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In dieser Predigt über Offenbarung 16, Vers 11, beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung der fünften Plage und die damit verbundene Finsternis über dem Thron des Tieres. Er erklärt, warum die Menschen trotz der Leiden Gott lästern, anstatt Buße zu tun, und wie die Plagen kumulativ wirken und eine Intensivierung der göttlichen Gerichte darstellen. Die Ausführungen zeigen, dass die Plagen nicht nur Strafen sind, sondern auch Gottes Gerechtigkeit und seinen Plan offenbaren.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr eingeschaltet habt. Wir sind immer noch in den Plagen und sind immer noch in der fünften Plage. Wir haben letztes Mal in einer etwas kürzeren Fassung das Wesentliche schon gesagt, was dort passiert. Wir wollen heute noch den nächsten Vers anschauen, Offenbarung 16, Vers 11, und dann auch einen bisherigen Überblick gegenüber dem Zeitrahmen der Plagen, den wir bisher studiert haben. Und bevor wir beginnen, lade ich euch ein, wo es möglich ist, dass wir in den Knien für ein Anfangsgebet.

[0:31] Lieber Vater im Himmel, wir kommen jetzt zu dir in dem Bewusstsein, dass wir ohne dich und deine Hilfe, ohne deinen Heiligen Geist nichts verstehen können, was wirklich von Dauer und von Wert ist. Wir brauchen dich, wir brauchen deine Unterweisung und wir danken dir, dass du dich zu uns herablässt, dass du bereit bist, mit uns zu reden, dass du bereit bist, uns zu helfen und uns zu lehren. Ich möchte dich bitten, dass wenn wir jetzt dein Wort studieren, dass du uns Verständnis schenkst, ein Verständnis, das unser Leben verändert. Wir danken dir dafür, jetzt schon im Namen Jesu, Amen.

[1:17] Offenbarung 16 und dort Vers 11. Kurze Wiederholung, damit das im Gedächtnis bleibt. Wir haben das letzte Mal gesehen, die fünfte Plage ist was? Genau, es war eine Finsternis auf dem Thron des Tieres. Wir haben letztes Mal kurz noch mal zusammengetragen, die Elemente, an denen das Tier identifiziert werden kann. Wir haben festgestellt, das Tier ist der römische Kirchenstaat, Offenbarung 13 ist da eindeutig und es wird dort offensichtlich eine besondere Finsternis geben, die auch im insbesondere verknüpft ist oder verbunden ist mit der Stadt Rom. Der Thron des Tieres, haben wir gesagt, ist Rom, denn Rom wurde von dem römischen Reich dem Papsttum übergeben.

[2:23] Lesen wir mal den Vers jetzt in Vers 11, also Vers 10 noch des Zusammenhangs willen. Vers 10 heißt es: „Und der fünfte Engel goss eine Schale aus auf den Thron des Tieres und dessen Reich wurde verfinstert und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz und sie lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und sie taten nicht Buße von ihren Werken.“ Also halten wir fest. Was ist die Kernaussage dieses Verses hier? Genau, die Kernidee ist, sie bleiben bei ihrer Lästerung. Wo haben sie schon mal gelästert? Hatten sie hier in diesem Kapitel schon mal gelästert? Wenn ich so komisch frage, dann wahrscheinlich nicht.

[3:16] In der vierten Plage, genau im Vers 9, die Menschen wurden versengt von großer Hitze und sie lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen und sie taten nicht Buße, um ihm die Ehre zu geben. Also gewissermaßen sind Vers 9 und 11 parallel. In beiden Fällen lästern sie Gott und sie tun nicht Buße. Also wir haben hier so eine gewisse Widerspenstigkeit, eine Hartnäckigkeit, die auch durch den Text jetzt so ausgedrückt wird. Egal was Gott tut, sie kehren nicht um. Warum lästern sie Gott im Vers 11? Wegen der Schmerzen, das heißt in Vers 10 sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen. Das ist ziemlich krass. Also sich auf die Zunge beißen ist kein schönes Gefühl. Das passiert ja manchmal so, wenn man das unabsichtlich macht, aber niemand beißt sich doch absichtlich auf die Zunge. Sie zerbissen vor Schmerz ihre Zunge. So weh tut es ihnen, dass sie lieber auf ihre Zunge beißen, um irgendwie abgelenkt zu werden. Also wegen der Schmerzen und weswegen noch? Wegen der Geschwüre.

