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In dieser Lektion beginnt Christopher Kramp mit der Auslegung von Offenbarung Kapitel 15, Vers 1. Er erklärt, wie dieses Kapitel einen neuen Abschnitt in der Offenbarung einleitet und die Bedeutung der „sieben letzten Plagen“ im Kontext des großen Kampfes zwischen Gut und Böse. Dabei werden Parallelen zu früheren biblischen Ereignissen und Symbolen gezogen, um die Gerechtigkeit und Berechenbarkeit Gottes zu verdeutlichen.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt und schön, dass ihr heute da seid. Wir werden ein ganz neues Kapitel beginnen. Wir haben jetzt also ewig lange, viele Monate Offenbarung 14 studiert. Ich weiß gar nicht, wann wir damit angefangen haben. Muss schon sehr, sehr lange her sein. Aber heute beginnen wir mit Offenbarung 15. Das ist ein relativ kurzes Kapitel und eines von den Kapiteln, die jetzt ein sehr spannendes Thema ausführlich behandeln. Und da werden wir jetzt gleich darauf zu sprechen kommen. Aber auch hier möchten wir mit einem Gebet beginnen und ich lade euch ein, wo es möglich ist, dazu niederzuknien.

[0:40] Lieber Vater, wir danken dir, dass wir dein Wort lesen dürfen und dass du mit deinem Heiligen Geist uns Dinge zeigen möchtest, die wichtig für uns sind. Wenn wir jetzt in der Offenbarung studieren, möchten wir dich bitten, dass es wirklich eine Offenbarung deines Charakters wird, dass wir sehen können, wie du wirkst und warum du wirkst und was auf uns zukommt. Bitte sprich du zu uns und lass dein Wort tief in unser Herz eindringen. All das bitten wir im kostbaren und teuren Namen Jesu. Amen.

[1:17] Offenbarung 15 und dort Vers 1. Den nehmen wir uns heute vor. Offenbarung 15 und dort Vers 1. Offenbarung 15 beginnt ein ganz neuer Abschnitt. Das sieht man daran schon, wie der Vers beginnt. Es heißt hier, und ich sah ein anderes Zeichen im Himmel. Groß und wunderbar, sieben Engel, welche die sieben letzten Plagen hatten, denn mit ihnen ist der Zorn Gottes vollendet. Also wir hatten in Offenbarung 14 gerade ja die Dreifachengelbotschaft und dann die drei Engel und dann die Wiederkunft und jetzt beginnt ein neues Kapitel. Johannes schlägt eine neue Seite auf, beginnt eine neue Seite, eine neue Szene. Es geht noch mal ein bisschen zurück in der Geschichte von der Wiederkunft etwas zurück. Er sagt, ich sah ein anderes Zeichen am Himmel.

[2:20] Wo in der Offenbarung haben wir schon mal gelesen von einem großen Zeichen am Himmel? Kapitel 12, genau. Und wo dort? Ja, das kommt davor, aber wo haben wir, welchen Vers lesen wir von einem großen Zeichen am Himmel? In Vers 1, genau. In Offenbarung 12 Vers 1 heißt es, und ein großes Zeichen erschien im Himmel, eine Frau mit der Sonne bekleidet und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen. Also wir haben in Kapitel 12 Vers 1 ein großes Zeichen. Das Zeichen ist die Frau und wen stellt die Frau da? Die Gemeinde. Okay, großes Zeichen im Himmel, die Gemeinde. Jetzt zwei Verse weiter in Offenbarung 12 Vers 3. Offenbarung 12 Vers 3, dort lesen wir und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel. Siehe, ein großer feuerroter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Kronen. Also in Kapitel 12 Vers 3 haben wir noch ein Zeichen im Himmel. Und was wird jetzt hier beschrieben? Wer ist dieser Drache? Der Drache ist ein Symbol für den Satan.

