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In dieser Predigt wird Offenbarung 14, Vers 7 im Detail beleuchtet, insbesondere die Aussage „denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen“. Christopher Kramp erklärt die biblischen Grundlagen des Gerichts, beginnend bei Henoch und Prediger, und zeigt die Verbindung zur ersten Engelsbotschaft auf. Er widerlegt die Annahme, dass das Gericht mit der Kreuzigung Jesu begann, und legt dar, wie die Prophezeiungen in Daniel 7, 8 und 9 auf einen spezifischen Zeitpunkt für den Beginn des Gerichts hinweisen, der nach dem Kreuz liegt und mit der Reinigung des Heiligtums zusammenhängt. Die Predigt betont die untrennbare Verbindung zwischen dem Evangelium und dem Gericht und unterstreicht die Bedeutung dieses Zeitpunkts für das Verständnis unserer Zeit.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarung-Seminar und zur dritten Folge, die sich mit Offenbarung 14 Vers 7 beschäftigen wird. Heute wird es ein bisschen mathematisch und vor allem prophetisch. Und ich hoffe, ihr freut euch auf ein Thema, das ihr eigentlich wahrscheinlich so gut kennt, dass jeder von euch jetzt gleich einspringen könnte hier vorne.

[0:21] So sollte es zumindest sein. Und auch euch, die ihr jetzt live zuschaut oder später es anschaut, möchten wir ans Herz legen, dieses Thema so gründlich zu studieren, dass jeder von uns das bei Gelegenheit, am passenden Zeitpunkt, mit dem passenden Moment erklären kann.

[0:37] Es geht um die Stunde seines Gerichts. Nächste Woche werden wir über das Gericht sprechen, über was dort innerlich passiert, aber heute wollen wir über die Stunde sprechen, über den Zeitpunkt, über die Berechnung, über die Prophetie. Und dazu brauchen wir Gottes Geist. Und deswegen möchte ich euch einladen, dass wir gemeinsam niederknien, wo es möglich ist.

[0:54] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass wir zu dir kommen können, um dein Wort zu studieren. Hab Dank, dass du jeden, der mit der Bereitschaft etwas zu lernen von der Wahrheit, dass du jeden annimmst und nicht zurückstößt. Hab Dank, dass dein Heiliger Geist an jedem Menschen wirkt und auch an uns. Und hab Danke, dass wir die Möglichkeit haben, jetzt, wo Gnadenzeit ist und wo die Zeit ist, sich vorzubereiten, unsere Augen wieder zurückzurichten auf die Wahrheit, auf das Fundament, auf dem wir stehen. Du weißt, dass wir so oft uns mit Nebächlichkeiten beschäftigen oder uns in Dingen verfangen, die nicht gut für uns sind. Und wenn wir jetzt zurückschauen, uns wieder fokussieren wollen auf das Fundament unserer Botschaft, auf den Grund, auf dem wir stehen, warum wir überhaupt hier in dieser Bewegung sind, dann möchten wir dich bitten, dass du uns deinen Heiligen Geist schenkst, dass wir Klarheit bekommen, dass wir Weisheit bekommen und dass wir es auch deutlich sehen und nicht einfach nur glauben, als jemand anders gesagt hat, dass wir selbst es in der Bibel sehen, warum wir in dieser Zeit leben, in der wir leben. Ich möchte dich bitten, dass du alle Störende fernhältst und dass du uns ein weises Herz schenkst. Im Namen Jesu. Amen.

[2:17] Offenbarung 14 Vers 7. Wir haben dort schon angeschaut, die ersten beiden Aspekte: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre.“ Wir haben gelernt, Gott zu fürchten bedeutet, das Böse zu hassen, ihn so sehr zu lieben, dass man sich davor fürchtet, das Böse zu tun. Wir haben gesehen, dass Sünde letztendlich immer auch ein Problem der Liebe ist, ein Mangel an Liebe, vielmehr gesagt. Und unser Ziel war es und soll es immer wieder sein, jeden Tag aufs Neue, denn ich glaube, wir alle wissen, dass wir das nicht einmal vornehmen können und dann ist es ein Selbstläufer, dass wir Gott wirklich von ganzem Herzen fürchten, damit wir nicht gegen ihn sündigen, aus Liebe zu ihm.

[3:08] Und dann haben wir gesehen: „Gebt ihm die Ehre“ bedeutet was? Könnt ihr euch daran erinnern, was es bedeutet, Gott die Ehre zu geben? Aus Dankbarkeit eine Reaktion zu geben. Wir haben gelernt, dass dieser Samariter, der geheilt worden ist, von den zehn, nur er kam zurück, um Gott die Ehre zu geben. Er war dankbar. Und wir haben gelernt, dass es bedeutet, Gott Recht zu geben, dass Gott Recht hat mit dem, was er sagt, dass wir so leben, dass deutlich wird, Gott hat Recht, auch wenn er etwas über Essen und Trinken sagt, über Schlafen und über Lebenswandel sagt, Gott hat Recht. Und aus Dankbarkeit für die Erlösung, die er uns schenkt, aus Dankbarkeit für seine Gnade und Güte und Langmut und Liebe wollen wir so leben, wie er es sagt, weil er Recht hat. Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, heißt letztendlich, dass wir aus Liebe seine Gebote halten. Das ist, was es am Ende heißt, haltet seine Gebote, so heißt es ja im Prediger.

[4:08] Und jetzt kommt die Begründung für das. Das ist ein zweifacher Aufruf in der ersten Engelsbotschaft: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre.“ Und jetzt kommt die Begründung: „Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ Und heute wollen wir uns, wie gesagt, um diese Stunde des Gerichts kümmern.

[4:27] Wann hat es zum ersten Mal irgendwo von jemandem mal gepredigt worden, dass es ein Gericht geben wird? Wer war der Erste, der von einem Gericht gepredigt hat? Einem kommenden Gericht? Noah hat von einem kommenden Gericht gepredigt, aber noch vor Noah. Henoch. Genau. Und zwar, wo finden wir seine Predigt, seine Weissagung über das Gericht? Die finden wir im Buch Judas. Schaut mal in Judas, direkt vor der Offenbarung, dass dieser Vers, den wir immer zitieren, wenn es darum geht, die, ja, werdet ihr gleich sehen.

