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In dieser Predigt aus der Serie „Offenbarung Vers für Vers“ analysiert Christopher Kramp die zehn Hörner aus Offenbarung 17. Er erklärt, was diese Hörner symbolisieren und wie sie sich von früheren Interpretationen unterscheiden. Dabei werden auch mögliche Parallelen in anderen biblischen Büchern wie Daniel gezogen und die Bedeutung der Zeitangabe „eine Stunde“ beleuchtet.

In dieser Predigt über Offenbarung 17 konzentriert sich Christopher Kramp auf die Bedeutung der zehn Hörner. Er erklärt, was wir mit Sicherheit über diese Könige und Königreiche wissen können, basierend auf dem biblischen Text und dem historischen Kontext von 1798. Dabei werden mögliche biblische Parallelen wie Daniel 7 und Daniel 2 beleuchtet und kritisch hinterfragt. Abschließend wird die Bedeutung der Zeitangabe „eine Stunde“ diskutiert, sowohl prophetisch als auch metaphorisch.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr eingeschaltet habt auf www.joelmedia.tv.de.

[0:52] Wir wollen weiter studieren, Offenbarung 17, uns heute den Hörnern zuwenden. Zehn an der Zahl und versuchen ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Mal herauszufinden, was wir schon sagen können und was vielleicht noch offen bleiben muss. Aber wir wollen uns dem stellen und zunächst mit einem Gebet beginnen und dazu in die Knie gehen, wo es möglich ist.

[1:12] Lieber Vater im Himmel, wir loben und preisen deinen Namen für all das Gute, das du tust, für all den Segen, den du uns schenkst und für dein Wort, das uns immer wieder aufbaut und das uns stärkt und das uns Kraft und Freude gibt. Wenn wir jetzt in der Offenbarung lesen möchten, würde ich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist gegenwärtig bist, dass du uns führst und dass du uns vor unreifer Spekulation bewahrst, aber uns trotzdem den Mut schenkst, dein Wort klar auszulegen, so wie du es uns zeigst. Und wir möchten dich bitten, dass du uns jetzt in alle Weisheit führst, in alle Wahrheit, so wie du es uns verheißen hast, im Namen Jesu. Amen.

[1:53] Offenbarung Kapitel 17 und wir sind ja mittendrin in der Interpretation des Engels. Der Engel erklärt dieses Tier und wir fassen nur kurz zusammen, wir haben ja alle schon viele schon ausführlich besprochen. Wir haben gesehen, dieses Tier mit den sieben Köpfen, das Tier selbst ist nichts weiter als die moderne Fassung des Tieres aus Offenbarung 13. Das ist der Kirchenstaat, der römische Kirchenstaat und auf dem sitzt die Hure, die falsche Kirche, die Hure Babylon, die so viele Töchter hat.

[2:38] Wir haben festgestellt, dieses Tier hat sieben Köpfe, diese sieben Köpfe sind primär die sieben Hügel, das sind die sieben Hügel Roms, auf denen dieser Kirchenstaat gebaut ist. Aber wir haben auch, und das haben wir das letzte Mal und das vorletzte Mal angeschaut, festgestellt, dass diese sieben Köpfe auch für Königreiche stehen. Und so wie Offenbarung 13 der Kirchenstaat ein Konglomerat ist, aus verschiedenen Elementen, die schon von Babylon und von Persien und von Griechenland und auch vom Römischen Reich kommen, so ist auch das endzeitliche Rom, das am Ende dann regieren wird, eine Zusammensetzung von verschiedenen Eigenschaften, die von diesen sieben Weltreichen herstammen, die wir versucht haben zu identifizieren. Bis zum 5. war das klar, beim 6. haben wir gesagt, naja, vermutlich USA, vielleicht auch Frankreich.

[3:27] Frankreich, Französische Revolution, vermutlich USA. 7. wissen wir nicht genau, halten wir offen. Der 8. ist das Tier selbst, einer von den 5, der Kirchenstaat, das Papsttum. Und dann kommen wir jetzt zu den Hörnern. Denn auf diesem Tier sind nicht nur sieben Köpfe, sondern auch zehn Hörner. Vers 12.

