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In dieser Predigt von Lukas Hermann geht es darum, wie wir unseren Glauben stärken können. Basierend auf der Bitte der Apostel an Jesus, ihren Glauben zu mehren, beleuchtet die Predigt zwei zentrale Antworten Jesu. Es wird erklärt, was es bedeutet, Glauben wie ein Senfkorn zu haben, und wie Gehorsam gegenüber Gottes Wort eine entscheidende Rolle spielt. Anhand biblischer Beispiele und praktischer Anwendungen wird aufgezeigt, wie wir unser Vertrauen in Gottes Zusagen festigen und dadurch im Glauben wachsen können.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:00] Gesegneten Sabbat! Das funktioniert hier immer so gut. Es ist ein großes Privileg für mich hier predigen zu dürfen und ich hoffe, wir werden heute etwas aus Gottes Wort lernen.

[0:17] Ich möchte anfangen mit einem kleinen Bibelquiz. Also, bevor ihr jetzt eure Bibeln aufschlagt, einfach mal kurz zuhören und mir antworten, falls ihr könnt. Als damals jemand zu Jesus kam und ihm folgende Frage gestellt hat: Was hat Jesus geantwortet? Die Frage war: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu geben oder nicht? Genau. Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Sehr gut.

[0:58] Zweite Frage. Da kam jemand anderes zu Jesus und hat folgendes gesagt: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist. Denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist. Was hat Jesus geantwortet? Ich habe es nicht verstanden, es war zu weit weg. Genau. Wenn du nicht von neuem geboren wirst, kannst du das Reich Gottes nicht sehen.

[1:37] Und jetzt die dritte Frage. Als die Apostel zu Jesus kamen und du hast schon gehört, in Weiblingen, und haben gesagt: Mehre uns den Glauben. Was hat Jesus geantwortet? Wer weiß es? Sehr gut. Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn. Ich mache das immer gern, ich habe das schon in verschiedenen Gemeinden gepredigt und auch schon in verschiedenen Gemeinden gefragt. Und normalerweise kommt bei dieser Frage ein Schweigen. Ich habe es auch schon mal erlebt, dass Leute gesagt haben und es gewusst haben, aber normalerweise kennen wir das so nicht. Die ersten zwei sind so direkt aus der Pistole. Ja, Nicodemus hat Jesus das gesagt und bei den Steuern hat Jesus das gesagt. Aber dann bei diesem Glauben, irgendwie werden wir da stutzig, was hat Jesus eigentlich geantwortet? Ja, gut, ich meine, die Antwort hat vielleicht kaum was zu tun mit der Frage, aber das war bei Nicodemus auch so. Die Antwort ist fast komplett gegensätzlich zur Frage. Und dabei ist doch genau das so eine wichtige Frage. Wer hat sich schon mal auf diese Bibelstelle gestoßen, als die Apostel gesagt haben: Mehre uns den Glauben, und hat sich nicht selbst gewünscht? Ja, das ist doch genau meine Frage, die hätte ich auch Jesus gestellt. Ja, wer hat schon mal genau das gedacht? Ich habe das gedacht, als ich das gelesen habe. Das ist doch mal eine interessante Frage. Ich möchte auch meinen Glauben mehren und ich möchte mit euch heute studieren, was Jesus darauf geantwortet hat und was wir daraus lernen können. Und zwar schauen wir uns die Erklärung an. Ich mache ein Beispiel dazu und am Ende machen wir dann noch eine praktische Anwendung für unser Glaubensleben. Aber bevor wir jetzt einsteigen in die Bibel, möchte ich ganz kurz mit euch beten und ihr dürft aber sitzen bleiben dazu. Großer Vater im Himmel, wenn wir dein Wort jetzt aufschlagen, möchten wir dich bitten, dass wir heute etwas von dir lernen. Amen.

[4:03] Den Text, den wir uns durchlesen, ist im Lukas Kapitel 17. Und wer seine Bibel hat, darf sie jetzt aufschlagen, weil da werden wir ein wenig verweilen. Lukas Kapitel 17 und wir lesen die Verse 5 bis 6. Jesus gibt nämlich zwei Antworten auf diese Frage. Und wir schnappen uns jetzt erst einmal die erste Antwort und schauen uns an, was sie bedeutet. Lukas Kapitel 17, Vers 5. Und die Apostel sprachen zum Herrn: Mehre uns den Glauben, oder in anderen Worten: Erweitere oder erhöhe oder vermehre unseren Glauben.

[4:52] Vers 6. Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich und verpflanze dich ins Meer, und er würde euch gehorchen. Jetzt, als ich mir das durchgelesen habe, mehrmals, da kommen mir immer zwei Fragen. Frage Nummer eins: Wie groß ist denn Glaube so klein wie ein Senfkorn? Ist das ein großer Glaube oder ist es ein kleiner Glaube? Es hört sich ja so an, als ob Jesus gesagt hat: Wenn ihr nur so einen Glauben hättet, dann könntet ihr schon diese großen Dinge tun. Und dann schaut man ja so ein bisschen auf sein eigenes Leben. Ich weiß nicht, ob das ihr schon mal erlebt habt. Man schaut auf sein eigenes Leben und denkt sich: Ich habe jetzt noch keinen Baum entwurzelt und ins Meer gepflanzt. Bedeutet das, dass ich einen so mickrigen Glauben habe, dass es gar nicht wert ist, darüber zu reden? Oder was wäre denn, wenn ich dann noch einen größeren Glauben hätte? Die Frage stellt sich. Das scheint irgendwie eine unbeantwortete Frage hier zu sein.

