[1:20] Einen wunderschönen guten Abend. Schön, Sie heute Abend hier zu sehen, zu unserem zweiten Abend von Magna Conflictio und schön, dass auch Sie zuschauen auf www.magnaconflictio.de. Vielleicht haben Sie zu den Glücklichen gehört, die gestern zuschauen konnten. Im Laufe des Abends sind es dann so viele geworden, dass der Computer, also nicht der Computer, der Server total abgeschmiert ist, in die Knie gegangen ist und dann hat es etliche gegeben, die das nicht mehr konnten. Unsere Techniker haben tatsächlich gestern Abend und heute viele Stunden verbracht, das Problem zu lösen und so wie wir hören, ist das Problem wohl gelöst und wir freuen uns, dass Sie auch jetzt live dabei sein können und hoffen, dass das auch so bleibt.
[2:05] Uns haben Fragen erreicht, mich hat eine Frage erreicht und auch hier vielleicht der Hinweis an alle, die uns live zuschauen. Wenn Sie auf Magna Conflictio auf der Internetseite, von Ihnen aus gesehen, auf der linken Seite, da ist so ein kleiner schwarzer Button, da steht Fragen Feedback. Wenn Sie da drauf klicken, können Sie nicht nur Ihr Feedback geben, sondern auch eine Frage stellen. Wir werden versuchen, die Fragen nach Möglichkeit hier zu beantworten. Wenn jemand vor Ort eine Frage hat, kann er einfach nach dem Vortrag direkt zu mir kommen und wir können ihn dann auch gemeinsam hier öffentlich dann behandeln.
[2:37] Gestern ist die Frage gestellt worden: Gibt es auch außerbiblische Zeugnisse, also zum Beispiel in der römischen Geschichtsschreibung über Jesus? Wir haben ja gestern viel über römische Geschichtsschreiber gehört und gibt es dort auch Zeugnisse über Jesus? Weil meistens, wenn man über Jesus spricht, greift man sofort zur Bibel und hat nur die Bibel. Und ja, es gibt sie. Ich habe nur zweimal mitgebracht hier. Das eine stammt von Tacitus, einem der berühmtesten Geschichtsschreiber überhaupt der römischen Analen. Er sagt folgendes: Christus, von dem sie ihren Namen bekommen hatten, er spricht von den Christen, war durch das Urteil des Prokurators Pontius Pilatus exekutiert worden, zu der Zeit, als Tiberius Kaiser war. Und der elende Aberglaube, also nicht besonders viel vom Christentum gehalten, war für einen kurzen Moment aufgehalten, nur um erneut auszubrechen, nicht nur in Judäa, dem Heim der Plage, sondern sogar in Rom selbst. Wir haben also bei römischen Geschichtsschreibern Hinweise auf die Existenz eines Jesus Christus und auf die Existenz von Christen, die nicht nur in Judäa gelebt haben, sondern sogar bis nach Rom, zur Zeit von Tacitus, gekommen waren.
[3:41] Anderes Beispiel ist der schon gestern erwähnte Geschichtsschreiber Josephus. Und der sagt einige interessante Dinge. Und das ist, wie gesagt, nicht aus der Bibel. Wenn man das liest, hat man den Eindruck, man liest die Bibel, aber sie lesen hier einen anerkannten Geschichtsschreiber. Das heißt, nun gab es zu jener Zeit einen weisen Menschen, Jesus, wenn es erlaubt ist, ihn ein Menschen zu nennen. Denn er tat wundervolle Dinge und war ein Lehrer solcher, die die Wahrheit gerne annehmen. Er zog viele sowohl von den Juden als auch von den Heiden zu sich. Er war der Christus. Und als Pilatus auf Vorschlag unserer Führer ihn zum Kreuz verurteilte, verließen ihn die nicht, die ihn zuerst geliebt hatten. Jetzt Achtung. Denn er erschien ihnen erneut lebendig am dritten Tag. Das steht in seinem Hauptgeschichtswerk Die jüdischen Altertümer. Diese Stelle ist sehr umstritten. Die moderne Geschichtswissenschaft sagt, das kann der nicht geschrieben haben. Das klingt zu sehr nach der Bibel. Deswegen versuchen sie das als Fälschung nachzustellen. Es gibt aber keinen Hinweis, dass es gefälscht ist. Das hat er wirklich so geschrieben. Und das macht natürlich vielen heutigen Wissenschaftlern Bauchschmerzen. Es heißt hier, er ist lebendig erschienen am dritten Tag, so wie die göttlichen Propheten dies und 10.000 andere wundervolle Dinge über ihn vorhergesagt hatten. Und dann heißt es am Ende, und der Stamm der Christen, da sieht man, dass er kein Christ war, er nennt sich ein bisschen komisch, der Stamm der Christen, der nach ihm benannt wurde, ist bis heute nicht ausgestorben.
[5:06] Also nicht nur in der Bibel, sondern auch in den ganz säkularen Quellen, die in beiden Fällen, sowohl Tacitus als auch Josephus, beides keine Christen waren und anerkannte Geschichtsschreiber, finden wir ganz deutliche Hinweise, die die Bibel und ihre Details bestätigen. Also noch einmal die Einladung, wenn Sie eine Frage haben zu unseren Vortragsthemen, scheuen Sie sich nicht, die Frage zu stellen. Und wir werden versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen sie zu beantworten.
[5:30] Kommen wir jetzt zu unserem Quiz. Wir hatten gestern wie viele Fragen gestellt? Fünf. Wer von uns hat während des Vortrags diese Fragen beantworten können? Einige. Wollen wir sehen, ob wir das alle hinbekommen haben. Die erste Frage war: Wann wurde Jerusalem zerstört? 70 nach Christus. Ganz genau. Die zweite Frage war: Welcher Feldherr hat Jerusalem zerstört? Titus. Und Titus war der Sohn von? Vespasian. Genau. Er ist dann übrigens ein Jahr später selbst Kaiser geworden, weil sein Vater dann gestorben war. Die dritte Frage war: Wie viele Jahre zuvor wurde die Zerstörung angekündigt? Jetzt bin ich gespannt. Wir hatten die Zahl 35 Jahre auf dem Bildschirm. Aber die 35 Jahre bezogen sich zwischen dem Zeitpunkt der Vorhersage und dem ersten Antreffen der römischen Armee. Weißt du noch, welches Jahr das war? Das war im Jahre 66. Das war als Cestius Gallus, dieser römische Gouverneur, ankam. Das waren 35 Jahre. Aber zerstört wurde Jerusalem im Jahre 70. Das heißt, es waren insgesamt? 35 plus 4 sind? 39 Jahre. Genau. Im Jahre 31 hatte Jesus das angekündigt auf dem Ölberg, kurz vor seiner Kreuzigung und fast 40 Jahre später, im Jahre 70, ist es eingetroffen. Und wir erinnern uns an die Worte, die er dort gesprochen hat.
[7:01] Und dann hatten wir folgende Frage: Was war das angekündigte Fluchtzeichen? Das Gräuel der Verwüstung. Und das Gräuel der Verwüstung sollte was sein? Ausgelegt. Eine Belagerung durch feindliche römische Heere. Ganz genau. Und da waren diese Standarten, diese Götzensymbole, die dort das Fluchtzeichen ausgemacht haben. Und wer ist alles dieser Zerstörung entkommen? Alle Christen, die Jesus einfach geglaubt haben. Jeder, der Jesus geglaubt hat, ist gerettet worden. Wir haben gestern gelernt, dass das nicht nur für damals galt, sondern dass diese kleine Geschichte die ganze Geschichte ist. In einer Nussschale. Wie in einem Romanesco.
[7:53] Und heute habe ich wieder fünf Fragen, die im Laufe des heutigen Abends beantwortet werden. Und heute werden wir ein bisschen schwieriger werden. Wir werden wieder einfach anfangen, aber werden ein, zwei Fragen haben, die uns herausfordern werden. Die erste Frage, und bitte nicht antworten: Welche Stadt befindet sich auf sieben Hügeln? So heißt unser Vortrag. Zweite Frage: Welcher Kaiser verbannt Christen und Heidentum? Auch das vielleicht für den einen oder anderen. Schauen wir uns mal diese Frage an. Wer schrieb das Diktatus Papaei? Nur so mit Handzeichen, ohne raussuchen. Wer weiß es? Da freue ich mich. Da werden wir heute was Neues lernen. Mal sehen, wie es bei der nächsten Frage ist. Wofür ist das Tal Pellice bekannt? Einige nicken zustimmend. Wir werden heute darüber mehr erfahren. Zu der letzten Frage: Wenn Sie das wissen, sind Sie wirklich ein Geschichtsexperte. Wer war im 14. Jahrhundert Rektor von Lutterworth? Was überhaupt ist Lutterworth? Wenn Sie das schon nicht wissen, dann sind Sie heute genau richtig hier. Wir werden diese Fragen beantworten. Am Dienstag werden wir sehen, ob wir es alle gut aufgepasst haben und das dann wiedergeben können.
[9:23] Bevor wir beginnen, möchte ich auch diesen Abend beginnen mit einem Gebet. Wir haben heute viel spannenden Stoff vor uns. Wir brauchen den Heiligen Geist, um das alles gut begreifen zu können. Ich lade Sie ein, mit mir ein kurzes Anfangsgebet zu sprechen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir zu dir kommen können. Wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass dein Wort uns Richtschnur sein darf und dass wir aus der Geschichte viele spannende Dinge lernen dürfen. Und dass wir von dir gelehrt werden. In deinem Namen beten wir Jesus. Amen.
[9:57] Bevor wir heute beginnen, die sieben Hügel in unserem ersten Vortrag zu erkunden, wollen wir einen Schritt zurück machen, um dann eine ganze Reihe von Schritten vorwärts zu gehen. Gestern Abend haben wir gesprochen über Jesus, der dort am Ölberg saß und geweint hat. Können wir uns erinnern? Diese herzzerreißenden Worte, Jerusalem, und wir hätten gesehen, wie er auf Jerusalem geschaut hatte und in der Zerstörung von Jerusalem ein Gleichnis, manchmal sagt man auch ein Typos, ein Abbild gesehen hat von der Zerstörung der Welt. Wir hätten gesehen, dass er dort am Ölberg seinen Jüngern gesagt hatte, was passieren würde vor der Zerstörung Jerusalems und dass diese Dinge auch noch einmal passieren würden am Ende der Welt. Wir hätten gesehen, wie all diese Vorhersagen Jesu sich erfüllt haben und wir sehen konnten, dass diese Geschichte ein Beweis dafür ist, dass Jesus das meint, was er sagt. Jesus ist kein Nostradamus, den man jedes Jahr neu interpretieren muss. Jesus hatte gesprochen und es hatte sich auf den Buchstaben erfüllt. Und genauso sicher, wie sich damals die Geschichte erfüllt hat, so dürfen wir wissen, wie all die anderen Vorhersagen Jesu sich erfüllen werden.