[4:09] Also Offenbarung 12 begann mit diesen zwei Zeichen am Himmel. Die Gemeinde Gottes und der Satan. Und dann wird dieser große Kampf beschrieben. Der Kampf vor der, der große Kampf zwischen der Gemeinde und Satan. Vor der Menschwerdung Jesu, dann bei der Menschwerdung Jesu, dann nach der Menschwerdung Jesu. Dann geht es einen Rückblick auf den großen Kampf im Himmel. Offenbarung 12 reißt sozusagen dieses Thema vom großen Kampf auf. Und alles, was dann folgt, ist in diesem Thema. Offenbarung 13, das Tier aus dem Meer und das Tier aus der Erde als die Agenten des Satans, die gegen die Gemeinde kämpfen. Und dann Offenbarung 14, die 144.000 mit ihrer Botschaft der Wiederkunft, die für die Gemeinde kämpfen. Also all das in 12, 13 und 14 ist unter diesem Gesichtspunkt vom großen Kampf. Die Gemeinde und der Satan gegeneinander. In Offenbarung 12, 17 heißt es ja, der Drache führt Krieg gegen die übrigen ihres Samens.

[5:19] Und jetzt in Offenbarung 15 kommt zum dritten Mal dieses Zeichen. Das Zeichen, es war sogar groß und wunderbar. Also das ist jetzt offensichtlich ein ganz entscheidendes Kapitel im großen Kampf. Es gibt drei große Zeichen hier in der Mitte der Offenbarung. Die Gemeinde, Kapitel 12, Vers 1. Den Satan, Kapitel 12, Vers 3. Und dann die sieben letzten Plagen. Das ist sozusagen das Finale, auf den der gesamte große Kampf zusteuert. Verstehen Sie den Gedanken? Offenbarung 12 beschreibt diesen großen Kampf. Eine Seite, das ist die Gemeinde Christi, die mit Jesus vorangeht. Auf der anderen Seite ist der Satan. Und beide Seiten haben ihre Leute im großen Kampf. Und es gibt dann das Papsttum und die USA und es gibt die 144.000. Es gibt die Dreifache Engelsbotschaft und so weiter und so fort. Und jetzt steuert alles auf den finalen Konflikt zu. Und der wird jetzt ab Offenbarung 15 beschrieben.

[6:20] Offenbarung 15, 16, 17, 18 und 19 beschreiben diese letzte Auseinandersetzung, die aufgrund der Dreifachen Engelsbotschaft kurz vor der Wiederkunft stattfindet. Die sieben letzten Plagen, die Schlacht von Harmagedon, die Strafe an Babylon. All das wird jetzt beschrieben und Offenbarung 15 beschreibt das also mit diesen Einleitungsworten. Jetzt geht es ums Ganze. Nachdem in Offenbarung 14 schon einmal wir bis zur Wiederkunft gekommen waren, Offenbarung 14 hatten wir gesehen, wie der Engel dort auf der weißen Wolke sitzt, geht jetzt Johannes noch ein bisschen zurück, um jetzt wie unter einem Mikroskop zu beschreiben, wie wird diese letzte Schlacht, diese letzte Auseinandersetzung kurz vor der Wiederkunft, wie wird das sein.

[7:12] Ist ein großes Zeichen und groß und wunderbar. Übrigens, diese Idee von diesen Zeichen, diesen großen Zeichen, kommt eigentlich aus dem Buch Daniel. Schaut mal in Daniel. Daniel wieder Kapitel 4. Daniel Kapitel 4.

[7:42] Daniel Kapitel 4 und dort fährt... Moment... Ich habe den falschen Text hier aufgeschrieben. Moment, Sekunde.

[8:01] Ja, gehen wir lieber zu Daniel 6. Das ist das Gleiche, aber Daniel 4 habe ich falsch geschrieben. Daniel 6. Daniel 6 Vers 28. Dort heißt es, er errettet und befreit, er tut Zeichen und Wunder am Himmel und auf Erden. Er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen errettet. Wer hat das hier gesagt? Wer hat das gesagt? Es war Darius, der zwischenzeitliche König über das medopersische Weltreich. Und warum hat er das gesagt? Warum sagt er Gott tut große Zeichen am Himmel? Was hat er gerade erlebt gehabt? Er hat erlebt, wie Gott seinen Gläubigen, seinen Diener, angesichts des Todes bewahrt hat.