[6:02] Und die zweite Frage, die sich mir stellt, ist, dass die Antwort hier ja gar keine Antwort zu sein scheint. Habt ihr schon mal ein bisschen durchdacht? Ich mache mal einen Vergleich. Sagen wir, ich gehe zu Michael Schumacher. Der ist jetzt nicht mehr aktiv im Rennsport, aber ich weiß auch nicht, wie es ihm jetzt geht. Aber wir sagen mal, ich würde zu ihm hingehen und ich würde ihm sagen: Bitte hilf mir, besser Auto zu fahren. Wäre Michael Schumacher vielleicht eine Person, die einem da helfen könnte? Ich denke schon. Also würde ich fragen: Hilf mir, besser Auto zu fahren. Und Michael Schumacher würde jetzt antworten und mir sagen: Ja, wenn du besser Auto fahren könntest, dann könntest du sogar bei der Formel 1 mitfahren. Ja, und dann denkt man sich: Diese Antwort hilft mir ja gar nicht. Ja, eigentlich möchte ich ja wissen, wie ich besser fahren kann und nicht, was ich tun könnte, wenn ich besser fahre. Und genau so scheint mir hier auch die Antwort von Jesus. Er scheint sozusagen: Ja, wenn du so viel Glauben hättest, dann könntest du große Dinge tun. Und es lässt uns etwas im Regen stehen, fast schon, wenn wir das so lesen. Ja, wie kriegen wir denn jetzt einen großen Glauben?

[7:28] Mit diesen zwei Fragen habe ich mich natürlich nicht zufrieden gegeben. Ich wollte natürlich wissen, was steckt da drin? Und ich denke, es rechtfertigt hier auch ein Bibelstudium, das mal rauszufinden. Denn es gibt einen interessanten Parallelvers, der uns erklärt, was Jesus uns hier eigentlich beibringen will. Schlagen wir mal auf Matthäus, Kapitel 13. Das berühmte Gleichnis-Kapitel. Matthäus, Kapitel 13. Und wenn wir jetzt den Vers lesen, dann möchte ich euch mal bitten, einfach zu gucken, auf welchen Punkt legt Jesus hier Wert? Oder welche Eigenschaft des Senfkorns beleuchtet Jesus in diesem Gleichnis? Ja, wir lesen es jetzt. Matthäus 13, die Verse 31 und 32.

[8:29] Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Reich der Himmel gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte. Dieses ist zwar unter allen Samen das kleinste, wenn es aber wächst, so wird es größer als die Gartengewächse und wird ein Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. So, jetzt nochmal die Frage: Welche Qualität oder welche Eigenschaft des Senfkorns hebt Jesus hier besonders hervor? Wachstum.

[9:03] Weder ist es jetzt unbedingt das kleinste. Ich weiß, ich hatte das einmal gepredigt und jemand hat gesagt: Ja, das Senfkorn ist doch gar nicht das kleinste unter allem. Also, weder ist es, weil es besonders klein ist, noch weil es am Ende besonders groß ist. Ja, es gibt bestimmt größere Bäume als das Gewächs des Senfbaums, aber Jesus sagt, es wächst am meisten oder am stärksten oder am kontinuierlichsten. Das bedeutet, wenn Jesus zu uns sagt: Habe Glaube wie ein Senfkorn, dann sagt er zu uns nicht: Dein Glaube muss irgendwie nur so klein sein wie ein Senfkorn, sondern dein Glaube muss was tun? Wachsen. Ja, das ist genau der Punkt.

[9:50] Und an der Stelle erzähle ich oft eine Erfahrung, die ich selber gemacht habe, aber die habe ich ja schon mal erzählt. Deswegen werde ich jetzt ein bisschen aus einem Buch eine Geschichte herausgreifen, das ich momentan lese und zwar von Georg Müller. Vielleicht kennt jemand Georg Müller. Es war ein Missionar, ein Deutscher, der nach England ging und dort in Bristol Waisenhäuser aufgebaut hat. Und was mich immer sehr begeistert an seiner Geschichte ist, dass er sich eines Tages vorgenommen hat, er hat das Bedürfnis erkannt: Wir brauchen Waisenhäuser hier. Es gibt sehr viele Waisenkinder auf der Straße und niemand tut was darum. Aber er hat noch ein anderes Bedürfnis erkannt und zwar, dass der Glaube in der Gemeinde scheinbar eingeschlafen war. Leute vertrauen Gott nicht mehr richtig. Und dann hat er sich vorgenommen: Ich möchte für Gott Waisenhäuser aufbauen. Gott hat ihn in diese Richtung geführt, aber er hat gesagt: Ich möchte niemals um Spenden bitten. Ich möchte nur beten und warten, bis Gott sich darum kümmert. Und nicht nur hat er das in seinem stillen Kämmerlein sich so vorgenommen und in sein Tagebuch geschrieben, sondern er hat ein Treffen in der Gemeinde eingerufen, eine Versammlung, hat sich vorne hingestellt und hat gesagt: Ich werde jetzt Waisenhäuser aufbauen und ich werde das allein im Gebet tun, ohne jemals um Spenden zu bitten. Also er hat seine Pläne offengelegt, was er genau tun möchte.

