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Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt über Offenbarung 18, Vers 8, beleuchtet Christopher Kramp das Gericht über Babylon und die plötzliche Natur der göttlichen Strafen. Er erklärt, warum der Vers mit „darum“ beginnt und vergleicht die plötzlichen Gerichte Gottes mit biblischen Beispielen wie der Sintflut und Sodom und Gomorra. Die Predigt betont, dass Babylon, trotz seiner scheinbaren Sicherheit und seines Erfolgs, von der bevorstehenden Verwüstung überrascht wird, da es sich von der Wahrheit abwendet und sich von Irrlehren und falschem Erfolg blenden lässt. Die Macht und Stärke Gottes werden als ultimative Sicherheit für Gläubige hervorgehoben, die sich von Babylon distanzieren und auf Gott vertrauen.

In dieser Predigt über Offenbarung 18, Vers 8, beleuchtet Christopher Kramp das plötzliche und überraschende Gericht über Babylon. Er erklärt, warum die Menschen oft blind für die Warnungen Gottes sind und wie Erfolg und falsche Lehren zur Verblendung führen können. Die Predigt betont die unerschütterliche Macht und Stärke Gottes, die selbst die mächtigsten globalen Strukturen wie ein Kartenhaus zusammenfallen lassen wird.


Weitere Aufnahmen

Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:45] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr jetzt live zugeschaltet seid auf www.joelmedia.de oder wenn ihr später die Aufnahme anschaut. Wir wollen heute weiter studieren in Offenbarung 18. Wir sind gerade mittendrin, vor allem in den weiteren Versen nach dem ersten, nicht mehr so oft studierten Kapitel. Und wir wollen uns heute Vers 8 widmen.

[1:08] Bevor wir anfangen, wollen wir nach guter Gewohnheit hinterknien für ein Anfangsgebet. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für diesen Tag und für all das, was du schon für uns getan hast, wie du uns geführt hast und wie du mit deinem Heiligen Geist in unserem Leben aktiv bist. Wir möchten dich jetzt bitten, wenn wir die Offenbarung aufschlagen, dein Wort lesen, dass wir deine Botschaft für unsere Zeit verstehen, dass wir nicht nur die Endzeitprophetie besser durchdringen, sondern auch persönliche Lektionen für unser persönliches Leben mit dir herausziehen. Und wir bitten dich, dass du alle Störende fernhältst und dass du zu uns sprichst durch dein Wort. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[1:52] Gute Lieben, Offenbarung 18 und dort Vers 8. Wir sind mitten im Gericht über Babylon. Der Vers heißt: „Darum werden an einem Tag ihre Plagen kommen: Tod und Leid und Hunger, und sie wird mit Feuer verbrannt werden, denn stark ist Gott, der Herr, der sie richtet.“ Also das ist der Vers, den wir uns heute anschauen wollen. Und vielleicht fangen wir mal mit einer simplen Frage an. Der Vers beginnt ja mit dem Wort „darum“. Was sagt uns das, dass der Vers beginnt mit darum? Welche Schlussfolgerungen können wir ziehen? Warum beginnt der Vers mit darum?

[3:00] Genau, also Vers 8 ist sozusagen die Folge dessen, was wir in Vers 7 finden. Und das gibt uns die Gelegenheit, uns noch einmal kurz zu erinnern, was wir letzte Woche behandelt haben. Die Wiederholung ist die Mutter aller Weisheit. Letzte Woche haben wir in Vers 7 gesehen, dass Babylon eine bestimmte Sicht über sich selbst hat. Könnt ihr euch noch erinnern, was denkt Babylon über sich selbst? „Ich werde eine Königin. Ich werde keine Witwe sein. Ich werde kein Leid sehen.“ Das heißt, die Idee ist, Babylon glaubt tatsächlich, dass das Gericht, das Gottes Wort ankündigt, nicht stattfindet. Schiebt das in quasi unendliche Zukunft. Das ist so ein bisschen die Idee, die wir auch bei Daniel 3 gesehen haben, wo der Stein fehlt. Das Standbild ist da, wenn auch verändert. Aber der Stein fehlt, kein Gericht. Und wir haben dann in Paralleltexten gesehen, wie sie auch sagt: „Keiner sieht mich. Ich verlasse mich auf mein Böses.“ Und gerade weil Babylon nicht glaubt, dass es überhaupt gerichtet wird, wird das Gericht umso plötzlicher und überraschender sein. Deswegen sagt Gott: „Darum werden an einem Tag“, er sagt nicht nur, darum werden die Plagen erleiden und darum wird sie gestraft werden, sondern sie wird plötzlich gestraft werden an einem Tag.

[4:29] Kennt ihr noch andere Stellen in der Bibel, wo quasi ein Gericht plötzlich und quasi überraschend kam, weil die Menschen, die gerichtet wurden, geglaubt haben, es wird nie kommen? Völlig da irgendeine Parallele eine Bibel ist mit Geschichten. Bei der Sintflut zum Beispiel, da hat man gedacht, naja, jetzt hat es 1650 Jahre kein Regen gegeben, da wird es auch noch ein paar Jahre länger kein Regen geben. 120 Jahre lang redet er schon immer vom Regen und baut sein Schiff da und noch kein einziger Tropfen ist gefallen. Da können wir noch ruhig ein bisschen länger bleiben. Und dann innerhalb von Tagen war alles Leben ausgelöscht. Plötzlich. Sodom und Gomorra, das war auch innerhalb von wenigen Stunden, war alles vernichtet. Gott hatte lange Geduld und man glaubte nicht, dass so etwas überhaupt möglich ist. Und dann kam es und zwar plötzlich.

