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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2015-3rd-Nr-3

In dieser Cannstatt Study Hour-Ausgabe wird die biblische Geschichte von Naaman, dem syrischen Feldhauptmann, beleuchtet. Die Predigt konzentriert sich auf die unerwartete Rolle eines jungen israelitischen Mädchens als Missionarin, die durch ihren Glauben und ihr Mitgefühl Naaman zur Heilung führt. Es wird die Bedeutung von Gottes Gnade, die über Grenzen hinausgeht, und die Kraft eines authentischen Glaubens hervorgehoben, der auch das Unvorstellbare wagt. Die Lektion ermutigt die Zuhörer, selbst mutige Zeugen für Jesus zu sein.

In dieser Cannstatt Study Hour-Ausgabe wird die biblische Geschichte von Naaman, dem syrischen Feldhauptmann, beleuchtet. Der Vortrag von Dominique Quinger konzentriert sich auf die unerwartete Rolle eines jungen israelitischen Mädchens als Missionarin, die durch ihren Glauben und ihr Mitgefühl Naaman zur Heilung führt. Es wird die Bedeutung von Gottes Gnade, die über Grenzen hinausgeht, und die Notwendigkeit eines mutigen Zeugnisses für Jesus hervorgehoben.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2015 Q3: Missionare in der Bibel

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Cannstatt Study Hour. Wir sind froh, dass ihr zugeschaltet habt, dass ihr mit uns das Wort Gottes studieren möchtet. Diese vergangene Woche haben wir das Thema „Eine Missionarin wider Erwarten“ studiert. Es sollte uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 18. Juli und ist Teil dieser gesamten Serie, die wir in diesem neuen Quartal begonnen haben mit dem Thema „Missionare in biblischen Zeiten“.

[0:44] Der Hauptgegenstand, das Hauptaugenmerk diese Woche war die Geschichte von Naaman. Wir haben sie studiert und wie immer wollen wir zu Beginn unseres Studiums mit einem Gebet anfangen. Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir hier sein können, dass wir dein Wort studieren dürfen. Du hast es uns aufgeschrieben, dass wir immer wieder neu dich erkennen dürfen und neue Erkenntnisse aus deinem Wort erlangen dürfen über dich. Und so bitte ich dich, dass du jetzt anwesend bist durch deinen Heiligen Geist, dass du uns führst und in alle Wahrheit leiten mögest. In deinem Namen bitten wir darum. Amen.

[1:34] Die Geschichte von Naaman wird interessanterweise von Jesus selbst erwähnt. Wir finden diese Erwähnung im Merkvers für diese Woche, der stand in Lukas 4, Vers 27. Und das ist eine sehr interessante Passage in Lukas Kapitel 4, Vers 27. Wir werden nachher noch ein bisschen genauer auf diesen Vers, auf diese Passage eingehen, aber jetzt wollen wir nur mal diesen Vers betrachten. Vers 27 heißt es: „Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, und keiner von ihnen wurde rein als allein Naaman aus Syrien.“ Jesus hat diese Geschichte nicht vergessen. Und wenn man überlegt, dass sie ja vor über 850 Jahren von dem Zeitpunkt, wo Jesus gesprochen hat, wo er diese Geschichte erzählt hat und erwähnt hat, dann kann man sich schon denken, dass dort ein besonderer Anlass war, wieso Jesus das getan hat. Und wir wollen auf diesen Text später eingehen, aber nur zu Beginn, dass wir uns verstehen, dass Jesus diese Geschichte, die wir in der vergangenen Woche studieren durften, erwähnt hat und es eingebaut hat in eine Predigt, in ein Wort. Und wir wollen aber jetzt erst mal uns selber mit der Geschichte auseinandersetzen.

[3:18] Wir lesen sie in 2. Könige Kapitel 5 und dort ab Vers 1, wo wir den Naaman besser kennenlernen dürfen. Da heißt es in Vers 1: „Naaman, der Feldhauptmann des Königs von Aram, war ein trefflicher Mann vor seinem Herrn und wertgehalten, denn durch ihn gab der Herr den Aramäern Sieg.“ Hier können wir schon einiges über Naaman feststellen. Das eine ist, dass er ein Feldhauptmann war. Er war ein machtvoller Mann. Er hatte Verantwortung als Heeresführer unter dem König und er gehört zum Volk der Aramäer. Luther übersetzt hier mit Aram, andere Bibelübersetzungen benutzen das Wort Syrien. Es ist ein und dasselbe Volk und so kam Naaman aus Syrien. Das Wort bedeutet „erhoben“, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, der Begriff Syrien oder Aram. Es war ein heidnisches Volk. Das lesen wir in Richter Kapitel 10 und dort in Vers 6. Da heißt es: „Aber die Israeliten taten wiederum, was dem Herrn missfiel, und dienten den Baalen und den Astaten und den Göttern von Aram und den Göttern von Sidon und den Göttern Moabs und den Göttern der Ammoniter und den Göttern der Philister und verließen den Herrn und dienten ihm nicht.“ Hier werden die Götter der Aramäer erwähnt und das macht deutlich, dass es ein heidnisches Volk war. Und so kommt dieser mächtige Mann aus einem heidnischen Volk.

[5:08] Interessanterweise lesen wir dann aber, dass der Herr ihm Siege gab. Und dann heißt es, er war ein gewaltiger Mann. Und diese Wortkombination „gewaltiger Mann“ im Urtext, ich bin nicht firm in der Aussprache, aber es steht dort so etwas wie „Gibor Chayil“ und steht hier für dieses, was übersetzt wird mit dem „gewaltigen Mann“. Und wir lesen diesen Ausdruck „Gibor Chayil“ mehrere Male in der Bibel, im Alten Testament. Und wir könnten viele Texte anführen, aber ein oder zwei. Den einen finden wir in Richter Kapitel 6 und dort in Vers 12. Da heißt es: „Da erschien ihm der Engel des Herrn und sprach zu ihm: Der Herr mit dir, du streitbarer Held.“ „Du streitbarer Held“ ist diese Wortkombination „Gibor Chayil“. Und die Rede ist hier von Gideon. Und es wird gesagt, dass der Herr mit Gideon ist. Ein weiterer Vers lesen wir in 1. Samuel 16 und dort in Vers 18. Da heißt es: „Da antwortete einer der jungen Männer und sprach: Ich habe gesehen einen Sohn Isaï des Bethlehemiters, der ist des Saitenspiels kundig, ein tapferer Mann und tüchtig zum Kampf, verständig in seinen Reden und schön gestaltet, und der Herr ist mit ihm.“ Wieder wird von dem Mann Gottes gesprochen und mit dem Begriff „mächtiger Mann“ übersetzt, „tapferer Mann“, „tüchtig zum Kampf“, „Gibor Chayil“.

