In dieser Jugend-Vortragsreihe „No Limit“ spricht Rabea Kramp über das Thema „Helden, die im Dunkeln leben“. Sie beleuchtet, welche Eigenschaften einen Helden ausmachen und wie man für Gott ein Held sein kann. Anhand biblischer Beispiele, insbesondere aus der Offenbarung, wird die Geschichte der wahren und falschen Kirche sowie die Verfolgung von Christen über Jahrhunderte hinweg dargestellt. Der Vortrag ermutigt dazu, trotz widriger Umstände und Kompromissversuchen an der Wahrheit festzuhalten und sich von Gott zu einem Helden machen zu lassen.
No Limit – 13. No compromise: Von Helden, die im Dunkeln lebten
Rabea Kramp · No Limit (Jugend-Vortragsreihe) ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Grundlehren der Bibel, Prophetie, TheologieWeitere Aufnahmen
Serie: No Limit (Jugend-Vortragsreihe)
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Transkript
[0:00] Einen wunderschönen guten Abend auch von meiner Seite. Mein Gesicht kennt ihr schon, ich stand schon mal hier vorne letzte Woche und eigentlich vertrete ich meinen Mann, der eigentlich diese Predigt halten sollte. Aber wie das oft so mit den Frauen ist, schon die Bibel sagt, Gott hat gesagt, ich mache dir eine Hilfe, die ständig um dich sei. Aber wenn der Mann nicht da ist, dann kann man noch mehr rennen, als sowieso schon.
[0:43] Wir werden heute ein sehr interessantes Thema studieren, wieder eines meiner Lieblingsthemen, muss ich ganz ehrlich gestehen. Und wir haben dem Thema den Titel gegeben: Helden, die im Dunkeln leben. Und wenn wir uns so Gedanken machen über Helden und was Helden eigentlich sind, kommen uns verschiedene Ideen in den Kopf. Wir kennen vielleicht große Männer oder Frauen der Geschichte oder der Cartoon-Serien, die sogenannten Helden erklärt wurden und für ganze Generationen von Kindern zu Helden gemacht wurden und ja, angeblich unsterblich und unbesiegbar sind.
[1:38] Und die Frage, die wir uns heute Abend stellen wollen, ist: Welche Charaktereigenschaft muss man haben, um ein Held zu werden? Wie muss man sein, dass jemand über einen sagt: Du bist ein Held? Aber die noch viel wichtigere Frage ist: Welche Charaktereigenschaft braucht jemand, damit er für Gott ein Held ist? Und kann man das Heldensein trainieren, oder ist es mir angeboren? Werde ich über Nacht zum Helden, oder muss ich viel dafür tun? Diese Fragen wollen wir heute Abend untersuchen und in die Bibel schauen.
[2:16] Denn auch die Bibel kennt Helden. Die Bibel spricht über die Helden Davids, dass es dort Männer gab, die besonders tapfer waren, die ganz besonders viel riskiert und gewagt haben für Gott. Und Gott kennt Helden. Wenn wir in unsere Geschichte schauen und als Christen sollten wir immer interessiert sein an Geschichte, dann können wir von Menschen lernen, welche Fehler sie gemacht haben, oder von Menschen lernen, die wir als Vorbilder nehmen könnten.
[2:53] Und es gibt ein sehr interessantes Zitat, was ich gefunden habe von Indira Gandhi, die einmal sagte: "Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den unaufmerksamsten Schülern." Ist das so, dass wir aus der Geschichte lernen können, aber dass wir nicht drauf achten oder es nicht für so wichtig halten, es nicht so hoch halten? Wenn wir in unserer Geschichte der Menschheit schauen, dann können wir noch ganz gut sagen, was unsere Eltern oder Großeltern getan haben. Aber wenn die Geschichte nicht aufgezeichnet wurde, dann können wir nicht sagen, wie unser Stammbaum in den letzten 500 Jahren ausgesehen hat.
[3:42] Und zum Glück haben irgendwann Menschen angefangen, die Geschichte aufzuzeichnen, damit wir davon lernen können. Und jemand, der das sehr akribisch getan hat, war Gott. Gott hat die Geschichte für uns festgehalten in dem Buch der Bibel. Die Bibel ist eigentlich ein Geschichtsbuch. Sie steckt voller Geschichten von Anfang bis zum Ende, vom Anfang der Menschheit bis zum Anfang der jungen Christenheit. Und sie steckt voller Menschenschicksalen, die gescheitert sind oder die durch schwere Zeiten gegangen sind, Menschen, die Großes erlebt haben mit Gott, die Gott an die erste Stelle gesetzt haben.
[4:31] Und manchmal sehen wir solche Helden, die im Dunkeln lebten. Wir wollen in die Offenbarung schauen, denn in der Offenbarung finden wir einige solcher Texte über Helden und ja, Texte, die mit heldenhaften Dingen zu tun haben. Und dort finden wir eine Frau beschrieben. Dort heißt es: "Und ein großes Zeichen erschien am Himmel: eine Frau mit der Sonne bekleidet und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt."
[5:09] Jetzt die Frage ist: Wer ist diese Frau? Wir wollen sie identifizieren. Jesaja hilft uns ein bisschen. Er sagt: "die schöne und verzierte, die Tochter Zion." Das ist ein schönes Wort, die verzierte. Ich habe versucht, noch eine moderne Übersetzung zu finden, aber ich habe verschiedene Bibelübersetzungen geprüft und viele sagen: "die verzierte." Und da habe ich gedacht: Okay, dann werde ich das übernehmen. Die verzierte Tochter Zion ist diese Frau. Und Jesaja ergänzt und zeigt uns, wer Zion ist, nämlich sagt: "Du bist mein Volk, Zion, du bist mein Volk."