[5:10] Judas, Judas 1 Vers 14. Dort heißt es: „Von diesen aber hat auch Henoch, der Siebte nach Adam, geweissagt, in dem er sprach: Siehe, der Herr kommt mit seinen heiligen Zehntausenden.“ Was ist das für ein Ereignis hier, wenn der Herr kommt mit seinen heiligen Zehntausenden? Die Wiederkunft. Das ist ja der Vers, den wir benutzen, um zu zeigen, dass von Beginn der Menschheit an Menschen mit der Wiederkunft gepredigt haben. Aber schaut mal, wie es weitergeht, Vers 15: „Um Gericht zu halten über alle und alle Gottlosen unter ihnen zu strafen wegen all ihrer gottlosen Taten.“ Also, wer wird gerichtet? Alle. Und wer wird gestraft? Die Gottlosen. Seht ihr, das ist ein Unterschied. Alle werden gerichtet, die Gottlosen werden gestraft. Das heißt, Gericht und Strafe sind zwei verschiedene Dinge. Oftmals wird das als eins gedeutet, aber Gericht hat zwei Aspekte und eine davon ist Strafe.

[6:21] Die Gottlosen werden im Gericht gestraft. Übrigens, wenn sie bei der Wiederkunft schon ihre Strafe bekommen, folgt daraus, dass schon vorher das Gericht am Gange sein muss. Das ist ein erster wichtiger Gedanke, denn bei der Wiederkunft bekommen sie die Strafe in diesem Gericht. Und die Strafe ist ja Teil des Gerichtes, aber nicht der Anfang des Gerichtes. Vor der Strafe gibt es ja immer eine Untersuchung. Und was genau wird dort gestraft? Weswegen werden sie gestraft? Wegen zwei Dingen. Ihre Werke oder auch Taten übersetzt und? Also für ihre Taten und ihre Worte. Also das Gericht hat zu tun mit Worten und Taten. Natürlich noch mehr, da werden wir nächstes Mal drauf eingehen, wenn wir über die Natur des Gerichtes sprechen. Aber ich will euch ein bisschen heute erstmal über die Stunde des Gerichts studieren.

[7:22] Schlagt mir mit mir den Vers auf, von dem wir letztes Mal schon gesehen haben, dass er der totale Parallelvers zu Offenbarung 14 Vers 6 und 7 ist. Könnt ihr euch erinnern? Welcher Vers die deutlichste Parallele zur ersten Engelsbotschaft ist im Alten Testament? Da gab es einen Text, der hatte vier oder fünf Parallelen zu Offenbarung 14 Vers 6 und 7. Da heißt es auch: „Fürchte Gott.“ Da ist es auch eine, dass es für alle Menschen gilt. Da heißt es auch, dass es ein Gericht gibt. Prediger 12. Merkt euch das. Die erste Engelsbotschaft ist im Grunde genommen nur eine Adaption von Prediger 12 Vers 13 und 14.

[8:07] Prediger 12 Vers 13 und 14. Schaut mal, was hier steht. Prediger 12 Vers 13 und 14. „Lasst uns die Summe aller Lehre hören.“ Das ist wie das ewige Evangelium. „Fürchte Gott und halte seine Gebote.“ In Offenbarung heißt es: „Fürchte Gott und gebt ihm die Ehre.“ „Denn das macht den ganzen Menschen aus.“ Und das gilt für alle Menschen, so wie Offenbarung sagt, für alle Nationen, Völker, Stämme, Sprachen. Und jetzt kommt Vers 14, ebenfalls derselbe Grund. So wie es heißt: „Fürchte Gott und gebt ihm die Ehre.“ „Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ Hier heißt es: „Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen, samt allem Verborgenen, es sei gut oder böse.“ Also wiederum nicht nur die Strafe, sondern beides. Das Gute und das Böse wird gerichtet.

[8:56] Übrigens, was ist der Unterschied von Prediger 12 Vers 14 zu Offenbarung 14 Vers 7? Also, was ist der Unterschied zwischen Prediger 12 Vers 14, also wo Gott sagt: „Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen“, zu Offenbarung 14 Vers 7, zur ersten Engelsbotschaft? Seht ihr da irgendeinen Unterschied? Die Zeit. Seht ihr das? Zur Zeit von Salomo heißt es: „Er wird es tun.“ Während Offenbarung 14 Vers 7 sagt: „Es ist gekommen.“

[9:24] Schlagt mal mit mir auf in Johannes Kapitel 12. Es gibt heute einige, also euch ist vielleicht aufgefallen, dass die allermeisten Christen gar nicht so viel über Offenbarung 14 sagen. Also, wenn Leute, auch Leute, die sehr die Bibel studieren und sehr an der Bibel festhalten, niemand hat so wirklich Offenbarung 14 so im großen Fokus. Also, ich kenne keine andere Kirche, die jetzt große Bürde hätte für Offenbarung 14 als eine besondere Botschaft. Das liegt daran, auch zum Teil, weil man dort langläufig glaubt, dass Offenbarung 14 einfach nochmal so allgemein die Beschreibung des Evangeliums seit Jesus ist. Unter anderem deswegen, weil es hier heißt in Johannes 12 Vers 31.

[10:07] Johannes 12 Vers 31. Dort heißt es: „Jetzt ergeht ein was?“ „Ein Gericht über diese Welt. Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden.“ Frage: Wann, auf welchen Zeitpunkt bezieht sich Jesus hier? „Nun ergeht oder jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt. Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden.“ Von der Kreuzigung. Das ist ganz deutlich. Und deswegen argumentieren viele Leute außerhalb unserer Gemeinde und leider manchmal sogar auch einige wenige innerhalb der Gemeinde, die sagen: „Schau her, zur Zeit von Jesus, als er gekreuzigt worden ist, gab es ein Gericht. Jesus sagt ganz deutlich: ‚Jetzt ist das Gericht. Jetzt wird der Fürst hinausgeworfen‘ und das war das Evangelium, oder?“ Und wenn Offenbarung 14 Vers 7 sagt oder Vers 6 sagt: „Ein ewiges Evangelium“ und dann heißt es: „Denn die Stunde des Gerichts ist gekommen“, dann bezieht sich das auf die Kreuzigung. Könnt ihr das sehen, warum das Leute glauben? Seht ihr die Logik dahinter?