[4:28] Jetzt kommt eine interessante Beobachtung. Wo haben wir die Geschwüre das letzte Mal gesehen oder wo kommen die her? Auch von einer Plage, von der ersten Plage. Also wir sind jetzt in der, also die Geschwüre sind in der ersten Plage und in der fünften Plage heißt es, dass Finsternis ausgegossen wird auf den Thron des Tieres und die Menschen zerbeißen ihre Zungen wegen der Schmerzen und wegen der Geschwüre. Was ist die Schlussfolgerung? Ja, die Plagen sind nicht einfach quasi wie ein Staffellauf, so wenn die zweite kommt, hört die erste auf, sondern sie sind, wie meine Tante immer so schön gesagt hat, die in der Buchhaltung gearbeitet hat, sie sind kumulativ. Sie bauen aufeinander auf. Die erste bleibt, während die zweite dazukommt und die dritte und die vierte. Und das heißt, das zeigt natürlich auch, dass sie relativ zeitlich eng aneinander liegen, aber auch, dass hier sozusagen eine Intensivierung stattfindet. Also die Plagen dauern an.

[5:35] Interessant ist die Formulierung hier: „sie lästerten den Gott des Himmels.“ Jetzt werdet ihr sagen, der Gott des Himmels ist ungefähr das allerewöhnlichste, was es gibt in der Bibel. Das stimmt nicht. Gott des Himmels, der Gott des Himmels ist eine Formulierung, die in ganz bestimmten Zusammenhängen meistens verwendet wird. Jetzt würde mich interessieren, ob jemand von euch zumindest ahnt, in welchem Zusammenhang von dem Gott des Himmels spricht. Also mit Daniel und Daniel 2, in dem Genesis war schon mal ein Volltreffer gelandet. Schauen wir uns mal ein paar Stellen an. Wir kommen gleich zu Daniel, schauen uns erst eine Stelle an in Jona. Wir sammeln mal ein paar Stellen und dann schlussfolgern wir ein bisschen.

[6:18] Jona 1 und dort Vers 9. Ihr kennt die Geschichte. Jona läuft von Gottes Willen weg auf das Schiff, das nach Tarsus gehen soll. Der Sturm kommt, alle sind aufgeregt. Jona schläft, man muss ihn aufwecken. Vers 9. Er aber sprach zu ihnen, als sie ihn dann gefragt haben, wer er ist und was los auf ihn getroffen ist. Er aber sprach zu ihnen: „Ich bin ein Hebräer und ich fürchte den Herrn, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat.“ Okay, also hier wird es gebraucht von Jona. Wem gegenüber? Zu wem spricht er hier? Ja, er spricht über den Schöpfer, aber zu wem spricht er? Zu den Menschen auf dem Schiff. Diese Menschen auf dem Schiff, Heiden. Irgendwelche Phönizier oder so Seefahrer, die dann irgendwann dadurch auch zu Gott finden, wie das Kapitel später berichtet. Jona spricht zu den Heiden und sagt: „Ich fürchte den Gott des Himmels.“

[7:30] Jetzt, was du genannt hast, Daniel 2. Daniel Kapitel 2, Daniel 2 und dort Vers 44. Das ist Daniel in der Auslegung des Traumes, den er ja vorher gesagt hat, durch göttliche Hilfe. Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird und so weiter und so fort. Zu wem spricht Daniel hier? Das ist Grundstufe zum König Nebukadnezar. Also Jona spricht zu den heidnischen Schiffbesatzungen. Ich fürchte den Gott des Himmels. Daniel spricht zu Nebukadnezar. Schau mal, es kommt ein Reich und noch ein Reich und noch ein Reich und noch ein Reich und am Ende gibt es ein Reich, und das gehört dem Gott des Himmels.

[8:32] Noch ein Text, Esra. Esra Kapitel 1, Vers 2. Esra Kapitel 1, Vers 2. „So spricht Kyros, der König von Persien: Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben und er selbst hat mir befohlen, ihm ein Haus zu bauen in Jerusalem, das in Juda ist.“ Also hier spricht man nicht mal zu Kyros, sondern Kyros spricht selbst. Wer war Kyros? Genau, er ist der Feldherr, dann später der König von Medien und Persien. Er sagt: „Ich lasse euch gehen.“ Das war der erste Erlass und weil der Gott des Himmels mir befohlen hat, ihm ein Haus zu bauen.

