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Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt aus Offenbarung 18, Vers 11, thematisiert Christopher Kramp die Trauer der Kaufleute über den Fall Babylons. Er beleuchtet die tiefe Verflechtung der Welt mit materiellem Wohlstand und Konsum und fordert dazu auf, den Fokus auf den wahren, ewigen Reichtum in der Beziehung zu Gott zu legen.

In dieser Predigt wird die Rolle der Kaufleute im biblischen Kontext von Offenbarung 18 beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, wie das Bild der Kaufleute aus dem Alten Testament, insbesondere aus den Prophezeiungen über Tyrus, stammt und wie es sich auf die heutige Wirtschaft bezieht. Es wird die Verbindung zwischen Kirche, Staat und Wirtschaft als ein „unheilvolles Dreieck“ dargestellt und die Bedeutung der Wirtschaftskraft in den Endzeitereignissen hervorgehoben. Die Predigt ermutigt dazu, die wahre Weisheit und Gerechtigkeit zu „kaufen“, die Jesus anbietet, auch wenn sie letztendlich alles kostet.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[5:00] Babylon von den Kaufleuten. Also, wenn die Kaufleute durch ihren Handel mit Babylon Geld bekommen, was bekommt die Hure von den Kaufleuten? Also noch nicht in der Interpretation, also in der reinen Bildsprache. Das sind Kaufleute, das ist eine Hure und die Kaufleute treiben Handel mit der Hure und werden dadurch reich. Das heißt, Geld kommt von der Hure zu den Kaufleuten. Was kommt von den Kaufleuten zur Hure? Die Frage ist wahrscheinlich zu einfach. Wenn die Kaufleute Geld, Münzen, Scheine, Geld von der Hure bekommen, was bekommt dann die Hure von den Kaufleuten? Auch Geld? Waren, irgendwelche Gegenstände, irgendwelche Sachen, für die man Geld bezahlt. Also die Kaufleute bringen Waren, wir bleiben erstmal in der Bildsprache, damit wir es besser verstehen. Sie bringen Waren zu Babylon und Babylon bezahlt damit mit Geld und deswegen werden die Kaufleute reich. Das heißt, wenn sie reich geworden sind, hat dann Babylon wenig oder viele Waren abgenommen? Viele Waren. Jetzt, wie viele? Schaut mal in Vers 7. Und der Vers, obwohl der jetzt nicht direkt mit den Kaufleuten zu tun hat, hilft uns die Kaufleute besser zu verstehen. Vers 7: "In dem Maß, wie sie sich selbst verherrlichte und üppig lebte, gebt ihr nun Qual und Leid." Jetzt, wenn jemand üppig lebt, gibt man ein anderes Wort dafür, eine Beschreibung. Wie könnte man das beschreiben, wenn jemand üppig lebt? Maßlos, oder? Er kauft nicht so viel, wie er gerade braucht, er kauft im Überfluss, verschwenderisch, Luxus. Das heißt, hier sind viele teure, vielleicht sogar nutzlose Waren. Das heißt, sie lebt in Üppigkeit, völlig über alle Maßen, und das ist der Grund, warum die Kaufleute reich werden.

[7:14] Interessant ist es, wenn man dann noch dazu Vers 9 nimmt, weil dadurch deutlich wird, dass das nicht allein eine Sache nur der Hure Babylon gewesen ist, diese Üppigkeit. Schaut mal in Vers 9: "Und es werden sie beweinen und sich ihre Waren an die Brust schlagen, die Könige der Erde, die mit ihr Unzucht getrieben und üppig gelebt haben." Das heißt, nicht nur die Hure hat üppig gelebt, sondern auch die Könige. Und damit können wir mindestens vermuten, wenn nicht sogar zeigen, dass die Kaufleute nicht allein mit der Hure Geschäft gemacht haben, sondern auch mit den Königen. Das heißt, die Bibel sagt hier nicht, dass die ganze Finanzkraft und Finanzwelt und die ganze Wirtschaft sich allein mit der Kirche eingelassen hat, sondern mit Kirche und Staat. Das ist so ein unheilvolles Dreieck sozusagen: die Kirche, der Staat, die Wirtschaft. Die Kaufleute bekommen das Geld, Staat und Kirche bekommen irgendwelche Waren, unabhängig davon, ob das buchstäbliche Waren sind oder geistliche Waren.

[8:36] Jetzt, wo in der Offenbarung finden wir noch einen Hinweis auf dieses Bermuda-Dreieck der Endzeit, dieses tödliche Dreieck von Wirtschaft, Kirche und Staat? Wo finden wir die drei noch mal am Wirken in der Offenbarung? Ja, wir haben die drei unreinen Frösche, aber das ist eher dann sowas wie Katholizismus und abgefallener Protestantismus und der Spiritismus. Das ist auch eine unheilige Dreieinigkeit, genau. Das ist jetzt nicht genau das, das hier nicht. Das ist dann mehr sozusagen die drei verschiedenen Weltanschauungen, die die ganze Welt, die Könige alle zusammenbringen. Also das wäre sozusagen die drei Teile von Babylon, wenn du so willst. Ja, es ist genau das Gleiche. Das ist auch der Fall Babylon sind drei, aber hier in der Hure Babylon, die Hure Babylon in der Endzeit ist ja schon die Verbindung von Protestantismus, also abgefallener Protestantismus und Katholizismus und Spiritismus. Das ist ja alles schon in der Hure drin, aber dazu kommt noch der Staat und die Wirtschaft. Meine Frage ist, wo in der Offenbarung werden Kirche, Staat und Wirtschaft so miteinander vermengt dargestellt, dass sie nicht voneinander zu trennen sind, wo sie alle drei zusammenwirken?