[5:33] Noch andere Geschichten, wo so ein plötzliches Gericht eine Überraschung darstellt, weil die Menschen vorher nicht geglaubt haben, dass sowas überhaupt kommen könnte. Ja, Jerusalem stand lange. Es gab viele Revolutionen, Rebellionen, dies und jenes, aber Jerusalem stand und stand. Selbst als die Römer kamen, zogen sie sich wieder zurück. Man dachte, Jerusalem will immer stehen. Aber dann kam es. Und dann kam es plötzlich und dann war es vorbei. Vielleicht erinnert ihr euch auch an Daniel 5, als Babylon in einer Nacht fällt. Was haben die Menschen vorher gemacht? Die haben Party gemacht. Festgefeiert, getrunken und das, obwohl die gegnerischen Armeen schon ganz in der Nähe waren. Die haben die Stadt schon quasi umzingelt. Und man würde ja denken, wenn die Armeen des Feindes vor den Toren stehen, dann sollte man zumindest mal mit den Lebensmitteln haushalten. Man sollte vielleicht versuchen, sich zu verteidigen. Aber die Babylonier glaubten nicht, dass Babylon fallen könnte und haben buchstäblich gesagt: „Wir sind Könige, wir werden kein Leid sehen. Lasst uns feiern.“ Und in einer Nacht kam das Schicksal.

[6:48] Bei Simson. Ja, Simson, genau. Als er dann die Säulen weggedrückt hat. Da hat man auch gefeiert und nicht geglaubt, dass innerhalb von kurzen Momenten alles zu Ende ist. Und die Idee ist also, die wir in der Bibel immer und immer wieder finden: Gott kündigt ein Gericht an und er ist langmütig, er ist geduldig, er wartet, bis er jede Möglichkeit der Rettung ausgekostet hat. Aber dann kommt es. Und dann kommt es meistens sehr schnell. Und die Bibel kennt dieses Prinzip, dass die Bösen, weil das Gericht sich herauszögert und nicht gleich umgesetzt wird, sich daran fast noch bestärkt sehen, weiterzumachen. Ja, ganz genau. Auch da haben wir das gleiche Prinzip nicht. Ganz genau.

[7:43] Jetzt wird sich das auch bei der Wiederkunft wiederholen. Schauen wir mal in 2. Petrus Kapitel 3. Und das ist ein Thema, das obwohl es hier wiederum natürlich um die Endzeitprophetie um Babylon geht, auch uns persönlich betrifft, unseren persönlichen Glauben direkt tangiert. In 2. Petrus 3 spricht der Petrus darüber, dass am Ende Spötter kommen werden. Schaut mal in Vers 3 und 4. „Dabei solltet ihr vor allem das erkennen, dass am Ende der Tage, also in der Endzeit, vor der Wiederkunft Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: ‚Wo ist die Verheißung der Wiederkunft?‘“ Das bedeutet nicht, sie fragen nicht, wo steht es in der Bibel, wo ist die Verheißung, sondern sie sagen: „Gott hat es verheißen, ja, wo ist es denn? Seit 2.000 Jahren warten wir auf die Wiederkunft und so wie die Dinge stehen, können wir gut und gerne noch ein Leben leben, das uns gefällt. Wer weiß, wie es überhaupt wiederkommt.“ Und dann ist die Begründung: „Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so, wie es von Anfang der Schöpfung an gewesen ist.“ Mit anderen Worten, alles bleibt gleich. Es wird kein Gericht über diese Welt geben.

[9:01] Und dabei spielt es fast keine Rolle, ob man jetzt theologisch ein Gericht oder eine Wiederkunft ablehnt oder ob man einfach nur so lebt, als ob es kein Gericht gibt. Manch einer bestätigt zwar, wenn er gefragt wird: „Ja, ich glaube, dass Jesus wiederkommt. Ja, ich glaube, es gibt ein Gericht“, aber man kann trotzdem mit diesem theoretischen Wissen so leben, als würde das nie kommen. Oder als würde das irgendwann kommen, aber jetzt noch lange nicht. Und was sagte der Kollege von Petrus, der Paulus, über die Wiederkunft für alle diejenigen, die nicht vorbereitet sind? Die glauben, mein Herr kommt noch lange nicht. Stichwort der böse Knecht. Was sagt Paulus über diejenigen, die unvorbereitet sind über die Wiederkunft? Schaut mal in 1. Thessalonicher, Kapitel 5.

[9:52] 1. Thessalonicher 5. Ja, genau, Vers 2 und 3. 1. Thessalonicher 5 und dort Vers 2 und 3. „Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird, wie ein Dieb in der Nacht.“ Und der Dieb in der Nacht kommt, und das ist die ganze Symbolik hinter dieser Metapher, der kommt überraschend, plötzlich, unerwartet, schnell. Ja, der kündigt sich nicht lange an.

[10:26] Ganz genau. Also deswegen immer im Hinterkopf halten, das was Paulus hier schreibt, schreibt er zu den Nichtvorbereiteten, zu denen, die eben sagen, wie es jetzt heißt in Vers 3: „Wenn sie nämlich sagen werden: ‚Friede und Sicherheit‘.“ Kein Problem, keine Sorge, keine Trübsal, keine Endzeit. Uns wird es gut gehen, auch noch in vielen Jahren. Ich werde nicht als Witwe besitzen, ich werde Königin sein, ich werde keinen Unheil sehen. „Wenn sie sagen: ‚Friede und Sicherheit‘, dann wird sie das Verderben…“ was ist das nächste Wort? „…überfallen.“ Dazwischen noch: „Das Verderben wird sie…“ entscheidendes Wort: „…überraschend, plötzlich überfallen, wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen.“ Und dann, wie du richtig gesagt hast, in Vers 4: „Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb überfallen könnte.“

[11:15] Das heißt, Babylon, unabhängig davon, ob jemand in Babylon dann glaubt, dass es eine Wiederkunft an sich überhaupt geben wird, lebt so, als ob die, wenn sie überhaupt stattfindet, lange weit in der Zukunft ist, und wird durch die Ereignisse der Endzeit brutal überrascht werden.