[9:18] Esra 5, Vers 11 und 12. Das ist ein bisschen später. Der Bau am Tempel ist ins Stocken geraten und ermutigt durch die Propheten Haggai und Sacharja will man wieder eine neue Erlaubnis bekommen und man schreibt einen Brief, Vers 11. „Sie aber gaben uns folgendes zur Antwort: Wir sind Knechte des Gottes des Himmels und der Erde und bauen das Haus wieder auf, das vor vielen Jahren gebaut worden war, das ein großer König von Israel gebaut und verendet hat. Aber als unsere Väter den Gott des Himmels erzürnten, gab er sie in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, der zerstörte dieses Haus und führte das Volk hinweg nach Babel.“ Jetzt zu wem reden die? An wen ist dieser Brief dann gesandt?

[10:23] König Darius, das ist jetzt nämlich dann der Brief, der den zweiten Erlass zur Folge haben wird, oder der Darius sagt: „Ihr dürft weiter bauen am Tempel.“ Also hier, wenn sie sich an einen anderen persischen König und sagen: „Der Herr, der Gott des Himmels.“

[10:52] Noch ein Beispiel, Esra 7. Esra 7 und das ist jetzt der dritte Erlass. Esra 7 und dort Vers 13. Wer gibt diesen dritten Erlass? Genau, Artaxerxes, wie er bei den Griechen heißt. Esra 7, Vers 13, es ist von mir befohlen worden, dass, Entschuldigung, nicht 13, Entschuldigung, 12. Fehler von mir, Vers 12. „Artaxerxes, der König der Könige, an Esra, den Priester, den vollkommenen Schriftgelehrten im Gesetz des Gottes des Himmels, ausgefertigt und so weiter und so fort.“

[11:40] Also es geht jetzt gar nicht um die Inhalte dieser Erlasse und Dekrete und so weiter, sondern es geht um eine Beobachtung. Jona sagt, Gott des Himmels zu den Phöniziern. Daniel sagt, Gott des Himmels zu Nebuchadnezzar. Dann wird es verwendet bei Kyros und bei Darius und bei Artaxerxes. Was ist sozusagen der gemeinsame Nenner? Ja, die Formulierung, aber was ist noch gemeinsamer Nenner von den Adressaten oder denen, die es verwenden? Könige, ja. Jona war es aber keine Könige. Dann müssen wir den Nenner noch ein bisschen größer machen. Was ist der gemeinsame Nenner? Heiden, es waren alles Heiden. Mit anderen Worten, wenn die Juden untereinander gesprochen haben, haben sie wahrscheinlich nicht unbedingt gesagt, Gott des Himmels, sondern sie haben direkt von Jah für den Herrn gesprochen. Aber so wie Jona nicht sagt, ich bin einfach ein Jude, er sagt, ich bin ein Hebräer, eine allgemeinere Bezeichnung, so war quasi die Formulierung Gott des Himmels eine Möglichkeit auch Nicht-Heiden, Nicht-Juden eine Idee zu geben, wie man anbetet: der Gott des Himmels.

[12:46] Weil die meisten Religionen auch damals hatten so eine vage Idee noch, dass es irgend so einen Hauptgott gibt, der eigentlich den Himmel geschaffen hat, von dem die ganzen anderen Götter dann abstammen. Die Griechen hatten auch diesen unbekannten Gott, so ganz in der Ferne, keiner weiß mehr von ihm, der Göttervater sozusagen, der Gott des Himmels. Das heißt, diese Formulierung Gott des Himmels ist zwar jetzt nicht exklusiv, aber doch in gewisser Weise besonders verbunden auch mit Heiden. Und das ist interessant, weil es in den Plagen jetzt heißt, dass sie den Gott des Himmels nicht geehrt haben, sie haben ihn gelästert. Mit anderen Worten, die Idee ist, Gott des Himmels ist etwas, was auch ein Heide verstehen kann. Das ist kein spezielles Insiderwissen der Juden. Auch ein König Nebukadnezar, auch ein Kyros konnte wissen, dass es einen Gott des Himmels gibt.

[13:45] Die Formulierung bei den Plagen macht also deutlich, dass die Menschen nicht deswegen verloren gehen, weil sie irgendwelche Spezialkenntnisse nicht gehabt haben, sondern weil sie das, was jeder Heide hätte erkennen können, was auch ein Kyros erkannt hat, was auch ein Artaxerxes erkannt hat, was auch ein Nebukadnezar erkannt hat, dass sie das nicht anerkennen wollen. Und das ist, glaube ich, ganz interessant.