[7:08] Was wir sehen ist, dass diese Wortkombination, und wir können das in anderen Texten lesen, wir machen das jetzt der Zeit halber nicht, immer Bezug nimmt auf einen Israeliten. Und die Texte sagen sogar, dass speziell, dass Gott mit ihnen war. Aber es gibt eine Ausnahme und diese Ausnahme ist Naaman, der aus einem heidnischen Volk kommt, aber als gewaltiger Mann dargestellt wird. Und wenn wir es sehen, dann ist es immer in Bezug auf einen Israeliten verwendet worden und jemanden, der ja, wo Gott mit ihm in besonderer Weise war. Und so macht es auch Sinn, dass wir hier lesen, dass der Herr ihm den Sieg gab.

[7:57] Und in diesem Licht bekommt der Lukas-Text, den wir eingangs gelesen haben, eine viel größere Bedeutung. Wenn wir noch mal zurückgehen in Lukas Kapitel 4, dann sehen wir, dass Jesus nicht nur Naaman erwähnt hat, sondern auch einen besonderen Punkt klar machen wollte. Ab Vers 14 lesen wir diese Geschichte, da heißt es: „Jesu Predigt in Nazareth“ wird es überschrieben in der Luther Bibel. Und wir sehen, dass diese Predigt, die findet am Sabbat statt. Und dann sagt er: „Der Geist des Herrn ist auf mir.“ Und in Vers 19 heißt es: „zu verkündigen, dass die Gnadenzeit des Herrn es war.“ Eine Predigt über die Gnade und die Erfüllung der Schrift, dass Jesus die Erfüllung selbst ist. Und er sagt in Vers 21: „Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.“ Und dann spricht er in Vers 24: „Er aber sprach: Wahrlich, ich sage euch, kein Prophet gilt etwas in seinem Vaterland.“ Er sagt mit anderen Worten die Worte, die wir auch in Johannes 1 lesen, dass die Seinen erkannten, die Seinen ihn nicht aufnahmen. Und in Vers 25 lesen wir dann: „Aber wahrlich, ich sage euch, es waren viele Witwen in Israel zur Zeit des Elia, als der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monate und eine große Hungersnot herrschte im ganzen Lande.“ Zum einen die Geschichte von Elia, die Witwe. Und dann in Vers 26 oder in Vers 27: „Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, und keiner von ihnen wurde rein als allein Naaman aus Syrien.“ Dann die Geschichte von Naaman zur Zeit Elisas. Und Jesus erwähnt hier den Heiden und sagt, kein einziger außer ihm wurde geheilt.

[10:14] Und in Vers 28 lesen wir, dass die Zuhörer ganz klar verstanden haben, was Jesus hier gesagt hat. In Vers 28 heißt es: „Und alle, die in der Synagoge waren, wurden von Zorn erfüllt, als sie das hörten.“ Sie dachten, die Gnade ist beschränkt auf das auserwählte Volk und die Heiden haben keine Heilung verdient. Und genauso haben sie auch nicht verdient, dass sie ja in der Synagoge Gottesdienst feiern dürfen und die Schrift studieren dürfen und all diese Dinge. Und Jesus sagt: „Kein einziger in Israel, aber dieser eine Mann, dieser Naaman, der wurde heil.“ Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen. Aber er ging mitten durch sie hinweg. Jesus hatte eine wichtige Botschaft. Und die Botschaft wurde nicht wohlwollend aufgenommen, aber ein Wunder ist passiert und er wurde verschont.

[11:19] Und so lesen wir auch in dieser Geschichte von Naaman, auf die Jesus sich bezieht, über 850 Jahre zuvor ist sie geschehen. Und setzt ein wichtiges Zeichen hier, dass die Gnade nicht nur für die Israeliten gilt, sondern für alle, die an Gott glauben und dieses Geschenk annehmen möchten.

[11:49] Naaman war reich, aber und er war reich, er hatte Macht, er war der Feldherr und er hatte sicherlich auch viel Anerkennung. Aber wir lesen am Ende von Vers 5, lesen wir zwei Worte, die den kompletten Sinn herumdrehen. Da heißt es: „jedoch aussätzig.“ Er hatte all diese Reichtümer und Macht und Anerkennung, aber er war aussätzig. Viele wollten sicherlich so sein, wie er, diesen Macht, diesen Ruhm zu haben, Anerkennung. Aber ich bin mir sicher, dass keiner in seiner Haut stecken wollte. Eine Krankheit, die den Menschen am lebendigen Körper verfaulen lässt und letzten Endes führt sie zu einem Tod und es gab keine Heilung dafür. Naaman war davon betroffen, in einer Situation, in der er sicher nicht sein wollte.

[12:58] Und in Vers 2 lesen wir auch von einer Person, die in einer Situation war, in der sie sicherlich nicht sein wollte. Da heißt es: „Aber die Kriegsleute, die Aramäer waren ausgezogen und hatten ein junges Mädchen weggeführt aus dem Lande Israel.“ Die war im Dienst der Frau Naamans. Während eines Krieges wurde dieses junge Mädchen als Gefangene verschleppt. Entfernt von ihrer Familie, entfernt von ihrem Haus und in einem heidnischen Haus untergekommen als Sklavin, als Dienerin. Und man kann sich vorstellen, wenn man sich in diese Lage versetzt, dass dieses Mädchen verzweifelt hätte sein können und mutlos hätte sein können, aber nicht dieses junge Mädchen.

