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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2015 3rd Nr 6

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge tauchen Christopher Kramp und die Zuhörer tief in die biblische Geschichte von Esther und Mordechai ein. Die Lektion beleuchtet die oft übersehene missionarische Dimension dieser bekannten Erzählung und deckt auf, wie Kinderbibeln die Geschichte vereinfachen. Es wird analysiert, wie Gott auch aus scheinbar falschen Entscheidungen und dem Leben von Menschen, die sich an die Welt angepasst haben, seinen Plan zum Guten wenden kann. Die Serie betont die Bedeutung des Glaubensbekenntnisses, besonders in Krisenzeiten, und zeigt auf, wie Gott auch „Laodizea-Christen“ für seine Zwecke gebrauchen kann.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2015 Q3: Missionare in der Bibel

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr eingeschaltet habt. Herzlich willkommen allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu einer weiteren Folge unserer Serie über die Missionare in der Bibel.

[0:37] Und die heutige Folge ist eine Thematik, die man wahrscheinlich beim Thema Mission nicht unbedingt erwarten würde. Wir wollen heute über Esther und Mordechai sprechen. Eine Geschichte, die gut bekannt ist. Jeder, der sich schon in Kinderjahren mit der Bibel beschäftigt hat, kennt diese Geschichte. Aber meistens kennen wir sie nur aus den Kinderbibeln und nicht aus der Bibel selbst. Und wir werden einige Überraschungen heute erleben, bin ich mir ganz sicher, wenn wir diese Geschichte auch unter dem Blickwinkel der Mission betrachten. Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 8. August 2015. Und bevor wir beginnen, wollen wir, wie es unsere gute Sitte ist, gemeinsam mit einem Gebet starten.

[1:23] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort haben und dir wirklich danken, dass du durch dein Wort zu uns sprichst. Dass wir lernen können von den Fehlern und auch von den Dingen, die Menschen richtig getan haben, damals in biblischen Zeiten. Und wenn wir jetzt die Geschichte von Esther und Mordechai anschauen, möchten wir dich bitten, dass du uns Weisheit schenkst, die Lektionen zu lernen, die wir heute in dieser Zeit brauchen. Bitte sprichst du zu uns und hilfst uns, ein mutiges Zeugnis für dich zu geben in unserer Zeit. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[2:00] Das Buch Esther ist unter Bibelfreunden fast ein bisschen verklärt. Die Geschichte von Esther ist fast sowas wie die biblische Geschichte von der Barbie, diese wunderbare, schöne Prinzessin, die ihr Volk rettet. Doch wenn man ganz genau in den biblischen Text schaut, stellt man fest, dass die Kinderbibeln so manches Detail schön frisieren. Und natürlich nicht alles ist für die Kinder geeignet, was hier in der Bibel steht. Und wenn wir heute diese Geschichte aus einem biblischen Blickwinkel betrachten, dann möchte ich euch vorwarnen, wird vielleicht so manche Illusion sich in Luft auflösen. Und wir werden die Geschichte von Esther aus einer vielleicht ganz neuen Perspektive sehen, die vielleicht etwas ungewöhnlich ist. Und ich lade euch ein, das auch dann selbst noch mal zu prüfen und zu checken, ob das auch wirklich so ist. Aber ich denke, wenn wir sie wirklich mit ehrlichen Augen lesen, dann sehen wir eine Perspektive, die uns heute in dieser Zeit wahrscheinlich noch mehr hilft als das verklärte Bild, das wir manchmal im Kopf haben.

[2:59] Fangen wir an in Esther Kapitel 1 und dort Vers 1. Schon dort finden wir den ersten Hinweis auf ein Problem, das die wenigsten entdeckt haben in der Esther-Geschichte. In Esther 1 Vers 1 heißt es: „Und es geschah in den Tagen Ahasveros, desselben Ahasveros, der von Indien bis Äthiopien über 127 Provinzen regierte.“ Ahasveros ist der hebräische Name von Xerxes I., einer der großen Könige des Medo-persischen Weltreiches, das an dieser Stelle von Afrika, von Äthiopien bis an den Indos, bis nach Indien regierte und fast die gesamte damals bekannte Welt unter sich vereinigt hatte, ein Königreich, mit dem es niemand aufnehmen konnte. Die Könige der Medo-Perser waren die Großkönige, die Könige der Könige.

[3:51] Warum ist das ein Problem? Weil wir alle kennen die Geschichte, wir wissen, dass jetzt gleich in wenigen Kapiteln jüdische Personen, Mordechai und Hadassah, dann Esther, auftauchen werden hier im Persischen Reich, in der Königshauptstadt Susa. Und das zur Zeit von Ahasveros, zur Zeit von Xerxes, dem ersten Mann, Xerxes I. gelebt. Die Bibel sagt es uns natürlich nicht, aber die Geschichtsbücher sagen uns, dass er regierte von 486 bis 465 vor Christus, also ungefähr 31 Jahre. Und im Laufe der Geschichte gibt es mehrere Daten. Wir können einige dieser Ereignisse sehr genau datieren, was wir später im Laufe dieser Serie auch tun wollen. Aber Fakt ist, dass dieser Zeitpunkt für die Geschichte äußerst bedeutsam ist. Warum? Ahasveros, Xerxes I., war nicht der erste persische König. Der erste persische König war natürlich Kyros, der etliche Jahrzehnte vorher regierte, ab 539 vor Christus, als er damals durch das Umleiten des Euphrats Babylon, das Babylonische Weltreich, besiegte, Babylon einnahm und dann das Medo-Persische Weltreich gründete.

[5:08] Warum ist das wichtig? Wenn wir in dem fast benachbarten Buch Esra nachschlagen, in Esra 1, da lesen wir, dass dieser Kyros einen Befehl erließ an alle in Babylon gefangenen Israeliten. Da heißt es in Esra 1, Vers 2: „So spricht Kyros, der König von Persien: Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben, und er selbst hat mir befohlen, ihm ein Haus zu bauen in Jerusalem, das in Juda ist. Wer irgend unter euch zu seinem Volk gehört, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf nach Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus des Herrn, des Gottes Israels, er ist Gott, in Jerusalem.“ Ein Aufruf an alle Juden, mit dem sei sein Gott und er ziehe hinauf nach Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus des Herrn, des Gottes Israels, er ist Gott, in Jerusalem. Und dann heißt es in Vers 5: „Da machten sich die Familienhäupter von Juda und Benjamin auf und die Priester und Leviten, jeder, dessen Geist Gott erweckte, um hinaufzuziehen und um das Haus des Herrn zu bauen, das in Jerusalem ist.“ 70 Jahre ungefähr war das Volk Israel in Babylon gefangen gewesen, das Volk Juda, und jetzt durch Kyros sind sie befreit worden und Kyros gibt ihnen den Auftrag: Zieht nach Jerusalem, verlasst Babylon. Und die Bibel sagt, alle, die Gottes Geist erweckt hat, die Erweckung erlebten, sind diesem Aufruf gefolgt. Sie waren dann nicht mehr in Babylon, nicht mehr in Susa, nicht mehr in den großen Städten des vormals Babylonischen, jetzt Persischen Reiches. Sie sind nach Jerusalem gegangen, das zerstörte Jerusalem, um dort den Tempel wieder aufzubauen.

