In dieser Predigt beginnt Christopher Kramp die Betrachtung von Offenbarung Kapitel 16, das die sieben letzten Plagen beschreibt. Er erklärt, dass diese Plagen eng mit dem Heiligtum und dem Untersuchungsgericht verbunden sind und nicht einfach zufällig vom Himmel fallen. Der Sprecher beleuchtet die tiefere Bedeutung des Zorns Gottes und wie er mit der ursprünglichen Schöpfungsabsicht des Menschen zusammenhängt, Gottes Charakter widerzuspiegeln.
Offenbarung 16:1
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Neues Testament, Offenbarung, ProphetieWeitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Wir fangen heute ein neues Kapitel an. Offenbarung 15 war ja ein kurzes Vergnügen sozusagen mit nur acht Versen. Das jetzige Kapitel wird etwas länger und sicherlich auch ziemlich dramatisch und spannend. Wir wollen heute mit Offenbarung 16 beginnen. Das sind bekanntermaßen die sieben letzten Plagen. Darin enthalten dann in einigen Wochen auch die Schlacht von Harmagedon. Also es kommen wirklich interessante Dinge auf uns zu. Heute wollen wir den ersten Vers lesen. Der ist so ein bisschen auch eine Einleitung und ab nächstem Mal geht es dann mit den eigentlichen Plagen los. Nur dass ihr das schon mal ein bisschen wisst. Zu Beginn wollen wir, wie es üblich ist, einfach niederknien für ein Anfangsgebet, wo es möglich ist und dann starten.
[0:51] Lieber Vater im Himmel, hab Dank für diesen Tag. Hab Dank für die Segnungen, für dein Wort und für all das, was du uns lehrst und was du uns offenbarst. Und auch in dem Vers, den wir jetzt lesen möchten, steckt eine Botschaft an uns drin. Etwas, was wir verstehen sollen. So bitten wir dich von ganzem Herzen, dass wir das verstehen und dass wir wirklich begreifen, was deine Worte uns sagen möchten. Schenk uns Weisheit, deinen Heiligen Geist, die Dinge in unserem Leben so anzuwenden, dass sichtbar wird, dass du mit deinem Geist in uns wohnst. All das bitten wir im teuren Namen Jesu. Amen.
[1:38] Offenbarung 16, Vers 1. Offenbarung 16, Vers 1. Im Grunde genommen ist die Kapiteleinteilung ein bisschen willkürlich, weil das, was wir vorher gelesen haben, einfach ohne Unterbrechung weitergeht. Wir hatten gesehen, wie der Tempel im Himmel geöffnet worden ist. Wir hatten gesehen, wie die sieben Engel herauskamen mit ihren leinenen Gewändern, den goldenen Gürteln, wie sie die sieben goldenen Schalen empfangen haben. Ihr erinnert euch daran, nicht wahr? Die Schalen, die auch für die Gebete verwendet werden, von einem der vier lebendigen Wesen wurden ihnen überreicht. Und wie dann, das haben wir das letzte Mal gesehen, wie der Tempel Gottes erfüllt worden ist von seiner Herrlichkeit und niemand in den Tempel gehen konnte. Das war ein Hinweis auf das Ende der Gnadenzeit. Kurz vor der Wiederkunft wird ein Zeitpunkt eintreten, wo jeder Fall entschieden ist und wo niemand mehr im Glauben in das Heiligtum hineingehen kann, wo die Heiligen weiter heilig sein werden und die Gerechten weiter gerecht und die Ungerechten und Unheiligen weiter ungerecht und unheilig, wo jeder Fall entschieden sein wird und es keine Bekehrungen mehr geben wird. Ähnlich wie bei der Arche Noah, sieben Tage vor dem Regen, die einen drinnen waren, die anderen draußen waren und es keinen Wechsel mehr gab. Und in diesem Kontext zur Zeit des Endes der Gnadenzeit, wenn wir in der Gegenwart eines heiligen Gottes leben müssen und jetzt sage ich beinahe dürfen, weil es ja nicht unsere Kraft sein wird, die das bewerkstelligt, sondern wir werden erfüllt sein mit der Herrlichkeit Gottes, mit seinem Geist. Der Geist Gottes zieht sich zwar von der Erde zurück, aber nicht von seinen Gläubigen, denn ohne den Heiligen Geist kann man ja gar nicht gehorsam sein. Und in diesem Kontext heißt es jetzt in Offenbarung 16, Vers 1, und ich hörte eine laute Stimme aus dem Tempel, die sprach zu den sieben Engeln, geht hin und gießt die Schalen des Zornes aus auf die Erde.