[11:45] Also, wie wir sehen, es ist möglich, das Ende der Zeit zu erleben und tatsächlich überrascht zu sein. Und das, obwohl Gott so viel über diese Zeit spricht. Nun, schauen wir uns jetzt mal den genauen Hintergrund von diesem Offenbarungsvers ein bisschen präziser an. Im Offenbarungsvers 8 heißt es ja: „Darum werden an einem Tag ihre Plagen kommen.“ An einem Tag. Jetzt ist die Frage: Warum, was meint ihr, warum heißt es hier, die Plagen werden an einem Tag kommen? Heißt es, dass die Plagen über Babylon in einem 24-Stunden-Tag niederfallen werden? Oder würdet ihr sagen, es ist vielleicht eine prophetische Zeit? Dann wäre das, wie lange, wenn es eine prophetische Zeit wäre? Ein Jahr. Dann würden wir also sagen vielleicht, dass die Plagen ein Jahr gehen. Das wäre vielleicht überraschend für den einen oder anderen. Aber jetzt die Frage: Ist das also, was würdet ihr sagen, ist das eine prophetische Zeit hier? Oder eine metaphorische?

[12:56] Keine buchstäbliche, keine symbolische, eine metaphorische. Wieso metaphorisch? Was ist der Unterschied? Also du würdest sagen, es ist ein Symbol für kurze Zeit. Warum würdest du das sagen? Ein Tag ist nicht gerade lang, ja gut, aber er hätte ja auch eine kürzere Zeit einhalten können. Die Formulierung, die da im Griechischen steht, ist es ein einziger Tag. Also da wird festgemacht, es ist wirklich ziemlich mehrere Monate, wenn man das betont, an einem einzigen Tag. Genau, also das Griechische macht auf jeden Fall diese Betonung auf dem Singulären, auf dem Plötzlichen, auf dem Einzigen sozusagen. Deswegen habt ihr in manchen Übersetzungen, bei mir in der Schlachter hat es zum Beispiel dieses Wort „ein“, auch kursiv. Das ist dann nicht im Sinne eines Zahlwortes „ein“ statt zwei oder drei, sondern „an einem“.

[13:42] Und was auch interessant ist, und was auch interessant ist, das werden wir dann im Laufe der nächsten Wochen mal dann noch sehen, ist, dass im Kontext nicht nur von einem Tag die Rede ist, sondern auch, schaut mal in Vers 10: „Sie werden von ferne stehen, aus Furcht vor ihrer Qual und sagen: ‚Wehe, wehe, du große Stadt, Babylon, du gewaltige Stadt, denn in einer Stunde‘.“ Und wenn man das jetzt prophetisch sehen würde, müsste man sich entscheiden, zwischen ein Tag wäre ein Jahr und eine Stunde wäre dann 15 Tage. Und ein Jahr und 15 Tage ist dann doch schon ein relativ großer Unterschied. Und tatsächlich scheint es hier um dieses Plötzliche zu gehen. Und das wird deutlich, wenn man den alttestamentlichen Hintergrund anschaut. Denn auch hier, wie an fast allen Stellen in Offenbarung, ist eigentlich das Alte Testament im Hintergrund. Schaut mal in Jesaja.

[14:34] Jesaja 49, den haben wir letztes Mal schon angeschaut, weil das eigentlich diese ganzen Verse 6, 7, 8 usw. sozusagen die Folie bietet, auf der das hier projiziert wird. Jesaja und dort 49. Jesaja 49, erinnert euch vielleicht noch an die Verse, die wir das letzte Mal gelesen haben. Nee, es muss, Entschuldigung, 47 sein, nicht 49, Verzeihung. 47 natürlich. Jesaja 47. Erinnert euch an Vers 1 zum Beispiel, wo wir gelesen haben: „Steige herab und setze dich in den Staub, o Jungfrau, Tochter Babel, setze dich auf die Erde ohne Thron, du Tochter der Chaldäa.“ Oder in Vers 5: „Setze dich schweigend hin und geh in die Finsternis, du Tochter der Chaldäa, denn man wird dich nicht mehr Beherrscherin der Königreiche nennen.“ Oder dann in Vers 7 und 8, das ist jetzt der rechte Kontext: „Und du hast gedacht: ‚Ich werde ewiglich Gebieterin sein‘ und hast dir dies nicht zu Herzen genommen und nicht bedacht, was danach kommen würde.“ Mit anderen Worten, du hast nicht über die Zukunft nachgedacht, du hast dir keine Gedanken gemacht, wie das Ganze ausgeht. Und dann in Vers 8: „Nun aber höre, du üppige, die sorglos tont, die in ihrem Herzen spricht: ‚Ich bin’s und sonst niemand. Ich werde nicht als Witwe da sitzen, noch erleben, wie mir die Kinder geraubt werden.‘“

[16:03] Und jetzt kommt Vers 9, und das ist jetzt, wo Offenbarung 18,8 drauf anspielt. Vers 9: „Dennoch wird dir beides begegnen, und wann? In einem Tag und? In einem Augenblick.“ Seht ihr, habt ihr das alles bei euch in der Bibel? In einem Augenblick, an einem Tag. Und damit wird deutlich, dass dieses Wort „an einem Tag“, selbst wenn man jetzt kein Griechisch kann, wird deutlich, es muss ein Augenblick sein. Das ist also die Idee, nicht so sehr einer prophetischen Zeitperiode, sondern die Idee eines Momentes, eines plötzlichen, über sie daherkommenden Gerichtes.