[14:16] Gehen wir zurück zur Offenbarung und schauen dort noch mal diese Idee an hier in Vers 11. „Sie lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und sie taten nicht Buße von ihren Werken.“ Wir hatten schon in Vers 9 das Lästern, wir haben dann in Vers 11 das Lästern und schaut mal in Vers 21, da gibt es wieder Lästern. Vers 21 heißt es: „Und ein großer Hagel mit zentnerschweren Steinen kam aus dem Himmel auf die Menschen herab und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels, weil seine Plage sehr groß war.“ Also Schlussfolgerung, sie lästern die ganze Zeit, es hört nicht auf.

[14:59] Es gibt einen Bibelvers, der das beschreibt, was hier stattfindet und der ist in 2. Timotheus Kapitel 3. Schaut mal, 2. Timotheus 3 Vers 13. 2. Timotheus 3 und dort Vers 13. Dort heißt es: „Böse Menschen aber und Betrüger werden es immer schlimmer treiben, indem sie verführen und sich verführen lassen.“ Was ist das Prinzip, das hier der Paulus anspricht? Böse sein ist kein Zustand. Böse sein ist ein Prozess. Böse sein ist kein Zustand. Böse sein ist ein Prozess. Wer böse ist, wird es immer schlimmer treiben, weil selbst der Böseste, den es gibt, fing mal an, nicht ganz so böse zu sein.

[16:13] Die Bosheit des Satans am Anfang beschränkte sich auf: Ist Gott wirklich so lieb, wie er sagt? Da hat er noch nie jemanden umgebracht, noch keine Vergewaltigung initiiert. Er hat sich nur gefragt: Ist Gott wirklich so gut? Das war der Beginn der Bosheit, aber weil er bei der Bosheit blieb, wurde es immer schlimmer. Bis er es sagt, dass es Phasen in seinem Leben gab, schon als er aus dem Himmel für immer verbannt war, dass er davor zurückschreckte, die Menschen zu verführen, dass ihm das zu böse vorkam. Diese Idee, als in ihm kam, er könnte die Menschen verführen, er hat davor zurückgeschreckt. Das war eben, weil er plötzlich selbst merkte, wohin das wird. Aber er ist dabei geblieben. So ähnlich, wie es uns ja auch schon gegangen ist. Da gibt es etwas, was wir tun wollen und wir schrecken davor zurück, weil wir wissen, es ist böse. Wenn man es dann öfter getan hat, verliert es seinen Schrecken. Es wird immer schlimmer und dann kommt das Nächste.

[17:19] Ich finde es interessant, dass die Bibel, wir denken oft eher in der Kategorie gut-böse. Entweder ich bin gut oder ich bin böse. Wenn ich böse bin, bin ich verloren und wenn ich bei Jesus bin, bin ich gut. Aber die Bibel kennt eigentlich nicht diese beiden Schubladen, gut und böse. Sie kennt eigentlich zwei Prozesse. Der eine ist, dass es immer schlimmer wird mit dem Gottlosen. Und wie nennt man den anderen Prozess? Heiligung. Genau, Heiligung. Also im Grunde genommen ist das, was wir hier lesen bei den Plagen, die Umkehrung der Heiligung. Heiligung besagt, man wird immer besser. Es wird immer besser, man kommt immer Jesus näher. Das heißt, ich kann eigentlich nur wählen, ob ich immer besser werden möchte oder immer schlechter. Es gibt eigentlich moralisch gesehen auf Dauer keinen Zustand, wo ich einfach so bleiben kann, so ein Plateau.

[18:11] Die Jötter hat es ja schön am Sabbat gesagt. Das Ziel ist eigentlich, dass wir nicht zu viel des Guten haben, sondern dass es immer noch besser wird. Und das Interessante ist, dass ja in der Plagenzeit jetzt diese zwei Gruppen von Menschen gibt. Die einen, die erlebt haben, was Heiligung mit ihnen bewirkt, dass sie versiegelt sind, dass sie den Charakter Gottes widerspiegeln. Auf der anderen Seite haben wir jetzt das Gegenstück von Heiligung. Es wird immer schlimmer. Sie verrohen dann und das ist dann auch, wo der Heilige Geist nicht mehr an ihnen arbeiten kann, sich zurückzieht. Und niemand von uns hat es bisher erlebt, was passiert, wenn Menschen ohne die zurückhaltende Gnade des Heiligen Geistes über diesen Planeten laufen. Also selbst im Dritten Reich war der Heilige Geist ja noch gegenwärtig, auch wenn er jetzt das nicht inspiriert hat, aber er war noch gegenwärtig oder in irgendwelchen Weltkriegen und so weiter. Aber wenn dann der Heilige Geist nicht mehr da ist, dann ist da nichts Gutes mehr im Menschen, also buchstäblich nichts Gutes.

