In dieser Predigt über Offenbarung 14:14b-15 spricht Christopher Kramp über die Bedeutung der Ernte als Symbol für das Weltende und die Wiederkunft Jesu. Er beleuchtet die Symbolik der Sichel und vergleicht sie mit Gleichnissen aus Markus 4 und Matthäus 13, um die Reife der Frucht als Indikator für die Ernte zu erklären. Dabei wird auch die zweifache Ernte der Gerechten und Gottlosen thematisiert und die Rolle des ewigen Evangeliums in diesem Prozess hervorgehoben.
Offenbarung 14:14b.15
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Neues Testament, Offenbarung, Offenbarung 12, Prophetie, TheologieWeitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr euch auch jetzt auf joelmedia.de diese Aufnahme anschaut, schön, dass ihr hier seid und dass wir gemeinsam in der Offenbarung weiter studieren können, in Offenbarung 14.
[0:15] Und wir haben heute das interessante Vorrecht, etwas zu tun, was wir, glaube ich, in den letzten drei Jahren nicht geschafft haben, wir werden heute anderthalb Verse besprechen. Mehr als eines Verses, das wird ein richtiger Satz nach vorne sein. Aber irgendwann müssen wir noch ein bisschen vorwärts kommen. Bevor wir aber das tun, wollen wir gemeinsam wieder knien für ein Anfangsgebet.
[0:35] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir wirklich von ganzem Herzen Dank sagen für die Offenbarung und für die Möglichkeit darin zu lesen und zu studieren. Wir danken dir, dass dieses Buch die Offenbarung Jesu Christi ist, dass wir darin den Charakter, das Wesen und das Werk von Jesus besser verstehen. Und wir möchten dich jetzt bitten, dass auch diese Verse und Worte der Offenbarung, die wir heute studieren wollen, uns wirklich ein Trost und eine Stärkung sein werden, dass wir dich besser erkennen können und dass es unserem Leben eine echte Erweckung und Reformation hervorbringt. Hilf dir uns, all die Fragen, die wir haben, beantwortet zu bekommen und dass wir näher zu dir gezogen werden, in dein wunderbares Licht, im Namen Jesu, Amen.
[1:19] Offenbarung 14 und dort Vers 14. Letztes Mal haben wir uns fast mit dem ganzen Vers beschäftigt, nur das letzte Teilstück ausgelassen. Wir hatten gesehen, Offenbarung 14 wird die Wiederkunft beschrieben, ihr erinnert euch, oder? Und ich sah und siehe eine weiße Wolke und auf der Wolke saß einer, der glich einem Sohn des Menschen. Der Sohn des Menschen ist natürlich niemand anderes als Jesus Christus und er hatte auf seinem Haupt eine goldene Krone. Könnt ihr euch daran erinnern, wie wir darüber gesprochen haben, dass es eine besondere Art von Krone ist? Nämlich, kann jemand sich noch erinnern, welches griechische Wort hier steht? Es ist nicht das Diadem, sondern es ist Stephanos, der Siegeskranz, die Krone, die einem eigentlich Olympiasieger, jemandem gegeben wird, der etwas erreicht hat. Während in Offenbarung 19 die Wiederkunft beschrieben wird mit einem Diadem, mit einer Königskrone, die einem König quasi naturgemäß zukommt, wird hier die Wiederkunft beschrieben, dass Jesus eine Krone trägt, die er aufgrund seiner Errungenschaften, aufgrund seiner Verdienste trägt. Mit anderen Worten, Jesus ist König, weil er schon immer König war und gleichzeitig ist er König, weil er etwas gewonnen hat, weil er überwunden hat. Jesus ist König, weil er Gott ist, Offenbarung 19, und er ist König, weil er als Mensch den Sieg über die Sünde errungen hat, das ist Offenbarung 14. In Offenbarung 14 sehen wir also vor allem den menschlichen Aspekt seiner Wiederkunft als der Sohn des Menschen, Offenbarung 19 wird er beschrieben als der König der Könige, der Herr der Herren, das Wort in seiner Göttlichkeit.