[16:52] „Dennoch wird dir beides begegnen, in einem Augenblick, an einem Tag. Die Kinder werden dir geraubt und Witwe wirst du sein. Mit großer Macht werden sie über dich kommen, trotz der Menge deiner Zaubereien und der großen Anzahl deiner Beschwörungen, denn du vertrautest auf deine Bosheit und sprachst: ‚Niemand sieht mich.‘ Deine Weisheit und dein Wissen haben dich verführt, dass du bei dir selbst gedacht hast: ‚Ich bin es und sonst niemand.‘ Darum wird ein Unglück über dich kommen, dass du nicht wegzaubern kannst, und ein Verderben wird dich überfallen, dass du nicht abwenden vermagst. Plötzlich wird eine Verwüstung über dich kommen, von der du nichts ahnst.“

[17:41] Das ist interessant, oder? Dieser letzte Abschnitt hier, wo es heißt: „eine Verwüstung, von der du nichts ahnst.“ Also wenn wir das jetzt auf das endzeitliche Babylon beziehen. Wieso ahnt Babylon nicht, dass das Gericht kommt? Wenn doch die Bibel voller Hinweise auf das Gericht ist. Auf die Wiederkunft.

[18:11] Also Verblendung und Zauberei spielen eine Rolle, sagst du? Okay. Was würden die anderen sagen? Warum ahnt? Es heißt hier nicht, du hast es geahnt, aber du hast nicht danach gehandelt, sondern es heißt hier explizit, dass sie es nicht einmal geahnt haben. Keine Ahnung.

[18:38] Interessant. Die Verblendung geschieht unter anderem auch durch den Erfolg. Wenn die Dinge, die man alleine tut gegen Gottes Willen, scheinbar erfolgreich sind, kommt man irgendwann zu der Idee, dass man auf dem richtigen Weg ist. Vielleicht kennt ihr das. Das kennen wir aus eurem eigenen Leben. Wenn man eigentlich weiß, Gott hat das gesagt, aber ich mache jetzt einfach das und es geht mir gut dabei und es gibt kein Problem und die Leute mögen mich und finden das toll, dann verliert manchmal so das Wort Gottes an Kraft. Wenn man mit dem eigenen Weg ständig auf die Nase fällt, dann ist es relativ leicht zu sehen: Ja, Gott hat recht gehabt. Aber es ist eine andere Sache, wenn man Erfolg hat, wenn man scheinbar keine negativen Konsequenzen spürt.

[19:20] Was also deutlich macht, dass wir in unserer eigenen Selbstbeurteilung nicht so sehr darauf achten sollen: Habe ich Erfolg oder nicht? Läuft mein Leben glatt? Habe ich jetzt Probleme oder keine Probleme? Sondern darauf achten sollen, ganz egal, wie ich mich fühle und ganz egal, wie so mein Leben äußerlich verläuft, ist mein Leben mit dem Wort Gottes eine Übereinstimmung.

[19:47] Was würdet ihr noch sagen? Warum ahnt Babylon nicht von dieser plötzlichen Verwüstung, die doch in der Bibel von vorne bis hinten angekündigt wird? Ich meine also, es geht ja von Anfang bis Ende durch, dass Gott sagt, es wird ein Gericht geben. Es wird ein Tag des Herrn geben, ein Tag der Abrechnung.

[20:13] Was steht da? Du sagst, es ist Hesekiel 5? Okay. Mal kurz nachschauen. Was ist der Punkt mit den Versen? Was würdest du sagen, was kommt hier besonders deutlich raus?

[20:52] „Mit all deinen Gräuen und Kürzen werde ich dich auch zerschlagen. Meine Augen sollen deine nicht schonen, und ich will nicht gnädig sein.“ Ja, also die Idee ist, Gott hält Gericht, weil das Heiligtum entweiht wird. Und wegen der Irrlehren, genau die Babylon, die ganzen unreinen Geister, die da eine Rolle spielen. Absolut richtig. Das Gericht ist gerecht. Das Gericht ist fällig.

[21:25] Aber nochmal zurück zu der Frage: Warum ahnt Babylon nichts davon? Es ist ja eine Sache, wenn man sagt: Ja, ich ahne, dass es kommt, aber irgendwie schaffe ich es nicht, mich von der Sünde zu befreien. Aber Babylon ahnt es nicht einmal. Du hast schon gesagt, sie sind verführt durch den Erfolg. Ich meine, es ist ja ein schlimmer Zustand, wenn das Wort Gottes klare und deutliche Warnung gibt und diejenigen, die vorgeben, an das Wort Gottes zu glauben, ahnen nicht einmal, was auf sie zukommt. Weil, nochmal, wir reden ja bei Babylon, reden wir von Kirchen. Wir reden von Systemen, die glauben, dass sie mit der Bibel in irgendeiner Art von Übereinstimmung stehen. Dass sie sich irgendwo von der Bibel her ableiten, auch wenn sie vielleicht nicht jedes Wort glauben. Wie ist das möglich?

[22:38] Sie sind betrunken, also Irrlehren. Das eine ist die Sicherheit, der Erfolg. Das andere sind falsche Lehren, Irrlehren, also Irrtümer, verdrängen sozusagen die Wahrheit des Wortes Gottes. Ich kann also sozusagen, wenn ich einen Irrtum im Kopf habe und glaube, selbst die eindeutigsten Aussagen der Bibel manchmal nicht verstehen. Das war ganz deutlich illustriert mit den Jüngern Jesu, oder? Als Jesus ihnen sagte: „Ich werde nach Jerusalem gehen und ich werde dort den Schriftgelehrten überantwortet werden und sie werden mich schlagen und kreuzigen und töten und am dritten Tag werde ich auch verstehen.“ Da haben die Jünger ihn angeschaut und gesagt: „Hä, erklär uns dieses Rätsel.“ Warum? Warum haben sie diese offensichtlich eindeutige Aussage nicht verstanden? Sie hatten ein anderes Bild, sie hatten ein Irrtum im Kopf, ein Irrtum über das Reich Gottes, sie hatten ein Irrtum über das Wesen des Messias und dieser Irrtum hat es ihnen unmöglich gemacht, selbst die klarsten Aussagen Jesu – das war ja quasi direkt, also ich meine, Jesus hat direkt zu ihnen gesprochen, hörbar. Sie haben es nicht begriffen. Und das zeigt uns auch wieder, wie wichtig es ist, dass wir, wir müssen nicht alles wissen der Welt, aber wir sollten uns von allem Irrtum fernhalten, weil Irrtum hat diese unfassbare Fähigkeit, die Wahrheit in unserem Kopf zu neutralisieren, uns zu blenden.

