In dieser Predigt wird der letzte Vers von Offenbarung 14, Vers 20, beleuchtet, der eine dramatische Beschreibung der Ernte der Bösen liefert. Christopher Kramp erklärt die symbolische Sprache der blutigen Kelter und verbindet sie mit biblischen Texten aus Klageliedern und Jesaja, um die Bedeutung von Gottes Gericht und Erlösung zu verdeutlichen. Der Vers zeigt die Konsequenzen des Ablehnens des Evangeliums und die tiefe Beteiligung Jesu an diesem Prozess.
Offenbarung 14:20
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Neues Testament, Offenbarung, Prophetie, TheologieWeitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarung-Seminar und ich möchte euch begrüßen auf joelmedia.de und euch, die ihr hier heute vor Ort seid. Und wir möchten heute den letzten Vers von Offenbarung 14 betrachten. Wir sind schon eine ganze Zeit an dem Kapitel dran, ja, nicht zuletzt deswegen, weil die dreifache Engelsbotschaft so intensiv war. Aber heute werden wir endlich dieses Kapitel abschließen und nächste Woche dann mit Kapitel 15 beginnen. Das ist weitaus kürzer und dann werden wir schneller durchkommen. Aber der Vers heute, das ist so ein Vers, also der ist wirklich interessant. Also ich weiß nicht, wie es euch geht, wenn ihr diesen Vers gleich lesen werdet. Ich kann mich erinnern, als ich so 12, 13 und 14 Jahre alt war, war das ein Vers, über den ich ganz viel nachgedacht habe. Das war so, es gibt so Verse, die so einen jungen, so besonders interessieren. Das erste war Gog und Magog von Offenbarung 20, ja, und dann hier diese 16.000 Stadien, das Blut bis an die Zäume der Pferde. Aber was es damit auf sich hat, wollen wir jetzt anschauen und wir wollen die Bibel studieren und ich möchte euch einladen, dass wir das tun mit dem Heiligen Geist und dazu niederknien, so es möglich ist.
[1:14] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir auch jetzt dein Wort studieren können, dass wir eine Offenbarung lesen können. Ich möchte dich bitten, dass du uns gutes Verständnis schenkst, Freude schenkst beim Studium deines Wortes, dass dein Wort sich selbst erklärt und dass wir neue, tiefe Wahrheiten entdecken, die uns bestärken im Glauben an dich. All das bitten wir im kostbaren und teuren Namen Jesu. Amen.
[1:38] Offenbarung 14, Vers 20. Letzter Vers von Offenbarung 14 und auch mit Sicherheit einer der interessantesten in gewisser Weise. Wir sind hier immer noch in dieser doppelten Ernte. Ihr erinnert euch, es gab die drei Bodenengel, die dreifache Engelsbotschaft, wie sie auch besser bekannt ist, und dann gab es die Szene der Wiederkunft, der Menschensohn auf der Wolke und einer goldenen Krone auf dem Haupt und dann damit verbunden drei weitere Engel, könnt ihr euch erinnern? Drei Ernteengel. Da gab es zwei Ernten: Erst die Ernte der Guten und dann die Ernte der Schlechten. Das haben wir uns alles genau angeschaut, auch die Struktur und wie das alles zusammenhängt und wer da mit wem ruft und so weiter. Aber diese Grundidee haben wir, glaube ich, sehr deutlich studiert. Es kommt am Ende zu einer doppelten Ernte. Jeder erntet, was er gesät hat. Die, die Gutes gesät haben, die auf den Geist gesät haben, werden vom Geist ewiges Leben ernten. Die, die auf das Fleisch gesät haben, werden vom Fleisch ewiges Verderben ernten. Und in Offenbarung 14, Vers 20 wird jetzt quasi diese Ernte der Bösen tatsächlich beschrieben. Vorher waren ja die Rufe, wo es hieß in Vers 18 zum Beispiel: „Sende deine scharfe Sichel aus und schneide die Trauben des Weinstocks zur Erde ab, denn seine Beeren sind reif geworden.“ Aber jetzt passiert es wirklich in Vers 20. Es heißt hier: „Und die Kelter wurde außerhalb der Stadt getreten und es floss Blut aus der Kelter bis an die Zäume der Pferde, 1600 Stadien weit.“ Hier haben wir eine symbolische Sprache, die offensichtlich das Ende der Bösen erst einmal beschreibt. Also stellen wir uns das bildlich vor. Da ist eine Kelter, die wird getreten. Ihr wisst, das haben wir gelernt, damals wurden die Weintrauben in eine Kelter gebracht und dann wurde auf den Weintrauben herumgetrampelt, damit der Saft, der Traubensaft hinaus spritzt. Aber was hier heraus spritzt, ist kein Traubensaft, sondern Blut. Und all das geschieht außerhalb einer Stadt. Denn die Weinberge waren ja meistens auch außerhalb der Stadt. Da werden wir gleich drauf eingehen. Und dieses Blut, das ist nicht nur ein bisschen, sondern es ist wirklich viel. Es geht bis an die Zäume der Pferde. Das ist sozusagen die Symbolsprache.