[4:06] Jetzt, wir haben also verschiedene Elemente hier. Was ist das erste, was wir sehen oder hören? Eine Stimme. Was ist das Besondere an der Stimme? Eine laute Stimme, okay, und sie kommt aus dem, laute Stimme, aus dem Tempel. Und was sagt sie, diese laute Stimme? Genau, sie fordert zur Ausgießung des Zornes Gottes. Frage, wo hatten wir in der näheren Umgebung dieses Verses schon mal von lauten Stimmen gelesen oder gehört? Wo gab es im größeren Kontext hier schon einmal laute Stimmen? In der 3. Engelsbotschaft, da hatten wir den ersten Engel, der mit lauter Stimme rief, nicht wahr, fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, und dann der dritte Engel, der gesagt hat, wer das Tier und sein Bild und sein Malzeichen anbetet und so weiter und so fort. Okay, sehr gut, wo noch? Wir hatten also die 3. Engelsbotschaft, die zumindest im Fall der ersten und dritten mit lauter Stimme gepredigt wird. Wo hatten wir noch eine laute Stimme? In Vers 15, der weitere Engel, erinnert euch an die anderen Engel, die da noch kamen? Ja, der erste Ernteengel, sozusagen. Das heißt, ein weiterer Engel kam aus dem Tempel hervor, der rief mit lauter Stimme, und was hat dieser erste Ernteengel dann gerufen? Er hat zur Ernte gerufen. Sende deine Sichel hin und ernte, denn die Stunde des Erntens ist gekommen, weil die, warum ist die Stunde gekommen? Die Ernte ist reif, ja, die, es ist jetzt Zeit für eine Entscheidung, es ist Zeit für die Ernte. Wo haben wir noch eine laute Stimme in dem Zusammenhang? Vers 18, der dritte, der dritte Ernteengel und der sagt in Vers 18, ein weiterer Engel kam vom Altar, der hatte Vollmacht über das Feuer und er wandte sich mit lautem Ruf an den, der die scharfe Sichel hatte und sprach, sende deine scharfe Sichel aus und schneide die Trauben des Weinstocks der Erde ab, denn seine Beeren sind reif geworden. Also zwei Engel kommen aus dem Tempel, beide rufen mit lauter Stimme und beide rufen zur Ernte. Wiederholen wir ganz kurz, das ist ja noch nicht so lange her, dass wir das studiert haben. Was sind das für Ernten, die hier beschrieben werden? Was wird da geerntet, bei Vers 15 und Vers 18? Ja, Trauben und ja, einmal die Ernte der Gläubigen und einmal die Ernte der Gottlosen. Das heißt, hier ist ebenfalls durch die laute Stimme das Ende der Gnadenzeit und die Belohnung beziehungsweise die Bestrafung angedeutet. Die Ernte ist ja ein Bild für das Ende der Weltzeit. Das heißt, dass hier jetzt die laute Stimme aus dem Tempel ertönt, zeigt, dass was jetzt kommt, auf Offenbarung 16, hat zu tun mit den Ereignissen vor der Wiederkunft, wenn die Spreu vom Weizen getrennt wird. Ist also dort mit einzuordnen.
