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In dieser Predigt über Offenbarung 15, Vers 8, wird die Bedeutung des Rauchs, der den Tempel erfüllt, beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, wie dieser Vers eine Parallele zu Ereignissen im Alten Testament zieht, wie der Einweihung der Stiftshütte und des Tempels Salomos. Es wird die Analogie zur Gemeinde als lebendigem Tempel Gottes gezogen und die Bedeutung der Versiegelung als Zeichen der vollständigen Erfüllung mit Gottes Herrlichkeit und Kraft hervorgehoben.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Heute mit dem letzten Vers, Offenbarung 15, Vers 8. Herzlich willkommen auf www.joelmedia.de und schön, dass ihr da seid zu unserem Studium. Der Vers gehört zu den spannendsten Versen des ganzen Kapitels. Ich freue mich sehr darauf und bevor wir beginnen, möchten wir mit einem Gebet starten und ich lade euch dazu ein, dass wir niederknien.

[0:17] Lieber Vater im Himmel, ich habe herzlich Dank für all das, was du für uns tust und für die Worte der Offenbarung, die so kostbar sind, so viele interessante Dinge, die dort enthalten sind und die so wertvoll sind für unsere Zeit. Ich möchte dich bitten, dass du auch in diesem Studium von Vers 8 und Kapitel 15 uns führst und leitest, uns gute Gedanken schenkst, uns zu dir hinführen und dass wir dich besser verstehen und dein Wesen und dass wir voller Freude auf die Zukunft schauen können, mit der Zuversicht, dass du für uns da sein wirst. All das bitten wir im Namen Jesu, Amen.

[0:57] Offenbarung 15 und dort Vers 8, der letzte Vers, bevor dann in Vers 16 ab nächster Woche die Zornesschalen tatsächlich ausgegossen werden und wir uns mit den sieben letzten Plagen beschäftigen werden. Ihr erinnert euch an die Szenerie. Dort in Offenbarung 15 wird das eröffnet, dann wird ein schneller Vorausblick gegeben, wie alles enden wird. Die Gläubigen stehen am gläsernen Meer und sie werden die sieben Plagen natürlich überleben, weil Gott sie beschützen wird und sie werden Gott loben. Das heißt, wir haben gleich zu Beginn das Happy End, Gemeinde Gottes, habt keine Angst, ihr werdet als Überwinder über das Tier und über das Mahlzeichen und so weiter am gläsernen Meer stehen.

[1:44] Dann geht es wieder zurück ab Vers 5 und der Tempel öffnet sich im Himmel und die Engel kommen heraus, angetan mit dieser weißen Leinwand, mit dem goldenen Gürtel, der sich an Jesus erinnert und sie bekommen von einem der vier lebendigen Wesen, haben wir letztes Mal gesagt, wahrscheinlich eine Seraphim, die sieben goldenen Schalen, ihr erinnert euch, die sonst verwendet worden sind für die Gebete der Heiligen, die aufsteigen. Jetzt werden die Plagen herausgegossen auf die Erde und sie bekommen diese sieben Schalen, die voll sind von dem Zorn Gottes, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

[2:18] Jetzt Vers 8. In diesem Zusammenhang, also jetzt, wo die Engel sich bereit machen, die Plagen auszugießen, heißt es: "Und der Tempel wurde erfüllt mit Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Kraft, und niemand konnte in den Tempel hineingehen, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren." Also halten wir kurz fest, was passiert in dem Vers, einfach erstmal um den Vers richtig zu verstehen. Was passiert? Genau, also der Tempel wird voll vom Rauch, von was genau? Vom Rauch der Herrlichkeit und also die Herrlichkeit und Kraft Gottes. Interessant, beides, die Herrlichkeit und die Kraft Gottes. Irgendwie erfüllt sie, wie Rauch, das Heiligtum. Und was wird noch gesagt? Der Tempel ist quasi, niemand kann hinein. Wie lange? Während der sieben Plagen. Das heißt, was jetzt hier beschrieben wird, gilt für das ganze nächste Kapitel. Der Rauch erfüllt den Tempel und jetzt kann niemand mehr hinein und jetzt wird die erste ausgegossen, die zweite, dritte, vierte, fünfte, sechste, das ist alles Kapitel 16. Und während Kapitel 16 stattfindet, kann niemand in den Tempel hinein. Okay, soweit erstmal klar.