[3:08] Und dann, könnt ihr euch erinnern, dass wir gesagt haben, Jesus hatte schon mal eine Stephanus auf seinem Kopf, aus Dornen, und erst die Dornenkrone und dann die goldene Krone, und wir haben festgestellt, dass das eine das Reich der Gnade, wo Christus am Kreuz gekrönt worden ist, als wir noch seine Feinde waren. Wir haben festgestellt, dass die Krone ein Symbol ist für seine Untertanen, könnt ihr erinnern, wie Paulus sagt, ihr seid meine Krone, ich habe euch gewonnen, Jesus sagt, ihr seid meine Krone, ihr seid meine Juwelen. Am Kreuz waren wir alles noch Stachel, stachelige Dornen, die ihn verletzt haben, aber durch die Gnade, durch das Blut Jesu, möcht ihr uns verwandeln in glänzendes, geläutertes Gold. Übrigens, wir waren jetzt gerade auf dieser Jugendkonferenz und der Steven Bohr, der hat in der letzten Ansprache darüber gesprochen, wie Gott Menschen sieht, und dass Gott die Menschen nicht so sieht, wie sie sind, sondern wie sie sein können, und hat ein ganz interessantes Ellen White Zitat gebracht, das in dem Zusammenhang ganz gut passt, wo Ellen White sagt, jeder von uns ist wie so ein Rohdiamant. Rohdiamanten sehen relativ hässlich aus, und nur wer sich polieren lässt, der wird irgendwann in den Himmel kommen, denn er wird dann, und da schreibt Ellen White, er wird so ein glänzendes Juwel in der Krone Jesu sein, also ganz passend zu dem, was wir hier herausgefunden haben. Gott möchte Dornen in Gold verwandeln.
[4:32] Und dann fehlt uns noch ein letztes Detail, und das werden wir jetzt verbinden mit Vers 15, weil es in Vers 14 zwar erwähnt wird, aber in Vers 15 erklärt wird, es würde keinen Sinn machen, das zu trennen, und in seiner Hand findet sich was, eine scharfe Sichel. Wir lesen gleich weiter Vers 15, und ein weiterer Engel kam aus dem Tempel hervor, der rief mit lauter Stimme dem zu, der auf der Wolke saß, sende deine Sichel und ernte, denn die Stunde des Erntens ist für dich gekommen, weil die Ernte der Erde überreif geworden ist. Nun, zunächst einmal halten wir fest, da gibt es eine Sichel, eine scharfe Sichel. Was meint ihr, wie oft kommt das Wort Sichel im Neuen Testament vor? Fünfmal, zweimal, es kommt achtmal vor, und davon siebenmal in Offenbarung 14, also jetzt in den nächsten Versen, kommt es nochmal sechsmal vor, Sichel, Sichel, Sichel. Also diese Verse, die wir jetzt studieren in den nächsten Wochen, die sprechen ständig von dieser Sichel, und ansonsten kommt im ganzen Neuen Testament das nur noch an einer einzigen anderen Stelle vor, das Wort Sichel, und jetzt dürft ihr mal überlegen, wo das ist, wo noch die Sichel vorkommt, außer in Offenbarung 14. Ja, es spricht von den Schnitten, aber da spricht er nicht von der Sichel, aber du meinst, wo das eingesammelt wird, nicht wahr? Es gibt ein explizites Gleichnis von Jesus, da spricht es auch von der Sichel.
[6:29] Schaut mal in Markus 4, und das ist das Paradebeispiel, die Erklärung für Offenbarung 14. Hier ab Vers 14, diese beiden Abschnitte kann man nicht getrennt voneinander betrachten. Markus 4, ab Vers 26, und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen auf die Erde wirft, das ist ein ganz, ganz klassisches Gleichnis, und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same keimt und geht auf, ohne dass er es weiß. Denn die Erde trägt von selbst Frucht, und jetzt Achtung: zuerst den Halm, danach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber die Frucht es zulässt, was macht er? Schickt er sogleich die Sichel hin, denn die Ernte ist da. Wenn also in Offenbarung 14 gesagt wird, dass der, der auf der Wolke sitzt, seine Sichel dabei hat, und jetzt die Ernte aberntet, was können wir schlussfolgern, wenn wir jetzt Markus 4, Vers 29, mit vor Augen haben? Ja, dass die Erde reif ist, genau. Das steht ja auch in Offenbarung 14, Vers 15. Es heißt ja hier: Wann wird der Bauer die Sichel senden? Genau. Also, wie heißt das Wort wörtlich? Also, der Weizen muss ja auch noch ein bisschen reifen, aber wie heißt es hier wörtlich in Vers 29? Genau. Also bei mir heißt es: Wenn aber die Frucht es zulässt, mit anderen Worten, wenn die Frucht bereit ist, dann kommt die Ernte.