[11:16] Also, es ist auf jeden Fall erstmal, auf den ersten Blick ist es logisch. Jesus sagt, das Kreuz ist ein Gericht und am Kreuz, das Kreuz ist das Evangelium, da gibt es keine Frage. Und dann Offenbarung 14 Vers 7 haben wir ein Evangelium, das ewige Evangelium, da heißt es: „Die Stunde des Gerichts ist gekommen.“ Das Problem an der Sache ist, dass wir gesehen haben, dass Offenbarung 14 eine Parallelstelle ist zu Prediger 12 Vers 13 und 14. Das haben wir deutlich jetzt gesehen, nicht wahr? Ohne Frage.

[11:52] Was wird in Prediger 12, könnt ihr euch erinnern, was wird in Prediger 12 Vers 13 und 14 gerichtet? Worte, Taten, geheime Dinge. Was wird in Johannes 12 gerichtet? Der Satan. Steht dort irgendwo etwas, dass die Menschen gerichtet werden? Dass das Verborgene der Menschen jetzt geoffenbart wird, dass es untersucht wird? Der Fürst dieser Welt wird hinausgeworfen. Das heißt, das Gericht am Kreuz war ein Gericht über Satan.

[12:30] Es wird ganz deutlich, wenn wir jetzt die nächsten Texte lesen, dass die neutestamentlichen Schreiber wussten, dass dieses Gericht von Prediger 12 Vers 13 und 14, das was der weise Salomo gesagt hatte, dass das noch in der Zukunft ist, nach dem Kreuz. Also, Kreuz war 31 nach Christus, da wurde der Satan gerichtet, aber das war noch nicht der Beginn dieses Gerichtes hier, von dem Offenbarung 14 Vers 7 die Wiederholung ist.

[12:55] Schaut mal mit mir zwei Texte an in Römer. Erst in Römer und zwar in Römer Kapitel 2. Schaut mal in Römer Kapitel 2 und dort Vers 4. 4 bis 6. Römer 2 Vers 4 bis 6. „Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut und erkennst nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet? Aber aufgrund deiner Verstocktheit und deines unbußfertigen Herzens häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zornes und der Offenbarung des was?“ „Des gerechten Gerichten Gottes, der jedem vergelten wird nach seinen Werken.“ Und dann kommt Vers 7 denen, die mit Ausdauer das Gute getan haben, und Vers 8 denen, die selbstsüchtig und ungehorsam gewesen sind.

[13:58] Jetzt Römer 2. Passt der besser zu Prediger 12 oder zu Johannes 12? Zu Prediger. Das ist das Gericht hier, oder? Seht ihr das? Das ist genau das, was Prediger sagt. Jesus sagt zwar am Kreuz wird der Satan gerichtet, aber Paulus sagt uns, das Gericht hier, was der Prediger gemeint hat, wo die Werke gerichtet werden, die Taten, das Gute und das Böse, das sagt er, das kommt noch.

[14:25] Schaut mal, was er sagt in Vers 16. Vers 16. „An dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird.“ Was ist das für eine Zeitform? Zukunft. Und jetzt schaut mal den nächsten Satz an. Das ist phänomenal. Wie geht es weiter? „Nach meinem Evangelium.“ Wie heißt die Botschaft hier? Das ewige Evangelium. Paulus hat die dreifache Engelsbotschaft gepredigt. Er hat nämlich gesagt: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts wird kommen.“ Das ist, was er sagt.

[15:15] Nach meinem Evangelium. Das ist, was er sagt. Nach meinem Evangelium, da wird es einen Tag geben. Die erste Engelsbotschaft zur Zeit von Paulus hieß nicht: „Die Stunde seines Gerichts ist gekommen“, sondern die Engelsbotschaft zur Zeit von Paulus hieß: „Das ewige Evangelium war, die Stunde seines Gerichts wird kommen.“ Wie zur Zeit von Salomon. Das war das Evangelium. Das Evangelium hat schon immer beinhaltet, dass es ein Gericht geben wird. Das ist keine Erfindung der Adventisten. Das hat der Paulus gepredigt.

[15:47] Noch ein Vers, der das sehr deutlich macht. Apostelgeschichte. Apostelgeschichte 17. Immer wieder gerne gefragt, wo ist der Paulus in Apostelgeschichte? Athen. Genau. 17. Da warst du schneller mit der Antwort als ich mit meiner Frage. Apostelgeschichte 17. Da haben wir den Paulus in Athen. Dort schlägt er sich mit den ganzen Philosophen rum. Ihr wisst, die athenischen Philosophen waren sehr philosophisch. Und er hat versucht, sie mit Argumenten zu gewinnen. Aber irgendwann sagt er etwas, was äußerst spannend ist. Schaut mal, was er sagt in Vers 31.

[16:24] „Weil er einen Tag festgesetzt hat.“ Was heißt das, wenn ich einen Tag festsetze? Das ist ein Datum. Und zwar im Voraus wird gesagt, an dem und dem Datum wird es geschehen. Es ist festgesetzt. Und er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird, durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.“ Klare Frage: Das ist Jesus. Jesus wird die Welt richten. Deswegen sagt er auch in Johannes 5, dass alles Gericht vom Vater ihm übergeben worden ist. Der Vater richtet niemanden. Alles Gericht ist ihm übergeben worden.

[17:11] Wir haben also mindestens zwei Texte im Neuen Testament, in Apostelgeschichte 17, Vers 31, und in Römer 2, Verse 4 bis 6 und 16, die deutlich machen, dass das Gericht, von dem Prediger spricht, und deswegen auch Offenbarung spricht, nach dem Kreuz sein muss. Könnt ihr das sehen? Das kann nicht während der Kreuzigung sein, weil Paulus, der spricht ja nach der Kreuzigung, oder? Ohne Frage spricht er nach der Kreuzigung. Sagt doch, es ist in der Zukunft.

[17:40] Das heißt, wenn euch jemand mal erzählen möchte: „Ja, ja, ihr mit eurer ersten Engelsbotschaft, das bezieht sich doch schon allgemein auf das, die ganze christliche Ära, seit Jesus gestorben ist, hat das Gericht begonnen.“ Könnt ihr sagen: „Moment mal, sowohl der Salomo als auch der Paulus, als auch der Johannes, sagen etwas anderes. Das ist eine ganz eindeutige Lehre durch das Alte und Neue Testament hindurch. Es gibt einen bestimmten Zeitpunkt für das Gericht, nach der Kreuzigung. Irgendwann nach, ja.“

[18:09] Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und lesen Prediger wieder. Der Salomo hatte einiges darüber zu sagen. Schaut mal, Prediger, Kapitel 8, Vers 5.