[4:15] Jetzt müssen wir es ein bisschen besser verstehen, genauer analysieren. Wie immer benutzt die Bibel in der Offenbarung hier, wie der Sprache, die eigentlich nichts weiter ist als ein Echo oder eine Typologie oder eine Analogie zum Alten Testament. Ohne Altes Testament ist man in Offenbarung aufgeschmissen. Kennt ihr im Alten Testament Stellen, wo etwas ganz ähnliches mit ähnlichen Worten, ähnlichem Inhalt berichtet wird? Genau, die Einweihung der Stiftshütte in 2. Mose. Am Ende von 2. Mose, nicht wahr? 2. Mose 40, genau.

[4:52] Schaut mal, 2. Mose 40. 2. Mose ist übrigens ein sehr interessantes Buch, weil wir mehr Zeit hätten, könnten wir einfach mal so einen Überblick machen über die Themen von 2. Mose, wie das Buch aufgebaut ist. Total spektakulär. Aber die Zeit haben wir nicht. Aber gegen Ende des zweiten Buches Mose, fast die zweite Hälfte befasst sich fast allein mit dem Heiligtum. Also ganz grob gesagt, 2. Mose Kapitel 1 und 2 ist die Geschichte von Mose, als er 0 bis 80 ist, ja so kurz zusammengerafft. Dann in Kapitel 3 wird er berufen und 4, dann geht er nach Ägypten, dann kommt er vom Pharao, Kapitel 5, 6, 7, 8, 9, wo er dann die Plagen ankündigt. Die Plagen kommen, Kapitel 10, Kapitel 11, Kapitel 12 kommt das Passa, Kapitel 13 kommt dann die Einsetzung des Passafestes, 14 kommt der durchzüchtigste Rote Meer, 15 dann das Siegeslied, 16 das Manna, 17 der Felsen, 18 dann Jethros Besuch und dann kommt 19 der Berg Sinai. 20 die 10 Gebote, dann 21 bis 23 eine weitere Bestimmung, alter Bund, 24 und dann ab 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31 Beschreibung der Pläne für das Heiligtum. Riesiger Abschnitt. Dann kommt 32, goldenes Kalb und die Herrlichkeit Gottes offenbart sich trotzdem, er vergibt ihm und dann kommt 35, 36, 37, 38, 39, 40, alles wiederholt von 25 bis 31 nochmal. Die ganze Heiligtumsbeschreibung nochmal.

[6:33] Das ist übrigens, wenn ihr das so als Ganzes seht, ein interessantes Bild. Also nochmal, jemand lebt sein Leben, er begegnet Gott, dann gibt es einen starken Konflikt mit dem König von Ägypten, dann gibt es eine Befreiung durch das Blut des Lammes, dann geht er durch das Wasser hindurch, es gibt ein paar Schwierigkeiten, aber er geht voran, er kommt zum Gesetz Gottes, dann wird das Heiligtum präsentiert, dann gibt es einen Abfall, aber Gott vergibt, das Heiligtum wird trotzdem gebaut und ganz am Ende lesen wir, das lesen wir jetzt, das lesen wir gleich, dass Gott sich im Heiligtum offenbart und das Heiligtum erfüllt mit seiner Gegenwart.

[7:24] Können wir mal lesen, in 2. Mose 40 und dort Vers 34. Als das endgültig dieses Heiligtum aufgerichtet ist, erster Tag des ersten Monats, zweites Jahr, Vers 34: "Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung." Seht ihr, wie ähnlich das ist mit Offenbarung 15 Vers 8? "Und Mose konnte nicht in die Stiftshütte gehen, weil die Wolke darauf ruhte und die Herrlichkeit des Herrn die Wohnung erfüllte." Also selbst Mose, geschweige denn den Priester, niemand konnte das Heiligtum gehen. Frage: Waren die Israeliten an dem Tag besorgt oder freudig? Waren die Israeliten an dem Tag besorgt oder waren sie froh und dankbar, als die Herrlichkeit des Herrn die Stiftshütte erfüllte? Ja, da waren sie froh.