[7:55] Dann ist interessant, die laute Stimme kommt aus dem Tempel. Wo hatten wir in den folgenden Versen schon Elemente des Tempels gesehen oder wahrgenommen? Wo kamen schon Verse vor, wo der Tempel eine Rolle gespielt hat? Also im Vers 8, wo noch? Vers 5, Vers 6, genau. Also fast die ganzen Verse davor sind alle in Heiligtumssprache formuliert. Das heißt, man kann die Plagen Gottes nicht verstehen, wenn man nicht das Heiligtum versteht. Die Plagen kommen aus dem Heiligtum, die Engel, die sie bringen, kommen aus dem Heiligtum. Der Befehl, sie auszugießen, kommt aus dem Heiligtum. Ohne Heiligtumslehre kein Verständnis der Plagen. Und da wir als Adventgemeinde letztlich die einzige Gemeinde sind, die die Heiligtumslehre eigentlich wirklich versteht, sind wir auch die einzigen, die prädestiniert dafür sind, die Plagen richtig zu verstehen. Wenn die meisten Christen an die Plagen denken, woran denken sie dann? Strafe, Weltuntergang, Schmerzen. An etwas, das so schrecklich ist, dass sie solche Angst davor haben, dass sie extra ihre Theologie geändert haben, eine geheime Entrückung eingebaut haben, dass sie ja nicht während der Plagenzeit auf der Erde sind. Und das ist interessant. Viele Menschen halten an dieser geheimen Entrückung fest, einzig und allein, obwohl sie wissen, dass Jesus kommt sichtbar, hörbar und so weiter. Sie halten an der geheimen Entrückung fest und ich habe mit Leuten gesprochen, wo das so war, weil sie sagen, ja, ansonsten müssten wir ja während der Plagenzeit auf der Erde sein. Und der Gedanke war ihnen zu unvorstellbar. Also mit einem falschen Verständnis der Plagen fördert man auch ein falsches Verständnis der Wiederkunft. Nun, damit wollen wir überhaupt nicht die Plagen irgendwie minimieren oder irgendwie weich spülen, aber wie wir schon gesehen haben an anderer Stelle, die Plagen brauchen einem Gläubigen keine Angst machen.
[10:41] Jetzt schauen wir mal ein bisschen genauer hin, was das ist. Es heißt ja, ausgegossen wird der Zorn Gottes und das ist ein Begriff, mit dem werden wir uns jetzt in den nächsten Wochen öfter beschäftigen. Man kommt ja relativ selten dazu, die Plagen über viele Wochen zu studieren. Da haben wir jetzt eine interessante Gelegenheit. Solltet ihr gut nutzen. Der Zorn Gottes. Woran denkt ihr bei diesem Begriff oder was fällt euch dabei ein? Fällt aus der Bibel. Der Zorn Gottes. Wir reden ja viel von der Liebe Gottes. Wir reden viel von der Güte Gottes, aber hier spricht es von dem Zorn Gottes. Es hat also zu tun mit Gericht. Ohne Frage. Absolut richtig. Wir wissen, der Zorn Gottes ist die Folge seines Gerichtes. Wo hatte das Gericht stattgefunden? Im Himmel. Noch genauer, wo? Im Heiligtum. Ja genau, im Allerheiligsten sogar. Und das ist der Grund, warum auch die Plagen aus dem Heiligtum kommen. Denn kurz vor der Wiederkunft befand sich ja im Heiligtum das Gericht. Die Plagen kommen also aus dem Gericht. Die Plagen sind die Folge des Untersuchungsgerichtes. Also nochmal ein deutlicher Punkt. Wer das Untersuchungsgericht seit 1844 nicht versteht, kann die Plagen nicht verstehen. Es sind eine Folge des Untersuchungsgerichtes. Hängen direkt zusammen. Die Plagen fallen nicht einfach vom Himmel, sondern erst findet das Untersuchungsgericht statt und dann wird der Zorn ausgegossen. Was hätte ich noch bei dem Begriff Zorn Gottes? Da gibt es natürlich die Plagen in Ägypten. Und das werden wir sicherlich an anderer Stelle nochmal wiederholen. Aber wie viele Plagen gab es in Ägypten? 10. Wie viele Plagen gibt es hier? 7. Also wo ist die Parallele? Gibt es eine Parallele? Was ist die Parallele? Fast. Genau. Die ersten drei Plagen waren erstmal noch nicht so dramatisch in gewisser Weise. Aber dann ab der vierten bis zur zehnten waren es nur Plagen für die Ungläubigen. Gott hatte eine klare Unterscheidung gemacht. Die sieben letzten Plagen Ägyptens waren eindeutig nur für die, die sich gegen Gott widersetzt hatten. Und das ist für uns wichtig. Die sieben letzten Plagen sind für die, die sich Gott widersetzen. Wenn ich also mit Jesus lebe, brauche ich keine Angst haben vor den Plagen. Wenn ich aber nur ein Heuchler bin in der Gemeinde, dann sollte mich das Thema ein bisschen wach rütteln. Sieben letzte Plagen.