[6:40] Das hat einige Zeit in Anspruch genommen, das ging nicht so schnell, es gab Probleme und unter einem weiteren König, dem König Darius, gab es dann einen weiteren Befehl, der erlaubte, diesen Tempel aufzubauen. Zu dieser Zeit lebte der Prophet Sacharja, und auch dort wollen wir kurz schauen, was er zu dieser Zeit sagte, das ist ungefähr 520, also fast 20 Jahre später und immer noch ungefähr mehr als 50, ungefähr 50, mehr als 40 Jahre vor der Geschichte von Esther. In Sacharja Kapitel 2, da lesen wir, wie der Prophet Sacharja im Auftrag Gottes folgendes sagt, ab Vers 8: „Und er sprach zu ihm: Laufe und sage jenem jungen Mann: Als offene Stadt soll Jerusalem bewohnt werden wegen der großen Menge von Menschen und Vieh in seiner Mitte. Und ich selbst, spricht der Herr, will eine feurige Mauer um es her sein und Herrlichkeit in seiner Mitte.“ Zu dem Zeitpunkt hatte Jerusalem noch keine Stadtmauer, nur der Tempel durfte aufgebaut werden und Gott sagt: Kommt trotzdem nach Jerusalem, auch wenn es keine Mauer gibt, auch wenn es keine Sicherheit gibt, keine weltliche, ich will euch beschützen. Geht das Wagnis ein, verlasst Babylon und zählt euch zu dem Volk Gottes, das die alten Trümmer wieder aufrichten möchte.

[7:55] Vers 10: „Auf, auf, flieht aus dem Land des Nordens, spricht der Herr, denn nach allen vier Himmelsrichtungen habe ich euch zerstreut.“ Und dann sehr deutlich, explizit: „Auf Zion entfliehe, die du bei der Tochter Babels wohnst.“ Es gab noch viele, viele Israeliten, viele Juden, die in dem ehemaligen Babylonischen Weltreich wohnten, das jetzt von den Persern, den Nachfolgern der Tochter Babylons, regiert worden ist. Der Aufruf war deutlich: Verlasst Babylon, verlasst die Tochter Babylons, verlasst Medo-Persien und kommt nach Juda zurück. Darius starb und eine Zeit später haben wir dann Xerxes den Ersten, Ahasveros, und noch immer gibt es Juden in Persien, in Susa.

[8:50] Schlussfolgerung: Sie hatten bis dahin es nicht für nötig erachtet, trotz der Befehle oder der Einladung der persischen Könige und trotz des leidenschaftlichen Aufrufs der Propheten Gottes, sich nach Jerusalem zu bewegen. Offensichtlich gefiel es ihnen in Babylon, in Medo-Persien zu gut, hatten vielleicht eine gute Stellung gehabt. Und das Buch Esther spricht von Juden, die dort in Babylon, in Susa, in Persien geblieben waren, die eben nicht erweckt worden waren, die sich dem Babylonischen Lebensstil wohl angepasst hatten und lieber in Babylon blieben, bei ihren Häusern und ihren Karrieren, statt sich jetzt mit dem kleinen Volk Juda in Jerusalem herumzuschlagen, dort den Tempel wieder aufzubauen. Das Buch Esther beginnt scheinbar unspektakulär, aber gleich mit dieser Bombe, dass eigentlich diejenigen, die hier eine Rolle spielen, längst in Jerusalem hätten sein sollen und dort sich mit Gottes Volk hätten identifizieren sollen, aber das tun sie nicht. Und dazu kommen wir gleich noch etwas mehr.

[9:55] Zunächst einmal beginnt die Geschichte in Esther 1 mit diesem prachtvollen Festgelage des Ahasveros. Das heißt hier in Vers 3: „Im dritten Jahr seiner Regierung, das war so 483 vor Christus, da veranstaltete er für alle seine Fürsten und Knechte ein Festmahl, wobei die Gewaltigen von Persien und Medien, die Edlen und Obersten seiner Provinzen vor ihm waren.“ 180 Tage lang hat er seinen Prunk zur Schau gestellt und seine Majestät. Und es heißt hier, als diese Tage verendet waren, Vers 5: „veranstaltete der König ein Festmahl für das ganze Volk, das sich in der Burg Susa befand, für die Großen und die Kleinen, sieben Tage lang im Hof des Gartens beim königlichen Palast.“ Und dann heißt es in Vers 7: „Und man reichte die Getränke aus goldenen Gefäßen, und die Gefäße waren voneinander verschieden, und königlichen Wein gab es in Menge nach der Freigiebigkeit des Königs.“ Vers 8: „Und das Trinken war der Verordnung gemäß ohne Zwang, denn so hatte der König es allen Vorstehern seines Palastes befohlen, dass man jedermann machen ließe, wie es ihm gefiele.“ So ging es zu am Hof der persischen Könige. Jeder konnte tun und lassen, was er wollte. Alkohol floss dort bei diesem Festgelage in Litern, in Massen. Interessanterweise berichtet uns die Bibel auch, dass es ein zweites Fest gab, von dem keine Übertreibung und kein Exzess berichtet wird.