[8:26] 2. Mose 40 endet mit einem Triumph. Gott kommt tatsächlich in unsere Mitte, er offenbart sich im Heiligtum. Jetzt, wenn ihr die ganze Geschichte von 2. Mose nochmal zusammenfasst im Kopf: Ein Mensch lebt sein Leben, er begegnet Gott, gibt einen großen Kampf, er wird befreit aus Ägypten, er geht durch das Wasser, kommt zum Berg Sinai, empfängt das Gesetz, dann soll das Heiligtum gebaut werden, es gibt einen schweren Abfall und dann wird das Heiligtum doch gebaut und Gott offenbart sich im Heiligtum. Dann ist das letztendlich die Geschichte eines jeden Menschen, der Erlösung erlebt.

[9:16] Er wird geboren für einen bestimmten Ziel, er macht Fehler in seinem Leben, wie zum Beispiel Mose, den jemand umgebracht hat, er ist vielleicht schon verzweifelt, glaubt sein Lebensziel nie erreichen zu können, bis er Gott trifft, eine persönliche Begegnung mit Gott hat. Jeder von uns hat das hoffentlich erlebt, dass wir Gott begegnet sind, vielleicht nicht in einem brennenden Dornenbusch und dann merken wir, dann beginnt der Kampf, dann gibt es so ein richtiges Auf und Ab und Auf und Ab und der Satan will uns nicht ziehen lassen, obwohl wir raus wollen. Es wird gekämpft, bis wir erleben, wie durch das Blut Christi wir freigemacht werden und wir durch das Wasser der Taufe hindurch gehen. Danach kommt aber nicht gleich das Paradies, wie manch einer gedacht hat. Kanaan ist noch nicht gleich um die Ecke, sondern es geht weiter durch die Wüste mit Schwierigkeiten und Mohren, aber Gott führt uns von der Erlösung zu seinem Gesetz und er möchte uns heiligen.

[10:09] Das Heiligtum sollte ein Zeichen dafür sein, dass Gott sein Volk heiligt. Das Heiligtum soll gebaut werden, es existiert als Theorie im zweiten Mose am Anfang, aber stattdessen fällt das Volk ab. Es sündigt schwer gegen Gott und ich denke, wir alle haben das, vor allem die, die wir getauft sind, schon mal erlebt, dass wir eigentlich schon auf einem guten Weg waren, dachten, jetzt werden wir nie wieder abfallen und plötzlich findet man sich wieder in so einem Schlammloch, wo man dachte, da kommen wir nie wieder hin. Und die Schönheit des Buches 2. Mose ist, dass dasselbe Heiligtum, das ursprünglich geplant war, genau so doch gebaut wird. Gott sagt nicht, naja, wenn ihr das Heiligtum nicht haben wollt, dann gebe ich euch irgendwas anderes, irgendwas Kleineres. Genau das Heiligtum, was hätte gleich gebaut werden sollen, wird jetzt am Ende doch noch gebaut und Gott offenbart sich in dem Heiligtum.

[10:58] Das heißt, die Idee ist, auf dem Weg der Heiligung machen wir vielleicht sogar schwere Fehler. Wir werden vielleicht mal wirklich abfallen oder in echte Rebellionen kurzzeitig verfallen, aber wenn wir bereuen, kann Gott uns genauso heiligen, wie er es vorher wollte und er kann seine Herrlichkeit in uns offenbaren. Das ist eigentlich so die große Geschichte von 2. Mose. Deswegen endet das Buch auch genau da, weil damit diese Geschichte deutlich wird. Also bei der Einweihung der Stiftshütte war genau das passiert. Die Herrlichkeit Gottes erfüllte das Heiligtum. Niemand konnte zutreten.