[13:54] Okay, noch was, was sich einfällt zum Thema Zorn Gottes? Der Zorn des Lammes. Wo kommt der vor? Genau, Offenbarung Kapitel 6, Vers 17. Das ist sogar dann beim Tag der Wiederkunft selbst, nicht wahr? Aber natürlich hängt das mal da zusammen, weil die Plagen bereiten natürlich die Wiederkunft vor. Denn der große Tag seines Zorns ist gekommen und wer kann bestehen? Vers 16. Fallt auf uns, verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt und vor dem Zorn des Lammes. Wenn ihr genau definieren solltet, anhand der Bibel, wer wird diese Plagen bekommen? Auf wen werden die Plagen letztlich ausgegossen werden? Die Ungläubigen? Okay, woran soll man erkennen, wer ungläubig ist? Macht die Bibel das etwas genauer? An dem Malzeichen des Tieres. Woher wissen wir das, das verknüpft ist? In Offenbarung 14. Schaut man in Offenbarung 14, da steht das so deutlich, dass niemand das missverstehen muss. Offenbarung 14, Vers 19, dritte Engelsbotschaft. Und ein anderer Engel folgte ihm, der sprach mit lauter Stimme, wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen auf seine Stirn oder seine Hand annimmt, so wird auch er von dem Glutwein Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in dem Kelch seines Zornes. Also was sind die drei Bedingungen? Anbetung des Tieres, Anbetung des Bildes, Malzeichen an der Stirn oder der Hand. Wer das tut, der wird vom Kelch Gottes trinken. Sehr einfach.
[15:59] Jetzt die Frage ist, was hat jetzt genau, und das werden wir das nächste Mal noch ausführlicher studieren, aber was hat das so genau mit dem Zorn Gottes zu tun? Warum ist das so? Muss man sich das so vorstellen, dass Gott einfach sagt, ich hatte mir einen Tag rausgesucht, wo wir Gemeinschaft haben, den Sabbat, ihr habt den Tag geändert und jetzt bin ich eingeschnappt, jetzt töte ich euch. Ist das so gemeint? Ich bin der König des Universums, ich habe das bestimmt, ihr habt nicht gehört. Viele haben die Idee, ganz im Hinterkopf doch so ein bisschen, Gott hat es gesagt, so soll es sein und die haben ja nicht gehört, jetzt müssen sie leiden. Warum sendet Gott die Plagen auf Menschen, die doch eigentlich von ihrem freien Willen Gebrauch gemacht haben? Also wir haben gelernt, ein wichtiger Punkt ist, diese Menschen, die Ungläubigen, werden Gottes Volk bedrängen. Wir haben vom Todesbefehl gelesen auf Markus 13. Ein sehr wichtiger Punkt, Gott wird eingreifen, um sein Volk zu retten. Okay, aber er könnte sie einfach auch alle nur irgendwo gefangen halten, die Ungläubigen, dass sie dem Volk nichts mehr tun. Warum müssen die dann am Ende eigentlich alle sterben? Ja, weil er die Erde neu machen wird. Er will die Sünde für immer ausrotten.