[13:51] Und in Apostelgeschichte 8 lesen wir einen interessanten Gedanken, der diese Geschichte von dem Mädchen unterstützt, die als Israelitin verschleppt wurde und die sicherlich eine sehr gute, auch wenn doch vielleicht kurze Zeit nur Erziehung hatte durch ihre Eltern, bevor sie verschleppt wurde. Aber sie verzweifelt nicht. Apostelgeschichte, Kapitel 8, Vers 4 oder ab Vers 1 schon. „Es erhob sich aber an diesen Tagen eine große Verfolgung über die Gemeinde in Jerusalem. Da zerstreuten sich alle in die Länder Judäa und Samaria, außer den Aposteln. Es bestatteten aber den Stephanus gottesfürchtige Männer und hielten eine große Klage über ihn. Saulus aber suchte die Gemeinde zu stören, ging von Haus zu Haus, schleppte Männer und Frauen fort und warf sie ins Gefängnis.“ Dieser gleiche Gedanke, die Verfolgung durch Saulus, Menschen, die verschleppt wurden, gottesfürchtige Männer und Frauen, die verschleppt wurden. Und dann heißt es in Vers 4: „Die nun zerstreut worden waren, zogen umher und predigten das Wort.“ Hier haben wir den Begriff, dass Menschen zerstreut sind, gottesfürchtige Menschen zerstreut sind, aber sie werden ein Zeugnis für Gott. Und so war es mit diesem Mädchen genauso. Sie wurde diese Missionarin, die wir diese Woche ein bisschen näher betrachtet haben, diese Geschichte. Und sie macht deutlich, dass auch wenn man in schwierigen Situationen war und sie war wirklich in einer Ausnahmesituation, so kann man doch ein Zeuge für Gott sein. Und man muss nicht erfahren sein, 10, 20, 30 Jahre lang. Und man muss nicht alt sein, sondern man kann wie dieses junge Mädchen sein und doch ein kraftvoller Zeuge sein für den Herrn.

[15:56] Und in Vers 3 lesen wir, was dieses Mädchen eigentlich zu einem Missionar gemacht hat. Es war nicht, dass sie verschleppt wurde, sondern das heißt, sie sprach zu ihrer Herrin: „Ach, dass mein Herr wäre bei den Propheten in Samaria, der könnte ihn von seinem Aussatz befreien.“ Trotz ihrer Situation hat sie Mitgefühl, ein unnatürliches Mitgefühl, könnte man sagen, für ihren Herrn. Sie sieht, er ist krank, er ist todkrank und sie macht sich Sorgen um ihn, um ihren Herrn, der sie als als Sklavin anstellt. Und es ist eine ernsthafte Sorge. Sie sagt: „Ach, dass mein Herr wäre.“ Und es ist eine Sorge, die wir auch in Jeremia lesen. Jeremia 29, Vers 7. Ein bekannter Text heißt es: „Sucht der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn. Denn wenn es ihr wohler geht, so geht es auch euch wohl.“ Der Ruf an die Weggeführten in Babylon, er sagt, betet für diese Stadt, sucht das Beste. Und dieses Mädchen hat das Beste für ihren Herrn, für ihre Umgebung gesucht.

[17:46] Aber das war nicht alles. Der zweite Punkt ist, dass sie einen Glauben hatte. Einen Glauben aus Erfahrung. In ihrer Erziehung hat sie sicherlich auch schon Erfahrungen mit Gott gemacht und sie hat gesehen, wie im Dienst den Elisa gemacht hat, dass es ein Dienst war, der durch Gott gewirkt war und dass sie gesehen hat, dass Elisa ein gläubiger Mann war. Und es sind sicherlich viele Wunder überliefert worden, die sie gehört hat. Und so kommt sie zu dieser Aussage: „Wenn er doch wäre bei diesen Propheten in Samaria.“ Sie hatte den Glauben, dass er sie heilen könnte, er, der Naaman, heilen könnte.

[18:31] Aber es war nicht nur ein Glaube aus reiner Erfahrung. Wenn wir uns wieder den Lukas 4, den Text aus Lukas 4 in Erinnerung rufen, dann lesen wir: „Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, und keiner von ihnen wurde rein als allein Naaman aus Syrien.“ Das heißt, zu diesem Zeitpunkt, wo sie gesagt hat, er würde geheilt werden, Naaman würde geheilt werden durch den Propheten, wenn er dort wäre, da wurde noch kein einziger von dieser schweren Krankheit geheilt. Und so hatte sie einen Glauben, der sich zwar gestützt hat auf Erfahrungen, die sie zuvor gemacht hat, aber sie war bereit, einen Glauben zu haben, der über das hinausgeht, der sogar daran glaubt, dass sie Sachen, die sie noch nie erlebt hat, Sachen, die noch nie stattgefunden haben, hat sie geglaubt, dass sie stattfinden werden können durch Gott. Und so hat sie einen Glauben gezeigt.

[19:42] Und wir in der Missionsarbeit stehen vor einer ähnlichen Herausforderung, könnte man sagen. Wir stehen vor einer Herausforderung, die größer ist als alles, was wir vielleicht als Gemeinde bisher erlebt haben, aber auch was wir persönlich in unserem Leben erlebt haben. Aber Gott möchte uns einen Glauben schenken, der nicht darauf angewiesen ist, dass so etwas, wie wir es erleben werden, schon mal passiert ist, dass wir schon mal das und das und das erlebt haben oder das andere erlebt haben, sondern es ist ein Glaube, der sogar in die Zukunft schaut und sagt: „Es wird noch viel mehr passieren, es werden noch viel größere Dinge passieren, weil Gott derjenige ist, der diese Wunder tut.“

[20:29] Und sie weiß auch, dass Naaman ja sicherlich alles versucht hat, um heil zu werden. Und menschlich gab es wohl keine Möglichkeit mehr, dass er gesund wird. Aber sie weiß, zu wem sie sich wenden kann, den Propheten, zum Boten Gottes, dem, der die Wahrheiten von Gott offenbart.