[11:34] Gibt es eine andere Geschichte in der Bibel, wo dasselbe passiert ist? Wolltest du das auch sagen? Genau, die Einweihung des Tempels von Salomo. Schaut mal, wir können das mal lesen in 1. Könige 8. Das gibt es auch in 2. Chronik 5 dann als Gleiches. 1. Könige 8 und dort Vers 10 und 11.

[11:56] 1. Könige 8 und dort Vers 10 und 11. Heiligtum, der Salomonische Tempel, ist gebaut worden. Jeder Stein sitzt an seinem Fleck. Alles ist vergoldet und ihr kennt die Beschreibung. Das ist wirklich spektakulär. Dann heißt es in Vers 10: "Und es geschah, als die Priester aus dem Heiligtum hinausgingen, da erfüllte die Wolke das Haus des Herrn, sodass die Priester wegen der Wolke nicht hintreten konnten, um ihren Dienst zu verrichten, denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn." Frage: War das eine positive oder negative Begegnung? Hat das Volk getrauert oder hat es sich gefreut? Das Volk hat sich gefreut.

[13:02] Jetzt haltet im Hinterkopf, Offenbarung 15 Vers 8 beschreibt die Zeit der sieben letzten Plagen und wir wissen genügend aus der Bibel, wir brauchen das gar nicht schönreden, dass es eine Trübsalzeit sein wird, dass es eine dramatische Zeit sein wird, dass es eine schwierige Zeit sein wird, eine Trübsalzeit, wie sie nie da gewesen ist, aber trotzdem sollten wir auch nicht vergessen oder jetzt nicht übersehen, dass die Worte, die hier stehen, dass der Tempel erfüllt wird von Rauch, Worte sind, die normalerweise immer ein äußerst freudiges Ereignis in der Geschichte Israels erinnern, weil Gott sich seinem Volk besonders offenbart. Er hat etwas, was sie gebaut haben, akzeptiert.

[13:36] Die Israeliten haben tagelang, wochenlang, monatelang an dem Heiligtum gebaut, haben alles so gemacht, wie er es gesagt hat, im Glauben, dass er sie doch annehmen wird und dann sagt Gott: "Das, was du für mich getan hast, das akzeptiere ich, ich will unter dir wohnen." Beim Bau von Salomo haben sie wochenlang und monatelang und jahrelang gearbeitet, alles zusammengebaut und Gott sagt: "Das akzeptiere ich, ich will unter euch wohnen." Allein von der Analogie müsste es ja dann so sein, dass Gott hier auch irgendetwas akzeptiert, was Menschen gebaut haben.

[14:17] Gibt es auch einen Tempel, den wir bauen sollen, den Gott am Ende in Anführungsstrichen akzeptiert? Die Gemeinde Gottes, die aufgebaut ist aus lebendigen Steinen. Übrigens, wisst ihr, wie der Tempel Salomos gebaut worden ist? Ohne Geräusche, da gab es keine Klagen von Nachbarn, die sich beschwert haben über den Baulärm, weil die Steine, alle bereits perfekt zugehauen, aufeinander gebaut worden sind. Das heißt, das war ein Bild dafür, dass jeder Mensch, jeder lebendige Stein eigenständig behauen werden muss, dass er passt in das himmlische Reich Gottes, sodass wenn Jesus wiederkommt, alles eingebaut werden kann.

[15:15] Aber der Gedanke geht noch weiter. Ihr wisst ja, das, was im Himmel passiert, hat eine Korrespondenz zu dem, was auf der Erde passiert. Das himmlische Heiligtum war ein Abbild vom himmlischen Heiligtum. Dort im Himmel gibt es ein Heiligtum, das gereinigt werden soll. Wir sind ein Heiligtum, das gereinigt werden soll, oder? Die Gemeinde ist ein Heiligtum, das gereinigt werden soll.

[15:38] Wenn also im himmlischen Heiligtum der Tempel erfüllt wird mit der Herrlichkeit und Kraft Gottes. Denkt mal darüber nach und während ihr darüber nachdenkt, fällt euch noch eine Geschichte im Alten Testament ein, wo der Tempel Gottes erfüllt wurde von seiner Herrlichkeit. Hesekiel 43, das ist dann bei dem Tempel, der nie gebaut worden ist, das ist die Prophezeiung darauf, genau. Aber noch eine Geschichte, wo es tatsächlich explizit passiert ist. Richtig, Jesaja 6.