[11:39] Und Gott hat ihn sehr reichlich gesegnet. Er hat wirklich niemals persönlich um Spenden gebeten. Es gab sogar Szenen, wo eine eine Frau, wo er wusste, die sehr arm, hat ihm dann 50 Pounds gespendet. 50 Pounds damals war eine große Menge Geld. Ich weiß nicht umgerechnet in Euro, aber man hat davon gut ein Jahr seine Wohnung bezahlen können. Also hat ihm dann 50 Pounds gespendet und er wollte das nicht annehmen. Er dachte, das geht doch nicht. Die Frau ist so arm, die verdient ihr Geld, indem sie hier irgendwelche Socken strickt und ist zu der Frau hin und hat gesagt: Möchtest du das Geld wirklich spenden? Bist du dir ganz sicher? Und wollte quasi fast schon zurückgeben das Geld. Die Frau hat gesagt: Nein, das ist für Gott. Das möchte ich spenden, das habe ich geerbt bekommen und ich brauche es nicht. Und so war er wirklich ganz gewiss, dass er kein Geld annehmen wollte, das nicht direkt von Gott kam.

[12:36] Und Gott hat ihn gesegnet. Er hat sogar ein Ultimatum, er hat ein Limit gesetzt. Er hat gesagt: Gott, ich brauche 1000 Pounds, sonst kann ich nicht anfangen mit der Arbeit. Und hat dann gewartet und das Geld kam rein, zusätzlich mit ganz vielen Möbeln, Stücken und Kleidung und alles, was man so für ein Waisenhaus braucht. Und er hat dann nicht nur ein Waisenhaus gegründet, sondern dann am Ende zwei, also eins für Jungs und eins für Mädels, dann noch eins für Kleinkinder und dann ist das Werk gewachsen und gewachsen bis am Ende seines Lebens, so wie die Statistiken sagen, wo er gleichzeitig 3000 Waisenkinder unter seinen Institutionen hatte und alles durch den Glauben allein.

[13:28] Jetzt ist es sehr beeindruckend, aber was er erlebt hat, das sieht man in seinem Tagebuch sehr schön. Denn es gab Zeiten, da kam das Geld halt eben nicht immer so in Hülle und Fülle, sondern es kam scheinbar gar nichts. Er hat gesagt: Gott, ich habe das Werk angefangen, schau auf die Leute. Sie schauen auf mich und auf dieses Werk und wenn das Geld versagt, dann versagt der Glaube, weil jetzt die Leute sagen: Ja, das klappt ja eh nicht. Am Anfang kam das Geld, aber jetzt nach drei Jahren kommt nichts mehr. Ist ja klar, funktioniert nicht. Schlechtes Geschäftsmodell. Aber er hat gebetet und gesagt: Gott, das kann nicht sein. Und er hat angefangen, zum Beispiel die Miete nicht mehr jährlich vorauszuzahlen, auch nicht mehr monatlich, sondern wöchentlich vorauszuzahlen. Er hat die Schritte verkleinert. Er hat das Brot nicht mehr wöchentlich bezahlt, sondern täglich bezahlt. Und Gott hat ihm täglich immer genau so viel gegeben, wie er gebraucht hat. Und das ist so eine Erfahrung, die er gemacht hat. Nicht von heute auf morgen plötzlich steht da ein Riesenwerk, sondern er hat klein angefangen und erst durch diese schwierigen Zeiten hindurch und hat aber Gott vertraut. Und obwohl es also offensichtlich aussah, als ob es nicht funktionieren würde, kam doch immer genug rein, dass sie genug zu essen hatten, genug für alle Kleidung, genug zum Leben und keinen Mangel.

[15:04] Und so ist sein Glaube Stück für Stück gewachsen, bis dann auch am Ende seines Lebens diese großen Wunder, die man vielleicht kennt, wer seine Geschichte kennt, kennt diese Story, wo sein Boot zu spät war, sein Schiff und der Käpt'n hat gesagt: Wir schaffen es nie rechtzeitig und es war alles neblig und sie konnten nicht schneller vorankommen. Und dann ist er mit dem Käpt'n runter, hat mit ihm gebetet. Zwei Worte, er hat einen ganz kurzen Satz gebetet und dann wollte der Käpt'n schon anfangen zu beten und hat gemeint: Nein, nein, du brauchst nicht beten, ich weiß doch, dass du nicht wirklich an Gott glaubst. Da sind sie zurück auf Deck und nach fünf Minuten war der Nebel weg. Und wie hast du das gemacht, wie geht es? Und er meinte: Ich weiß, ich kenne meinen Gott. Und das ist das Faszinierende. Am Ende seines Lebens hat er ein Glauben gehabt, er wusste, wenn er jetzt betet, dann wird es passieren. Und das ist kein Glaube, der von heute auf morgen kommt, sondern was für ein Glaube ist es, der kontinuierlich wächst.

