln einzuschmuggeln. Und dann waren diese Bibeln plötzlich über dem Land. Von London wurden sie verteilt. Und es gab jemanden, der auf eine ganz geniale Idee verfallen ist, wie man diese Bibeln doch vielleicht aus dem Verkehr ziehen könnte. Das war Cuthbert Tunstall. Und er war Bischof von Durham. Und er kam auf die Idee, was ist, wenn ich alle Bibeln aufkaufe und sie verbrenne? Das war eine gute Idee, oder? Das hat er gemacht. Er hat alle Bibeln, die er finden konnte, aufgekauft und hat sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Mal davon abgesehen, dass die Leute sich gefragt haben, warum verbrennt ein Bischof Bibeln? Und sich schon gefragt haben, was da irgendwie verkehrt ist. Hat er gedacht, er hat ein großes Werk getan. Was er nicht bedacht hatte, ist, dass er durch diese Aktion ganz automatisch auf einen Schlag ganz viel Geld in die Hände Tyndales wiedergebracht hat, der dadurch eine bessere und neuere Edition ausbringen konnte. Und was passiert ist, das ist kein Scherz, als Tyndales später gefangen genommen worden ist und gefragt worden ist, woher hast du all das Geld gehabt und wer hat dich gesponsert, diese ganzen Bibelübersetzungen rauszugeben? Da hat er gesagt, wollt ihr es wirklich wissen? Unser bester Sponsor war der Bischof von Durham.
[1:24:01] Naja, er hat dann 1530 gegen die Scheidung von Henry VIII, vielleicht kennt ihr ein bisschen was von dem, protestiert und so wie Johannes der Täufer ist ihm das nicht besonders gut bekommen, obwohl das richtig war, und ist 1536 auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Aber er war nicht der Einzige. Es gab andere Reformatoren zu seiner Zeit, zum Beispiel Latimer. Was von Latimer gehört? Hier haben wir Latimer, der seine Predigt hält vor König Edward. Und er sagt in dieser Predigt, stellen Sie sich vor, er predigt vor dem König und sagt, der Urheber der Heiligen Schrift ist Gott selbst und diese Schrift hat einen Anteil an der Macht und Ewigkeit ihres Urhebers. Es gibt weder Könige, Kaiser, Obrigkeit noch Herrscher, die nicht gebunden werden, seinem heiligen Wort zu gehorchen. Lasst uns keine Nebenwege einschlagen, sondern lasst das Wort Gottes uns leiten. Lasst uns nicht unseren Fehlern nachfolgen und auf das sehen, was sie getan haben, sondern auf das, was sie hätten tun sollen. Das ist Reformation. Schau nicht auf das, was die anderen gemacht haben, schau auf das, was sie hätten tun sollen. Das ist ja das, wo Karl V. gescheitert ist. Latimer war ein Mann Gottes. Und es gab viele. Barnes und seine Freunde, Frith oder Ridley, Cranmer, alles Namen, die wir heute vergessen haben. Und fast alle von denen verbrannt worden. 1533, 1540 Robert Barnes verbrannt worden.
[1:25:23] Latimer hat eine interessante Predigt gehalten, das fand ich so toll, dass ich das unbedingt einfügen kann. In einer Predigt fragt er folgendes: Ich muss euch eine seltsame Frage stellen. Wisst ihr, wer der eifrigste Bischof und Prälat in England ist? Ich sehe, ihr horcht und wartet auf seinen Namen. Ich will ihn nennen, es ist der Teufel. Er entfernt sich nie aus seinem Kirchsprengel, sucht ihn, wann ihr wollt, er ist immer zu Hause. Er ist stets bei der Arbeit, ihr werdet ihn nie träge finden, dafür bürge ich euch. Wo der Teufel wohnt, dort weg mit den Büchern und Kerzen herbei. Weg mit den Bibeln und Rosenkränze herbei. Weg mit dem Licht des Evangeliums und Wachsstöcke hoch. Ja, sogar am hellen Mittag. Nieder mit dem Kreuz Christi, es lebe das Fegefeuer, das die Taschen leert. Wow. Hinweg mit dem Bekleiden der nackten Armen und Lahmen, herbei mit der Verzierung von Bildern und der bunten Schmückung von Stock und Stein. Herbei mit menschlichen Überlieferungen und Gesetzen, nieder mit Gottes Einrichtung und seinem Allerheiligsten Wort. Meine Güte, aber gab es damals tolle Prediger. Wo sind die heute alle hin? Oh, dass unsere Prälaten so eifrig wären, um mit guter Lehre auszustreuen, wie Satan fleißig ist, allerlei Unkraut zu säen.