[9:09] Ein großes Zeichen, ein Zeichen am Himmel sozusagen, wie es hier steht, aber in Wirklichkeit etwas, was auf der Erde passiert ist. Gott hat seinen Diener Daniel bewahrt vor dem Todesbefehl. Warum sollte Daniel getötet werden? Warum sollte er getötet werden? Was hatte er verbrochen? Er wollte sich nicht dem Anbetungsgesetz des Königs unterwerfen. Der König hatte ein unfehlbares Gesetz erlassen, das man nur ihm anbeten darf und niemand sonst. Und das natürlich wiederum eine ganz erstaunliche Parallele zur Offenbarung 13, wo auch Könige oder Machthaber ein unfehlbares Gesetz erlassen werden, basierend auf der Unfehlbarkeit des Papstes, dass man folgendes tun muss, den Sonntag dann heilig halten muss und Menschen, die dem nicht gehorchen, werden ebenfalls in Lebensgefahr gebracht werden. Also da gibt es eine ganz enge Parallele zwischen dieser letzten Auseinandersetzung und Daniel.

[10:17] Jetzt gehen wir zurück zur Offenbarung. Offenbarung 15 und dort ist Vers 1, wie wir schon gelesen haben. Und ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wunderbar, sieben Engel, welche die sieben letzten Plagen hatten. Also was er sieht, sind sieben Engel.

[10:54] Jetzt woher kennen wir schon sieben Engel aus der Offenbarung? Wo kommen da schon mal sieben Engel vor? Hat es die schon mal gegeben? Ja, da gibt es die Engel der Gemeinden, ja ganz genau. Genau, die sieben Leuchter stehen für die sieben Gemeinden und die sieben Sterne in seiner Hand, Symbol für die Engel der Gemeinden. Okay, ja, noch irgendwo sieben Engel? Schaut mal mit mir, ist jetzt schon ungefähr fünf Jahre her oder so. Offenbarung 8, Offenbarung 8 und dort Vers 2. Offenbarung 8 und dort Vers 2. Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott standen und es wurden ihnen sieben Posaunen gegeben. Und dann Vers 6. Und die sieben Engel, welche die sieben Posaunen hatten, machten sich bereit, in die Posaunen zu stoßen.

[12:14] Also sieben Engel kennen wir auch schon von den sieben Posaunen und dann auch von den sieben Plagen. Was waren denn die sieben Posaunen noch mal? Was waren denn? Genau, das waren Gerichte Gottes an seinen Feinden. Und da gab es sieben Engel, die wurden damit beauftragt, diese sieben Gerichte an Gottes Feinden auszuführen. Und dann heißt es hier, dass sieben Engel noch einmal beauftragt werden, die sieben letzten Plagen auszuführen. Ja, also diese sieben Engel scheinen eine interessante Rolle zu spielen. Sie kommen in der Offenbarung noch mehrmals vor. Schaut mal in Offenbarung 17 zum Beispiel. Zumindest einige von ihnen.

[13:05] Offenbarung 17, Vers 1. Und einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, kam und redete mit mir und sprach zu mir, komm, ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen, die an den vielen Wassern sitzt. Also diese Engel, die sieht er nicht nur. Ab und zu fangen sie diese Engel auch an, mit ihm, dem Johannes, zu reden. Noch ein Beispiel, Offenbarung 21. Offenbarung 21 und dort Vers 9. Offenbarung 21, Vers 9. Und es kam zu mir einer der sieben Engel, welche die sieben Schalen hatten, die mit den sieben letzten Plagen gefüllt waren und redete mit mir und sprach, komm, ich will dir die Braut, die Frau, die Braut des Lammes zeigen.

[13:53] Interessant, nicht wahr? Diese beiden Engel oder diese Engel von den sieben Engeln. Einer zeigt ihm die Hure Babylon und der andere zeigt ihm die Frau, die Braut des Lammes. Einmal die Stadt Babylon, einmal die Stadt Jerusalem, einmal die abgefallene Kirche, einmal die wahre Kirche. Und das sehen wir hier, die Gemeinde und der Satan, dieses Spannungsfeld des großen Kampfes. Und die sieben Posaunen, die sieben Plagen sind Gerichte in diesem großen Kampf. Die Posaunen über die Kirchengeschichte hinweg, vielleicht könnt ihr euch erinnern, damals haben wir gesehen, die ersten vier Posaunen, das sind Gerichte am antiken Rom, am römischen Kaiserreich, durch die Barbaren, die dann kamen, die Westgoten und die Vandalen und die Hunnen und dann die Ostgoten. Später dann die fünfte und sechste Posaune, Symbole für die Türken, die Sarazenen und die Türken, der Islam, der das geistliche Rom gestraft hat. Und die siebte Posaune ab 1844, das Gericht im Himmel, auch als Gericht über das moderne Rom zu verstehen. Aber dann heißt es ganz am Ende, nach dem Ende der Gnadenzeit, wird es sieben letzte Plagen geben.

