[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr eingeschaltet habt, dass ihr da seid und dass wir jetzt gemeinsam weiter studieren in Offenbarung 17, heute Vers 3. Und bevor wir beginnen, wollen wir mit einem Gebet starten und wo es möglich ist, dazu niederknien.
[1:03] Lieber Vater im Himmel, wir kommen jetzt noch einmal zu dir, um dich zu bitten, dass du uns Weisheit und Verständnis schenkst für die Offenbarung. Das Kapitel, das wir studieren wollen, ist nicht das leichteste, dass wir erkennen, was die Symbole bedeuten, was das praktisch für uns auch bedeutet, dass wir bewahrt werden vor spekulativen Theorien, aber dass wir die prophetische Wahrheit, die du hineingelegt hast, als ein Licht leuchten sehen bis zu dem Tag, wo du wieder kommst. Und so möchten wir dich bitten, dass du jetzt uns führst und leitest durch deinen Heiligen Geist und alle Störungen fernhältst, damit wir erkennen, was du uns sagen möchtest. Im Namen Jesu, Amen.
[1:50] Offenbarung 17, Vers 3. Die ersten beiden Verse waren ja eigentlich quasi eine Einleitung. Wen hat Johannes in den ersten beiden Versen getroffen? Fassen wir mal kurz zusammen. Wen hat er getroffen? Wer hat mit ihm gesprochen? Offenbarung 17. Mit wem hat er gesprochen? Mit einem Engel. Genau, was für einem Engel? Also einem der Plagenengel. Ihr erinnert euch, wir haben gesagt, einer von den Engeln, die die sieben letzten Plagen haben, kommt zu Johannes und sagt, pass mal auf, ich will dir etwas erklären. Wir haben daraus geschlussfolgert, dass Offenbarung 17 ein erklärender Einschub ist. Die Erzählung von den sieben Plagen wird unterbrochen, weil in der siebten Plage wurde beschrieben, wie Babylon fällt und wie Babylon in drei Teile zerrissen wird. Und bevor dann die Wiederkunft erzählt wird in Offenbarung 19, kommt ein langer Einschub, in dem jetzt dem Johannes etliches zum Thema Babylon erklärt wird. Und wir hatten gesehen in Vers 1 und 2, wie der Engel ihm sagt, komm mit, ich will dir die Hure zeigen. Und wir haben festgestellt, die Hure ist eine abgefallene Frau. Es geht also um eine abgefallene Kirche. Und er hat sie dann beschrieben, dass diese Hure mit dem König der Erde Unzucht getrieben hat und den Wein der Unzucht weitergeleitet hat. Und wir haben schon durch die Parallele zur zweiten Engelsbotschaft gesehen, das muss Babylon sein, weil Babylon den Wein der Unzucht weitergibt.
[3:52] Jetzt in Vers 3 beginnt die eigentliche Vision. Was heißt Vision? Gesicht um Gesicht heißt, man hat etwas gesehen. Richtig? Eine Vision ist etwas, was man sieht. Aber in Vers 1 und 2 hat er noch nicht viel gesehen, außer den Engel, der mit ihm gesprochen hat. Und jetzt in Vers 3 sieht er jetzt die eigentliche Vision. Könnt ihr das sehen? Lesen wir Vers 3. Und er brachte mich im Geist in eine Wüste und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das vollnamen der Lästerung war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte. Jetzt beginnt die Vision. Jetzt sieht er etwas. Vorher hat er nur davon gehört. Jetzt sieht er etwas. Wollen wir mal ganz systematisch uns diese Dinge zu Gemüte führen.