[1:26:29] Auch dort Namen, die wir vielleicht gar nicht so kennen, zur gleichen Zeit wie Luther, zur gleichen Zeit wie Zwingli, zur gleichen Zeit wie Calvin oder wie Lefebvre oder wie all die anderen. Tausend, Petri in England. Leute, die dasselbe gelehrt haben und von Gott benutzt worden sind, Reformation in ihr Land zu bringen. Das ist eine besonders bewegende Geschichte. Ridley und Cranmer, 1555 in Oxford auf dem Scheiterhaufen. Man kann heute, wenn man in Oxford ist, auf der Straße gibt es eine kleine Plakette, wo sie gestanden haben. Und einer von ihnen sagt zum anderen, es war nicht Cranmer, es war Latimer, er sagt zu Ridley: Sei guten Mutes, wir werden heute durch Gottes Gnade ein Licht in England anzünden, das, wie ich hoffe, nie ausgelöscht werde. Das Feuer wurde gelegt, sie sind verbrannt worden. 1555, Ridley und Latimer verbrannt. 1556, Thomas Cranmer verbrannt.
[1:27:28] Seine Geschichte ist besonders interessant. Sieht jemand, was er hier tut im Feuer? Er hält seine rechte Hand ins Feuer. Das hat folgende Bewandtnis. In seiner Verurteilung hatte er widerrufen. Er hatte nicht nur mündlich widerrufen, er hatte schriftlich widerrufen. Ihm war ein Dokument vorgelegt worden, ob er all das widerruft, was Luther und Tyndale und Ridley und Latimer gesagt haben, dass sie in die katholische Kirche möchten. Er hat unterschrieben. Er hat gehofft, das Leben zu bekommen. Es ist mitgeteilt worden, du wirst trotzdem verbrannt. Dann hat er gefragt, darf ich wenigstens noch eine Predigt halten, bevor ich verbrannt werde. Er hat gesagt, nur wenn du den Predigttext einreichst. Er hat eine Predigt geschrieben, hat den Text eingereicht, war nichts dran zu finden. Konform, du darfst predigen. Er hat sich hingestellt, hat die Predigt auch so angefangen, wie es dort steht, und hat seine Predigt im Laufe der Predigt verändert. Er hat gepredigt das Evangelium, weil er wusste, es ist seine letzte Chance. Er hat die Menschen gewarnt und gesagt, wenn ihr mich gleich brennen seht, dann achtet darauf, ich werde meine rechte Hand zuerst ins Feuer halten, denn mit dieser rechten Hand habe ich den Glauben verleugnet. Die Papstanhänger waren wütend, haben ihn von der Kanzel gezerrt, ins Feuer geworfen. Er hat seine rechte Hand zuerst ins Feuer gehalten. Das hat ihn so geschmerzt, so wie Hieronymus, dass er das getan hat.
[1:28:56] Einer nach dem anderen. Auch in Schottland gab es Leute, die das Evangelium verkündigt haben. Wir hatten ja im zweiten Vortrag gesprochen über Iona, damals Anfang des Mittelalters, über Kolumban. Ihr Werk war nie ganz völlig ausgerottet worden, obwohl nach einiger Zeit, so um 1200, Rom alles kaputt gemacht hatte. Zur Zeit von Wycliffe waren einige Leute auch nach Schottland gegangen. Zur Zeit der Reformation gab es Schriften von Luther und auch die Tyndale-Bibel in Schottland. Es gab einige Reformatoren in Schottland, die verbrannt worden sind, zum Beispiel George Wishart, Patrick Hamilton und George Wishart. Kennt heute kein Mensch mehr so wirklich. Adlige, die für die Reformation verbrannt worden sind. Hier haben wir ihre Namen und Daten. Aber dieser Wishart hatte einen Schüler. Und dieser Schüler war ein besonderer Mann. Und sein Name war John. Knox. Habt ihr schon Knox gehört? Der Mann war wirklich knackig.
