Veröffentlicht am
921 Klicks

Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts

Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In diesem Teil des Seminars „Offenbarung Vers für Vers“ taucht Christopher Kramp tief in die Bedeutung des Geistes der Weissagung ein, wie er in Offenbarung 19:10 beschrieben wird. Er erklärt, dass der Geist der Weissagung untrennbar mit dem Zeugnis Jesu verbunden ist und dass er sich durch alle biblischen Zeitalter hindurch zieht, beginnend mit dem Garten Eden. Das Video beleuchtet, wie Propheten nicht nur Botschaften empfangen, sondern auch studieren und wie die Liebe zu Jesus sich in einem tiefen Interesse an seinen prophetischen Botschaften widerspiegelt.

In diesem Teil des Offenbarungsseminars taucht Christopher Kramp tief in die Bedeutung des „Geistes der Weissagung“ ein, wie er in Offenbarung 19:10 erwähnt wird. Er erklärt, dass dieser Geist nicht nur Prophetie ist, sondern das Zeugnis Jesu selbst, das sich durch alle biblischen Zeiten zieht. Anhand von Beispielen aus der Bibel, von Adam und Eva bis zu den Aposteln, wird gezeigt, wie Evangelium und Prophetie untrennbar miteinander verbunden sind. Der Vortrag beleuchtet auch die Rolle der Propheten, ihre Suche nach Verständnis und die Bedeutung des Heiligen Geistes für die Vermittlung dieser Botschaften. Abschließend wird die Wichtigkeit der Beschäftigung mit prophetischen Schriften, einschließlich der Werke von Ellen White, für ein tieferes Verständnis und eine engere Beziehung zu Jesus hervorgehoben.


Weitere Aufnahmen

Serie: Offenbarung Vers für Vers

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Schön, dass ihr da seid. Nach längerer Pause, bedingt durch unsere Vortragsfeier "Glaube, Hoffnung", sind wir jetzt wieder zurück mitten in Offenbarung 19 und wollen heute den zweiten Teil dieses wichtigen Verses studieren: Offenbarung 19, Vers 10.

[1:08] Und das ist ein Vers, der uns sehr am Herzen liegt, weil er spricht vom Geist der Weissagung. Wir wollen ein bisschen genauer verstehen, was das bedeutet. Und bevor wir beginnen, wollen wir zu einem Gebet niederknien. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir jetzt zu dir kommen können, dein Wort studieren können und dass du zu uns reden möchtest. Bitte erfülle uns mit deinem Heiligen Geist, dass wir gute Gedanken denken können, dass wir dein Wesen besser verstehen und dass wir auch mit dem Geist der Weissagung Dinge verstehen und lernen, die uns helfen in dieser letzten Zeit. Bitte halte du alle Störende fern und sei du jetzt unser Lehrer im Namen Jesu. Amen.

[1:52] Offenbarung 19 und dort Vers 10. Vor einigen Wochen haben wir ja begonnen, diesen Vers uns genauer anzuschauen und haben damals gemerkt, dass dieser Vers länger ist, als nur der berühmte Satz "Das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung". Wir haben gesehen, da gibt es eigentlich eine kleine mini Geschichte. Der Johannes, der fällt nieder vor wem? Er fällt nieder vor dem Engel und er ist so überwältigt von dem, was er sieht, von dieser Hochzeitseinladung. Die Einladung zur Hochzeit des Lammes und die Einladung, die vom Thron Gottes geht und dem Halleluja und dem Amen und den ganzen Gesängen im Himmel. Er ist so überwältigt, dass er vor dem Engel niederfällt und was sagt der Engel? Er sagt: "Tu es nicht, bete Gott an."

[2:56] Und obwohl das der höchste Engel ist – also wir haben ja Informationen bei Ellen White, dass hier dieser Engel auch Gabriel ist, der genauso auch in Daniel gekommen war – obwohl es sich um den höchsten Engel handelt, der mit besonderen Botschaften ausgestattet ist, nimmt er keine Anbetung an. Er möchte nicht geehrt werden, denn er sagt, und das ist die Idee: "Ich bin ja so wie einer von euch, ich bin auch wie ein Prophet." Und wir haben also gelernt, die eigentliche Kernaussage dieses Verses ist: Auch Propheten sind nur ein Sprachrohr für Jesus oder in dem Fall Engel, Engel, Botschafter. Das heißt, durch einen Engel, durch einen Propheten spricht letztendlich, wenn es ein wahrer Engel ist, also ein guter Engel und ein wahrer Prophet, spricht immer Jesus. Und das lässt sich übertragen auf alle Bereiche unseres Glaubenslebens. Jeder Mensch, der das Wort Gottes weitergibt, ist ein Bote und hoffentlich spricht durch ihn Jesus. Und deswegen soll alle Ehre wem gebühren? Jesus. Und das ist die Idee, deswegen wird der Geist der Weissagung auch das Zeugnis Jesu genannt. Das war diese Gleichung: Der Geist der Weissagung, das ist nicht einfach nur irgendwelche Prophetie, sondern es ist das, was Jesus uns mitgeben möchte: Das Zeugnis Jesu.