[9:59] Ein ganz bekannter Text, einer der wichtigsten überhaupt in der Offenbarung und direkter Gegenstand der dritten Engelsbotschaft. Worum geht es in der dritten Engelsbotschaft? Das Malzeichen seines Tieres. Jetzt Offenbarung 13, schaut mal. Offenbarung 13 und dort Vers 15 und 16 und 17. "Und es wurde ihm gegeben, dem Bild des Tieres einen Geist zu verleihen, sodass das Bild des Tieres sogar redete und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten. Und es bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur, der welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens." Ist hier die Religion im Spiel? Ja oder nein? Wodurch ist die Religion im Spiel? Durch das Tier. Es ist das Bild des Tieres und das Tier ist der Kirchenstaat, ist Rom. Es ist eine religiöse Angelegenheit. Der Sonntag soll durchgesetzt werden.

[11:12] Worin sehen wir den Staat hier? Wo seht ihr den Staat? Also die Kirche. Wo ist der Staat? Wo ist der Staat? Wo sehen wir die Wirksamkeit des Staates in diesen Versen? Ja, wo siehst du das Gesetz? Welches Wort oder welche Phrase sagt, dass es ein Gesetz gibt? "Es soll getötet werden." Genau, das lässt sich nur durch Gesetz durchdrücken und überhaupt schon das Wort "und es bewirkt". Ja, es bewirkt. Ja, das ist nicht eine Ansprache eines Präsidenten, sondern wenn dieses Tier, dieses zweite Tier, Amerika, das durchsetzen will, dann muss ein Gesetz erlassen. Es bewirkt. Das heißt, wir haben das Bild des, das Malzeichen des Tieres, das ist eine religiöse Sache. Wir haben das Wirken dieses Bildes Tieres, wir haben das Wirken dieses zweiten Tieres, der USA, das ist der Staat. Und dann haben wir die Wirtschaft, wo? Die muss mitmachen. Ja, die Wirtschaft muss einwilligen. Schau, das ist keine so Kleinigkeit, dass die gesamte Wirtschaft einwilligt und mitmacht, dass zu einer bestimmten Gruppe von Menschen sie nichts mehr verkauft. Ja, die Gruppe ist vielleicht relativ klein, so dass man die Wirtschaft, sollte man vielleicht sagen, dass das Lohn, dass es uns keine großen Einbußen gibt, aber dadurch geht ja potenziell möglicherweise sogar das ein oder andere Geschäft verloren, wenn ich nicht mehr an eine bestimmte Gruppe verkaufen kann. Ja, aber die Tatsache, dass hier also, dass das als Mittel gewählt wird, beweist ja, dass die Wirtschaft hier mit dabei ist und und mitmacht. Das heißt, hier sehen wir sehr deutlich, wie diese dreifache Verbindung, die in Offenbarung 18 jetzt angesprochen ist, für unsere Zeit enorm wichtig ist, weil ein Sonntagsgesetz, so wie es hier beschrieben ist, braucht nicht nur Kirche und Staat, es braucht auch die Mitarbeit der Wirtschaft. Es sei denn, man lebt in einem Staat, wo alle Wirtschaft staatseigen ist. Man lebt irgendwo, weiß ich, keine Ahnung, in der ehemaligen DDR oder so. Aber solange es freie Wirtschaft gibt, müssen die freiwillig mitmachen, damit Offenbarung 13 passieren kann. Ansonsten gibt es immer ein Schlupfloch für die Treuen. Die könnten ja dann bei denen einkaufen, die nicht mitmachen. Aber die machen offensichtlich alle mit.

[13:40] Das ist ein wichtiger Gedanke, weil wir haben als Adventisten meistens den Blick allein auf Kirche und Staat. So nach dem Motto, wenn der Präsident ein Gesetz erlässt, müssen sich alle daran halten. Das stimmt zwar in gewisser Weise schon, aber in einer freien Wirtschaft gehört da eine gehörige Übereinstimmung von Seiten der Kaufleute mit dazu. Also sehen wir, die Wirtschaft spielt eine enorme Rolle.