[18:30] Prediger, Kapitel 8, Vers 5. Der Vers ist super. Wenn euch jemand mal sagt, man kann es aber nicht wissen, wann. Schaut mal, Prediger 8, Vers 5. Dort steht: „Wer das Gebot bewahrt, der will nichts von einer bösen Sache wissen.“ Das ist ein bisschen wie Josef. „Und das Herz des Weisen weiß um Zeit und Gericht.“ Einfach nur, weiß um Zeit und Gericht.

[19:00] Also, diese Frage von der Stunde des Gerichts, von dem Zeitpunkt, den Gott festgesetzt hat, ist eine Sache. Dazu braucht man Weisheit. Kennt ihr in der Bibel eine Person, die besonders weise war? Außer Salomo? Daniel. Heißt das nicht, dass er besonders verständlich war? Ein vielgeliebter, der besonders weise war? Ein weiser Daniel. Um Stunde und Gericht weiß, dass Gott es ihm geoffenbart hat, damit alle, die verständlich sind, die leuchten wie die Himmelsfeste, alle, die Daniel lesen und studieren, die hin und her rennen und suchen, dass alle wissen können, wann das Gericht ist. Und was wir jetzt machen, ist eine 15-Minuten-Berechnung der Stunde des Gerichts. Weil ihr alle gut im Vordergrund seid, kriegen wir das ganz schnell auf die wesentlichen Punkte hin.

[19:57] Wo müssten wir anfangen, wenn wir wissen wollen, wo das Gericht anfängt? Bei Daniel, wo? Daniel 8. Daniel 8 ist gut, aber ich würde nicht bei Daniel 8 anfangen. Daniel 7. Warum Daniel 7? Weil dort erst mal das Gericht erwähnt wird. In Daniel 8 wird das Gericht mit Namen ja gar nicht erwähnt. Schauen wir jetzt mal in Daniel 7.

[20:23] In Daniel 7, genau, wenn die Throne aufgestellt wurden. Implikation ist, wenn Throne aufgestellt wurden, dann werden sie bewegt. Ein Thron kann nur aufgestellt werden, wenn er bewegt wird. Da wird ein Thron, wenn Throne bewegt. „Und ein Hochbetagter sich setzte. Sein Gewand war schneeweiß und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle. Sein Thron war ein Feuerflamme und dessen Räder ein brennendes Feuer.“ Wer ist das, der hier beschrieben steht? Das ist Gott, der Vater. Das ist kein Zweifel. Wenn man sich setzt auf einen Thron, der vorher bewegt worden ist, welcher Thron ist da bewegt worden? Genau, sein Thron. Komische Frage, leichte Antwort. Aber es ist wichtig. Gottes Thron ist bewegt worden. Könnt ihr das sehen? Das haben damals die Milleriten übersehen. Das ist ja das, was Hiram Edson 1844 am 23. Oktober in diesem Kornfeld sich überlegt hat, was er gesehen hat. Der Thron muss sich bewegt haben. Der hat sich bewegt. Wo hat er sich denn hinbewegt? Er hat sich bewegt.

[21:27] Und dann fährt er fort: „Ein Feuerstrom ergoss sich und ging von dem aus. Tausend mal tausend und dienten ihm. Und zehntausend mal zehntausend standen vor ihm.“ Wer sind das, die tausend mal tausend und zehntausend mal zehntausend? Scharf nachdenken. Wer sind die tausend mal tausend? Keine Überlegung. Die Engel. Welcher Vers sagt uns das? Tausend mal tausend, zehntausend mal zehntausend? Das stimmt auch. Offenbarung. Gibt es einen Vers? Offenbarung. Fünf Vers. Elf. Könnt ihr euch aufschreiben. Fünf Vers, Elf ist der Parallelvers. Dort wird von tausend mal tausend, zehntausend mal zehntausend Engeln gesprochen, die um den Thron sind. In Gegenwart der Engel, das ist vor dem gesamten Universum, wird der Thron Gottes bewegt.

[22:24] Es geht weiter: „Zehntausend mal zehntausend standen vor ihm. Das Gericht setzte sich und die Bücher wurden geöffnet.“ Das heißt, erst heißt es, der Vater setzt sich, weil die Throne bewegt worden sind, und dann heißt es, das Gericht setzt sich. Das heißt, die Throne wurden bewegt für das Gericht. Logisch. Das Gericht beginnt, weil dort Throne bewegt worden sind, von A nach B. Hier finden wir das Gericht. Die Bücher wurden aufgetan.

[22:52] Wir werden nächste Woche dann schauen, was dort in den Büchern steht. Da werden wir dann feststellen, dass in den Büchern steht was? Die Worte und die Taten. Das Gute und das Böse. Es ist genau das Gericht, von dem hier Prediger 12 gesprochen hat, von dem Paulus gesprochen hat in seinem Evangelium. Die Bücher werden aufgetan.

[23:12] Jetzt haben wir schon einen Hinweis aus Daniel 7, ungefähr, wann das sein wird, wann diese Throne aufgestellt werden, wird es bewegt zum Gericht. Nach diesen Tieren. Das erste Tier ist ein Löwe mit Adlerflügeln. Wie viele? Zwei. Zwei Adlerflügel. Und die Adlerflügel werden ihm ausgerissen und was passiert mit seinem Herzen? Es wird ihm ein menschliches Herz gegeben. Der Löwe steht für seine Bekehrung. Nach dem Löwen kommt ein Bär. Ein Bär, der aufgerichtet ist mit drei Rippen im Maul. Der Bär steht für Medo-Persien. Und die drei Rippen stehen für drei Reiche, nämlich für Babylon, Ägypten, Lydien.

[24:23] Nach dem Bär kommt ein Panther oder Leopard. Das ist das gleiche Tier. Und der hat vier Flügel ganz genau und vier Köpfe. Und er rast über den Erdboden. Er fliegt vor allem. Und der Panther steht für die Griechen. Und die vier Köpfe stehen für die vier Diadochen. Welche sind? Ptolemäus? Sehr gut. Lysimachus? Kassander? Sehr gut. Und? Einer fehlt noch. Der, der den größten Teil abbekommen hat. Seleukos. Gemeinsam sind wir stark. Jeder kennt einen Teil.