[11:19] In den folgenden 20 Vorträgen dieser Vortragsreihe wollen wir diese große Geschichte entfalten, die wir gestern Abend im Kleinen gesehen haben. Jesus hatte gesehen, was kommen würde. Er hatte die nächsten 2000 Jahre mindestens im Voraus gesehen. Nun, er hat keine detaillierte Geschichtskronik im Voraus uns gegeben, aber in wenigen Worten hat er seinen Jüngern gesagt, was passieren würde. Er hatte vorhergesehen, dass auch seine Nachfolger, die Christen, in die Stürme der Zeit hineingeraten würden, dass auch sie nicht frei wären von diesem Magna Conflictio, dem großen Kampf. Er hatte ihnen gesagt: Dann wird man euch der Drangsal preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst sein von allen heilen Völkern, um meines Namens willen. Das erste, was wir lernen von Jesus ist, dass die Jünger durch alle Zeiten hindurch nicht gerade beliebt sein sollten beim Rest der Menschheit.
[12:19] Teil dieses großen Konfliktes würde es sein, dass jeder, der Jesus nachfolgt, einen besonderen Status hat in dieser Welt, nämlich gehasst zu sein. Weiterhin sagt er: Denn dann wird eine große Drangsal sein, wie von Anfang der Welt bis jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen wird. Er sagt, also die Christen würden gehasst werden, es würde eine Drangsal sein. Kann jemand mir sagen, was ein anderes Wort für Drangsal ist? Not oder Trübsal, Bedrängnis, wenn man bedrängt wird von allen Seiten. Aber dann sagte Jesus ebenfalls: Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden, aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden. Also Jesus hatte seinen Jüngern ganz deutlich gesagt, wenn ihr mir nachfolgt, dann erwartet euch ein Konflikt. Jesus hatte niemals gesagt, dass Nachfolge oder dass ein Leben mit Jesus einfach sein würde. Aber er hat auch gesagt, dass in diesem Konflikt Gottes Gnade sie tragen würde, dass die Zeit verkürzt werden würde.
[13:23] Die Frage ist, hat sich diese Prophezeiung erfüllt? Jesus hatte die Feindschaft selbst erlebt. Er selbst hatte diesen großen Konflikt erlebt, der zwischen Wahrheit und Irrtum, zwischen Leben und Tod, zwischen Gut und Böse in unserer Welt herrscht. Und auch seine Jünger, die Christen, sollten in diesen Konflikt hineingenommen sein. Die Prophezeiung Jesu hat sich erfüllt. Und die Geschichte der Urchristenheit, der ersten Generation nach Jesus, hat ganz deutlich gezeigt, dass Jesus recht hatte.
[13:55] In der Bibel lesen wir folgendes: Erinnert euch aber an die früheren Tage, in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet wurdet, was erduldet habt. Viel Kampf. Ja, es ist eine wunderbare Sache, durch die Bibel, durch die Kenntnis Jesu erleuchtet zu werden. Aber die Wahrheit ist, und deswegen heißt unsere Serie auch Magna Conflictio, dass wir nicht in einer Scheinwelt leben, sondern dass wir in einem Kampf leben. Und die, die Jesus nachfolgen, haben viel Kampf erduldet. Es heißt, die anderen erfuhren Sport und Geistelung, dazu Ketten und Gefängnis.
[14:37] In Offenbarung wurde das Ganze prophezeit mit einem sehr eindrücklichen Symbol. Da steht von einem Drachen geschrieben, der, als er auf die Erde geworfen wurde, die Frau verfolgte. Die Frau in der Bibel ist ein Symbol für die Gemeinde. Und die Verfolgung der Urchristenheit wird hier dargestellt durch einen Drachen. Was für eine Charakteristik hat ein Drache normalerweise in unserer Vorstellung? Was verbinden wir mit einem Drachen? Öffentlichkeit, nicht wahr? Macht, Boshaftigkeit. Und dieser Drache in der Offenbarung hat ein besonderes Aussehen. Schauen Sie mal, hier habe ich ein Bild davon. Kann jemand erkennen, wie viele Köpfe der hat? Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, da ist auch noch einer. Bisschen verstärkt. Sieben. In der Bibel hat dieser Drache sieben Köpfe. Und das ist nicht einfach nur eine Fantasie von Johannes, der versucht hat, den so schaurig wie möglich darzustellen. Diese sieben Köpfe haben eine spezielle Bedeutung, die den Urchristen helfen sollten, woher die Drangsal kommen würde. Denn in der Offenbarung heißt es, diese sieben Köpfe sind was? Sieben Berge. Und damit sind wir beim Thema heute: sieben Hügel. Denn diese sieben Berge sind in Wirklichkeit relativ kleine Berge, man könnte sie auch Hügel nennen. Und diese sieben Hügel finden wir hier. Der erste ist der Quirinal, der zweite der Viminal, der dritte der Esquilin, der vierte der Caelius und dann den Aventin, den Palatin und den Capitol. Weiß jemand, welche Stadt das ist? Das steht ja auch da nicht, oder? Die sieben Hügel Roms. Das sind die sieben Hügel, auf denen die alte Stadt gebaut worden ist. Heute ist die Stadt viel größer. Aber das sind die sieben historischen Hügel und dort war die alte Stadt, das alte, antike Rom, gebaut.
[16:17] So hatten die Christen also einen Hinweis, dass die Verfolgung, die Drangsal, die sie befallen würde, direkt aus Rom, aus der Stadt Rom, kommen würde. Und diese Verfolgung begann zur Zeit ungefähr, als Paulus ins Gefängnis geworfen wurde. Das war die Zeit von diesem König hier. Oder Kaiser. Nero. Jetzt vielleicht kennen Sie die Geschichte, dass Nero, naja, zu seiner Lebzeit Rom in Brand geriet. Bis heute streiten sich die Historiker, wer es genau gewesen ist. Es gibt viele Hinweise, dass es wahrscheinlich Nero selbst gewesen ist. Ganz beweisen kann man es nicht. Aber es brauchte einen Sündenbock. Und der Sündenbock war schnell gefunden. Das waren die Christen. Die hier als Feuerfackeln angezündet wurden. Zur Belustigung der restlichen Gesellschaft. Die in Amphitheatern zusammengerottet wurden. Und entweder dort brannten oder den Löwen und Tigern und wem auch immer vorgeworfen worden sind.
[17:27] Das Ganze begann wie gesagt mit Nero. Und es gab eine ganze Reihe von anderen Kaisern, die die Christen verfolgt haben. Zu manchen Zeiten war es schlimmer, zu manchen Zeiten weniger. Generell nahm das von Jahrhundert zu Jahrhundert zu. Hier haben wir zum Beispiel Domitian. Das war so im Jahr 96. Das war zur Zeit, als Johannes seine Offenbarung geschrieben hat. Dann haben wir hier zum Beispiel Trajan. Um die Jahrhundertwende vom 1. zum 2. Jahrhundert. Zu seiner Zeit war das Römische Reich am allerweitesten gedient. Dann ungefähr 100 Jahre später haben wir hier Severus. 193 bis 211. Ebenfalls ein schrecklicher Verfolger der Christen. Und dann haben wir hier Dezius. Das ist schon im 3. Jahrhundert. 249 bis 251. Er war der erste, der die Christen systematisch im gesamten Reich verfolgen ließ. Und dann der schlimmste vielleicht von allen, das war Diokletian hier. Im Jahre 303 beginnt er eine systematische Ausrottung der Christen. In den Jahren zuvor war es meistens so gewesen, wenn man gefasst worden ist, ist man gestorben. Aber hier hatte man jetzt den Plan gefasst, systematisch die Christen von der Erdoberfläche auszurotten. 303 ging das los und es ging genau 10 Jahre lang. Die schlimmste Christenverfolgung 303 bis 313. 10 Jahre lang. Ohne Diokletian. Sie wurden angeklagt als Kriminelle, als Sündenböcke, für Katastrophen, als Rebellen, Feinde der Religion. Man hat ihn angeboten: Betet unsere Götter an. Verehrt den Kaiser. Ich weiß nicht, wie es Ihnen gegangen wäre, wenn die Polizei, der Staatssicherheitsdienst, das Militär, wer auch immer vor der Tür steht und sagt, können Sie bitte vielleicht hier mitmachen.
[19:21] Die heutigen Gefängnisse sind nicht zu vergleichen mit dem, was damals Gefängnis war. Und zum Glück leben wir in einer Zeit, wo das zumindest in unseren Breitengraden nicht gerade gängig ist. Ich weiß nicht, wenn Sie vielleicht schon ein Christ sind, spreche ich jetzt mal direkt zu Ihnen. Würden Sie für Ihren Glauben dahin gehen? Und wenn Sie kein Christ sind, möchte ich Ihnen eine Frage stellen: Was meinen Sie wohl, was treibt Menschen so weit zu sagen, ich möchte lieber die Löwen von innen sehen, als von außen, statt vor einem Kaiser niederzufallen. Was muss das für eine Kraft sein, die Menschen befähigt, das zu erdulden?
[20:15] Im Hebräerbrief heißt es: Sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht, sie erlitten den Tod durch Schwert, sie zogen umher in Schafspelzen und Ziegenfellen, erlitten Mangel, Bedrückung, Misshandlung. Sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen, in Höhlen und Löchern der Erde. Das hat sich ziemlich buchstäblich erfüllt in Rom. Denn in Rom gibt es auch Löcher in der Erde. Das sind keine Höhlen, das sind die hier, die Katakomben. Über Jahrhunderte haben Menschen, die Jesus nachgefolgt sind, sich in diesen dunklen Löchern versammelt. Dort gelebt, dort Gottesdienst gefeiert, dort sogar die Toten begraben. Hier haben wir eine Wandmalerei in so einer Katakombe. Kann jemand erkennen, was das sein soll? Das ist ein Hirte, ein Schaf, ein Bild von Jesus. Ist es nicht interessant, dass diese Christen, die jeden Tag um ihr Leben fürchten mussten, dort in ihrem dunklen Verstecken, in der Kanalisation, Jesus als einen guten Hirten malten, der seine Schafe sicher führt. Keine depressiven Bilder, kein Gott, wo bist du? Sondern gerade in der Drangsal waren sie sich sicher, dass Jesus sie führt.