[5:50] Also halten wir noch mal fest und wiederholen: Diese Frau, die uns gezeigt wird in der Offenbarung, die diese Sonne hat, den Mond unter ihren Füßen und auf dem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen, die schwanger ist in Wehen und in Schmerzen der Geburt, das ist Gottes Volk. Der Apostel Paulus schrieb im ersten Korinther: "Denn ich eifere, ich eifere um euch mit göttlichem Eifer, denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine reine Jungfrau Christus zuzuführen."
[6:31] Jetzt, wenn wir das Bild noch mal nehmen von dieser reinen Frau, dann haben wir da gesehen, sie hat so ein schönes weißes Kleid an, sie ist ganz rein. Und eben diese reine Jungfrau beschreibt der Paulus, dass er sie verlobt hat, mit wem? Mit Christus. Also das Volk Gottes ist verlobt mit Jesus Christus.
[7:01] Im Kontrast dazu finden wir auch in der Offenbarung ein paar Kapitel weiter eine ganz andere Frau beschrieben. Und über die heißt es folgendermaßen: "Und er brachte mich im Geist in eine Wüste, und ich sah ein Weib auf einem scharlachroten Tier sitzen, das voll Namen der Lästerung war, und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte. Und das Weib war mit Purpur und Scharlach bekleidet und übergoldet mit Gold und Edelsteinen und Perlen, und sie hatte einen großen goldenen Becher in ihrer Hand, voll Gräuel und der Unreinigkeit ihrer Unzucht. Und an ihrer Stirne ein Name geschrieben: Ein Geheimnis, Babylon die Große, die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde."
[7:53] Wenn wir das noch mal ein bisschen zusammenfassen, dann sehen wir hier eine ganz, ganz andere Frau. Wir sehen eine Frau mit Perlen und Gold, die auf diesem Tier sitzt, die Farben Purpur und Scharlachrot. Und bei der reinen Frau haben wir gerade gelesen, sie ist das Volk Gottes. Sie stellt das Volk Gottes dar. Es ist das Symbol für die Gemeinde Gottes. Wenn wir jetzt den Gegenpart sehen, auch in der Offenbarung, was können wir davon ableiten? Eine reine Frau ist das Volk Gottes. Was wird dann diese unreine Frau sein? Ein abgefallenes Volk oder eine abgefallene Kirche?
[8:46] Jakobus beschreibt in seinem Brief Menschen, die Gottes Lehre verachten und sich so der Welt anschließen. Und er beschreibt sozusagen diese Frau etwas näher: "Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer immer der Welt Freund sein will, macht sich zum Feind Gottes."
[9:13] Diese Frau ist eine Frau, die sich der Welt angeschlossen hat. In anderen Worten: eine Kirche, die sich der Welt angeschlossen hat, in ihrer Art, in ihrem äußeren, in ihrem Stil, Lebensstil, in allen Dingen. Und diese Frau, die wir vorher hatten, diese reine Frau, die verzierte Tochter Zion, ist eine Frau, die sich rein bewahrt hat, die sich nicht der Welt angepasst hat.
[9:51] Die reine Frau repräsentiert die wahre Kirche. Die Hure repräsentiert die falsche Kirche. Wir behalten das im Hinterkopf und wollen noch mal auf diese reine Frau zurückkommen. Über sie heißt es ja, dass sie schwanger war und sie schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt. Und wir haben diese... Und im gleichen Vers heißt es: "Und der Drache stand vor dem Weibe, das gebären sollte, auf dass sie geboren hätte, auch wenn sie geboren hätte, ihr Kind verschlinge."
[10:36] Jetzt versuchen wir uns das mal vorzustellen: Eine Frau, die in Wehen liegt, die versucht zu gebären, und vor ihr ein Drache, der versucht, sobald das Kind da ist, es zu verschlingen. In Vers sieben, ein paar Verse heißt es weiter: "Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpfen mit dem Drachen. Und auch der Drache und seine Engel kämpfen." Wer kann sich an diesen Text erinnern, dass wir ihn schon mal die Woche hatten? Aber nicht so viele, oder? Meldet ihr euch nicht? Wir hatten diesen Text nicht nur einmal, daran kann ich mich erinnern.
[11:14] Weiter heißt es: "Aber sie siegten nicht, und es wurde für sie kein Platz mehr gefunden im Himmel. So wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange genannt, der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt. Geworfen wurde auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen." Der Drache steht für... Der Drache steht für Satan, den Teufel.
[11:38] So, was bedeutet es jetzt, wenn dieser Drache, dieser Satan, vor dieser gebärenden Frau steht? Ist ja irgendwie ein skurriles Bild, was die Bibel uns dort gibt. Dort heißt es in Offenbarung 12 über diese reine Frau: "Und sie gebar einen Sohn, einen männlichen, der alle Heiden mit eisernem Stab weiden sollte. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron."
[12:07] Das heißt, wer ist dieses Kind, das die Frau gebiert? Es kann nur ein Kind sein. Es ist der Sohn Gottes, Jesus Christus. Und der Satan steht vor dieser Frau, vor der Gemeinde Gottes, und kann nicht abwarten, dieses Kind ja zu zerstören.
[12:31] In Offenbarung 19 heißt es: "Und aus seinem Munde geht ein scharfes Schwert, dass er die Heiden damit schlage, und er wird sie mit eisernem Stab weiden." Hier spricht es von Jesus, dass er die Erfüllung ist dieser Prophezeiung, die wir hier in Offenbarung gelesen haben, dass er die Heiden mit eisernem Stab weiden wird. Und Paulus schreibt in Epheser: "Als er ihn aus den Toten auferweckte, nämlich Jesus, und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen Regionen."
[13:12] Diese zwei Indizien zeigen uns, dass hier der Sohn Gottes gemeint ist, dass er derjenige ist, den die Frau gebiert und den der Drache verschlingen will. Sobald Jesus geboren war, das wissen wir, war das römische System, das heidnische Rom, dazu ja eingesetzt und dazu da, dass es dieses kleine Kind verschlingen sollte. Und Herodes, der römische Machthaber, er ließ einen Befehl, nämlich alle Kinder unter zwei Jahren umbringen zu lassen.