[4:19] Jetzt schauen wir uns mal ein bisschen genauer an, was verbirgt sich aber hinter dieser Idee "Geist der Weissagung". Nun, wir wissen schon, das ist ein Kennzeichen der Übrigen. Welchem berühmten Bibelfers wird über die Übrigen gesprochen, mit den Kennzeichen, die sie haben? Offenbarung 12, Vers 17. Und dort lesen wir Offenbarung 12, Vers 17: "Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den Übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu Christi haben." Mit anderen Worten, sie halten die Gebote und Jesus spricht zu ihnen. Wie spricht Jesus zu ihnen? Durch den Geist der Weissagung.

[5:06] Jetzt wollen wir ein bisschen das genau verstehen, warum Jesus durch den Geist der Weissagung spricht. Wann hat Jesus zum ersten Mal zu der sündigen Menschheit gesprochen? Wann hat Jesus zum ersten Mal zu einem sündigen Menschen gesprochen? Im Paradies, oder? Zu Adam und Eva. Gehen wir ganz kurz hin, 1. Mose 3. Und in 1. Mose 3, da ist Jesus im Garten und er fragt sie Fragen. Er fragt: "Adam, wo bist du? Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa von der Frucht gegessen?" Er stellt verschiedene Fragen und schlussendlich wird deutlich: Adam und Eva haben gegessen, sie sind schuldig. Und jetzt spricht Gott zum ersten Mal, Jesus spricht zum ersten Mal eine Hoffnungsbotschaft. Er spricht von dem Evangelium, er macht ihnen deutlich: Es ist nicht für immer alles verloren, sondern es gibt noch Hoffnung. Welcher Vers ist der Vers, der von der Hoffnung spricht, die sie haben können? Vers 15. "Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen."

[6:24] Wenn man diesen Vers anschaut, was ist das für ein Vers? Ist das ein Psalm? Ist das ein Gedicht? Ist das ein Geschlechtsregister? Was ist das für eine Art von Text, von biblischem Text? Eine Prophezeiung, oder? Eine Prophetie. Jesus sagt prophetisch: "Jemand wird kommen", und damit meint er natürlich wen? Sich selbst. Er kündigt sich selbst an und sagt: "Ich werde kommen und ich werde der Schlange den Kopf zertreten und die Schlange wird mir in die Ferse stechen." Und das bedeutet, das ist sehr interessant: Jesus hätte ja auch sagen können, als allererstes: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er einen eingeborenen Sohn gab." Er hätte einfach so einen allgemeinen Evangeliumsvers sagen können. Das hat er nicht gemacht. Er hat das Evangelium vom allerersten Moment als Prophetie verpackt. Das ist, glaube ich, sehr wichtig. Das allererste Mal, dass das Evangelium, die gute Nachricht von Jesus, der die Sünde besiegen wird, auf die Welt kommt, ist es eine Prophezeiung. Und bis ans Ende der Bibel finden wir, dass sich die Botschaft von Jesus, Evangelium und die Prophetie nicht trennen lassen.

[7:45] Kennt ihr noch andere Beispiele, wo sozusagen das Evangelium und die Prophetie miteinander verbunden sind? Also ich sage nur ganz kurz, warum ich das erwähne. Vielleicht habt ihr es auch schon mal gehört, dass Leute sagen: "Sprich nicht so viel über die Prophetie, sprich mehr über das Evangelium." So als ob das zwei verschiedene Dinge wären. Jetzt suchen wir nach Beispielen, wo Prophetie und Evangelium eigentlich zusammenkommen. Kennt ihr noch andere biblische Beispiele?

[8:10] Also das ganze Leben von Jesus ist prophetisch, wie er gesagt hat. Wo er geboren wird, in Micha zum Beispiel. Wie er geboren wird, als eine Jungfrau in Jesaja. Zacharias spricht von einem Verrat, dann seine Kreuzigung, die Zeit im Buch Daniel. Das gesamte Evangelium, also all das, was in Matthäus, Markus, Lukas, Johannes steht, ist größtenteils vorher irgendwo im Alten Testament vorhergesagt worden. Deswegen sagt Matthäus immer: "Damit erfüllt wurde, was geschrieben wurde durch den Propheten Jesaja." "Damit erfüllt wurde, was geschrieben wird durch den Propheten" und so weiter. Gerade bei Matthäus sieht man, wie sehr Prophetie und Evangelium zusammengehen. Schauen wir mal den Text dann in Lukas 24. Das ganze Evangelium, auch des Neuen Testamentes, ist quasi prophetisch getränkt. Man könnte gar nicht das Evangelium von Matthäus oder Markus oder Lukas, Johannes lesen, ohne die Prophetie im Alten Testament. Das macht eigentlich gar nicht Sinn sonst. Was haben wir gesagt? Lukas 24, relativ bekannter Text. Lukas 24, Vers 27, da heißt es: "Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht." Also in allen Propheten, Jesaja, Jeremia, Ezekiel, überall finden wir Aussagen, die sich auf Jesus beziehen.

