In dieser Predigt über Offenbarung 16, Vers 3, wird die zweite Plage, bei der das Meer zu Blut wird, detailliert betrachtet. Christopher Kramp erklärt die symbolische Bedeutung dieser Plage im Kontext der Ablehnung Gottes als Schöpfer und zieht Parallelen zu den Plagen in Ägypten. Es wird erörtert, ob die Plagen buchstäblich oder symbolisch und global oder lokal sind, und die Gerechtigkeit Gottes auch in seinem Zorn wird betont.
Offenbarung 16:3
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Erweckung, Neues Testament, Offenbarung, ProphetieWeitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Wir wollen uns heute ein paar Minuten Zeit nehmen, über die zweite Plage zu sprechen, darüber nachzudenken, in Offenbarung 16 und dort Vers 3. Letzte Woche oder letztes Mal haben wir uns die erste Plage angeschaut und über dieses Geschirr gesprochen, das dort an den Menschen ausbricht, die das Malzeichen des Tieres anbeten und den Zusammenhang hergestellt zwischen Malzeichen und dem Geschirr. Und heute, wie gesagt, die zweite Plage ist ein sehr ernstes Thema, mit dem wir uns jetzt beschäftigen, aber ich glaube, ein wichtiges, dass wir das wirklich mal auch genauer anschauen. Bevor wir beginnen, möchten wir niederknien für ein Anfangsgebet, wo es möglich ist und dann starten wir.
[0:38] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir zu dir kommen dürfen, dein Wort studieren können und wir möchten dich bitten, dass du auch durch diese sehr ernsten und dringlichen Worte der Plagen, dass du zu uns sprichst und dass wir deine Gerechtigkeit und deine Güte, deine Gnade, deine Liebe auch dort erkennen können. Bitte hilf uns und stärke uns durch deinen guten Geist im Verständnis deines Wortes. Im Namen Jesu, Amen.
[1:10] Offenbarung 16 und dort Vers 3.
[1:20] Offenbarung 16 und dort Vers 3, es heißt: Und der zweite Engel goss seine Schale aus in das Meer, und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und alle lebendigen Wesen starben im Meer.
[1:38] Die erste Plage wird ausgegossen auf die Erde, die zweite auf das Meer. Erinnert euch daran, dass wir gesagt haben, Erde, Meer, Wasserquellen und Himmel ist so ein durchgehendes Muster in Offenbarung. Wir finden das bei den Posaunen, den ersten vier, wir finden das in der ersten Engelsbotschaft, der gemacht hat, Himmel, Erde, Meer und Wasserquellen. Wir finden das dann auch in den großen zentralen Kapiteln: der Drache im Himmel, das Tier aus dem Meer, das Tier aus der Erde und das Tier, das bei den Wasserquellen sitzt. Und diese Phrase Meer, Himmel, Erde und Wasserquellen bezieht sich immer auf die Schöpfung und damit auf die Schöpferkraft Gottes.
[2:25] Wir haben letztes Mal herausgearbeitet, dass weil die Menschheit Gott als Schöpfer ablehnt, indem sie den Tag des Gedenkens an die Schöpfung, den Sabbat ablehnt, wird Gott das tun, was er möchte. Er sagt: Okay, ihr wollt mich nicht als Schöpfer, dann braucht er wohl auch die Schöpfung nicht. Und er wird zumindest partiell in den Plagen andeutungsweise die Schöpfung zurücknehmen, er wird sie zerstören, bis dann nach der Wiederkunft die Erde aussieht wie fast vor der Schöpfung. Sie wird dann aussehen wüst und leer und finster.
[2:59] In diesem Zusammenhang also heißt es jetzt, dass die zweite Schale auf das Meer gegossen wird und sie wird zu Blut. Jetzt müssen wir uns die Frage stellen, natürlich gibt es irgendein Ereignis, das uns da als Referenz dient, was uns da so spontan einfällt: Wasser zu Blut. Da kommen uns schnell Gedanken, oder? Ägypten. Welche Plage war das? Früher noch, nicht die fünfte? Es war die... Ja, man kennt die Plagen immer nicht so gut in Ägypten. Man weiß ungefähr, was es gab, aber nie in der Reihenfolge. Es war tatsächlich die erste Plage. Es war quasi der Auftakt.