[13:45] Aber Gott sandte einen Engel zu Maria und Josef und warnte sie über diese Sache. Und Maria und Josef flohen aus Ägypten, und so konnte das kleine Kind überleben und der Drache musste leer ausgehen. Der Teufel versuchte aber Jesus weiter. Er suchte ihn auf in der Wüste, gerade zu Beginn von Jesu Dienst, den er im 27. Jahr nach Christus begann. Er suchte Jesus in der Wüste auf und versuchte ihn mit gleich drei Versuchungen, um den Plan Gottes, den Erlösungsplan, von dem wir letzte Woche gehört haben, zu durchkreuzen.
[14:29] Als Jesus am Kreuz hing, dachte Satan: Jetzt habe ich ihn, jetzt ist er mein, und jetzt kann ich mit ihm machen, was ich will. Aber Jesus ließ sich nicht hinreißen, einen Fehler zu machen. Jesus ging über diese Erde, ohne zu sündigen, ohne einer Versuchung zu verfallen, die Satan an ihn herangetragen hat. Und Jesus ist gestorben und wieder auferstanden. Und dieses leere Grab offenbarte Satans endgültige Niederlage. Er hatte verloren. Jesus stand auf und, wie wir bereits gelesen haben, er gelangte zum Thron Gottes, so wie es die Offenbarung beschreibt.
[15:19] Und weil Satan daran scheiterte, den Sohn Gottes zu zerstören, richtete sich nun sein ganzer Zorn gegen wen? Was meint ihr? Gegen sein Volk. Jesus war nun von Satans Händen entglitten. Er konnte ihm nichts mehr anhaben. Aber dort gab es Menschen auf dieser Erde, die Jesus folgen wollten, bei denen er noch eine Chance hatte, und die versuchte er nun zu verfolgen und ja, in seine Hände zu bekommen.
[15:58] Es heißt in Offenbarung 12:13: "Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, welche den Knaben geboren hatte." Das ganze sah so aus.
[16:15] Jesus war im Himmel, und somit waren die Jünger die erste Zielscheibe Satans. Wer weiß von euch, wie viele Jünger keines normalen Todes gestorben sind? Weiß das jemand? Welche Jünger sind keines normalen Todes gestorben, oder wie viele?
[16:43] Nicht alle, auf einmal. Alle, bis auf einen, nämlich der eine, der uns die Offenbarung hinterlassen hat. Fast alle Jünger starben einen Märtyrertod. Und das zeigt uns ein bisschen diesen Zorn, den Satan in sich hatte, dass er die Nachfolge von Jesus jetzt zerstören wollte. Petrus wurde kopfüber gekreuzigt, Andreas, sein Bruder, wurde auch gekreuzigt. Und ich weiß nicht, ob ihr das wisst, aber das heutige Andreaskreuz, was ihr alle an den Bahnschranken seht, das ja dieses schräge Kreuz. Und der Andreas wurde an so einem Kreuz gekreuzigt, deswegen heißt es heutzutage Andreaskreuz. Jakobus der Ältere, der wurde enthauptet. Bartholomäus wurde lebendig gehäutet. Thomas wurde mit Lanzen durchbohrt. Thaddäus wurde zersägt. Und so geht es weiter und weiter und weiter.
[17:47] Es gab auch einen Jünger, der in sie den, dem sie den des Öl gesteckt wurde, und er hat es überlebt. Aber wir sehen, dass Satans Wut so groß war, dass er versucht hat, die direkten Nachfolger Jesu so grausam umzubringen, wie nur möglich. In Hebräer heißt es: "Sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht. Sie erlitten den Tod durch Schwert. Sie zogen umher in Schafspelzen und Ziegenfellen, erlitten Mangel, Bedrückung und Misshandlung." Paulus, wer weiß, wie Paulus umgekommen ist? Weiß das jemand von euch? Paulus wurde enthauptet.
[18:43] Und so ging es eigentlich vielen Christen zu der Zeit. Sie wurden verfolgt, sie wurden in Gefängnisse geworfen, sie wurden zu Tode gequält, gefoltert und grausam ermordet. Und solange die Apostel noch am Leben waren, hatte die junge Christenheit sozusagen noch die alten Hüter. Sie waren noch da, um die Wahrheit zu verwalten. Aber als die Jünger so langsam ausstarben und nicht mal da waren, passierte es, dass die junge Christenheit immer mehr attackiert wurde, immer mehr Kompromisse wurden gemacht, immer mehr ihre Lehren hielten Einzug in die junge Gemeinde.
[19:26] Und in Satans Wirken sehen wir oft diesen Mechanismus, dass er erst mit Gewalt versucht, etwas zu zerstören. Und wenn es nicht funktioniert, dann versucht er es durch die Hintertür, nicht wahr? So hat er es auch hier versucht, denn die Christenheit war nicht tot zu bekommen. Je mehr Märtyrer gestorben sind, umso mehr Christen haben ja sind sozusagen aus dem Erdboden heraufgekommen.
[19:59] Im vierten Jahrhundert hat der Kaiser Konstantin etwas sehr Interessantes getan. Er versuchte, das römische Imperium zusammenzuführen durch ja, einen Clou eigentlich. Er hatte in seinem Imperium Christen und er hatte Heiden, hauptsächlich. Und er wollte eine Einheit schaffen, und so hat er sich überlegt, eine gemeinsame Religion zu schaffen, mit der alle zufrieden sind, die Christen und die Heiden, in der alle Platz finden könnten.