[20:56] Und der dritte Punkt, über den ich sprechen möchte, der sie zu einem Missionar macht, indem ich ja in diesem Vers drei allein betrachtet, ist eigentlich der Knackpunkt. Es gibt viele Gläubige, die sicherlich die Eigenschaft haben, dass sie Mitgefühl haben für ihre Mitmenschen, dass sie die Wahrheit kennen und dass sie ja einen starken Glauben haben. Aber das, was jemanden zu einem Missionar macht, ist, dass er den Mut hat, zu sprechen. Weil es sagt sie, da sprach sie zu ihrer Herrin. Der Missionar gibt Zeugnis von dem ernsten Mitgefühl, er gibt Zeugnis von dem Glauben. Und das macht sie wirklich zu einem Missionar.

[21:46] In Vers vier lesen wir: „Da ging Naaman hinein zu seinem Herrn und sagte es ihm an und sprach: So und so hat das Mädchen aus dem Lande Israel geredet.“ Und es ist interessant, dass auf das Wort dieses jungen Mädchens, einer Sklavin, folgt Naaman diesem Ruf. Und das eine ist sicherlich, weil er krank ist, weil er gesund werden möchte. Und so ist die Gesundheitsarbeit eine sehr kraftvolle Arbeit, wenn es darum geht, Menschen zu helfen, Menschen für Christus auch zu gewinnen, weil sie Grenzen überwindet, die Grenzen der Feindschaft. Sie waren aus zwei unterschiedlichen Völkern und der eine war ein Herr, die eine war eine Sklavin. Und trotzdem hat sie diese Barriere überwunden und er folgt ihr.

[22:55] Und die Frage ist, wieso macht er das nur, weil er gesund werden möchte? Ich glaube, er hat auch erkannt, dass sie eine vertrauenswürdige Quelle ist. Und ich kann mir vorstellen, dass sie ihre Pflichten aufrichtig erfüllt hat, dass sie verlässlich war, dass sie vertrauensvoll war, dass sie auch Verantwortung vielleicht übernommen hat in diesem Hause, weil sie war in dem Haus eines Feldhauptmanns, eines Offiziellen. Das bedeutet, dass sie wirklich ein eifriger Diener gewesen sein muss, weil wenn sie es nicht gewesen wäre, dann wäre sie sicherlich nicht dort gewesen, dann wäre sie schon längst ausgetauscht worden. Und so hat ihr ihr Pflichtbewusstsein sicherlich auch dazu beigetragen, dass dieser Naaman zu dem Schluss gekommen ist: „Okay, ich werde es probieren, was dieses Mädchen sagt.“

[23:43] Und genauso dürfen wir das auch in der Mission erleben, wenn wir zeigen, dass wir ein Mitgefühl haben, dass wir ein aufrichtiges Mitgefühl haben, dass wir wirklich das Beste für die Person suchen. Nichts, was aufgesetzt ist, sondern ein authentischer Glaube. Und wir auch vertrauensvoll sind und unsere Pflichten erledigen, dann wird unser Zeugnis, wenn wir ein Zeugnis abgeben, zu einem kraftvollen Zeugnis. Und so hat dieses junge Mädchen ein kraftvolles Zeugnis gegeben, so dass Naaman es probieren wollte, was sie vorgeschlagen hat.

[24:27] Und da heißt es: „Der König von Aram sprach: So zieh hin, ich will dem König von Israel einen Brief schreiben.“ Und er zog hin und nahm mit sich zehn Zentner Silber und 6000 Goldgulden und zehn Feierkleider. Genauso wie dieses Mädchen eine pflichtbewusste Person war, so war auch Naaman sicherlich ein pflichtbewusster Feldherr. Und er hat dem König viele Siege beschert und der König konnte sich auf ihn verlassen. Und deswegen lässt der König es zu, dass er Naaman gehen lässt, dass er geheilt wird oder es zumindest probiert, weil er diesen wertvollen Diener nicht verlieren wollte und wollte, dass er gesund wird. Und er bekommt, dieser Naaman nimmt sehr viele Güter mit sich und es gibt sogar Schätzungen, dass es ein Wert war von einer Million Euro in dieser Kategorie. Aber wie auch immer, es wird deutlich aus dem Bericht, dass es sehr, sehr, sehr, sehr viel war. Und ja, das zeigt, wie ernsthaft diese Angelegenheit war. Und er gibt ihnen einen Brief mit. Man könnte sagen, ein Empfehlungsschreiben mit der Bitte, dass er doch von dem Aussatz gereinigt wird an den König von Israel war dieser Brief.

[26:00] Und in Vers 6 lesen wir: „Und brachte den Brief dem König von Israel, der lautete: Wenn dieser Brief zu dir kommt, siehe, so wisse, ich habe meinen Knechten Naaman zu dir gesandt, damit du ihn von seinem Aussatz befreist.“ Und dann heißt es in Vers 7: „Und als der König von Israel den Brief las, zerriss er seine Kleider und sprach: Bin ich denn Gott, dass ich töten und lebendig machen könnte, dass er zu mir schickt, ich solle den Mann von seinem Aussatz befreien? Merkt und seht, wie er Streit mit mir sucht, dieser König.“ Und die Aussage des Königs macht deutlich, dass es keine Heilung für diese Krankheit war, sonst hätte er es sicherlich getan, weil er sagt: „Bin ich denn Gott.“ Und diese Frage, die erinnert uns an 1. Mose Kapitel 30, Vers 2. Und dieser König musste feststellen, er kann diesen Menschen nicht heilen. Und wieso kommt dann diese Bitte des Königs von Syrien, den Menschen zu heilen, den Naaman zu heilen? Er ist doch selber nicht Gott, wie kann er das von ihm verlangen?

[27:12] Und so lesen wir auch in Vers 2 in 1. Mose 30 eine ähnliche Aussage. Oder in Vers 1 können wir schon mal lesen, um die Vorgeschichte zu sehen. „Als Rahel sah, dass sie Jakob kein Kind gebar, beneidete sie ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder, wenn ich sterbe.“ Eine interessante Aussage: „Schaffe mir Kinder.“ Und dann heißt es in Vers 2: „Jakob aber wurde sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch nicht Gott, der dir deines Leibes Frucht nicht geben will.“ Das gleiche Prinzip, dass Menschen vor eine Situation gestellt werden, die sie selber nicht lösen können. Und beide sagen hier: „Ich bin doch nicht Gott, ich kann das doch nicht tun.“ Und insofern war alles richtig, was der König aus Israel gesagt hat.