[1:30:10] John Knox wurde bekehrt und wurde dann von einigen Freunden aufgefordert zu predigen. Und er hat sich nicht getraut. Er hat tagelang gebetet, soll ich Reformator werden oder nicht? Soll ich wirklich predigen? Soll ich rumherziehen und mich der Sache aussetzen? Und er hat gebetet und dann hat er sich entschieden, ich mache es. Und weiß jemand, was er als erste Predigt in Schottland öffentlich gepredigt hat? Welches Thema? Ganz berühmte Predigt. Welches Kapitel würden Sie in der Bibel predigen, wenn Sie sich das Ziel setzen, ein Land zu reformieren? Wo würden Sie predigen? Welches Kapitel? Okay, ich sage es Ihnen. Wissen Sie, worüber er gepredigt hat? Über Daniel 7. Er hat hingestellt und gesagt, pass auf, hier sind die Weltreiche. Babylon, Mitte Persien, Griechenland, Rom, Papsttum. Die Königin von Schottland, Maria, hat später gesagt, ich fürchte die Gebete von John Knox mehr als stehende Armeen. Hat das jemand mal schon von Ihnen gesagt? Dass jemand ihre Gebete mehr fürchtet als äußerliche Gewalt? John Knox war ein Mann des Gebets, ein Mann des Wortes. Er hat gepredigt wie kaum ein anderer und hat Schottland protestantisch gemacht.
[1:31:40] Hier haben wir die Königin, Maria, die ihn einmal gefragt hat, also warum kannst du mich nicht entscheiden lassen, wie hier angebetet wird? Und John Knox sagt folgendes: Verzeihung, Königin, da die richtige Religion weder ihren Ursprung noch ihre Autorität von weltlichen Fürsten, sondern von dem ewigen Gott allein erhält, so sind die Untertanen nicht gezwungen, ihren Glauben nach dem Geschmack ihrer Fürsten zu richten. Bingo. Denn oft kommt es vor, dass die Fürsten vor allen anderen in der wahren Religion am aller unwissendsten sind. Das hat er der Königin gesagt. Jetzt schauen Sie mal dieses Argument an, das finde ich super. Hätte Abraham die Religion Pharaos angenommen, dessen Untertanen sie lange waren, welche Religion, ich bitte Sie, Madame, würde dann in der Welt gewesen sein? Oder wenn in den Tagen der Apostel alle Menschen die Religion der römischen Kaiser gehabt hätten, welche Religion würde dann auf der Erde gewesen sein? Man kann nicht immer dem König folgen. Und so, Madame, können Sie sehen, dass Untertanen nicht von der Religion ihrer Fürsten abhängen, wenn ihnen auch geboten wird, ihnen Ehrfurcht zu erzeugen. Wir wollen freundlich sein, wollen liebe Freunde sein, wollen keine Revoluzzer sein, aber Religion entscheide ich selbst. Lieber Freund, liebe Freundin, einer nach dem anderen, den wir heute anschauen, hat dasselbe gesagt. Du, lieber Freund, liebe Freundin, bist selbst verantwortlich für das, was du glaubst. Weder deine Eltern, noch deine Familie, noch deine Freunde, noch der König, wenn es einen geben würde, können dir verbieten oder dich hindern oder dich beeinflussen in dem, was du glaubst. Und dafür sind diese Leute, haben sie alles gegeben.