[4:14] Jetzt lasst uns mal anschauen, was das bedeutet. Fangen wir an mit der Kelter. Dazu lesen wir einen Text in den Klageliedern. Klagelieder 1 und dort Vers 15. Klagelieder 1 und dort Vers 15. Klagelieder findet sich nach Jeremia und vor Hesekiel. Klagelieder 1 und dort Vers 15: „Der Herr hat alle Helden in meiner Mitte weggerafft. Er hat eine Festversammlung gegen mich einberufen, um meine auserwählten Krieger zu zerschmettern. Der Herr hat die Kelter getreten, die Jungfrau, die Tochter Juda.“ Jetzt, worum geht es in den Klageliedern? Jeremia weint. Worüber weint er? Genau, er weint über Jerusalem. Denn was war mit Jerusalem passiert? Genau, Jerusalem ist zerstört worden. Die Einwohner sind getötet worden oder verkauft worden in die Sklaverei nach Babylon. Ja, eine totale Katastrophe. Israel oder das Land Judäa oder Juda, wie es das Königreich so existierte, ist zerstört worden. Und dieses Bild von der Zerstörung des Volkes, von dem Tod der Rebellen, wird beschrieben mit einer Kelter. Könnt ihr das sehen? „Der Herr hat die Kelter getreten, der Jungfrau, der Tochter Juda.“ Das war Vers 15, Kapitel 1, Vers 15. Das heißt, dieses Bild vom Keltertreten wird auch an anderen Stellen in der Bibel benutzt, um ein Strafgericht Gottes auszudrücken. Das ist also erstmal die grundsätzliche Bedeutung: Die Kelter ist ein Strafgericht Gottes. Warum wurden die Juden, die Israeliten hier bestraft? Also, was war der Grund dieses Gerichtes? Abfall vom Glauben, Götzendienst, Rebellion und so weiter und so fort. Undankbarkeit, all diese Dinge. Und all das finden wir natürlich dann in der Offenbarung wieder und deswegen auch dasselbe Strafgericht, die Kelter.
[6:49] Jetzt lasst uns mal ein bisschen weiterschauen. Dieses Bild von der Kelter, wo jetzt etwas spritzt, ist noch deutlicher zu finden im Propheten Jesaja. Und ich glaube, wir haben den schon mal kurz angesprochen, aber ich möchte heute noch etwas ausführlicher darauf eingehen. Jesaja, Kapitel 63. Und dort lesen wir sechs Verse. Jesaja, Kapitel 63 und dort Vers 1 bis 6. „Wer ist dieser, der dort von Edom herkommt, von Bozra mit hochroten Kleidern? Er, der prächtig aussieht in seinem Gewand, stolz auftritt in der Fülle seiner Kraft.“ Jetzt wird er zitiert: „Ich bin es, der ich von Gerechtigkeit rede und mächtig bin zum Retten.“ „Warum ist denn dein Gewand so rot und deine Kleider sehen aus wie die eines Keltertreters?“ „Warum?“ „Weil ein Keltertreter, wenn er die Kelter tritt, dann spritzt es an seine Gewänder.“ Vers 3: „Ich habe die Kelter allein getreten und von den Völkern war kein Mensch mit mir, und so habe ich sie zertreten in meinem Zorn und zerstampft in meinem Grimm, dass ihr Saft an meine Kleider spritzte und ich mein ganzes Gewand besudelte. Denn ich hatte mir einen Tag der Rache vorgenommen, das Jahr meiner Erlösten war gekommen, und ich sah mich um, aber da war kein Helfer, und ich war verwundert, aber niemand unterstützte mich. Da half mir mein eigener Arm und mein Grimm, der unterstützte mich, und so zertrat ich die Völker in meinem Zorn und machte sie trunken mit meinem Grimm und ich ließ ihren Saft zur Erde fließen.“ Ihr könnt sehen, dass das eine ziemlich deutliche Parallele zu Offenbarung 14, Vers 20 ist. Da tritt jemand die Kelter und der Saft spritzt, es ist ihr Saft, es ist das Blut, das dort spritzt. Und dieser Abschnitt ist sehr interessant. Erste Frage: Wer ist denn das, der hier tritt und der hier spricht? Wer ist das, der dann sagt: „Ich bin es, der ich von Gerechtigkeit rede und mächtig bin zum Retten“? Das ist Jesus. Wir haben hier ein Bild von Jesus. Er wird beschrieben, wie er dort eine Kelter tritt und deswegen sein Gewand besudelt hat. Und diese Kelter, die hat er getreten, das hat zu tun mit Grimm und mit Gericht. Und wer hat ihm geholfen beim Keltertreten? Ganz allein.