[16:10] Schaut mal, Jesaja 6, die Geschichte kennt ihr wahrscheinlich. Jesaja 6 und dort ab Vers 1: "Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und seine Säume erfüllten den Tempel. Seraphim standen über ihm, jeder von ihnen hatte sechs Flügel. Mit zweien bedeckten sie ihr Angesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Herrscher. Die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit." Da erbebten die Pfosten der Schwellen von der Stimme des Rufenden und das Haus wurde mit Rauch erfüllt.

[16:59] Was ist die Reaktion von Jesaja, als er das sieht? Was sagt er? Ich vergehe. Was passiert mit ihm? Vergeht er? Nein, sondern was passiert? Ein Engel kommt mit der Kohle, ihr kennt die Geschichte wahrscheinlich, mit einer glühenden Kohle, berührt seine Lippen. Frage: Ist es ein schönes Gefühl, mit einer glühenden Kohle berührt zu werden? Ist vielleicht nicht das Angenehmste auf der Welt, aber es hat ihn gereinigt. Ein Bild dafür, dass die Reinigung von der Sünde vielleicht uns nicht immer so angenehm ist, aber sie ist effektiv. Er wird von seiner Sünde, von seiner Unreinheit gereinigt, er wird gereinigt und bekommt einen Auftrag. Sein Auftrag ist, für Gott zu verkündigen und schaut mal, was er dann sagt, was Gott sagt. Schau mal in Vers 10, Vers 9 und 10: "Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk: Hört immer fort und versteht nicht, seht immer zu und erkennt nicht. Mache das Herz dieses Volkes unempfindlich und mache seine Ohren schwer und verklebe seine Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört und damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt und es sich nicht bekehrt und für sich Heilung findet."

[18:18] Frage: Wie nennt man das, wenn man predigt und niemand bekehrt sich? Das ist eine komische Frage. Ja, das ist dann die Sünde gegen den Heiligen Geist. Wann wird das passieren, dass wir predigen werden und es wird sich niemand bekehren? Wenn die Gnadenzeit zu Ende ist, wenn die sieben letzten Plagen ausgegossen werden, die sieben letzten Plagen werden ausgegossen unvermischt mit Gnade. Das heißt offenbar, Jesaja 6 ist eine Typologie auf die Zeit, wo im Himmel das Heiligtum erfüllt werden wird mit dem Rauch der Herrlichkeit Gottes, wo Gottes Volk final gereinigt wird, rein vor Gott steht und gleichzeitig ihre Botschaft dann nicht mehr auf irgendeine Reaktion stößt, weil jetzt die Zeit der Entscheidung gekommen ist. Die Plagen werden ausgegossen, die Menschen haben sich komplett gegen Gott entschieden.

[19:19] All das wird jetzt hier beschrieben. Jetzt kommen wir zurück zu dem Ausgangsgedanken. So wie im Himmel, so auf der Erde. Der Tempel Gottes im Himmel wird erfüllt von welchen beiden Dingen? Von Herrlichkeit und Kraft. Und zwar, wie sehr wird er erfüllt? Komplett, so sehr, dass niemand mehr Fremdes hineindringen kann in den Tempel. Richtig, eine Typologie auf die lebendige Gemeinde und letztlich auf jeden Gläubigen. Gott möchte jeden Gläubigen so erfüllen, mit was? Mit seiner Herrlichkeit und seiner Kraft. Was ist seine Herrlichkeit? Sein Charakter und die Kraft, die von ihm kommt, der Sünde zu überstehen. Diese Kraft, die im Evangelium ist. Die Bibel sagt ja, das Evangelium ist die Kraft Gottes.