[28:14] Aber der zweite Punkt ist, dass er nicht nur geglaubt hat, dass er ihn nicht heilen kann, sondern dass er nicht geglaubt hat, dass Elisa ihn nicht heilen kann. Und wenn wir uns an Lukas 4 wieder erinnern, da heißt es: „Was gilt der Prophet im eigenen Lande?“ Das junge Mädchen in der Gefangenschaft hat daran geglaubt, dass Naaman geheilt werden kann durch Elisa. Der Naaman selbst hat angefangen zu glauben, dass er geheilt werden kann durch den Propheten Elisa. Und selbst der König von Syrien hat daran geglaubt. Aber der eigene König aus Israel hatte nicht diesen Glauben. Und er kommt dadurch zu dem einzigen Schluss, dieser König braucht ein Argument, um einen Streit ausbrechen zu lassen. Und was ein Streit bedeutet in dieser Zeit, wissen wir, dass es einen Krieg bedeutet. Und es ist offensichtlich, sobald diese Geschichte stattfand, da war es sicherlich zu einer Friedenszeit. Zuvor haben sie sehr viel gekämpft. Und immer wieder gab es Kampf zwischen Syrien und Israel. Aber der König, der Aramäer, hätte sicherlich nicht den Feldhauptmann zu einer Kriegszeit mit einer Bitte zum König geschickt, um Heilung zu erbeten. Und das können wir auch in 1. Könige 22 lesen. Vers 1 heißt es: „Und es verging drei Jahre, dass kein Krieg war zwischen den Aramäern und Israel.“ Das heißt, es gab immer wieder Zeiten zwischen diesen Kriegen, wo auch Frieden herrschte. Und es muss so eine Zeit gewesen sein, wo sich Naaman aufmacht. Und er macht sich auf, er nimmt diese Geschenke mit. Und der König von Israel denkt, er möchte einen Streit anzetteln.

[30:29] Und hier hätte die Geschichte so ganz anders ausgehen können. Aber Gott hatte einen Plan. Und in Vers 8 lesen wir: „Als Elisa, der Mann Gottes, hörte, dass der König von Israel seine Kleider zerrissen hatte, sandte er zu ihm und ließ ihm sagen: Warum hast du deine Kleider zerrissen? Lass ihn zu mir kommen, damit er erfahre, dass ein Prophet in Israel ist.“ Und so war, was Elisa sagt, ja auch ein Hinweis darauf für den König, dass wirklich ein Prophet auch in Israel ist, der solche Wunder tun kann. Und es kam genau zur richtigen Zeit. Gott hat es so geführt, dass Elisa, der leicht außerhalb in Samarien gelebt hat, davon mitbekommen hat, dass der König seine Kleider zerrissen hat. Und so nimmt die Geschichte doch einen anderen Lauf, als im Kampf auszubrechen. Sondern Elisa bittet den König, dass Naaman zu ihm kommt.

[31:33] Und hier wollen wir einen kleinen Schnitt machen und schauen, wer dieser Elisa war. Was macht ihn zu einem Propheten in Israel? Und sein Name ist an sich schon interessant, sehr ähnlich ist mit dem Namen Jesu. Elisa bedeutet „Gott ist Erlösung“. Und es ist diese Form Elohim. Elisa, Gott ist Erlösung, bedeutet sein Name. Und 1. Könige 19 lesen wir von seiner Berufung. 1. Könige 18, wir wissen, es geht um Elija auf dem Berg Karmel, dieses große Wunder, diese Offenbarung Gottes, die dort geschieht. Und dann lesen wir auch nach der Horeb-Erfahrung in Vers 19: „Und Elija ging von dort weg und fand Elisa, den Sohn Schafatz, als er pflügte, mit zwölf Jochen vor sich her, und er war selbst bei den Zwölften. Und Elija ging zu ihm und warf seinen Mantel über ihn. Und er verließ die Rinder und lief Elija nach und sprach: Lass mich meinen Vater und meine Mutter küssen, dann will ich dir nachfolgen. Er sprach zu ihm: Wohl an, kehre um; bedenke, was ich dir getan habe.“ Elija beruft Elisa. Und trotzdem hätte er sich anders entscheiden können. Aber Elisa, und das spricht für ihn, entscheidet sich sehr schnell und bewusst für diesen Dienst.

[33:08] Und in Vers 21 heißt es: „Und Elisa wandte sich von ihm weg und nahm ein Joch Rinder und opferte es. Und mit den Jochen der Rinder kochte er das Fleisch und gab es den Leuten, dass sie aßen. Und er machte sich auf und folgte Elija nach und diente ihm.“ Von diesem Zeitpunkt, da verließ er seine Familie und sicherlich auch eine wohlhabende Familie, wenn wir den Text so lesen, mit den Rindern, den Jochen. Und er ließ das alles zurück. Und von diesem Zeitpunkt an folgte er Elija.

[33:37] Und dass das sich durchzieht, lesen wir auch in 2. Könige 2. Diese Geschichte haben wir auch in der Lektion behandelt. Und so wollen wir sie nur kurz anreißen. In Vers 1, in 2. Könige 2, lesen wir: „Als aber der Herr Elija im Wetterhimmel holen wollte, gingen Elija und Elisa von Gilgal weg.“ Wieder laufen sie beide zusammen. Und Elija sprach zu Elisa: „Bleibe du hier, denn der Herr hat mich nach Bethel gesandt.“ Elisa aber sprach: „So wahr der Herr lebt und du lebst, ich verlasse dich nicht.“ Und als sie hinab nach Bethel kamen, gingen die Prophetenjünger, die in Bethel waren, heraus zu Elisa und sprachen zu ihm: „Weißt du auch, dass der Herr heute deinen Herrn von dir hinwegnehmen wird?“ Er aber sprach: „Auch ich weiß es wohl. Schweig nicht still.“ Er sagt: „Ich bleibe bei Elisa. Ich folge ihm nach dieser Entscheidung, die ich damals getroffen habe. Ich werde ihr nachkommen zu jeder Zeit.“ Und dass die Prophetenjünger zu ihm kommen, zeigen auch, dass er eine Bezugsperson war für diese Propheten, von den Prophetenschulen, die durch Samuel gegründet wurden. Und ja, wir lesen es immer wieder. Sagt ihm Elija: „Bleib hier.“ Aber Elisa geht mit ihm.