[4:50] Zunächst einmal fällt ja auf, dass der Johannes an einen bestimmten Ort gebracht wird. Er wird nämlich in die Wüste gebracht. Es kommt ja öfter vor, dass Propheten im Geist an einen anderen Ort versetzt werden. Kennt ihr so Beispiele der Bibel, wo jemand im Geist an einen anderen Ort versetzt wird? Spontan. Philippus, der Diakon, wurde vom Geist an einen anderen Ort versetzt. Bei Hesekiel ist das relativ oft sogar zu finden. Das heißt, dass er sagt, der Geist nahm mich empor und der Geist brachte mich nach Jerusalem, obwohl er schon in Babylon war und hat im Tempel da Dinge gesehen. Bei Hesekiel kommt es oft vor, dass er als Prophet hinweggenommen wird, im Geist an einen anderen Ort versetzt wird. Wir kennen die Geschichte von Elia, wo der Obadja sagt, ich fürchte, wenn ich jetzt zu Ahab gehe, dann kommt vielleicht der Geist und nimmt dich hinweg. Also das war sowohl physisch, es war manchmal auch einfach nur quasi in einer Vision.
[5:56] Er wird bewegt und er wird in die Wüste gebracht. Was könnte das bedeuten, dass er in die Wüste gebracht wird? Die Szene für Offenbarung 17 ist die Wüste. Wir haben in Offenbarung schon einmal die Wüste erwähnt, sehr prominent und zwar in Offenbarung 12. Auch dort gab es ja eine Frau, eine Frau in der Wüste. Lesen wir es mal gemeinsam in Offenbarung Kapitel 12 und dort Vers 6. Offenbarung Kapitel 12 und dort Vers 6. Dort heißt es, und die Frau floh in die Wüste, wo sie einen von Gott bereiteten Ort hat, damit man sie dort 1260 Tage lang ernähren. Also halten wir mal fest, hier in Offenbarung 12 haben wir die Wüste und wir haben eine Frau. Wie lange ist die Frau in der Wüste dort? 1260 Tage sind natürlich 1260 Jahre und wir lassen keine Gelegenheit aus, das immer wieder abzutesten. Wann ging die los? Nein, das waren die 2300. Genau, 538 bis 1798. Also ich bin mir sicher, wenn wir Offenbarung 22 erreicht haben, dann haben wir es. 538 bis 1798, die Zeit der Verfolgung für die wahre Gemeinde. Das haben wir damals, das muss ja schon ein paar Jahre her sein, in Offenbarung 12 studiert. Wir haben die gleiche Zeit und den gleichen Ort noch mal in Vers 14. Schaut mal in Offenbarung 12 und dort Vers 14. Also die Wüste wird zumindest hier in Offenbarung 12 assoziiert mit dieser Zeit der Verfolgung, 538 bis 1798.
[8:54] Es gibt interessanterweise zu dieser Zeit die Idee mit Wüste und einer Frau in der Wüste einen relativ unbekannten Text, der für den Miller einer der wichtigsten Texte war, wenn es um die Adventbewegung ging und zwar in dem Buch Hohe Lied. Wer hätte vermutet, dass Miller im Buch Hohe Lied einen Vers findet, der was damit zu tun hat. Aber hier ist der Vers, schaut ihn euch mal an, dann könnt ihr selbst entscheiden, wie ihr das seht, aber es ist ganz interessant. In Hohe Lied Kapitel 8, Hohe Lied Kapitel 8 und zwar nicht Vers 6, sondern Vers 5. Und da spricht es dann von der Braut des Salomo und es heißt von ihr, wer ist sie, die da heraufkommt von der Wüste, gestützt auf ihren Geliebten. Also das poetische Bild ist hier, dass die Braut des Königs Salomo, die Braut des Sohnes Davids, kommt aus der Wüste heraus. Ja, die war in der Wüste, dann kommt sie aus der Wüste und dann ist schon bald das Buch zu Ende. Und der Miller hat diese Idee gehabt, dass das vielleicht sich auch auf diese Frau hier bezieht, die auf eine lange Zeit in der Wüste war und dann kurz vor der Wiederkunft quasi aus der Wüste herauskommt. Die Frau ist ja nicht bis zur Wiederkunft in der Wüste, die ist bis 1798 in der Wüste und dann kommt sie aus der Wüste heraus und macht sich bereit für die Hochzeit. Also ganz interessante Textstelle, Hohe Lied 5 Vers 8, kann man mal ein bisschen noch weiter darüber nachdenken, dass ihr das mal eben im Hinterkopf habt. Es wird auch angedeutet in Hohe Lied 8, dann Vers 6, wo es heißt, setze mich wie ein Siegel auf deinen Arm und wo also die Liebe jetzt versiegelt werden soll. Ja, was dann auch die Gemeinde kommt aus der Wüste und was ihr noch fehlt, ist das Siegel Gottes, das Verständnis vom Sabbat im großen Kampf und im neuen Bund und so weiter. Also ganz interessant, aber wir haben jetzt nicht die Zeit, das zu studieren. Aber dass ihr mal so eine Idee bekommt, dass diese Wüste eigentlich assoziiert wird an vielen Stellen mit der wahren Gemeinde.