[11:19] Vers 9: „Auch die Königin Vaschti veranstaltete ein Festmahl für die Frauen im königlichen Palast, der dem König Ahasveros gehörte.“ Diese Vaschti war eine sehr noble Frau. In unserem Kinderbibel-Kopf ist sie fast so ein bisschen so eine böse Königin, die dann abgesetzt wird, aber in Wirklichkeit ist die Vaschti eine der interessantesten und nobelsten Frauen der ganzen Bibel. Bibel sagt uns in Vers 10: „Und am siebten Tag, als das Herz des Königs vom Wein fröhlich war.“ Mit anderen Worten, er war sturzbetrunken. „befahl er Mehuman, Bista, Bista, Habona, Bikta, Abagda, Seta und Karkas, den sieben Kämmerern, die vor dem König Ahasveros dienten: die Königin Vaschti mit der königlichen Krone vor den König zu bringen, um den Völkern und Fürsten ihre Schönheit zu zeigen, denn sie war von schöner Gestalt.“ Ob es nun wahr ist, wie einige behaupten, dass sie nur ihre Krone tragen sollte, das sei dahingestellt, wollen wir nicht spekulieren. Aber der Punkt ist eher, dass sie auf jeden Fall wusste, dass dieser Befehl unter viel Alkohol zustande kam und nicht wirklich sinnvoll war, vielmehr eine Schande für den König und die Königin. Und sie wusste auch, wenn der König bei Sinnen gewesen wäre, hätte er das nicht gesagt. Aber der König war nicht bei Sinnen.

[12:39] Und als Vaschti sich weigert, als sie mit moralischem Rückgrat sagt: „Nein, das tue ich nicht“, seien die Konsequenzen, wie sie wollen. Und zwar nicht nur für sie, sondern sie handelte ja auch aus Rücksicht für den König, um ihm nicht der Schande preiszugeben. Als das passiert, zeigt sich, dass auch die Berater des Königs sturzbetrunken sind und unweise ihm raten, sich von der Vaschti zu trennen. Nun, eins können wir auf jeden Fall festhalten. Wir können alle Verse jetzt aus Zeitgründen nicht lesen, aber eins wird deutlich: Die Grundlage dieser Entscheidung, dass Ahasveros sich von Vaschti trennte, war offensichtlich eine falsche Entscheidung. Sie basierte auf falscher Grundlage, nämlich auf Alkoholismus, und sie war auch im moralischen Sinne der Bibel eine falsche, eine sündige Entscheidung. Und trotzdem können wir festhalten, dass im Großen und Ganzen, wenn wir dann drei Schritte zurückgehen und das ganze Esther-Buch betrachten, diese falsche Entscheidung gefällt und der Alkoholeinfluss trotzdem von Gott benutzt worden ist, um seinem Volk etwas Gutes zu tun.

[13:58] Heißt also: Gott kann Entscheidungen, die falsch sind, zum Guten benutzen. Die falsche Entscheidung des Pharao, sich gegen Gott aufzulehnen, wurde von Gott benutzt, seine größere Macht zu demonstrieren. Die falsche Entscheidung von Nebukadnezar, Menschen umzubringen und einfach sein Territorium zu vergrößern, wurde von Gott verwendet, um Jerusalem zu bestrafen. Und selbst die im tiefsten Kern falsche Entscheidung, Jesus ans Kreuz zu nageln als Verbrecher, wurde von Gott auch dazu benutzt, die Welt zu retten. Das heißt, sündige Entscheidungen können in der Souveränität Gottes trotzdem zum Guten noch verwendet werden. Das macht aber die Entscheidung selbst nicht richtig, sie bleibt immer noch falsch. Das ist gleich ganz wichtig, wenn wir die nächsten Kapitel lesen. Gott ist also in der Lage, falsche Entscheidungen doch noch so umzulenken, dass sie für das Gute des Volkes nützen. Aber das macht die Entscheidung an sich nicht moralisch richtig. Die Entscheidung, Vaschti zu entfernen aus dem Königshof, war moralisch falsch und basierte auf moralisch falschen Prinzipien.

[15:18] Und dann lesen wir in Esther 2 ab Vers 1 von einer antiken persischen Castingshow. Da ist in Vers 1: „Nach diesen Begebenheiten, als sich der Grimm des Königs Ahasveros gelegt hatte, dachte er an Vaschti und daran, was sie getan hatte und was über sie beschlossen worden war.“ Da sprachen die Knechte des Königs, die ihm dienten: „Man suche für den König Mädchen, Jungfrauen von schöner Gestalt, und der König bestimme Beamte in allen Provinzen seines Königreichs, damit sie alle Mädchen, Jungfrauen von schöner Gestalt in die Burg Susa zusammenbringen, in das Frauenhaus unter die Obhut Hageis, des königlichen Kämmerers, des Hüters der Frauen. Und man lasse ihnen ihre Reinigungssalben geben. Und die Jungfrau, die dem König gefällt, die soll Königin werden an Vaschtis Stelle.“ Der Vorschlag gefiel dem König und er machte es so.

[16:01] An dieser Stelle treten jetzt die ersten jüdischen Personen, die Hauptpersonen dieses Buches, auf. Da heißt es nämlich in Vers 5: „Es war aber ein jüdischer Mann in der Burg Susa.“ Nicht dort, wo er sein sollte, nicht in Jerusalem, sondern in Susa. „Der hieß Mordechai, ein Sohn Jaïrs, des Sohnes Simeis, des Sohnes des Kisch, welcher ein Benjaminiter war, der von Jerusalem weggeführt worden war, mit den Gefangenen, die mit Jojachin, dem König von Juda, hinweggeführt worden waren, die Nebukadnezar, der König von Babel, Gefangenen weggeführt hatte.“ Also der Mordechai war da wegen der babylonischen Gefangenschaft und die war aufgehoben. Er war nicht dort aus anderen Gründen, sondern er war genau aus den selben Gründen dort, wie die, die bereits Babylon verlassen hatten. Er hätte auch gehen können.

[16:42] Im Gegensatz zu dem Namen Mordechai. So sagen uns Sprachwissenschaftler, hängt zusammen mit dem Namen Marduk, der Name eines der wesentlichen babylonischen Götter. Und dann heißt es hier in Vers 7: „Und dieser war Pflegevater der Hadassah.“ Das ist Esther, die Tochter seines Onkels, denn sie hatte weder Vater noch Mutter. „Diese Jungfrau aber war von schöner Gestalt und lieblichem Aussehen, und als ihr Vater und ihre Mutter gestorben waren, hatte Mordechai sie als seine Tochter angenommen.“ Hadassah heißt Myrte, das ist ihr hebräischer Name. Und Esther ist ihr persischer Name, so haben wir meistens gelernt. Und wir haben meistens gelernt, dass dieser Name Stern bedeutet. Und es ist theoretisch möglich, den Namen Esther von dem persischen Stara abzuleiten. Das ist aber eher weniger wahrscheinlich. Wahrscheinlicher, sprachwissenschaftlich, ist es, dass der Name Esther von Ischtar kommt, der babylonischen Fruchtbarkeitsgöttin.