[8:47] Also das Reich Gottes lässt sich so schematisch darstellen: das Saat, das Wachstum, das Reife, und diese Reife ist sozusagen der Lackmustest, das ist der Indikator. Wenn das reif ist, dann kommt die Ernte. Jetzt, was ist die Ernte? Schauen wir mal gemeinsam in Matthäus, Kapitel 13. Matthäus, Kapitel 13, was müssen wir uns unter dieser Ernte vorstellen? Matthäus 13, und dort Vers 39: Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das, was? Das Wort Gottes. Der Samen ist das Wort Gottes. Aber hier im Vers 39 steht: Die Ernte ist, genau, das Ende der Weltzeit oder die Vollendung der Weltzeit. Die Schnitter sind die Engel. Das heißt, dass die Ernte ist ein Symbol für das Weltende. Das passt ja wie die Faust aufs Auge. Interessant ist, dass in Offenbarung ja steht: Denn die Stunde des Erntens ist gekommen. Also halten wir zunächst einmal fest, es gibt nach Markus 4, das Reich Gottes beginnt mit der Aussaat des Wortes Gottes, der Same. Dann wächst das, das Reich Gottes fällt nicht vom Himmel über Nacht, sondern es wächst. Und wenn die Frucht es zulässt, dann kommt die Ernte.
[10:58] Jetzt gehen wir zurück zu Offenbarung 14 und schauen uns das genau an, wie das beschrieben wird. Übrigens, nur so nebenbei, Ellen White verwendet diesen Begriff Sichel noch auf eine andere Weise. Es steht ja von der scharfen Sichel. Hier an dieser Stelle in Offenbarung 14 spricht es ohne Frage von der Wiederkunft. Aber es gibt andere Stellen in der Bibel, wo Ernte auch verwendet wird für Missionen. Also wenn wir zum Beispiel eine Ernte-Evangelisation durchführen, wo Menschen ihre Entscheidung für Christus fällen, dann die Idee ist ja, wenn man das jetzt auf die Mission überträgt, es gibt einen ersten Kontakt, wo man den ersten Samen ausstreut. Dann gibt es diese Pflege, wo man mit den Menschen in Kontakt bleibt, ihre Fragen beantwortet, sie besser kennenlernt, ihnen nach und nach alles erklärt. Und irgendwann kommt der Zeitpunkt, da kommt die Sichel, da kommt die Entscheidung: Ja, ich möchte mich taufen lassen, ich möchte Christus ganz nachfolgen. Und wenn Ellen White in diesem Zusammenhang von der scharfen Sichel redet, spricht sie davon, dass die Geschwister in der Gemeinde den Missionar mit Gebeten unterstützen sollen. Sie hat eine ganze Reihe von Zitaten, wo sie sagt: Lasst eure Gebete die scharfe Sichel sein, die dem Missionar in seiner Arbeit folgt. Und dann spricht sie davon, wenn Missionare arbeiten und die Gemeinde betet nicht für die Prediger und Evangelisten, die Missionare, dann fehlt dem Missionar die scharfe Sichel. Da gibt es wenig Entscheidungen. Das fand ich ein interessantes Bild, das habe ich vorher noch gar nicht so gewusst. Die scharfe Sichel soll ja deutlich machen, dass man gut ernten kann, dass es nicht so ein Gequäle ist. Also das Gebet der ganzen Gemeinde führt zu klaren, scharfen Entscheidungen und einer deutlichen Ernte. Deswegen sagt sie immer: Lasst eure Gebete als scharfe Sicheln mit den Missionaren gehen. Fand ich an der Stelle sehr interessant. Nur dass noch mal um das einzufechten.