[15:10] Vielleicht ganz kurz zu diesen Plagen. Geht man mit mir zu Offenbarung 9. Offenbarung 9 und dort Vers 20. In Offenbarung 9 sind wir mitten in den Posaunen, von denen wir gerade gesagt haben, dass auch sie Gerichte Gottes sind. Offenbarung 9, Vers 20. Dort heißt es, und die übrigen Menschen, das ist jetzt in der sechsten Posaune, die bis 1840 ging, und die übrigen Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten nicht Buße über die Werk ihrer Hände, so dass sie nicht mehr die Dämonen und die Götzen aus Gold und aus Silber und Erz und aus Stein und Holz angebetet hätten, die wieder sehen, noch hören, noch gehen können.

[16:01] Hier heißt es, die übrigen Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden. Das heißt, schon die Posaunen galten als Plagen. Die Bibel kennt nicht nur sieben Plagen in der Offenbarung. Schon die Posaunen waren in einem gewissen Sinne Plagen. Die sieben Plagen, die wir jetzt sehen, das sind die sieben, wie heißen sie, die sieben, kann sich jemand erinnern? Offenbarung 15, Vers 1, die sieben letzten Plagen. Die sieben Plagen in der Offenbarung sind in Wirklichkeit die sieben letzten Plagen. Und wenn ich sage, es gibt sieben letzte Plagen, was bedeutet das dann automatisch? Es muss auch andere geben, andere Plagen. Wovon dann, dass die sieben letzten sind.

[16:55] Also diese sieben Engel, die haben schon immer wieder in der Geschichte durch bestimmte Gerichte in den großen Kampf eingegriffen. Aber ganz am Ende werden sie in einem besonderen Maße eingreifen mit den sieben letzten Plagen. Das ist, was er jetzt sieht. Er sagt, ein großes Zeichen. Sie haben schon viel getan, diese sieben Engel. Sie haben immer wieder im Laufe der Geschichte durch Gerichte den großen Kampf mit beeinflusst. Sie haben immer wieder die Feinde Gottes in Schach gehalten. Immer wieder ist Rom, entweder das antike Rom oder das päpstliche Rom, immer wieder wieder an die Kandal genommen worden. Immer wieder ist dem Volk Gottes Luft verschafft worden, weil plötzlich die Türken irgendwo aufgetaucht sind oder irgendwas passiert ist, was die Feinde Gottes abgelenkt hat. Aber jetzt, ganz am Ende, kommen die sieben letzten Plagen. Jetzt kommt die Entscheidungsschlacht sozusagen. Das ist sozusagen die Idee hier.

[17:53] Noch mehr Plagen in der Offenbarung finden wir in Offenbarung 11 Vers 6. Offenbarung 11 und dort Vers 6. Worum geht es in Offenbarung 11? So ganz allgemein gesprochen. Offenbarung 11 geht es um die beiden Zeugen. Und die beiden Zeugen sind wer? Wofür stehen die beiden Zeugen? Das Alte und das Neue Testament haben wir damals ausführlich studiert. Also für die Bibel. Und es heißt von diesen beiden Zeugen, dem Alten und dem Neuen Testament, diese haben Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihrer Weissagung. Und sie haben Vollmacht über die Gewässer, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, so oft sie wollen.

[18:44] Das heißt, in der Offenbarung basieren die Plagen worauf? Offenbarung 11 Vers 6. Worauf basieren die Plagen?

[19:11] Worauf basieren sie? Sie basieren auf dem Wort Gottes. Könnt ihr das sehen? Es sind die beiden Zeugen, diese, die beiden Zeugen, Altes und Neues Testament, haben die Vollmacht, die Erde zu schlagen mit jeder Plage, so oft sie wollen. Die Plagen basieren auf dem Wort Gottes. Mit anderen Worten, Gott ist nicht jemand, der irgendwann mal die Nerven verliert, ausrastet und dann einfach die Leute irgendwie plagt. Gott ist nicht jemand, der cholerisch ist und sein Temperament verliert.