[17:37] Ich möchte mit euch ganz kurz einen interessanten Gedanken teilen. Schaut mal mit mir in 1. Mose. 1. Mose, Kapitel 1. Und dort Vers 26. Ja, du bist jetzt genau auf dem Punkt, auf dem Punkt will ich hinaus. Aber lassen wir es in der Bibel kurz sehen. 1. Mose 1, Vers 26. Okay, 1. Mose 1, 26. Und Gott sprach, lasst uns Menschen machen, nach unserem Bild, uns ähnlich, die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht. Bekannter Vers, kurz gefragt. Was steht im Vers? Gott hat den Menschen geschaffen, für die, um zu herrschen. Über was? Über die Tiere. Warum? Warum hat Gott den Menschen geschaffen, um über Tiere zu herrschen? Also schön, dass er es gemacht hat, aber warum? Die Bibel sagt, der Mensch wurde geschaffen zum Bilde Gottes und wir sagen, ja, das ist nicht wahr, wir sehen so ähnlich aus wie Gott. Stimmt, wir sollen auch Gottes Charakter widerspiegeln. Stimmt, aber wir vergessen oft zu sagen, dass, wenn Gott ein Bild gemacht hat, wenn ich ein Bild hier male oder wenn ich etwas aufmale, warum mache ich das? Wenn ich etwas aufmale, wozu mache ich das? Um etwas zu veranschaulichen. Warum würde Gott es nötig haben, etwas zu veranschaulichen und vor allem für wen würde er das veranschaulichen? Gottes Herrschaft war in Frage gestellt, richtig? Im Himmel, wo Gott herrscht. Über wen herrscht Gott? Über alles. Gott herrscht über alle Geschäfte und plötzlich fingen Engel im Himmel an zu sagen, Gott, deine Herrschaft ist nicht so gerecht, wie sie sein könnte. Du bist nicht so liebevoll, wie du sein könntest und jemand könnte an deiner Herrschaft etwas verbessern, das haben sie gesagt. Das ist der große Kampf. Was Gott gemacht hat, ist ziemlich erstaunlich und wir verstehen das, glaube ich, noch nicht ganz tief genug. Gott hat den Engeln im Himmel es wirklich erklären wollen. Er nahm die himmlische Flipchart und malte etwas auf, wenn ihr so wollt. Er machte ein Bild von seiner Herrschaft, indem er Menschen schuf und ihnen die Herrschaft über niedere Wesen aufdrückte. Denn zwischen Menschen und Tieren ist ein Unterschied, oder? Tiere haben Instinkte, aber der Mensch hat einen freien Willen. Also jeder Engel, der auf die Erde schaut, der merkt, hey, da gibt es zwei Klassen von Wesen. Da gibt es die Tiere, die machen, was ihr Instinkt sagt, und da gibt es Menschen. Die Menschen stehen klar über den Tieren und Gott sagt, schaut, liebe Engel, schaut mal hier, was ich gemacht habe. Schaut mal auf die Erde, schaut mal auf die Tiere und schaut mal auf den Menschen und schaut mal, wie der Mensch, den ich gemacht habe, als ein Bild von mir selbst, schaut mal, wie er mit den Tieren umgeht. Schaut mal, wie der Adam das Krokodil pflegt. Schaut mal, wie die Eva sich um den Papagei kümmert. Schaut mal, wie der Adam der Schildkröte über den Weg hilft. Wenn ihr das seht, dann seht ihr ein Bild von meiner Herrschaft. Und wenn ihr dann auch seht, wie Mann und Frau sich lieben, denn das Bild war ja nicht nur Herrschaft, sondern es war auch Mann und Frau, dann seht ihr, was die Beziehung zwischen Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Heiligen Geist ist. Ihr seht, ihr versteht, Gott ist Liebe und er hat eine gerechte Herrschaft.