[21:45] Hier haben wir ein Bild, wie ein Künstler sich vorgestellt hat, wie sie in diesen Katakomben Gottesdienst feiern. Hier ein anderes Bild. Allein schon die Enge und das Licht dort müssen sehr beängstigend gewesen sein. Ich meine, dieses Licht ist ja heute nur installiert, es muss ja furchtbar dunkel gewesen sein.
[22:01] Wir nennen uns heute christliches Abendland, nicht wahr? Und schätzen die christlichen Werte von Nächstenliebe und von gewissen Tugenden. Aber vielleicht haben wir so ein bisschen vergessen, wir alle gemeinsam, was es zu bestimmten Zeiten der Weltgeschichte bedeutet hat, Christ zu sein, diesen Namen zu tragen.
[22:23] Was hat sie motiviert? Hebräer 11 gibt uns einen Hinweis auf das, was in ihrem Herzen sie getrieben hat. Andere aber ließen sich matern und nahmen die Befreiung nicht an, um eine was? Eine bessere Auferstehung zu erlangen. Diese Menschen wussten, dieses Leben hier ist nicht alles. Sie wussten, es hängt nicht nur davon ab, dass ich hier ein gutes Haus habe und ein wunderbares Pferde gespannt. Dass meine Kinder die Universität von Rom besuchen können. Das war nicht ihr oberstes Ziel. Ihr oberstes Ziel war die bessere Auferstehung. Ein Leben in Ewigkeit mit Jesus.
[23:05] Und Jesus hatte sogar gesagt: Glückselig seid ihr. Dieses Wort glückselig heißt im griechischen Makarios und Makarios heißt einfach glücklich. Wer von uns ist gerne glücklich? Gerne glücklich? Jetzt, was wir gerade gesehen haben, diese Bilder, die machen einen doch nicht glücklich, oder? Man wird doch eher, es beengt einen doch eher, oder? Aber Jesus sagt, glücklich seid ihr. Und das meint er wirklich, was er sagt. Glücklich seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden. Wer von uns hat schon mal eine Schmähung erfahren? Dass jemand von oben herab auf einen geschaut hat? Oder dass jemand hinten rum, hinter unserem Rücken etwas über uns erzählt hat, was wir nicht mochten? Wie fühlt man sich da? Jesus sagt, glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden, um meinetwillen. Freut euch und jubelt.
[24:01] Jetzt darf ich mal ein Experiment machen. Ich weiß ja nicht genau, was Sie unter jubeln verstehen. Wollen wir mal unserem Livestream zeigen, was Sie unter jubeln verstehen. Ich zähle bis drei und dann jubeln sie mal, okay? Eins, zwei, drei. Wow. Ziemlich beeindruckend. Vielleicht haben sie auch mitgejubelt. Jesus sagt, freut euch und jubelt. In welcher Situation? Wenn ich erfahre, mein bester Freund hat mich betrogen, hat hinter meinem Rücken schlecht über mich gesprochen, weil ich Christ bin. Jemand hat mich, ich hab vielleicht meine Arbeitsstelle verloren, weil jemand rausgefunden hat, wann immer wir Verfolgung erleiden, verschmäht werden. Sagt Jesus, freut euch und jubelt. Warum? Ist Jesus Sadist? Nein. Jesus sagt, denn euer Lohn ist groß im Himmel. Denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.
[25:03] Und Jesus hatte diesen Christen Hoffnung mitgegeben. Er hat gesagt: Füllt euch nichts von dem, was du erleiden wirst. Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet. Also wer ist dafür verantwortlich? Dieser Satan, dieser Teufel, der offensichtlich damals durch diese Macht der sieben Hügel, durch diese römische Macht gewirkt hat. Er sagt, er wird etliche ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet und ihr werdet Drangsal haben. Wie lange? Zehn Tage. Kann mir nicht sagen, wie lange ging noch mal diese Massenausrottungsphase unter Diokletian? Zehn Jahre. Jesus sagt, ihr werdet Drangsal haben zehn Tage. Wenn sie jetzt genau nachdenken, sehen sie, da ist eine Korrelation. Zehn Tage, zehn Jahre, nicht wahr? Jesus sagt: Sei getreu bis in den Tod, so werde ich dir die Krone des Lebens geben. Wenn das nächste Mal in Ihrem Leben aufgrund Ihrer Überzeugung so eine kleine Drangsal kommt, denn unsere Nöte sind ja mit dem nicht zu vergleichen, oder? Dann erinnern Sie sich dran, wie sie gerade gejubelt haben. Seid euch und jubelt, sagt Jesus. Jesus verheißt die Krone des Lebens jedem, der ihm treu ist. Zehn Tage lang.
[26:17] Der Grund, warum ich das erwähnt habe, ist der, in der Bibel, und wir werden im Laufe der Serie öfter mal noch darauf zu sprechen kommen, wird in der Prophetie, in den Vorhersagen, wie Jesus hier eine Vorhersage gemacht hat, ein Tag gleichgesetzt mit einem Jahr. Jesus sagt, ihr werdet Drangsal haben, wie lange? Zehn Tage. Hat er sich erfüllt in zehn Jahren. Wir werden das später noch deutlicher sehen.
[26:43] Aber das Kuriose war, dass trotz dem Holzhammer, den der Satan angewendet hat, trotz der massiven Unterdrückung, das Christentum nicht weniger geworden ist, sondern sich ausgebreitet hat. Hier haben wir so eine Karte, die uns so zeigt, wohin das Christentum in den ersten Jahrzehnten und Jahrhunderten sich rapide ausgebreitet hat. Damals ohne Internet, vielleicht war das sogar ein Vorteil, da sind keine Server zusammengebrochen, ohne iPhones, ohne Autos, zu Fuß, vielleicht mit einem Ochsenwagen, haben sie in weniger Jahrzehnte die Welt erobert, die Christen. Sie waren überall.
[27:27] Und einer von ihnen gibt um 200, im Jahre 198, ein Zeugnis davon. Weiß jemand, wer das ist? Das ist Tertullian, einer der frühen Kirchenväter. Und hier haben wir eine Abschrift seines Werkes Apologeticum, eine Verteidigungsschrift, mit der er sich an die römischen Herrscher wendet. Und da sagt er unter anderem ganz am Ende, gegen Ende des 50. Paragrafen folgendes: Er sagt: Aber fahrt nur so fort, treffliche Präsidenten, dir beim Pöbel viel beliebter werdet, wenn ihr ihm Christen opfert. Ein interessanter Grund, warum die Christen so verfolgt wurden. Quält, matert, verurteilt uns. Reibt uns auf. Eure Ungerechtigkeit ist der Beweis unserer Unschuld. Deswegen duldet Gott, dass wir solches erdulden. Denn auch neulich, als ihr eine Christin zum Hurenhaus anstatt zur Löwengrube verurteiltet, habt ihr das Geständnis abgelegt, dass bei uns eine Verletzung der Schamhaftigkeit für schlimmer gelte, als jede Strafe, als jede Todesart. Und doch, die ausgesuchteste Grausamkeit von eurer Seite nützt nichts. Sie ist eher ein was? Ein Verbreitungsmittel unserer Genossenschaft. Wir werden jedes Mal zahlreicher, so oft wir von euch niedergemäht werden. Vielleicht kennt man diesen Satz: Ein Same ist das Blut der Christen. Er sagt übrigens in diesem Artikel, sagt er auch, eure Philosophen, Seneca und wie sie alle heißen, die predigen Standhaftigkeit. Die einzigen, die es ausleben, sind die Christen. Er sagt, wir Christen sind die einzigen, die eure Philosophie wirklich ernst nehmen. Die eure Tugenden wirklich ernst nehmen.
[29:01] Ein Same ist das Blut der Christen. Bekanntes Sprichwort geworden, semens sanguis christianorum. Kann man auch übersetzen, wenn man nicht Latein gehabt hat. Der Same, ein Same ist das Blut, sanguis, der Sanguiniker, der Christen. Und es war deutlich, nach ungefähr über 300 Jahren, dass je mehr man auf die Christen eingedroschen hat, desto mehr haben sie sich verbreitet. Und in diesem großen Konflikt zwischen Wahrheit und Irrtum, zwischen Licht und Finsternis, musste selbst der Fürst der Finsternis nach über 300 Jahren Holzhammer-Methode erkennen: Irgendetwas läuft hier schief. Wenn ich das noch weitere 300 Jahre mache, dann ist die Welt überseht mit Christen. Wir brauchen eine Taktik-Änderung.
[29:49] Jetzt, wenn Sie Kriegsherr sind und Sie merken, mit offensiver Gewalt ist nichts zu erreichen, was würden Sie tun? Auf jeden Fall muss man die Strategie ändern. Jemand sagt es hier vorne schon. Unterwandern. Man muss von innen hinein. Und so passiert es, just nach diesen 10 Jahren, im Jahre 313, dass es plötzlich zu einer vollkommen ungeahnten Wende kommt. Gerade noch auf der Ausrottungsliste ganz oben, mit dem Ziel, jeden einzelnen Christen vom Erdboden zu vernichten. Plötzlich, erst toleriert, und ganz schnell Staatsreligion. Wie ist denn das gekommen? Das hing vor allem mit diesem Mann hier zusammen. Weiß jemand, wer das ist? Das ist der berühmte Kaiser Konstantin. Die Legende sagt uns, vielleicht ist es auch wahr gewesen, keiner ist dabei gewesen, der heute noch lebt, dass er bei einer Schlacht bei der Milvischen Brücke angeblich im Himmel ein Kreuz gesehen hat, und es hieß: In diesem Zeichen wirst du siegen. Und dann hat er das Christentum äußerlich angenommen. Er ist wohl immer Heide geblieben, wenn man so seine Lebensberichte liest. Aber er hat jetzt die Christen gefördert, in starkem Maße. Und plötzlich wurden aus den verfolgten Staatsfeinden in dem Kanalisationssystem Roms anerkannte Bürger, die sogar gefördert wurden, und die bald sogar privilegiert waren, und die bald sogar bestimmen durften, was geglaubt werden soll oder was nicht. Es scheint so, als ob der Satan gewusst hätte, dass das dem Menschen nicht so gut bekommt, wenn er plötzlich die Macht hat.