[19:11] Das heißt, wir haben sozusagen, es trennt sich in zwei Richtungen. Die Gläubigen wachsen, wachsen, wachsen, bis da nichts Schlechtes mehr in ihrem Herzen ist, wenn sie versiegelt sind. Während die Bösen wachsen, wachsen, wachsen, in Anführungsstrichen, bis da nichts Gutes in ihrem Herzen ist. Übrigens, was ist der Prozess der Heiligung? Wie werde ich heilig? Wie werde ich besser sozusagen, wie werde ich gerechter, wie werde ich in der Heiligung voranschreiten, durch welche Methode? Öffnen des Herzens. Paulus sagt ganz deutlich, dass wir durch das Anschauen verwandelt werden. Womit ich mich beschäftige, wird mich verwandeln von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Dieselbe Methode gilt auch für diese entgegengesetzte Heiligung. Wenn ich mich mit dem Bösen beschäftige, wird mich das Böse verwandeln, immer weiter, immer weiter.

[20:10] Das heißt, mit dem, damit womit wir uns beschäftigen, was unser Gehirn sehen, hören, überdenken darf, das ist sozusagen die Triebfeder, in welche der beiden Richtungen es geht. Und in dem Sinne ist es interessant, dass die Plagen eigentlich so eine Art, wie soll man sagen, gegen Heiligung beschreiben. Eigentlich werden alle Menschen Heiligung erleben, entweder zum Guten oder zum Bösen. Das Leben ist immer ein Wachstumsprozess und deswegen beschreibt ja auch die Bibel das Wachsen von Unkraut und Weizen, bis es ganz reif ist.

[20:44] Im menschlichen Herzen befindet sich am Anfang ja auch beides. Ein Mensch ist nicht nur böse, aber er ist vor allem auch nicht nur gut. Er ist im tiefsten Inneren böse, aber es gibt auch Dinge, die durch den Heiligen Geist schon, auch bevor er Christus kennt, er erkennt bestimmte Dinge. Das Gesetz ist zu gewissen Teilen des Herzens, da gibt es noch Überreste davon und das Leben besteht darin, jetzt eines dieser beiden Dinge zur Vollendung zu bringen, entweder das Gute oder das Böse. Und die Plagen beweisen letztendlich, dass die Menschen unheilbar krank sind und das wird jetzt interessanterweise folgendermaßen dargestellt.

[21:29] Machen wir mal eine kurze, kleine Abfolge der Ereignisse der Plagen bis dahin. So als Zwischenwiederholung. Da müssen wir einen entscheidenden Punkt heute noch machen. Was ist das erste große, wichtige Ereignis, mit der quasi die Plagenzeit losgeht? Ich zeige es mal zum Überblick, dass wir das zusammenfassen. Was ist das erste entscheidende Ereignis, das die Plagenzeit loslassen, losgehen lässt? Ja, das ist die erste Plage, genau.

[22:12] Die laute Stimme, ja genau, aber die ist im Tempel, die hören wir auf der Erde nicht. Aber was ist das sozusagen hier auf der Erde? Ein Ereignis, das wir jetzt auf der Erde nicht direkt wahrnehmen werden, das aber als Ereignis sozusagen jetzt markiert. Jetzt sind wir in der Zeit der Plagen. Die Gnadenzeitende. Das Ende der Gnadenzeit ist sozusagen der Umschlagspunkt. Ende der Gnadenzeit. Vorher haben wir natürlich Sonntagsgesetz und wir haben kleine Zeit der Trübsal, verschiedene Dinge, ja, Spätregen und so weiter. Aber irgendwann, wir haben Massenbekehrung, Sichtung und so weiter, schauen wir uns nicht alles an, aber irgendwann kommt das Ende der Gnadenzeit. Das Ende der Gnadenzeit wird nicht auf der Erde angekündigt. Es gibt keine Trompete vom Himmel, keine besondere Manifestation, aber es kommt. Es ist ein Ereignis und kurz nach dem Ende der Gnadenzeit beginnen dann die Plagen zu fallen.