[14:01] Jetzt wollen wir ein bisschen anschauen, wie dieses Bild aus Offenbarung 18 von den Kaufleuten eigentlich aus dem Alten Testament kommt. Ihr wisst ja, in der Offenbarung ist eigentlich alles mehr oder weniger aus dem Alten Testament importiert. Wo in der Offenbarung, analysieren wir vielleicht direkt mal selbst, kennt ihr im Alten Testament eine Stadt oder Nation oder ein Reich, das besonders für seinen Handel, für seine Wirtschaftskraft bekannt war? Eine Stadt oder ein Land oder ein Reich, das Tyrus. Das sprichwörtlich bekannt war für seinen Handel. Die Stadt war Tyrus. Tyrus war, weiß jemand, wo Tyrus lag? Tyrus lag, wenn hier das Mittelmeer ist, nicht wahr? Und hier ist Israel, nicht wahr? Da lag das hier so nördlich von Israel an der Küste. Da lebten die Phönizier. Das waren auch so die letzten Überreste der Kanaaniter. Die lebten am Wasser und die Phönizier waren ein Seefahrervolk. Und deswegen haben die dann überall auf dem Mittelmeer Handel betrieben und überall Handelskolonien gebaut. Die bekannteste, oder eine der bekanntesten ist Tarsus in Spanien. Das ist da, wo der Jona hinfliehen wollte. Das war eine Kolonie von denen. Oder auch Karthago. Die kamen alles von denen. Jetzt im Alten Testament, bei den Propheten Jesaja, Jeremia, Hesekiel wird Tyrus immer wieder erwähnt als der Prototyp für weltweiten Handel. Und da wollen wir uns mal ein paar Stellen anschauen. Schauen wir mal erstmal in Jesaja und dort Vers 23. Da können wir jetzt nicht das ganze lesen, aber das ganze Kapitel, Jesaja 23. Jesaja 23, das ganze Kapitel handelt von dem Fall von Tyrus. Und das soll uns zeigen, wie sehr hier Tyrus als Handelsmacht beschrieben wird. Schaut mal in Vers 1: "Die Last über Tyrus: Jammert ihr Tarsus-Schiffe, denn Tyrus ist zerstört, ohne Häuser und ohne Einfahrt für Schiffe. Aus dem Land der Kittäer ist es ihnen bekannt geworden. Schweigt, ihr Bewohner der Küste! Die zydonischen Kaufleute, die das Meer befahren, haben dich erfüllt. Auf großen Wassern war die Saat des Seehoers, die Ernte des Niltales, ihr Einkommen. Und sie war der, was der? Der Markt der Nationen." Alles, was im Nil, also wo liegt der Nil? Ägypten. Also selbst das, was in Ägypten angebaut wurde, wurde über Tyrus, wurde nach Tyrus gebracht. Das war quasi wie das Welthandelszentrum der damaligen Zeit. Sowas wie heute, weiß ich, keine Ahnung, Amsterdam oder Shanghai oder so. Große Hafenstadt, all das, was in verschiedenen Ländern produziert wurde, wurde dort quasi umgeschlagen. Und dann liest man auch in Vers 7: "Ist das nicht eure freudenreiche Stadt, deren Ursprung in alter Vorzeit liegt, deren Füße sie in ferne Länder trugen, damit sie sich dort ansiedelten? Wer hat dieses über Tyrus beschlossen? Die Kronenspenderin, deren Kaufleute Fürsten und deren Händler die Vornehmen der Erde waren."

[17:47] Jetzt hier ist ein interessanter Gedanke und wenn man den weiter denkt, kommt man direkt in unsere Zeit. Was wird über die Kaufleute von Tyrus in dem Vers gesagt? Sie waren Fürsten. Jetzt sind die meisten Fürsten in der damaligen Zeit Fürsten geworden durch Vererbung, ja. Man war Fürst, weil der Vater schon Fürst war. Oder was war eine andere Option normalerweise? Heirat. Man heiratet die Königstochter, kann man auch Fürst werden. Und wenn weder Gene noch Hochzeitsglück, dann gab es noch die Möglichkeit, ja, Gewalt. Entweder indem man sich ein Königreich erobert, indem man jemand tötet, ja, durch Vererbung, Hochzeit oder Gewalt, dass man so die drei Mittel eigentlich Fürsten zu werden. Aber hier steht, dass sie Fürsten waren, weil sie Händler waren. Und da ist ein interessantes Wort in Vers 8: Wie wird Tyrus genannt? "Kronenspenderin." Das ist jetzt nicht so ein häufiges Wort im Deutschen. Was heißt das wohl, eine Kronenspenderin? Ja, genau, wer trägt die Krone? Die Könige. Jetzt, wenn man eine Krone spendet, was heißt das? Oder anders gesagt, welches Verhältnis hatten wohl die Könige zu Tyrus, wenn Tyrus die Kronenspenderin war? Verbündete, okay. Stellt euch mal vor, ihr seid der König. Der König braucht eine Krone, oder? Jetzt, wenn er die Krone gespendet bekommt von einem Kaufmann, welches Verhältnis hat er zum Kaufmann? Abhängigkeit, oder? Derjenige, der den Fürsten und König bezahlt, ist in Wirklichkeit derjenige, der die Macht hat, oder? Weil er all das Geld gibt, ohne dass der Fürst nicht mal eine Krone tragen könnte.