[3:44] Schaut mal mit mir ins zweite Mose und dort Vers 14 geht das los, die erste Plage, aber wir können dann sehen in Vers 17 und 18: Darum so spricht der Herr. Darum sollst du erkennen, dass ich der Herr bin. Siehe, ich will mit dem Stab, den ich in meiner Hand habe, das Wasser schlagen, das im Nil ist und es soll in Blut verwandelt werden, sodass die Fische im Nil sterben müssen und der Nil stinken wird und es wird die Ägypter ekeln, das Wasser aus dem Nil zu trinken. Das ist interessant, weil das war die erste Plage. Die zweite waren dann die Frösche, die dann auskommen. Warum hat Gott ausgerechnet bei der ersten Plage gleich den Nil zu Blut werden lassen? Er hätte alle möglichen Plagen machen können, warum ausgerechnet den Nil zu Blut?
[4:45] Ja, das ganze Land, wenn ihr es euch auf der Karte anschaut, auf manchen, auf den ungenauen Karten, da wird Ägypten immer als so ein Riesenland bezeichnet, aber das stimmt gar nicht, weil das größte Volk ist nur Wüste. Im Altertum war Ägypten ein sehr schmales Land. Es ging genau immer so ein paar Kilometer entlang des Nils. Also so wie der Nil entlang ging, so war Ägypten groß. Es gab in Ägypten drei Monate, drei Jahreszeiten. Es gab Winter, es gab Sommer und es gab Überschwemmung. Und Überschwemmung, das war die große Jahreszeit. Da gab es dann Regenfälle in Äthiopien. Und da kam dann der weiße Nil und der blaue Nil und das floss dann zusammen durch die Katarakte. Und dann hat das diesen Nilschlamm mitgeführt und hat dann kilometerweise das Land überflutet. Und das war nicht schlecht, sondern gut, weil der Nilschlamm, das ist der schwarze, fruchtbare Schlamm, da konnte man dann anbauen, ansonsten war es nur rote Wüste. Deswegen nannten die Ägypter auch ihr Land das schwarze Land, Kemet.
[5:41] Und das ist ja alles schön und gut. Ich glaube, dass Gott das sogar so bewirkt hat, damit da Menschen leben können. Der Nil bringt, das ist ja Gottes Schöpfung. Das Problem war gar nicht, dass der Nil den Schlamm anbringt, sondern das Problem war, dass die Ägypter angefangen hatten, den Nil anzubeten. Statt Gott dafür zu danken, dass in schöner Regelmäßigkeit der Nil den Schlamm bringt, haben die angefangen, den Nil zu einer Gottheit zu machen. Ihr wisst das wahrscheinlich, wenn ihr euch damit beschäftigt habt, dann war das ja immer so, dass dann über den Nil zu fahren bedeutet, ins Totenreich zu gehen und so weiter. Da gab es ja alle möglichen Mythologien. Und die ganze Lebensader Ägyptens hing quasi am Nil und sie haben all ihre Theologie dran gebunden sozusagen.
[6:26] Und indem Gott gleich von Anfang an den Nil zu Blut werden lässt, sagt er: Schaut her, eure ganze Theologie, eure ganze Weltvorstellung ist falsch. Euer Glück hängt von mir ab und nicht vom Nil. Hängt euch nicht an den Nil, hängt euch an mich. Und übrigens, das wird auch ein Grundkonzept der Plagen sein, dass Gott deutlich macht: Die Menschen haben so sehr sich auf die Erde konzentriert, dass sie den Schöpfer vergessen haben. Das ist übrigens ein ganz interessantes Phänomen auch unserer Zeit, dass viele Menschen zwar sehr um die Erhaltung der Natur besorgt sind, sie wollen die Natur schützen, sie wollen die Natur retten, sie wollen das Klima retten, aber das bekommt oft fast so einen esoterischen Touch, so ein New Age, wo die Natur selbst zu Gott wird.