[10:05] Also all die Weissagungen beziehen sich auf Jesus. Nun, was sind die vielleicht beiden berühmtesten prophetischen Bücher der Bibel, wo der Geist der Weissagung vielleicht auch in einem besonderen Maße sich offenbart? Daniel und Offenbarung. Wie wurde, was ist das Besondere, also wer hat Daniel geschrieben? Einfache Frage. Daniel wurde geschrieben von Daniel. Wer hat die Offenbarung geschrieben? Johannes. Was haben Daniel und Johannes besonders gemein? Beide Propheten, genau. Aber sie haben beide etwas gemeinsam im Vergleich zu den anderen Propheten. Daniel und Johannes haben eine Gemeinsamkeit. Von beiden wird etwas Bestimmtes gesagt. Das stimmt, ja, beide sind im Frieden, soweit wir wissen, gestorben. Ja, ganz genau. Von beiden heißt es, dass sie besonders geliebt gewesen sind. Daniel, in Daniel 9 wird genannt, der viel Geliebte. Und von Johannes heißt es, das war der Jünger, den Jesus liebte, weil er besonders, auch besonders offen war für die, für die Liebe Gottes. Und das finde ich immer wieder interessant, dass sowohl Daniel als auch Johannes die beiden wichtigsten prophetischen Bücher geschrieben haben.

[11:30] Jetzt, wenn manche Christen recht haben, die immer sagen: "Wir wollen nicht so viel Prophetie, wir wollen mehr von der Liebe hören, von dem Evangelium", dann würde man ja denken, dass gerade die, die besonders viel von der Liebe, also erfahren haben, dass sie jetzt vielleicht nicht so viel von der Prophetie schreiben. Aber gerade die, die am meisten oder in besonderem Maße die Liebe Gottes erlebt haben, haben umso deutlicher die Prophetie gepredigt und Prophetie aufgeschrieben. Und da sieht man, dass wenn der Geist der Weissagung wirkt, führt er immer zu Jesus. Also nur auf der praktischen Ebene bedeutet das: Wenn ich mich mit Prophetie beschäftige, aber nicht zu Jesus komme, dann hat eigentlich die Prophetie ihren Sinn verfehlt, weil sie war vom allerersten Tag in Eden Evangelium.

[12:13] Ja, ganz genau. Und er sagt das sogar im Zusammenhang in 1. Korinther 13, wo es auch dann um die Liebe geht. Ganz interessant. Ganz genau. Weil nämlich derselbe Geist der Weissagung – das ist jetzt der entscheidende Punkt – als Jesus im Garten Eden das Evangelium verkündigt hat, hat er geweissagt. Und jeder Prophet, der später vom Evangelium gesprochen hat, hatte dann welchen Geist? Den Geist Jesu. Derselbe Geist, der durch Jesus gesprochen hat, der ist auch in den anderen Propheten sichtbar gewesen. Und das ist jetzt ein Thema, was der Petrus aufgreift. Schaut mal, 1. Petrus, genau Kapitel 1, da wollen wir diese paar Verse mal ein bisschen genauer in die Lupe nehmen. 1. Petrus Kapitel 1 und dort lesen wir mal Vers 10 bis 12. 1. Petrus 1 und wir lesen mal ein bisschen Stück für Stück, weil das lohnt sich. Diesen Vers liest man oft so ein bisschen durch, aber nicht so wirklich analytisch. 1. Petrus 1 und dort ab Vers 10. Da heißt es: "Wegen dieser Errettung haben die Propheten gesucht und nachgeforscht, die von der euch zuteil gewordenen Gnade geweissagt haben."

[13:45] Also was meint der Petrus, wenn er sagt: "Wegen dieser Errettung"? Von welcher Errettung spricht er hier? Er sagt: Das Evangelium, die Erlösung, oder? Wir werden gerettet durch Jesus. Also wegen dieser Errettung, wegen dem Evangelium. Was haben die Propheten gemacht, wegen dem Evangelium? Als sie sich Gedanken gemacht haben, was haben die Propheten gemacht? Sie haben gesucht und nachgeforscht. Was heißt es, wenn man sucht und nachforscht? Was macht man dann? Was heißt es zu suchen und zu forschen?

[14:28] Sich bemühen. Also die Propheten haben nicht einfach nur da gesessen und haben irgendwie Visionen bekommen und haben die einfach so vor sich hin geredet. Propheten haben selbst auch Bibel studiert. Kennt ihr ein Beispiel von jemandem, der Bibel studiert hat? Unsere Pioniere, ja genau. Aber von Propheten. Propheten, die Bibel studiert haben. Daniel zum Beispiel. Also der Daniel hat nicht gesagt: "Ich bin ein Prophet, ich habe schon Visionen gehabt, jetzt warte ich einfach, bis Gott mir was sagt", sondern ein wahrer Prophet studiert immer schon das, was da ist, oder? Das ist ganz wichtig, wenn man später über Ellen White nachdenkt. Ellen White hat nicht gesagt: "Ich bin eine Prophetin, ja, und jetzt lasse ich mir ständig Visionen geben", sie hat selbst die Bibel studiert. Sie haben also geforscht, sie haben sich interessiert für das Evangelium, für das, was schon andere Propheten aufgeschrieben haben, beziehungsweise was bis auf Eden zurückging. Sie wollten wissen, was ist das für eine Errettung, die Jesus vorhergesagt hat.