[3:49] Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch kein Reich empfangen haben, aber sie erlangen Macht wie Könige für eine Stunde zusammen mit dem Tier. Also halten wir erstmal fest, was wir aufgrund des Verses auf jeden Fall wissen. Was können wir mit Sicherheit über die zehn Hörner sagen? Zehn Könige. Das dürfte vermutlich auch bedeuten zehn Königreiche, denn wir sehen in Daniel 7 und auch hier, dass Könige für Königreiche stehen. Wir hatten ja noch versehen, die sieben Könige, das waren aber nicht nur sieben Personen, das waren sieben Königreiche.

[4:41] Okay, also zehn Königreiche. Und was wissen wir noch? Was können wir aufgrund dieses Verses noch mit Sicherheit sagen? Genau, jetzt ist die spannende Frage, es ist eine Aussage über die Gegenwart, aber wir müssen die Gegenwart ja datieren und wir haben festgestellt, in Offenbarung 17 ist die Gegenwart in welchem Jahr? 1798. Ihr erinnert euch an die langen Argumente, warum das der Fall ist. Ist, ist 1798 und deswegen können wir sagen, 1798 nicht existent. Ja, kein Königreich.

[5:29] So viel ist schon mal klar. Das heißt, es kann sich nicht um Mächte handeln, die schon 1798 seit langem auf der politischen Landkarte gewesen sind. Also wir können jetzt nicht einfach hier China vermuten oder so, weil China war schon lange ein Königreich. Es kann auch nicht irgendwie Indien sein oder so. Es müssen irgendwie Konstrukte sein, die es so bis mindestens 1798 nicht gab. Was können wir noch sagen mit Gewissheit? Aufgrund des Textes. Eine Zeitdauer, zu der können wir gleich mehr sagen, eine Stunde und sie regieren nicht alleine, sondern sie regieren mit dem Tier. Das heißt, sie regieren mit dem Papsttum, sie regieren mit dem Vatikan, mit dem Kirchenstaat.

[6:29] Das heißt, der Kirchenstaat wird wahrscheinlich auch nicht Teil von den Zehn Hörnern sein, logischerweise, weil das würde keinen Sinn machen. Okay, also zehn Könige hier, die 1798 noch nicht existent waren, die mit dem Tier regieren für, wie es hier heißt, eine Stunde. Gibt es noch was, was wir aus dem Text entnehmen können, was wir noch nicht gesagt haben?

[6:48] Es gibt noch einen kleinen Hinweis, der vielleicht später, wenn dieser Vers sich mal erfüllen sollte, von Interesse sein könnte. Eine kleine sprachliche Formulierung. Sie erlangen Macht wie Könige. Das heißt, daraus würde ich ableiten, dass es Weltreiche sind, oder so Art Königreiche, aber nicht notwendigerweise mit einem Titular König. Es müssten also nicht unbedingt Reiche sein, die eine Monarchie haben in dem Sinne, sondern sie haben Macht wie Könige. Das könnten also auch Demokratien sein oder Diktaturen oder irgendwas anderes. Das Wort Königreich in Daniel und Offenbarung ist ja ohnehin eher breit gefächert. Rom gilt auch als ein Königreich, obwohl ihre Könige vertrieben haben zu einem Zeitpunkt, als Rom noch ein kleines Dorf war. Wir müssen nicht unbedingt erwarten, dass dort echte Königreiche entstehen, die mit gekrönten Häuptern da sind.

[8:09] Wenn es also Reiche sind, die vor 1798 nicht existiert haben, dann ist das natürlich ziemlich spannend, weil seit 1798 jetzt auch nicht so viele bedeutende Reiche dazugekommen sind, die sich jetzt so anbieten würden als Erklärung. Man könnte natürlich sagen, die Türkei hat es vorher noch nicht gegeben, das war früher das Osmanische Reich, aber das ist nicht so wirklich überzeugend. An dieser Stelle ist es natürlich wiederum hilfreich, ein bisschen vorsichtig zu sein.