[7:21] Der Nil wurde zu Blut. Das wird übrigens öfter in der Bibel dann auch mal beschrieben. Schaut mal mit mir in Psalm 78 und dort Vers 44. Was heißt es? Als er ihre Ströme in Blut verwandelte und ihre Bäche, sodass man nicht trinken konnte. Wow. Und dann Psalm 105 und dort Vers 29. Dort heißt es Psalm 105 Vers 29: Er verwandelte ihre Gewässer in Blut und tötete ihre Fische.
[8:03] Also es war nicht nur, dass man jetzt irgendwie, dass der Nil nicht mehr funktionierte, sondern dass auch die Tiere im Nil tot waren, von denen er durchaus auch sicherlich gelebt hat. Fische hat man gefangen sicherlich und hat dann davon gegessen und so weiter. Und das gleiche haben wir in Offenbarung auch. Da wird beschrieben, dass nicht nur das Wasser des Meeres zu Blut wird, sondern auch die Lebewesen im Meer sterben. Und man sieht daran auch, dass die ganze Schöpfung involviert ist in diese Plagen, dass also die Sünde der Menschen Konsequenzen hat für die ganze Schöpfung.
[8:37] Interessant ist eine Stelle in Offenbarung Kapitel 11. Schaut mal mit mir in Offenbarung und dort Kapitel 11. Dort spricht es von den beiden Zeugen. Und hier heißt es in Offenbarung 11, Vers 6: Diese haben Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihrer Weissagung. Und sie haben Vollmacht über die Gewässer, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, so oft sie wollen.
[9:21] Also wer hat die Vollmacht, dass Wasser in Blut verwandelt wird? Die zwei Zeugen. Und wer sind die zwei Zeugen? Haben wir damals mal vor vielen Jahren studiert. Wer sind die zwei Zeugen? Das Alte und das Neue Testament sagt, also kann man ein langes Bibelstudium machen. Die Schrift ist es, die von ihm, von Christus zeugt. Es gibt zwei große Zeugen, das Alte und das Neue Testament. Und die hatten Sack und Asche an während der 1062 Jahre der päpstlichen Vorherrschaft. Die Bibel wurde verfolgt, sie wurde verboten, sie wurde nicht übersetzt. Aber die Bibel, das Wort Gottes hat die Kraft, den Himmel zu verschließen. Es war der Prophet Elijah, der das Wort Gottes sagt, der durch das Wort Gottes den Himmel verschließen konnte. Es war der Prophet Mose, der durch das Wort Gottes, nicht durch seine eigenen Worte, das Wasser zu Blut machen konnte.
[10:16] Und das heißt also, wenn die Plagen kommen, dann kommen sie aufgrund der Autorität des Wortes. Das ist jetzt ein wichtiger Punkt, obwohl uns der vielleicht auch fast klar ist, aber man muss ihn betonen. Wenn Gott zornig ist, reagiert er nicht über. Gottes Zorn ist nicht wie menschlicher Zorn. Gott ist nicht so, dass er sagt: Naja, ich bin geduldig, innerlich kocht es, ich kann mich gerade noch zusammenreißen. Und irgendwann ist die Linie überschritten und dann rastet er aus und zerstört die Welt. So denken viele, dass man irgendwie noch hofft, dass Jesus ihn noch zurückhält, dass man ein bisschen Gnade zeigt. Das stimmt nicht.