[17:47] Übrigens, uns wird auch nicht gesagt, dass sie ihren Namen gezwungenermaßen änderte, sondern scheinbar eher freiwillig. Ganz im Gegensatz zu Daniel, der Daniel hieß und dann Belsazer genannt wurde, aber in seiner tiefsten Identität immer Daniel blieb. Ganz anders Esther. Ihr Buch heißt sogar Esther, aber dazu vielleicht später noch mehr. Wie dem auch sei, Esther wird auch unter diese Jungfrauen mit aufgenommen. Auch das wäre nicht passiert, wenn Mordechai sie mit nach Jerusalem gebracht hätte.

[18:27] Und es geschah, als das Gebot des Königs und das Gesetz bekannt gemacht worden war, Vers 8: „Und viele Jungfrauen in die Burg Susa unter die Obhut Hageis zusammengebracht wurde. Da wurde auch Esther in das Haus des Königs geholt, unter die Obhut Hageis, des Hüters der Frauen. Und das Mädchen gefiel ihm und sie fand Gunst bei ihm.“ Da ist eine ganz interessante Parallele zu Daniel. Das Buch Esther und das Buch Daniel haben viele Parallelen und viele Kontraste. Auch das werden wir im Laufe dieses Studiums bemerken. Und er sorgte dafür, dass sie ihre Reinigungshalbe und ihre Verpflegung rasch erhielt. Auch gab er ihr sieben auserlesene Mädchen aus dem Haus des Königs, und er wies ihr samt ihren Mädchen den besten Platz im Frauenhaus an.

[19:02] Und jetzt kommt der nächste kritische Punkt, Vers 10: „Esther aber gab ihr Volk und ihre Herkunft nicht an, denn Mordechai hat ihr geboten, es nicht zu sagen.“ Und wenn wir glauben, das ging hier nur ein paar Tage so, wo man vielleicht irgendwie seinen Glauben verbergen konnte, dann belehrt uns die Bibel eines Besseren. In Vers 12 heißt es: „Wenn die Jungfrau kam, um zum König Ahasveros zu kommen, nachdem sie zwölf Monate lang gemäß der Verordnung für die Frauen behandelt worden war, da steht genau beschrieben, was der Wellnessplan gewesen ist.“ Mindestens ein Jahr lang ist Esther im Frauenhaus gewesen und niemand hat bemerkt, dass sie Jüdin ist. Und ich stelle mir die Frage: Hat sie den Sabbat gehalten? Ich meine, wie kann man ein Jahr lang als Jüdin in dem Frauenhaus leben und niemand bemerkt, dass man Jüdin ist? Daniel und seine drei Freunde, die sind nach wenigen Tagen aufgefallen, wegen der Ernährung, weil sie kein Schweinefleisch essen wollten, weil sie kein Alkohol trinken wollten. Sofort aufgefallen. Wenn jemand treu zu Gott steht, dann wird er in einer Welt, die nicht treu zu Gott steht, ziemlich schnell, sehr bald auffallen, aber nicht ein Jahr lang unerkannt bleiben, oder? Aus welchen Motiven auch immer, wir können das Herz von Esther nicht schauen, aber eins ist sicher: Noch Jahre später hat niemand geahnt, dass sie eine Jüdin ist. Und das Volk der Juden war ja durchaus bekannt. Es ist ja nicht so, dass die Juden nicht in der Welt bekannt schon immer gewesen sind, für ihre besonderen Gebräuche, besonderen Speisevorschriften und so weiter und so fort.

[20:50] Esther, zu diesem Zeitpunkt, war ganz offensichtlich jemand, der sich ganz extrem angepasst hat an die Welt drumherum. Aus welchen Gründen auch immer. Aber selbst dann haben wir das Beispiel von Daniel und seinen Freunden. Sei es vielleicht sogar, um Karriere zu machen, wir können es nicht beurteilen. Aber Fakt ist, sie tat das, weil Mordechai es ihr gesagt hatte. Ihre Autorität in diesem Zeitpunkt ihres Lebens war ein Mensch und nicht Gott. Klingt erstmal hart, nicht wahr? Weil wir sind immer gewohnt, dass Esther die Heldin ist von Anfang bis Ende. Ich glaube, dass Esther eine Heldin ist, aber nicht am Anfang. Wir brauchen noch ein bisschen Geduld. Esther war eher eine von denjenigen, die es mit dem Glauben nicht allzu ernst nehmen. So sieht es jedenfalls aus in der Bibel am Anfang. Eine, die eher auf Menschen hört als auf Gott. Eine, die eher nicht auffällt, als für den Glauben einzutreten. Eine, die eher in ihrer gewohnten Umgebung bleibt, statt sich für das Volk Gottes einzusetzen, dort in Jerusalem.

[21:52] Und dann ist noch diese Geschichte, die in allen Kindersabatschulgeschichten gestrichen wird. Nämlich, dass die Esther lange bevor sie Königin wurde, so wie alle Frauen, eines Abends zum Ahasveros hineinging und am nächsten Morgen wieder hinausging. Der Ahasveros hat nämlich dieses Casting nicht einfach nur im Sinne einer Schönheitsshow gemacht, dass er alle Frauen mal angeschaut hat, sondern jede Frau ist einmal abends zu ihm gekommen und morgens wieder gegangen. Aus dem einen Haus kam sie, da waren sie Jungfrauen, und dann sind sie zu ihm gekommen und am nächsten Morgen sind sie in das nächste Haus gegangen. Die Geschichte ist ziemlich eindeutig. Fragwürdiges moralisches Verhalten. Und natürlich können wir sagen, ja, sie hatte vielleicht keine andere Wahl und das war damals so und so weiter. Aber gleichzeitig sollten wir doch bedenken, was wir beim Buch Daniel lernen, oder? Gleiche Zeit ungefähr. Esther jedenfalls hat nicht zu diesem Zeitpunkt der Sünde bis aufs Blut widerstanden. Sie ist mitgeschwommen. Und ich denke, an der Stelle können wir uns vielleicht sogar als heutige Menschen manchmal mehr mit der Esther identifizieren als mit dem Daniel. Weil manches von dem, was hier steht, haben wir auch selbst schon erlebt.