[25:09] Nach den Griechen kommt das vierte Tier, nämlich ein furchtbares, schreckliches Tier mit eisernen Zähnen. Welchen Zähnen? Eisernen Zähnen. Das ist die Parallele zu Daniel Kapitel 2. Die eisernen Zähne im vierten Tier sind eine Parallele zu Daniel Kapitel 2, wo das vierte Metall auch Eisen ist. Ganz genau. Und das schreckliche Tier ist ein Symbol für Rom, das römische Reich. Und auf dem kommen dann wie viele Hörner? Auf dem kommt dieses kleine Horn. Das kleine Horn nach der biblischen Prophetie ist das Symbol für das Papsttum.

[25:56] Jetzt lesen wir Vers 21. „Ich schaute, wie dieses Horn Krieg führte mit den Heiligen und sie überwand, bis der Hochbetagte kam und den Heiligen des Allerhöchsten das Gericht übergab und die Zeit eintrat, dass die Heiligen das Reich in Besitz nahmen.“ Das heißt, wann ungefähr im Mittelalter, wann irgendwann muss dieses Gericht stattfinden nach diesen beiden Versen? Genau, nachdem das Horn mit seinem Krieg zu Ende ist. Es führt Krieg und dann kommt das Gericht.

[26:33] Das Gericht kann nicht am Kreuz gewesen sein, weil am Kreuz war das kleine Horn ja noch gar nicht aktiv gewesen. Das ist noch ein Argument. Solange das kleine Horn nicht seine 1260 Jahre absolviert hat, dann kann das Gericht nicht aktiv werden. Wann kommt das Gericht in Daniel 7 vor? In Vers 25. Dort werden sie bezeichnet als nicht als 1260 Tage, sondern als dreieinhalb Zeiten. Genau, eine Zeit, zwei Zeiten, eine halbe Zeit.

[27:07] Woher wissen wir, dass die beiden Zeiten dasselbe sind? Daher wissen wir, dass ein Tag 1260 Tage sozusagen dasselbe sind wie dreieinhalb Zeiten. Wenn die Tage zählt, ja gut, aber man müsste dann wissen, dass es 360 Tage pro Jahr ist, nicht 365 zum Beispiel. Aber woher wissen wir, dass das so ist? Bei der Offenbarung, nämlich in Offenbarung Kapitel (Klammer auf, könnt ihr euch aufschreiben, könnt ihr zu Hause nachstudieren aus Zeitgründen) aus Offenbarung 12, Vers 6 und 14. Da wird zweimal berichtet, wie die Frau in die Wüste geht. Einmal steht dort 1260 Tage, einmal steht dort dreieinhalb Zeiten. Weil das parallel ist, müssen dreieinhalb Zeiten 1260 Tage sein. Okay? Könnt ihr mal nachvollziehen.

[27:56] Aber es ist nicht so entscheidend. Wichtiger ist, die 1260 Jahre fingen wann an? Wann fingen sie an? 500? 538. Was ist da passiert? Ja, er hat vom Justinian hat er die Macht schon 533 bekommen. Aber er konnte sie nicht ausüben wegen den Ostgoten, die immer noch um Rom herum waren. Und als die geschlagen wurden, als das dritte Horn ausgerissen war, das dritte Horn von diesen Zehnhörnern nach den Herulern und Vandalen, die Ostgoten, nachdem die besiegt wurden, nachdem die besiegt worden sind von Belisarius, hat er da freie Hand in Rom. Und von dort aus entfaltet sich seine Macht. 538 führt uns bis in das Jahr.

[28:49] Genau, landläufig auch bekannt als 1798. Und an diesem Tag, am 15. Februar, ist was passiert. Der Papst wurde gefangen genommen von General Berthier. Und ihr kennt die Geschichte, habt ihr in den Vorträgen gehört. Den Ring abgezogen haben, wir den Ring zurückbekommen und so weiter. Aber dort ist der Kirchenstaat erstmal aufgelöst worden.

[29:12] Nach 1798 muss irgendwann das Gericht sein. Nach 1798 muss irgendwann das Gericht anfangen. So viel ist klar. Erst muss das Horn seine Zeit bekommen, gegen die Heiligen zu kämpfen. Dann wird das Gericht kommen.

[29:29] Jetzt. Wir haben gesagt: Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom, Vatikan, Gericht. Das ist ganz einfach die Ausrichtung von Daniel 7.

[29:46] In Daniel 8 finden wir. Was für ein Tier für Babylon? Super, gut aufgepasst. Daniel 8 kommt, das Babylon kommt nicht mehr vor. Aber Medo-Persien kommt vor, nämlich als. Was für ein Tier? Widder. Der Widder. Daniel 8, Vers 20. Der Widder sind die Könige von Medo, also von Medien und Persien. Der Widder.

[30:16] Dann kommen die Griechen mit ihrem Ziegenbock. Der Ziegenbock hat ein Horn, ein ansehnliches Horn. Dieses Horn steht für Alexander den Großen. Und Alexander der Große ist dann gestorben. Dann kommen diese vier anderen Hörner, die vier Diadochen, die kennt ihr schon. Dann kommt danach ein. Nach dem Ziegenbock kommt ein und in den vier Hörnern kommt ein. Was ist das nächste in Daniel 8? Ne, ne, ne, ne. Das kommt dann nicht vor. Sondern es kommt gleich das kleine Horn. Genau, schreckliche Tiere kommen gar nicht. Weil, dass wenn ihr euch erinnert, wisst ihr vielleicht noch, dass das kleine Horn in Daniel 8 zwei Phasen hat. Eine horizontale Position, wo es das herrliche Land erobert und den Osten erobert und den Süden erobert. Und dann eine vertikale, wo es sich gegen den Himmel wendet. Erst politisch, Länder gewinnen und dann gegen den Himmel. Und das ist natürlich das römische Reich und die römische Kirche. Weil eigentlich, im Grunde genommen, sind es ja nur vier Reiche. Weil das schreckliche Tier ist ja nicht getötet worden. Das blieb ja bestehen mit dem kleinen Horn oben drauf. Auch das Eisen blieb ja bestehen bis am Ende, nur mit Ton gemischt. Es ist eigentlich nur eine Variation. Das macht das Daniel 8 deutlich. Es ist Rom als Kirche umgewandelt. Das römische Reich als Kirche.