[20:03] Und das bringt zu einer interessanten Idee, die ich denke auch für heute enorm wichtig ist, dass nicht immer notwendigerweise diejenigen, die Präsident heißen oder König heißen, diejenigen sind, die die meiste Macht haben, oder? Sondern wer hat die meiste Macht? Diejenigen, die die Könige und Präsidenten durch Spenden in der Hand haben. Also, wenn ihr jetzt als klassisches Beispiel an die Vereinigten Staaten von Amerika denkt, da gibt es einen Präsidenten, der hält sich vielleicht für den Größten. Der hat auch eine ganze Reihe von Macht, aber viele seiner Entscheidungen sind vorhersagbar. Er würde niemals etwas gegen die Waffengesetze tun, im Großen und Ganzen. Warum? Weil er enorme Spenden erhalten hat von der Waffenlobby. Und das vermutlich in Europa gar nicht anders. Wer das Geld hat, entscheidet letztendlich. Und das ist nicht nur eine moderne Idee. Hier sehen wir das im Alten Testament, dass schon ganz ähnlich war. Es gab Könige, aber die Kaufleute von Tyrus, die auch in der ganzen Welt unterwegs waren, mit ihrem Reichtum. Übrigens, dasselbe war auch im Mittelalter der Fall. Wenn ihr an Luther denkt, da gab es die Kaiser und die Päpste, aber es gab ein Haus, ein Bankenhaus in Augsburg, das hatte alle unter der Kontrolle. Das waren die Fugger. Habt ihr von den Fugger gehört? Die Fugger, die dann die Kaiser finanziert haben, Kredite gegeben haben an die Päpste. Und was die Fugger gesagt haben, das ist dann passiert, so mehr oder weniger. Und das heißt, dass manchmal die Macht, die äußerlich dargestellt wird, gar nicht die wirkliche Macht ist. Und das ist ein interessantes Prinzip, das wir hier schon im Alten Testament finden. Wenn man an die ganzen Banken denkt, das ganze Finanzsystem, ich bin jetzt kein Experte für das Finanzsystem, aber da braucht man gar nicht lange sich das anzuschauen, zu sehen, dass die Leute, die heute vielleicht auch gewählte Führungsleute sind, nicht immer unbedingt die Vollautorität über ihre Entscheidungen haben, sondern dass die Wirtschaft enorm viel zu sagen hat. Wenn die Wirtschaft sagt nein oder wichtige Wirtschaftsunternehmen sagen so und so, dann muss die Politik sich oft auch anpassen.

[22:28] Nun, schauen wir mal jetzt in Hesekiel, weil dort haben wir haben sogar mehrere Weissagungen in Hesekiel über Tyros. Das geht schon in Hesekiel 26 los. Und wir gucken jetzt aber Hesekiel 27 an. Sehr interessante Prophezeiung. Hesekiel 27 und dort ab Vers 27 bis 36. Und wenn wir das jetzt lesen, dann werdet ihr wahrscheinlich einige Parallelen sehen. Kapitel 27 Vers 27 bis 36: "Deine Reichtümer und dein Absatz, deine Tauschware, deine Seeleute, deine Steuermänner, deine Schiffszimmerleute und deine Tauschhändler und alle deine Kriegsleute, die bei dir sind, samt der ganzen Volksmenge in dir, werden mitten ins Meer stürzen am Tag deines Falls. Von dem Geschrei deiner Steuermänner wird das Festland erzittern. Alle, die das Ruder führen, die Schiffsleute und alle Steuermänner auf dem Meer, werden aus ihren Schiffen steigen und ans Land treten. Und sie werden deinetwegen ihre Stimme, was ist das nächste Wort, erheben und bitterlich schreien. Sie werden Staub auf ihre Häupter werfen und sich in Asche wälzen. Auch werden sie sich um deinetwillen kahl scheren und Sacktuch anlegen. Sie werden dich mit traurigem Herzen und in bitterer Klage beweinen."

[23:54] Jetzt, wer wird in Offenbarung 18 Vers 11 von den Kaufleuten beweint? Wer wird in Offenbarung 18 Vers 11 von den Kaufleuten beweint? Babylon. In Hesekiel 27 haben wir jetzt dieselbe Sprache. Bei diesem großen Gericht weinen die Kaufleute. Aber über wen weinen sie? Sie weinen über... In Offenbarung 18 weinen sie über Babylon. In Hesekiel 27 weinen sie über Tyros. Was ich damit zeigen möchte ist, dass im Alten Testament die Gerichte über Babel und die Gerichte über Tyros sehr ähnlich sind, fast austauschbar. So sehr, dass sowohl von den Gerichten über Tyros als auch von den Gerichten über Babel eingeflossen ist in Offenbarung 18. Jetzt Johannes musste sich am Ende entscheiden, oder der Engel, dem das gezeigt wurde, der Heilige Geist, welches von den beiden Symbolen genommen werden soll. Und man hat sich für Babylon entschieden, weil Babylon aufgrund der Geschichte von Turmbau zu Babel noch mehr sozusagen, noch eine stärkere Wirkung hat, ja und noch mehr sozusagen von den Dingen vereint. Aber Tyros in der Prophetie meint letztlich ziemlich genau das Ähnliche. Und nur um das mal noch euch zu beweisen, lasst mal euren Finger drin und geht noch mal ganz kurz zu Jesaja zurück, damit ihr mir das glaubt, wie sehr auch die Gerichte an Tyros in Offenbarung 18 eingeschossen sind. Lasst mal den Finger in Hesekiel 27 und geht mal mit mir zu Jesaja 23 und dort Vers 17. Das ist übrigens auch eine ganz interessante Prophezeiung, jetzt haben wir nicht die Zeit darauf einzugehen, aber Jesaja 23 und dort Vers 17, da heißt es: "Denn es wird geschehen am Ende der 70 Jahre, da wird der Herr Tyros heimsuchen, und sie wird wieder zu ihrem Hurenlohn kommen und wird mit allen Königreichen der Erde, die auf der Erde sind, was tun? Hurei treiben." Es ist fast wörtlich das, was in Offenbarung 18 später von Babylon gesagt wird. Babylon hat mit den Königen der Erde Hurei getrieben und da hat also Offenbarung 18 direkt aus diesem Gericht an Tyros übernommen. Also, was ich damit sagen will ist, Tyros und Babylon sind beide fast synonym in diesen Gerichtsbotschaften der Propheten.