[24:16] Genau, das ist ein interessanter Punkt. Man würde ja denken, dass ein Mensch, der immer mehr in die Sünde kommt, vielleicht immer unglücklicher wird, so emotional. Das muss aber notwendigerweise gar nicht so sein. Es scheint eher so zu sein, dass Menschen, je weiter sie sich von Gott entfernen, desto selbstsicherer und überzeugter von sich selbst werden sie. Darum besteht ja eigentlich die Sünde gegen den Heiligen Geist, dass man, dass man sozusagen, egal was Gottes Geist an einem ändern will, nicht für nötig erachtet. Ein Mensch, der sich seiner eigenen Unwürdigkeit tief bewusst ist, vielleicht seiner eigenen Sündhaftigkeit tief bewusst ist, ist sehr viel näher an Gott als jemand, der selbstsicher einfach glaubt: „Mir kann nichts passieren, ich bin auf dem richtigen Weg.“

[25:08] Genau, das ist, was Paulus im Thessalonicher sagt: „Weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht hatten, hat Gott ihnen eine kräftige Führung gesandt“, was also bedeutet, er hat es zugelassen, dass sie jetzt allen möglichen Unsinn glauben. Ganz genau. Darum ist es wichtig, wenn wir die Liebe verstehen wollen, dass wir ihr mit einer Demuthaltung begegnen. Wenn wir das nicht haben, dann haben wir unsere Vorstellung und legen unsere Vorstellung in den Liebetext hinein. Aber wenn Gott durch seinen Heiligen Geist zu uns sprechen will, erfordert das Demut. Das heißt, ich höre auf den Text, lasse den Heiligen Geist zu mir sprechen und meine Vorstellung korrigieren. Ganz genau. Das heißt nicht, ich lese etwas in die Bibel hinein, was ich schon immer gebrauchte als Beweis für meine Thesen, sondern die Bereitschaft, sich selbst korrigieren zu lassen, die Bereitschaft, demütig zu sein. Und das war genau das Problem von Babylon. Denn Babylon sagte: „Ich bin es. Ich, ich, ich. Niemand ist so wenig. Wer kann mir schon was sagen? Ich bin Beherrscher in der Königreiche. Ich bin Beherrscher in der, ich meine, die Stadt, die die Königsherrschaft aussieht.“

[26:09] Jetzt schauen wir mal in Jeremia 51 und dort Vers 6. Übrigens, was noch ein Punkt, den ihr schon gesagt habt, vielleicht noch vertieft. Ellen White beschreibt ja, das, was die Bibel nur andeutet, in größerem Detail, dass am Ende der Zeit die Kirchen auch deswegen und auch die Menschen im Allgemeinen so überzeugt sein werden, weil der vermeintliche Jesus Christus unter ihnen geht. Also mit anderen Worten, sie glauben ja irgendwo an Jesus und in ihrer Sicht, in ihrem Wahrnehmen ist Jesus gekommen. Jesus hat ihre Änderung des Ruhetags bestätigt. Jesus ist unter ihnen. Er heilt und er tut alles. Es gibt nur noch diese, diese kleine Gruppe von Leuten, die das Offensichtliche näher annehmen wollen. Und dieser Jesus wird ihnen sagen: „Macht euch keine Sorgen. Nicht wahr? Was die da predigen von Endzeit und Plagen und so weiter. Nicht wahr? Das ist Drohbotschaft. Das macht den Leuten Angst. Das ist Fanatismus.“ Und weil sie die Liebe zur Wahrheit abgelehnt haben, lassen sie sich dann vom Satan verführen. Sie sind quasi mit dem Satan eins. Das ist, was Ellen White dann sagt. Und das erklärt so ein bisschen, warum sie das nicht, sie ahnen es nicht. Babylon ist dann selbst verführt. Das ist sehr wichtig. Das haben wir letztes Mal rausgearbeitet. Babylon verführt nicht nur andere. Babylon ist selbst verführt.

[27:23] Aber jetzt zu Jeremia 51 und dort Vers 6. Jeremia 51 und dort Vers 6. Und den haben wir auch schon im Zusammenhang mit Vers 4 gelesen.

[27:49] Also die Idee sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. Angesichts des Falls Babylons muss Gottes Volk, das noch in Babylon ist, Babylon verlassen. Und jetzt wird uns auch bewusst, warum diese Botschaft so dringlich ist. Weil wenn die Verwüstung kommt, kann man dann noch fliehen? Warum nicht? Die Verwüstung kommt eben nicht in Etappen so: Jetzt kommt man schon ein bisschen in Verwüstung, macht euch bereit. Da kommt noch ein bisschen mehr Verwüstung. Und Babylon fällt so langsam, dass man merkt: Okay, jetzt fällt es und fällt es und fällt es. Ich habe noch, also innerhalb eines Jahres sollte es bald gefallen sein. Nein, es fällt plötzlich. Als das Feuer und Schwefel auf Sodom und Gomorra fiel, war es zu spät. Als die Regentropfen fielen, war es zu spät. Und als dann der Kyros den Euphrat umgeleitet hat, war es zu spät. Da war die Sache sozusagen gegessen. Und deswegen ist unsere Botschaft: Flieht aus Babylon, nicht nur eine Information. Wir haben nicht den Auftrag, einfach die Menschen zu informieren, wenn dann mal alles zusammenbricht, erinnert euch an uns und dann überlegt, ob ihr nicht vielleicht aus Babylon rauskommen wollt. Sondern wenn man Babylon verlassen möchte, dann in Anwandlung von Paulus: Heute ist der Tag des Heils. Solange Babylon, also die Gelegenheit, Babylon zu verlassen, ist immer noch dann gegeben, solange Babylon noch gesund aussieht, solange Babylon noch steht, solange kann man Babylon noch verlassen. Und das macht die gewisse Dringlichkeit auch dieser Botschaft aus.