[35:04] In Vers 6 lesen wir: „Erneut: Bleib du hier, denn der Herr hat mich an den Jordan gesandt.“ Dieser Fluss, wir wissen, es wird später auch wieder eine wichtige Rolle spielen. Er aber sprach: „So wahr der Herr lebt und du lebst, ich verlasse dich nicht.“ Es gingen die beiden miteinander.

[35:24] Vers 8, da nahm Elija seinen Mantel und wickelte ihn zusammen und schlug ins Wasser. Da teilte es sich nach beiden Seiten, sodass die beiden auf trockenen Boden hinübergingen. Ein Wunder gewirkt durch Elija, was zeigt, dass auf ihm der Geist Gottes lag. Und dann lesen wir in Vers 9: „Als sie hinüberkamen, sprach Elija zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde.“ Elisa sprach: „Dass mir zwei Anteile von deinem Geiste zufallen.“ Elija war der Mentor, der Ausbilder von Elisa. Und Elisa hat die Wunder gesehen, die durch Elija getan wurden. Und er wollte diesen Geist haben und er wollte noch mehr tun für Gott. Er verlangt diese schwere Bitte, wie wir dann sehen. Und Elija spricht hier, wie Jesus diese Aussage bittet: „Was ich dir tun soll“, erinnert an die Aussage von Jesus: „Bittet, so wird euch gegeben.“ Und wir hatten im vergangenen Quartal eine ganze Lektion über das Thema das Bitten um den Heiligen Geist und wir die Zusicherung haben, dass wir ihn bekommen werden.

[36:35] Und in Vers 10 sagt Elija daraufhin: „Du hast Schweres erbeten, doch wenn du mich sehen wirst, wie ich von dir genommen werde, so wird es geschehen. Wenn nicht, so wird es nicht sein.“ Wir wissen, dass Elija dann entrückt wurde auf wundersame Weise. Und so ist es bedeutsam, wenn dieser Gott, der ihn entrückt, das so tun wird, dann ist Gott Gott. Und so wird er auch das dem Elisa geben, worum er gebeten hat.

[37:09] Und in Vers 13 lesen wir, dass er dann nach dieser Entrückung den Mantel von Elija aufhebt und wieder an den Jordan kommt. Und in Vers 14 heißt es: „Und er nahm den Mantel, der Elija entfallen war, und schlug ins Wasser und sprach: Wo ist nun der Herr, der Gott Elias? Und schlug ins Wasser, da teilte es sich nach beiden Seiten, und Elisa ging hindurch.“ Genauso wie Elija dieses Wunder getan hat, so hat auch Elisa dieses Wunder getan. Und es ist eine Bestätigung, dass der Geist, der auf Elija war, der Heilige Geist auch auf Elisa war.

[37:58] Und in Vers 15 lesen wir: „Und als das die Prophetenjünger sahen, die gegenüber bei Jericho waren, sprachen sie: Der Geist Elias ruht auf Elisa. Und sie gingen ihm entgegen und fielen vor ihm nieder zur Erde.“ Auch sie haben erkannt, dass der Geist auf ihm war.

[38:15] Und in 1. Könige 18, Vers 36 lesen wir auch, dass Elija ein Mann Gottes war und Elisa hatte den Geist von Elija bekommen. Denselben. In Vers 36 heißt es: „Und als es Zeit war, das Speisopfer zu opfern, trat der Prophet Elija herzu und sprach: Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, lass heute kund werden, dass du Gott in Israel bist und ich dein Knecht und dass ich das alles nach deinem Wort getan habe.“ Das Ziel von Elija war, Gott zu verherrlichen und deutlich zu machen, dass alles, was er tat, konform war zu dem Wort von Gott.

[39:03] Und wenn wir zurück zu unserer Geschichte von 2. Könige 5 gehen, dann sehen wir, dass Elisa auch ein Prophet war. Und in Vers 9 lesen wir dann: „So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas.“ Das heißt, er ist bis zu der Tür gekommen. Und dann passiert etwas Interessantes. Da heißt es in Vers 10: „Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden.“

[39:53] Was für eine große Enttäuschung für den Feldhauptmann. Als Oberste des Heeres, als Feldhauptmann war er gewohnt, dass wenn er wohin kommt und die Menschen kennen ihn, dann wurde er pompös empfangen. Aber Elisa selbst kommt nicht mal persönlich, er schickt einen Diener. Und das muss sehr demütigend, ja demütigend für diesen Naaman gewesen sein. Und das andere war diese Bitte, sich siebenmal im Jordan zu waschen. Sie war ja so einfach und so simpel. Und er konnte das nicht verstehen, wie wir auch gleich in folgenden Versen sehen werden.

[40:47] Aber zu noch kurz zu diesem siebenmal untertauchen im Jordan. Die Zahl sieben erinnert zum Beispiel an den Bericht von Josua Kapitel 6. Da heißt es in Vers 4: „Und lasst sieben Priester sieben Posaunen tragen vor der Lade des Herrn, und am siebten Tage zieht siebenmal um die Stadt und lasst die Priester die Posaune blasen.“ Und wir kennen die Geschichte von Jericho und dieser Aufforderung, siebenmal umherzuziehen. Und es war auch eine sehr simple Aufgabe, viel simpler als in den Krieg zu ziehen. Aber dadurch hat man sich auch natürlich zum Gespött gemacht von Jericho und zu den Umgebenden, die es betrachtet haben, wie die ziehen jetzt siebenmal um diese Stadt. Aber Gott hat es so befohlen.