[16:04] So, das war Punkt Nummer eins. Ein interessanter Vers, der für Georg Müller ganz wichtig war, steht in Matthäus 6, Vers 34. Ich lese nur kurz, ich brauche nicht aufschlagen, ihr kennt den alle. Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jeder Tag genüge seine eigene Plage. Und er hat tatsächlich darauf vertraut.

[16:32] So, das war jetzt die erste Antwort. Jetzt kommen wir zur zweiten Antwort, die Jesus gab. Wir gehen zurück ins Lukas-Evangelium, ins Kapitel 17. Wir haben bei Vers 6 aufgehört, jetzt lesen wir bei Vers 7 weiter.

[17:06] Wer aber von euch wird zu seinem Knecht, der pflügt oder weidet, wenn er vom Feld heimkommt, sogleich sagen: Komm her und setz dich zu Tisch. Ich unterbreche ganz kurz. Das ist ein Gleichnis von Jesus, das wir oft übersehen oder oft nicht so richtig vor uns haben. Warum? Es scheint so aus der Reihe zu tanzen von den anderen Gleichnissen. Wir kennen Jesu Gleichnisse immer so mit Güte und Freundlichkeit und Gerechtigkeit und Gnade. Wir kennen das Gleichnis, wo er morgens hingeht in die Stadt und seine Diener zum Weinberg schickt und dann abends noch zum Weinberg schickt und dann kriegen sie alle den gleichen Lohn. Aber hier kommt so etwas scheinbar ganz Hartes. Das sind wir gar nicht gewohnt von Gottes, von Jesu Gleichnissen. Er sagt hier: Wenn ein Diener, wenn ein Herr einen Diener hat und der ist jetzt fertig mit seiner Arbeit auf dem Feld und er kommt heim, dann kriegt er keinen Dank, sondern dann muss er erst mal noch Essen machen für den Herrn und alles hinrichten und dann erst kann er sich ausruhen. Und er fragt hier: Wer sagt denn zu seinem Diener, nachdem er dann heimkommt: Ja, jetzt setze ich erst mal hin, jetzt esse erst mal. Das macht ja keiner.

[18:30] Wir lesen weiter, Vers 8: Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendbrot, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe, und danach sollst du essen und trinken. Vers 9: Dankt er wohl jenem Knecht, dass er getan hat, was ihm befohlen war? Ich meine: Nichts. Und dann Vers 10: Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, so sollt auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, sprechen: Wir sind unnütze Knechte, wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.

[19:11] Jetzt versteht ihr, warum ich meine, wir ignorieren dieses Gleichnis gern. Es scheint so nicht so richtig zu passen. Es bringt eine Seite hervor von Gott, die wir manchmal etwas tiefmütterlich behandeln und das ist unsere Pflicht ihm gegenüber. Vielleicht kennt ihr das, wenn es einen Missionssabbat gibt, oder man steht im Kino und gibt Hexerich Bücher aus und dann ist man fertig und da fühlt man sich so richtig accomplished, sagt man im Englischen, so richtig, wie sagt man, jetzt habe ich was geschafft, jetzt habe ich was Tolles gemacht, jetzt muss mich Gott ja segnen. Vielleicht kennt ihr das, man hat so ein bisschen die Erwartung, nachdem man Missionen gemacht hat, jetzt ist Gott ganz stolz auf mich und wird mich segnen. Also ein bisschen im Unterbewusstsein, vielleicht bremst man sich dann, ich darf ja nicht so übermütig sein hier, aber im Unterbewusstsein hat man ja dieses Denken. Aber hier sagt Jesus ganz klar: Nee, so ist es nicht. Wir haben eine Pflicht Gott gegenüber und wir müssen die tun und wir haben nichts zu erwarten von wegen Dank und jetzt irgendwelche Extras und Bonus. Das ist unsere Pflicht und wir tun diese Pflicht.

[20:29] Jetzt, was hat es mit Glauben zu tun, mit einem Glauben, der wachsen soll und mit dieser Frage von den Aposteln? Ganz viel, interessanterweise. Und zwar, wenn wir einen Paralleltext uns mal angucken und vielleicht kennt ihr den, kennt ihr einen Text, wo auch ein Mann sagt: Diese Einstellung hat, ja, wenn ich zu meinem Diener sage: Tu das, dann tut er es. Laut. Ja, der Hauptmann oder der Zenturion, der Hauptmann, der römische Hauptmann. Und der steht in, wer weiß es? Matthäus ist gut. Es gibt zwei, es gibt zwei Stellen, wo die eine spezielle Worte sagt. Matthäus 8, Vers 15, Vers 5. Gucken wir uns die Stelle mal an. Matthäus 8, Vers 5. Zettel rumdrehen. Matthäus 8, Vers 5. Der Hauptmann von Kapernaum.