[23:07] Esther geht zum König und er gewinnt sie lieb. In Vers 17 heißt es dann: „Und der König gewann Esther lieber als alle anderen Frauen, und sie fand Gnade und Gunst vor ihm mehr als alle Jungfrauen. Und er setzte die königliche Krone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an Vaschtis Stelle.“ Übrigens, der Zeitpunkt ist sehr interessant. Es heißt nämlich in Vers 16: „dass sie in das königliche Haus geholt worden ist, im zehnten Monat, das ist der Monat Tebet, im siebten Jahr seiner Regierung.“ Das war nach heutiger Zeitrechnung Anfang 479 vor Christus. Und das waren nur wenige Monate, nachdem Xerxes I. gerade eine vernichtende Niederlage auf seinem berühmten Griechenland-Feldzug erlitten hatte. Er war ja in den Perserkriegen, das hat man in der Schule gehabt, vielleicht in der sechsten Klasse im Geschichtsunterricht, die Perserkriege, als die Perser Griechenland angriffen, Athen verwüstet haben und dann in der Seeschlacht von Salamis alles verloren hatten. Xerxes ist dann nach Hause zurückgeeilt, hat seine Armee noch dort gelassen, die dann ein Jahr später nochmal vernichtet worden ist, geschlagen worden ist. Und diese Tragödie, die in die Weltgeschichte eingegangen ist und die so ein bisschen auch die Geburtsstunde ist der griechischen Geschichte, der moderneren, der klassischen Geschichte vielmehr. Er war gerade zurückgekommen und wahrscheinlich hat er diesen militärischen Verlust noch gar nicht so wirklich verdaut gehabt. Aber da wird sie Königin. Ganz interessante Verbindung hier mit der Weltgeschichte.

[24:43] Und eins ist sicher: Gott hat auch hier seine Finger im Spiel gehabt. Es war Gottes Vorsehung. Lasst uns keinen Fehler machen, es war Gottes Vorsehung, die Esther an diesen Ort, an diese Stelle zu bringen. Gott wollte sie gebrauchen. Aber wie schon vorher bei Vaschti gelernt und in Kapitel 1, die Tatsache, dass Gott sie gebrauchen konnte, heißt nicht, dass der Weg, wie sie dorthin kam, ein korrekter, moralisch richtiger Weg war. Und das sollte uns etwas sagen. Selbst wenn wir heute unseren Glauben bisher eher verleugnet haben, eher mit der Welt mitgeschwommen sind, eher es nicht so ernst genommen haben, kann uns trotzdem Gott noch gebrauchen. Die Geschichte wird jetzt sehr dramatisch, denn es zeigt, wie das so kommt.

[25:27] Interessant ist in Vers 20: „Esther aber hatte weder ihre Herkunft noch ihr Volk angegeben, wie ihr Mordechai geboten hatte. Denn Esther handelte nach der Weisung Mordechais, wie zu der Zeit, als sie noch von ihm erzogen wurde.“ Also als sie von ihm erzogen wurde, da war er, als ihr Adoptivvater, ihre Autorität. Aber als sie erwachsen war, hatte sie sich immer noch nicht von der Autorität dieses Mordechais gelöst. Interessant. Vielleicht können wir der Esther nicht so viel Schuld geben, dass sie immer noch in Susa gewesen ist. Wir können dem Mordechai die Schuld geben vielleicht. Wir sehen, wie eine Generation von der nächsten abhängig ist und in all diesen Schlamassel hineinkommt. Denn es war Schlamassel für das Volk Israel, wie wir jetzt sehen werden.

[26:13] In Kapitel 3 sehen wir jetzt, was nötig ist, um diese Laodizea-Juden in Persien aufzuwecken. In Kapitel 3 sehen wir die Geschichte, wie der Haman, einer der großen Würdenträger Persiens, es sich gefallen lässt, dass alle vom Niederfallen. Vers 2 heißt es: „Und alle Knechte des Königs, die im Tor des Königs waren, beugten die Knie und fielen vor Haman nieder, denn der König hatte es so geboten.“ Aber Mordechai beugte die Knie nicht und fiel nicht nieder. Es gab eine Grenze, die selbst dem etwas laschen, lauen Laodizea-Mordechai zu weit ging. Er hatte keine Lust, all seinen Hof und Gut aufzugeben, um nach Jerusalem zu gehen und dort unter Entbehrung das Werk Gottes voranzubringen. Aber einen Menschen anbeten, das ging zu weit. Seine, Anführungsstrichen, adventistische Grunderziehung, Anführungsstrichen, die war jetzt doch angeknackst. Das geht nicht.

[27:25] Und in dieser Krise wird deutlich, dass Gott ihn gebrauchen kann. Das fiel und es geschah, als sie täglich zu ihm sagten, und er ihnen nicht gehorchte, sagte es Haman, um zu sehen, ob man Mordechais Begründung gelten lassen würde, denn er hatte ihnen gesagt, dass er ein Jude sei. Jetzt kommt er heraus und sagt: Das ist meine Identität und ich kann das nicht tun. Die Umstände führen dazu, dass Mordechai öffentlich seinen Glauben bekennen muss, fast so ein bisschen wie mit dem Jona, den wir vor zwei Wochen angeschaut haben, wo auch die äußeren Umstände ihn gezwungen haben, den Glauben zu bekennen. Und seid ganz sicher, auch wenn wir jetzt davor weglaufen, jetzt vor der Mission davonrennen, Gott wird Situationen bringen, wo, wenn wir tief in unserem Herzen wirklich doch überzeugt sind, dass Gott die Wahrheit sagt, wir unseren Glauben bekennen müssen, weil wir unter Druck geraten.

[28:22] Und Haman macht einen Plan. Haman fällt den Plan, einen Todesbefehl zu erlassen, das Volk Israel, das Volk der Juden auszurotten. Interessanterweise wirft er ein Los, um festzustellen, wann der beste Zeitpunkt wäre. Und die Bibel sagt uns in Vers 7: „Im ersten Monat, das ist der Monat Nisan, im 12. Jahr der Regierung des Königs Ahasveros.“ Das ist ungefähr 473 vor Christus. Das sind jetzt ungefähr sechs Jahre, seit Esther Königin geworden ist. Sechs Jahre lang hat niemand gemerkt, dass sie Jüdin ist. „Im ersten Monat, das ist der Monat Nisan, im 12. Jahr der Regierung des Königs Ahasveros, wurde das Pur, das Los, das ist das Los, von Haman geworfen über die Tage und Monate, und es fiel, Achtung, das ist so eine interessante Geschichte hier, es fiel auf den 12. Monat.“ Es war im ersten Monat, es hätte auf den zweiten, dritten, vierten, fünften fallen können, aber als das Los fällt, fällt es auf den letztmöglichen Monat. Mit anderen Worten, dieses Los hätte nicht mehr Zeit geben können, als es gab. Gott hat wieder seine Hand im Spiel. Der Todesbefehl ist auf einen Tag festgelegt, der so weit wie möglich entfernt ist. Interessant, nicht wahr?