[15:22] Was haben sie gemacht? Sie haben gesucht und nachgeforscht, die von der euch zuteil gewordenen Gnade geweissagt haben. Also die Propheten haben geweissagt. Ihr wisst ja, weissagen ist nichts anderes als prophezeien. Und was war der Inhalt ihrer Prophezeiung? Die Gnade. Wir würden normalerweise nicht unbedingt als allererstes vielleicht daran denken, dass der Hauptinhalt der Prophezeiung Gnade ist, oder? Ja, wenn man einen Standard-Adventisten fragt, worum geht es in der Prophezeiung, dann wird man vielleicht zuerst so kommen: Nicht wahr, Metalle, Hörner, Köpfe, Tiere, nicht wahr, große Tiere. Und das ist alles ja auch wahr, Tage, Zeiten, Jahre. Aber der Inhalt, der Kerninhalt, sagt Petrus, der ganzen Propheten im Alten Testament war Gnade. Und das kann man sehr schön nachvollziehen. Jesaja, Hesekiel, Jeremia, Daniel, sie alle sprechen von der Gnade, von dem Heiligen Geist, von dem, was passieren soll, von dem Messias. Und sie haben also nachgeforscht und haben selbst auch geweissagt von dieser Gnade, die jetzt von der Petrus sagte, wir erleben.

[16:18] Jetzt schauen wir weiter in Vers 11. Jetzt erklärt er, was sie geforscht haben, was hat sie interessiert, wonach, also man kann die Frage stellen: Was interessiert mich am Evangelium? Also die haben gewusst, irgendwann kommt so ein Retter. Wonach haben die Propheten geforscht und gesucht? Vers 11: "Sie haben nachgeforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist des Christus ihnen hindeutete, der die für Christus bestimmten Leiden und die darauf folgenden Herrlichkeiten zuvor bezeugte."

[16:53] Also wonach haben sie nachgeforscht, was hat sie interessiert? Ja, das kommt später noch, aber also wonach haben die Propheten geforscht? Schaut den Text genau, wonach haben die Propheten geforscht? Die Zeit. Sie wollten wissen, wann passiert das. Und das ist ein Grund, warum die Bibel so viele Zeitprophezeiungen kennt, weil Propheten sich dafür interessiert haben, wann geschieht es. Also wir sollten nicht erwarten, dass einfach Gott sagt: "Ich gebe dir mal das und ich gebe dir das", sondern Gott gibt uns auch oft die Dinge, nach denen wir fragen. Mit anderen Worten, der Daniel fragt sich: "Wann sind die 70 Wochen, die 70 Jahre vorbei? Wann kommen wir wieder nach Jerusalem?" Er stellt sich die Frage, er studiert die Bibel und Gott gibt eine Vision. Und das haben wir immer und immer wieder, dass Propheten sich Fragen gestellt haben. Der Hesekiel, der Habakuk fragt sich: "Wie lange, Gott, willst du noch das Unrecht ansehen?" Und dann kommen die Anforderungen in Habakuk 2. Die Propheten haben selbst ihre Fragen an Gott, sie studieren die Bibel und dann antwortet Jesus, um ihnen mehr Verständnis zu geben über das Evangelium.

[18:33] Ganz genau. Jetzt schau mal, wer hat in ihnen gewirkt? Der Geist des Christus. Wenn wir jetzt darüber nachdenken, wo die Weissagung begonnen hat, nämlich mit Christus, also mit Jesus im Garten Eden, dann ist es deutlich, dass jedes Mal, wenn jemand vom Evangelium gesprochen hat, hat er in diesem Geist von Jesus gesprochen. Und deswegen nennt man den Geist der Weissagung das Zeugnis Jesu. Und sie haben sich gefragt: Was ist seine Zeit? Was sind die Leiden? Was ist die Herrlichkeit? Wir finden ja sowohl bei den Propheten Vorhersagen über die Kreuzigung und das Leiden Jesu, wir finden aber auch Vorhersagen über seine künftige Herrlichkeit nebeneinander. Und jetzt haben sie versucht: Wann ist was? Ist es gleichzeitig? Ist es auseinander? Wie ist die Reihenfolge der Ereignisse?