[23:10] Die erste Plage, habt ihr gesagt, ist, genau, wir haben Geschwüre, genau. Was kommt dann als nächstes? Das Meer zu Blut, genau. Und jetzt kommt etwas, das in der Bibel nicht so explizit steht, aber wo Ellen White im Großen Kampf noch eine Zusatzinformation gibt, die uns jetzt hilft, einen interessanten Punkt zu machen. Sie sagt, dass diese ersten Plagen so gedeutet werden, dass der Gott des Himmels zornig ist auf die Sabbatale, weil nämlich vorher Sonntagsgesetz und so weiter, Schlacht von Armageddon und die Leute werden alle verführt. Sie glauben ja alle, den Willen Gottes zu tun. Jetzt fallen diese Plagen und diese Plagen werden missinterpretiert. Das ist übrigens auch ein interessanter Punkt, wenn es um die Lästerung geht. Wenn das kleine Horn Gott lästert, dann lästert es ja nicht im Sinne von Gott ist schlecht, sondern es glaubt er sogar Gottes Willen zu tun.

[24:27] Die ersten Plagen werden missinterpretiert. Man glaubt, die Sabbat-Halter, die sich gegen die Gesetze des Staates wenden. Haben wir in der Apostelgeschichte öfter ja mal. Paulus muss aus der Stadt ausgewiesen werden, weil er verstößt gegen römisches Recht. Oder in der Zeit, in der dann immer mehr die Menschen durch die ganzen Ereignisse aufgewühlt sind und leichtführbar sind, wenn man ihnen sagt, die Sabbat-Halter sind das Problem, wenn sie es glauben. Das Meer wird zu Blut.

[25:03] Aufgrund dieser Tatsache wird der Todeserlass gegeben. Wo finden wir den Todeserlass in der Liebe? Also dieser Befehl. Das Sonntagsgesetz ist schon früher. Das Sonntagsgesetz kommt in mehreren Etappen. Das wisst ihr vielleicht. Das Sonntagsgesetz ist nicht von heute auf morgen komplett ganz, sondern es kommt in mehreren Etappen, wo zuerst der Sonntag eingeführt wird, dann der Sonntag erzwungen wird, dann der Sabbat verboten wird, dann kommen wirtschaftliche Strafen und so weiter. Und das ist quasi die finale Fassung. Also das Sonntagsgesetz stimmt schon, dass die finale Fassung, der Todeserlass, diese finale Fassung finden wir auch in Offenbarung 13. Das heißt nicht wahr, wir alle, die das Malzeichen nicht annehmen, getötet werden sollen. Das ist hier, das ist erst nach dem Ende der Gnadenzeit und das ist dann im Zuge dieser ersten Plagen.

[25:50] Dieser Todeserlass ist aber ein besonderer Todeserlass. Er ist nicht einfach so, dass es heißt, von jetzt an sind alle vogelfrei, sondern wie wird das sein? Es gibt eine Geschichte in der Bibel, die genau illustriert, wie das sein wird. Kennt ihr die Geschichte? Esther. Wie war das bei Esther? Da gab es auch einen Todeserlass. Wie waren da die technischen Details? Genau. Da wurde ein bestimmtes Datum gesetzt und zu diesem Zeitpunkt sollen alle umgebracht werden. So wird es auch sein. Es wird ein Datum gesetzt, irgendwann und dann sollen alle umgebracht werden. Nun wird sich vielleicht auch nicht jeder an das Datum gleich halten. Es gibt vielleicht Leute, die vorpreschen. Es wird Leute geben, die auch versuchen, das vorher schon umzusetzen, aber generell wartet die Welt auf dieses Datum.

[26:50] Übrigens, wie viele Menschen werden hier dann noch sterben von den Gläubigen? Keiner mehr. Wir sind vorher schon, aber das ist jetzt große Zeit der Trübsal. Das ist Zeit der Angst in Jakob auch. Aber Todeserlass. Die dritte Plage übrigens nimmt darauf her Bezug, wie wir gesagt haben. Es heißt nicht, dass plötzlich alle unsterblich sind, weil Unsterblichkeit bekommen, wäre es bei der Wiederkunft, aber es gibt keine mehr Türer mehr. So müssen wir genauer, richtig, danke der Nachfrage, genauer sagen. Keine mehr Türer mehr des Glaubens wegen. Und es könnte durchaus sein, dass auch hier noch welche zur Ruhe gelegt werden in der Zeit. Wer weiß.

[27:33] Dritte Plage nimmt darauf Bezug auf diesen Befehl des Todeserlasses, weil es nämlich heißt: „Sie sind es wert, denn sie haben das Blut der Märtyrer vergossen.“ In dem Falle haben sie es zwar nicht unsterblich getan, aber sie planen es zu tun und etwas zu planen ist genauso schlimm, als es zu tun. Vorher schon, ja. Vorher auch, ja genau, aber jetzt, aber sie planen jetzt quasi den ultimativen Vernichtungsschlag.