[12:51] Jetzt gehen wir zu Offenbarung 14 und schauen uns dort Vers 15 an. Offenbarung 14 und dort Vers 15. Da heißt es: Ein weiterer Engel kam aus dem Tempel hervor. Wir hatten ja bisher in Offenbarung 14 diese drei Engel, den ersten Engel, den zweiten Engel und den dritten Engel mit den drei Engelsbotschaften. Und dann die Wiederkunft Jesu. Und jetzt wird hier in diesem Zusammenhang der Wiederkunft ein weiterer Engel erwähnt, der kommt woher? Aus dem himmlischen Heiligtum, aus dem Tempel. Der rief mit lauter Stimme, so wie die anderen Engel zum Teil auch, dem zu, der auf der Wolke saß. Also er ruft jetzt zu Jesus, symbolisch. Eine Botschaft an Jesus: Sende deine Sichel und ernte, denn die Stunde des Erntens ist für dich gekommen. Das heißt, es gibt einen Zeitpunkt für die Ernte und die Ernte ist das Weltende. Es gibt also einen Zeitpunkt für die Wiederkunft, einen Zeitpunkt für das Weltende.
[13:55] Gibt es in Offenbarung 14 noch eine andere Stunde? Das ist die Stunde des Erntens. Gibt es noch eine andere Stunde? Genau, in welchem Vers haben wir das? Vers 7, genau. Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichtes ist gekommen. Wir haben also den Zeitpunkt, wo das Gericht beginnt, die Stunde des Gerichts. Jetzt, wann ist der Zeitpunkt für das Gericht? 1844, Oktober 1844. Das ist etwas, was sich nach der Bibel berechnen lässt. Offenbarung 10 weist darauf hin, dass Daniel 8, Vers 14, das geöffnete Büchlein, die letzte Zeitprophezeiung ist und dass danach keine Zeit mehr sein soll. Und dass das Gericht 1844 beginnt, Daniel 8 und andere Stellen, Daniel 7. Wenn also Daniel 8, Vers 14 die letzte Zeitprophezeiung ist, bedeutet das, dass es für den anderen Zeitpunkt keine Zeitprophezeiung gibt. Für den Zeitpunkt des Gerichts gab es eine klare, deutliche Zeitprophezeiung. Mit anderen Worten, egal was die Menschen auf der Erde gemacht haben, das Gericht würde 1844 beginnen, nicht ein Jahr früher, nicht ein Jahr später. Das stand schon im Kalender. Mit dem Zeitpunkt der Ernte ist es offensichtlich anders. Für den Zeitpunkt der Ernte gibt es weder in Daniel noch in Offenbarung noch sonst wo irgendeine Zeitprophezeiung, sondern woran weiß man jetzt, dass die Ernte gekommen ist? Was sagt der Text? Ich betone das so deutlich, weil es immer wieder Leute gibt, die das nicht verstehen wollen oder oder irgendwie sich dagegen wehren, aber es steht ja hier explizit. Warum ist die Stunde gekommen? Genau, die Reife der Ernte, die Reife der Frucht hat jetzt die Ernte herbeigeführt.
[15:55] Mit anderen Worten, während der Zeitpunkt des Gerichts an biblischer Prophetie hängt, hängt der Zeitpunkt der Ernte zumindest zu einem gewissen Grad an der Reife der Frucht. Mit anderen Worten, es gibt ein, während die Menschheit keinerlei Einfluss hatte auf den Zeitpunkt des Gerichts, also auch wenn alle Menschen heilig gelebt hätten, wäre das Gericht nicht drei Jahre früher gestartet. Man hat das Gericht auch nicht herausschieben können. Das fing an 1844, egal was die Menschen machen, aber der Zeitpunkt der Ernte hat eine gewisse Flexibilität.