[10:55] Wenn Gott seinen Zorn ausgießt, dann ist das genauso auf dem Wort Gottes rational und ausgewogen basierend wie auch seine Gnade. Er gibt Gnade nach seinem Wort und er gibt Zorn nach seinem Wort. Und man kann sich darauf verlassen, jetzt fast im doppelten Sinne wie das Amen in der Kirche. Das heißt, das ist sehr wichtig für das Verständnis der Plagen, weil es gibt viele Christen sogar, die eine fast irrationale Angst vor den Plagen haben. So sehr, dass diese ganze Theorie vor einer geheimen Entrückung entwickelt worden ist, um irgendwie den Plagen ausweichen zu können. Wir werden schon vorher geheim entrückt, dann sind wir schon im Himmel und dann bevor die Plagen kommen. Aber warum sollen wir Angst vor den Plagen haben, wenn die Plagen nach dem Wort Gottes fallen? Und wenn auch in der Plagenzeit das Wort Gottes nicht aufgehoben ist? Es ist nicht so, dass Gott einmal sagt: Okay, jetzt kann ich gerade mal nicht wie ich sonst bin. Ich bin sonst immer liebevoll und gütig, aber jetzt will ich mal nicht. Sondern er ist genauso liebevoll und gütig während der Zeit. Nur die Menschen wollen davon nichts mehr wissen. Sie müssen jetzt bestraft werden und zwar nach dem Wort Gottes.
[12:02] Jeder, der das Wort Gottes kennt und auf dem Wort Gottes baut, wird vor den Plagen keine irrationale Angst haben. Sie sind heftig genug, um uns deutlich zu machen, wir sollten uns besser nach dem Wort richten. Sie sind ernst genug, dass niemand jetzt anfängt zu sagen: Naja, ist alles egal. Aber wenn ich dem Wort vertraue, kann ich die Plagen in die richtige Schublade stecken. Die Plagen werden deswegen stattfinden, nicht weil Gott irgendeinen Knopf drückt, sondern weil das Wort es vorhergesagt hat. Das Wort Gottes erfüllt sich und deswegen sind die Plagen letztlich erfüllte Prophetie und damit ein weiterer Beweis für die Göttlichkeit Jesu und für die Wahrhaftigkeit Gottes.
[12:46] Ich möchte euch noch eine Frage anschauen heute Abend, bevor wir dann zum Ende kommen. Nämlich die Frage, ob diese Plagen buchstäblich oder symbolisch sind oder vielmehr auch dann die Frage, ob diese Plagen weltweit sind oder ob sie nur an bestimmten Orten sein werden. Das kann man an dieser zweiten Plage schön mal exemplarisch durchexerzieren. Das können wir dann für die anderen Plagen dann quasi gleich mitmachen. Was meint ihr? Sind die Plagen symbolisch oder sind sie buchstäblich?
[13:24] Ihr werdet das vielleicht eine komische Frage finden, aber sie ist nicht so ganz so komisch, wenn man sich die Auslegungsgeschichte anschaut, nämlich für die allermeiste Zeit der Christenheit haben die allermeisten Ausleger die sieben Plagen parallel zu den sieben Gemeinden und den sieben Posaunen und den sieben Siegeln ausgelegt, nämlich als Zeitepochen der Kirchengeschichte. Ja, da gab es also erste Gemeinde, zweite Gemeinde, da gab es dann irgendwann auch, vielleicht nicht ganz parallel, aber doch so sieben verschiedene Ereignisse. Da wurden dann irgendwelche Kriege oder Revolutionen, das war die erste Plage, und das ist die zweite Plage, und das ist die dritte Plage. Und ob es glaubt oder nicht, sogar der William Miller hat das noch so ausgelegt. Er hat gesagt, auch die Plagen, das sind alles so geschichtliche Ereignisse. Er hat das symbolisch gesehen, weil er gesagt hat: Wenn die Siegel symbolisch sind und die Posaunen symbolisch, und wenn die Gemeinden symbolisch sind, warum sollen die Plagen nicht symbolisch sein? Ist erstmal nachvollziehbar, oder?