[22:41] Die Bibel sagt genau diesen Gedanken. Schaut mal in Römer 1, Vers 20. Und das ist natürlich nur ein Aspekt davon, aber in Römer 1, Vers 20 heißt es, Römer 1, Vers 20. Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den, woran an den? Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben. Jetzt lasst mal den Vers genau verstehen. Wir sollen was tun als Menschen? Wir sollen die Schöpfung anschauen, wir sollen die Schöpfung betrachten. Was sollen wir noch tun? Wir sollen nachdenken, denn wenn wir über seine Werke nachdenken, was werden wir sehen? Wir werden Gott, nicht nur Gott, sondern sein Wesen erkennen, seinen Charakter. Warum? Weil sein Wesen eigentlich unsichtbar ist. Denkt mal drüber nach, das ist ganz interessant. Gottes Charakter ist eigentlich unsichtbar, aber an den Werken wird er sichtbar. Das ist mit uns genauso, oder? Unser Charakter ist auch unsichtbar, aber dieser unsichtbare Charakter wird sichtbar durch das, was wir tun, oder? Dass ich liebevoll bin, wird erst sichtbar, wenn ich liebevoll handle. An den Werken wird der Charakter sichtbar. Das heißt, das gilt nicht nur für Menschen, das gilt auch für Engel. Als die Engel die Schöpfung betrachten, sehen sie etwas, was ansonsten unsichtbar gewesen wäre, in gewisser Weise. Sie verstehen, ah, so ist Gott. Übrigens, das ist die Aufgabe der Gemeinde. Lass mal deinen Finger hier in Römer 1 und geht mal in Epheser Kapitel 3. Da seht ihr diesen Gedanken, das ist ganz deutlich in der Bibel. Epheser 3 und dort Vers 10. Epheser 3 Vers 10, damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Regionen durch wen, durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werde. Wenn der Himmel auf die Gemeinde schaut, sollen sie etwas über Gottes Charakter verstehen. Also am Anfang schafft Gott den Menschen mit dem Ziel, dass alles, was der Mensch tut, wie er herrscht, wie er sich gegenüber den Tieren und auch den Menschen gegenüber benimmt, alles eine Lektion ist, wie Gott ist.
[25:22] Könnt ihr euch jetzt vorstellen, warum der Satan so ein intensives Interesse hatte, ausgerechnet den Menschen zu verführen? Als der Satan gesehen hat, er greift Gottes Charakter an und dann macht Gott ein Modell seiner Herrschaft auf Erden und illustriert anhand von Adam und Eva, wie Gott herrscht, da hat der Satan ein Ziel. Ich muss Adam und Eva korrumpieren, ich muss sie irgendwie vom Weg abbringen, damit dieses Bild nicht länger sichtbar ist. Deswegen hat er die Menschen verführt. Weil jetzt, als die Menschen plötzlich anfingen, die Tiere zu schlachten und zu essen, als sie plötzlich anfingen zu streiten und die Tiere zu jagen, da war das Bild, das Gott vorgesehen hatte, nicht mehr so deutlich sichtbar. Es wurde wieder nebulös. Aber hier ist das Problem. Das große Problem, das der Satan hat und das ihm irgendwann mal aufgehen wird, ist, alle Geschöpfe sind für diesen Zweck geschaffen. Auch er selbst. Jetzt denkt man darüber nach. Wenn ich gegen Gottes Charakter kämpfe, aber meine Schöpfung, meine Existenz dazu bestimmt ist, Gottes Charakter wiederzuspiegeln, gegen wen kämpfe ich dann? Ich kämpfe gegen mich selbst. Ich kämpfe gegen meine eigene Existenz. Wenn alle Geschöpfe, und auch der Luzifer war ein Lichtträger, wenn alle Geschöpfe dazu geschaffen sind, den Charakter Gottes zu widerspiegeln, dann ist jeder Angriff auf den Charakter Gottes ein Angriff auf meine eigene Existenz. Und deswegen ist Sünde per Definition selbstzerstörerisch. Und deswegen kann Gott die Sünde gar nicht tolerieren, dass er das wollte, weil er sich selbst zerstört. Gott folgt nur quasi dem Gesetz der Dinge, wie das ist.