[21:39] Als Jesus aber nach Kapernaum kam, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt daheim gelähmt da nieder und ist furchtbar geplagt. Und Jesus sagt direkt: Ich komme und heile ihn. Ja, und dann kommt natürlich die Antwort vom Hauptmann hier in Vers 8. Der Hauptmann antwortet und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach kommst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden. Und jetzt begründet der Hauptmann, warum er so denkt in Vers 9: Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Vorgesetzten steht und habe Kriegsknechte unter mir. Und wenn ich zu dem einen sage: Geh hin, so geht er hin. Und zu dem anderen: Komm her, so kommt er. Und zu meinem Knecht: Tu das, so tut er es.

[22:36] Und Jesus hört es und die Antwort von Jesus ist sehr interessant. Er sagt nämlich folgendes: Als Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die nachfolgen: Wahrlich, ich sage euch, einen solch großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Das heißt, hier hat der Heide mehr Glauben als der Israelit.

[23:00] Jetzt, es gibt nur zwei Leute, zu denen Jesus jemals gesagt hat, sie haben einen großen Glauben. Das war einmal der Hauptmann und einmal, wer weiß es? Die Frau. Und wo? Welche Frau? Nicht die Blütflüssige. Ja, genau. Die in Zidonien, die Krümel, die unter den Tisch fallen. Genau. Die esse ich noch, wo da oben war, im Norden des Landes. Und es war auch keine Israelitin. Interessant.

[23:27] Jetzt, vielleicht kann man sich auch die Frage stellen, warum hat sich Jesus denn keine zwölf Hauptmänner rausgesucht, sondern zwölf Apostel? Ja, wir erinnern uns vielleicht, als die zwölf Apostel im Boot waren und der Wind kam und die Wellen und das Boot hat so richtig rumgeschaukelt und da haben sie Jesus aufgeweckt und was hat Jesus zu ihnen gesagt? Ihr Kleinkläubigen. Ja, warum hat sich denn Jesus hier zwölf Kleinkläubige rausgesucht und keine zwölf Hauptmänner? Die Antwort ist relativ simpel. Ist die gleiche Antwort, warum Gott sich uns rausgesucht hat, Adventisten sein Werk zu beenden und nicht vielleicht manch Evangelikale, die eigentlich einen viel größeren Glauben hätten. Und zwar ganz einfach, weil sie die Wahrheit hatten. So liegt auch auf uns Adventisten, auch wenn wir vielleicht manchmal oder sogar öfter als Kleinkläubige beschrieben werden könnten, vielleicht kennt ihr das, man geht manchmal, hört man auch von anderen Gemeinden und von anderen Erfahrungen von Christen, die nicht Adventisten sind, denkt sich: So ein Glauben, warum ist er nicht in unserer Gemeinde? Aber Gott hat sich uns erwählt, weil wir die Wahrheit haben. Also das noch am Rande. Klammer zu. Kleine Kurzpredigt.

[24:41] So, Hauptmann, er hat einen großen Glauben. Jetzt, warum hat der Hauptmann einen großen Glauben? Was ist der Punkt, warum war Jesus so geschockt oder welchen Punkt hat Jesus hier gesehen? Wenn wir nochmal zurückgehen in Vers 8, da sagt der Hauptmann: Du brauchst gar nicht zu mir kommen, sondern du brauchst nur ein Wort sagen und dann wird es passieren. Weil er kannte das ja von seinem Dienst. Er wusste ja, wenn er ein Wort sagt, einen Befehl, dann wird es passieren, da gibt es gar keine Zweifel. Wenn ich zu dem Soldat sage: Buddel das Loch, dann buddelt er das Loch. Punkt. Keine Diskussion. Und so wusste er, wenn Jesus sagt, dass der Mensch geheilt ist, sein Diener, dann ist er geheilt. Punkt. Keine Diskussion. Er ist der Hauptmann der Armee und Jesus ist der Hauptmann über die Welt, über die Geistlichen und über die Krankheiten. Und das ist genau der Glaube, den Jesus als groß empfindet. Nur ein Wort.

[25:55] Jetzt, woher kennen wir das, dass nur ein Wort ausreicht? Schlagen wir auf die Bibel in 1. Mose, Kapitel 1. Und wir lesen den dritten Vers. 1. Mose, Kapitel 1, Vers 3. Einfach zu finden, ist ganz am Anfang. Und Gott sprach: Es werde Licht, und es wurde Licht. Das heißt, wenn Gott ein Wort gesprochen hat, was ist dann passiert? Es ist passiert. Es ist einfach passiert. Das heißt, wenn Gott etwas sagt, dann wird es Wirklichkeit.

[26:49] Und ein Beispiel, das ich mir von Christopher geklaut habe, ist, wenn Gott, wenn ich sagen würde: Hier vorne steht ein pinker Elefant, dann wäre es eine Lüge, weil hier steht nämlich gar kein pinker Elefant. Wenn aber Gott sagen würde: Hier steht ein pinker Elefant, was passiert dann? Dann steht er da. Vielleicht habt ihr schon mal gehört, dass Gott nicht lügen kann. Das ist auch der Grund, warum Gott nicht lügen kann, denn wenn Gott etwas sagt, dann liegt es in der Natur des Wortes, dass es existiert. Es wird Wirklichkeit.