[29:36] Und dieser Todesbefehl wird durchgesetzt, und das finde ich interessant, durch Bestechung. Das heißt, Vers 9: „Wenn es dem König gefällt, so lasse ein Schreiber lassen, dass man sie umbringen soll, dann will ich 10.000 Talente Silber abwägen in die Hände der Schatzmeister, damit man es in die Schatzkammern des Königs bringe.“ Der König unterschreibt einen Todesbefehl gegen Gottes Volk, weil er das Geld haben möchte. Offenbarung 13, lasst eure Finger an Esther. Offenbarung 13, und dort Vers 15 sagt uns: „Und es wurde ihm gegeben, dem Bild des Tieres einen Geist zu verleihen, sodass das Bild des Tieres sogar redete und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten.“ Wir wissen, dass hier in Offenbarung 13, im zweiten Teil, die Vereinigten Staaten von Amerika die Federführung übernehmen, um Gesetze zu erlassen, das Volk Gottes endgültig auszurotten. Es wird einen Todesbefehl geben, es wird ein Datum geben sogar. Und die Frage ist: Wie kommt es dazu? Könnte es sein, dass uns die Geschichte Esther den Blueprint liefert, zu sagen, dieses Gesetz wird unterzeichnet, weil der Staat Geld braucht. Und diejenigen, die das Gesetz haben wollen, so reich sind, dass sie dieses Geld liefern können. Vielleicht mal eine andere Perspektive auf gegenwärtige Schuldenkrisen und den Reichtum des Vatikans.

[31:11] Und dann heißt es in Vers 13: „Und die Briefe wurden durch die Boten und alle Provinzen des Königs gesandt, dass man alle Juden vertilgen, erschlagen und umbringen sollte, junge und alte, Kinder und Frauen, an einem Tag, nämlich am 13. des 12. Monats, das ist der Monat Adar, und dass man zugleich ihren Besitz rauben dürfe.“ Jetzt war die Krise da, jetzt war die Quote an Quote, die in Anführungsstrichen oben, die Endzeit da. Und als die Endzeiterereignisse sozusagen hereinbrechen über Esther, über Mordechai, wachen sie auf. Könnte es sein, dass das Buch Daniel beschreibt, wie treue, gottesfürchtige Menschen von Anfang bis Ende durch die Zeit hindurchgehen und wie das Buch Esther uns beschreibt, wie selbst Laodizea-Christen, die größtenteils mehr in der Welt gelebt haben, als Gott treu gewesen sind, in der letzten Zeit noch herausgerissen werden, wie ein Brandstein aus dem Feuer. Die aufwachen, als es fast zu spät ist.

[32:11] Und Esther wäre beinahe gar nicht aufgewacht. Denn Kapitel 4 macht deutlich, dass sie nicht sofort bereit war, für sich ihr Volk einzusetzen. Der Mordechai versucht sie zu ermutigen. Ihr könnt die Verse nachlesen, Vers 1 bis 9. Und er versucht sie zu überreden durch Worte. Tritt ein, du bist diejenige, die uns jetzt helfen kann. Sei mutig, tritt für deinen Glauben ein, den du jahrelang, so würde ich jetzt die Klammer setzen, auf meinen Rat hin, nicht ausgeübt hast. Ich habe dir jahrelang gesagt, sage niemand, dass du Jüdin bist, lebe nicht so. Aber jetzt, jetzt geht es um das Leben. Jetzt musst du Farbe bekennen.

[32:51] Interessant ist, was die Esther sagt, Vers 11: „Alle Knechte des Königs und die Leute in den königlichen Provinzen wissen, dass wer irgend in den inneren Hof zum König hineingeht, es sei Mann oder Frau, ohne gerufen zu sein, nach dem gleichen Gesetz sterben muss, es sei denn, dass ihm der König das goldene Zepter entgegen streckt, damit er am Leben bleibe. Ich bin nun seit 30 Tagen nicht gerufen worden, dass ich zum König hineingehen soll.“ Mit anderen Worten, sie sagt: Ich würde gern, darf aber nicht, das Gesetz ist dagegen. Und wenn ihr ein bisschen Endzeit im Hinterkopf habt, dann wisst ihr, es kommt die Zeit, da wird es verboten sein, Missionen zu machen. Das Gesetz ist dagegen. Dieses Gesetz ist übrigens erlassen worden von Darius dem Großen, ein persischer König, der eigentlich den Juden sehr wohl gesonnen war, ein sehr guter König, aber der damals schon diesen Prunk entfaltet hatte am persischen Hof, sodass alle sich voll niederwerfen mussten und wer ungebeten kam, musste damit rechnen, sein Leben zu lassen. Xerxes I. hat das übernommen und an dieser Stelle wird es jetzt zu einer richtig dramatischen Sache.

[33:54] Aber dann sagt Mordechai Folgendes, Vers 13 und 14: „Da ließ Mordechai ihr antworten: Denke nicht in deinem Herzen, dass du vor allen Juden entkommen würdest, weil du im Haus des Königs bist. Es gibt keinen Ort, wo du dich verstecken kannst.“ Vers 14: „Denn wenn du jetzt schweigst, so wird von einer anderen Seite her Befreiung und Rettung für die Juden kommen.“ Gott ist nicht von Esther abhängig. Gott ist von niemandem abhängig. Gott kann retten durch wen oder durch was auch immer er will. Aber es kommt die Zeit, es heißt hier weiter: „Du aber und das Haus deines Vaters werden untergehen.“ Es kommt die Zeit, da ist Schweigen Untergang. Vielleicht können wir es uns jetzt leisten, zu schweigen, in Anführungsstrichen. Vielleicht passiert uns jetzt nicht viel, wenn wir einfach unseren Glauben nicht bekennen. Es kommt aber die Zeit, da geht es um Leben und Tod. Ja, da wird es um ewiges Leben und ewigen Tod gehen, ob wir zu Gott stehen oder nicht. Wenn die weltpolitischen Ereignisse nach Offenbarung 13 sich so zuspitzen, dass man entweder zu Gott steht oder gegen sein Gesetz handelt, dann werden diese Worte neue Kraft entfalten.