[26:45] Frage an euch. Zurück zu Hesekiel 27. Was kommt nach Hesekiel 27? 28. Und in Hesekiel 28 ist der König für Tyros ein Symbol für wen? Für den Luzifer, oder? "Die Stimme ein Klagelied über den König von Tyros und dann heißt es: 'Oh, du warst vollkommen im Garten Eden und ein gesalbter Cherub.'" Welches andere große Kapitel im Alten Testament spricht auch vom Fall Babylons? Hesekiel 28 und... Vom Fall Satans, Entschuldigung, nicht Babylons. Jesaja 14. Und in Jesaja 14 geht es auch um den König von Tyros. Um wen geht es in Jesaja 14? Eigentlich den König von Babylon. Das heißt, wir haben, um das nochmal deutlich zu machen, wir haben zwei große Kapitel im Alten Testament, die sprechen vom Fall Satans. Einmal Jesaja 14, da wird er dargestellt als der König von Babylon. Und dann Hesekiel 28, da wird er dargestellt als der König von Tyros. Und das zeigt nach noch einmal sehr eindrücklich, wie austauschbar diese beiden Konzepte sind: Babel, die Mutter aller rebellischen Königreiche gegen den Herrn, und Tyros, der große Marktplatz der Welt. Und je nachdem, welcher Aspekt von Luzifer dargestellt werden soll. In Jesaja 14, welcher Aspekt wird von Jesaja 14 dargestellt? Was ist der Hauptaspekt in Jesaja 14? Sich erheben. Deswegen König von Babel, Turmbau zu Babel, wir wollen uns Gott gleich machen. Welcher Aspekt wird in Hesekiel 28 über Satan gesagt, über den Luzifer im Himmel? Was hat er gemacht? Ja, das auch genau. Es gibt einen Aspekt, der besonders sich gut durch Tyros veranschaulichen ließe. "Durch deine vielen Handelsgeschäfte hast du dein Inneres verderbt." König von Babel, der Satan hat sich selbst, also der Luzifer hat sich erhoben, Turmbau zu Babel. Tyros, der Satan, also der Luzifer hat im Himmel seine falschen Gedanken verkauft, er hat damit gehandelt, er hat sie anderen weitergegeben. Also nur noch mal, um das zu illustrieren, warum der Fall von Tyros und der Fall von Babel so eng verknüpft sind im Alten Testament.

[29:09] Jetzt zurück zu Hesekiel 27, schaut mal weiter. Wir haben aufgehört in Hesekiel 27, Vers 31. Dankeschön. Wir lesen weiter, Vers 32: "Und in ihrem Jammer werden sie ein Klagelied über dich anstimmen und über dich wehklagen: Wer ist wie Tyros, das so still geworden ist mitten im Meer? Als deine Waren von den Meeren herkamen, ernährtest du viele Völker." Tyros war das Weltwirtschaftszentrum, das war nicht nur ein kleiner Hafen. Ja, genau, die ganz genau, die Frage ist auch, dann wäre es dem Tier gleich. Ganz genau. Also da sieht man, wie sehr der Johannes eigentlich in seiner Sprache aus diesen alttestamentlichen Propheten geschöpft hat. Und dann heißt es weiter: "Mit der Menge deiner Reichtümer und mit deinen Tauschwaren hast du die Könige der Erde bereichert." Das ist übrigens auch hier wieder diese Idee, die Bereicherung der Könige. Nun aber, da du zerstört und von den Meeren verschwunden und in die Wassertiefen gestürzt worden bist, sind deine Tauschwaren und alle deine Völker in deiner Mitte gefallen. Alle Einwohner der Inseln sind entsetzt über dich und alle ihre Könige sind von Schau der Fasten, ihre Angesichter biegen. Die Kaufleute oder den Völkern ziehen, zischen über dich. Du bist zum Schreckbild geworden und bist für immer dahin." Ganz ähnlich wie der Fall von Babylon. Wenn ihr das vergleicht mit dem, was über Babylon geschrieben wird. Alle sind entsetzt. Babylon war das größte aller Königreiche. Alle haben mit Babylon was zu tun haben wollen. Und jetzt ist es plötzlich zerstört. Und jetzt das Gleiche über Tyros auch. Also, Tyros und Babylon sind wie zwei Seiten einer Medaille. Und das geht so weit sogar, dass wenn ihr euch die Zeit heute nicht im Neuen Testament anschaut, da gibt es in der Apostelgeschichte diese Geschichte von dem Herodes, der sich anbeten lässt. Kennt ihr die? Wo dann die Leute kommen und sagen: "Die Stimme eines Gottes!" und er wird sofort von Würmern zerfressen. Wisst ihr, von wo die Leute kommen? Von wo die Leute kommen? Die Leute, die sagen: "Die Stimme eines Gottes!" Der König der Herodes, der von Würmern zerfressen wird. Apostelgeschichte 12. Woher kommen die Leute? Die kommen aus Tyrus. Also da gibt es ganz interessante Querverbindungen. Du hattest dich gemeldet. Oh ja, natürlich. Ja, ja, aber dazu kommen wir noch, weil in Offenbarung 18 dann später auch die Musiker noch erwähnt werden. Ja, ja, genau. Heute müssen wir uns mit den Kaufleuten beschäftigen.