[19:20] Die Propheten waren nicht damit zufrieden, einfach nur zu wissen: "Gott liebt mich. Irgendwie wird er mich retten." Sondern weil sie so begeistert waren von der Gnade, wollten sie die Details wissen. Hier kommen wir zu einem ganz wichtigen Punkt: Wenn jemand wirklich Gott liebt und von Herzen sich freut über die Erlösung, dann möchte er so viel wie möglich wissen. Er wird nicht sagen: "Komm mir nicht mit Daniel, das ist mir zu viel. Ja, will ich nicht wissen. Gott wird das schon irgendwie machen. Lass mich damit in Ruhe. Hauptsache, ich fühle mich gut." Nein, nein, nein, nein. Wenn jemand wirklich interessiert ist, dann möchte er wissen: "Okay, was sagt dieses Buch? Was sagt dieses Buch?" Und jede Information, die er bekommen kann von Jesus, ist ihm wertvoll. Und ich denke, das ist ein Kriterium, an dem man manchmal merken kann, ob jemand wirklich Jesus liebt oder immer nur davon redet. Weil wer immer nur davon redet, dass er Jesus liebt, aber sich nicht für die Prophetie interessiert, der ist wie jemand, der seiner Frau sagt: "Ich liebe dich", aber interessiert sich nie für das, was sie macht. Jemand, der seinen Ehepartner liebt, interessiert sich auch für die Details seines Lebens. Jemand, der das Evangelium liebt, interessiert sich auch für die Details des Evangeliums. Wann wird er geboren? Wie wird es passieren? Was die Welt macht zu der Zeit? All die Dinge, die die Prophetie sagt.

[20:39] Und wenn wir glauben, Jesus kommt bald wieder und wir sagen: "Oh, wir freuen uns auf die Wiederkunft", dann sollten wir uns auch interessieren für die Details der Wiederkunft. Ja, was passiert kurz vorher? Ja, wie sind die Endzeitereignisse? Was sind so die einzelnen Dinge? Nicht einfach nur, weil wir mehr wissen wollen, sondern weil wir Jesus lieben und deswegen so viel wie möglich darüber wissen wollen.

[20:58] Ganz genau, wegen der Liebe. Genau. Das sagt der Paulus. Der Paulus sagt: "Wenn ich alle Weissagungen hätte, nicht wahr, und hätte keine Liebe, wäre es umsonst." Ja, aber wahre Liebe zeigt sich, dass ich auch mich dafür interessiere.

[21:12] Und jetzt haben wir also folgende Idee: Was passiert dadurch? Jeder Prophet, der jetzt kommt, weil er sich interessiert für das, was Gott zu sagen hat, und weil auch andere Menschen sich dafür interessieren, weil Menschen die Bibel studieren und fragen: "Herr, hilf uns", kann Gott ihnen jetzt mehr Licht offenbaren. Und deswegen finden wir, dass jeder biblische Prophet mehr Details über den Erlösungsplan offenbart. Also wenn man sich Abraham anschaut, hat Abraham schon mehr gewusst über den Erlösungsplan als Adam, zumindest was wir aus der Bibel wissen. Und dann Mose bringt das Heiligtum dazu, und dann kommen die anderen Propheten, die noch viel mehr Details bringen. Und jeder Prophet fügt neue Sachen hinzu, die – und das ist natürlich der wichtige Punkt – den anderen nicht widersprechen. Und die sozusagen dieses Thema vom Evangelium entfalten. Also in 1. Mose 3, Vers 15 ist das Evangelium wie so ein kleiner Same. Und mit jedem Propheten geht es mehr auf, immer mehr. Und eine der letzten Blüten ist Ellen White. Und deswegen ist es auch gar nicht schlimm, dass sie auch neue Dinge noch sagt, kleine Zusatzinformationen gibt über Details im Evangelium, über das Leben von Paulus und so weiter, die nicht so wortwörtlich in der Bibel stehen, weil genau das die Aufgabe der Propheten ist, noch mehr Details zu geben über das, was das Evangelium betrifft, sowohl für die Endzeit als auch allgemein für das Evangelium.

[22:56] Ganz genau, ganz genau. Deswegen gibt es manchmal Leute, die sagen: "Ich glaube nur, dass bei Ellen White, was jetzt eins zu eins genauso in der Bibel steht." Ja, aber dann kann man auch dem Paulus nicht glauben, weil der sagt auch Sachen, die nicht eins zu eins so im Alten Testament stehen. Dann kann ich auch dem Mose nicht glauben, weil der sagt auch Sachen, die nicht eins zu eins so bei Abraham stehen. Es kommen immer neue Informationen dazu. Entscheidend ist: Sind es immer Informationen zu demselben Evangelium, zur selben Botschaft?

[23:29] Ja, und möglicherweise sendet Gott auch noch mehr Propheten. Es gibt ja keinen Bibeltext, der sagt, es kann nur noch einen Propheten in der Endzeit geben. Aber wir wollen auch nicht... Es gibt mehr falsche Propheten als gute Propheten, deswegen muss man da mit Vorsicht dran gehen.