[16:37] Jetzt manche Menschen kriegen eine Krise und denken, wie kann das sein? Bei Gott ist doch alles genau festgelegt. Die Wüstenwanderung ist ein perfektes Beispiel dafür, dass Gott eigentlich einen anderen Plan hatte. Was war Gottes Plan? Wie lange soll die Wüstenwanderung gehen? So eineinhalb Jahre, vielleicht. Im dritten, also ein Jahr, zwei, drei, vier Monate so ungefähr. Es wurden wie viel? 40 Jahre. Die ganze Bibel ist eigentlich immer ein Bericht davon, wie Gottes originale Pläne nicht umgesetzt wurden. Gott hatte nie geplant, dass es eine Sintflut gibt. Gott hat auch nie geplant, überhaupt, dass es einen Sündenfall gibt. Es ist immer ein Plan A. Gott hat auch nie geplant, dass es einen Nord- und einen Südreich gibt. Gott hatte nie geplant, dass es eine babylonische Gefangenschaft gibt. Und man könnte jetzt ein Beispiel nach dem anderen bringen. Gott ist immer wieder noch ein Plan B und noch ein Plan C und noch ein Plan D mit seinem Volk mitgegangen. Das Unerklärliche, was der Paulus so sagt, oh die Weisheit Gottes, das ist unergründlich, das Unerklärliche ist, dass er trotz all dem Ausweichen auf die Pläne der Menschen immer zu seinem Ziel kommt. Es findet immer dann noch statt. Vielleicht etwas später, aber der Mensch mit all seinen Sünden kann es nicht schaffen, den Plan Gottes auszuhebeln. Gott kommt immer ans Ziel.
[17:49] Das heißt, wir müssen keine Angst bekommen und keine Panik und denken, oh wird es überhaupt hier eine Wiederkunft geben? Das ist nicht die Frage. Die Wiederkunft wird stattfinden. Es ist keine bedingte Prophezeiung. Das steht nicht, wenn es irgendwann mal Menschen gibt, die heilig genug sind, dann könnte es eine Wiederkunft geben. Die Wiederkunft findet statt. Aber die Bibel sagt auch, dass sie koabhängig ist von dem reife Zustand der irdischen Frucht, dem Charakter des Volkes Gottes. Und der wiederum ist ja nicht das, was die Menschen alleine produzieren, sondern davon abhängig, wie sehr sie Christus in ihr Leben lassen. Also es ist natürlich Gottes Wirken, aber Gottes Wirken in Kooperation mit seinem Volk. Und ich glaube, das ist eine sehr, sehr, sehr wichtige Sache.
[18:39] Und interessanterweise kann man hier einen schönen Zusammenhang herstellen. Wir haben gelernt, die Ernte, und schlag nur Matthäus 24 auf, das ist noch recht einfach. Matthäus 24, Vers 14. Genau, da haben wir das Evangelium. Genau, das Evangelium vom Reich Gottes wird in der ganzen Welt verkündigt werden und dann kommt das Ende. Das Ende könnte man aber auch bezeichnen als die Ernte. Genau. Und jetzt haben wir in Offenbarung, also das ist Matthäus 24, das Evangelium vom Reich wird gepredigt werden und dann kommt das Ende. Wir wissen aber auch, das Ende könnte man darstellen als eine Ernte. In Offenbarung 14 finden wir diese Ernte als das Weltende, ganz deutlich. Was finden wir direkt davor, vor dieser Ernte? In Matthäus 24 haben wir ein Evangelium vom Reich und das führt zum Ende. Das Ende ist eine Ernte. In Offenbarung 14 haben wir diese Ernte und was haben wir direkt davor? Ein Evangelium. Und wie heißt das Evangelium hier? Das ewige Evangelium. Ich möchte euch damit nur zeigen, wie Matthäus 24 und Offenbarung 14 genau dasselbe beschreiben. Das Evangelium vom Reich Gottes bringt das Ende, die Ernte. Das ewige Evangelium wird verkündigt, so wie Matthäus 24, alle Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen. Und direkt danach sehen wir, sieht Johannes nach der dreifachen Engelsbotschaft, dem ewigen Evangelium, sieht er den Menschensohn mit der Sichel und die Ernte ist gekommen. Das heißt, wodurch wird Matthäus 24, 14 erfüllt? Der Missionsbefehl, das Evangelium aller Welt zu tragen durch die dreifache Engelsbotschaft. Das heißt, nur die, die die dreifache Engelsbotschaft verkündigen, erfüllen Matthäus 24. Und das Evangelium vom Reich, erinnert euch Markus 4, das Reich Gottes ist wie ein Same, der aufgeht und wächst. Da haben wir also das Reich Gottes, das auf die Ernte wartet.