[14:14] Trotzdem glauben wir heute, ich frage erstmal euch, was denkt ihr, warum glauben wir, dass die jetzt buchstäblich sind, wo doch der Rest meistens symbolisch ist in der Offenbarung? Das hat mit der Schöpfung wahrscheinlich auch zu tun. Also die Schöpfung ist buchstäblich. Okay. Die Schöpfung sollte ja auch buchstäblich gezeigt werden. Okay, ja. Also die Tatsache, dass wir gesehen haben, es geht um die Schöpfung, es geht um den Sabbat, eine buchstäbliche Schöpfung muss ja dann auch, also dass es da eine Buchstäblichkeit gibt, ja.
[14:47] Okay, gibt es noch Argumente? Jetzt können wir natürlich, also es gibt mehrere Argumente, warum das so sein muss. Also das erste und sinnvollste Argument ist: Die sieben Plagen kommen nach der Gnadenzeit, oder? Demzufolge müssen sie sein zu einem Zeitpunkt ziemlich kurz vor der Wiederkunft. Also wenn ich sage, die Plagen sind alle schon in der Vergangenheit gewesen, dann würde es bedeuten, dass die Gnadenzeit schon lange, lange geschlossen hat. Versteht ihr, was ich meine? Also wenn die Französische Revolution die fünfte Plage war, oder so, dann können wir alle nach Hause gehen, weil dann hat die Gnadenzeit schon seit Jahrhunderten zu. Aber wenn wir wirklich verstehen, dass die Gnadenzeit schließt und dann die Plagen ausgegossen werden, dann müssen die Plagen einen sehr kurzen Zeitraum einnehmen und können nicht parallel mit den sieben Gemeinden und den sieben Posaunen und den sieben Siegeln. Das ist das erste Argument. Solange Gnade ist, keine Plagen.
[15:49] Und dann der nächste Punkt ist: Da aber die Gnadenzeit abschließt und Jesus sehr bald danach wiederkommt, es werden keine Jahrhunderte vergehen, müssen die Plagen sehr kurz sein. Und dann, wenn man sich den Text anschaut, schaut mal, es heißt hier in Vers 3: Und der zweite Engel goss seine Schale aus in das Meer und es wurde zu Blut wie von einem Toten. Also da wird ein Symbol genommen, so wie menschliches Blut, so wird das dann. Das heißt, es gibt ein Symbol, menschliches Blut, und es gibt das, was es tatsächlich wird, nämlich das Blut im Meer.
[16:29] Wie ist das mit global oder lokal? Werden diese Plagen, die wir lesen, die erste, zweite Plage, werden die weltweit sein oder werden die nur an bestimmten Orten sein? Du hast den großen Kampf gelesen. Ellen White sagt, das wird nur an bestimmten Orten sein, aber woher nimmt sie das? Gut, sie ist inspiriert, aber kann man das aus der Bibel ableiten oder sieht es in der Bibel nicht eher so aus, als ob es global ist?
[17:06] Also auf den ersten Blick, glaube ich, würden wir alle, auf den ersten Blick, ohne weiter nachzudenken, würden wir wahrscheinlich alle denken, es ist global. Aber lass uns mal nochmal nachdenken, einfach den Text anschauen. Nehmen wir mal an, es wäre global, diese zweite Plage. Was würde dann passieren? Also stellt euch vor, dass alle Meere der Welt von heute auf morgen zu Blut werden. Was würde passieren? So ganz rein praktisch, was würde passieren? Wir würden noch nicht gleich sterben, nur wenn die Nordsee Blut wird und die Ostsee und der Atlantik und der Pazifik und der Indik. Aber was würde passieren?