[23:53] Schauen wir in Vers 12 noch. "Ihnen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern uns dienten mit dem, was euch jetzt bekannt gemacht worden ist, durch diejenigen, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt wurde, Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen begannen." Der Vers ist interessant. Also was wurde den Propheten offenbart? Was hat Gott den Propheten offenbart, Anfang von Vers 12?

[24:18] Er hat ihnen geoffenbart, dass sie sich nicht selbst dienen. Falsche Propheten erkennt man daran, dass sie sich immer um sich selbst drehen, Geld haben wollen, Nachfolge haben wollen. Ein wahrer Prophet, dem geht es manchmal gar nicht so gut. Ein wahrer Prophet dient nicht sich selbst, sondern er dient anderen. Das kann man sehr schön auch im Leben von Ellen White sehen, dass sie immer wieder Botschaften hatte für andere. Sie hat nicht Botschaften bekommen, die ihr geholfen haben, reicher zu werden und so also eigenen Vorteil zu haben, sondern der Dienst eines Propheten ist immer für andere. Und das zeigt wiederum, warum es das Zeugnis Jesu ist, denn Jesus kam, um zu dienen. Er kam für andere da zu sein, weil die Liebe, die sich im Evangelium zeigt, die offenbart sich dadurch, dass sich halt die Liebe denkt nicht anders, ihre oder sie denkt an andere und deswegen haben Propheten auch immer den Dienst für andere.

[25:34] Ja, ganz genau. Und deswegen da passt der Geist der Weissagung als eines der Gaben ganz genau herein. Eigentlich gilt das für jede Gabe, für die Leitungsgabe, die soll aufbauen und die Diakonie und ganz genau. Und daran erkennt man auch wahre Propheten, dass sie eben nicht auf sich selbst fokussiert sind, sondern zur Bibel, zu Jesus weisen und auch anderen dienen. Ganz entscheidend, das wird manchmal vergessen.

[25:54] Und dann heißt es jetzt hier, dass sie uns dienen, dem, was bekannt gemacht worden ist und zwar wodurch ist es bekannt gemacht worden? Durch diejenigen, die das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist. Also die Prophezeiung oder die alttestamentlichen Prophezeiungen wurden jetzt im Neuen Testament verkündigt, die Erfüllung wurde gezeigt. Und wer hat diese Prophezeiung, wer hat den Geist der Weissagung verkündigt? Also der Petrus sagt ja, damals gab es Propheten und diese Propheten, die werden jetzt zu meiner Zeit verkündigt. Wer hat die Propheten verkündigt? Jeremia und Daniel waren schon lange tot. Wer hat sie verkündigt? Die Apostel. Und wodurch haben sie die verkündigt? Durch den Heiligen Geist.

[26:44] Was also der Petrus sagen will ist: Den Geist der Weissagung kann man nur anderen vermitteln, wenn man selbst vom Geist erfüllt ist. Heißt also, Petrus sagt: "Ich kann euch nur Jeremia und Daniel und Hesekiel vermitteln, wenn ich mit dem Heiligen Geist erfüllt bin." Dann bin ich zwar nicht unbedingt – also er war in seinem Fall natürlich auch ein Prophet, aber nicht jeder Verkündiger ist ein Prophet – aber nur wenn ich mit dem Heiligen Geist erfüllt bin, nur wenn der Geist mit mir zusammenarbeitet, bin ich in der Lage zu erklären, was der Geist der Weissagung in den Propheten sagen wollte. Das gilt allerdings natürlich auch weiter. Genauso braucht es einen Menschen, der mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, um den Petrus zu verstehen. Wenn ich nicht mit dem Heiligen Geist erfüllt werde, kann ich den Petrus lesen und auch den Jeremia lesen und es nützt gar nichts. Das gilt auch für Ellen White. Es gibt zu viele Geschwister, die ohne Heiligen Geist einfach Ellen White den Leuten um die Ohren knallen, weil sie einfach meinen, sie wollen Recht haben oder so. Aber um den Geist der Weissagung wirklich im Sinne Jesu zu gebrauchen, braucht es den Heiligen Geist. Ohne Heiligen Geist ist es unmöglich.

[28:27] Ganz genau. Jetzt schauen wir noch ganz kurz: Wer hat denn Interesse an diesen Prophezeiungen, an diesem Geist der Weissagung? Die Engel. Haben die Engel es nötig, sich für prophetische Bücher und Themen zu interessieren? Offensichtlich. Die Engel interessieren sich für das, was Jeremia geschrieben hat und was Petrus schreibt und was Ellen White geschrieben hat. Da interessieren sich die Engel für. Und das ist so kurios, weil es heute mal Leute gibt, die sagen: "Interessiert mich nicht, ich nehme die Bibel, das reicht mir, was soll ich schon damit." Der Schutzengel von dem, der das sagt: "Das ist doch interessant, schau doch rein, ich möchte das selbst lesen."