[31:46] Was alle Löwen Roms und alle Feuerfackeln der Antike nicht vermochten, das vermochte die ausgestreckte Hand, die sagt: Du darfst jetzt entscheiden, du bist jetzt der König. Das Christentum begann sich zu ändern. Das lag vor allem daran, dass die Heiden jetzt im großen Scharen Christen wurden. So haben sie gesagt. Sie wurden Christen, behielten ein bisschen was von dem dabei, was sie als Heiden geglaubt hatten, und sagten dann: Ihr lieben Christen, wir sind jetzt mehrere Schritte auf euch zugegangen, wir sind ja schon mal Christen geworden, wir haben Jesus Christus angenommen und das und das und das, und um des Friedens willen wäre das doch noch gut, wenn ihr auch jetzt ein paar Schritte auf uns zugeht, oder? Wäre doch fair, oder? Wir haben so viele Schritte auf euch zugemacht, jetzt kommt uns ein bisschen entgegen, oder? Wir beten weder den Jupiter an, noch den Neptun, noch den Hart, noch wen auch sonst nicht, oder? Oder Saturn. Ihr habt doch da so ganz wunderbare Gläubige. Vielleicht können wir zu denen, die zumindest verehren, oder? Dann fühlen wir uns nicht ganz so seltsam in unserer Religion. Und genau das ist passiert.
[32:57] Wenn Sie sich mit der Geschichte der Christenheit in der Spätantike beschäftigen, werden Sie sehen, dass hier zwei Dinge, zwei tektonische Platten aneinander geraten sind, die eigentlich gar nicht zusammengehören. Das Heidentum und das biblische Christentum. Und wenn zwei tektonische Platten aneinander geraten, was passiert dann? Hier gibt es ein Erdbeben. Oder hier gibt es nochmal Vulkane, und dann explodiert es. Und so kam es zu einem Erdbeben in der Christenheit. Nun, es gab eine ganze Reihe von Christen, die da nicht mitgemacht haben. Das Problem war nur, es gab auch Christen, die mitgemacht haben, und plötzlich war nicht mehr der Konflikt Christen gegen den Rest. Der Konflikt war plötzlich Christen gegen Christen. Und wenn eine Sache hilfreich ist im Kampf, dann ist es dann das, dass man den Gegner dazu bringt, gegen sich selbst zu kämpfen. Der Magna Conflictio, der große Konflikt, war plötzlich in der Christenheit.
[33:59] Nun, es hat zu allen Zeiten in der Christenheit Leute gegeben, die wohl nicht wirklich ganz echt bei der Sache waren. Selbst einer der Jünger Jesu, Judas, war wohl nie ganz völlig überzeugt von der Mission Jesu. Und es wird wohl auch in den Jahrhunderten nach Jesus immer wieder eine kleine Gruppe von Menschen gegeben haben, die nicht wirklich voll ganz hinter der Sache stand. Aber diese Gruppe hatte nie viel Einfluss, denn sie war wohl sehr klein. Denn glauben Sie, sie würden sich heuchlerisch einer Religion anschließen, um dann vielleicht den hier vorgeworfen zu werden? Als Heuchler lebt es sich nicht gut, als Christ in der Zeit. Deswegen waren die allermeisten Christen zu der Zeit Christen, die wirklich voll zu der Sache standen. Die wirklich die Bibel ernst genommen haben und nicht aus politischen Gründen Christen wurden. Das sah kurze Zeit später anders aus, denn als das Christentum Staatsreligion wurde und gefördert war, dann war es vielleicht ganz gut, Christ zu werden, um eine Position im Staate zu bekommen. Plötzlich waren die Anreize ganz anders. Und das hat dazu geführt, dass viele Menschen Christen wurden, die eigentlich mit dem Christentum gar nicht viel am Hut hatten. Die Bibel war schon lange nicht mehr der Standard des Glaubens. Und was passiert ist, in jener Zeit, ist, dass die Kirche auseinandergebrochen ist. Heute ist das in der Geschichtswissenschaft nicht mehr so gegenwärtig. Man hat oft die Idee, dass da so eine Christenheit die ganze Zeit hindurchgekommen ist und das erst später, so im 15. Jahrhundert, 16. Jahrhundert, die großen Kirchenspaltungen waren. Wenn wir die Quellen genau anschauen, wissen wir, um diese Zeit, um die Zeit Konstantins, gab es die eigentliche Kirchenspaltung.
[35:51] Könnte es sein, dass dasselbe Problem, was damals existierte, auch ein Problem unserer Zeit ist? Dass auch heute viele Menschen sich einfach Christ nennen, aber mit dem Christentum, dem Original, nicht viel zu tun haben? Könnte es sein, dass viele Menschen, vielleicht auch manch einer von Ihnen, die jetzt gerade zuschauen, mit dem Christentum gar nicht viel zu tun haben wollen? Nicht, weil sie die Bibel kennen, sondern weil sie Christen kennen, die ziemlich abscheulich sind? Ziemlich Heuchler? Von allen Gründen, die genannt werden, warum Menschen keine Christen werden wollen, ist das der am meisten genannte. Dass die Christen doch alle nur Heuchler sind. Und ihre Religion nur missbrauchen. Ich glaube, wir können aus dieser Geschichte eine ganze Menge lernen.
[36:33] Und es kam, wie es kommen musste, so wie kein den Abel erschlug, so hat dieser Konflikt zwischen denen, die treu blieben zur Bibel, und denen, die halt mehr der Politik anverhaftet waren, dazu geführt, dass plötzlich der Konflikt blutig wurde. Aber da habe ich ja eine Frage. Sagt die Bibel nicht, dass Jesus ein Friedefürst ist? Heißt es nicht in Jesaja 9, Vers 5, dass sein Name genannt wurde, wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewig Vater, Friedefürst? Hatte nicht Jesus gesagt, oder war nicht bei seiner Geburt gesagt worden von den Engeln: Herrlichkeit ist bei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden. Und hat den Menschen von Gottes Wohl gefallen? Ist das Christentum nicht in die Welt gekommen, um Frieden zu bringen? Warum sagt Jesus dann: Ihr sollt nicht meines ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen? Ja, was denn nun? Ein Friedefürst, der nicht kommt, um Frieden zu bringen? Ist jetzt Jesus der Friedefürst, ja oder nein? Aber Jesus sagt, ihr sollt nicht meines ich gekommen bin, Frieden zu bringen. Nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Kann das jemand in seinem Kopf zusammenbringen? Jesus sagt, ich bin der Friedefürst, Friede auf Erden, und sagt, ich bin gekommen, nicht um den Frieden zu bringen.
[38:01] Das ist der Grund. Der Grund liegt darin. Was wir hier sehen, ist das, was die Bibel den großen Konflikt nennt. Den Magna Confliction. Es gibt einen Kampf, und wir haben es gestern Abend schon angedeutet, und heute wollen wir das etwas vertiefen. Es gibt einen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gott und Satan. Und ja, jeder, der Christus nachfolgt, hat Frieden. Frieden mit Gott. Frieden im Herzen. Das ist das, was Jesus bringt. Jesus bringt dir, lieber Freund, lieber Zuschauer, er bringt dir Frieden in dein Herz. Aber er bringt keinen Frieden mit dem Satan. Denn solange das Böse auf dieser Welt existiert, sind Licht und Finsternis unvereinbar. Sind Wahrheit und Irrtum nicht kompatibel. Es knallt. Die zwei tektonischen Platten erzeugen immer wieder Erdbeben. Solange es diese zweite tektonische Platte gibt, wird es immer wieder Beben. Und Jesus hat das gewusst. Und es macht keinen Sinn, ein Christentum zu predigen, wie es heute oft geschieht, das einfach nur sagt: Nimm Jesus an und dann wird alles wunderbar. Es wäre eine glatte Lüge. Eine glatte Lüge.
[39:37] Jesus bringt Frieden ins Herz. Aber es gibt einen Konflikt. Aber die Frage, die man sich stellen kann, ist doch die: Warum lässt Gott die Treuen leiden? Jesus gibt darauf zumindest zum Teil hier eine Antwort in Johannes 15, Vers 20. Er sagt: Gedenkt an das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Der Knecht ist nicht größer als ein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen. Wenn wir Jesus nachfolgen, dann sagen wir: Jesus, du bist mein Herr. Ich möchte dir dienen. Aber der Knecht ist nicht höher als der Herr.
[40:17] Jetzt, wer von uns hat sich schon ein klein wenig beschäftigt mit dem Leben von Jesus? Nicht wahr? Ist Jesus hofiert worden? Hat man Jesus in Watte gepackt? Oder hat Jesus so manches einstecken müssen? Warum ist es dann, dass so viele Menschen in den verschiedensten christlichen Kirchen dieser Welt den Eindruck haben, wenn irgendetwas schief läuft, dann ist Gott schuld? Sie nennen sich Christen und wundern sich doch, dass sie im Konflikt sind. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen.
[41:01] Und die Bibel sagt uns, warum Gott dieses Problem des Bösen nicht gleich sofort beseitigt hat. Wir werden in einem anderen Vortrag sehr ausführlich noch darauf eingehen und darauf sind Sie herzlich eingeladen. Es heißt: Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliches von Ihnen hinauszuzögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verloren gehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe. Gott weiß, dass nur wenn er Geduld hat, Licht und Finsternis sich vollkommen offenbaren. Nur wenn er wartet, wird deutlich, worin diese beiden Prinzipien stehen und was ihre Ernte sein wird. Aber die Bibel ist ganz deutlich: Der Tag der Vergeltung kommt. Es kommt der Tag, wo all diejenigen, die Christen verfolgt haben, die Christen an die Löwen verfüttert haben, die die Fackeln angezündelt haben, sie werden alle ihr gerechtes Urteil empfangen. An jenem Tag wird das ewige Leben denen geschenkt werden, die treu sind. Dieser Tag kommt. Gott ist gerecht, aber er hat Geduld, weil er weiß, es gibt viele Menschen, die noch unentschieden sind.