[27:58] Jetzt kommt die vierte Plage. Vierte Plage ist was? Die Sonne, genau. Und es geht immer weiter, die Leute beschweren sich und sie glauben nach wie vor, dass die Sabbat-Halter das Problem sind. Und jetzt kommt der Clou und es wird einem erst bewusst, wenn man das versteht, wenn er was sagt.

[28:17] Die fünfte Plage ändert grundsätzlich was. Was ist die fünfte Plage? Was haben wir gesagt? Die fünfte Plage ist? In der fünften Plage ist die Finsternis, und die Finsternis ist so eindeutig mit dem Thron, also mit der Regierung des Tieres verbunden. Ja, vorher sind es Naturkatastrophen und bei Naturkatastrophen, wenn ich jetzt glaube, oh schau mal Gott, der sendet die Naturkatastrophen wegen dir oder wegen dir. Die Naturkatastrophen zeigen nicht wirklich an, wer schuld ist. Sie sind einfach nur da und sie lassen Raum zur Interpretation. Aber in der fünften Plage sendet Gott nicht auf eine Finsternis, sondern die Art und Weise, wie er sie sendet, macht eindeutig, wer schuld ist. Er legt den Finger auf die Wunde und sendet die Finsternis auf den Thron des Tieres.

[29:14] Jetzt kann keiner mehr sagen, wenn ich vorher sage, Gott ist so unzufrieden mit den Sabbat-Haltern, dass er die Plagen sendet, warum sendet er die Plage dann genau auf den, der den Sonntag durchsetzt? Das kann man nicht mehr sagen. Das heißt, die Argumentation für den Todeserlass wird durch die fünfte Plage ad absurdum geführt. Niemand kann ernsthaft behaupten, Gott sendet die Plagen, weil einige Menschen sich gegen das Sonntagsgesetz wehren, wenn derjenige, der das Sonntagsgesetz einführt, Hauptgegenstand der Plage ist. Dann ist deutlich, Gott ist nicht mit den Sabbat-Haltern, sondern mit den Sonntag-Haltern zornig und dadurch ändert die fünfte Plage in der Perspektive alles.

[29:55] Für uns, wenn wir das lesen, ist es nur wie eine Plage, noch eine Plage, noch eine Plage, noch eine Plage, die fünfte Plage ändert das Denken der Menschen dahingehend, dass sie jetzt desillusioniert sind, die Verführung, der Schleier der Verführung wird ihnen abgerissen. Sie verstehen jetzt, okay, wir kämpfen tatsächlich gegen Gott und es ist deswegen wichtig. Wir werden dann nach der Information das nächste Mal, wenn wir die sechste Plage anfangen anzuschauen, die Schlacht von Armageddon, das Vertrocknen des Euphrat und es hat damit zu tun, dass jetzt diese Allianz von Staat und Kirche und den ganzen verführten Menschen, dass diese Allianz wieder auseinander bröckelt, wie Daniel 2 das schon vorher sagt, sie werden nicht aneinander haften und das wird in der sechsten Plage beschrieben, wenn wir uns genau anschauen und studieren, aber die fünfte Plage ist sozusagen da, wo Gott sozusagen den Scheinwerfer umlenkt, wer das Problem ist und deswegen ist diese fünfte Plage von Wichtigkeit.

[30:57] Und wisst ihr, was deswegen interessant ist? Wenn die Menschen also erkennen, dass sie verführt worden sind und dass der Todeserlass Unsinn ist, weil Gott nicht mit den Sabbat-Haltern böse ist, sie aber sich trotzdem nicht bekehren und ihre Werke beibehalten, was also auf Deutsch heißt, sie werden weiter an dem Todesbefehl festhalten, dann bedeutet das, sie halten daran fest an der Ausrottung von Menschen, von der sie vorher geglaubt haben, die sind schuld, jetzt wissen sie, sie sind total unschuldig, aber sie halten daran fest und das zeigt, dass sie, obwohl sie vorher verführt waren, sie trotzdem schon zu Recht verurteilt sind. Es gibt ja manche Menschen, die sind verführt und denen lässt Gott noch eine Chance. Sie waren zwar verführt, aber sie waren so verführt, selbst wenn sie nicht verführt gewesen wären, sie hätten trotzdem das gleiche gemacht und das zeigt quasi die fünfte Plage, sie zeigt die abgrundtiefe Bosheit, zu der es so weit gekommen ist.