[1:33:11] Das überspringen wir aus Zeitgründen. Wir wollen zum Allerletzten kommen. Was wir heute machen, nur wenige Minuten noch. England wurde protestantisch, anglikanisch. Das Problem war dann nur gewesen, dass die Kirche protestantisch hieß, aber nicht so viel Protestantismus noch mal drin war. Und dass man im Wesentlichen das Oberhaupt gewechselt hat, vom Papst zum König, aber nicht so wirklich den Inhalt. Und so wurden dann im 17. Jahrhundert wieder Leute verfolgt. Aber diesmal nicht von Romanhängern, sondern von Protestanten. Leute wie John Bunyan, der gewagt hat, das Evangelium etwas klarer zu formulieren, wurde von der anglikanischen Kirche ins Gefängnis gesteckt und hat dort das berühmte Buch geschrieben, The Pilgrim's Progress zum Beispiel. Einige von denen wurden so sehr verfolgt, dass sie ausgewandert sind. Weiß jemand, wohin? Amerika. Wenn Sie wissen wollen, was da passiert ist, sehr spannende Geschichte, seien Sie am Dienstag herzlich eingeladen. Da sind Sie angekommen und was mehr passiert ist, erzählen wir am Dienstag.
[1:34:13] Und dann gab es gegen im 18. Jahrhundert zwei Leute, die wir als letzte Reformatoren heute kurz noch ansprechen wollen. Weiß jemand zumindest, wer das hier ist? Ja, das ist John Wesley. Schon gehört, John Wesley? Jetzt aber schon im 18. Jahrhundert. Zu seiner Zeit war das Kirchleben so tief wieder im Dunkeln gewesen, trotz des protestantischen Namens, dass es eine Erweckung nötig hatte. Sein Partner ist George Whitefield, der hier daneben ist. Die Lehren von Luther waren nach 200 Jahren später wieder völlig in Vergessenheit geraten worden. Und John Wesley hat auf seinem vermeintlichen Sterbebett, er war als junger Mann sehr sterbenskrank geworden, auf die Frage, hast du die Sicherheit, dass du im Himmel sein wirst, nur folgendes geantwortet: Ich habe mich nach Kräften bemüht, Gott zu dienen. Und der Fragesteller hat gesagt, bist du dir sicher, dass das reicht? Und dann sagt er: Sind meine Bemühungen nicht ein genügender Grund der Hoffnung? Würde er mir dieses rauben, so hätte ich nichts anderes, worauf ich vertrauen könnte. Von Gerechtigkeit aus Glauben war schon lange keine Spur mehr in der anglikanischen Kirche. Und so wie Martin Luther 200 Jahre zuvor in Erfurt gerungen hat, wie kann ich Frieden im Herzen haben? Es ist 200 Jahre später, die Wissenschaft ist vorangeschritten, die Technik ist vorangeschritten, Zivilisation ist vorangeschritten, die Frage des Magna Conflictio, wie werde ich gerecht vor Gott, war immer noch dieselbe. Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott? Es ist in allen Jahrhunderten, in allen Zeitaltern, in allen Kulturen dieselbe Frage gewesen. Deswegen ist auch heute dieselbe Frage, wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott?
[1:35:51] John Wesley versucht es, indem er ganz besonders heilig sein möchte. Er gründet 1729 den Holy Club in Oxford mit seinen Mitstudenten, einigen von ihnen. Und sagt, wir sind jetzt ein Club, wir treffen uns immer, versuchen so heilig wie möglich zu leben. Interessant, oder? Studentengemeinschaft, die nicht Party machen will, nicht saufen will, nicht das machen will, will heilig leben. Das haben wohl die anderen Studenten gesagt. Ihr seid ein bisschen zu methodisch in eurem Studium, haben sie gesagt. Und es ist interessant, dass in jener dunklen Stunde des Protestantismus, es eine Gruppe von Menschen gab, die wieder Leben hinein injiziert haben, vor denen es keiner geglaubt hätte. Nachfahren der alten Hussiten.