[35:01] „Wenn du jetzt schweigst, wirst du und das Haus deines Vaters untergehen.“ Es kommt der Zeitpunkt, da kann man nicht länger warten. Es kommt der Zeitpunkt, da muss man sich entscheiden. Und dann sagt Mordechai diese berühmten Worte: „Und wer weiß, ob du nicht gerade wegen einer Zeit wie dieser zum Königtum gekommen bist.“ Könnte es sein, dass Gott trotz all dieser Lauheit, diesem nicht zu ihm einstehen, nicht mit Gottes Wort, mit Gottes Volk mitgehen, trotz all diesem vielleicht eher Karrieredenken, dass Gott all das jetzt trotzdem benutzen kann, wenn du dich jetzt bekehrst, wenn du dich jetzt entscheidest, wenn du jetzt treu zu ihm stehst.

[35:34] Lieber Freund, liebe Freundin, manchmal denken wir, Gott kann nur die Bibeltreuen gebrauchen. Aber das Buch Esther lehrt uns, dass Gott Laodizea-Christen, die im letzten Moment noch von der Schippe springen, für großartige Aufgaben gebrauchen kann. Lasst uns nicht zu voreilig sein, jemanden abzustempeln mit dem Wort: Naja, der steht ja gar nicht zu unseren 28 Glaubenspunkten nach, der ist ja gar nicht so treu, wie er treu sein sollte, und das liberal Abgefallenes und jenes. Gott, kann er nicht gebrauchen. Wer weiß, wer am Ende der Held sein wird. Denn wir kennen die Geschichte, wir wissen, Esther hat eine großartige Sache getan. Das entschuldigt aber nicht das Verhalten und das Leben vorher. Aber Gott ist gnädig. Und worauf es ankommt ist, dass wir, wenn Gott uns ruft, wir endgültig die Entscheidung für ihn fällen.

[36:36] Und dann kommen diese berühmten Worte ab Vers 15: „Da ließ Esther dem Mordechai antworten, Vers 16: So geh hin, versammle alle Juden, die in Susa anwesend sind, und fastet für mich drei Tage lang bei Tag und Nacht. Esst und trinkt nicht, auch will ich mit meinen Mägden so fasten. Und dann will ich zum König hineingehen, obgleich es nicht nach dem Gesetz ist. Ich werde Zeugnis geben, selbst wenn es gegen das Gesetz ist.“ Und dann sagt sie die berühmten Worte: „Komme ich um, so komme ich um.“

[37:02] Innerhalb von wenigen Momenten ist es eine Frau, die bis dahin zu ihrem Glauben nicht gestanden hat, eine Frau geworden, die den Glauben hat, der vergleichbar ist mit dem Glauben der drei Freunde von Daniel. „Wenn wir umkommen, kommen wir um.“ Gott kann Großes in schneller Zeit bewirken. Ellen White sagt uns an einer Stelle, dass wenn wir das nicht tun, was wir tun sollten, jetzt in friedlichen Zeiten, werden wir es in größten Qualen, in großen Schwierigkeiten zumindest, sehr schnell lernen müssen. Hier mein perfektes Beispiel dafür. Esther hat es unter enormem Druck sehr schnell lernen müssen und sie hat es gelernt. Und das ist die Hoffnung. Die Hoffnung für Laodizea.

[37:49] Und dann kommt die Geschichte, wir können die Details anschauen alle in Kapitel 5 und 6 und 7, wie der Haman entlarvt worden ist. Und auch hier fällt auf, ähnlich wie bei Daniel, wie taktvoll und wie überlegt die Esther vorgeht. Sie geht nicht einfach zum König und sagt: Der Haman ist der Böse, sondern sie geht Schritt für Schritt vor. Erst das erste Mal und dann das zweite Gastmahl. Und selbst als dann der Haman entlarvt ist und getötet wird, muss sie sich ein weiteres Mal einsetzen, auch für ihr Volk. In Kapitel 8, Vers 3. „Esther aber redete weiter von dem König und fiel ihm zu Füßen, weinte und flehte ihn an, dass er die Bosheit Hamans, des Agagiters, abwenden möchte, nämlich seinen Anschlag, den er gegen die Juden erdacht hatte.“ Jetzt sehen wir Esther als die wirkliche Heldin, die sich mit all dem, was sie hat, einsetzt für ihr Volk. Und bewirkt, dass, obwohl der Todesbefehl ja nicht aufgehoben werden kann, weil er ja ein unfehlbares Gesetz der Meder und Perser ist, dass eine Gegenbotschaft genauso weltweit verkündigt worden ist, wird.

[38:58] Es heißt in Vers 9: „Da wurden die Schreiber des Königs zu jener Zeit berufen und jetzt Achtung, im dritten Monat, das ist der Monat Sivan, am 23. Tag desselben.“ Wann war nochmal der anvisierte Todestag? Am 13. Adar, also am 12. Monat. Also fast neun Monate vorher war bereits die Rettung greifbar. Gott hat sehr schnell gehandelt, sodass noch ausreichend Zeit blieb, diese Botschaft wirklich nicht nur in Susa zu verkündigen, sondern bis nach Äthiopien, bis nach Indien. Das dauert ein bisschen, bis man da angekommt. Neun Monate Zeit dürften locker ausgereicht haben, wirklich bis an die letzten Enden des Reiches zu kommen. Es hätte nichts genützt, wenn dieser Sieg über Haman erst zwei Tage vor dem Todestag gewonnen worden wäre. Dann hätten vielleicht in den fernen Provinzen die Juden nichts mehr davon gehabt. Aber Gott ist gut, Gott hat ein unglaubliches Timing. Und so wird jetzt hier in diesem 23. Dritten diese Schrift verfasst.

[40:09] „Es wurde geschrieben, ganz wie Mordechai gebot, an die Juden und an die Satrapen und die Stadthalter und die Fürsten der Provinzen, von Indien bis Äthiopien, nämlich 127 Provinzen, jede Provinz in ihrer Schrift und jedem Volk in ihrer Sprache, auch an die Juden in ihrer Schrift und in ihrer Sprache, eine Botschaft an jede Sprache, jedes Volk, jede Nation, jeder Volksstamm.“ Eine gute Botschaft, eine Rettungsbotschaft, ein Evangelium. Ich finde das interessant. Ich will das nicht übertreiben mit der Typologie, aber könnte es sein, dass ja die Offenbarung uns deutlich zeigt, dass es Regierungen sein werden, die durch Gesetze des Malzeichens des Tieres die Sonntagsheiligung durchsetzen werden, die durch per Gesetz erzwungene Sonntagsheiligung durchsetzen werden. Aber wenn wir diese Geschichte lesen, könnte man fast den Eindruck gewinnen, dass es auch zu jener Zeit Gelegenheiten geben wird, durch höchste Stellen die Dreifaltigkeitsbotschaft, die Rettungsbotschaft an alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen quasi als Gegenbotschaft zu predigen. Mal sehen. Bin schon gespannt, wie das vonstatten gehen wird.