[20:07] Soll uns nicht nur ein bisschen erfüllen, sondern so erfüllen, dass niemand Fremdes hineinkommt. Wie nennt man das, wenn man so von Gott letztlich verändert worden ist, dass der Feind nicht mehr hineinkommt? Das ist die Versiegelung. Versiegelung bedeutet, dass Gott etwas anerkennt, so wie er den Bau des Tempels anerkannt hat und gesagt hat: "Das ist mein Tempel." Die Israeliten haben einen Tempel gebaut, mit Gottes Hilfe natürlich und am Ende sagt Gott: "Das ist mein Tempel, ich will hier wohnen." Die Israeliten haben die Stiftshütte gebaut, mit Gottes Hilfe und Weisheit und Gott sagt am Ende: "Genau so sollte es sein. Ihr habt es genau getan nach der Vorschrift, das ist meine Stiftshütte, ich will daran wohnen."

[20:58] Charakterbildung ist letztlich das Gleiche, mit Gottes Hilfe kooperieren wir mit ihm und lassen uns abschleifen und bauen. In der Gemeinde versuchen wir uns aufeinander aufzubauen, dass jeder an seinem Platz sitzt und wenn das vollendet ist, wird Gott dieses Werk bestätigen und sagen: "Es ist genau so, wie ich es gedacht habe, du bist mein." Siegel drauf, Versiegelung, Erfüllung mit der Herrlichkeit Gottes. Kein Fremder kommt herein.

[21:28] Offenbarung 15 Vers 8 bringt uns gedanklich zu der Zeit, wo Jesus aufstehen wird, sein hohes priesterliches Gewand ablegen wird. Nicht, weil er gesagt hat: "Ich hatte mir vor 3.000 Jahren mal vorgenommen, ich werde am 15. Mai den Gnadendienst beenden, Zeit ist hier zu kommen, jetzt habe ich mir was anderes vor." Nein, sondern weil Gottes Evangelium seine Gemeinde so verändert hat, dass er jetzt gehen kann. Dass er die Gemeinde Gottes, die Gläubigen auf der Erde lassen kann und nicht mehr als Vermittler fungieren braucht, weil sie gelernt haben, so sehr mit dem Heiligen Geist zusammenzuarbeiten, dass sie jetzt für eine kurze Zeit ohne Vermittler in der Gegenwart eines Heiligen Gottes leben können, während die sieben letzten Plagen ausgegossen werden.

[22:31] Das bedeutet nicht, dass Jesus nicht mehr da ist. Das bedeutet nur, dass Jesus nicht mehr unser Vermittler ist, der für Sünden jetzt für uns einsteht. Es bedeutet aber natürlich, dass Jesus uns die Kraft gibt und in uns wohnt. Ansonsten könnten wir nicht eine Sekunde in ihr leben. Viele Leute haben das missverstanden und gedacht, wir müssen jetzt ganz alleine aus eigener Kraft gehorsam sein. Unsinn. Es ist ja der Heilige Geist, der in uns den Gehorsam wirkt. Wir sind also nicht alleine. Jesus sagt: "Ich lasse euch nicht alleine bis ans Ende der Welt", aber er wird dann nicht mehr unser Hoher Priester sein, weil wir ihn nicht mehr brauchen. Das ist der entscheidende Punkt.

[23:07] Das heißt, die Botschaft ist also keine Botschaft, die uns Angst macht. Jesus sagt: "Ich will jetzt mal fertig werden." Sondern sie zeigt die Kraft Gottes, dass er Menschen auf der Erde leben lassen kann, ohne dass sie einen Vermittler brauchen, während er gleichzeitig sich bereit macht, wieder zu kommen und die Plagen ausgegossen werden über die Ungläubigen. Von jener Zeit heißt es in Offenbarung 22.

[23:22] Schaut mal, Offenbarung 22 und letzter Vers für heute. Offenbarung 22 und dort Vers 11: "Wer Unrecht tut, der tue weiter Unrecht. Und wer unrein ist, der verunreinige sich weiter. Und der Gerechte übe weiter Gerechtigkeit und der Heilige heilige sich weiter." Dann wird jeder Fall entschieden sein, dann wird es kein Zurück mehr geben, weil jeder Mensch durch die Versiegelung oder den Sünde gegen den Heiligen Geist entweder völlig sich in Gottes Hand gegeben hat oder sich völlig verhärtet hat.