[8:52] Schauen wir erstmal, welche möglichen biblischen Parallelen es gäbe zu diesen 10 Königen am Ende. Welche biblischen Parallelen fallen euch auf zu diesen 10 Königen hier? Daniel 7 ist auf den ersten Blick eine offensichtliche Parallele, weil dort haben wir auch ein Tier mit 10 Hörnern. Das geht sogar so weit, dass der Uriah Smith, unser großer Experte im 19. Jahrhundert zu Daniel Offenbarung, geglaubt hat, dass der Vers eine direkte Parallele ist.

[9:26] Das Problem ist aber welches? In Daniel 7 sind die 10 Hörner wer? Die europäischen Stämme, nämlich die. Genau die 3 sind das Problem. Was ist genau mit den 3 passiert? Die wurden ausgerissen, das heißt von den 10 Hörnern in Daniel 7 bleiben die meiste Zeit nur 7 übrig. Das heißt schon zu dem Zeitpunkt, als das Papsttum das erste Mal hervorkommt, sind von den 10 Hörnern nur 7 übrig. Nämlich die Westgoten, Franken, Angelsachsen, Burgunder und Langobarden.

[10:27] Diese 7 jetzt mit den 10 Hörnern hier gleichzusetzen ist auf den ersten Blick verführerisch, aber auf den zweiten Blick schwierig. Weil nirgendwo in Daniel 7 wird gesagt, dass die 7 wieder zu 10 werden. Und diese 10 Hörner erhalten ihre Macht zu einem Zeitpunkt, wo das Papsttum seine tödliche Wunde geheilt bekommt. Zudem waren diese Hörner ja auch in Daniel 7 schon 1798 existent. Die Franken und die Angelsachsen hatten ja schon eine hundert lange Geschichte. Also die Parallele sind offensichtlich auf den ersten Blick einleuchtend, aber wenn man genauer nachschaut, hilft sie nicht wirklich.

[11:14] Der Elias Smith musste auch sich verrenken. Der spricht von der Zukunft und dann springt er für den Vers quasi in die Vergangenheit und dann springt er gleich im nächsten Vers wieder in die Zukunft. Weil er weiß, da geht es um die Wiederkunft. Gibt es andere mögliche Parallelen für die 10 Hörner?

[11:30] Die 10 Zehen, das ist vielleicht die spannendste Variante. Schauen wir mal, was spricht denn für die 10 Zehen in welchem Kapitel? Daniel 2, was spricht denn für die 10 Zehen? Kurze Zeit würde ja passen, weil die 10 Zehen sind naturgemäß ganz am Ende. Wenn es oben anfängt und dann runter geht, dann sind die 10 Zehen das Letzte vom Letzten vom Letzten. Das ist so quasi der allerletzte Abschnitt. Daniel 2, Vers 41. Da heißt es dann nämlich.

[12:29] Was ist vielleicht das Problem mit dieser Verbindung? Das wird dann auch in Offenbarung 17 gesagt, werden wir dann noch sehen in den kommenden Wochen, dass dort auch das Tier und die Hörner, die werden zusammen regieren und dann werden die Hörner das Tier töten. Das wäre sogar tatsächlich ein interessanter Parallel.

[13:00] Es gibt ein Problem und das wirkt vielleicht ein bisschen wie Haarspalterei, man sollte es aber trotzdem als Problem im Hinterkopf haben. Nämlich, in Daniel 2 steht nirgendwo, dass es 10 Zehen sind. Jetzt werdet ihr vielleicht sagen, naja, aber das ist doch selbstverständlich. Das sehe ich im Prinzip auch so. Man kann wohl davon ausgehen, dass die 10, dass das 10 an der Zahl sind und dass dieses Standbild jetzt vielleicht nicht gerade eine Behinderung hat und dass es nur 7 Zehen waren und 18. Man kann es aber auch, also mit anderen Worten sozusagen, man muss einfach mal die Möglichkeit in Betracht, es steht zumindest nicht explizit da. Man weiß zumindest auch, dass es ja früher auch ab und zu mal Menschen mit 12 Zehen gegeben hat. Das steht sogar in der Bibel. Es gab so Riesen mit 12 Zehen, kann man heute noch da so Skulpturen finden. Also mal ganz ins Blaue geredet, wer weiß, ob das nicht vielleicht auch 12 Zehen hätte.