[17:48] Also wir würden nicht an dem selben Tag sterben, meine ich. Was würde passieren? Das würde keiner auf lange Zeit überleben. Warum? Also der Gestank, übrigens, das ist sehr interessant, das heißt hier, das Blut von einem Toten, nicht einfach nur Blut. Ich weiß nicht, ich bin jetzt kein Experte für Anatomie und Physiologie, aber ich glaube, das können wir alle zusammentragen. Was unterscheidet das Blut von einem Toten gegenüber dem Blut eines Lebendigen? Es ist vergiftet. Es ist vergiftet, ja, das Blut ist sehr schnell vergiftet. Was noch? Genau, es fängt sehr bald an zu trocknen, es sammelt sich dann auch an Orten. Deswegen kommen dann später diese Totenflecke, wenn man dann so liegt, dann sammelt sich das Blut da, wo man dann liegt, sozusagen. Das heißt, es ist viel zähflüssiger, giftiger, es ist also nicht das frische Blut, das durch einen jungen Körper geht, sondern, das ist interessant, weil man denkt, ja, Wasser zu Blut, aber es ist noch genauer, muss man sagen, es ist wie dieses giftige, zähflüssige, fast angetrocknete Blut eines Toten. Und das auch noch stinkt.
[19:09] Also das wäre allein schon geruchsmäßig kaum auszuhalten, aber das wahrscheinlich Dramatischste wäre dann, dass damit fast vollständig der Wasserkreislauf gestoppt wäre. Also es blämen vielleicht noch ein paar Seen und ein paar Bäche, aber das würde wohl kaum ausreichen, um den Wasserkreislauf weiter am Laufen zu halten, denn der Regen und all das kommt ja größtenteils aus der Verdunstung der Meere. Wir würden noch ein paar Tage überleben, bestimmt, aber lange, glaube ich, hält man das nicht aus, wenn der Wasserkreislauf de facto eingestampft ist.
[19:48] Das heißt ja, und das ist jetzt sehr interessant von der Formulierung, es heißt nicht: der Engel goss seine Schale aus in die Meere, oder in alle Meere, sondern in das Meer. Das heißt, es wird Meere betreffen, aber der Text sagt nicht, dass jedes Weltmeer dieser Welt gleichzeitig betroffen sein wird. Das steht dort nicht, sondern es wird das Meer betroffen sein, so als Allgemeinbegriff. In der ersten Plage werden Menschen auf der Erde betroffen sein, nicht alle werden das Geschirr haben, weil ich denke, es werden viele an dem Geschirr sterben, sonst wären alle schon tot. Und auch die zweite Plage wird nicht universal sein.
[20:28] Also wo sie dann sein wird, das sagt die Bibel natürlich nicht. Übrigens gibt es eine Vermutung, die man anstellen kann. Ellen White sagt uns im Propheten des Propheten, dass die Sintflut an den Orten schlimmer war, wo besonders viel Gottlosigkeit geherrscht hat. Und dass die Orte, die fast unbewohnt waren, kaum oder nur wenig Veränderung durch die Sintflut erlitten haben. Das ist dann der Gedanke. Das heißt, wenn Gott das wieder macht, ich meine, es steht jetzt nicht explizit da, aber Gott macht meistens die Dinge recht ähnlich, dann würde ich erwarten, dass vielleicht bei der Antarktis jetzt nicht so viel Blut ist. Wisst ihr, was ich meine? Weil die Pinguine haben jetzt nicht so viel verbrochen. Aber ich würde vielleicht erwarten, dass an Orten, wo ganz konzentriert viel Sünde gewesen ist, vielleicht eher zu erwarten ist, dass dort das Wasser zu Blut wird. Wir können jetzt nicht sagen, es wird in Kalifornien sein und es wird in Hamburg sein. Aber ich glaube, das ist so ein grundsätzliches Prinzip, dass Gott auch in seinen Plagen dann noch gerecht ist. Und das sieht man bei der Sintflut auch sehr schön.
[21:30] Genau, also können wir deutlich sagen, es muss sich um lokale Plagen handeln, die aber trotz alledem so dramatisch sind, dass wir guten Grund haben, uns jetzt auf die Seite Jesu zu stellen, oder? Schauen wir noch einen Bibeltext an, und zwar in Hesekiel 16. Hesekiel 16, Vers 38. Da sagt Gott in Vers 16: Ich will dir auch das Urteil sprechen, wie man den Ehebrecherinnen und Mörderinnen das Urteil spricht, und an dir das Blutgericht vollziehen mit Grimm und Eifer.