[24:05] Die Versiegelung bedeutet letztlich, so gefestigt zu sein in der Wahrheit, intellektuell als auch emotional, dass egal was der Satan jetzt anstellt, ich nicht mehr von Gott lassen werde. Ich könnte zwar von Gott lassen, ich bin nicht programmiert, dass ich nicht mehr abfallen kann, aber ich habe so viel Erfahrung mit Gott, dass ich nicht mehr abfallen werde. Gott weiß das und weil er das weiß, kann er mich jetzt auf der Erde mit dem Heiligen Geist lassen und er weiß, dass ich nicht mehr fallen werde. Und das zeigt, wie viel Hoffnung und wie viel Zuversicht und wie viel Vertrauen Gott in uns hat.

[24:46] Das heißt, das Thema vom Ende der Gnadenzeit darf nicht so ein Angstthema werden, wo man ständig irgendwie nicht wahr und dann werde ich es nicht schaffen. Nein, das Thema vom Ende der Gnadenzeit ist eigentlich ein ganz schönes Thema, auch ein sehr ernstes Thema, weil es deutlich zeigt, man kann mit der Gnade Gottes nicht spielen, man kann nicht heuchlerisch irgendwie sie missbrauchen. Aber kein aufrichtiger Christ braucht jemals das Ende der Gnadenzeit zu fürchten, denn Jesus wird erst dann seinen Dienst beenden, wenn jeder aufrichtige, ernsthafte Christ dafür bereit ist. Gott lässt niemanden, der wirklich ernsthaft ans Ziel hätte kommen wollen, auf halbe Strecke liegen. Jetzt hat er schon so lange gewartet, er kann noch ein bisschen länger warten.

[25:33] Das ist ein entscheidender Gedanke. Wer von euch möchte sagen: Ich möchte auch so wie der Tempel im Himmel erfüllt sein von der Herrlichkeit Gottes und von der Kraft Gottes. Ich möchte, dass Gott mich immer mehr erfüllt, sodass irgendwann der Satan einfach nichts mehr findet, wo er angreifen kann. Dass ich so in Christus geborgen bin, dass ich tatsächlich buchstäblich versiegelt bin und dann können die Winde losgelassen werden. Dann kann sich Psalm 91 erfüllen, wenn tausend fallen zu einer Seite, 10.000 zur anderen. Es wird uns nicht treffen, nicht nur körperlich, sondern auch geistlich. Die Sünde wird uns nichts mehr anhaben können, weil wir Christus so gut kennen. Wollen wir uns das nicht vornehmen, jeden Tag Jesus kennenzulernen, dass das möglich ist?

[26:14] Dann lasst uns auch niederknien und beten. Lieber Vater im Himmel, was für ein interessanter Vers, was für eine interessante Idee, dass du tatsächlich als Menschen zutrauen wirst, gestärkt durch deinen Geist und erfüllt mit deiner Herrlichkeit und deiner Kraft in deiner Gegenwart zu leben ohne Vermittler. Wir danken dir, dass wir wissen müssen, dass wir das nicht aus eigener Kraft tun brauchen oder es gar nicht können aus eigener Kraft. Nicht eine Sekunde würden wir das schaffen, aber du hast genügend Kraft und Herrlichkeit längst parat, um uns für diese Zeit vorzubereiten, auszurüsten und dass wir wissen dürfen, dass wenn die Plagen fallen, dass gleichzeitig der Bau der Gemeinde und der Bau unseres eigenen Charakters zur Vollendung gekommen sein wird.

[27:07] Deswegen ist das Ende der Gnadenzeit ein ernstes Thema, auch ein sehr schönes Thema, eins, auf das wir uns freuen können und wo wir jetzt sehen, dass es in unserem Leben Arbeit gibt, Dinge zu tun gibt und wir danken dir, dass wir wissen dürfen, dass du, der du das Werk angefangen hast, dass du es bist, der es auch vollenden wird. Dafür danken wir dir, Herr Jesus, von ganzem Herzen. Amen.


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