[20:05] Gottes Plagen basieren auf dem Wort Gottes. Auch die sieben letzten Plagen sind Wort Gottes und werden sich genauso erfüllen, wie Gott gesagt hat. Das heißt, je besser wir das Wort Gottes verstehen, desto besser verstehen wir auch die Plagen. Gottes Zorn ist nicht wie unser Zorn, wie menschlicher Zorn, wenn man die Fassung verliert und dann Dinge sagt, über die man nicht nachgedacht hat. Im Gegenteil, Gottes Zorn ist in exakter Harmonie mit seinen Gedanken. Wenn Menschen zornig werden, dann sagen die Dinge, da haben sie dreimal nicht nachgedacht. Es tut ihnen hinterher leid, aber wenn Gottes Zorn sich zeigt, dann ist das genau mit dem, was er schon seit Jahrtausenden denkt, mit seinem Wort überein. Und das macht Gottes Zorn so besonders.

[21:01] Übrigens, das Wort für Plage, das kommt in der Bibel noch an anderen Stellen vor. Und es wird nicht immer mit Plage übersetzt, weil bei Plage, da denkt man immer so an die zehn Plagen von Ägypten, an Beulen, an Pest, an Epidemien, an Seuche. Und übrigens, die zehn Plagen sind auch deswegen interessant, weil bei den zehn Plagen von Ägypten, wie viel davon haben die Israeliten getroffen? Drei. Das heißt, wie viel haben nur die Ägypter getroffen? Sieben. Waren das die sieben Ersten oder die sieben Letzten? Die sieben Letzten. Das heißt, dieser Ausdruck, die sieben letzten Plagen, verweist auch zurück auf den Auszug aus Ägypten, als Gott sein Volk von den Ägyptern befreit hat. Der Auszug aus Ägypten ist also auch so ein Bild auf die Endzeit. Aber dazu werden wir dann später noch kommen, wenn wir das ein andermal ausführlicher studieren.

[22:07] Jetzt zu diesem Wort. Schaut mal in Lukas 12. Lukas 12 und dort Vers 48. Lukas 12 und dort Vers 48. Ich lese jetzt den Vers und danach sagt ihr mir, welches Wort hier wohl auch Plage hätte sein können. Weil im Griechischen steht hier dasselbe Wort. Lukas 12 Vers 48. Wer ihn aber nicht kannte und doch tat, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge erleiden müssen. Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen. Und wem viel anvertraut ist, von dem wird man desto mehr fordern. Welches Wort ist wohl dasselbe Wort wie Plage hier?

[23:00] Schläge, ganz genau. Das heißt Plage meint nicht immer unbedingt eine Epidemie oder eine Lebensmittelseuche. Plage kann auch bedeuten, das Wort Pläge, ich vermute mal das deutend. Das deutsche und englische Plage kommt sogar von diesem griechischen Pläge. Bedeutet manchmal einfach, dass jemand mit einer Peitsche geschlagen wird. Zur Strafe. Und übrigens, das sind die Worte, die Jesus hier sagt. Wonach richtet sich, ob man jetzt viele Schläge oder wenige Schläge bekommt. Viele Plagen oder wenige Plagen. Wonach richtet sich das? Schaut den Vers nochmal genau an.

[23:54] Wer bekommt viele Schläge und wer bekommt wenig Schläge? Ich stelle dir eine dritte Frage und wer bekommt keine Schläge? Also wir haben ja drei Leute, also drei Kategorien. Wir haben viele Schläge, wenig Schläge und keine Schläge. Wer bekommt viele Schläge? Nach dem Vers. Also wer in Rebellion, wer in Rebellion gegen Gott gelebt hat. Wer bekommt wenig Schläge? Wer bekommt wenig, also der in Rebellion gelebt hat, bekommt viele Schläge. Wer bekommt wenig Schläge? Wer den Willen Gottes tut, bekommt wenig Schläge. Wer den Willen Gottes nicht kannte und gesündigt hat. Es heißt, schaut den Vers an, steht doch genau da. Wer ihn, den Willen Gottes aber nicht kannte und doch tat, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge erleiden müssen. Steht da, oder? Wer bekommt wenig Schläge? Der, der Böses tut, aber den Willen Gottes nicht so explizit kannte.

[25:31] Also viele Schläge, das ist jemand wie Adam, der weiß genau, was richtig ist. Er weiß genau, was falsch ist. Er tut was Falsches. Große Konsequenz. Schläge. Wer bekommt wenig Schläge? Jemand wie Eva. Sie glaubt wirklich, obwohl nein, sie kannte auch den Willen Gottes. Aber es gibt Leute, die wirklich wenig wissen und trotzdem viele Dinge verkehrt machen. Verführte.