[22:25] Also hier haben wir dieses Blutgericht. Die englischen Versetzungen sagen: Ich werde dir Blut geben. Der Grund: Ehebruch und Mord. Sind die Menschen dann kurz vor der Wiederkunft auch dieser Verbrechen schuldig? Ehebruch und Mord? Also mal abgesehen, dass viele das auch tatsächlich buchstäblich getan haben. Sind sie geistlichen Ehebruchs? Und dem Versuch, Menschen umzubringen, sind sie schuldig?
[22:57] Das nächste Mal, wenn wir hier weitermachen, sehen wir, wie diese ersten Plagen dazu führen werden, wie tatsächlich ein Todesbefehl ergeht. Das werden wir das nächste Mal ein bisschen ausführlicher studieren. Wie also der Todesbefehl von Offenbarung 13 zeitlich zusammenhängt mit dem Eintreffen der ersten Plagen. Das ist vielen nicht so bewusst, dass der Todesbefehl erst nach dem Ende der Gnadenzeit ergeht. Es wird zwar Menschen geben, die für ihren Glauben sterben, schon vor dem Ende der Gnadenzeit, aber nicht aufgrund des Todesbefehls, sondern aufgrund dessen, dass einige schon vorher verfolgt werden. Aber wenn dieser universelle Todesbefehl gegen Gottes Volk ergeht, sind die Plagen schon am Fallen.
[23:37] Wir werden nächstes Mal die gute Nachricht hören, warum das so eine gute Nachricht ist. Ihr werdet begeistert sein, aber das verrate ich euch das nächste Mal. Dann könnt ihr euch schon darauf freuen. Für heute, denke ich, können wir auch das mitnehmen. Gott ist gerecht. Gott ist auch in seinen Plagen wirklich gütig und gnädig und er wird es nicht übertreiben. Wenn Menschen zornig werden, dann neigen sie dazu, das zu übertreiben. Sie neigen dazu, über das Ziel hinauszuschießen. Aber Gott handelt auch in seinem Zorn nach dem Wort. Er handelt in seiner Gnade nach dem Wort, er handelt in seinem Zorn nach dem Wort. Segen und Fluch beide basieren auf dem Wort Gottes und das macht ihn so wunderbar berechenbar. Nichts ist so schlimm, als wenn man unter einem Menschen dient, der unberechenbar ist. Ich weiß nicht, ob ihr mal einen Chef gehabt habt, der unberechenbar ist. Da weiß man nie, woran man ist. Aber Gott ist nicht unberechenbar. Gott ist sehr berechenbar, er ist sehr transparent und deswegen kann man so wunderbar ihm dienen. Darauf wollen wir ihm danken.
[24:31] Lasst uns auch gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, hab Dank für dein Wort. Hab Dank, dass wir auch in diesen so ernsten Passagen der Offenbarung wichtige Prinzipien erkennen können für unseren Alltag. Wir möchten dir danken, dass dein Wort in allen Lebenslagen gilt, ob es uns gut oder schlecht geht, ob wir fröhlich oder traurig sind, ob wir angegriffen worden sind oder ob wir mit allen in Harmonie leben. Wir danken dir, dass dein Wort sogar dann gilt, wenn die Plagen fallen. Dein Wort ist ewig. Und wenn wir unsere Füße auf dein Wort stellen, wenn wir in deinem Wort verwurzelt sind, dann kann da kommen, was der will. Es wird uns nichts anhaben. Und wir danken dir dafür von ganzem Herzen, dass wir wissen dürfen, dass du ein berechenbarer Gott bist, dass du nicht über das Ziel hinausschießt, dass du nicht Dinge tust, die unangemessen wären, sondern dass du nur das tust, was am Ende selbst dem Satan sagen lässt, dass es gerecht und richtig war. Und so danken wir dir von ganzem Herzen für diese Perspektive und bitten dich, dass du unser Leben führst und leitest. Amen.
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