[9:30] Jetzt, um das besser zu verstehen, müssen wir erstmal Vers 4 anschauen. Schaut mal in Vers 4, da kommen zwei interessante Worte vor oder zwei interessante Phrasen. In Vers 4 heißt es: „Denn ich hatte mir einen Tag der Rache vorgenommen, das Jahr meiner Erlösten.“ Also in Vers 4 haben wir zwei Worte: das Jahr der Erlösten.
[10:01] Das Jahr meiner Erlösung, also wörtlich heißt es meine Erlösung. Also Schlachter sagt Erlösten, Erlösung, kommen wir gleich dazu. Auf jeden Fall was mit Erlösung. Und dann gibt es diesen Tag, den Tag der Rache. Ich schaue nach, was im Hebräischen steht. Aber also Schlachter sagt unten im Kommentar wörtlich: „das Jahr meiner Erlösung.“ Also vermutlich, die Idee ist relativ simpel: Weil Gott rächt sich an den Heiden und befreit damit sein Volk. Deswegen ist Rache und Erlösung dasselbe Ereignis, obwohl es natürlich zwei verschiedene Dinge sind. An dem Moment, wo Gott die Feinde besiegt, ist das Erlösung für die... oder die Erlösung. Also das Wörtliche scheint eher die Erlösung zu sagen, aber wir werden gleich sehen, warum das nicht so einen großen Unterschied macht, weil die Erlösung betrifft ja die Erlösten. Erklärt sich gleich alles ein bisschen mehr, wenn wir darüber nachdenken, wo wir schon mal oder wo es noch in der Bibel diese beiden Konzepte, das Jahr der Erlösung oder das Jahr, also irgendwas, wo Gott für sein Volk eingreift und der Tag der Rache in einem Vers zusammenkommt. Kennt ihr eine andere Stelle, wo das Jahr der Erlösten oder das Jahr, also wo irgendwie das ein Jahr des Guten sozusagen, wo Gott etwas für sein Volk tut, ein Jahr und ein Tag der Rache erwähnt werden? Jesus hat es erwähnt, richtig, aber da hat er nur die Hälfte von erwähnt, das werden wir gleich sehen. Er hat nämlich dort einen Text zitiert und dann ausgelegt. Welchen Text hat er zitiert? Jesaja 61, genau, ist auf der anderen Seite der Bibel. Jesaja 61, schaut mal. Deswegen seht ihr, der Kontext ist da sehr interessant. In Jesaja 61, Vers 2, finden wir genau diese dieselbe Idee wieder. Da heißt es: „um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn und den Tag der Rache.“ Hier haben wir auch ein, hier ist jetzt das angenehme Jahr des Herrn und den Tag der Rache. Jetzt, der Kontext ist, in Vers 1 hat er gesagt: „Der Geist des Herrn, des Herrschers ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat, nämlich um die Armen zu befreien und die Blinden wieder sehen zu machen und die Gefangenen zu befreien, die Gebundenen, also den Kerker zu öffnen.“ Und deswegen ist natürlich Erlösung für die Erlösten. Das ist die Idee sozusagen. Gott greift ein, damit die, die bisher gefangen waren, die gebunden waren, die unter allen möglichen Schwierigkeiten litten, dass sie jetzt befreit werden. Das ist das angenehme Jahr, aber gleichzeitig gibt es auch einen Tag der Rache. Das ist sowohl bei Jesaja 63, als auch 61, beides zusammen.