[20:29] Und das Resultat war, dass das Christentum sehr populär wurde, denn die Heiden konnten ihre Götter mit hineinnehmen in ihr neues Christentum, wurden sofort getauft und brachten ihre bisherigen Praktiken, ihre heidnischen Praktiken, ihre Rituale mit hinein in diesen neuen Glauben. Und das Christentum, so traurig wie das ist, öffnete sich für diese Dinge. Aber nicht alle. Es gab ein paar Helden, die im Dunkeln wanderten.
[21:11] Ein Zitat aus "Centuries of Christianity" sagt: "Die neuen Christen waren, was ihr Denken und ihre Gewohnheiten betraf, dieselben Heiden wie vorher. Ihr Strömen in die Kirche rotte das Heidentum nicht aus. Ganz im Gegenteil, ganze Horden getaufter Heiden gaben zu, dass das Heidentum die Moralität der organisierten Christenheit völlig ihrer Kraft beraubt hatte."
[21:38] Wir sehen hier, dass nicht die Christen die Heiden missionierten, sondern ganz im Gegenteil, dass die Heiden das Christentum neutralisierten, übernahmen und die Kraft raubten. Trotzdem blieben eine ganz beachtliche Zahl Christen in dieser Zeit den Geboten Gottes treu. Und sie akzeptierten nicht diese ganzen Irrlehren, die sich in die Kirche einschlichen. Sie weigerten sich, sich dem Kompromiss preiszugeben, und sie nahmen lieber Folter und Tod in Kauf, als die Wahrheit aufzugeben.
[22:24] Die römischen Herrscher erließen Gesetze, die das Festhalten an dem wahren Glauben ja als Straftat verdammten. Wenn die Christen damals ihren Glauben so ausleben wollten, wie es die Apostel getan haben, dann waren sie sozusagen Kriminelle. Und nicht selten landeten diese Christen in den Arenen und wurden den Raubtieren geopfert.
[22:49] Eines der bekanntesten dieser Arenen ist das Kolosseum in Rom. Und ich weiß nicht, wer von euch schon mal dort war. Wir waren letztes Jahr dort, wir haben eine Romreise gemacht und haben all diese Orte besucht, in denen die ja, in denen die Christen für ihren Glauben eingestanden haben. Zum Beispiel waren wir auch in den Katakomben. Wer war gestern Abend beim Vortrag von Ferdi? Ja, das waren einige. Er hat ein Bild gezeigt von den Katakomben in Rom. Könnt ihr euch erinnern? Und wir waren in diesen Katakomben. Ferdi hat so einen netten Nebensatz gemacht, dass er da nie hinkommt. Aber es ist gar nicht so schwer. Ferdi, da kommt man ganz gut rein und es ist sogar bezahlbar.
[23:41] Und wir haben eine persönliche Führung dort bekommen. Und normalerweise darf man dort gar keine Bilder machen. Wir haben aber trotzdem welche machen dürfen, weil wir einen ganz guten Draht hatten zu unserem Tourguide, einem Deutschen. Und es war so interessant, was er alles erzählt hat über die Christen, wie sie in diesen Katakomben gelebt haben, oder ja, wie sie ihre Toten dort begraben haben. Man kann viele Inschriften lesen, welche Hoffnung sie über die Auferstehung hatten.
[24:19] Und als wir dort unten waren, habe ich zu Christopher gesagt: "Wir kennen nicht alle diese Schicksale, aber bestimmt liegen viele Menschen in diesen Gräbern, die nicht auf natürliche Weise gestorben sind, sondern umgebracht wurden vom römischen System." Und natürlich waren wir auch in diesem Kolosseum und haben es uns von ganz nah angeschaut. Und es ist wirklich groß. Und wir waren nicht nur da oben drin und sind rumgelaufen, sondern wir waren, haben uns diese ganzen Mechanismen angeschaut, wie sie das dort unten gemacht haben mit den Aufzügen und mit den Raubtieren, wie sie sie hochgefahren haben und all diese Dinge. Und es war ein unglaubliches Bauwerk.
[25:16] Und wir waren in einem Moment sind wir still geworden, als wir da waren. Und wir haben genau an diesen Moment gedacht oder an diese Dinge, die Christen dort erlitten haben. Und wenn man sich das vorstellt, wie die jubelnden Mengen auf den Rängen dann geschrien haben und sich ja fast ergötzt haben an diesen schrecklichen Schauspiel, wie die Löwen die Christen gefressen haben. Es muss ein unglaublich schlimmes Schauspiel gewesen sein.
[25:45] Der Hebräerbrief sagt: "Andere aber ließen sich martern und nahmen die Befreiung nicht an, um eine bessere Auferstehung zu erlangen." Die Frage ist ja: Warum tut man sich das an? Warum nimmt man den Tod in Kauf, oder Folter, oder Schmerzen, nur weil man an ein Buch glaubt, das voller Geschichten ist? Wahrscheinlich, weil man nicht einfach nur glaubt, dass es ein Buch mit Geschichten ist, sondern weil hinter diesem Buch ein Gott steht, der uns liebt und so wird es, dieser Text sagt uns, eine bessere Auferstehung verheißen hat, ein viel besseres Leben als das, was es hier gibt. Und das wussten die Christen damals. Sie wussten ganz genau, das Leben hier, was wir hier haben, das ist nichts wert, und das Leben, was wir erwarten, ist alles.
[26:48] Der Drache wurde so wütend mit der Frau, und die Verfolgung wurde so martialisch, dass diese reine Frau gezwungen war, die Flucht anzutreten. Und die Offenbarung erzählt uns von dieser Flucht, die die Frau begangen hat.
[27:08] "Und das Weib floh in die Wüste, wo sie eine Stätte hat von Gott bereitet, damit man sie da selbst ernähre 1260 Tage." Wir hatten schon vor einigen Abenden diese Umrechnungen von Tagen zu Jahren. Könnt ihr euch erinnern? Und wer kann sich erinnern an die Textstelle, in der das stand, dass in der Bibel ein Tag ein Jahr ist? Hier, Sekel habe ich gehört. Nämlich, weiß jemand die... das Kapitel 4? Ja, sehr gut. 4 Vers 6. Genau. Ihr seid einfach fantastisch hier.