[29:28] Schauen wir mal zu Offenbarung 18 Vers 8 und gucken uns noch mal genauer an, wie diese Plage hier aussieht, die hier beschrieben wird. In Offenbarung 18 und dort Vers 8, da heißt es ja: „Darum werden an einem Tag ihre Plagen kommen: Tod und Leid und Hunger, und sie wird mit Feuer verbrannt werden, denn stark ist Gott, der Herr, der sie richtet.“ Welche Plage insbesondere von den sieben Plagen oder welche Plagen vielleicht auch, sind insbesondere auf Babylon gerichtet?

[30:05] Im gewissen Sinne haben natürlich alle was mit Babylon zu tun, ohne Frage, aber gibt es da unter den sieben Plagen, die besonders auf das System Babylon abzielen?

[30:15] Die Hitze, die Sonne, die Verbrennung. Okay, du meinst die Verbrennung. Warum meinst du das? Das Zehen, die Zuge der Kraft, die Blut, die Geschwüre usw.

[30:39] Okay, ja, also wie gesagt, alles hat irgendwie auch mit Babylon zu tun, aber gibt es irgendwo eine Plage, von der spezifisch heißt, dass sie auf das System Babylon gemünzt ist? Von der wir insbesondere hier auf Offenbarung 18 Vers 8 wieder lesen.

[30:58] Das Erdbeben? Genau, welche ist das? Das ist die siebte, die letzte Plage, oder? Da heißt es ja in Vers 17 und der siebte Engel, Kapitel 16, Vers 17: „Der siebte Engel goss eine Schale aus in die Luft und es ging eine laute Stimme aus vom Tempel des Himmels, vom Thron her, die sprach: ‚Es ist geschehen!‘ Und es geschahen Stimmen und Donner und Blitzen und ein großes Erdbeben geschah, wie es dergleichen noch nie gegeben hat, seit es Menschen gab auf Erden, ein solch gewaltiges und großes Erdbeben. Und die große Stadt wurde in drei Teile zerrissen und die Städte der Heiden verviel und Babylon, der Großen, wurde vor Gott gedacht, damit er ihr den Becher des Blutweines seines Zorns gebe.“ Das heißt, die siebte Plage ist eigentlich insbesondere die, die hier in Offenbarung 18, Vers 8 angesprochen wird. Das wird natürlich eingeleitet schon durch die fünfte Plage, als dann die Finsternis auf den Sitz des Tieres kommt, die sechste Plage, wo der Euphrat vertrocknet. Aber es führt letztlich zur siebten Plage.

[31:50] Jetzt, was genau passiert in der siebten Plage, abgesehen davon, dass hier ein Erdbeben kommt und dann der Hagel und die Inseln fliehen und die Berge nicht mehr zu finden sind? Was genau ist es, was Babylon zerstört? Wird Babylon durch das Erdbeben zerstört? Also wird das System der Kirchen durch ein Erdbeben zerstört? Oder durch Hagel? Was ist diese Plage, die so plötzlich und unerwartet und ungeahnt über die Kirchen kommt?

[32:28] Die vorherige Einheit wird aufgespalten. Das ist die Idee auch schon in dem Vertrocknen des Euphrats, dass die Untersützung verloren geht. Wo lesen wir über die Vernichtung Babylons diese Plage? Nicht in Kapitel 16, sondern in Kapitel 17. Wo wird in Kapitel 17 die Vernichtung Babylons beschrieben? Hast du die Gelegenheit etwas?

[33:05] Ja, genau. Vers 16. „Und die zehn Hörner, die du auf dem Tier gesehen hast, und diese werden die Hure hassen und sie verwüsten und entblößen und sie werden ihr Fleisch verzehren und sie mit Feuer verbrennen.“

[33:21] Also wer zerstört plötzlich an einem Tag, an einem Augenblick Babylon? Wer zerstört plötzlich an einem Tag, an einem Augenblick Babylon?

[33:43] Ja, in einem gewissen Sinne schon. Aber schau doch mal in Kapitel 17, Vers 16. Wer verwüstet die Hure? Wer wird sie mit Feuer verbrennen? Die Hörner. Und die Hörner, das Tier, stehen für? Die Hörner, das Tier, die Hörner sind? Also die Hure ist die Kirche. Die Hure ist die Frau. Die staatliche Macht mit der, und das ist der entscheidende Punkt, mit der Babylon vorher zusammengearbeitet hat. Das ist das Ungeahnte dabei. Die Überraschung ist, dass Babylon, man würde ja als Außenstehender sagen, naja, okay, Babylon der Staat, also die Kirchen der Staat gehen zusammen und die halten quasi zusammen, bis Jesus wiederkommt und Jesus teilt das alles und besiegt sie, weil er stärker ist. Aber das Gericht, was am Ende die Kirche überraschen wird, ist, dass ihre eigenen Helfer, ihre eigene Allianz, nicht das Volk Gottes, nicht einmal irgendwelche Engel vom Himmel, sondern ihre eigene Allianz in den Rücken fallen wird. Angesichts der Plagen Gottes wird die antigöttliche Allianz auseinanderbrechen und es sind dann die Feinde Gottes, die sich gegenseitig umbringen, so wie auf dem Alten Testament. Das Volk Gottes schaut zu. Und das ist das Ungeahnte an dieser Tatsache, dieses Plötzliche, womit Babylon nicht gerechnet hat.