[14:01] Also mit anderen Worten, die Verbindung ist interessant, man sollte aber sich sozusagen nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und sagen, hier steht explizit 10 Zehen. Das ist eine kluge Vermutung, zu sagen, es sind 10 Zehen.

[14:15] Was aber trotzdem interessant ist, ist der nächste Vers in Vers 44, nämlich da heißt es, und das stärkt wiederum diese Verbindung zu Daniel 2, aber in den Tagen jener Könige. Jetzt kann man sagen, das bezieht sich vielleicht auf die Könige, einfach so allgemein, die europäischen Könige, dann wäre der Zeitraum relativ breit. Aber wenn sich diese 10 vielleicht auch, wenn das eine Verbindung ist zu den 10 Hörnern, dann wären es dann diese Könige, die ganz am Ende regieren. Das wäre eine interessante Option. Aber wie gesagt, es steht nicht explizit da, deswegen mit Vorsicht genießen.

[15:01] Wenn die 10 Zehen waren, dann ist ihre Parallele nicht die 10 Hörner in Daniel 7, sondern die 10 Hörner in Offenbarung 17. Also wenn es 10 Zehen sind und sie irgendwo eine Parallele finden, dann in Offenbarung 17. Ich denke, so viel kann man sagen, weil in Daniel 7 passen sie nicht rein, weil da werden drei ausgerottet. Das wäre eine Möglichkeit.

[15:29] Genau, man hat ähnliche Parallelen, man hat die Wiederkunft direkt danach und man hat sowohl hier wie auch in Offenbarung 17, wie wir gleich sehen werden, wir werden die nächsten Wochen sehen werden, dass es da einen Kampf, also die werden nicht aneinander haften, die Hörner werden sich gegen das Tier wenden, bevor Jesus wiederkommt in der Schlacht von Armageddon. Das haben wir unter der sechsten Plage studiert. Die Idee, die mit dem Tier zusammen sind, werden sich gegen das Tier wenden, der Euphrat vertrocknet, Babylon fällt. Das würde also durchaus mit dieser Idee Ton und Eisen halten nicht zusammen, das würde gut passen.

[16:06] Gibt es vielleicht noch eine Parallele, noch eine Verbindung, die uns helfen könnte, diese 10 Hörner schon mal irgendwie einzuordnen? Wir haben grundsätzlich diese 10 Hörner erscheinen in Offenbarung 12 bei dem Drachen. Der Drache hat 7 Köpfe und 10 Hörner. Und in Offenbarung 13 hat er auch 7 Köpfe und 10 Hörner. Und in Offenbarung 17.

[16:45] Bei Offenbarung 12 und 13 wäre zu überlegen, ob da nicht doch die Parallele zu Daniel 7 zu suchen ist, weil dort in Offenbarung 13 ja das mittelalterliche Rom vor allem beschrieben wird. Aber es könnte auch sein, dass es hiermit was zu tun hat. Es ist auf jeden Fall das gleiche Tier. Vielleicht ist es auch einfach als zukünftige Vorausschau betrachtet. Ist gut möglich.

[17:12] Es gibt noch eine Parallele in Offenbarung 17 selbst direkt. Und die ist nicht zwingend. Deswegen würde ich sie auch nur als Variante hier oder als Option darstellen, nicht als zwangsläufige Interpretation. Aber sie ist trotzdem interessant. Schaut mal in Vers 10. Und es sind 7 Könige. 5 sind gefallen und der eine ist da. Der andere ist noch nicht gekommen. Und wenn er kommt, muss er für eine kurze Zeit bleiben.

[17:51] Was die Hörner gemeinsam haben mit diesem siebten König, das ist die kurze Zeit. Beide sind zukünftig und beide regieren kurz. Also der siebte König, der ist zukünftig und regiert kurz. Und die 10 Hörner sind zukünftig und regieren kurz.