[27:59] Dort steht: "Je einen Tag will ich dir für ein Jahr auferlegen." Und so sind diese 1260 Tage, von denen es hier steht, die 1260 Jahre Verfolgung. Gehen wir noch mal hierhin. Es heißt dort, dass Gott einen Platz in der Wüste bereitet hat, eine Stätte, an der die Frau sich selbst ernähren könne, eine Zuflucht. Und diese Zuflucht gab es tatsächlich.
[28:40] Wenn wir jetzt darüber nachdenken, wie lange eigentlich 1260 Jahre sind. So lange hat niemand gelebt auf der Erde. Nicht mal Methusalem hat so lange gelebt. Er war der älteste Mann. 1260 Jahre. Und diese lange Periode war die des Mittelalters. Das Mittelalter wird auch das dunkle Mittelalter genannt, oder kennt ihr das? Ich muss ganz ehrlich gestehen, ich habe keine Affinität zur Dunkelheit, aber ich liebe das Mittelalter, seit ich denken kann. Ich war in der Schule schon immer, wenn das Mittelalter dran war, das war so in der siebten Klasse oder später noch mal irgendwann in der zwölften. Und wenn das Mittelalter dran war, dann habe ich gelernt und Bücher gelesen. Was ging nicht, ging nicht schlimmer. Das war meine Epoche. Das habe ich geliebt.
[29:32] Und es war keine schöne Epoche. Es war keine Epoche, wo Tugenden gepflegt wurden, oder ganz besondere Dinge erfunden wurden, oder die Wissenschaft aufgeblüht ist, oder ganz besondere Menschen sich hervorgetan haben. Es war eigentlich wirklich eine sehr dunkle Zeit. Und die Bibel belegt uns, dass diese Zeit eine düstere Zeit war.
[30:00] Der römische Imperator Justinian ordnete eines Tages seinem General Belisarius an, die letzten Christen auszurotten, die sich immer noch Rom widersetzten. Und er hatte die römische Kirche erklärt zum Kopf der Kirche, der wahre und der rechtskräftige Korrektor der Häretiker. Damals geschah es, dass diese Menschen, die sich Christen nannten und die der Bibel folgen wollten und den apostolischen Glauben verfolgen wollten, dass sie zu Häretikern und zu Kriminellen ernannt wurden und verfolgt wurden.
[31:00] Diese treuen Christen wollten dieses Buch nicht loslassen, um keinen Preis der Welt. Sie haben dieses Buch mehr geschätzt als ihr eigenes Leben. Und sie waren sehr akribisch darin, es zu bewahren, es weiterzugeben, mündlich und schriftlich. Und wie in Offenbarung bereits beschrieben, floh die Frau in die Wüste, weil sie diese Wahrheiten nicht mehr offen ausleben konnten. Allein der Besitz dieses Buches oder ein paar Seiten dieses Buches konnte den Tod bedeuten.
[31:52] Und eine Quelle, aus einer Synode, haben wir hier ein Zitat. Dort heißt es: "Niemand darf im Besitz der alt- oder neutestamentlichen Bücher in der Muttersprache sein. Wenn jemand solche Bücher hat, muss er sie innerhalb von acht Tagen nach Bekanntmachung dieser Verordnung an den örtlichen Bischof abgeben, damit sie verbrannt werden können."
[32:13] Ich weiß nicht, ob wir uns heute noch vorstellen können, dass so etwas passiert. Die meisten von euch haben wahrscheinlich eine Handy-Bibel-App auf dem Handy, oder haben einen Computer mit E-Sport, oder haben ein Tablet mit einer Bibel drauf, oder haben zehn Bibeln zu Hause im Schrank stehen. Aber es gab eine Zeit, in der es bei Todesstrafe verboten war, dieses Buch zu besitzen, geschweige denn zu lesen.
[32:46] Paulus schrieb: "Erinnert euch aber an die früheren Tage, in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet wurdet, viel Kampf erduldet habt, der mit Leiden verbunden war. Und andere erfuhren Spott und Geißelung dazu und Gefängnis."
[33:12] Die Frage, die wir uns heute stellen müssen, jeder für sich alleine, ist: Wie hoch achte ich dieses Buch? Wie wichtig sind mir die Dinge, die dort aufgeschrieben sind? Wie viel würde ich geben, damit dieses Buch weiter bestehen kann? Die Menschen damals haben alles gegeben, alles, was sie hatten.
[33:42] Vielleicht habt ihr von den Waldensern gehört oder von den Albigensern. Sie waren diese treue Frau, die in die Wüste geflohen ist, die Gott vorbereitet hat. Diese Wüste war nicht etwa in der Sahara oder in Südafrika, sondern diese Wüste war in Norditalien oder in Südfrankreich. Auch die Hugenotten waren ein Teil dieser reinen Frau, die geflohen sind. Und sie ließen sich nieder in abgelegenen Tälern und abgeschiedenen Höhlen, auf hohen Bergen, in dichten Wäldern. Und sie wurden gejagt, wie man normalerweise nur Kriminelle jagt. Und viele wurden umgebracht. Aber was war eigentlich ihr Verbrechen?
[34:30] Ihr Verbrechen war dieses Credo. Das Credo der Waldenser war: "Lux lucet in tenebris" – Das Licht leuchtet in der Finsternis. Und von diesem Buch ausgehend haben sie das Licht scheinen lassen.