[32:07] Im Grunde genommen genauso wie zur Zeit von Jesus, als der Pontius Pilatus irgendwann feststellt, okay, der hat wirklich nichts verbrochen, der ist unschuldig und er trotzdem weitermacht und deswegen ist das natürlich eine interessante Parallele zwischen der Kreuzigung Jesu und wie die Finsternis Satan sozusagen dort ihren Höhepunkt hat und hier dieser Plagenzeit und gibt es noch mehr Parallelen, wie denn alle zusammenkommen. Gucken wir dann an bei der Schlacht von Armageddon, aber so viel mal für heute, diese beiden Ideen, da gibt es zwei Heilungen, eine, die mein Herz ganz rein macht und eine, die das Herz ganz finster macht und die Plagen folgen einem bestimmten Plan. Gott ist nicht einfach nur zornig und gießt Plagen aus, sondern selbst in der Plagenzeit demonstriert er bestimmte Punkte, die für die Rechtfertigung seines Namens vor dem Universum wichtig sind und das Universum versteht jetzt auch, dass diese Menschen wirklich zu Recht verurteilt werden. Er ist noch nicht ganz fertig, weil die Menschen selbst noch nicht erkennen, das braucht dann noch mal über 1000 Jahre, das kommt auch noch, aber die fünfte Plage dient einem ganz besonderen Zweck, nämlich

[33:21] Es gibt doch auch diese Zeit, wo sie dann zu den Gläubigen gehen werden und sagen, erzählen wir doch von dem Herzstück oder was, wo sie es anschauen nicht mehr haben. Das ist doch schon gesperrt nach, oder? Ja, das ist, wir werden, wenn wir die Schlacht von Armageddon anschauen, werden wir das noch genauer ansehen. Du meinst diese, wo es in Amos heißt, da wird ein Hunger sein nach dem Wort Gottes und es sieht, also es gibt, da können wir mehrere Dinge zu sagen, wir werden das dann anschauen, wenn wir zur sechsten Plage kommen, aber es ist natürlich in dieser Zeit nach dem Ende der Gnadenzeit, weil vor dem Ende der Gnadenzeit kannst du das Wort Gottes noch verstehen. Aber jetzt ist der Heilige Geist von den Ungläubigen weggenommen und ohne Heiligen Geist verstehst du nichts. Da verstehst du nur so viel, wie der Satan versteht, Fakten ohne Herzveränderung und genau, das wird dann passieren und das wird natürlich auch eine tragische Zeit sein.

[34:10] Was uns wieder zu dem Punkt bringt, am Ende kommt es immer wieder auf das Gleiche hinaus, was ich mir heute anschaue, was ich heute tue, was ich heute sage, was ich heute sehe, entscheidet über die Ernte dann. Die Plagen offenbaren nur noch was lange vorher, wo lange vor die Weichen gestellt worden sind. Dann ist es zu spät, irgendwelche großen Manöver auszuführen. Und in dem Sinne wollen wir uns vornehmen, jeden Tag aufs Neue, mit Gottes Hilfe, uns ihm ganz zu übergeben, damit er uns heiligen kann, oder? Amen.

[34:45] Lasst uns doch gemeinsam niederknien und beten.

[34:55] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für das Studium der Offenbarung, das wir heute haben konnten. Dass wir sehen konnten, dass die Plagen nicht einfach eine Aneinanderreihung von Katastrophen sind, sondern dass du selbst in dieser düsteren Zeit einen klaren Plan verfolgst, der deine Gerechtigkeit und auch die Schönheit deines Charakters letztlich offenbart. Wir möchten dir danken, dass du uns noch Gnadenzeit schenkst, dass du uns noch Gelegenheit gibst, Fehler in unserem Charakter, in unserem Leben mit der Hilfe, die du uns schenkst und versprochen hast, auszumerzen. Wir danken dir, dass du uns nicht aufgibst, sondern uns immer wieder nachgehst. Und danke, Herr Jesus, dass du in der Offenbarung direkt zu uns sprichst. Wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, dass wir durch das Anschauen deiner Güte und Gnade verändert werden, Tag für Tag, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Hab Dank, dass du Sünde vergibst, dass du uns reinigst von aller Ungerechtigkeit und dass du in uns das Werk vollenden wirst, das du angefangen hast. Danke, Herr Jesus, von ganzem Herzen. Amen.


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