[11:32] Und jetzt in Offenbarung 17 wird uns dort die andere Gemeinde, die andere Frau präsentiert, auch in einer Wüste. Und gehen wir zurück zu Offenbarung 17 und schauen mal in Vers 3. Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das vollen Namen der Lästerung war und sieben Köpfe und sieben Hörner hatte. Also wir belassen mal die Wüste mit diesem Zeitraum, ohne da genauer einzugehen. Wir werden in den nächsten Wochen mit jedem Vers mehr Details bekommen und dann hier auch noch ein bisschen konkreter werden. Aber nur, dass ihr mal diese Verbindung schon seht, wir gehen ja Schritt für Schritt voran. Er sieht jetzt eine Frau und das wundert ihn nicht, weil ihm ist ja gesagt worden, dass er eine hohe Hure sehen wird. Und demzufolge, klar, er sieht eine Frau. Er sieht eine Frau auf einem Tier. Und das ist jetzt nicht schwer für den geübten Prophetiestudenten. Eine Frau in der Bibel steht für eine Gemeinde und der Text ist in den Neuen Testament. Es ist ein Brief an die Korinther und zwar im Zweiten und dort in Kapitel elf. Zweite Runde elf und dort Vers zwei. Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer, denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau Christus zuzuführen. Man kann auch Hosea anführen, wo die Frau ein Symbol ist für die Gemeinde und so weiter. Die Frau ist eine Gemeinde, also eine Kirche. Wofür steht ein Tier? Ein Tier steht in der Prophetie für ein Königreich und der Text ist in Daniel sieben Vers 17. Daniel sieben Vers 17, und dann auch in den weiteren Versen, wo deutlich wird, dass das vierte Tier ein viertes Reich ist und so weiter. Ein Königreich, Kirche und Königreich.
[13:56] Jetzt interessant ist die Reihenfolge, wie die beschrieben werden. Nicht das Tier ist auf der Frau, sondern die Frau ist auf dem Tier. Aber bevor wir das anschauen, schauen wir noch ein bisschen genauer dieses Tier an, das er da sieht, weil bei diesem Tier wird der Johannes ein Déjà-vu gehabt haben. Was sind die Elemente dieses Tieres, das er da sieht? Erstens ist es Scharlachrot. Okay, wir sammeln erstmal, dann interpretieren wir das. Scharlachrot und dann? Lästerliche Namen, wo sind die lästerlichen Namen? Wo sind die lästerlichen Namen? Schaut genau, überall. Das heißt bei euch auch, dass Vollname der Lästerung war? Das steht es bei euch nicht. Das Tier ist voller lästerlicher Namen. Also egal, wo man das Tier anschaut, von hinten, rechts, links, oben, unten, überall sieht man lästerliche Namen. Überall. Das gesamte Tier ist übersät mit lästerlichen Namen. Scharlachrot, lästerliche Namen überall. Was noch? Sieben Köpfe, sieben Köpfe, zehn Hörner. Okay, Frage. Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern, das ist ja keine Seltenheit in der Offenbarung. Wo haben wir das schon mal gesehen? Offenbarung 13, genau, ist ein heißer Kandidat. Und in Offenbarung, also wer sieht so aus in Offenbarung 13 mit sieben Köpfen und zehn Hörnern? Das erste Tier ist Offenbarung 13, ja okay. Und wo noch? Wo gibt es noch ein Wesen mit sieben Köpfen und zehn Hörnern? Übrigens auch rot, aber nicht Scharlachrot, glaube ich, nein, nicht Scharlachrot, sondern Feuerrot. Nicht bei Daniel? Schon Offenbarung, ist Offenbarung. Schaut mal in Offenbarung Kapitel 12, Vers 3. Offenbarung 12, Vers 3, es erschien ein anderes Zeichen im Himmel. Siehe, ein großer feuerroter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und sieben unseren Köpfen, sieben Kronen.