[42:15] Die Bibel sagt etwas, was wirklich erstaunlich ist. Sie sagt: Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden. Wow! Gehen Sie mal heute in eine christliche Kirche, egal welche Denomination, und predigen Sie das. Jeder, der Gott gemäß leben möchte, wird übersetzen wir es mal, wird in diesen Magna-Konflikt, diesen großen Konflikt hineingenommen. Vielleicht wären wir nicht den Löwen vorgeworfen, Gott sei gelobt. Aber früher oder später werden wir sehen, dass wenn wir uns für die Bibel entscheiden, vielleicht unser Ehepartner sagt: Was machst du denn da für einen Unsinn? Es könnte sein, dass wenn wir uns für die Bibel entscheiden, wir plötzlich in einen Konflikt kommen mit unseren langjährigen Freunden. Es könnte sein, dass wenn wir uns für Jesus entscheiden, wir vielleicht unseren Arbeitsplatz verlieren. Und viele Menschen, die so ein prinzipielles Interesse an Jesus haben und sagen: Hey, das könnte mich schon interessieren, schrecken dann zurück.
[43:17] Aber wir müssen verstehen, es gibt diesen Kampf, und Jesus ist da, um uns durch diesen Konflikt hindurchzuführen. Der Jesus, der den armen, alten Frauen die Kraft gegeben hat, in einem Kolosseum, im Anblick der geifernden Löwen, noch ein Kirchenlied zu singen. Der Jesus, der Menschen die Kraft gegeben hat, als sie dort oben standen, auf diesen Fackeln und angezündet wurden, noch den Römern zu sagen: Ich vergebe euch. Der Gott, der solch Unmenschliches vermocht hat, kann er nicht auch uns helfen in den kleinen Konflikten unseres Lebens? Müssen wir jedes Mal ausrufen: Gott, wo bist du? Nur wenn es plötzlich ein Konflikt kommt. Derselbe Gott, der damals gelebt hat, lebt auch heute noch.
[44:15] Könnte es sein, dass das Christentum von heute, das spreche ich uns alle an, die wir zuschauen, die wir hier sind, dass uns vielleicht etwas fehlt von dem, was die Christen der ersten Jahrhunderte gehabt haben. Denn wenn wir es hätten, vielleicht würden wir sogar anders leben.
[44:39] Der Abfall. Wie es schon angedeutet, hat die Christenheit in jenen Jahren einen rapiden Abfall erlebt. Und das war kein Wunder, denn einer der christlichen Schreiber des Neuen Testamentes, Paulus, hatte das bereits angekündigt. Wir lesen hier im 2. Thessalonicher Brief, er sagt: Lasst euch von niemandem in irgendeiner Weise verführen, denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen. Kann mir jemand sagen, was ist eigentlich ein Abfall? Damit ist nicht der Abfall gemeint, den wir zu Hause in die grüne Tonne tun. Was bedeutet das Wort Abfall? Loslösen. Welches Wort steckt da drin? Fall. Da fällt etwas ab. Da gibt es einen Maßstab, ein Standard, ein Level und dann fällt etwas ab.
[45:31] Unser Thema heißt: Die sieben Hügel – Finsternis breitet sich aus. Paulus sagt, es muss ein Abfall kommen und er sagt hier, Verzeihung, und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt als sein Gott und sich selbst für Gott ausgibt. Ziemlich starke Worte, die er verwendet. Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am Wirken. Schon zu der Zeit von Paulus, kurz nach dem Leben Jesu, war wohl dieses Geheimnis des Widerstandes, dieser Same des Konfliktes in der Christenheit gegenwärtig, aber er hat sich nicht wirklich ausbreiten können, wegen der Verzeihung. Nur muss der, welcher jetzt zurückhält, erst aus dem Weg sein. Paulus sagt, schon zu seiner Zeit gab es Menschen, die nicht wirklich geglaubt haben, die sich Christen nannten, aber keine Christen waren. Aber wie gesagt, das waren wohl die allerwenigsten, denn ihnen drohten schlimme Strafen. Aber als Kaiser Konstantin kam, war die Sache anders. Und wir wollen heute jetzt ein bisschen schauen, wie das so entstanden ist. Vielleicht hat der eine oder andere sich damit schon beschäftigt, aber nie gesehen, wie so die Schrittabfolge gewesen ist. Denn wenn wir verstehen, wie damals eine Christenheit von einem gewaltig hohen Level, würden wir nicht sagen, es ist ein großes Level, wenn jemand bereit ist, für sein Glauben den Tod zu gehen, abgefallen ist auf etwas, wo wir selbst, wie wir heute sagen, das war wohl ziemlich niedrig. Egal, ob wir Christen sind oder nicht. Wenn das, was im Mittelalter als Christentum verkauft worden ist, da muss man kein Christ sein, um zu wissen, dass das nicht heuchlerisch war. Was ist also passiert, Schritt für Schritt, sodass das passiert ist? Denn wenn wir das verstehen, dann können wir dieselben Prinzipien in unserem Leben erkennen oder auch in unserer Zeit.
[47:23] Dieser ganze Prozess hat zur Entstehung jener mittelalterlichen Kirche geführt. Einer Kirche, die ihren Sitz ebenfalls auf den sieben Hügeln hatte. Und welche Stadt ist das? Rom. Die römische Kirche.
[47:39] Schauen wir uns das mal im Einzelnen an. Als Jesus in der Wüste versucht worden ist. Wie oft ist er da versucht worden? Dreimal. Was war die erste Versuchung? Die erste Versuchung war, dass der Satan zu ihm gesagt hat: Mach diese Steine zu Brot. Was war die zweite Versuchung? Er sollte sich vom Tempel hinwerfen. Und was war die dritte Versuchung? Er hat ihm alle Reiche der Welt gezeigt. Die Weltherrschaft. Und ihm angeboten: Christus, du kannst die Reiche der Welt beherrschen. Du musst nicht sterben. Du musst keine Verfolgung erleiden. Du musst keine Seelenqual und Drangserleiden. Du kannst einfach die Politik beherrschen. Ich gebe es dir. Was sagst du dazu? Was hat Jesus gesagt? Es steht geschrieben.
[48:41] Aber als der Satan mit denselben Worten zu den Nachfolgern Christi kam, 300 Jahre später: Muss keine Verfolgung erleiden. Keine Seelenqual. Keine Löwen mehr. Die Welt steht jetzt offen. Möchtest du die Welt regieren? Da haben die meisten Ja gesagt. Und eine Kirche entstand, die das Ziel hatte, die Welt zu beherrschen. Sich mit den Reichen der Welt zu vereinen. Da, wo Jesus gesagt hat: Es steht geschrieben, sagte die Kirche der Spätantike: Das klingt interessant. Vielleicht können wir ja auf diese Art und Weise die Heiden bekehren. Wenn wir die politischen Mittel an der Hand haben. Wenn wir uns ein bisschen auf die Kirchenlevel bewegen, dann können wir sie besser erreichen.
[49:35] Das erste und wichtigste, was diese Kirche, die entstand, für sich in Anspruch nahm, war, dass der Gemeindeleiter in Rom besondere Macht haben sollte. Man nennt das Bischof, aber Bischof ist kein anderes Wort als Gemeindeleiter. Damals war es so gewesen, dass jede Gemeinde, ob in Jerusalem oder in Antiochia oder in Rom oder Alexandria oder Ephesus, Smyrna, Laodicea, wo auch immer, die hatten einen Gemeindeleiter. Jemanden, ein Ältesten, der der Gemeinde vorstand. In den Jahrhunderten vorher waren diese Gemeindeleiter mehr oder weniger gleichberechtigt. Ist ja auch logisch, nicht wahr? Warum sollte einer höher sein als der andere? Die haben sich ab und zu getroffen, man nannte es dann Konzil, haben Sachen besprochen, manchmal gut, manchmal nicht so gut, aber wie auch immer, es war ausgeglichen.
[50:21] Als Kaiser Konstantin Christ wurde. Und dann auch noch auf die geniale Idee verfiel, seinen Herrschaftssitz von Rom nach, weiß es jemand wohin? Nach Konstantinopel, was dann später Byzans wurde und heute Istanbul heißt, zu verlegen. Da war plötzlich in dem Zentrum der Weltherrschaft so ein kleines Machtvakuum. Die mittlerweile privilegierte christliche Gemeinde dort in Rom muss wohl auf die Idee verfallen sein: Wenn wir schon privilegierte Staatsreligionen werden, nicht wahr? Warum sollte nicht auch der Gemeindeleiter unserer Gemeinde hier ein bisschen was von dieser kaiserlichen Würde auch abbekommen? Und der Erste, der diese Idee so richtig durchgesetzt hat, war der hier. Weiß jemand, wer das ist? Ich gebe zu, das Bild ist ein bisschen verschwommen. Das ist das einzige Bild, was ich finden konnte im Internet. Das ist der sogenannte Heilige Siritius, der als Erster den Titel Papst verwendet hat. Im Jahre 394. Ungefähr ein paar Jahrzehnte nach Konstantin kommt der Erste Gemeindeleiter in Rom auf die Idee zu sagen: Ich bin der Papa, der Vater, der Heilige Vater. Er war der Erste. Nur für die Aufzeichnung: Petrus ist kein Papst gewesen. Hat sich auch nie Papst genannt. Er war der Erste, nach allem, was wir aus der Geschichte wissen.
[51:45] Und mit der Zeit entwickelt sich die Idee, wenn nun dieser Gemeindeleiter in Rom, dieser Papa, dieser Papst, irgendwie mehr Macht haben sollte, als die anderen, und er auch noch christlich ist, könnte es dann sein, dass er auch eine besondere Autorität hat? Dass er vielleicht mehr oder weniger immer recht hat? Das ist die Grundlage dieser Kirche. Dieser Idee. Und hier haben wir aus dem Ersten Vatikanischen Konzil das Ganze als Dogma festgelegt. Zur Ehre Gottes unseres Heilandes, zur Erhöhung der katholischen Religion, zum Heil der christlichen Völker, lehren und erklären wir endgültig als von Gott geopferten Glaubenssatz in treuem Anschluss an die von Anfang des christlichen Glaubens erhaltene Überlieferung, das heißt, die haben da nichts Neues erfunden, obwohl es im Jahre 1870 war, unter Zustimmung des Heiligen Konzils, wenn der römische Papst in höchster Lehrgewalt, das heißt Ex-Kathedra spricht, in höchster apostelischer Amtsgewalt, endgültig entscheidet, eine Lehre über Glauben oder Sitten sei von der ganzen Kirche festzuhalten, so besitzt er aufgrund des göttlichen Beistandes, der ihm im Heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren ausgerüstet haben wollte. Heißt auf gut Deutsch: Wenn der Gemeindeleiter in Rom gesprochen hat, hat er recht, egal was er sagt.