[41:45] Und in Johannes 9 lesen wir auch von einer sehr simplen Aufgabe, um heil zu werden. In Johannes Kapitel 9 und dort in Vers 7 heißt es in der Sprache zu ihm: „Geh zum Teich Siloah.“ Und es war dieser blindgeborene. Jesus spricht zu dem blindgeborenen. Das heißt übersetzt „gesandt“. „Und wasche dich.“ Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder. Das gleiche Prinzip: Geh dorthin, wasche dich und du wirst gesund werden.

[42:22] Und Naaman war gedemütigt von dieser Aufforderung, wie es in Vers 11 deutlich macht. Da wurde Naaman zornig und zog weg. Vers 11 in Zweiter Könige 5: „Da wurde Naaman zornig und zog weg und sprach: Ich, meinte er selbst, sollte zu mir herauskommen und hertreten und den Namen des Herrn, seines Gottes, anrufen und seine Hand hin zum Heiligtum erheben und mich so von dem Aussatz befreien.“ Das Problem war das „Ich“ und das „Meinte“. Naaman hatte die Vorstellung, wie er geheilt werden sollte. Er hat sich überlegt, okay, er wird diese Hand, Elisa wird die Hand über die Stelle legen und dann wird er rein werden. Und dann war er enttäuscht, als Elisa selbst nicht mal erscheint und dann ihm noch diese Aufgabe gibt, sich zu waschen.

[43:13] Aber in Jesaja 55, wir kennen den Text, lesen wir das. Gottes Wege sind so viel höher und seine Gedanken so viel höher sind als die der Menschen. Und in Römer 10, Vers 3, lesen wir auch das Problem von dem „Ich“ und dem Problem von unseren Vorstellungen, die wir haben, wie Gott handeln sollte. Da heißt es in Römer Kapitel 10, Vers 3: „Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und suchen ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten und sind so der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan.“ Sie erkennen die Gerechtigkeit von Gott nicht und so versuchen sie ihre eigene Gerechtigkeit aufzubauen, Selbstgerechtigkeit.

[44:05] Und Naaman hat gute Argumente. In Vers 12 heißt es: „Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Abana und Parpar, besser als alle Wasser in Israel, sodass ich mich in ihnen waschen und rein werden könnte?“ Und er wandte sich und zog weg im Zorn. Wieder hätte die Geschichte anders ausgehen können. Er hatte sich schon auf den Heimweg gemacht.

[44:31] Aber dann heißt es in Vers 13 erneut von den Dienern. Und Diener scheinen in dieser Geschichte wirklich eine sehr wichtige Rolle gespielt zu haben. Heißt es: „Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, hättest du es nicht getan? Wie viel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich rein, wasche dich, so wirst du rein.“ Die Diener überzeugen ihn. Und so nimmt die Geschichte dann doch einen anderen Lauf.

[45:24] Und es heißt in Vers 14: „Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte.“ Der Punkt war nicht, dass die anderen Wasser reiner gewesen wären. Und das ist sicherlich der Fall. Der Jordan zählte wirklich nicht zu diesen reinen Flüssen im Gegensatz zu denen, die er aufgezählt hatte. Aber der Unterschied war das Wort Gottes, wie der Mann Gottes ihm geboten hatte. Und dort lag die Heilung im siebten Mal.

[45:52] Und so wurde auch deutlich, dass Naaman ja einen Glauben hatte, bevor er ins Wasser gestiegen ist. Und er taucht sich siebenmal unter. Wenn er sich einmal untergetaucht hätte und er wäre heil geworden, dann wäre das nicht so ein Glaube gewesen, wie wenn er sich untergetaucht hat das erste Mal. Aber dann musste er sich noch sechs weitere Male, wie dem Propheten, wie dem Mann Gottes geboten hatte, untertauchen. Und das ist ein Zeugnis von dem Glaubensweg, könnte man sagen, den Naaman Stück für Stück gegangen ist. Und im siebten Mal lag der Segen. Der Segen lag darin, dass Gott gesagt hat durch den Propheten Elijah: „Im siebten Mal lag der Segen.“ Und diese Zahl, wir haben sie in Jericho gesehen, das hat auch gesagt: „Siebenmal sollt ihr umherziehen.“ Und die Zahl sieben erinnert uns natürlich an den ersten Bericht von der Zahl sieben, der Schöpfung, wo Gott schöpft und wir diesen Wochenzyklus haben von sieben Tagen. Und so ist der Sabbat ein Zeichen für den Schöpfer, wir wissen es, und ein Zeichen für den Erlöser. Und so ist dieses siebenmalige Untertauchen, was Naaman getan hat, auch ein Zeichen für die Erlösung und für die Schöpfung. Er wurde neu geschaffen. Das heißt hier, sein Fleisch wurde wie der Hai, wie das Fleisch eines jungen Knaben und er wurde rein.

[47:36] Und die Abwesenheit des Propheten Elisas, er ist nicht herausgekommen. Er hat alles durch seinen Knecht weitergegeben und er war auch nicht da, als dieser Naaman sich untergetaucht hat. Das ist ein stärkerer Beweis, dass ja dieses Wunder nicht durch Elisa geschehen ist, sondern durch Gott. Und Naaman versteht das.

[47:57] In Vers 15 heißt es: „Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes mit all seinem Gefolge. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe nun weiß ich, dass kein Gott ist in allen Landen außer Israel, also nimm nun eine Segensgabe von deinem Knecht.“ Naaman war sich bewusst, dass dieses Wunder durch Gott geschehen ist. Und so steigt aus dem Wasser nicht nur ein neu geschaffener Mensch, ein geheilter Mensch von seiner physischen Krankheit, sondern es steht auch ein neuer Gläubiger aus diesem Wasser auf. Und er wurde nicht gesund, weil er sich im Jordan gewaschen hat, sondern weil er sich siebenmal nach dem Wort, wie es der Prophet, der Mann Gottes gesagt hat, gewaschen hat. Im siebten Mal, so wie Gott gesagt hat, liegt der Segen. Und er hat nicht vergessen, dass Gott dieses Wunder getan hat. Er kommt zurück zu Elisa.