[18:18] Also entweder gibt es von 1798 aus gesehen noch 2 politische Entwicklungen. Einmal die 7. Königreich, das kurz regiert. Und dann nochmal 10 Königreiche, die kurz regieren. Oder aber vielleicht ist unter diesem siebten Königreich diese Verbindung von 10 Königreichen gemeint. Weil das werden ja 10 Königreiche sein, die gleichzeitig regieren. Das sind keine 10 Königreiche nebeneinander, sondern gleichzeitig.

[18:46] Und eine Möglichkeit bestimmt, wie gesagt nur eine Möglichkeit, dass das siebte Königreich quasi wie eine Zusammenfassung diese 10 Königreiche meint. Das wäre zum Beispiel auch das dritte Königreich, in Wirklichkeit 4 Königreiche waren. Griechenland war die meiste Zeit aufgeteilt in 4 Königreiche. Das wäre also nicht abwegig.

[19:10] Und mit der Perspektive ließe sich jetzt noch ein bisschen arbeiten, wie gesagt immer unter der Voraussetzung, wenn das so sein sollte. Weil dann hätte man den sechsten, den siebten und den achten. Der sechste, wie wir gesagt haben, vermutlich die USA. Der achte eindeutig der Kirchenstaat, da gibt es überhaupt gar nichts. Und wenn das dann diese 10 Könige sind, wie gesagt wenn, ansonsten muss man sie halt nochmal extra einsortieren, dann hätte man hier diese Dreiheit, von der auch Offenbarung 16 beschreibt. Mit dem falschen Propheten, mit dem Tier.

[19:59] Und das wäre dann interessanterweise parallel zu dem Drachen. Erinnert euch daran, Offenbarung 17 ist ja geschrieben, als Erklärung für Offenbarung 16. Der Engel, der Offenbarung 17 erklärt, ist ein Engel, der die Plagen erklärt. Und in den Plagen geht es um die Dreiteilung Babylons. Die Plagen fallen, um am Ende Babylon zu besiegen. Babylon besteht aus drei Teilen: Tier, falscher Prophet und Drache.

[20:25] Das Tier ist eindeutig zu identifizieren, das ist der achte König. Der falsche Prophet ist eindeutig die USA, deswegen vermutlich auch hier der sechste. Und der Drache ist natürlich der Satan selbst. Und wie wir gesehen haben, der Drache steht natürlich für den Spiritismus.

[20:44] Es ist aber interessant, das habe ich glaube ich auch schon mal erklärt, dass diese anderen beiden jeweils eine religiöse und eine politische Seite haben. Der Kirchenstaat ist politisch, aber es hat auch eine religiöse Seite, das ist der Katholizismus. Und die religiöse Seite ist weltweit, das ist eine weltweite katholische Kirche, die ein territorial begrenztes politisches Zentrum hat, den Vatikan. Und hinter der USA steckt welche weltweite religiöse Bewegung? Der Protestantismus, der ist nicht auf die USA beschränkt. Und trotzdem sind die USA ein limitiertes territoriales Gefüge, das quasi das Zentrum des Protestantismus ist.

[21:26] Und so wäre es denkbar, wie gesagt, ich formuliere jetzt immer so, dass ihr mich nicht als Maßstab nehmt, so wäre es denkbar, dass der Spiritismus, der hinter dem Drachen steht, auch ein politisches Zentrum hat, so wie der Katholizismus ein politisches Zentrum hat, wie der Protestantismus ein politisches Zentrum hat, so auch der Spiritismus in diesem Konstrukt von zehn Königreichen.

[21:56] Und an der Stelle ist dann die Schwelle zu den Theorien. Ihr habt vielleicht von dieser Idee gehört, von dem Club of Rome, der die Welt in zehn Teile aufgeteilt hat. Ich weiß nicht, ob das dann am Ende so kommt, oder ob das nur eine fixe Idee von denen war. Ist auch nicht meine Aufgabe herauszufinden. Fakt ist, es wird passieren. Und ob das der Club of Rome macht oder irgendein anderer, ist jetzt nicht so, das ist nicht der Hauptpunkt. Man muss jetzt nicht irgendwie das Internet hoch und runter suchen, bis man irgendwie da meint, das gefunden zu haben. Weil wenn es kommt, wird es deutlich kommen. Wenn das kommt, ist es nicht irgendwie auf einer Internetseite versteckt zu finden, sondern das kommt dann, dass man es sehen kann. Alle anderen Weltreiche sind auch sehr deutlich gekommen. Deswegen müssen wir uns da jetzt nicht den Schlaf rauben und überlegen, wer sind die Zehn Könige. Sie werden kommen.