[29:14] Also wenn wir der Meinung sind, da gibt es einen Propheten, aber seine Schriften sind unwichtig für uns, dann sagen wir im Grunde genommen: Wir sind klüger als die Engel. Die Engel brauchen es auch, aber wir nicht. Das wäre quasi die Schlussfolgerung. Was mir also sagt: Wenn die Engel, die nie gesündigt haben und die eine ganze Menge mehr wissen als wir und seit Jahrtausenden schon leben und viel mehr Lebenserfahrung haben als wir, wenn die sich noch für die Prophetie interessieren, dann sollten wir uns mit dem Geist der Weissagung beschäftigen. Und Geist der Weissagung meint, wie gesagt, alttestamentliche Propheten, neutestamentliche Propheten und moderne Propheten, also moderne Prophetinnen. Das sollten wir uns viel interessieren, weil in jedem einzelnen Fall spricht Jesus daraus. Und für die Engel ist das so: Wann immer Jesus spricht, egal ob durch einen alttestamentlichen Propheten oder eine Frau im 19. Jahrhundert oder wie im Alten Testament sogar durch einen Esel, wenn Jesus spricht, ist es interessant. Und dann sollte uns nicht interessieren, wer war das Sprachrohr, wie alt war sie, was war ihre Schulbildung und so weiter. Es sollte uns interessieren, dass Jesus gesprochen hat.

[30:20] Nun, vielleicht, ja?

[30:41] Ja, ganz genau. Es wird in Offenbarung 12 ganz deutlich an vielen Stellen, die Engel hatten ja auch Fragen über den großen Konflikt. Schau mal, Amos 3, Vers 7. Amos 3, Vers 7, ganz bekannter Vers. Ganz genau, Amos 3, Amos 3, Vers 7.

[31:00] "Nein, Gott, der Herr tut, wie viel? Nichts, ohne dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart hat." Also was machen die Propheten? Die Propheten offenbaren das Geheimnis Gottes. Was ist das berühmteste Geheimnis Gottes? Kennt ihr einen Propheten, von dem er explizit sagt: "Ich offenbare dir das Geheimnis Gottes"? Gott hat ein Geheimnis und er hat es dir offenbart und ich erkläre es dir jetzt. Daniel, Daniel 2 kommt am allermeisten das Wort "Geheimnis" von der ganzen Liebe in Daniel 2. Aber was ist das berühmteste Geheimnis Gottes? Genau, Paulus sagt: "Das Geheimnis Gottes: Christus in euch." Also was immer Gott tun will, in der Rechtfertigung, in der Heiligung, im Heiligtumsdienst, Kreuze, alles was mit Erlösung zusammenhängt, es gibt etliche Dinge. Später die tausend Jahre Untersuchungsgericht, alles hat er durch Propheten offenbart. Und wer jetzt sagt: "Oh, Altes Testament mit Propheten interessiert mich nicht, Offenbarung interessiert mich nicht, Ellen White interessiert mich nicht, ich lese einfach meine Lieblingsverse in Johannes", dem fehlt eine ganze Menge von dem, was Gott von seinem Geheimnis offenbart hat. Dafür sind nämlich alle Propheten da.

[32:11] Schauen wir noch in 2. Mose 7. Manchmal gibt es Missverständnisse, welche Autorität oder welchen Wahrheitsgehalt soll man jetzt Propheten zumessen. 2. Mose 7, Vers 1 ist da ein gutes Beispiel. 2. Mose 7, Vers 1, ein etwas merkwürdig anmutender Vers auf den ersten Blick. 2. Mose 7, Vers 1: "Und der Herr sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich dem Pharao zum Gott gesetzt, und dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein."

[32:48] Also war Mose jetzt wirklich Gott? Nein, das war ein Gleichnis. Was Gott sagt ist: So Mose, wie du mit Aaron jetzt arbeitest, so arbeitet Gott mit den Propheten. Was die Frage natürlich bringt: Wie hat Mose hier mit Aaron gearbeitet? Die gehen jetzt zum Pharao, nicht wahr? Was war die Aufgabe von Mose, was war die Aufgabe von Aaron?

[33:23] Aaron war sein Sprachrohr. Hat Mose sich Gedanken gemacht und Aaron hat dann seine Gedanken gelesen? Warum brauchte es denn Aaron? Was war seine Aufgabe? Gott hatte ihn ja geschickt zu Mose, nicht wahr? Weil Mose hatte gesagt: "Schwere Zunge." Was meint er damit? Er konnte ja reden, offensichtlich zu Gott. Was meint er mit schwerer Zunge? Ellen White sagt uns, eines der Hauptprobleme war: Mose war 40 Jahre lang in den Medien gewesen, er hatte das Ägyptisch zum Teil verlernt. Es war eh nicht seine Muttersprache. Er war aber in Ägypten aufgewachsen, konnte es sicherlich mal sehr perfekt, aber hat dann 40 Jahre lang kein Mittelägyptisch gesprochen. Das ist eine schwere Sprache. Und jetzt hat er sich gefragt: "Werde ich mit meinem bruchstückhaften Ägyptisch noch mit dem Pharao sprechen können, der perfekt das Ägyptisch spricht?" Wenn ihr mal so ein ganz bisschen Fremdsprachenkenntnis habt, dann wisst ihr, wie man sich vielleicht fühlt, wenn man in einer fremden Sprache jetzt eine Predigt halten soll oder so. Aber Aaron, der hat seine ganzen 80 Jahre oder wie alt er da war, 83 Jahre in Ägypten gelebt. Der konnte die Sprache gut.