[31:45] Wir haben also Medo-Persien, Medo-Persien, Griechenland, Griechenland, Rom, Rom, Rom, also römisches Reich, römisches Reich, römische Kirche, römische Kirche. Diese Parallele zeigt, dass das nächste nach dem kleinen Horn das Gericht sein muss. Und das nächste nach dem kleinen Horn finden wir in Daniel 8 Vers 14. Dort heißt es, berühmter Vers: „Er sprach zu mir: Bis zu 2300 Abend und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden.“ Was ist die Rechtfertigung oder Reinigung des Heiligtums? Wenn man als Jude an Reinigung des Heiligtums denkt, woran denkt man dann? Großer Versöhnungstag, wo der Hohepriester von A nach B geht, ins Allerheiligste. Da, wo eine Bewegung stattfindet. Das ist parallel zu Daniel 7. Die Throne wurden aufgestellt zum Gericht. Der große Versöhnungstag war ja ein Gerichtstag. Jeder, der sich nicht demütigte, wurde aus dem Volk ausgeschlossen, ausgerottet. Und das war also diese Verbindung zum großen Versöhnungstag, der große Versöhnungstag. Und der soll beginnen nach 2300 Abend und Morgen.

[32:56] Kurze Frage. Ein Abend und ein Morgen ergibt einen Tag. Schöpfung. Erst aus Abend und Morgen wurde ein Tag. Und dann sind das 2300 Jahre.

[33:10] Problem ist nur, in Daniel 8, was ist das Problem? Kein Anfangszeitpunkt, keiner versteht es, keine Erklärung. Denn in Vers 26 und 27 wird ihm erklärt, nachdem ihm alles andere erklärt worden ist, heißt es hier: „Was aber über das Gesicht von den Abenden und Morgen gesagt worden ist, das ist wahr. Und du sollst das Gesicht verwahren, denn es bezieht sich auf fernliegende Tage, also in der Zukunft. Es ist die Wahrheit, aber keine Erklärung.“ Und dann Vers 27: „Aber ich, Daniel, lag mehrere Tage krank, ehe ich wieder aufstehen und die Geschäfte des Königs besorgen konnte. Ich war aber entsetzt über das Gesicht und niemand verstand es.“ Das ist ein wichtiger Schlüssel. Er hat, dass der Widder, Medo-Persiens, hat er verstanden, oder? Dass der Ziegenbock von Griechenland ist, hat er verstanden. Aber diese 2300 Abend und Morgen hat er nicht verstanden.

[34:07] Was macht denn Daniel 9? Er betet und fastet und. Ja, betet, fastet und. Das kommt später noch, aber was macht er? Er betet und fastet und. Das vergessen wir immer mal. Er studiert in der Bibel, ja. Wichtig, ja. Er betet, fastet, studiert und er bekennt seine Sünden. Beten, Fasten, Bibelstudium, Sündenbekenntnis. Wobei das Sündenbekenntnis in Daniel 9 den größten Raum einnimmt. Ja, eigentlich das Entscheidendste. Und es ist ein sehr, sehr, sehr, sehr berührendes Bekenntnis und eines, das es sich lohnt, immer wieder zu lesen und zu studieren. Aber der Punkt ist jetzt heute für uns, nachdem er das tut, nachdem er seine Sünden bekennt, ist er jetzt in der Lage, die Wahrheit über das Gericht zu erfahren. Weil das Gericht hat ja was mit dem Evangelium zu tun.

[35:07] Das Gericht ist nicht einfach nur eine. Schaut, der Punkt ist ja der, über den Vatikan und über Medopersien kann ich was erfahren, auch wenn ich nicht bekehrt bin. Das sind ja nur im Grunde mehr oder weniger Informationen. Das ist ja noch kein großer geistlicher Wert dahinter zu wissen, dass Alexander der Große mal sterben wird und dann vier Diadochen übernehmen. Das ist ja nur quasi das Raster, das aufgebaut wird, um zum eigentlichen Punkt zu kommen. Und der ist geistlich. Und das ist das Gericht. Das Gericht ist ja die eigentliche Botschaft. Wir werden ja nicht gerettet, wenn wir die vier Diadochen aufzählen können. Sondern es geht um das Gericht. Aber um das verstehen zu können, müssen wir eine echte Erfahrung des Evangeliums gemacht haben. Deswegen kommt.

[35:47] Ist Daniel 8 mit Daniel 9 verknüpft? Das ist ein ganz interessanter Punkt. So wie in Offenbarung 14, Vers 6 und 7 das Evangelium vom Gericht. Das ist miteinander verknüpft. Evangelium, Gericht. Daniel 8, Daniel 9 verknüpft. Nachdem er betet oder während er betet, das ist das Schöne daran, kommt jemand. Wer kommt zu ihm? Der Gabriel, den er wo schon mal gesehen hat. Der kommt nur einmal sonst in einem anderen Kapitel der Bibel vor. Nicht nur in Daniel 9, sondern auch in Daniel 8. Nur in Daniel 8 und Daniel 9. Was deutlich macht, dass Daniel 9 die Erklärung von Daniel 8 ist.

[36:28] Denn der Engel sagt ihm ja jetzt, und das ist ganz wichtig, das müsst ihr euch. Das galt mal als das fundamentale Prinzip der ganzen Männerbewegung. Das Verständnis, dass Daniel 9 die Erklärung von Daniel 8 ist. Warum? Weil er sagt in Vers 22: „Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dich Verständnis zu lehren. Jetzt werde ich es dir erklären. Was du damals nicht verstanden hast, werde ich dir jetzt erklären.“ Daniel 9 erklärt Daniel 8. Und da heißt es: „Du anfängst zu beten, da ging ein Wort. Ich bin gekommen, es ist dir zu verkünden, denn du bist ein vielgeliebter Mann. So achte nun auf das Wort und verstehe das Gesicht.“ Wenn wir auf das achten, was Daniel 9 sagt, verstehen wir die 2300.

[37:10] Wir gehen nicht in alle Details von Daniel 9, nur das, was uns heute für die 2300 interessiert. Es heißt in Vers 24: „70 Wochen sollen was sein?“ „Verhängt worden oder bestimmt worden.“ Das hebräische Wort kennt ihr alle, oder? Im Hebräischen steht dort „chatak“. Das ist das einzige hebräische Wort, das jeder Adventist kennt. „Chatak“. Genau, abgeschnitten. Diese 490 Jahre, weil 70 Wochen sind 490 Tage, 490 Jahre.