[1:36:37] Jetzt, was in der Welt haben die Hussiten aus dem 15. Jahrhundert zu tun mit der anglikanischen Kirche im 18. Jahrhundert? Hier ist die Geschichte. Die Hussiten waren fast vollständig ausgerottet worden im 15. Jahrhundert, die Nachfolger von Hus. Einige wenige hatten als böhmische Brüder überlebt und auch die waren ausgerottet worden. Und von denen hatten noch ganz wenige überlebt und die waren später nach Sachsen übergewechselt und waren da als Brüdergemeinde bekannt. Vielleicht habt ihr mal was von Graf Zinzendorf gehört? Das war ihr Prediger. Und die haben da noch überlebt und haben ein ziemlich reines Christentum gepredigt. Und John Wesley ist, Achtung, am 14. Oktober 1735, aufgebrochen zu einer Reise nach Amerika, um dort die Indianer zu missionieren. Und auf dem Schiff hat er dort solche böhmischen Brüder, solche aus der Brüdergemeinde getroffen. Und ihnen ist aufgefallen, dass die so anders waren als die Engländer. Die Engländer waren stolz, nicht wahr? Trinken Tee. Und diese Brüder, die schrubben freiwillig den Boden da und melden sich freiwillig, wenn es darum geht, wie abwaschen, all die untersten Dienste. Und wenn man sie fragt, macht ihr das dann vielleicht noch freiwillig ohne Bezahlung? Das ist gut für unser stolzes Herz, wir wollen gern dienen. Was sind das für Leute? Und naja, es kam, wie es kommen musste, es kommt zu einem gewaltigen Sturm, mitten auf dem Atlantik. Und John Wesley sagt, während sie gerade einen Psalm sangen, mit dem ihr Gottesdienst begann, brach eine Sturzwelle herein, riss das große Segel in Stücke, bedeckte das Schiff und ergoss sich zwischen die Decks, sodass es schien, als ob die große Tiefe uns bereits verschlungen hätte. Und den Engländern erhob sich ein furchtbares Angstgeschrei. Die Brüder, im Englischen heißt es original die Deutschen. Aber es ging um die Brüder. Die Brüder aber sangen ruhig weiter. Ich fragte nachher einen von ihnen, waren sie nicht erschrocken? Er antwortete: Gott sei Dank nicht. Aber sagte ich, waren ihre Weiber und ihre Kinder nicht erschrocken? Er erwiderte mild: Nein, unsere Weiber und Kinder fürchten sich nicht zu sterben. Wow, das hat ihn getroffen.
[1:38:47] Und dieselbe Frage, die all die anderen schon hatten, nicht wahr? Die Calvin hatte, wie kann der so ein Frieden im Herzen haben, den ich nicht habe? Diese Frage war bei ihm jetzt auch. Vielleicht haben sie heute auch diese Fragen im Herzen. Warum konnten die alle im 15., 16., 17., 18. Jahrhundert so einen Frieden im Herzen haben, den ich noch nicht habe? Er kam dort in Amerika an. Seine Indianermission war nicht so erfolgreich, aber er hat viel Zeit verbracht mit den Brüdern dort. Und er sagt, sowohl die große Einfachheit als auch die Feierlichkeit des Ganzen ließen mich die dazwischenliegenden 1700 Jahre beinahe vergessen und versetzten mich in eine Versammlung, wo Form und Staat nicht galten, sondern wo Paulus der Zeltmacher oder Petrus der Fischer unter Bekundung des Geistes und der Kraft den Vorsitz hatten. Er hat sich gefühlt wie bei den Urchristen.
[1:39:41] Und dann kommt er zurück nach England und am 24. Mai 1738 hat er ein besonderes Erlebnis. Es heißt das Aldersgate-Street-Erlebnis. Er ist in Aldersgate Street bei einem Vortrag. Der hieß nicht Magna Conflictio, aber es ging auch um Luther. Was sagen Sie dazu? John Wesley hat sein besonderes Erlebnis mit Gott in einem Vortrag gehabt, wo es um Luther ging. Und als dort in diesem Vortrag Zitate von Luther vorgelesen wurden, sagt er später: Ich fühlte mein Herz seltsam erwärmt. Er saß dort, so wie sie heute hier sitzen oder vielleicht vor dem Livestream sitzen. Damals gab es noch keinen Livestream. Und er hat auch diese Zitate gehört über die Gerechtigkeit aus Glauben, was Luther damals gesagt hat über die Reformatoren. Und als er da saß, hat er gesagt, irgendwas bewirkt das in meinem Herzen. Ich fühlte, dass ich mein ganzes Vertrauen für mein Seelheil auf Christus, ja auf Christus allein setzte. Und ich erhielt die Versicherung, dass er meine, ja meine Sünden weggenommen und mich von dem Gesetz der Sünde und des Todes erlöst hatte.