[13:24] Jetzt, als Jesus, lasst euren Finger hier drin, als Jesus im Tempel, also nicht im Tempel, in der Synagoge, diesen Vers kurz zitiert. Schaut mal in Lukas 4, wie weit er dort zitiert. Das ist sehr interessant. In Lukas 4, lasst euren Finger an Jesaja, in Lukas 4, Vers 18, Vers 17. Lukas 4, Vers 17, da heißt es: „Und es wurde ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja gegeben und als er die Buchrolle aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben steht: ‚Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden, er hat mich gesandt, zu heilen die zerbrochenen Herzen sind, Gefangenen befreien zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehen werden, zerschlagenen freizusetzen, um zu verkündigen, das angenehme Jahr des Herrn.‘“ Punkt. Und dann sagt der nächste Vers: „Und er rollte die Buchrolle zusammen.“ Er hat mitten im Vers aufgehört und die Buchrolle zusammengerollt. Warum? Richtig, Jesus wusste, dass das angenehme Jahr des Herrn, das Jahr der Erlösung und der Tag der Rache zwar theologisch zusammengehören, aber zwei verschiedene Ereignisse in der Zeitgeschichte sind. Das sind zwei verschiedene Zeitpunkte. Das angenehme Jahr des Herrn oder diese Zeit, diese Zeit der Erlösung bezieht sich auf welche Zeit? Ganz genau, als er als Mensch auf der Erde war und dann am Kreuz starb. Also alles, was mit seiner Kreuzigung zusammenhängt, sein Dienst davor, die Taufe, die Heilung, alles bis zur Kreuzigung, das war das angenehme Jahr des Herrn, davon hat er gesprochen. Aber mit dem angenehmen Jahr des Herrn ist auch verbunden ein Tag der Rache.
[15:13] Jetzt die Juden, die haben das beides gelesen und auch gedacht, dass beides gleichzeitig stattfindet. Deswegen haben sie immer gedacht, dass der Messias, wenn er kommt, wird er Rache üben an den Römern. Das war ihr Denken. Das haben die sich nicht aus dem Finger gesogen, das war quasi ein Missverständnis des Textes. Der Tag der Rache kommt, aber er kam nicht mit dem Messias am Kreuz, sondern der Tag der Rache findet wann statt? Wann ist der Tag der Rache? Der Tag des Herrn. Das heißt, bei der Wiederkunft oder in dem Fall jetzt hier kurz davor, wenn dann die Plagen ausgegossen werden und so weiter und so fort. Diese beiden Dinge, das Kreuz und die, das heißt die Kreuz, wo Menschen erlöst werden und die Wiederkunft, wo dann Menschen verderben, hängen nach Jesaja ganz eng zusammen. Das heißt, die Verkündigung des Evangeliums führt dazu, dass Menschen entweder zum Kreuz kommen und Leben finden oder vernichtet werden, weil sie das Evangelium ablehnen. Und deswegen ist es interessant, dass in Jesaja 63 dieses Treten der Weinkelter ebenfalls mit beiden Zeitausdrücken verbunden wird. Das heißt, dieses Treten, dass Jesus die Weinkelter tritt, hat sowohl zu tun mit dem Kreuz, als auch mit der Wiederkunft.
[16:38] Und das ist interessant. Es heißt ja, niemand war bei ihm. Er hat es ganz allein getan. Worauf könnte sich das beziehen, dass er ganz allein die Weinkelter getreten hat in Bezug auf das Kreuz? Er war in Gethsemane, niemand war bei ihm. Er hat eigentlich das ganze Leben, ein Leben geführt, das niemand verstehen konnte. Ellen White sagt an einer Stelle, sein ganzes Leben hat er eigentlich die Weinkelter alleine getreten, weil niemand konnte ihn wirklich verstehen, wie es ihm ging, weil niemand hatte so einen Charakter wie er. Niemand hatte so eine außergewöhnliche Position wie er. Und dann natürlich in einem besonderen, intensiven Maße, als er am Kreuz hing. Da war buchstäblich niemand mehr bei ihm. Der Vater war zwar physisch recht nah, aber trotzdem waren sie getrennt durch die Sünde. Hat Jesus am Kreuz die Weinkelter getreten? Offensichtlich. Was passiert?