[53:15] Vielleicht sagt jemand aber: Moment mal, das war im Jahre 1870, fragen wir den bekanntesten, ähm, ach hier ist es noch, Verzeihung, diese endgültigen Entscheidungen des römischen Papstes sind daher aus sich und nicht aufgrund der Zustimmung der Kirche unabänderlich. Wenn sich jemand, was Gott verhüte, herausnehmen sollte, dieser unsere endgültigen Entscheidungen zu widersprechen, so sei er ausgeschlossen. Das ist eine Kleinigkeit. Im Grunde genommen ist es das Fundament dieser Idee, dieses Systems, dass dort einer entscheiden darf.
[53:49] Vielleicht sagt jemand aber: Moment mal, Herr Kramm, das ist ja aber 1870, hat mit der Spätantike nichts zu tun. Kardinal Gibbon, einer der führenden Theologen und Historiker jener Kirche, sagt in seinem Buch, ich hab's im Englischen: and the council did not create a new creed, but rather confirmed the old one. Das heißt, auf Deutsch: Das Konzil hat kein neues Bekenntnis geschaffen, sondern vielmehr ein altes bestätigt. Es formulierte eine Wahrheit als Glaubensartikel, die in jedem Zeitalter von der katholischen Welt akzeptiert worden ist. Was er damit sagte war, von Beginn dieser Bewegung im 4. Jahrhundert an, denn vorher war die Bewegung nicht wirklich greifbar historisch, dass in Rom der Gemeindeleiter die Macht an sich gerissen hat, von diesem Zeitpunkt an ist das geglaubt worden, allen, die dem zugestimmt haben.
[54:47] Und das, was Jesus klar und deutlich verneint hatte, wurde hier angenommen. Jesus hatte noch gesagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen. Hier war jetzt jemand, im Namen Christus, der gesagt hat: Du gehorchst mir.
[55:15] Und liebe Freunde, ein wesentliches Prinzip in diesem Magna Conflictio ist die Frage: Wem gehorche ich? Es bezieht sich nicht nur auf eine Kirche, es bezieht sich allgemein auf unser Leben. Gehorche ich Gott, oder gehorche ich einen Menschen? Nun, nicht, dass wir uns missverstehen, es gibt Momente, wo man Menschen gehorchen kann. Wenn ich Kind bin und meine Eltern mir sagen: Tu das nicht, dann sollte ich besser gehorchen. Und wenn der Polizist sagt: Sie dürfen hier nicht langfahren, dann hat er ein Recht dazu. Es gibt bestimmte Dinge, da ist es gut, auch Menschen zu gehorchen, aber es gibt bestimmte Fragen des Glaubens und der Überzeugung, da können wir uns nur für Gott entscheiden, wenn wir es ernst meinen. Und nicht für Menschen. Du sollst Gott dem Herrn dienen und ihm allein.
[55:57] Heute gibt es viele Menschen, die haben die Idee, dass diese katholische Kirche, diese römische Kirche, die eigentliche Urchristenheit darstellt, von der sich später dann die Protestanten abgespalten haben und die abgespalten haben und die orthodoxe Kirche abgespalten haben. Aber dieser Glaube, der ein für allemal den Heiligen überliefert ist, der stimmt nicht ein mit dem, was in dieser Kirche gelehrt worden ist ab dem vierten Jahrhundert. Wenn wir es also historisch betrachten, kann man sagen, im vierten Jahrhundert fand die erste Kirchenspaltung statt. Die römische Kirche.
[56:33] Der Satan wusste ja, dass Jesus mit der Bibel diese Versuchung abgewehrt hatte. Jetzt, wenn Sie Satan wären, was müssten Sie also tun, um Ihre Verführung wirklich erfolgreich machen zu lassen? Die Bibel muss weg, oder? Das wäre der nächste Schritt. Der erste Schritt war: Gib dem Gemeindeleiter in Rom, der Stadt mit sieben Hügeln, gib ihm Macht. Der zweite Schritt: Nimm die Bibel weg. Und genau das ist passiert. Die Bibel wurde verboten und die Bibel wurde dann nur in einer einzigen Sprache erlaubt. Latein. Und das konnte so gut wie keiner verstehen. Es hieß dann zum Beispiel: Wir verbieten auch den Laien den Besitz von Büchern des alten oder des neuen Testaments. Jetzt sagen Sie mal ganz ehrlich, egal ob Sie Christ sind oder nicht, ist das nicht merkwürdig, dass eine Kirche ihren Gläubigen verbietet, etwas zu lesen, was angeblich die Grundlage ihres Glaubens ist? Das ist merkwürdig, oder? Also egal, welchem Verein Sie angehören, wenn Sie in einen Verein gehen und der Verein Ihnen sagt: Sie dürfen aber nicht die Satzung lesen, ist verboten. Das ist merkwürdig, oder?
[57:41] Es heißt ja aber, dass sie die vorgenannten Bücher in einer volkssprachlichen Übersetzung besitzen dürfen. Das verbieten wir aufs Grundsätzlichste. Oder eine andere Synode: Niemand darf im Besitz der alten oder neuen testamentlichen Bücher in der Muttersprache sein. Ja, meine Güte, wovor hatten die denn Angst? Wovor hat eine Kirche Angst, die sagt: Ihr Gläubigen, bitte rührt die Bibel nicht an, ansonsten gibt es Probleme. Was ist so schlimm an der Bibel, dass eine Kirche sie verbieten muss? Wenn jemand solche Bücher hat, muss er sie innerhalb von 8 Tagen nach Bekanntmachung dieser Verordnung an den örtlichen Bischof abgeben, damit sie verbrannt werden können. Im Jahre 234 sind Christen verbrannt worden. Im Jahre 1234 haben Christen Bibeln verbrannt. Können Sie mir das erklären? Das ist so ein Abfall, oder? Da ist etwas vollkommen durcheinander geraten.
[58:39] Schritt 1 war: Gemeindeleiter in Rom nimmt sich Macht heraus, die ihm nicht zusteht. Schritt Nummer 2: Die Bibeln wurden weggenommen, sie wurden verboten. Schritt für Schritt. Und als das geschehen war, konnte der nächste Schritt folgen. Und der war ziemlich heftig. In Daniel 7 war das bereits vorhergesagt. Es heißt, dass in jener Zeit jemand danach trachten würde, Zeiten und was? Gesetz zu ändern. Was? Das Gesetz Gottes zu ändern?
[59:15] Nun, gehen wir mal ganz kurz da durch. Vielleicht ist Ihnen das bekannt, vielleicht auch nicht. Ohne, dass wir es lange kommentieren. Sie vergleichen einfach mal, okay? Ich werde das nicht weiter lesen. Sie schauen einfach nur, das was weiß ist, ist identisch, mehr oder weniger. Das was rot ist, hier, das sind die 10 Gebote in der Bibel, das fehlt im Katechismus. Und was gelb ist, das ist hinzugefügt, okay? Erste Gebot, ziemlich verändert, oder? Zweite Gebot? Fehlt ganz. Drittes Gebot? Große Teile weggestrichen, ein Wort hinzugefügt. Also geändert, nicht wahr? Viertes Gebot? Bis zur Unkenntlichkeit verändert. Fünftes Gebot? Leicht verändert. Sechstes gleich. Und dann gibt es natürlich die entsprechende Veränderung hier im siebten Gebot. Also das siebte ist dann da, das sechste. Das achte. Wieder eine kleine Änderung im neunten Gebot. Oder das zehnte Gebot. Aber das Problem ist ja, dass wenn man eins rausnimmt, hätte man nur wie viele Gebote? Neun, also musste man das zehnte teilen. Und dann hat man plötzlich das neunte und das zehnte, obwohl das eigentlich derselbe Gedanke ist. Man sagt, dass ungefähr 70% des Gesetzes Gottes geändert worden sind. Und ich sage das immer wieder gerne: Wenn die deutsche Kanzlerin 70% der deutschen Verfassung ändern würde, würden sie sich noch sicher fühlen? Oder würden sie denken, hier ist irgendetwas schief? Da war etwas total schief.
[1:00:45] Was ist mit einer Kirche passiert, die erstens weltliche Macht annimmt, zweitens ihr eigenes Buch verbietet und drittens ihr eigenes Gesetz ändert? Da läuft doch irgendetwas ganz gewaltig schief. Der Magna Conflictio, der große Kampf war mitten hineingedrungen und da ging es nicht einfach nur um ein bisschen Machtspielerei, da geht es um Inhalte, da ging es um Wahrheit.
[1:01:09] Zunächst wurde das zweite Gebot entfernt. Hier haben wir eine ziemlich schlecht zu erkennende Abbildung des siebten Konzils von Nicea. Das war im Jahre 787. Dort wurde endgültig etabliert, dass man Bilder verehren darf. Und wenn man Bilder verehren darf, kann man nicht gleichzeitig in dem Gesetz stehen haben: Du sollst ja kein Bild machen. Gesetz musste raus. 787, 8. Jahrhundert, da war dieses Gesetz nicht mehr gültig. Und dann haben sie wahrscheinlich gemerkt, dass auch das vierte Gebot wirklich enorm geändert worden ist. Wir werden heute nicht ausführlich darauf eingehen, nur ganz kurz hier am Rande erwähnt: Die Bibel sagt uns, dass Gott am siebten Tag geruht hatte. In der Erstmusse 2 Vers 3 heißt es: Gott hatte am siebten Tag sein Werk vollendet, das er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hatte. Gott ist ein Gott der Ruhe. Und er segnete den siebten Tag und heiligte ihn. Und dieses Gebot wurde übrigens nicht nur von den Juden, sondern von vielen Christen in der Zeit der Verfolgung gehalten, gerade im zweiten, dritten, vierten Jahrhundert. Das ist die Zeit, wo Christen den Löwen vorgeworfen worden sind, wo Christen gebrannt haben als Fackeln. Zu jener Zeit haben die allermeisten Menschen den sogenannten jüdischen Sabbat heilig beachtet. Und das wird von vielen Autoren beschrieben.