[1:40:58] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du diese Vorträge bisher angeschaut hast, hier oder im Internet, ist dein Herz auch seltsam gewärmt worden. Hast du auch das Gefühl bekommen, was die erlebt haben, diesen Frieden, das möchte ich auch haben. Könnte es sein, dass Jesus nicht nur für die Sünden von Luther gestorben ist und nicht für Sünden von Zwingli und von de Bary und von Hus und von ich weiß nicht wem, sondern auch für meine Sünden, für deine Sünden, für deine, liebe Zuschauer, der du gerade zuschaust oder später die Aufnahme siehst, für deine Schuld, dass Jesus genauso dein Gott sein kann? Er hat Jesus gesehen. Er hat sein Herz Jesus ausgeschüttet. Und hatte Frieden im Herzen. Und ja, er hat weiter ein heiliges Leben gepredigt, aber jetzt nicht mehr als ein Mittel, um erlöst zu werden, sondern weil er sich so sehr gefreut hat, dass Jesus schon alles getan hat. Weil er sich so sehr gefreut hat, wollte er jetzt gern Gottes Gebote halten, die damals sehr in Verachtung waren. Damals gab es viele Leute, die gesagt haben, wir brauchen Gottes Gesetz nicht mehr und es ist abgeschafft. Aber er wusste, dass das nicht der Fall ist.
[1:42:16] Der Grund war, damals gab es viele Leute, die gesagt haben, Gott hat in seiner Weisheit schon entschieden, ob du gerettet bist und du nicht. Gott hat dich bestimmt zur Errettung und dich nicht. Und dich ja und dich nicht. Und weil er das bestimmt hat, brauchen wir kein Gesetz, weil du, der schon erwählt bist, wirst sowieso im Himmel sein und du, der du verloren wirst, kannst machen, was du willst. Das war so die gängige Lehre seiner Zeit. Und dass das ziemlich den Menschen zerdrückt, kann man sich vorstellen. Wesley hat gesagt, als er die Bibel studiert hat, die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen. Denn dies ist gut und angenehm vor Gott und seinem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Kenntnis der Wahrheit kommen. Lieber Freund, liebe Freundin, Gott möchte, dass du gerettet wirst. Denn es ist ein Gott und ein Mitleid zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat. Jesus ist für dich gestorben. Gott hat niemanden vorher ausgewählt und gesagt, du wirst gerettet, du nicht. Du hast eine echte Chance. Wirst du diese Chance nutzen?
[1:43:22] Wir wollen heute genau das erleben, was hier steht in Johannes 1, Vers 9. Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen. Und ich bin mir ganz sicher, wenn du nur ein bisschen aufgepasst hast, diese Vorträge, wirst du wissen, dass Christus zu deinem Herzen gesprochen hat. Der Heilige Geist hat dein Herz, bin mir ganz sicher, berührt.