[21:23] Übrigens, diese Idee, die Ernte ist gekommen, findet sich auch in einem, oder die Zeit der Ernte ist da, findet sich auch in einer nicht so bekannten alttestamentlichen Prophezeiung, die aber sehr interessant ist. Und zwar in einem unserer Lieblingsbücher, Joel. Schaut mal in Joel Kapitel 4. Wer von euch kennt die Schlacht im Tal von Joschafat? Genau, die Schlacht im Tal von Joschafat in Joel ist faktisch identisch mit der Schlacht von Harmagedon, wie sie in Offenbarung 16 beschrieben wird. Das ist die letzte Auseinandersetzung vor der Wiederkunft. Das ist, wie Offenbarung beschreibt, wo alle Könige der Welt, alle Nationen sich versammeln. In Joel 4, wir lesen mal ab Vers 11: "Eilt und kommt herbei, all ihr Heidenvölker ringsum, versammelt euch, dorthin führe, o Herr, deine Helden hinab. Die Heidenvölker sollen sich aufmachen und in das Tal Joschafat hinaufziehen. Dort will ich zu Gericht sitzen über alle Heidenvölker ringsum." Jetzt Achtung, Vers 13: "Legt die Sichel an, denn die Ernte ist reif, kommt und tretet, denn die Kelter ist voll, die Kufen fließen über, denn ihre Bosheit ist groß."
[22:58] Wir werden diesen Abschnitt noch öfter studieren in den nächsten Wochen, denn in Offenbarung 14 gibt es eine zweifache Ernte. Es gibt zunächst einmal die Ernte der Gerechten und zweitens gibt es die Ernte der Gottlosen. Mit anderen Worten, Gott kommt nicht nur deswegen wieder, weil die Gläubigen einen Christus-ähnlichen Charakter entwickelt haben, sondern gleichzeitig auch, weil die Gottlosen so gottlos geworden sind, dass sie nicht mehr erreichbar sind. Das ist das, was die Bibel beschreibt in dem Gleichnis von dem Weizen und Unkraut. Beides wird wachsen bis zur Ernte und dann wird beides getrennt. Das eine kommt in die Scheune, das andere kommt ins Feuer, und das ist diese Idee. In Offenbarung 14 wird die dreifache Engelsbotschaft gepredigt. Erst wird die Wahrheit gepredigt, dann wird vor dem Irrtum gewarnt. Die erste Engelsbotschaft: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichtes ist gekommen. Bietet denen, der gemacht hat Himmel, Erde, Meer und Wasserquellen. Dann die zweite Botschaft, warnt vor dem Irrtum Babylons und dem Glutwein ihrer Unzucht. Die dritte Engelsbotschaft ruft zur Entscheidung: Siegel oder Malzeichen, Gebote Gottes oder Malzeichen des Tieres. Und dann kommt die Ernte und die, die treu sind, werden geerntet und die, die untreu sind, werden geerntet.
[24:30] Markus 4 ist der Hintergrund, der sagt: Wenn die Frucht der Gerechten reif ist, wenn die Frucht das zulässt, sendet er die Sichel hin. Joel 4, das ist die Schlacht von Josaphat, sagt: Wenn die Völker zusammenkommen, um gegen Gott zu kämpfen, dann ist das Maß ihrer Sünde voll. Dann ist die Frucht reif, reif zur Ernte. Das heißt, man darf bei dieser Idee, dass die Ernte reif werden muss, nicht außer Acht lassen, dass es nicht nur um den göttlichen Charakter, den christlichen, also den Christus-ähnlichen Charakter in den Gläubigen geht. Es geht auch darum, dass das Maß der Sünden voll wird, so wie damals in der Sintflut oder bei Sodom und Gomorra oder bei den Kanaanitern. Das Maß der Schuld wird voll und Gott kommt dann, wenn beide Seiten ihre endgültige Entscheidung gefällt haben, was ja, wie wir gelernt haben, durch das Sonntagsgesetz, das Siegel und Malzeichen dann sichtbar wird. Und das ist also wichtig im Hinterkopf zu bewahren.