[27:29] Was hat es mit dem Zorn Gottes zu tun? Geht zu mir ganz zum Schluss jetzt, als letzter Vers für heute, zu Römer 1 zurück. Genau in diesem Abschnitt spricht Gott, spricht der Paulus von dem Zorn Gottes. In Römer 1, Vers 18. Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, weil das von Gott erkennbar, unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat. Und jetzt kommt der Vers, den wir gesagt haben mit anderen Worten. Gott gießt seinen Zorn aus, wenn Menschen, die verstehen, wozu sie geschaffen sind, trotzdem gegen Gottes Charakter kämpfen. Wenn sie verstehen, dass Gott sie geschaffen hat, zu seiner Ehre und sie trotzdem gegen Gottes Ehre kämpfen, dann sagen sie Gott, wir wollen nicht existieren, denn wir hassen den Grund unserer Existenz. Nicht wahr? Wenn ich geschaffen bin, um Gottes Charakter zu verherrlichen und ich Gottes Charakter nicht mag, dann gibt es für mich keinen Existenzgrund. Und deswegen macht Gott genau das, was sie möchten. Er nimmt sie aus der Existenz. Das ist eigentlich letztlich die Grundidee beim Zorn Gottes. Die Bibel nennt es Gottes seltsames Werk, aber er folgt nur der logischen Konsequenz der Dinge. Und deswegen ist es so entscheidend, dass wir verstehen, was es bedeutet, Gottes Charakter wiederzuspiegeln. Deswegen sagt Ellen White, dass Gottes Charakter wiedergespiegelt werden soll im Endzeitvolk. Die eine Ernte ist, dass Gottes Charakter vollkommen wiedergespiegelt wird in seinem Volk. Die andere Ernte ist, dass der Widerstand gegen Gottes Charakter so final ist, so unumkehrbar, dass Gott diesen Menschen die Plagen senden wird, aus diesem Grund.
[29:48] Ab nächstem Mal werden wir genau anschauen, was die einzelnen Plagen sind und wie sie alle auf diesem Grundthema aufbauen. Sehr, sehr interessant. Ihr werdet staunen, was wir da lernen können. Aber für heute, glaube ich, lohnt es sich, darüber nachzudenken, was der Grund unserer Existenz ist. Wir sind geschaffen worden, um Gott die Ehre zu geben. Es bringt gar nichts, gegen ihn zu rebellieren. Da sägen wir buchstäblich an unserem eigenen Ast. Wollen wir noch gemeinsam beten? Lassen wir uns necken.
[30:20] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir dein Wort haben und dass wir sehen können, wozu wir eigentlich geschaffen sind. Wir werden sehen, dass all die Plagen letztlich mit der Schöpfung zusammenhängen. Und du hast uns deutlich sagen lassen, dass niemand, wenn er wirklich den Schirm und Schutz des Höchsten sucht, die Plagen zu fürchten braucht. Dass wenn wir die Neuschöpfung in unserem Herzen akzeptieren, wenn wir dich als Schöpfer ehren und anbeten, deinen Gedenktag, den Sabbat halten, dann werden die Plagen an uns vorüberziehen, ohne dass wir sie selbst spüren werden. Ich möchte dich bitten, dass du uns sensibilisierst, welche große Verantwortung auf uns liegt, wie wir diese Dinge wissen. Vielen Menschen, die noch in der Unwissenheit sind, ein möglichst gutes und klares und anziehendes Beispiel zu sein, wenn es darum geht, mit dir zu leben. Bitte hilf uns, den Glauben so attraktiv wie möglich zu machen, so einladend wie möglich und so authentisch wie möglich. Schenke uns wirklich einen tiefen, lebendigen Glauben. Lass unseren Glauben ganz tief in das Allerheiligste hineinreichen, dort wo jetzt das Gericht ist, damit wir gereinigt werden, gerechtfertigt werden, um dann mit dir verherrlicht zu werden. Im Namen unseres Erlösers, unseres Fürsprechers und Richters, Jesus Christus. Amen.
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