[16:58] Also wir haben den Drachen in Offenbarung 12, wir haben das erste Tier aus Offenbarung 13 und wir haben das Tier aus Offenbarung 17, die allesamt zehn Hörner und sieben Köpfe haben. Das ist ja kein Zufall. Also halten wir fest, alle drei Tiere, der Drache, das Tier und das Tier, also Offenbarung 12, Offenbarung 13 und Offenbarung 17, alle haben sieben Köpfe, alle haben zehn Hörner. Was sind die feinen Unterschiede, wenn ihr mal den Drachen, das erste Tier und das Tier aus Offenbarung 17 vergleicht, was sind die feinen Unterschiede? Der Drache hat wie viel Kronen? Zehn, schau genau hin, sieben. Der Drache hat sieben Kronen, weil wo sind die Kronen? Den Köpfen. Das erste Tier hat wie viel Kronen aus Offenbarung 13? Zehn Kronen, die sind auf den Hörnern und das Tier aus Offenbarung 17 hat wie viel Kronen? Keine Kronen. Also wir haben Identisches und Veränderung. Das Ganze ist also quasi in der Bewegung. Es ist nicht ein und dasselbe Tier, sondern es transformiert sich förmlich. Richtig, hier ist keine Lästerung und in Offenbarung 13 Lästerung auf dem Kopf und hier Lästerung überall. In Offenbarung 12 keine Lästerung, in Offenbarung 13 Lästerung am Kopf, Offenbarung 17 Lästerung überall. Also da gibt es quasi eine Entwicklung, soviel kann man sagen, oder? Der Drache ist feuerrot, das Tier ist scharlachrot, also es gibt ein paar Unterschiede, aber es gibt große Gemeinsamkeiten.
[19:17] Fangen wir noch mal ganz simpel an, wer ist der Drache? Satan. Die erste und primäre Bedeutung ist, dass hier der Satan im Hintergrund wirkt, weil er ist der Drache, der diesen Kampf schon im Himmel begonnen hat. Das heißt, dieser Drache, dieses erste Tier und dieses Tier sind alles Agenten in der Ausführung des großen Kampfes, den der Lucifer im Himmel begonnen hat. Es sind alles quasi nur seine Instrumente, alles in einer Linie aufgereiht. Aber auf einer politischen Ebene, weil Tiere stehen ja für Königreiche, wer ist der Drache? Wer ist der Drache und wer ist das Tier? Fangen wir so an, wer ist der Drache und wer ist das Tier?
[20:18] Vielleicht ist das Tier einfacher, wer ist das Tier? Das Tier, das erste Tier ist Offenbarung 13, ist das Papsttum, weil das das Tier ist, das auch Lästerung hat. Das ist das Tier, das mit dem kleinen Horn identisch ist. Die Lästerung in der Bibel ist, wenn man sich selbst zu Gott macht und wenn man von den Sünden vergebt. Wenn das erste Tier das Papsttum ist, dann ist der Drache, wir wiederholen ja im Prinzip jetzt nur, ist das Drache. Es heißt in Offenbarung 13, dass das Tier seine Macht vom Drachen bekommt, den Thron, die Macht und die Autorität. Von wem bekommt das Papsttum Thron, Macht und Autorität? Vom Römischen Reich. Und deswegen ist der Drache hier in Offenbarung 12, eine seiner Hauptaktionen ist es, Jesus umbringen zu wollen. Ja, da ist zur Zeit, als Jesus geboren wird. Deswegen ist der Fokus beim Drachen auf das Römische Reich, der Fokus beim Tier ist auf dem mittelalterlichen Rom, Papsttum. Damals, zur Zeit des Drachen, sind die Häupter gekrönt, die sieben Häupter.