[1:02:37] An anderer Stelle heißt es, und jetzt Achtung: Obwohl fast alle Kirchen der Welt jede Woche am Sabbat die heiligen Geheimnisse feierten, weigerten sich wegen einiger was, alten Traditionen, die Christen von Alexandrien und Rom dies zu tun. Und was das bedeutet? Das Bild, das wir aus den Geschichtsquellen bekommen, ist, dass in jener Zeit, fast in der gesamten christlichen Welt, der Sabbat gefeiert worden ist, während es schon lange, lange, lange, lange vorher in der Stadt mit sieben Hügeln eine Tradition gab, das nicht zu tun. Lange vorher, wahrscheinlich schon in der Zeit der schlimmsten Verfolgung, gab es dort Menschen, die eine neue Lehre angenommen hatten, eine Tradition begonnen hatten, und als dann plötzlich der Kaiser weg war, war es wohl diese Gruppe, die die Macht genommen hat und jetzt Stück für Stück wie ein Sauerteig die ganze Christenheit durchsäuert hat. Denn nur als eine ihrer ersten großen Aktionen haben sie es geschafft, den neu gewonnenen Kaiser Konstantin zu überzeugen, ein Gesetz zu erlassen, das den Sonntag zu ehren. Das heißt: Hier alle Richter und Einwohner der Stadt, auch die Arbeiter aller Künste, sollen am ehrwürdigen Tag der Sonne ruhen. Das war wie gesagt Konstantin, der damit höchstwahrscheinlich auch jenen Christen in Rom einen starken Gefallen tun wollte. Und dann nur kurze Zeit später war bereits deutlich in den Konzilien, dass diese Fraktion immer mehr Macht gewinnt, als sie folgendes Dekret durchsetzt: Christen sollen nicht dualisieren oder am Samstag müßig bleiben. Stattdessen sollen sie an diesem Tag arbeiten. Ein neuer Tag wurde emporgehoben, ein alter entfernt.
[1:04:19] Jetzt haben wir als ersten Schritt, der Gemeindeleiter in Rom nimmt unerhörte Macht an. Der zweite Schritt, die Bibel wird entfernt. Der dritte Schritt, das Gesetz Gottes wurde angegriffen, an verschiedenen Stellen. Heute gibt es viele christliche Kirchen, die von diesem Ding nicht viel gehört haben. Und ich glaube, es lohnt sich auch in diesem Zusammenhang, das hier schon zu erwähnen, und wenn Sie vielleicht auch zu Hause das zum ersten Mal hören, dass da plötzlich erst im 4. Jahrhundert so eine Änderung stattgefunden hat, dann lade ich Sie ein: Prüfen Sie das. Und wenn Sie etwas ganz Spannendes tun wollen, dann nehmen Sie mal Ihre Bibel und schlagen Sie mal in der Konkurrenz auf und suchen Sie mal das Wort Sonntag. Und dann suchen Sie mal das Wort erster Tag der Woche. Dann schlagen Sie alle Textstellen nach, die Sie finden. Und dann sehen wir uns in zwei Wochen wieder zu einem Vortrag und dann können Sie uns vielleicht schreiben, was Sie gefunden haben. Das ist ein sehr spannendes Studium.
[1:05:13] Wie es die Bibel vorhergesagt hatte, würde er sich überheben alles, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt. Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit. Es scheint so zu sein, so können wir es aus der Geschichte zumindest entnehmen, dass in diesem Kampf, in diesem Hin und Her in der Kirche es offensichtlich auch um das Gesetz ging. Offensichtlich scheint das Gesetz, wenn wir die Geschichte betrachten, im Zentrum dieses Konfliktes zu stehen.
[1:05:43] Und dann sagt die Offenbarung, dass der Drache ihm seine Kraft und seinen Thron und große Vollmacht gab. Kann mir jemand noch sagen, wofür stand der Drache nochmal? Der Drache, das war diese Macht, die die Christen verfolgt hat. Können wir uns erinnern? Wie viele Köpfe hat er gehabt? Sieben Köpfe. Und welche Macht stand auf sieben Köpfen? Äh, sieben Hügeln? Rom. Es war das römische Reich, das verfolgt hat. Und hier sehen wir eine andere Macht, die beschrieben wird, die etwas vom römischen Reich bekommt. Was heißt hier: Er gab ihm seine Kraft und seine Thron und seine große Vollmacht. Wenn ich das jetzt mal illustrieren sollte, und wen darf ich mir denn als Opfer jetzt suchen? Ja, meine liebe Frau mal nach vorne, bitte. Die ich jetzt, die muss ich erst noch anziehen, der ich jetzt das Pult, meine Bibel und den Klick übergebe und mich da hinsetze, was würden Sie jetzt wahrscheinlich denken? Dass sie den Vortrag weitermachen wird, oder? Und genau das ist passiert. Dankeschön.
[1:06:57] Das römische Reich übergibt den Sitz, den Thron und die Kraft und die Vollmacht sozusagen, um dann zu entscheiden, wann es weitergeht, einer neuen Macht, die ebenfalls auf den sieben Hügeln sitzt.
[1:07:15] Bibel sagt, dass dieser Zeitabschnitt ein sehr langer sein würde. Es heißt: Und sie wurden in seine Gewalt gegeben für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Diese Macht würde die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben. Es würde Krieg führen, sozusagen, einen Magna-Konflikt auslösen gegen die wahrhaft Treuen. Für eine Zeit, zwei Zeiten, eine halbe Zeit. Eine etwas mysteriöse Zeitangabe, die aber ganz deutlich wird, wenn man sie hier
[1:07:43] einfach mal mit zwei Bibeltexten vergleicht. Da spricht es hier in Offenbarung 12, Vers 14 von einer Zeit, zwei Zeiten und einer halben Zeit. Und dieselbe Zeitperiode wird vorher einmal genannt: 1260 Tage. Ohne, dass wir lange rechnen müssen, das können wir uns dann später mal aufheben, können wir also wissen, eine Zeit, zwei Zeiten, eine halbe Zeit sind 1260 Tage. Und Sie haben heute schon was gelernt: In 10 Tage waren wie viel? 10 Jahre. Also sind 1260 Tage, 1260 Jahre.
[1:08:13] So lange würde jene Macht auf den sieben Hügeln Finsternis verbreiten. Die Bibel hatte das finstere Mittelalter vorhergesagt. Und heute gibt es so viele Menschen, die sagen: "Ich werde kein Christ, ich will mit der Bibel nichts zu tun haben", weil sie an das Mittelalter denken, weil sie glauben, Christentum, das sind die, das sind die Mönche, nicht wahr, die damals die Kreuzzüge gemacht haben und an das Denkende verbrannt haben. Und ich möchte Sie herausfordern, auch wenn Sie jetzt live zuschauen, dass das, was damals passiert ist, kein Christentum war. Es war ein Abfall. Zu viele Menschen entscheiden sich heute nicht für Jesus, weil in ihren Köpfen eine falsche Idee von Christentum drin ist, weil 1260 Jahre sind eine lange Zeit. Das hat unser Denken in ganz Europa tief, tief, tief geprägt. Und man kann nicht einfach über Jesus sprechen, ohne das auch zu erwähnen, was hier steht, was alles schiefgelaufen ist.
[1:09:17] Für die ganz Treuen hat sich ehrlich gesagt gar nicht so viel verändert. In den ersten Jahrhunderten wurden sie von römischen Soldaten verfolgt. Ein paar Jahrhunderte später wurden sie von ihren eigenen Brüdern verfolgt. Wenn es jemand wagte, die Bibel zu lesen, vielleicht sogar in seiner eigenen Sprache, wenn es jemand wagte, die Gesetze Gottes zu beachten und nicht die Gesetze eines Gemeindeleiters in Rom, dann sah es übel aus. Aber es kam noch mehr. Es heißt in Lukas 21: "Ihr werdet aber von Eltern und Brüdern und Verwandten ausgeliefert werden." Von Feinden verfolgt zu werden ist eine Sache. Von meinen eigenen Brüdern und Schwestern, Familienangehörigen ist eine ganz andere Sache. Von Menschen, die den Namen Jesus in den Mund nehmen.
[1:10:15] Und so entstand das Mittelalter. Eine Zeit, in der Menschen mit ihren Sünden kamen und sagten: "Ich habe hier so und so viel Geld für wie viele Jahre fehlgefeuert." Da haben sie so einen Brief bekommen: "Bezahlt. Vergeben." Man muss kein Christ sein, man muss nicht mal die Bibel gelesen haben, um zu wissen, dass das wohl nicht sein kann, oder? Erlösung für die Reichen. Was ist passiert? Was ist passiert, dass Menschen, die sich Christ nennen, mit der Bibel durch die Gegend gerannt sind und sich geschlagen haben, um damit ihre Sünden zu vergeben? Es war wirklich Finsternis.
[1:11:03] Aber das Ganze noch zu untermauern, musste eine Idee geschaffen werden, dass nämlich diese Abspaltung in Wirklichkeit keine Abspaltung ist. Solange bekannt war, dass sich meine Abspaltung haltet, auch wenn es eine sehr machtvolle Abspaltung war, war das Ganze nicht in trockenen Tüchern. So entstand im Laufe des 8. Jahrhunderts die Idee der sogenannten Apostolischen Sukzession. Schon mal das Wort gehört? Apostolische Sukzession bedeutet, der Papst, da war ein anderer Papst davor, und da war noch ein Papst davor, und noch ein Papst davor, und noch ein Papst davor, ich weiß nicht aus dem Kamerabild, kein Problem, da war noch ein Papst davor, und am Anfang war Petrus. Mit anderen Worten, die Idee war, zu beweisen: "Wir sind gar keine Abspaltung, wir sind das Original."