[31:42] Also, ihr seht, dieser Fall von Tyros hat sehr viel auch zu sagen mit dem Fall von Babylon, weil eben Tyros diese Handelsmacht ist. Mal allgemein noch dazu gesprochen. Zephanja 1 Vers 18. Zephanja ist dann etwas weiter hinten im Alten Testament. Eigentlich zu Unrecht sehr vernachlässigt, dieser Prophet. Die kleinen Propheten sind ja allesamt vernachlässigt, aber der besonders. Zephanja hat vor allem im dritten Kapitel wirklich ganz tolle Verheißungen. Lohnt sich mal das zu lesen. Aber wir lesen jetzt Zephanja 1 und dort Vers 18. Da geht es jetzt grundsätzlich, da geht es nicht um Tyros oder Babylon im Spezifischen, aber grundsätzlich um das Thema von Reichtum und Reichtümern angesichts des Tages des Herrn. Zephanja 1 Vers 18. Da heißt es: "Weder ihr Silber noch ihr Gold wird sie retten können am Tag des Zornes des Herrn. Durch das Feuer seines Eifers soll das ganze Land verzerrt werden, denn eine Vernichtung, einen plötzlichen Untergang wird er allen Bewohnern des Landes bereiten." Und die Idee ist jetzt vielleicht nicht so spektakulär neu für uns, dass egal wie viel Reichtum wir angehäuft haben, am Tag des Herrn ist es umsonst, ohne Bedeutung. Und das macht diese Szene für die Kaufleute so schrecklich, weil die meisten, wenn nicht alle von ihnen, haben ihr Leben lang für den Reichtum gelebt. Sie haben sich mit Babylon verbunden, sie haben mit den Königen und der Kirche eine unheilige Allianz gemacht, sie haben bewusst in Kauf genommen, wenn wir jetzt auf Markus 13, wenn ich mal wieder dazunehme, sie haben bewusst in Kauf genommen, dass Leute vielleicht in Todesgefahr kommen, weil sie sich weigern, etwas zu verkaufen aufgrund dieses Gesetzes und dieses Befehls. Und ihr persönlicher Reichtum, ihre persönliche wirtschaftliche Existenz war ihnen wichtiger als eigentlich ihre moralische Pflicht. Und jetzt kommt der Tag des Herrn und sie realisieren, dass sie auf das falsche Pferd gesetzt haben. Sie haben auf die allmächtige Kirche und die alle Staaten der Welt gesetzt, haben gedacht, da sind sie auf der sicheren Seite und sie waren es nicht. Und das ist das, was Zephanja uns lehrt.

[34:00] Nun, was ist, möchte Gott, dass wir Handel treiben, ja oder nein? Also es ist nichts verkehrt mit Handel und Wirtschaft, aber es gibt ein interessantes Prinzip und das wollen wir hier noch zum Schluss herausarbeiten und zwar in Sprüche 3 Vers 13. Das Problem der Kaufleute ist ja nicht, dass sie Kaufleute sind. Das Problem der Kaufleute ist, dass sie Kaufleute sind, die sich mit Babylon eingelassen haben, dass sie sich haben verführen lassen. Nun Sprüche 3 und dort ab Vers 13 und 14: "Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, dem Menschen, der Einsicht erlangt, denn ihr Erwerb ist besser als Gelderwerb und ihr Gewinn ist mehr wert als feines Gold." Also, was ist eigentlich das höchste Gut, dass ein Mensch erhandeln kann, erwirtschaften kann sozusagen, was er kaufen kann? Was ist das höchste Ziel? Weisheit. Und zwar Weisheit nicht hier im Sinne von Intelligenz, sondern wenn die Sprüche von Weisheit sprechen, wovon sprechen sie eigentlich? Die Furcht des Herrn, ja. Was würdet ihr sonst sagen? Ja, genau, wenn uns Weisheit fehlt, sollen wir uns um Gott fragen. Was ist die Weisheit in den Sprüchen? Eigentlich ist es Jesus. Und wenn ihr mal die Sprüche, gerade die Sprüche 1 bis 8, die ersten acht Kapitel oder so, wenn ihr die mal lest, werdet ihr feststellen, ist das ganze Evangelium beschrieben. Was dort Weisheit genannt wird, nennt der Paulus Evangelium, mehr oder weniger. Christus und die Lehre von ihm und sein Charakter und sein Wesen, das ist alles diese Weisheit, die wir kaufen sollen. Es gibt ein neutestamentliches Gegenstück dazu, dass man diese Weisheit kaufen soll, dass man Christus kaufen soll, dass man das Evangelium. Offenbarung 3, was sollen wir da kaufen? Augensalbe. Das ist das dritte. Was ist das erste? Gold. Was für ein Gold? Geläutert im Feuer. Ihr wisst, was das Gold repräsentiert? Das Gold steht für Glauben, aber der Glaube an sich, der muss noch geläutert werden. Was heißt geläutert? Reinigen, reinmachen. Wodurch wird der Glaube gereinigt? Durch das Feuer. Und das Feuer ist ein Symbol für die Liebe. Es reicht nicht nur einfach den richtigen Glauben zu haben, der Glaube muss gereinigt werden durch die Liebe. Und den kann man kaufen. Und dann zweitens das weiße Kleid. Und das weiße Kleid ist christliche Gerechtigkeit. Kann man auch kaufen. Kann man christliche Gerechtigkeit kaufen? Kann man christliche Gerechtigkeit kaufen? Klingt ja fast wie beim Tadeln, nicht wahr? Wenn ihr genügend bezahlt, bekommt ihr christliche Gerechtigkeit. Also sagt Jesus, dass wir es kaufen sollen, ja oder nein?