[21:44] Andere Frage, was haben denn das Römische Reich und das Papsttum gemeinsam? Dass wir die Gemeinsamkeit herausarbeiten, damit wir dann sie auf das letzte Tier übertragen können. Was haben das? Wir haben beide Kronen, aber sie haben verschiedene Kronen. Ja, aber was haben wir auf jeden Fall gemeinsam? Was macht die beiden also quasi Schwestern oder Brüder? Was haben sie identisch? Sie haben sieben Köpfe und zehn Hörner. Wofür stehen die sieben Köpfe? Die sieben Köpfe, sagt die Bibel, schaut man in Offenbarung 17, genau, Offenbarung 17, Vers 9, hier ist der Verstand nötig, der weiß er tat, die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Das heißt, solange da sieben Köpfe sind, ist das immer eine Macht, die lokal in Rom zentriert ist. Das ist die Gemeinsamkeit zwischen Drachen und dem Tier. Beide haben ihre Macht in der Stadt Rom. Das römische heidnische Imperium, die römische mittelalterliche Kirche. Wenn also das Tier hier wieder sieben Köpfe hat, dann geht es hier wieder um Rom. Macht das Sinn? Wenn das um Rom ging, geht es hier auch wieder um Rom. Rom scheint sowas wie die Hauptzentrale des großen Kampfes zu sein.
[23:21] Trotzdem gibt es einen Unterschied. Zur Zeit des Drachen waren die Kronen auf den Häuptern. Das heißt, die Krone, die Königsmacht war in Rom selbst auf den sieben Hügeln. Da waren die Kaiser. Zur Zeit des ersten Tieres sind die Kronen bei den Hörnern, die zehn Hörner, die europäischen Stämme, die Königreiche. Und hier gibt es gar keine Kronen mehr. Das heißt, hier scheint es keine königliche Macht mehr zu geben, in dem Sinne, wie es hier königliche Macht gab. Könnt ihr das sehen? Man könnte vielleicht schon mal vorauseilend vermuten, dass hier das moderne Rom angesprochen wird, wo keine Könige mehr in Europa regieren, aber die Lästerung noch zugenommen hat. Übrigens, dieses Tier ist von allen das Schlimmste. Es ist Scharlachrot. Womit verbindet die Bibel Scharlach? Sünde. Welcher Vers verbindet die Bibel Scharlach mit Sünde? Jesaja 1 und dort Vers 18.
[25:05] Spricht daher, wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie der Schnee, wenn sie rot sind wie Karmesin, sollen sie weiß wie Wolle werden. Dieses Tier ist Scharlachrot. Es ist überdeckt mit lästerlichen Namen. In anderen Worten, dieses Tier hat dringend Erlösung nötig. Es ist angefüllt mit Sünde. Könnte dieses Tier Erlösung bekommen? Jetzt mal theoretisch gesprochen. Warum bekommt dieses Tier keine Erlösung? Was hindert das Tier zu Jesus zu kommen und diese scharlachroten Sünden reingewaschen zu bekommen? Was hindert das Tier? Es gibt einen einfachen Grund.
[26:08] Ein bisschen konstruktiv gesprochen, also ein bisschen hypothetisch gesprochen. Aber warum kommt das Tier nicht zu Jesus? Es wird gelenkt. Das Tier hat jemand, der drauf sitzt, die Frau, die christlich, also vorgibt christlich zu sein, aber das Tier in die falsche Richtung lenkt. Das Tier ist selbst schon böse genug, aber es wird nicht geheilt, weil die Frau, die Hure, sozusagen es in die völlig falsche Richtung lenkt. Übrigens, ihr seht ja hier, wie die zehn Gebote nach und nach alle gebrochen werden. Du sollst also den Namen Gottes nicht missbrauchen, die Lästerung und dann die Hurerei und später sieht man dann das sechste Gebot, dass die Märtyrer umgebracht haben und so weiter.