[34:53] Und sehen wir, wir waren nicht nur in Rom. Wir waren auch in dieser Wüste, die die Offenbarung beschreibt. Wir waren in diesen Waldensertälern, weil es uns interessiert hat, wie sie aussehen und wo die Christen damals hingeflohen sind. 2013 sind wir mit unserem Auto hinuntergefahren. Ich hatte gerade ganz frisch meinen Führerschein und Christopher hatte damals noch gar keinen Führerschein. Das heißt, ich musste die ganze Strecke alleine fahren. Und ihr könnt euch das vorstellen, vielleicht weiß der eine oder andere noch, wie das war, als man gerade so zwei Monate den Führerschein hatte. Da macht man eigentlich nicht solche Harakiri-Touren. Aber wir hatten uns das in den Kopf gesetzt und da mussten wir dann durch.
[35:47] Und so sind wir bis nach Norditalien und haben dort die Waldensertäler aufgesucht. Und man muss tief in die Täler hineinfahren, um diese Städte, diese alten Wohnorte der Waldenser zu finden, denn sie haben sich ja versteckt. Sie sind nicht an den Hauptverkehrsstraßen gelegen, sondern man muss wirklich bis hinten tief durchfahren. Und das, was ihr hier seht, ist ein Bild, was wir gemacht haben, nachdem wir eine vierstündige Wanderung bergaufwärts gemacht haben. Das ist eine unserer Lieblingsbeschäftigungen, lange Wanderungen zu machen. Aber als wir da oben waren, diese Sicht und diese Luft und dieser Frieden und diese Reinheit, die da oben geherrscht haben, es war eine unglaubliche Atmosphäre.
[36:35] Und dort haben die Waldenser gelebt. So sehen ihre Dörfer aus. Was hier davor, dieses ganze Grüne ist tatsächlich noch einer ihrer Gärten gewesen. Die Waldenser mussten sich dort oben ganz alleine versorgen, so wie die Offenbarung sagt: "Ich bringe dich in die Wüste, damit du dich dort allein ernähren kannst." Und ihr könnt euch vorstellen, in dem Klima da oben, Norditalien, dann in den hohen Bergen, da wächst nicht so viel, da wächst auch nicht so gut. Aber sie haben es irgendwie geschafft. Sie haben sehr einfach gelebt. Und wie ihr seht, sie haben solche Steinhütten gebaut und haben sich ihre Gemüsegärten angelegt.
[37:14] Aber friedlich gewohnt haben sie eigentlich nicht. Die römischen Truppen sind immer wieder vorgestoßen, haben sie immer wieder aufgesucht, haben immer wieder Soldaten geschickt. Eine Geschichte geht so, dass sie mitten im Winter in ein Tal vorgestoßen sind. Die Waldenser wurden gewarnt von Boten, sind in der Nacht so einen Berg hinauf, der voller Schnee war. Aber sie haben es nicht über die Kuppen geschafft. Hinter der Kuppen wäre Frankreich gewesen, sie wären frei. Sie sind alle erfroren.
[38:01] Das war eine Schule. Die Prediger der Waldenser hießen die sogenannten Barben, und sie haben eine sehr, sehr lange Ausbildung genossen, ehe sie dann zu Missionaren wurden. Die Waldenser haben sich nicht einfach nur versteckt in der Wüste. Sie haben das Wort Gottes studiert, sie haben es kopiert, sie haben es bewahrt, sie haben den Sabbat gehalten. Aber das war ihnen nicht genug. Sie haben gesagt: "Auch wenn dort draußen Finsternis ist, auch wenn dort draußen das Böse ist, was uns verfolgt, dort gibt es Menschen, die von dir hören müssen." Und so haben sie sich ausbilden lassen und sind dann als Missionare wieder hinausgegangen.
[38:56] Wir haben auch gelesen in einem Bibelfest, dass es, dass sie sich in Höhlen versteckt haben. Ich war und wir haben eine so eine Höhle dort ausfindig gemacht. Und das hier ist so ein Eingang, den ihr da seht. Und es war eine sehr lustige Sache. Wir sind dorthin und wir hatten natürlich keine Taschenlampe dabei, weil wir sind einfach keine Pfadfinder. Und Christoph hat gesagt: "Na ja gut, jetzt haben wir den Höhleneingang gesehen, jetzt müssen wir ja nicht weiter." Und ich habe gesagt: "Natürlich, wir müssen jetzt da rein. Das ist doch der ganze Gag bei der Sache, deswegen sind wir doch hier." Und dann haben wir da, sind wir da ein bisschen näher ran und haben ein bisschen geguckt. Und der Eingang war ungefähr so hoch, und es war nur dunkel dahinter.
[39:41] Und ich bin da schon halb reingekrochen und habe gesagt: "Komm, da müssen wir rein, da müssen wir rein. Wir sehen zwar nichts, aber wir müssen da rein." Und Christoph hat gesagt: "Nein, das ist so gefährlich, dann stößt du dir den Kopf und dann fällst du um und dann hier können wir keinen Krankenwagen rufen und das können wir nicht machen." Und ich habe gesagt: "Doch, wir müssen da rein und du gehst zuerst." Und so sind wir da reingegangen.
[40:13] Christopher zuerst, und wir sind ganz langsam und vorsichtig. Und als wir durch diesen sehr schmalen Eingang gekommen sind, hat sich dahinter eine riesen Höhle aufgetan, in der sogar ein bisschen Licht war, weil durch die Felsspalten oben ein bisschen Licht hindurch kam. Und dann habe ich auch noch von ihm verlangt, dass seine Predigt hält in dieser Höhle, weil ihr kennt ihn, Christopher, der hat immer seine Bibel dabei, auch wenn wir in Höhlen klettern. Und er hat dann über diese Verse gepredigt, die wir heute Abend geteilt haben und hat so zehn Minuten eine kleine Andacht gehalten. Und wir haben so ein bisschen diese Atmosphäre versucht zu spüren, die die Waldenser damals erlebt haben.