[27:33] Das bedeutet, wenn wir ein Wort in der Bibel lesen, von Gott, eine Verheißung, ein Versprechen, dann ist dieses Versprechen so wertvoll, denn es wird Wirklichkeit, weil es das Wort Gottes ist. Das heißt, wir können uns auch mal mit unserem ganzen Körpergewicht auf dieses Versprechen drauflehnen, so wie der Georg Müller sich so richtig auf Gott draufgelehnt hat und wusste, ich brauche mich um diesen Tag zu kümmern und für die Plagen des nächsten Tages wird sich Gott kümmern. Und weil es Gott gesagt hat, wurde es Wirklichkeit.

[28:10] Es gibt da einen ganz interessanten und schönen Vers noch in Jesaja 55, Vers 10, den ich mit euch teilen möchte, der das noch mal unterstreicht. Es ist nämlich ein Punkt, den man nicht oft genug unterstreichen kann. Jesaja 55, Vers 10. Ihr kennt diesen Vers wahrscheinlich auch schon. Denn gleich wie, ich warte noch kurz bis alle. Jesaja 55, Vers 10. Denn gleich wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, ja, das ist offensichtlich, Regen kommt runter, aber nicht hoch, bis er die Erde gedrängt und befruchtet und zum Grünen gebracht hat und dem Sämann Samen gegeben hat und Brot dem, der isst. Genauso, Vers 11: Genauso soll auch mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht, sagt Gott. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt und durchführen, wozu ich es gesandt habe. Deswegen können wir so sehr auf Gottes Wort vertrauen, denn es wird Wirklichkeit.

[29:30] Vielleicht habt ihr auch schon mal gelesen: Himmel und Erde vergehen, aber meine Worte vergehen nicht, weil es liegt in der Natur des Wortes. Oder vielleicht habt ihr mal gelesen im Römer, demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung und die Verkündigung kommt woher? Aus dem Wort Gottes. Glaube kann nur aus dem Wort Gottes kommen. Warum? Weil wir an das Wort Gottes glauben müssen, dass es diese schöpferische Kraft hat und wenn wir das wegnehmen, dann ist der Glaube wertlos. Und deswegen ist zum Beispiel auch der Angriff von Satan auf die Schöpfung so eine große Sache, weil Gott genau das erste Kapitel der Bibel wegnimmt, indem er sagt: Es gab eine Evolution, es gab keine Schöpfung. Und dadurch nimmt er auch dieses Fundament weg, dass Gott etwas sagt und es existiert. Und er untermauert vielleicht nicht so sehr, vielleicht liegt es Satan jetzt gar nicht so sehr daran, dass es an die Schöpfung glaubt, aber ihm liegt es daran, ob wir Glauben haben, festes Vertrauen in Gott. Denn wie werden wir gerettet am Ende? Wir werden gerettet durch Glauben.

[30:54] So, Beispiele. Ja, ich nehme zwei biblische Beispiele, weil die uns sehr, sehr gut helfen und zwar gehen wir mal kurz in die Ruhmeshalle des Glaubens in der Bibel. Wer weiß, wo die steht? Hebräer Kapitel. Sehr gut. Hebräer Kapitel 11. Hebräer Kapitel 11 und wir schauen uns hier mal kurz Vers 7 an.

[31:37] Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung empfangen hatte über Dinge, die man noch nicht sah, von Gottesfurcht bewegt eine Arche zur Rettung seines Hauses. Durch ihn verurteilte er die Welt und wurde ein Erbe der Gerechtigkeit aufgrund des Glaubens. Ganz einfache Frage. Als Gott zu Noah gesagt hat: Baue eine Arche, was hat Noah getan? Er hat es einfach gemacht. Das heißt, wie hat sich Glaube in Noah gezeigt? Indem er ganz einfach das tut, was Gott sagt. Wir nennen es auch Gehorsam. Ja, vielleicht erinnert ihr euch an dieses Gleichnis von Jesus, dass der Herr von dem Diener sich Gehorsam erwünscht. Ja, dass es Gott gehorsam erwartet. Das ist etwas, das wir nicht so gerne manchmal predigen, aber hier ganz deutlich rauskommt. Wenn Gott etwas sagt, dann war Noahs Reaktion ein Held des Glaubens. Er hat es einfach getan.

[32:41] Ein anderer steht im Vers 8. Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach dem Ort auszuziehen, den er als Erbteil empfangen sollte. Und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen sollte. Das heißt, Gott hat zu Abraham gesagt: Zieh aus in ein Land, das ich dir zeige. Und was hat Abraham getan? Er hat es getan.

[33:03] Also ihr seht, wie ich versuche, Glauben zu erklären. Was ist Glaube? Und Glaube ist sehr einfach und simpel. Und zwar einfach: Wenn Gott etwas sagt, dann tun wir es. Die Bibel ist immer relativ einfach. Und manchmal sind wir etwas zögerlich, diese ganz einfachen Erklärungen zu akzeptieren, weil wir denken, da muss doch noch irgendwie was Verstecktes. Die Bibel ist einfach und simpel. Wenn Gott es sagt, dann tun wir es.