[17:47] Die Weinkelter in Offenbarung ist ein Symbol für die Bosheiten und die Schlechtigkeiten der Sünder. Die Menschen werden am Ende für ihre Sünden gestraft. Am Kreuz hat Jesus die Strafe der Sünder auf sich genommen. Er hat sozusagen, wenn ihr so wollt, das Blut der Sünder hat ihn bespritzt. Die bösen Taten, die Frucht der Sünder ist ihm angelastet worden. Er hat sich besudelt mit den Weintrauben der Bösen sozusagen. Und das ist eigentlich dieses Bild von dem Messias, der in diese roten Kleider getaucht ist. Er hat sich besudelt. Er ist befleckt worden durch die Sünden, die auf ihn gelegt wurden sozusagen. Und das ist wichtig, um zu verstehen, warum Jesus dann die Ungläubigen am Ende vernichtet. Er hat ja am Kreuz, in Gethsemane und am Kreuz, wie viele Sünden getragen? Alle. Er hat für alle Menschen bezahlt. Er hat für alle Menschen die Weinkelter getreten. Er hat all das auf sich genommen. Niemand hat ihm geholfen. Er hat es ganz allein getan für die Menschen. Und dann gibt es aber Menschen, die nicht bereit sind, das anzunehmen. Das ist sehr erstaunlich. Und sie müssen dann die Strafe, die Jesus schon am Kreuz bezahlt hat, doch selbst bezahlen. Doch selbst bezahlen. Und die Bibel sagt, er ist ganz allein. Niemand kann das so intensiv nachfühlen wie Jesus. Wenn Jesus am Ende Menschen vernichtet, dann wird er das tun mit einem Herzen, das man kaum beschreiben kann. Denn er wird sich bewusst sein, dass all das, wofür er sie jetzt vernichtet, er schon längst selbst für die erduldet hat. Und deswegen sagt er: „Niemand kann mich verstehen. Ich bin ganz allein.“ Deswegen nennt die Bibel auch dieses Werk der Vernichtung der Ungläubigen Gottes seltsames Werk. Es macht ihm keine Freude. Er hätte gern lieber, dass alle am Kreuz, also nicht mal, dass alle durch das Kreuz gerettet werden.
[20:22] Gehen wir ein Stück weiter. Schauen wir in Matthäus 26. Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, dass wir gesprochen haben über den Kelch Gottes. Oder? Schaut mal, Matthäus 26 und dort Vers 39. Matthäus 26 und dort Vers 39. „Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber. Doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst.“ In diesem Kelch war der Zorn Gottes enthalten. Er hat ja den Zorn Gottes getrunken. Er hat die Strafe für die Sünden auf sich genommen.