[40:59] Aber so lustig das klingt mit dieser Höhlengeschichte, was für die Waldenser gar nicht lustig war. Eine Geschichte geht so, dass sie Gottesdienst gefeiert haben in einer dieser Höhlen. Und sie haben sehr leise gesungen, damit man sie draußen nicht hört. Aber sie haben sich das Singen nicht verbieten lassen. Und sie wurden auswendig gemacht von den römischen Soldaten. Und sie haben die Ausgänge und die Eingänge verschlossen und haben Feuer gelegt in dieser Höhle. Und in dieser Höhle sind mehrere hundert Frauen, Kinder und Männer umgekommen.
[41:49] Dieses Zitat belegt noch einmal, dass die Waldenser sehr gute Missionare waren. Sie sind, es war natürlich sehr gefährlich, hinaus zu gehen und Mission zu machen, aber sie haben es sehr geschickt getan. Sie boten Schmuck-Sachen und andere Gegenstände an, die zu jener Zeit nur von weit entfernten Märkten zu beziehen waren. Und sie wurden dort als Händler willkommen geheißen, wo sie als Missionare zurückgewiesen worden wären. Und so haben sie das eine oder andere Mal ein Teil der Bibel, ein Teil des Neuen Testaments weitergeben können, und des Alten Testaments, und konnten ein paar Menschen ja von der guten Nachricht erzählen.
[42:38] Manche Historiker vermuten, dass während dieser dunklen Zeit bis zu 50 Millionen Christen ums Leben gekommen sind aufgrund der Verfolgung. Und die traurige Tatsache ist eigentlich, dass viele von sogenannten Christen gefoltert und umgebracht wurden, und sie glaubten dabei sogar, dass sie den Willen Gottes taten. Aber schlussendlich hat Gottes Wahrheit triumphiert. Die Bibel wurde in viele Sprachen übersetzt, und die Erfindung des Buchdrucks macht es möglich, dass sie noch viel schneller um die Erde gehen konnte und die ganze Welt wurde von der Wahrheit erleuchtet. Und dieser Slogan der Waldenser, "Lux lucet in tenebris", hat sich erfüllt.
[43:24] Viele mutige Reformatoren standen für das Wort Gottes ein, unter ihnen zum Beispiel Hus oder Jerome oder auch Hieronymus. Sie wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Und eine Geschichte, die mich immer wieder ganz besonders berührt, mehr als alle anderen, ist die von Hieronymus. Hieronymus war ein sehr enger Freund von Hus und ein sehr brillanter junger Denker. Und Jan Hus war schon verurteilt und in Konstanz vor dem Konzil verdammt worden und in den Kerker gesteckt. Und sein Freund Hieronymus ist nach Konstanz, um ihn zu befreien. Und natürlich war das sehr, sehr kopflos von ihm, weil er dachte, er könnte seinen Freund dort von der Verfolgung frei bekommen.
[44:22] Und so hatten die Feinde schon spitz bekommen, dass Hieronymus auf dem Weg nach Konstanz war. Aber Freunde warnten Hieronymus, er solle lieber umkehren, sonst würde er sein Leben verlieren. Und Hieronymus hörte zum Glück auf diesen Ratschlag. Aber er wurde trotzdem gefangen genommen, als er schon auf dem Rückweg war. Und so wurde er auch in Konstanz eingekerkert, genauso wie Hus. Und er bekam ganz genau mit, als sein bester Freund Hus Anfang Juli auf dem Scheiterhaufen endete.
[45:02] Und natürlich war das für ihn eine schlimme Erfahrung. Und seine Feinde versuchten nun, Hieronymus wenigstens davon abzubringen von dieser Bibel und von all diesen Lehren von Wyclif und von den Lehren von Hus, und versuchten ihn zum, ja, ihn zum Leugnen zu bringen, dass er diese Wahrheiten widerrufen würde. Und Hieronymus hat widerrufen, weil er Angst hatte, auf dem Scheiterhaufen zu landen. Und sie haben ihn trotzdem wieder in den Kerker zurückgesteckt.
[45:40] Und als er zurück in dem Kerker war, hat es ihn überwältigt, dass er eingeknickt ist. Und es zeigt eine sehr menschliche Seite, die wir, glaube ich, ganz gut nachvollziehen können, wenn Druck kommt und wenn wir ja, wenn so Druck auf uns ist, dass wir die Wahrheit manchmal hinten anstellen. Und Hieronymus hat im Kerker beschlossen, er wird noch mal vor das Konzil treten und seinen Widerruf widerrufen und wird sich zur Wahrheit stellen. Und genau das hat er getan. Er hat sich entschuldigt, dass er die Wahrheit nicht vertreten hat, und hat gesagt: "Ich stehe zu den Lehren von Jan Hus, ich stehe zu den Lehren von Wyclif und der Bibel." Und er wurde auch verbrannt.
[46:41] Ein anderer war Martin Luther, den kennen wir als Deutsche wahrscheinlich am besten. Auch er stand vor den Königen und vor den Herrschern und musste seinen Glauben vertreten. Und wir kennen alle diesen berühmten Satz, dass er gesagt hat: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders." Und das ist sein großer Satz, den er dort geprägt hat.
[47:17] Die Verfolgung der Christen war so stark, dass diese Wüste in Norditalien oder in Südfrankreich nicht mehr ausreichte. Und so fand sich eine weitere Wüste in Amerika. Viele junge, viele Christen, die verfolgt wurden, flohen über das Meer in dieses ferne, unbekannte Land der Freiheit. Und bis heute ist Amerika bekannt als das Land der Freiheit. Und ja, dort wird es groß geschrieben.