[33:40] So, aber Abraham hatte noch diese zweite Situation, die im ersten Mose 15 steht. Ihr braucht nicht mit, ich lese einfach nur kurz. Erster Mose 15. Ich muss aber selber kurz aufschlagen. Erster Mose 15, Vers 6. Da steht, und Abraham, vielleicht noch kurz Vers 5, und er führte ihn hinaus, also Gott führt Abraham hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So soll dein Same sein, oder in anderen Worten, so viele Nachkommen wirst du haben. Und was macht Abraham? Und Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.

[34:28] Dieser Vers wurde auch von Paulus benutzt, um dann quasi diese Gerechtigkeit aus Glauben zu erklären. Und dieser Vers wurde auch von Luther benutzt, um Gerechtigkeit aus Glauben zu erklären. Und was ist hier passiert im Endeffekt? Gott hat zu Abraham gesagt: Schau zum Himmel, versuch mal die Sterne zu zählen, so viele Nachkommen wirst du haben. Wie viele Söhne hatte Abraham zu dem Zeitpunkt? Keinen. Und wie alt war Abraham? Alt, also 90, 80, bin mir gerade auch nicht ganz sicher, wie alt er war, aber alt. 88. Gut.

[35:10] Und was hat Abraham getan? Oh Gott, das wird nicht funktionieren. Ich bin zu alt, um Kinder zu kriegen. Wissenschaftlich gesehen ist es nicht möglich. Ich könnte natürlich versuchen, mir einen Samen irgendwie ein, also meiner Frau einen Samen eintanzen zu lassen, aber das wird wahrscheinlich auch nicht funktionieren. Also so realistisch gesehen sind die Chancen relativ schlecht. Oder hat Gott, hat Abraham einfach gesagt: Ich glaube. Also hat nicht mehr gesagt, sondern einfach geglaubt. Und warum hat er geglaubt? Gott hat etwas gesagt und was ist, wenn Gott etwas sagt? Dann geschieht es, dann wird es passieren. Also Abraham hatte diesen Glauben. Obwohl ich jetzt hier mich umschaue und nicht sehe, wie das jemals Wirklichkeit sein kann, was Gott da gesagt hat, weiß ich doch, dass wenn Gott etwas sagt, dann wird es so und ich kann mich darauf verlassen. Und Gott hat gesagt: Das rechne ich dir als Gerechtigkeit an.

[36:06] Noah, die gleiche Idee. Er hat sich umgeschaut, hat gedacht, es hat noch nie geregnet. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es jemals regnen wird. Eine Flut, die die ganze Erde bedeckt, ist wissenschaftlich gesehen nicht möglich. Aber wenn Gott es gesagt hat, dann kann ich mich darauf verlassen, denn Gottes Wort macht sich selbst zur Wirklichkeit. Das ist Glaube.

[36:35] So, jetzt kommt die praktische Anwendung in unserem Glaubensleben. Aber vorher noch mal kurz eine Zusammenfassung. Also die Jünger kamen zu Jesus und haben gefragt: Mehre uns den Glauben. Und Jesus gab zwei Antworten. Antwort Nummer eins: Wenn du Glaube hast wie ein Senfkorn. Und was bedeutet Glaube wie ein Senfkorn? Glaube, der wächst. Sehr gut. Und Antwort Nummer zwei war das mit dem Diener, der kommt und von dem der Herr erwartet, dass er genau das tut, für was er aufgetragen wurde. Das heißt, ein Glaube sieht wie aus? Gehorsam, wenn man einfach das tut, was Gottes Wort sagt.

[37:21] So, wie können wir das in einem Beispiel in unser praktisches Glaubensleben einbauen? Schlagen wir mal auf den Text in 2. Petrus Kapitel 3. Mein vorletzter Text. Fast fertig? 2. Petrus Kapitel 3.

[38:02] 2. Petrus Kapitel 3 ist einer der Verse, der relativ schwierig ist, relativ herausfordert, möchte ich sagen. Herausfordernd ist das bessere Wort. 2. Petrus Kapitel 3, Verse 13 und 14.

[38:21] Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Bis hierhin alles okay. Ja, wir erwarten neue Himmel und eine neue Erde. Wir erwarten die Wiederkunft Jesu. Aber nächster Vers. Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, so seid eifrig darum bemüht, dass ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden. Es stehen hier diese zwei Worte: Unbefleckt und tadellos. In anderen Worten, wenn Jesus wiederkommt, dann möchte er uns unbefleckt und tadellos finden. Jetzt, wer würde so spontan von sich sagen: Jawohl, ich bin unbefleckt und tadellos in den Augen Gottes? Das ist niemand. Und gleichzeitig schauen wir dann in die Zukunft und wir sehen: Okay, aber wenn Jesus wiederkommt, dann möchte er, dass wir so sind. Und dann kommt die Panik auf. Wie soll ich denn jemals unbefleckt und tadellos werden? Ja, und vielleicht hat der ein oder andere von euch das auch schon mal versucht, sich wirklich am Riemen zu reißen, seinen inneren Schweinehund zu überwinden und zu sagen: Jetzt werde ich richtig unbefleckt und tadellos. Und wir kennen natürlich die Geschichten. Martin Luther hat es versucht, hat es nicht geschafft und Paulus hat gesagt: Wenn ich als Pharisäer gerettet werden könnte, dann wäre ich der Geretteste von allen. Das gemacht und das und am achten Tag beschnitten und so und so und alles gelernt und auswendig und so und so.