[37:46] Viel wichtiger für uns ist jetzt erstmal, dass der Anfangszeitpunkt in Vers 25 gegeben wird. Der Anfangszeitpunkt wird nämlich durch Vers 25 definiert als, was soll dort geschehen? Genau, ein Erlass oder ein Dekret zum Aufbau Jerusalems. Weil die Stadt lag ja verwüstet. Genau, wie heißt der? Da gab es ursprünglich einen ersten Befehl von Kyrus. Und der war nur der Tempel. Könnt ihr euch erinnern daran? Das habt ihr in Esra 1. Und dann kommt ein zweiter Befehl von Darius. Und das war die Wiederholung vom ersten. Das ist in Esra 6. Weil da gab es einen Stopp. Da gab es Feinde, die das gehindert haben. Und da musste das nochmal gegeben werden. Und dann kommt der dritte Erlass. Und der kommt von Artaxerxes. Und der bezieht auch die Stadtmauern mit ein. Und damit die ganze Stadt. Und damit ist es der, den wir suchen. Das ist der vollständige. Kyrus in Esra 1, der Tempel. Darius in Esra 6, nochmal der Tempel. Reinforcement, also Bestätigung des Ersten. Und der dritte. Und der ist dann in Esra 7. Und da könnt ihr dann in Esra 9 lesen usw., wie sie dann die Stadt aufgebaut haben, unter Esra.

[39:27] Und dieser Befehl wurde in welchem Jahr gegeben? Ganz genau, das war das siebte Jahr von Artaxerxes. Könnt ihr sogar bei Google nachschlagen. Oder bei Wikipedia. Das war im Jahre 457 vor Christus.

[39:41] Aus Zeitgründen gehen wir nicht alle Details durch Daniel 9 durch, weil ich denke, ihr kennt sie. Ihr wisst, da gibt es dann diese 483 Jahre. Die 7 plus 62 Wochen. Bis zu dem Gesalbten. Der Gesalbte ist? Christus, Jesus. Weil er, wodurch ist er gesalbt worden? Das ist eine Taufe. Im Jahre? 27, ganz genau. Und dann bleibt eine Woche übrig. Ja, das ist die letzte Woche. Ist jetzt nicht proportional hier. Und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen. Das heißt, wir haben dann wie viele Jahre hier? 3,5 Jahre, ganz genau. Und in der Mitte der Woche würde er sterben. Das war im Herbst. Das ist im Frühjahr 31 vor Christus. Das Evangelium. Der Tod. Der Tod Jesu. Aber hier ist nicht das Gericht. Hier ist nicht die 2300 Jahre zu Ende. Es ist das Zentrum, aber nicht das Ende.

[40:40] Die ganze Prophezeiung geht bis ins Jahr? 34. Und da ist Stephanus gesteinigt worden. Das war der Zeitpunkt, wo Israel aufhörte, das Volk Gottes zu sein. Denn es heißt ja in Vers 24: „70 Wochen sind bestimmt für dein Volk und für deine Stadt.“ Diese 490 Jahre galten für Israel und für Jerusalem. Ab dann begann die Heidenmission. Jesus hatte erst den Jüngern gesagt: „Geht noch nicht zu den Heiden, sondern erst zu den verlorenen Schafen.“ Noch 3,5 Jahre. Und ihr wisst ja, erst hatten sie die Propheten abgelehnt. Dann hatten sie den Messias abgelehnt. Und dann hatte Gott nur noch ein Ass im Ärmel: den Heiligen Geist. Den hat er 31 vor Christus bei Pfingsten ausgegossen. Und dann haben sie den Heiligen Geist abgelehnt. Wird ganz deutlich bei Stephanus, wo es heißt: „Er war voll Heiligen Geistes. Und wenn er sprach, voll Heiligen Geistes, hielten sich die Ohren zu und knirschten mit den Zähnen.“ Sie haben den Heiligen Geist abgelehnt. Das war die Sünde gegen den Heiligen Geist. Und Israel hörte auf, Gottes Volk zu sein.

[41:43] Und an dieser Stelle brauchen wir jetzt nur noch eins zu tun. Uns die Frage zu stellen: Wenn ich jetzt 490 Jahre abgeschnitten habe, wie viel bleibt denn übrig vom Kuchen? Der Rest. Genau der Rest. Jetzt wäre es auch schön zu wissen, wie viel dieser Rest dann wirklich ausmacht. Das ist nicht so schwer. Das ist ziemlich einfach sogar.

[42:15] Also, wir müssen ja 2300 minus 490 rechnen. Genau, 1810. Und das bedeutet, dass die 2300 Jahre im Jahre 1844 zu Ende gingen.

[42:54] Man könnte ja, wenn jemand jetzt ein Kritiker ist und sagt: „Wer weiß, ob Jesus nicht vielleicht im Jahre 1833 gestorben ist und vielleicht war das ja dann 455 oder so.“ Selbst wenn wir jetzt, obwohl das sehr gut bezeugt ist hier, selbst wenn wir jetzt ein, zwei Jahre hin und herschieben würden, würden wir sagen: „Okay, man könnte vielleicht ein oder zwei oder drei Jahre hin und herschieben.“ Aber eins ist deutlich, es müsste dann immer noch in diesem Zeitraum sein. Man kann das nicht 100 Jahre nach vorne verlegen oder so. Weil dann könnte Jesus nicht mehr der Messias sein. Und da macht es schon gar keinen Sinn, jetzt noch versuchen ein, zwei Jahre zu schieben, weil das ist auch Quatsch. Weil diese Daten, vor allem dieses Datum, ist super deutlich bezeugt. Und auch das haben wir in der Bibel sehr klar aufgeteilt, diese dreieinhalb Jahre.

[43:37] Und weil diese Prophezeiung nicht einfach irgendwo so im Rande der Offenbarung mal so vorkommt, sondern im Buch Daniel direkt mit der Messias-Prophezeiung verknüpft ist, ist dieses Datum so wichtig. Ihr wisst, als Jesus auf die Welt kam und dann getauft wurde, hat er nicht nur gepredigt: „Das Reich Gottes ist nah herbeigekommen.“ Er hat auch gepredigt: „Die Zeit ist erfüllt.“ Er hat auch die Zeit gepredigt in der Botschaft. Manche predigen nur Zeit, wo es keine Zeit gibt, so irgendwelche neuen Berechnungen, wo keine Zeitprophezeiungen sind, das ist Quatsch. Aber wo es wirklich Zeit in der Bibel gibt, müssen wir auch Zeitpunkte predigen. Und das ist dann offensichtlich der Zeitpunkt, wo das Gericht stattfindet, wo das Allerheiligste gereinigt werden soll.