[21:36] Und ihr könnt euch daran erinnern, vielleicht, dass wir, als wir über die dreifache Engelsbotschaft gesprochen haben, über die dritte Engelsbotschaft, dass wir gesagt haben, wir brauchen den Zorn Gottes nicht zu trinken, weil Jesus schon ihn für uns getrunken hat, wenn wir das akzeptieren. Und das ist genau dieses Bild. Er hat die Weinkelter eigentlich schon getreten für uns. Aber dann am Ende werden doch Menschen in dieser Weinkelter zerstampft und zertreten werden, weil sie mit der Sünde sich so sehr verbunden haben. Übrigens, wenn am Ende die Menschen vernichtet werden, dann werden sie wissen, dass sie zu weit gegangen sind. Sie werden wissen, dass es keine Gnade mehr gibt. Es heißt ja, dass dieser Zorn eingeschenkt ist, also unvermischt, dass er ohne Gnade ist. Und wisst ihr, es gibt jemanden, der kann dann sogar mit ihnen mitfühlen. Das ist Jesus selbst. Denn Jesus ist derjenige, er weiß, wie es ist, in der Gegenwart eines heiligen Gottes zu sein und keine Gnade zu bekommen. Als am Kreuz hing, hat Gott ihn ja angeschaut, als wäre er der Sünder. Also Jesus war ja genau quasi emotional und geistlich gesehen, sondern genau in der Situation, wo jetzt die Ungläubigen sind. Und wenn er sie vernichten muss, dann vernichtet er Menschen, von denen er genau weiß, wie sie sich jetzt fühlen. Aber im Gegensatz zu Jesus haben sie halt, nicht wahr, es verdient, weil sie sich gegen Gott gewandt haben. Aber das ist ein so interessantes Bild, weil es eigentlich zeigt, wie sehr das Evangelium auch in dieser Vernichtung der Gottlosen noch zum Tragen kommt. Ja, wie sehr Jesus eigentlich mit involviert ist. Er hat den Kelch schon längst getrunken. Er hat sich schon längst von ihrem Blut bespritzen lassen und doch muss er jetzt noch mal ihr Blut vergießen. Er ist für sie schon gestorben. Er hat eigentlich sein Blut für sie gegeben und jetzt muss doch ihr Leben genommen werden. Das ist ziemlich tragisch.
[23:47] Jetzt, was bedeutet es, dass es außerhalb der Stadt geschieht? Das heißt ja, die Kelter wurde außerhalb der Stadt getreten. Woran denkt er bei den Worten außerhalb der Stadt? Die Kreuzigung Jesu war auch außerhalb der Stadt und das wurde schon im alttestamentlichen Opferdienst angedeutet. Nämlich, dort gab es bestimmte Opferzeremonien, wo die Tiere außerhalb des Lagers getötet worden sind. Ich kann mich erinnern an diese rote Kuh, außerhalb des Lagers geschlachtet und auch andere Opfertiere wurden oft außerhalb des Lagers verbrannt. Genau, der Bock von Asasel wurde aus dem Lager rausgeschickt, aus dem Lager, das bedeutete, abgeschnitten von der Gemeinschaft mit Gott, abgeschnitten aus dem Volk Gottes. Als Jesus aus dem Tempel und dann aus dem Verhör und so weiter rausgebracht wird, als er außerhalb der Stadt gebracht wird, sollte damit ausgedrückt werden, er war abgeschnitten von Gott, abgeschnitten von der Gemeinschaft der Gläubigen aus der Gemeinde. Und das ist ja genau das, was die Ungläubigen erleben. Sie sind dann ausgeschlossen von Gott. Sie sind buchstäblich außerhalb der Stadt und das wird dann deutlich werden, wenn sie dann wieder auferstehen werden, dann finden sie sich nämlich buchstäblich wo wieder? Wenn sie auferstehen werden nach den tausend Jahren? Außerhalb der Stadt. Die tausend Jahre dann, nach den tausend Jahren, da wird das buchstäblich sichtbar, was hier jetzt geistlich der Fall ist. Sie sind außerhalb der Stadt, abgeschnitten. Das heißt, schon auch in dieser Wortwahl außerhalb der Stadt wird deutlich, dass diese Menschen jetzt von Gott und seiner Gnade abgeschnitten sind und dass sie eigentlich im Grunde genommen das noch mal erleben, was Jesus auf Golgatha erlebt hat. Und da Jesus das für sie erlebt hat, zeigt das, wie unnütz, wie unsinnig das eigentlich ist, dass sie das unbedingt noch mal haben wollen.