[37:02] Okay, was meint er damit, wenn er sagt, wir sollen es kaufen? Okay, das ist auch wichtig, dass wir alles verlassen, was uns hindert, aber wir sind beim Handeln, nicht wahr? Was bedeutet das Kaufen? Warum sagt Jesus nicht, ich schenke es euch? Warum sagt er, kauft es? Wir müssen was geben. Wie müssen wir denn geben? Ja, okay, jetzt sind wir die Wache. Also stimmt auch, durch das Blut Jesu sind wir erkauft, ja, das stimmt. Aber noch mal zurück zu Laodizea. Jesus sagt ja nicht, hey, ich gehe von Haus zu Haus und tue überall in die Briefkästen ein bisschen Augensalbe rein und Gold und ein weißes Kleid lege ich vor die Tür. Das könnt ihr auch machen, oder? Er sagt, er klopft an und sagt: "Kauft." Wieviel muss ich geben? Und wenn ich nicht alles habe? Also muss ich es kaufen?

[38:16] Kennt ihr einen Text im Alten Testament, auf den sich Jesus vielleicht beziehen könnte, wenn er sagt: "Kauft"? Kauft, wenn es um die Gerechtigkeit geht, die wir kaufen sollen. Ja, wo? Schaut mal mit Jesaja. Jesaja 54 ab Vers 17 und dann 55. Jesaja 54 ab Vers 17, da heißt es, ganz toller Vers, Jesaja 54 Vers 17: "Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen, und alle Zungen, die sich gegen dich vor Gericht erheben, sollst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn und ihre Gerechtigkeit, die ihnen von mir zuteil wird." Das ist die Gerechtigkeit, die von Gott kommt. Das ist nicht eine tolle Gerechtigkeit, wenn man im Gericht ist und keiner Waffe kann es gelingen gegen mich. Ja, alle Zungen, die sich erheben vor Gericht, werde ich schuldig sprechen. Das ist doch super, oder? Würdet ihr auch gerne so eine Gerechtigkeit haben? Okay, schaut den nächsten Vers an. "Wohl an, ihr Durstigen, alle, kommt her zum Wasser, und die ihr was? Die ihr kein Geld habt, kauft und esst." Wie teuer ist das angebotene Geschenk? Es ist umsonst. Es ist umsonst, aber was ist der Unterschied zwischen "es ist mir hinterher geworfen" und "ich habe es gekauft"? Wenn ich sage, ich möchte es kaufen, sagt Jesus: "Okay, und was du bezahlen musst, ist null." Ich habe mich entschieden. Ich habe mich entschieden. Viele Menschen haben die Idee, dass Jesus an der Tür steht und sagt: "Ich habe hier diese Dinge", und dann müssen sie erst mal alles zusammen sammeln, was sie haben. Alles, was sie haben und sagen: "Okay, das ist alles, was ich haben kann, alles, was ich besitze, reicht das?" Und Jesus sagt: "Okay, das reicht, jetzt kannst du es haben." Aber Jesus steht an der Tür und er klopft und wir machen auf und er sagt: "Das brauchst du", und er sagt: "Ich kaufe es", und ich muss den Kaufvertrag unterschreiben. Der Kaufvertrag sagt, es kostet mich nichts, aber durch den Kaufvertrag akzeptiere ich ihn in meinem Leben, denn es ist jetzt seine Gerechtigkeit. Das Kleid soll ich ja anziehen, oder? Das ist ja nicht dazu da, dass es jetzt meinen Schrank noch voller macht. Die Augensalbe ist ja zum Salben da. Das heißt, es wird tatsächlich mein ganzes Leben verändern und es bedeutet, dass es mit meinem Leben, wie es vorher gelebt habe, aufhört und in der Hinsicht habt ihr natürlich recht. Es wird am Ende bedeuten, dass ich mein ganzes Leben ihm hingebe. Das ist der Kauf. Und das ist das, was der Mann gemacht hat, der den Schatz im Acker gefunden hat. Der Mann, der diesen Wert gesehen hat. Aber wisst ihr, dass das Gleichnis vom Schatz im Acker einen doppelten Sinn hat? Einmal ist es natürlich wir, die wir Christus finden. In ihm sind verborgen alle Schätze der Weisheit und alles andere, wie der Paulus sagt, wenn man das entdeckt hat, ist uns alles andere wie Dreck, ist alles uns wichtig. Ja, wir wollen Christus gewinnen. Aber was ist die andere Anwendung von diesem Tauschen? Da kommen wir zum Thomas wieder zurück. Wer hat noch einen Schatz im Acker gefunden und alles verkauft, was er hatte, um diese kostbare Perle zu... Jesus hat uns gefunden, wir sind der Schatz im Acker auch. Jesus hat alles gegeben, um uns zu kaufen.