[27:10] Damit kommen wir zu diesem interessanten Ding, Frau und Tier. In Offenbarung 13 sah man noch keine Frau darauf, obwohl wir auch wissen, dass da eine Kirche war. Es ist im Prinzip so, ich weiß nicht, kennt ihr das, wenn man wandern geht und man nähert sich einer Stadt, da sieht man von ganz weit hinten irgendwo so ein Kirchturm und dann, wenn man der Stadt näher kommt, wird die Kirche mal größer und man sieht dann vielleicht schon, dass da ein Fenster ist und da ein Fenster ist und wenn man dann in der Straße sieht, man vielleicht schon die verschiedenen Farben des Kirchenfensters und wenn man dann kurz davor steht, sieht man dann, dass sogar zwischen den einzelnen Farben nochmal irgendwie so Balken sind und wenn man ganz nah dran steht, dann sieht man sozusagen, wo vielleicht das Glas schon gesprungen ist. Je näher man rankommt, desto mehr Details öffnen sich. Im Prinzip ist das hier, was wir hier sehen, eine Frau auf einem Tier, so als ob man Offenbarung 13 das Tier nimmt und unter das Mikroskop hält. Und unter dem Mikroskop sieht, hey, Moment, da ist eine Frau auf dem Tier. Das ist so ähnlich wie in Daniel 2, da ist alles noch sehr umrisshaft und dann Daniel 7 wird schon konkreter, Daniel 8 wird konkreter, Daniel 11 wird so konkret, dass keiner mehr durchsieht. In Offenbarung 17 wird es auch wieder sehr konkret. Das, was in Offenbarung 12 und 13 relativ klar beschrieben wird, ja, so im Großen und Ganzen, wird jetzt sehr präzise aufgedröselt. Das Papsttum ist eine Mischung aus einer Kirche, aus einer Religion und einer staatlichen Gewalt und die beiden, so sehr sie zusammenarbeiten, müssen doch getrennt betrachtet werden, wie wir später sehen werden, weil dann später eins gegen das andere kämpfen wird.
[28:51] Und interessant ist, dass in diesem Konstrukt nicht, wie man oft denken würde, die politische Überlegung die Rolle spielt. Beim Papsttum ist es nicht einfach nur Weltmachtspolitik, die alles lenkt. So stellt man es ja gerne dar, so nach dem Motto, die Kirche ist korrupt, weil die Priester alle nur nach Macht streben, sind alle so politisch. In der Offenbarung dreht es sich andersherum und sagt, nein, nein, es ist ein falsches Evangelium, das alles lenkt. Das heißt, das Problem ist nicht einfach nur die Weltlichkeit der Kirche oder die die Machthungrigkeit der Präladen, ja, das könnte man ja ändern. Das Problem ist, dass ein falsches Evangelium alles in den Händen hält. Und deswegen hat der Luther dann irgendwann erkannt, man kann die Kirche nicht reformieren, weil wenn sie einfach nur machthungrig wäre, wenn da einfach nur Weltlichkeit eingezogen ist, dann könnte man sie reformieren. Deswegen hat der Luther auch so lange gewartet, gehofft, dass sie sich reformieren lässt, bis er erkannt hat, da gibt es ein falsches Evangelium und das hat am Ende das Sagen. Dieses falsche Evangelium führt dazu, dass die Politik dann des Kirchenstaats und auch der Staaten, die assoziiert sind, dann hinterherkommt. Und da dieses falsche Evangelium eben in Feindschaft ist mit dem wahren Evangelium, kann es da keine Einheit geben.
[30:18] Was wiederum sagt, dieses System kann nicht aufgedeckt werden, indem man alle Geheimgesellschaften kennt. Dieses System wird am besten aufgedeckt, indem man das Evangelium kennt. So hat Luther übrigens den Antichristen identifiziert. Er hat das Evangelium messerscharf herausgearbeitet und gesagt, wenn das das Evangelium ist, dann muss der Papst der Antichrist sein, nicht wegen Hörnern und Köpfen und ich weiß nicht was, sondern weil er das Evangelium verstanden hatte. Luther hat nicht aufgrund von Daniel 7 und auf Morgen 13 den Papst identifiziert, sondern weil er Römer gelesen hat. Ich weiß nicht, ob wir das so könnten, mit dem Römerbrief zeigen, dass der Papst der Antichrist ist. Der Luther konnte das, weil er mit dem Galaterbrief, weil er gesehen hat und dann verstanden hat, es ist ein falsches Evangelium. Die große Kraft Gottes ist das Evangelium und die lenkende Kraft des Staaten hier ist ein falsches Evangelium, ein falsches Verständnis, wie man erlöst wird und das lenkt dann die Politik. Denn das, was ich religiös glaube, hat Einfluss auf alles, was ich tue, hat Einfluss auf die Art und Weise, wie ich mit anderen umgehe.