[35:07] Was wiederum zeigt, wenn wir uns auf irgendetwas anderes verlassen als auf Gott, werden wir bitter enttäuscht. Die Kirchen verlassen sich auf das, was scheinbar am tragfähigsten ist, nicht mal den Staat, die Könige, die Macht, Geld, Einfluss, alles, was irgendwie dieser Welt scheinbar Erfolg garantiert. Und genau das bringt sie ans Ende.

[35:39] Schauen wir mal in Offenbarung 18 Vers 8 zurück. Ihr seht, in beiden Fällen heißt es hier: „sie wird mit Feuer verbrannt werden.“ Das ist also offensichtlich nicht das, was bei der Wiederkunft geschieht, sondern die Wiederkunft wird dann alle Gottlosen vernichten. Aber hier geht es um die Kirchen, die die Welt verführt haben. Die werden schon in der siebten Plage vor der Wiederkunft größtenteils ihr Ende finden. Nicht durch das Kommen Jesu, sondern durch das Auseinanderbrechen der Allianz, dieses Plötzliche, diese Plage, diese siebte Plage, sechste, siebte Plage.

[36:16] Jetzt schauen wir mal noch, was interessant ist, die Begründung in Vers 8: „Denn stark ist Gott, der Herr, der sie richtet.“ Das heißt, und das haben wir in Offenbarung 17 damals auch gesehen, all das kommt nur deswegen zustande, weil Gott Gericht hält, weil er die Plagen sendet. Deswegen bricht auch dann die Allianz auseinander. Deswegen werden die Menschen plötzlich erkennen, dass sie verführt worden sind. Gott hält Gericht und das Schlüsselwort hier ist: „Denn stark ist Gott.“ Gott ist stark.

[36:50] Kennt ihr andere Stellen in der Offenbarung, wo die Stärke und die Kraft Gottes im Zusammenhang mit dem Gericht betont werden? Die Stärke und die Kraft, die Macht Gottes im Zusammenhang mit dem Gericht. Fallen euch da andere Stellen in der Offenbarung ein, wo es heißt, dass Gott Gericht hält, weil er so stark ist, so mächtig ist, so kräftig, was auch immer.

[37:29] Gibt einige Stellen, wo es mal über das Gericht spricht. Ja, also bleiben wir erst noch in der Offenbarung. Es gibt in der Offenbarung schon Stellen, weil die natürlich dann den direktesten Bezug haben zum Offenbarungsvers. Es gibt auch einige Stellen, die über die Stärke Gottes sprechen in der Offenbarung. Offenbarung 19, Vers…

[38:14] Ja, genau. Also da, wenn er wiederkommt, ja. Schaut mal in Offenbarung 11.

[38:20] Offenbarung 11 ist eine ganz interessante Stelle in dem Zusammenhang. Offenbarung 11 und dort Vers 17. Offenbarung 11 und Vers 17, da sind wir in der 11, in der 11, so ein Quatsch, in der siebten Posaune. Und da heißt es hier: „Und sprachen: ‚Wir danken dir, oh Herr Gott, du Allmächtiger, der du bist und der du warst und der du kommst, dass du deine große Macht an dich genommen hast und die Königherrschaft angetreten hast.‘“ Und dann heißt es Vers 18: „Die Heidenvölker sind zornig geworden und dein Zorn ist gekommen und die Zeit, dass die Toten gerichtet werden.“ Also könnt ihr sehen, jetzt dieser Zeitpunkt, Gott beginnt zu richten. Er tritt jetzt seine Königsherrschaft an. Er beginnt jetzt sozusagen in dieser Weltgeschichte endgültig einzugreifen. Also nicht wahr, die Weltgeschichte zum Ende zu bringen. Hat damit zu tun, dass er seine große Macht an sich nimmt. Gott ist mächtig und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo er seine Kraft und seine Macht für alle sichtbar benutzen wird. Und interessant ist ja das Offenbarung 11 ab Vers 15. Diese ganze siebte Posaune im Grunde genommen seit 1844 beschreibt, dass das Gericht stattfindet und dass diese Königsherrschaft Jesu jetzt eingeleitet wird. Mit einzelnen Schritten haben wir jetzt nicht die Zeit, das mal anzuschauen, aber könnt ihr dann nachschauen nochmal.

[39:55] Gott ist stark. Es gibt zum Schluss noch einen schönen Psalmvers, den finde ich in dem Zusammenhang sehr interessant. In Psalm 62. Psalm 62 und dort Vers 12.