[1:11:45] Jetzt, wie beweist man, dass man das Original ist, wenn man in Wirklichkeit eine Abspaltung ist? Was muss man tun? Man muss lügen, nicht wahr? Man muss etwas fälschen. Im 8. Jahrhundert, um 800, sind bestimmte Dokumente gefälscht worden, das ist heute sehr gut bekannt, wenn man sich in der Materie auskennt. Die berühmteste Fälschung war die sogenannte Konstantinische Schenkung. Ein Bild davon, wo angeblich Kaiser Konstantin dem Gemeindeleiter in Rom die Macht schenkt und sagt: "Du bist ab jetzt quasi sozusagen der neue Kaiser." Das wurde das gesamte Mittelalter, wurde dieses Dokument herangezogen, um die Vorherrschaft des Papstes zu unterstützen. Das Problem war nur, im 15. Jahrhundert haben dann diese Männer hier, Nikolaus von Cusa und Lorenzo di Valle, nachgewiesen, dass das einfach glatte Fälschung war. In den Dokumenten waren Autoren zitiert, die erst viel später gelebt haben, und also wirklich ganz, ganz, ganz krude Fälschung. Und, naja, wie auch immer. Das hat das Papsttum natürlich nicht abgehalten, das trotzdem zu tun. Eine andere Fälschung waren die sogenannten Pseudoizitorischen Dekretaren. Aber davon vielleicht ein andermal mehr.
[1:13:03] Dieser Grund, von dem die Bibel spricht, denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Dieser Grund war nicht mehr vorhanden. Es wurde gelogen, es wurde betrogen. Und was ganz besonders traurig ist, die Bibel macht deutlich, dass viele Menschen, die vielleicht die Wahrheit noch erkannt hätten, einfach sich ergeben haben, gesagt haben: "Okay, wenn alle mitmachen, mache ich auch mit." Es ist eine Sache, zu wissen, was wahr und richtig ist, es ist eine andere Sache, auch dafür einzustehen. Und gerade im Mittelalter sind viele Menschen einfach eingeknickt. Deswegen sagt Jesus uns: "Das sage ich euch: Wacht."
[1:13:41] Weiß jemand, wer das ist? Das ist einer der machtvollsten Päpste des ganzen Mittelalters. Sein Name? Gregor der Siebte. Und Gregor der Siebte hat im 11. Jahrhundert noch einen Schritt draufgelegt. Er hat ein Dokument verfasst. Kann jemand lesen, was das ist? Diktatus Papai. Das haben wir schon mal gehört heute, oder? Das waren 27 Sätze. Und ich lese Ihnen nur die spannendsten vor. Er sagt da zum Beispiel, dass die römische Kirche vom Herrn allein gegründet worden ist. Dass allein der römische Papst mit Recht universal genannt wird. Dass er allein die kaiserlichen Herrschaftszeichen verwenden kann. Dass alle Fürsten nur des Papstes Füße küssen. Dass es ihm erlaubt ist, Kaiser abzusetzen. Dass sein Urteilsspruch von niemandem widerrufen werden darf und er selbst als einziger die Urteile aller widerrufen kann. Jetzt sagen Sie mal in modernen Worten, was ist das? Das ist Diktatur. Das ist eine Kirchendiktatur. 19. Dass er von niemandem gerichtet werden darf. Dass er die römische Kirche niemals in Irrtum verfallen ist und nach dem Zeugnis der Schrift niemals irren wird. Das ist ein starker Tobak. Ich weiß nicht, ob das Galileo Galilei auch gewusst hat. Er war der Erste, der das so offen ausgedrückt hat. 26. Das nicht für katholisch gilt, wer sich nicht in Übereinstimmung mit der römischen Kirche befindet. Das war 11. Jahrhundert. Das war die absolute Machtspitze.
[1:15:11] So stark, dass Sie wahrscheinlich die Geschichte kennen, ohne zu wissen, dass das Gregor VII. war. Der Gang nach Canossa. Der deutsche Kaiser steht wie ein Schuljunge, der eine Sechs geschrieben hat. Drei Tage dort im Schnee. Und der Papst überlegt sich, soll ich ihn kommen lassen oder soll ich ihn nicht kommen lassen? Na, lass noch ein bisschen warten. Und dann kommt er und büßt. Er hat ja geschrieben, ich habe die Macht, Kaiser abzusetzen. Er hat das in die Tat umgesetzt. Also eins waren sie: Sie haben das geglaubt, was sie geschrieben haben. Das muss man ihnen lassen. Aber wie passt das zu Jesus, der gesagt hat: "Wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht"? Dieser Magna Conflictio ist nicht nur ein Konflikt zwischen, wem gehorche ich? Es ist auch ein Konflikt zwischen, welche Einstellung habe ich? Will ich herrschen oder will ich dienen? Christentum hat etwas zu tun mit dienen. Dieses System hat etwas zu tun mit herrschen.
[1:16:13] Ein letzter Irrtum, den wir noch hier kurz anfügen wollen. Ein Einfluss, der aus der Antike mitgenommen worden war, war die Idee, dass die Seele irgendwie unsterblich ist. So ein Bild, wo sie die Seele ausfleucht und ein Teufel und ein Engel sich darum streiten, wer zuerst zupackt, der hat es gewonnen. Aus dieser Lehre ist dann die Idee entstanden, dass Gott Menschen für immer röstet. Sogenannte Höllentheorie. Und noch ein bisschen später ist daraus entstanden, dass selbst die Gläubigen, wenn sie halt nicht Heilige waren, sondern nur Normalgläubige, dass sie auch ein bisschen röstet werden. Ein bisschen. So lange, bis sie ihre Sünden abbezahlt haben. Können Sie so einen Gott lieben? Ist es ein Wunder, dass so viele Menschen nichts von der Bibel wissen wollten? Ist es ein Wunder, dass bis heute so viele Menschen denken, Gott ist ein abscheulicher Tyrann, der so etwas behauptet? Ich möchte Ihnen heute sagen, ohne dass wir ins Detail gehen, wir werden das später mal im Laufe der Serie machen: Diese Theorie hat mit der Bibel nichts, aber auch gar nichts zu tun. Es war Teil dieser Abspaltung mit den sieben Hügeln Roms.
[1:17:27] Menschen haben Geld bezahlt, um Vergebung zu bekommen. Sie sind in Kriege gezogen, um Andersdenkende zu vernichten. Und dann vielleicht als die größte Sache überhaupt. Etwas, was übrigens in diesem System auch als das Wichtigste gilt, ist die sogenannte Eucharistie. Haben Sie davon gehört? In der Eucharistie passiert Folgendes: Man nimmt Brot und der Priester sagt, dass dieses Brot sich verwandelt in was? In den Leib Christi. Jetzt denken Sie scharf nach: Was ist das Brot? Es ist Brot. Lebt das Brot? Nein. Es hat Pilze drauf. Das Brot lebt nicht. Jesus lebt. Wenn jemand in der Lage ist, Brot in Jesus zu verwandeln, was hat er dann? Schöpferische Kraft. Und die Bibel sagt, wer schöpferische Kraft hat, darf angebetet werden. Was die Eucharistie eigentlich sagt, ist, dass der Priester schöpferische Kraft hat. Mal ganz davon abgesehen, dass danach Jesus gleich wieder getötet wird, nicht mehr gegessen wird. Und vielleicht erkennen wir so ein bisschen das ganze Ausmaß dieses Konfliktes.
[1:18:43] Einer letzter Punkt. Bevor wir jetzt Pause machen, ich kriege schon das Zeichen, wir müssen endlich Pause machen. Wahrscheinlich haben Sie schon Hunger auf die Knappereien. Das war im 13. Jahrhundert. Wissen Sie, was das ist? Das ist das Zeichen der spanischen Inquisition. Nicht nur, dass dort Macht an sich gerissen worden ist, nicht nur, dass die Bibel verboten worden ist, nicht nur, dass das Gesetz Gottes geändert worden ist, nicht nur, dass die Priester die Macht in Anspruch genommen haben, Jesus neu zu erschaffen, nicht nur, dass man jetzt Kaiser absetzen wollte, man hat sich das Recht herausgenommen, dir und mir vorzuschreiben, was du zu denken und zu lassen hast. Und wehe, du denkst nicht so wie ich. Es ist eigentlich, selbst wenn man kein Christ ist, selbst wenn man nicht die Bibel kennt, muss man sagen: Das kann nicht die Wahrheit sein, oder? Das ist nicht das, wonach sich unsere Seele sehnt. Man muss es nicht weiter betonen, dass durch diese Inquisition Millionen Menschen zu Unrecht getötet, gefoltert, gemartert worden sind. In der Offenbarung heißt es: "Ich sah die Frau berauscht vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu."
[1:19:57] Ein berühmter Geschichtsschreiber sagt: "Der helle Mittag des Papsttums war die Mitternacht der Welt." Haben Sie mal Bilder aus dem Mittelalter gesehen? Würden Sie sagen, das waren große Künstler? Zur Zeit der Antike war die Kunst auf einem hohen Niveau. Zur Zeit des Mittelalters ging es weg ab. Zur Zeit der Antike war die Gesellschaftsform auf einem hohen Niveau. Griechenland, Demokratie, die Republik in Rom, auch wenn da vieles schief lief, aber theoretisch gab es ein hohes Niveau. Mittelalter? Religion? In allen Bereichen des Lebens, nicht nur in der Religion, in der Wissenschaft, in der Kunst, in der Kultur, in der Politik war das Mittelalter ein Abfall und das zeigt uns, was passiert, wenn man dieses Buch der Menschheit vorenthält. Es war nicht nur ein politischer Abfall, ein religiöser Abfall, ein künstlerischer Abfall, ein kultureller Abfall. Die Bibel ist mehr für unser Leben, als wir glauben, aber sie war kaum vorhanden. Deswegen sagt die Bibel in Hosea 4, Vers 6: "Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis." Warum haben wir das gezeigt? Ich wollte Ihnen mit diesem ersten Vortrag heute Abend zeigen, was passiert, wenn man der Menschheit die Bibel vorenthält. Das sind die Folgen. Die sind deutlich zu sehen in der Geschichte, keiner kann es leugnen.
[1:21:23] Die Frage, die wir jetzt stellen wollen, nach der Pause ist: Hat Gott auf der anderen Seite des Konflikts einen Weg gefunden, in diese Finsternis hineinzugehen? Hat er einen Weg gefunden, um doch noch das Licht in die Finsternis zu bringen? Und dazu werden wir jetzt gleich eine Pause haben und nach der Pause treffen wir uns wieder zum Vortrag 3: Thäler, Lux, Lucid, Internevis.