[31:43] Nur ein Beispiel, ein simples Beispiel. Warum hat man Märtyrer verbrannt? Warum hat man die, habt ihr Gedanken gemacht, warum man Märtyrer verbrannt hat? War das einfach Machtpolitik? So, wir zeigen es euch. Warum hat man sie verbrannt, warum hat man sie einfach ins Gefängnis gesteckt? Man hätte sie einfach ins Gefängnis stecken können. Man hätte sie ja auf eine einsame Insel verbrennen können. Ja, das stimmt.
[32:28] Ja, okay, das ist auf jeden Fall eine Perversion. Die Sache war ziemlich simpel. Ob es klappt oder nicht, das Ganze war sehr folgerichtig. Man hat nämlich gesagt, wenn jemand mit der Kirche nicht übereinstimmt, muss man ihn ja ausschließen, oder? Das machen wir heute auch. Das ist Gemeindezucht. Wenn aber mein Evangelium sagt, dass meine Kirche die einzig wahre Kirche ist und dass meine Kirche die gesamte Welt beansprucht, deswegen ja katholische Kirche, weltumspannende Kirche, wohin kann ich die denn senden? Weil die ganze Welt ist ja schon meine Kirche. Man muss sie aus der Welt bekommen, weil nach dem Evangeliumsverständnis gibt es nur ein katholisches Evangelium. Das gilt in der ganzen Welt und wenn jemand aus der katholischen Kirche ausgeschlossen wurde, dann wurde er aus der Welt ausgeschlossen. Deswegen musste man ihn umbringen. Und deswegen haben dann weltliche Beamte das kirchliche Urteil ausgeführt, weil nach dem Verständnis die Frau auf dem Tier reitet. Das theologische Denken bestimmt die Politik. Und das ist das, was auf Mark 17 hier offenbart.
[34:33] Nächstes Mal schauen wir ein bisschen mehr über diese Hure an und werden ein paar mehr Details anschauen. Aber ich denke, wir können sehen, dass auf Mark 17 wirklich, ist gar nicht so schwer zu verstehen. Man muss sich einfach nur die Zeit nehmen, Vers für Vers anzuschauen, klar nachzudenken. Es wiederholt sich dann auch einiges wieder. Wie wir sehen werden, ist nicht alles komplett neu und man muss auch nicht scheuen, dass sich alles wiederholt. Dann ist man auf der sicheren Grunde, als wenn man alles neu erfindet. Aber an der Stelle lassen wir uns eine Pause machen. Nächste Woche werden wir das weiter studieren, dann die Frau ein bisschen genau unter die Viertelchen nehmen und für heute uns vornehmen, mit aller uns Verfügung stehenden Macht, uns Jesus in die Arme zu werfen, dass wir zu der Frau gehören, die aus der Wüste herausgekommen ist und Jesus treu ist. Und noch gemeinsam beten.
[35:25] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für diesen Abend und auch für die Gelegenheit, dein Wort noch einmal studieren zu können. Wir möchten dich bitten, dass du uns jetzt auch gesund nach Hause bringst, dass wir über das Gesagte und Gehörte nachdenken, weiter zu Hause studieren und vor allem jeden Tag so mit dir leben, dass wir zu dieser reinen und von dir gesegneten Frau zählen, zu der Gemeinde, auf die du dein Auge, dein Augapfel gerichtet hast, dass du uns führst und leiten möchtest, bis du wiederkommst. Alles bitten wir in deinem Namen, Jesus. Amen.