[47:50] Aber auch dort verändern sich die Dinge langsam, aber gewiss. Wir sehen, dass diese Ära, die von 538 bis 1798 reichte und diese 1260 Jahre umfasste, ganz exakt von der Bibel vorhergesagt wurde. 538 waren die letzten Arianer sozusagen ausgerottet worden, und dieses dunkle Zeitalter begann. Und 1798 wurde der Papst gefangen genommen. Durch wen? General Berthier erhält in Rom den Befehl, erhält den Befehl, Rom einzunehmen und das Papsttum aufzulösen. Und er hat damals den Papst Pius gefangen genommen und hat die römische Republik ausgerufen. Und damit war diese Schreckensherrschaft beendet.
[48:59] Zu dieser Zeit sollten wir einen reinen Glauben erwarten in der Gemeinde, nicht wahr? Die Gemeinde musste sich nicht länger in der Wüste verstecken. Diese Zeit war nun endlich vorbei. Und wir wollen ein Bibelfest anschauen, das diese Gemeinde beschreibt.
[49:25] "Der Drache ergrimmte über das Weib und ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen ihres Samens, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu haben." Diese Frau hat die ganze Zeit, diese 1260 Jahre, das Wort Gottes hochgehalten, hat es bewahrt und ist nicht verloren gegangen. Das war Satans Ziel gewesen, dass er das Wort Gottes kaputt machen kann und zerstören kann und niemand sich je mehr daran erinnern kann. Aber er hat es nicht geschafft, Gott sei Dank.
[49:56] Im wahrsten Sinne des Wortes. In Matthäus sagt Jesus: "Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meines Willens. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel, denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind." Jesus selbst erlitt, erlitt Verfolgung auf das Schlimmste. Jesus wurde während seines Dienstes ständig verfolgt und am Ende auf das grausamste gegeißelt, bespuckt, beleidigt und gekreuzigt. Aber all das hat gar nicht seinen Tod verursacht, sondern Jesus starb, weil die Sünde sein Herz gebrochen hat, deine Sünde, meine Sünde.
[50:52] Und vielleicht stehst du gerade jetzt in deinem Leben an so einem Scheideweg, wo sich die Frage für dich stellt: Entscheide ich mich für dieses Buch, oder für das, was meine Eltern sagen, was meine Freunde sagen, was die Welt mir sagt? Wie wirst du dich entscheiden? Möchtest du ein Held sein, der im Dunkeln lebt, oder möchtest du im sogenannten Licht sein, aber die Auferstehung nicht sehen?
[51:39] Die Frage ist immer: Machen wir Kompromisse? Und ich selbst stand in meinem Leben an so einer Weggabelung, als ich den Glauben kennengelernt habe. Ich war 17, und meine Eltern konnten gar nicht damit umgehen. Und es war für mich eine sehr schwere Zeit, weil ich habe meine Eltern unglaublich lieb gehabt. Wir hatten nie Probleme, wir hatten nie Streit, es war alles perfekt, so eine perfekte Familie. Aber auf einmal kam dieses Buch in mein Leben und hat alles umgekrempelt.
[52:38] Und ich habe damals wirklich gerungen: Soll ich alles aufgeben und alles ändern in meinem Leben, oder soll ich einfach so weiter machen wie bisher? Ich hatte ein tolles Leben, mir ging es gut, dachte ich. Aber Jesus hat gefehlt. Die Vergebung hat gefehlt. Und Jesus sucht keine Helden, Jesus macht dich zum Helden.
[53:13] Und wenn du denkst, dass du eine Situation nicht bewältigen kannst, weil es zu viel von dir fordert, weil du vielleicht zu viel aufgeben müsstest, weil deine Familie nicht damit klarkommen könnte, oder deine Freunde, oder weil du deine Arbeit verlieren würdest, dann habe keine Angst. Jesus steht an deiner Seite. Jesus macht dich zum Helden. Wenn du Jesus zeigst, dass du die Wahrheit mehr liebst als dich selbst, dann wird Jesus dir zeigen, wie sehr er dich liebt und dass er dir alles in vielfacher Ausführung geben kann, wie du es dir je erdacht hast.
[54:01] Ich habe das erlebt. Ich habe wirklich fast alles aufgegeben, was es aufzugeben gab, und ich habe viel mehr bekommen, als ich verdient habe. Und ich weiß, dass es funktioniert. Jesus ist gut, Gott ist gut. Und wenn du sagst: "Ich möchte, dass Jesus aus mir einen Helden macht." Ob du ein Held im Dunkeln bist oder ein Held im Licht, spielt keine Rolle. Ob man dein Heldentum sieht oder ob man dein Heldentum nicht sieht, spielt keine Rolle. Gott sieht es, und das ist wichtig.
[54:48] Wir wollen Gott bitten, dass er dieses in unseren Herzen tut, dass er uns hilft, für die Wahrheit einzustehen. Und wir wollen zum Gebet aufstehen. Lieber Jesus, du kennst unser Herz, du weißt, wo wir stehen, und du kannst uns die Kraft geben, alles zu tun, wozu du uns berufen hast. Herr, ich danke dir für deine Güte und für deine Geduld mit uns. Herr, du bist uns schon so lange nachgegangen und vielleicht haben wir es bis jetzt gar nicht gemerkt. Vielleicht wussten wir gar nichts von dir bis letzte Woche. Vielleicht kennen wir dich aber auch schon lange, aber noch nicht richtig. Vielleicht warst du ein Freund, aber nicht unser bester Freund.
[55:47] Und vielleicht haben diese Schicksale dieser Menschen heute, von dem wir gehört haben, unser Herz bewegt, dass wir sagen: "Komme, was wolle, wir wollen für die Wahrheit einstehen." Herr, mach uns zu solchen Helden. Und wir danken dir, dass du es tun wirst, weil du es verheißen hast. Wir möchten dich bitten, dass du uns durch diesen Abend begleitest, wenn wir die zweite Predigt hören. Und wir möchten dich bitten, dass dein Heiliger Geist an uns wirken kann. In deinem Namen.
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