[26:07] Wer bekommt keine Schläge? Also Rebellen bekommen viele Schläge. Verführte bekommen wenig Schläge. Und wer bekommt keine Schläge? Erlöste. Denn nur wer erlöst ist, kann den Willen Gottes tun. Nur wer erlöst ist, kann den Willen Gottes begreifen und dann tun. Warum bekommen Erlöste keine Schläge? Weil jemand schon ihre Schläge bekommen hat. Was sagt Isaiah 53? Er ist um unsere Sünden willen. Wie heißt es? Oh komm, lasst euren Finger hier drin. Isaiah 53.

[26:42] Isaiah 53, dort heißt es Vers 4. Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unsere Übertretung willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.

[27:24] Erlöste bekommen keine Schläge, weil Jesus die Schläge schon abgenommen hat. Erlöste müssen von dem Glutwein Gottes nicht trinken, weil Jesus schon vom Glutwein getrunken hat. Erinnert euch an den Kelch. Er hat es schon getan. Das heißt, es gibt Menschen, die sind verführt, aber sie werden deswegen verloren gehen, weil sie das Evangelium gehört haben und es trotzdem abgelehnt haben. Sie kannten vielleicht nicht viel von Gott, aber sie hätten eine Chance gehabt, gerettet zu werden. Sie sind verführt gewesen, sie wollten nicht gerettet werden, sie gehen verloren. Sie bekommen wenig Schläge.

[28:02] Es gibt Leute, die kennen den Willen Gottes ganz genau und entscheiden sich absolut mit vollster Überzeugung dagegen. Sie werden viele Schläge bekommen. Je besser man Gott kennt, desto schwerwiegender ist die Rebellion. Wer bekommt am meisten Schläge? Wer bekommt ultimativ die allermeisten Schläge? Satan. Satan bekommt am meisten Schläge, weil er kannte Gottes Willen am besten. Er war Schirm in der Cherub, er schaute auf die zehn Gebote, er kannte den Willen ganz genau, hat sich ohne jeden Grund, ohne jede äußere Verführung gegen Gott entschieden. Er wird am meisten Schläge bekommen. Er wird mehr Plagen zu erleiden haben als alle anderen. Also auch hier wieder sehen wir das Prinzip, dass Gott gerecht ist und was diese Plagen bewirken.

[28:50] Übrigens noch eine Stelle in der Offenbarung, wo dieses Wort für Plage vorkommt. Schaut mal in Offenbarung 13. Offenbarung 13. Offenbarung 13 und dort Vers 3. Und ich sah einen seiner Köpfe wie zu Tode verwundet, und seine Todeswunde wurde geheilt, und die ganze Erde sah verwundert dem Tier nach. Welches Wort ist wohl das Wort für Plage?

[29:38] Wunde. Die tödliche Wunde, die das Papsttum bekommt, heißt im Original eigentlich auch Plage. Also ihr seht, in der Offenbarung gibt es viele Plagen und viele dieser Plagen sind nur begrenzt für einen bestimmten Zeitraum oder für ein bestimmtes Territorium oder für einen bestimmten Zeitabschnitt. Die sieben letzten Plagen bringen dann alles zusammen.

[30:11] Denn es heißt, und damit schließen wir in Offenbarung 15 Vers 1, und ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wunderbar, sieben Engel, welche die sieben letzten Plagen hatten, also nicht die sieben Plagen, sondern die sieben letzten Plagen, denn mit ihnen ist der Zorn Gottes, was? Vollendet.

[30:32] Was heißt vollendet? Fertig. Das impliziert, das ging schon vorher los, oder? Wenn ich sage, heute ist die Serie beendet oder heute bin ich endlich fertig mit meiner Arbeit, dann impliziere ich ja, dass es schon vorher losging. Die sieben letzten Plagen sind nicht einfach der Zorn Gottes, sondern die sieben letzten Plagen sind die Vollendung des Zornes Gottes. Er hat schon immer in der Geschichte Gerichte gesandt und diese Gerichte kulminieren in den sieben letzten Plagen.