[40:19] Ich glaube, das ist ein ganz interessanter Punkt, weil manchmal habe ich den Eindruck, dass in der Endzeitprophetie wir fast mehr darüber sprechen, wie groß die Verführung sein wird, wie global die Macht des Antichristen sein wird, wie stark die Verzahnung von Kirche und Staat sein wird. Und versäumen manchmal darüber nachzudenken, wie gewaltig und wie kraftvoll und wie stark Gott sich erweisen wird in der Endzeit. Denn trotz aller noch nie dagewesenen Versammlungen böser Kräfte, wird Gott sie nicht mühsam niederringen. Es wird kein langer Kampf sein, wo Gott nach vielem hin und her endlich den Sieg erringt, sondern plötzlich an einem Tag so, als wäre es nichts für ihn. Fällt alles zusammen, wo wir jetzt vielleicht zitternd sagen: Meine Güte, mit der technischen Möglichkeiten, wenn die uns überwachen, wenn die uns das Konto sperren, was soll ich essen, was soll ich tun? Wir haben den Eindruck, es ist fast ein unbesiegbarer Feind, der da irgendwo im Dunkeln auf uns wartet, aber für Gott ist es eine Kleinigkeit, eine echte Kleinigkeit. Und das ist eigentlich das Hauptthema von Offenbarung 18, dass am Ende alle sagen: Es ist unvorstellbar, wie diese gewaltige Struktur so schnell, so überraschend, so ohne jegliche Gegenwehr in sich zusammenfällt wie ein Kartenhaus. Und das alles wird letztendlich irgendwie schön zusammengefasst von Psalm 62, Vers 12: „Eines hat Gott geredet, zweierlei ist, was ich gehört habe.“ Das ist ein sehr einfacher, aber sehr profunder Satz, dass die Macht bei Gott steht. Bei Gott ist Macht. Und das ist der Grund, warum der Paulus sagt, dass schon das Evangelium: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist die Kraft Gottes.“ Und wenn das schon für unseren Alltag gilt, wie viel mehr muss es für unser Verständnis von der Endzeit gelten, dass Gott ein Gott der Macht ist, bei ihm sind alle Dinge möglich, er kann alles und niemand kann gegen ihn bestehen. Wenn man da anfängt Bibelfersel zu suchen, das hört gar nicht auf. Die Ausdrückung, dass vor ihm alle Menschen wie nichts sind. Ellen White sagt, sie sagt an einer Stelle mal, wenn Gott einfach nur den Satan gleich hätte besiegen wollen, im Sinne von vernichten wollen, es wäre für ihn so einfach gewesen, wie für ein Kind ein Blatt Papier zu nehmen, zusammen zu knüllen, auf den Boden zu werfen, so leicht wäre das für ihn. Und wie viel leichter würde es für ihn sein, den Helfershelfer des Satan in der Endzeit dann in Schach zu halten, beziehungsweise zu besiegen.

[43:33] Genau, das ist übrigens sehr interessant, weil die Bibel ganz oft die Stärke Gottes auch im Kontext des Krieges ausdrückt. Auch wenn wir an 2. Mose 15 denken, wo es heißt: „Unser Herr ist ein Kriegsheld, der die Armee des Pharaos mehr geworfen hat.“ Und wir werden einen Krieg erleben, wir werden die Schlacht von Armageddon erleben. Wir werden dabei sein, wenn die Mächte des Guten und des Bösen aufeinanderprallen. Und gerade in der Zeit des Konfliktes, gerade in der Zeit der Auseinandersetzung, zeigt sich, dass Gott Kraft hat, dass er mächtig ist. Ja.

[44:19] Genau, also das ist sehr politisch ausgedrückt. Das soll nicht heißen, dass Gott jetzt irgendwie satirisch irgendwie jetzt sich über Menschen lustig macht, aber er sagt: „Schau mal, ich habe euch geschaffen. Während ihr da in euren geheimen Zimmerlein irgendwelche Gesetze zusammenschustert, während ihr plant, wie ihr Menschen da vernichten wollt, erhalte ich euch am Leben. Ich lasse euer Herz noch schlagen. Glaubt ihr ernsthaft, dass ihr irgendetwas gegen mich tun könntet?“ Also das ist der, damit drückt er, er lacht, Gott lacht, er schmunzelt. Und ich denke, das sollte auch unsere Einstellung zur Endzeit kennzeichnen. Nicht, dass wir über die Botschaft der Endzeit lachen, aber dass uns bewusst wird, ernst, wie die Sache ist, dramatisch, wie die Sache ausgehen wird, sinister, wie die Pläne auch sein mögen. Wir dienen einem Gott, dem all das überhaupt gar nichts anhaben kann, der, wenn sein, wenn seine Geduld zu Ende ist, innerhalb eines Moments, eines Augenblickes, alles, was der Feind an Militär, quasi geistlich gesprochen, auffährt, sofort zum Halten bringt. Und Ellen White sagt, wenn dann die genaue Zeit vorbei ist, wird nicht ein einziger Märtyrer mehr sein. Nicht, dass Gott sagt: „Ich muss kämpfen, ich hoffe, dass niemand verloren geht.“ Wenn Gott einschreitet, hat der Satan nicht einen Hauch einer Chance. Schon gar nicht in der großen Endzeit. Und deswegen ist das Entscheidende, dass bei allem Wissen über, wer ist Babylon, und was macht Babylon, und warum macht Babylon das, wir niemals vergessen, dass unsere einzige Sicherheit daran steht, die Stärke Gottes, die Macht Gottes, die sich in seinem Evangelium zeigt, mit unserem Leben zu verbinden. Weil wenn er stark ist und ich mit ihm verbunden bin, dann vermag ich alles durch den, der mich stark macht. Amen.

[46:23] Lass uns noch gemeinsam beten und dazu wieder knien. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir auch heute sehen konnten, dass wir für die Zukunft nichts zu befürchten haben, wenn wir uns daran erinnern, was du uns in deinem Wort zeigst, dass du der mächtige und der starke Gott bist. Egal, was der Satan sich für die Endzeit ausdenkt. Wir haben viele Hinweise, viele Dinge, die in uns in der Bibel und bei Ellen White skizziert sind. Und sicherlich wird es manches geben, was wir uns jetzt als Menschen gar nicht vorstellen können. Aber wir dürfen wissen, dass wenn wir mit dir zusammenleben Tag für Tag, dann gibt es nichts, aber auch gar nichts, was dich überraschen kann. Du hast alle Macht und Gewalt im Himmel und auf Erden. Und wir danken dir, dass wir wissen dürfen, dass du in der Endzeit, in der Krise ganz besonders als der mächtige Held auftreten wirst. Und dass die ganze Rebellion gegen deine Herrschaft plötzlich wie in einem Augenblick wie ein Kartenhaus zusammenfallen wird. Und wir danken dir, dass wir heute schon die Gelegenheit haben, uns von allem zu distanzieren, was gegen dich rebelliert. Lass uns deine Kraft im Evangelium Tag für Tag aufs Neue spüren. Im Namen unseres Erlösers Jesu. Amen.


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