[44:30] Und schaut, das ist zum Ende sehr schön hier. Daniel 9 beschreibt das Evangelium. Nicht wahr? Das Kreuz, die Taufe, die Auferstehung, Pfingsten, das ist das, was wir klassisch als das Evangelium bezeichnen würden. Daniel 8 beschreibt das Gericht. Und durch diese Konstruktion sind beide untrennbar miteinander verbunden. Wenn ich das hier trenne, dann fehlt ihm die Hälfte. Das Evangelium, genauso wie die 490, nicht komplett sind, bis man nicht völlig durchgerechnet hat. Genauso ist das Evangelium nicht komplett, wenn man das Gericht wegnimmt. Andersrum gesagt, wenn ich nur die 2300 nehme und ich lasse Daniel 9 weg, dann bin ich unsicher, dann weiß ich nicht, wo ich stehe. Wenn ich nur das Gericht habe und ich lasse das Evangelium weg, dann werde ich als Mensch nur unsicher, dann weiß ich nicht mehr, wo ich bin. Dann fehlt mir das Fundament, dann fehlt mir meine Gewissheit des Glaubens. Aber wenn ich beides zusammennehme, übrigens, es sind mehr Details bei Daniel 9 als bei Daniel 8. Der Fokus liegt hier, aber er geht bis da. Das Evangelium ist das Zentrum von allem. Aber das Evangelium ist eben nicht komplett ohne das Gericht.

[45:56] Und so wie Daniel 9 und Daniel 8 zusammengeschweißt sind als eine Einheit, so sind in der Bibel das Evangelium und das Gericht verbunden. So sehr das Offenbarung 14 sagt: „Ich sah einen Engel am Himmel fliegen, der hatte das ewige Evangelium zu verkündigen und so weiter.“ Vers 7: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ Deswegen sagt Paulus: „Der Gott, der das Verborgene richten wird gemäß meinem Evangelium.“

[46:25] Daniel 8 und 9 ist nicht nur ein Rechenbeispiel. Es ist ein Symbol dafür, wie sehr Evangelium und Gericht verknüpft sind. Nächste Woche schauen wir uns an, was ist die Botschaft des Gerichts, was ist der Inhalt. Aber wir müssen sehen, dass schon die Stunde des Gerichts eine Botschaft in sich selbst bringt. Eine wichtige Botschaft. Und Gott ist immer on time. Er ist immer zur richtigen Zeit. Er kommt nicht zu früh, er kommt nicht zu spät. In der Hinsicht ist er kein Adventist. Ich meine, die Adventisten kommen gerne immer zu spät. Aber Gott ist pünktlich. Und da können wir auch was von lernen.

[47:02] Und wir können heute sagen: Salomo musste sagen, es wird ein Gericht kommen. Und Jesus hat zwar gesagt, die Zeit ist erfüllt und an die Stunde ist gekommen, aber das Gericht war noch in der Zukunft. Paulus hat gesagt, an dem Tag, den Gott festgesetzt hat. Wir leben in einer Zeit, wo wir heute sagen können: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ Wir leben Post 1844. Und das macht die außergewöhnliche Zeit, aus der wir leben. Die letzte und größte und längste Zeitprophezeiung der Bibel. Das sagt Ellen White sehr deutlich. Also allein schon deswegen, wenn ihr mal was hört von ihr, dann gebt ihnen 2520. Die längste, größte und am weitreichendsten Prophezeiung der Bibel endet 1844. Keine weitere Zeitprophezeiung mehr. Aber die ist valide.

[47:52] Wollen wir uns vornehmen, diese beiden Dinge, das Evangelium und das Gericht in unserem Herzen, immer zusammen zu denken und dass wir wissen dürfen, dass wenn wir ein weises Herz haben, dann werden wir diese Dinge verstehen. Gott sagt ja: „Verstehe das Gesicht.“ Ist nicht etwas, wo wir sagen, das versteht nur unser Evangelist. Müssen wir selbst verstehen. Weil es eine Botschaft für uns hat, die sehr wichtig ist. Wir leben in der, ja, ganz genau.

[48:24] Nächste Woche geht es weiter hier mit dem Gericht und offenbar der Zeit des Endes. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.

[48:29] Jetzt wollen wir niederknien und beten und Gott danken für seine Botschaft, die er uns gegeben hat. Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass wir noch einmal sehen konnten, dass die Bibel ein klares Fundament hat, wenn es darum geht, die Stunde des Gerichts zu berechnen. Wir stehen nicht auf Sand, sondern auf einem Felsen, auf dem Felsen deines Wortes in dieser Sache. Und wir danken dir von ganzem Herzen, dass du in deiner Güte und Gnade uns zeigst, wo wir stehen in der Weltgeschichte. Dass wir verstehen können, dass ein Gericht stattfindet, jetzt schon, schon seit geraumer Zeit. Und dass es irgendwann von den Toten auf die Lebenden übergehen wird. Und wenn wir ganz ehrlich sind, müssen wir feststellen, dass wir manchmal in unserem Leben noch gar nicht wirklich bereit dafür sind. Und deswegen möchten wir diese Botschaft: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre“, ganz neu in unserem Herzen aufnehmen. Wir möchten dich bitten, dass du uns ganz neu bewusst machst, was es bedeutet, dich zu fürchten und dir die Ehre zu geben, auch angesichts der Tatsache, dass ein Gericht stattfindet. Ein Gericht, in dem alles Verborgene offenbart, das Gute und das Böse.

[49:48] Herr Jesus, ich und wir alle, die wir hier knien und stehen oder auch das anschauen, möchten unser Herz in deine Hand legen und dich bitten, dass du mit uns weitergehst, den Weg fortsetzt oder auch neu anfängst, wo immer wir stehen. Dass keiner von uns verloren geht, sondern wir alle von dir gerechtfertigt werden, dort im Gericht. Dass du sagen kannst, dass du für uns einschlägst, weil wir alles, was wir haben, sind und tun, in deine Hand gelegt haben und dass wir dann mit Freude verkündigen dürfen, die gute Nachricht des Gerichtes, weil dort im Gericht werden die Sünden hinausgetan aus dem Heiligtum. Dort werden wir gereinigt in einer Art und Weise, wie wir es uns kaum vorstellen können. Herr, reinige du mein Herz, reinige du unsere Herzen und hab Dank, dass du uns richtest. Im Namen Jesu. Amen.

[50:42] Gott ist mit euch. Nächste Woche geht es weiter hier mit dem Gericht und offenbar der Zeit des Endes. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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