[25:40] Jetzt. Schauen wir mit mir in Joel, nochmal, da haben wir schon auch die letzten Male darauf Bezug genommen, aber wir wollen es mal ganz kurz machen. In Joel Kapitel 4, da sieht man es auch nochmal schön mit der Stadt. In Joel 4 und dort Vers 12. Joel 4 und dort Vers 12. Dort heißt es: „Die Heidenvölker sollen sich aufmachen und in das Tal Josaphat hinaufziehen. Dort will ich zu Gericht sitzen über alle Heidenvölker ringsum. Das ist dieses Bild von der Strafe an den Ungläubigen. Legt die Sichel an, denn die Ernte ist reif. Kommt und tretet, denn die Kelter ist voll. Die Kufen fließen über. Das ist auch im Offenbarung 14,20 bis an die Säume der Pferde. Denn ihre Bosheit ist groß. Scharen um Scharen treffen ein im Tal der Entscheidung. Denn nahe ist der Tag des Herrn im Tal der Entscheidung. Sonne und Mond kleiden sich in Trauer und die Sterne verlieren ihren Schein.“ Und dann Vers 16: „Und der Herr wird aus Zion brüllen und von Jerusalem her seine Stimme hören lassen. Das Himmel und Erde zittern, aber der Herr ist eine Zuflucht für sein Volk und eine feste Burg für die Kinder Israels.“ Das heißt, die Stadt ist buchstäblich die Stadt Jerusalem. Hier ist dieses Bild. Das Bild wird verwendet von der Stadt Jerusalem auf dem Berg Zion und vor der Stadt sind die Heidenvölker. Und die werden jetzt getreten. Die Kelter wird getreten. Und wie Offenbarung 14 sagt, das Blut geht bis an die Säume der Pferde.
[27:20] Und wie lang, was sagt die Offenbarung? Wie lang? 1600 Stadien. Jetzt, wie lang ist ein Stadion? Ein Stadion, also Stadion meint ja jetzt nicht, dass Stadion heute das heutige Fußballstadion, sondern es war damals die Distanz zum Laufen. Nee, ist weniger. Ein Stadion ist 185 Meter. Genau, ja, das war so mehr für einen Sprint. Über einen Kilometer, da wäre ich gar nicht angekommen, wenn die gesprintet wären. 185 Meter und 1600 Stadien. Ich weiß nicht, wer von euch mal einen Leistungskurs hatte. 296 Kilometer. 296 Kilometer ist kein Pappenstil, das ist ungefähr so viel wie von Stuttgart bis nach Bonn oder von Stuttgart bis nach Bern. Und diese Entfernung, stellt euch vor, auf dieser Entfernung geht das Blut bis an die Zäume der Pferde. Ich weiß nicht, wie groß, wo hat ein Pferd seine Zäume? Vielleicht einen Meter? Kommt auf die Größe des Pferdes an. Es gibt kleine Ponys, es gibt große. Die sind schon groß, ne? Ein Pferdekopf? Na ja, sagen wir 1,50. Also mindestens 1,50 oder so, ja. Also das ist, und dann 296 Kilometer. Es gibt manche Ausleger, der Bibeltext ist nicht ganz so klar. Manche denken, dass es sich eigentlich sogar quasi, dass diese 296 in beide Richtungen sind. Also 296 so und 296 so. Das wäre dann ungefähr eine Fläche so groß wie Österreich. Mit Blut. Das heißt, die Idee ist, wenn man jetzt in einem Schlachtfeld, stellt euch vor, ihr kommt zu einem Schlachtfeld und ihr schaut von dem Berg runter in das Tal und ihr seht nicht einfach nur Leiber, ihr seht nicht einfach nur zerfetzte Körperteile, ihr seht nicht einfach nur ein bisschen Blut, sondern ihr seht einen See von Blut. So tief, dass die Pferde sich kaum bewegen können, weil das Blut ihnen bis an die Zäume geht, dass sie kaum, also ja, dass sie fast schwimmen müssen. Das ist Bild. Das bedeutet, hier ist eine absolute Niederlage. Das ist absolute Destruktion. Das ist fast eines der stärksten Bilder, die man sich vorstellen kann, um deutlich zu machen, die feindliche Armee ist völlig besiegt. Das ist letztendlich die Idee.