[1:43:44] Das überspringen wir. Ich möchte direkt zum Punkt kommen heute. Wir wollen jetzt eine Entscheidung fällen. Ich möchte Ihnen die Möglichkeit geben, eine Entscheidung zu fällen. Während jetzt Karten ausgeteilt werden, dürfen Sie darüber nachdenken, ob Sie diese Entscheidung Christus als Ihren persönlichen Heiland anzunehmen, ob Sie das zu Ihrer Entscheidung heute machen wollen. Vielleicht haben Sie heute kein Aldersgate-Street-Erlebnis, aber vielleicht ein Kissinger-Straße-43-Erlebnis oder ein www.magnakonflikte.de-Erlebnis gehabt, das Ihr Herz seltsam gewärmt worden ist. Und wenn wir jetzt ein Musikstück hören, haben Sie Zeit, darüber nachzudenken. Und für alle, die am Livestream sind, möchte ich kurz Ihnen erklären, wofür Sie sich entscheiden können. Sie können sagen, heute, nach diesem Vortrag, möchte ich sagen, dieses Thema hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich möchte dieses Thema vertiefen. Ich habe das Gefühl, Gott hat zu mir gesprochen. Wenn das Ihr Wunsch ist oder wenn das für Sie zutrifft, dann können Sie das einfach anklicken, hier anstreichen oder auch im Internet eine Nachricht schicken. Wenn Sie sagen, ich nehme Jesus Christus als meinen persönlichen Erlöser an, dann können Sie das ankreuzen, diese Entscheidung heute versiegeln. So wie all die vielen Leute, von denen wir heute gehört haben, diese Entscheidung getroffen haben und ein glückliches, zufriedenes Leben gelebt haben mit ihm. Und Sie können auch ankreuzen, wenn Sie sagen möchten, ich wünsche ein persönliches Gespräch. Vielleicht gibt es Dinge, die auf meinem Herzen sind und ich weiß nicht, wohin damit. Und es gibt die Möglichkeit, darüber zu reden. Und wir freuen uns, wenn wir mit Ihnen Kontakt aufnehmen können, um diese Entscheidung zu besiegeln. Ich weiß nicht, wofür Sie sich heute entschieden haben. Sie können Ihre Entscheidung uns gerne mitteilen, indem Sie diese Karte am Ende, beim Ausgang, abgeben. Und wir freuen uns darüber, wenn Sie vor allem das hier angekreuzt haben. Denn darum geht es in all dem, was wir machen. Jesus Christus ist für uns gestorben. Er ist für dich gestorben. Und er möchte, dass du dieselbe glückliche Erfahrung hast, wie Luther, Zwingli, de Bary, Tyndale, Petri, wie sie alle hießen. Und wenn unser Herz heute auch ein bisschen warm geworden ist für Christus, dann möchte ich Sie einladen, dass wir einfach gemeinsam ein Abschlussgebet sprechen, um diesen Abend zu beenden.
[1:46:02] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir in der Vogelperspektive so viele Männer und Frauen sehen konnten, die treu zu dir standen, die mit Frieden im Herzen die Wahrheit verteidigt haben und die alles bereit waren, aufzugeben, nur um dich zu haben. Da waren Fürsten dabei, die ihre Fürstenzimmer verlassen wollten zur Not. Da waren junge Frauen dabei, die sich haben lieber lebendig vergraben lassen. Da waren brillante Männer, die eine große Karriere hätten haben können, aber sie haben alles gegeben für dich. Und du wirst es ihnen einmal in aller Ewigkeit lohnen, denn sie haben das ewige Leben erreicht. Da gab es andere, die haben auf diese Welt geachtet. Die haben wie Karl V. und wie Franz I. Politik oder weltlichen Gewinn zu ihrer größten Prämisse gemacht und sind als enttäuschte, frustrierte, gebrochene Männer gestorben. Jesus, das möchten wir nicht. Wir möchten ein ewiges Leben mit dir. Und wir danken dir, dass in diesem Magna Conflict, in diesem großen, gewaltigen Konflikt, dein Wort hell leuchtet wie eine Fackel. Wir haben gesehen, wir sind nicht außerhalb dieses Konfliktes, wir sind mittendrin. Wir wollen von diesen Männern und Frauen lernen und danken dir, dass du, Herr Jesus, für uns gestorben bist, dass du unser persönlicher Heiland bist. Und wenn wir weiter dieses Thema studieren und jetzt immer mehr Richtung unserer Zeit gelangen und die Konflikte sehen, die in unserer Zeit brennen werden, dann danken wir dir von ganzem Herzen, dass du auch weiter in uns führen wirst und uns bald wieder gesund zusammenbringen wirst. In deinem Namen beten wir, Jesus. Amen.
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