[40:13] Und an diesem Punkt kommt der Glaube ins Spiel, denn wir sind gerecht, nicht durch unseren eigenen Schweinehund, sondern durch den Glauben. Ganz einfach: Wenn Gott sagt, wenn Jesus wiederkommt, dann wirst du unbefleckt und tadellos sein. Was wird dann passieren? Was passiert, wenn Gott etwas sagt? Es passiert. Und das ist dieser Glaube, den wir haben müssen.

[40:38] Und wenn du mal wieder in eine Situation kommst, wo du denkst: Jetzt habe ich mal wieder versagt, jetzt habe ich wieder, und du kennst deine Sünden, Zeit damit verschwendet, das getan, wo ich weiß, dass Gott es eigentlich verbietet. ABC, ihr wisst, was ihr tut in eurem Leben, ich weiß, was ich in meinem Leben. Wenn ihr wieder in die Situation kommt und ihr habt gerade versagt, dann kommt schnell die Enttäuschung auf und man denkt sich: Wie soll ich das jemals schaffen und wie kann mich Gott jetzt noch akzeptieren? Ich wusste doch, dass ich es nicht tun soll. Ich habe es trotzdem getan. Dann kommen wir zu diesem Vers und wir denken uns: Wenn Gott es gesagt hat, dann würde es passieren, weil sein Wort wird Wirklichkeit.

[41:31] Und einer meiner Lieblingsverse in der Bibel ist in Philipper 1, Vers 6. Und wenn ich so einen Moment habe, dann erinnere ich mich an diesen Vers. Der steht dann nicht direkt mit ihm im Zusammenhang. Philipper 1, Vers 6.

[41:52] Hier steht folgendes: Weil ich davon überzeugt bin, sagt Paulus, dass der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, jetzt die Frage an dich: Hat Gott in dir ein gutes Werk angefangen? Irgendwann mal. Ja, in mir auch. Ich bin mir ganz sicher. Diesmal weiter. Angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi. Das heißt, ihr könnt hingehen und sagen: Gott hat versprochen, dass wenn er das Werk angefangen hat, dann würde es auch vollenden.

[42:41] Vielleicht stehe ich da wie Moses, nicht Moses, Noah. Vielleicht stehe ich da wie Noah und ich denke mir, wie soll es jemals regnen? Vielleicht sogar wie Moses. Das ist auch ein gutes Beispiel. Wie sollen wir jemals aus dieser Zwickmühle rauskommen? Ja, Ägypter hier, Berge hier, Meer hier. Vielleicht stehen wir da wie Abraham und denken uns, wie soll ich jemals Nachkommen so viel wie die Sterne am Himmel? Und wir stehen da, wie soll ich jemals unbefleckt und tadellos sein, wenn Jesus wiederkommt? Und auf all diese Fragen gibt es die gleiche Antwort: Wenn Gott es gesagt hat, dann wird es passieren. Und wir können uns nicht nur ein bisschen darauf verlassen, sondern mit unserem ganzen Körpergewicht können wir uns dieses Versprechen verlassen.

[43:37] Denn überlegt mal, wenn Jesus für dich gestorben ist und für mich, dann glaubt er auch an uns. Er glaubt an uns, dass wir in den Himmel kommen können, sonst wäre er gar nicht gekommen. Das heißt, Jesus glaubt an mich und glaubt an dich. Und Gott möchte, dass wir in den Himmel kommen. Er möchte es, er wünscht sich das. Wenn du in den Laden gehst und du kaufst dir was und du gehst zur Kasse und bezahlst es, lässt du es dann liegen und gehst weg? Du möchtest es doch. Wenn du dir zum Beispiel ein Fernseher kaufst oder du kaufst dir ein Brot oder irgendwas, dann nimmst du es doch mit. Und so auch Jesus, wenn er so viel in uns rein investiert hat, dann glaubt er auch an uns. Er weiß, er kann uns mitnehmen. Und wenn wir an Gottes Wort glauben, dass er es machen kann, dann kann er es auch machen.

[44:44] Möchtet ihr mit mir im Glauben wachsen? Amen. Unser großer Vater im Himmel, Herr, auch wir stehen da wie die Apostel und bitten dich: Mehre uns den Glauben. Und möchten dich bitten, Vater, dass du in all unseren Herausforderungen des Tages, den kleinen und den großen, uns hilfst, nicht uns auf unsere eigene Hand zu verlassen, sondern auf die Hand des Herrn, um täglich, kontinuierlich im Glauben zu wachsen. Und Vater, ich möchte dich bitten, dass du uns hilfst, uns daran zu erinnern, dass dein Wort nicht irgendein Wort ist und nicht ein bisschen verlässlich, sondern dass es die Kraft hat, Wirklichkeit zu werden im Leben von Noah, im Leben von Moses, im Leben von Abraham und im Leben von mir und all meinen Geschwistern. Herr, stärke uns und mehre uns den Glauben. Im Namen Jesu bitten wir. Amen.


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