[30:00] Also viele Theologen haben sich den Kopf zerbrochen, ob diese 1600 Stadien eine symbolische Bedeutung haben. Ich meine, es fällt schon ein bisschen auf, das ist mal wieder eine Quadratzahl. 1600, wenn man die Wurzel daraus sieht, das ist 40 hoch 2. 40 ist in der Bibel schon auch eine interessante Zahl, kommt oft vor. Aber der Text sagt jetzt nicht so viel explizit aus, warum das 1600 sind. Das heißt, vielleicht sollte man das nicht zu überinterpretieren. Also wenn ihr da noch eine gute Idee dazu habt, bin ich interessiert. Früher haben Leute geglaubt, das wäre die Gesamtlänge Israels, aber das ist sehr spekulativ. Das stimmt auch nicht wirklich. Es gibt ja noch andere Zahlen, Offenbarungen, die so ein bisschen auch Quadratzahlen sind. 144.000 ist 12 mal 12 mal 1000 zum Beispiel. Also die Offenbarung spielt da so ein bisschen auch mit Zahlen und die 40 hat schon auch seine Bedeutung an verschiedenen Stellen. Aber wie dem auch sei, die Grundidee ist sehr deutlich. Wenn Gott dann in der Wiederkunft die Ungläubigen richten wird, dann wird er sie so vollständig richten. Da bleibt nichts übrig, da bleibt niemand übrig. Dieser Sieg Gottes wird so vollständig sein, dass man es sich nicht vollständiger vorstellen kann. Und das ist natürlich letztendlich auch eine gute Nachricht, weil dieser Tag der Rache dann das Jahr der Befreiung auch wiederum ist für Gottes Volk, die dann in den Himmel kommen. Aber dass man nicht vergessen darf ist, Gott sagt nicht nur seinen triumphalen Sieg voraus, einen Sieg der so groß ist, dass noch kein Feldherr jemals eine solche Niederlage anderen beigebracht hat. Er sagt auch durch dieses Bild von der Kelter, dass es ihm selbst am schmerzhaftesten ist, weil er selbst diese Kelter erlebt hat. Er hat selbst diese Sünden, für die sie jetzt gestraft werden, ja schon auf sich genommen. Und wenn man sich das vor Augen führt, dann ist es schon ziemlich tragisch. Kein Mensch muss eigentlich verloren gehen. Und die Tatsache, dass so viele verloren gehen, dass so viel Blut dann fließt, übrigens zeigt auch, wie effektiv das Blut Jesu ist, wie viel hätten gerettet werden können. Also wenn ihr darüber nachdenkt, wie viel Sünden noch hätten beglichen werden können, dann sollten wir niemals zu der Idee kommen, dass Gott nicht mehr genügend Gnade hat, um meine Sünden zu vergeben. Es bleibt dann noch so viel Sünde übrig, die hätte vergeben werden können. Da ist mehr als genug Gelegenheit für uns, Vergebung zu bekommen. Ich denke, jeden Tag sollten wir uns auf neue darauf besinnen, dass wir unsere Sünden Jesus geben, unser Leben ihm täglich anvertrauen, weil er die Kelter von uns schon getreten hat, weil er schon unsere Sünden auf sich genommen hat und weil er schon diesen Kelch getrunken hat. Da können wir ihm dankbar sein und ihm folgen und fröhlich sein und diese Erlösung in Anspruch nehmen. Amen. Dann lasst uns doch gemeinsam beten und dazu niederknien.
[33:07] Lieber Vater, wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir auch diesen Vers der Offenbarung beleuchten durften, dass wir sehen konnten, dass deine Liebe so groß ist, dass du bereit warst, Jesus zu senden, der all das schon längst erlitten hat, was einmal den Gottlosen bevorsteht. Und wenn wir das sehen, dann wissen wir, dass wir, wenn wir an Jesus glauben und Jesus zu unserem Erlöser machen, all diese Schrecken der Trübsalszeit nicht fürchten brauchen, weil Jesus hat alles schon bezahlt, Jesus hat für uns alles schon erlitten und wenn wir uns in ihm bergen, dann dürfen wir sicher sein. Und in diesem Vertrauen danken wir dir und wollen uns unser Leben dir wieder in die Hände geben. Ich bitte, dass du uns Schritt für Schritt führst, dass in unserem Leben eine gute Ernte heranreift, keine schlechte. Bitte hilf uns, dass wir uns bewusst machen, dass wir jeden Tag mit unseren Taten, Worten, Gedanken beitragen zu jener Charakterentwicklung, dass es am Ende nicht die gelegentlichen guten oder schlechten Taten gewesen sind, sondern der generelle Trend unseres Lebens, der darüber entscheidet, wo wir einmal sein werden. Wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, Tag für Tag auf den Geist zu sehen, das Gute zu sehen und deinen guten Samen in unser Herz zu lassen, damit wir einmal von dir geerntet werden können in den Himmel hinein. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
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