[42:13] Nun, in diesem Sinne ist das der bessere Handel. Nichts verkehrt damit, Geld zu haben, nichts verkehrt damit, auch vielleicht reich zu sein. Ihr wisst, Nikodemus war reich, Abraham war reich, aber so wie gesagt worden ist, das sind alles Talente, die wir benutzen können. Und hier haben die Menschen diese Talente nicht benutzt zu ihrer Gottesverehrung, sondern am Ende werden die Kaufleute ein aktives Instrument in der Verfolgung der Treuen sein. Deswegen werden sie genauso Teil dieses Gerichtes sein. Und um das daraus zu drücken, hat die Bibel eben nicht nur dieses Bild von Babel, sondern auch das Bild von Tyros. Und vielleicht ist es interessant, vielleicht auch in unserer adventistischen Prophetieverkündigung, vielleicht ab und zu auch mal nicht nur über die Kirche und den Staat, sondern etwas mehr vielleicht auch auf die Wirtschaft zu schauen und wie sehr die Wirtschaft immer mehr auch durch das, was in der Wirtschaft passiert, sich dieses Endzeitszenario auch mit beschleunigt. Lasst uns also uns vornehmen, dass wir Christus kaufen. Er ist umsonst und doch kostet er alles.

[43:19] Kennt ihr die Geschichte? Jetzt erzähle ich mal als Kindergeschichte vielleicht zum Schluss. Da wird von einem Jungen berichtet, der noch niemals in der Kirche war. Das ist in England wohl passiert. Ich war nicht dabei, aber die Geschichte wird erzählt von einem Jungen in England, der noch niemals in der Kirche war und eines Tages wird er eingeladen und von irgendjemandem mal mit in die Kirche zu kommen. Der war so sechs, sieben, acht Jahre alt und als er dann in der Kirche ist, sitzt er da in den Reihen und dann fängt es an, unruhig zu werden. Alle Leute greifen in die Taschen und dann sieht er, wie jemand durch die Reihen geht und so, die haben da nicht so Körbchen, die haben da so Teller, große Teller. Da kann man nicht verstecken, wenn man nur einen Cent reinwirft. Das sieht dann nicht jeder, was man drauf getan hat. Große Teller und da kommt der Teller von Reihe zu Reihe und jeder gibt da seine Scheine oder Münzen drauf. Jetzt hat er realisiert, da wird Geld gesammelt. Hat er nichts dabei, hat in seine Taschen gegraben. Er wusste ja nicht, dass man in der Kirche auch Geld sammelt. Er hat gedacht, das ist alles umsonst. Jedenfalls kommt dann der Teller zu ihm und er hat nichts, der hat buchstäblich nichts und dann gibt er den Teller weiter und die Sammlung ist zu Ende. Das Geld wird nach vorne gebracht. Die Saaldiakone stehen vorne mit den Tellern und beten und während des Gebets kommt ihm eine Idee. Er rennt während des Gebets nach vorne und der Saaldiakon, der da vorne steht, dem zupft er so an der Hose und sagt: "Ich kann nicht gerne den Teller halten, ich würde gerne den Teller halten." Dann sagt der Saaldiakon: "Okay, du darfst den Teller halten." Er hält den Teller und was er dann macht, ist so das Wesen des Evangeliums. Er stellt den Teller auf den Boden und stellt sich selbst drauf und sagt: "Ich habe kein Geld, ich habe nichts, womit ich zurückzahlen kann", in Anführungsstrichen, "aber ich gebe mich." Das ist genau die Idee, die er wahrscheinlich letztlich ausdrücken wollte. Es ist umsonst und doch kostet es alles, weil ich aus Liebe mich gebe. Und noch gemeinsam beten.

[45:32] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir auch heute wieder in Offenbarung lesen konnten und studieren konnten, was das letzte Buch der Bibel zu sagen hat und dass wir sehen konnten, dass nicht nur die Kirche und der Staat, sondern auch die Wirtschaft eine große Rolle zu spielen haben. Und danke, dass wir darüber nachdenken durften, was es bedeutet, wirklich verantwortlich zu handeln und das Wichtigste im Leben als Priorität zu haben und das zu kaufen, was du uns anbietest. Herr, so viele Dinge streiten um unsere Aufmerksamkeit, aber du hast etwas, was es sich wirklich lohnt und es ist auch noch umsonst, auch wenn es am Ende unser ganzes Leben erfasst. Wir möchten dich bitten, dass jeden Tag aufs Neue wir uns dessen bewusst werden, was du uns anbietest und was wir haben dürfen durch dich. Im Namen Jesu. Amen.


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