[49:11] Und es erinnert uns an die Geschichte aus Lukas 17, wo wir auch von der Heilung von Aussätzigen lesen. In Lukas Kapitel 17 und dort ab Vers 11 heißt es: „Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch Samarien, interessanterweise die gleiche Stelle, Samarien und Galiläa hinzog. Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von Ferne. Zehn Männer, die aussätzig waren. Und sie hoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser. Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern. Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um, und pries Gott mit lauter Stimme, kehrte wie Naaman zurück. Und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht zehn reingeworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte und Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde?“

[50:24] Naaman hat, dadurch, dass er zurückgegangen ist zu Elisa, Gott die Ehre geben wollen. Und in Vers 19 lesen wir: „Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin, dein Glaube hat dir geholfen.“ Das gleiche Prinzip, dass der Glaube die Heilung gebracht hat. Der Glaube an Gott und dass sein Wort verlässlich ist. Und dass es neu schafft und Heilung bringt.

[50:55] Und ja, Elisa nimmt dieses Angebot nicht an. Er nimmt diese Segensgaben nicht an. Und er, dessen Name „Gott ist Erlösung“ bedeutet, macht deutlich, dass Heilung, dass Erlösung ein Geschenk ist, dass man es nicht erkaufen kann, sondern dass es allein durch Gott, durch das Wort Gottes, durch den Glauben daran geschieht.

[51:34] Und es erinnert uns an einen Text aus 1. Mose 14, den wir ja vergangene Woche gelesen haben, in unserer Studienbetrachtung, ist er uns begegnet, in 1. Mose, Kapitel 14, unter dem Vers 23. Okay, es scheint so, als ob ich mir den falschen Text aufgeschrieben habe. Aber es ging um diese Begegnung, dass Abraham gesagt hat und diese Gaben abgelehnt hat und gesagt hat: „Es soll nicht heißen, dass dieser Mann mich reich gemacht hat.“ Und so lehnt auch Elisa diese Gabe ab, um deutlich zu machen, dass es Gott ist, der die Heilung gebracht hat. Und er möchte sich nicht an einen Dienst, den er für Gott getan hat, bereichern.

[52:36] Da sind wir auch wieder bei unserem Gedanken der Mission. Und in 1. Korinther 9, wir wollen noch zwei abschließende Verse betrachten, in 1. Korinther 9, Vers 18, lesen wir: „Was ist denn nun mein Lohn? Dass ich das Evangelium predige ohne Entgelt und von meinem Recht am Evangelium nicht Gebrauch mache.“ Und in 2. Korinther 11, Vers 7, heißt es: „Oder habe ich gesündigt, als ich mich erniedrigte, damit ihr erhöht würdet, denn ich habe euch das Evangelium Gottes ohne Entgelt verkündigt.“

[53:29] Das Evangelium ist das Kostbarste, was wir haben. Und diese Männer haben es umsonst weitergegeben. Nach dem Prinzip: „Umsonst habt ihr empfangen und umsonst sollt ihr es auch weitergeben.“ Und so ist Erlösung das Kostbarste Geschenk, das wir haben. Und wenn wir es selber angenommen haben, dann können wir es unseren Mitmenschen weitergeben. Und so fordert Gott uns auf, Missionar zu sein.

[54:04] Und obwohl das junge Mädchen entfernt war von zu Hause, in einem heidnischen Haus als Sklavin dienen musste, hatte sie Mitgefühl, ernstliches Mitgefühl für ihre Menschen in ihrer Umgebung. Und sie hatte einen starken Glauben, der wusste, dass Gott heilen kann. Und sie hatte den Mut, darüber zu sprechen. Und diese drei Dinge haben die Grenzen dieser zwei verfeindeten Nationen, diese Grenzen zwischen diesen zwei Personen niedergerissen. Und so hat Naaman den Weg zur Heilung gefunden und selber erkannt, dass der Glaube an Gott ihn heil macht. Und so wurde dieses Zeugnis von diesem jungen Mädchen zu einem kraftvollen Zeugnis.

[55:03] Und die Frage, die ich mir gestellt habe und die ich dir heute stellen möchte, ist: Möchtest du Zeuge sein für Jesus? Möchtest du dieses kraftvolle Zeugnis an deine Mitmenschen weitergeben? Und wenn das dein Wille ist, dann möchte ich dich jetzt einladen, dieses Anliegen vor Gott zu bringen.

[55:20] Vater im Himmel, wir danken dir für diese wunderbare Geschichte. Eine Geschichte von Dienern, von Dienern von dir, die uns viel über die Mission gezeigt hat. Und dass du Heilung bringst und dass sie, wie Jesus in seiner Predigt erwähnt hat, ein Gnadengeschenk ist, das nicht gekauft werden kann. Und wir physische Heilung erleben dürfen, aber dass wir auch dich erkennen dürfen und auch die Menschen um uns herum dich erkennen dürfen, wenn wir unseren Pflichten nachgehen, wenn wir von dir dieses Mitgefühl, dieses ernste Mitgefühl für unsere Mitmenschen bekommen, wenn wir im Glauben wachsen dürfen, dass wir sogar Dinge, die in Zukunft geschehen werden, die wir uns nie vorgestellt hätten, und wir einen großen Glauben entwickeln dürfen und dass wir den Mut von dir bekommen, darüber zu sprechen. Dann wird unser Zeugnis zu einem kraftvollen Zeugnis werden und unsere Mitmenschen um uns herum werden davon angesteckt werden. Es werden Barrieren überwunden werden, die dadurch überwunden werden, dass sie durch deinen Geist überwunden werden. Und so danken wir dir darum und bitten auch um diesen Geist, um den Elisa gebeten hat, um deinen Geist und mach uns zu kraftvollen Missionaren in deinem Werk und zu Dienern, die sich auf dein Wort berufen, wie Naaman dem Wort des Propheten gefolgt ist. Wir danken dir dafür. In deinem Namen bitten wir darum. Amen.

[57:27] Ja, wir sind froh, dass ihr dieses Studium mit uns betrachten wolltet und dass ihr euch eingestimmt habt. Und an dieser Stelle möchte ich euch Gottes Segen wünschen für das Bibelgespräch und bis dahin eine segensreiche Zeit. Amen.


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