[31:09] Ich sage das deswegen, weil manchmal gibt es unter uns Menschen, die denken, oh Gott ist eigentlich immer liebevoll und gütig und langmütig bis zum Ende der Gnadenzeit und beim Ende der Gnadenzeit drückt er auf einen Knopf und jetzt ist er nicht mehr liebevoll und nicht mehr gütig und nicht mehr langmütig, jetzt ist er zornig. Ich habe das schon mal so gedacht oder schon mal gehört. Gott ist jetzt immer noch gütig und immer noch liebevoll und immer beim Herzlich und dann irgendwann für einen kurzen Zeitraum endet er seinen Charakter. Jetzt ist er zornig und jetzt kommen die sieben letzten Plagen, jetzt kommt der Zorn Gottes, aber das ist falsch. Gott ist auch wegen der sieben letzten Plagen immer noch liebevoll und immer noch gütig und immer noch beim Herzlich. Nur seine Liebe und Güte und beim Herzlichkeit findet keinen Angriffspunkt mehr im Herzen der Menschen und der Zorn, der sich am Ende offenbart, ist derselbe Zorn, den er ansatzweise in all den Jahrtausenden immer gezeigt hat.

[32:07] Bei Sodom und Gomorra, bei der Sintflut. Immer und immer wieder sehen wir, wie Gott Gerichte sendet, bei der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier, bei der Zerstörung Jerusalems durch die Römer, in der Zeit der Richter. Wir sehen viele Beispiele, wo Gott Gerichte sendet. Wie wir jetzt gesehen haben, 1798 als Berthier nach Rom geht, war eine Plage. Die Sarazenen, die Westgoten, all das waren Plagen, die Gott gesandt hat und wenn wir zurückschauen in der Geschichte, können wir anhand der vielen Plagen, die es schon gab, sehen, wie Gott handelt. Und wenn wir sehen, wie er die letzten 6.000 Jahren begrenzte Plagen gesendet hat und zu welchem Zweck und wie, dann können wir auch Schlussfolgerungen treffen über die sieben letzten Plagen. Dann ist das nicht mehr ein Mysterium, von dem keiner weiß, was da passieren wird. Das ist keine Wundertüte mehr, Hilfe, sondern es ist einfach die logische Schlussfolgerung, die logische Kulmination von dem, was Gott schon immer getan hat.

[33:13] Und in den nächsten Wochen werden wir uns das ein bisschen genauer anschauen. Wir werden dann die Verse 2 bis 8 anschauen, die die Einleitung bilden und dann Offenbarung 16, wo die sieben letzten Plagen im Detail beschrieben werden und dann die Schlacht von Harmagedon. Was wollen wir für heute mitnehmen? Jesus hat für uns die Schläge erlitten. Wir brauchen keine Plagen erleiden, weder die einfachen Plagen noch die letzten Plagen. Jesus ist für uns gestorben und ja, es gibt Schwierigkeiten. Ja, wir werden auch an Dingen teilhaben, die nicht so schön sind, aber wir brauchen keine Schläge bekommen in diesem Sinne. Und wenn wir das Wort Gottes kennen, dann sind wir gut vorbereitet auf diese sieben letzten Plagen.

[33:54] Wollen auch Gott bitten, dass er uns hilft, jeden Tag aufs Neue uns bewusst zu machen, dass Jesus für uns die Plage schon längst erlitten hat. Dann lasst uns niederknien.

[34:05] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr für dein Wort und für die Offenbarung, die uns zeigt, was es bedeutet, in dieser letzten Zeit zu leben. Wir danken dir für die Gedanken, die du uns geschenkt hast und möchten dich bitten, dass du uns hilfst, Tag für Tag so zu leben, dass Menschen sehen, dass du uns wirklich erlöst hast, dass wir ihnen zeigen können, was auf diese Welt zukommt und wie sie diese sieben letzten Plagen vermeiden können. Du rufst jeden Menschen zu dir, so möchten wir auch zu dir kommen. Und ich bitte, dass du uns jeden Tag aufs Neue veränderst, dass dein Heiliger Geist uns die Realität des Kreuzes immer wieder vor Augen führt. Hab dank, dass du ein berechenbarer Gott bist, dass du ein Gott bist, der nach deinem Wort handelt und dass wir dich kennenlernen dürfen. All das danken und loben wir im Namen Jesu. Amen.

[35:05] Damit verabschieden wir uns. Nächste Woche sehen wir uns wieder, dann mit einem neuen Abschnitt in Johannes 1 und natürlich Offenbarung 15 Vers 2 geht es weiter. Bis dahin Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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