[25:35] Letzter Vers für heute. Das nächste Mal schauen wir dann ein bisschen weiter diese einzelnen Ernten an, die dann einzeln aufgezählt werden. Wir lesen heute nur noch zweite Petrus 3. Vielleicht gibt es jemand, der sagt, naja, das würde ja bedeuten, dass vielleicht die Wiederkunft sich etwas hinausgezögert hat schon. Und das hat sie in der Tat. Es gibt mindestens vier Jahreszahlen, die Ellen White explizit in ihren Schriften erwähnt, zu deren Zeit Jesus hätte wiederkommen können. Sie sagt kurz nach 1844, sie sagt kurz nach 1857, sie sagt kurz nach 1888 und auch kurz nach 1901. Das sind die Zahlen, die sie verbal direkt, also schriftlich äußert, schwarz auf weiß. Sicherlich gab es noch andere Zeiten. Das heißt, wir leben schon in einer gewissen Zeit der Verzögerung.
[26:30] Jetzt schauen wir mal zweite Petrus 3 an, um das zu verstehen. Zweite Petrus 3 und dort ab Vers 9: "Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus." Da steht nicht, dass es keine Verzögerung gibt, es steht nur, dass der Herr nicht verzögert. Wie ärmlich ist für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verloren gehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe. Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht. Dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen. Da nun dies alles aufgelöst wird. Wie sehr solltet ihr euch auszeichnen? Durch heiligen Wandel und Gottesfurcht. Indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, wörtlich kann man auch übersetzen und es beschleunigt. Das Kommen des Herrn beschleunigen. Und wenn man etwas beschleunigen kann, dann kann man etwas auch entschleunigen, etwas bremsen. Man kann es nicht aufhalten, man kann es nicht erzwingen. Wir können Gott nicht zwingen, wir können Gott nicht aufhalten, aber durch unsere Kooperation können wir mithelfen oder auch etwas verzögern.
[27:42] Vers 12: "Indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden." Vers 14: "Darum Geliebte, weil ihr dies erwartet, die Verheißung von neuem Himmel und neuer Erde, so seid eifrig darum bemüht, dass ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden." Mit Gott zu kooperieren, damit die Frucht, die er in uns hinein gesät hat, auch bis ans Ende wachsen kann. Wer ist der Anfänger des Glaubens? Wer ist der Vollender des Glaubens? Er ist der König des Reiches der Gnade, er ist der König des Reiches der Herrlichkeit. Was er anfängt, kann er auch zu Ende führen. Diese Verheißung hilft uns nur, wenn wir mit ihr kooperieren und wenn wir es erlauben, wenn wir ihn hineinlassen. Wollen wir ihn bitten, dass wir durch seine Gnade seine Wiederkunft mit beschleunigen können? Dann lass uns doch gemeinsam beten.
[28:42] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass dein Wort zu uns klar und deutlich gesprochen hat, dass wir uns einmal vergewissern konnten, was dein Wort sagt über die Ernte dieser Weltzeit und wir bitten dich, dass wir lernen, mit dir zu kooperieren, dass wir lernen, in unserem Charakter dir immer ähnlicher zu werden. Wir glauben, dass du auf der ganzen Welt eine Erweckung Reformation durchführst, um Menschen in dein Ebenbild zu verwandeln. Auch wenn wir nicht sehen können, wie alles aus deiner Sicht verläuft, können wir doch uns vertrauensvoll und gläubig in deine Hände geben und darauf vertrauen, dass du alles in deiner Kontrolle hast, dass du den richtigen Zeitpunkt kennst, wann du wiederkommen wirst, um uns zu dir zu holen. Bis dahin möchten wir durch unser Leben zeigen, dass wir auf diesen Tag warten und ihn beschleunigen durch unser Wirken für andere. Habt Dank, dass du uns dabei hilfst und dass du uns vorangehst, dass du der Anfänger und Vollender unseres Glaubens bist. Im Namen Jesu, Amen.
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