[22:44] Wie gesagt, es ist nicht eindeutig, dass die Zehn Könige der Siebte sind. Vielleicht sind sie nochmal extra. Das wäre aber dann interessant, weil dann hätte man plötzlich vier Mächte hier. Nämlich den Sechsten, den Siebten, den Achten und die Zehn Könige. Von daher, vom Gesamtbild her erscheint mir das die sinnvollere Variante, die Zehn Könige als den Siebten zu begreifen.

[23:07] Aber wie gesagt, vielleicht noch ganz kurz zu der Zeitdauer, bevor wir schließen. Auch die hat viel Spekulation hervorgerufen. Es gibt zwei Möglichkeiten, sie zu interpretieren. Ich gebe es euch beide, dann könnt ihr wählen, was ihr wollt, wem ihr dienen wollt.

[23:24] Die eine Möglichkeit ist prophetisch. Wenn man eine Stunde prophetisch auslegt, kommt man präzise wohin? Wenn ein Tag steht für ein Jahr und ein Tag hat wie viele Stunden? 24 Stunden und ein 24. Jahr ist ein halber Monat. Ein Monat ist ein zwölftel Jahr, ein halber Monat. Ihr wisst, in der Prophetie hat ein Monat wie viele Tage? 30, halber Monat sind 15 Tage. Also prophetisch wären das 15 Tage. Das ist also eine Möglichkeit, dass man sagt, hier ist ein prophetischer Abschnitt gemeint.

[24:12] Dagegen kann man einwenden. Die Offenbarung sagt, dass seit 1844 keine Prophezeiungen mehr stattfinden werden. Das kann man aber auch qualifizierend so sehen, dass keine Zeitweissagung, von der man jetzt den Anfangspunkt kennt, und die man ausrechnen kann, es mehr gibt. Wir wissen mindestens noch von einer anderen, wir wissen von einer halben Stunde unter dem siebten Siegel, wo für etwa eine halbe Stunde Stille sein wird, was sieben Tage sind. Die werden auch noch kommen. Das heißt, wir können ja nicht ausrechnen, wann das zu Ende ist, weil wir den Anfangszeitpunkt nicht kennen. Es wäre eher eine Beschreibung, wenn es 15 Tage sind, dann sind es meinetwegen wirklich 15 Tage. Das ist jetzt keine Prophezeiung, wo wir jetzt rechnen können, das passiert dann und dann. Von daher könnte das durchaus noch durchgehen, wäre jetzt also nicht unadventistisch, das so zu sehen.

[25:10] Es gibt aber auch eine Möglichkeit, die vielleicht vom Text sogar noch besser gedeckt ist, das als Metapher zu sehen, metaphorisch. Und zwar, weil in Offenbarung 18 dieselbe Formulierung vorkommt. Schaut man in Offenbarung 18 und dort Vers 10. Und sie werden von Ferne stehen, aus Furcht vor ihrer Qual, und sagen, wehe, wehe, du große Stadt Babylon, du gewaltige Stadt, denn in einer Stunde ist dein Gericht gekommen. Und dann Vers 17. Denn in einer Stunde wurde dieses so große Reichtum verwüstet. Und so weiter und so fort. Und dann schaut mal in Vers 8. Darum werden an einem Tag ihre Plagen kommen, Tod, Leid und Hunger.

[25:54] Das heißt, die Vernichtung Babylons wird zeitgleich beschrieben, als dass sie an einem Tag stattfand und an einer Stunde. Das kann nicht prophetisch gemeint sein, weil eine Stunde ist nicht ein Tag. Das kann quasi nur als eine Metapher gemeint sein, im Sinne von kurz, wie in einem Augenblick. In einer Stunde, an einem Tag, ganz kurz.