[41:19] Und eins ist sicher, diese Rettungsbotschaft hat riesigen missionarischen Erfolg. Vers 16 und 17: „Für die Juden aber war Licht und Freude, Frohlocken und Ehre gekommen.“ „Mache dich auf. Werde nicht.“ Vers 17: „Und in allen Provinzen und in allen Städten, wohin das Wort und Gebot des Königs gelangte, da war Freude und Frohlocken unter den Juden, Gastmahl und Festtag, sodass viele von der Bevölkerung des Landes Juden wurden, denn die Furcht vor den Juden war auf sie gefallen.“ Bekehrung überall im ganzen Persischen Reich aufgrund dieser Rettungsbotschaft an alle Nationen, Völker und Sprachen, die höchst politisch, von höchster Stelle zumindest sozusagen, an alle Nationen verkündigt worden ist.

[42:05] Der Todesbefehl ist nicht aufgehoben worden. Ja, der blieb noch bestehen. In dem Fall natürlich, weil das unaufhebbar war, das Gesetz der Meder und Perser. Wir sehen also, wie zwei Befehle nebeneinander liefen. Der Befehl, die Juden umzubringen und der Befehl, dass man diejenigen, die die Juden umbringen wollen, bekämpfen darf. Die Todesbotschaft und die Rettungsbotschaft nebeneinander.

[42:25] Und dann kommt in Kapitel 9 der berühmte Tag. Und die Geschichte ist eindeutig, die Juden erringen den Sieg. Zum Teil mit hohem militärischem Einsatz. In Vers 16 heißt es: „Und die übrigen Juden, die in den Provinzen des Königs versammelt waren, versammelten sich und standen für ihr Leben ein und verschafften sich Ruhe vor ihren Feinden. Und sie erschlugen von ihren Feinden 75.000. Aber in ihre Güter legten sie die Hand nicht.“ Und die Geschichte endet damit, dass die Juden gewaltiges Ansehen haben im Volk, dass die Stadthalter sich alle nach Mordechai richten, der höchste Ehren bekommt, der fast in königlichen Gewändern einhergeht. Und es heißt dann ganz am Ende in Kapitel 10, Vers 2: „Aber alle Gewalt, alle Werke seiner, also Ahasveros, Xerxes, Gewalt und seiner Macht und die Beschreibung der Größe Mordechais, zu der ihn der König erhob, ist das nicht aufgezeichnet in der Chronik der Könige von Medien und Persien.“

[43:26] Und hier kommt, man möchte eigentlich vorher Schluss machen, dieses Happy End genießen, aber die Bibel ist so ein realistisches Buch, so ein Buch aus dem Leben. Es kommt dieser Wermutstropfen. Hier haben wir eine Situation, wo im gesamten persischen Reich die Juden höchstes Ansehen gewinnen. Alle ihre Feinde entweder aus Angst keinen Mucks mehr tun oder schon tot sind. Wo der König einen Juden zum obersten Provinzhalter hier, zu einem obersten Beamten gemacht hat. Aber keinem von ihnen fällt es ein, die Stadt Jerusalem wieder aufzubauen. Keinem von ihnen fällt es ein, nach Jerusalem zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt ist Jerusalem immer noch größtenteils eine Ruine. Der Tempel steht schon. Und ja, sie haben alle Privilegien der Welt, aber keiner nutzt sie. Und dann stirbt der König. Und die Tür der Gelegenheit ist zu. Und dann braucht es einen anderen treuen Gottesmann, den Esra, der erst 15 Jahre später unter einem nächsten König, unter Artaxerxes I. 457 vor Christus, den Befehl bekommt und erhält, jetzt nach Jerusalem zu gehen, um die Stadt aufzubauen. Darauf hatte Gott auch gewartet, dass endlich die Stadt aufgebaut wird. Also Gott hat darauf gewartet. Aber das war ja der Anfangspunkt für Daniel 9, für die Messias-Prophezeiung. Stellen wir uns vor, dieser Befehl hätte früher gegeben werden können, wäre der Messias früher gekommen. In einer gewissen Art und Weise und damit abhängig von der Ankunft des Messias. Interessant, darüber nachzudenken.

[45:15] Erst 15 Jahre später kommt einer auf die Idee, diesen Befehl vom König zu erbitten. Mordechai ist nicht draufgekommen, Esther nicht. Und so lässt uns das wieder mit einem gewissen Nachgeschmack, zumindest mit einer Lektion.

[45:36] Und die Lektion ist die, dass wir auch im Werk Gottes immer wieder Fehler machen. Wir können große Hoffnungen aus dem Buch Esther schöpfen. Nämlich, wenn wir an die Endzeit denken, dürfen wir wissen, dass selbst wenn jetzt Menschen der Gemeinde eher sich der Welt zuneigen, ja, sie spielen mit ihrer Seele, sie spielen mit dem ewigen Leben, aber es wird Menschen geben, die jetzt eigentlich mehr außerhalb der Gemeinde sind, als innerhalb der Gemeinde, die vielleicht viele Dinge nicht mehr so ernst nehmen, die dann in der Krisenzeit plötzlich realisieren, sie werden einen Schritt tun, sie werden sich auf Gottes Seite stellen mit allem, was sie sind und haben und werden dann vielleicht sogar einige der wichtigsten Dinge tun für das Werk Gottes. Wir sollten also nicht zu voreilig urteilen, nicht zu voreilig Menschen abstempeln. Gott kann aus einer Esther eine Heldin machen. Aber wir sollten auch lernen, dass wir die Gelegenheit, die wir haben, weitläufig nutzen, dass wir darüber nachdenken, wie wir die kostbaren Gelegenheiten, die wir jetzt haben, auch wirklich bis zu Ende durchziehen, damit Gottes Prophetie sich so schnell erfüllen kann, wie nur möglich.

[46:46] Nächste Woche wollen wir mehr studieren über Missionare in der Bibel und ich lade euch ein, da wieder einzuschalten und ich lade euch auch ein, dieses Thema Esther noch ein bisschen zu studieren. Vielleicht habt ihr manches zum ersten Mal gehört, manches euch unklar, vielleicht könnt ihr mit manchem nicht übereinstimmen. Studiert selbst das Buch, lest dazu, was Ellen White dazu geschrieben hat, ganz interessant. Wir wünschen euch Gottes Segen bei diesem Studium und vor allem bei dem Anwenden dieser Prinzipien in unserem Leben. Gott sei mit euch. Amen.


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