[26:15] Wenn man das mathematisch ausrechnen würde, hätte man ein Problem, weil ein Tag wäre ein Jahr und eine Stunde wären 15 Tage. Das ist nicht dasselbe. Man kann nicht sagen, Babylon ist gleichzeitig in 15 Tagen oder in einem Jahr vernichtet worden. Das heißt, in Offenbarung 18 ist die Formulierung eine Stunde eindeutig nicht prophetisch, sondern als eine Metapher.

[26:36] Jetzt kann man sich also entscheiden und sagen, ich glaube trotzdem, dass eine Offenbarung 17 eine Prophezeiung ist. Dann müsste man sagen, okay, sie werden 15 Tage regieren. Oder man kann sagen, ich tendiere momentan dazu, aber das Antwort würde ich jetzt nicht als heretisch empfinden, wenn Offenbarung 18 eine Stunde als Metapher verwendet, für kurz, schnell, dann wahrscheinlich Offenbarung 17 auch. Und dann werden wir immer noch sehen, ob es vielleicht genau 15 Tage sind. Da kann man noch sagen, schaut her, es sind auch nur 15 Tage. Aber das ist jetzt, wie gesagt, die beiden Optionen gibt es, um diese eine Stunde auszudrücken. Und dann kann man sich entscheiden, wie man denkt.

[27:17] Genau, soviel also zu den zehn Hörnern. Ich denke, es ist sinnvoll, sich nicht zu schnell zu genau festzulegen, weil sonst ändern die ihre Taktik und ihren Plan und dann steht man dumm da und dann glaubt einem keiner mehr was. Sondern es ist klug, das sagen zu können, was man eindeutig sagen kann. Und wenn wir das so deutlich, was wir hier gesagt haben, sagen, dass es zehn Königreiche sein werden, die vor 1798 nicht existiert haben usw., die mit dem Tier regieren, wenn das dann eintrifft, ist das schon spektakulär genug. Da muss man nicht genau schon wissen, wir wussten, wer was davon schon irgendwie geplant hat, in welcher Schublade das gesteckt hat. Das ist schon spektakulär genug, das wird dann schon reichen, um die Menschheit.

[27:57] Ich glaube, das ist eine Chance, die wir momentan verpassen. Wenn wir mehr darüber sprechen würden, dann würde der Effekt noch größer sein, wenn es dann eintrifft. Manchmal denkt man, man traut sich an diese Prophezeiung nicht ran, weil man so wenig sagen kann, was Fundament hat, also sagt man gar nichts darüber. Ich glaube, es ist gut, wenn man immer wieder mal davon spricht, einfach nur zu sagen, wir wissen nicht, was kommt, aber es wird kommen, so. Wir genau wissen es nicht, aber es wird so kommen. Und wenn es dann kommt, dann können wir sagen, wir haben gesagt, die Bibel hat vorher gesagt. Also, keine Angst vor Offenbarung 17.

[28:31] Nächstes Mal studieren wir weiter und gucken dann den nächsten Vers an. Und bis dahin wollen wir noch mit einem Gebet abschließen.

[28:43] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für dein Wort. Wir danken dir für die Zusage, dass du die Geschicke dieser Welt leitest, dass du die Prophetie uns gegeben hast, um sagen zu können, um wissen zu können, was auf uns zukommt. Und wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns Weisheit schenkst, diese Dinge liebevoll und christozentrisch den Menschen zu zeigen, damit auch sie wissen, was auf diese Welt kommt und dass sie bereit sind für deine Wiederkunft, Herr Jesus. Wir möchten dich bitten, dass du uns selbst bereit machst, dass du uns erfüllst mit deinem Heiligen Geist Tag für Tag und dass wir aus deinem Wort die Kraft schöpfen, die wir brauchen, um zu bestehen in den vielen Anfechtungen. Wir danken dir, dass du verheißen hast, dass du bei uns sein wirst bis ans Ende der Welt. In deinem Namen beten wir, Herr Jesus. Amen.


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