[34:40] Was ist also passiert? Mose kam, hat sich vor den Pharao hingestellt, hat auf Hebräisch gesprochen. Der Pharao hat wie viel verstanden? Nichts, genau. Und dann hat Aaron die hebräischen Worte von Mose übersetzt in Mittelägyptisch.

[34:57] Was also bedeutet: Ihr alle habt ja schon mal, die Deutsch-Veranstaltung ist ja gerade vorbei, ihr alle wisst, wie es ist, wenn eine Übersetzung da ist. Wird der Übersetzer immer eins zu eins jedes Wort in der genauen richtigen Reihenfolge machen? Das ist unmöglich, das kann man manchmal gar nicht, weil es gibt in jeder Sprache manchmal sogar Worte, die kann man gar nicht so in der anderen Sprache ausdrücken. Zum Beispiel mein Lieblingswort im Englischen ist "mind". Da gibt es kein deutsches Wort, das alles abdeckt, was "mind" im Englischen bedeutet. Also sagt man entweder Gedanke oder Gesinnung oder Vernunft oder dies und jenes. Es hat aber immer verschiedene Aspekte. Das heißt, als Übersetzer versuche ich zu verstehen, was ist der Inhalt, was ist die Idee und versuche natürlich möglichst korrekt, aber trotzdem mit den deutschen Worten das auszudrücken, was er eigentlich auf Englisch sagen wollte.

[35:46] Und genau das macht der Prophet. Der Prophet nimmt die Gedanken Gottes, die er eben in der Vision gezeigt hat. Er sieht irgendwelche Tiere, er sieht irgendwelche Dinge, er sieht vielleicht den Messias, was auch immer. Und dann wählt der Prophet seine eigenen menschlichen Worte. Das ist sehr wichtig. Kein Prophet ist einfach nur quasi ein willenloses Sprachinstrument, wo einfach Gott diktiert. Man merkt, der Daniel schreibt anders als Jeremia und Paulus schreibt ganz sicher anders als Petrus. Und deswegen hat auch Ellen White ihren spezifischen Stil.

[36:21] Man könnte also sagen, der Prophet übersetzt die göttlichen Gedanken in menschliche Sprache. Aber jetzt kommt es: Er tut das geleitet vom Heiligen Geist und damit passiert jetzt Folgendes.

[36:39] Schaut mal mit mir in 5. Mose 18 und dort Vers 20 bis 22. Das ist nämlich jetzt auch an dieser Stelle sehr wichtig. 5. Mose 18, da geht es im Kontext um die Verheißung auf den großen Propheten der Kornwild, was sich dann im Leben von Jesus realisiert hat. Aber in Vers 20 heißt es: Schaut mal in 5. Mose 18, Vers 20:

[37:03] "Doch der Prophet, der so vermessen ist, in meinem Namen zu reden, was ich ihm nicht zu reden geboten habe, oder der im Namen anderer Götter redet, hier in der Prophet soll sterben."

[37:16] Also eine Sache ist, wenn ein Prophet sagt: "So spricht Baal oder so spricht Marduk oder so spricht Osiris oder so", das wäre schon mal ein falscher Prophet. Aber auch ein Prophet, der sagt: "So spricht der Herr" und dann redet er einfach seine eigene Meinung. Hier steht ja nicht einmal: "Doch der Prophet, der so vermessen ist, in meinem Namen zu reden, was gelogen ist", sondern "was ich nicht zu reden geboten habe." Der kann sogar theoretisch etwas Wahres sagen, aber wenn es nicht von Gott ihm geboten ist, ist ein falscher Prophet.

[37:51] Das bedeutet, ein wahrer Prophet sagt nicht seine eigene Meinung. Und damit unterscheidet sich der Prophet vom Prediger. Das ist etwas, was nicht immer klar verstanden wird. Das ist ein wichtiger Unterschied. Der Prophet hat eine andere Position als ein Prediger. Denn ein Prediger operiert zwar mit dem Wort Gottes, er hat das Wort Gottes in der Hand, er liest es auch vor hoffentlich oft genug und zitiert Bibelverse, aber dann legt er die Bibel aus, er vergleicht Bibelverse und er macht auch Kommentare. Und diese Kommentare sind seine persönliche Meinung zu Bibelversen. Nun glauben wir trotzdem, dass der Heilige Geist ihn führt, aber er ist nicht irrtumslos. Er kann sich irren. Das ist mir passiert, das ist sicherlich euch auch schon mal passiert, dass ihr etwas aus der Bibel erklären wolltet und ihr habt es nicht ganz richtig erklärt. Das passiert.

[38:39] Jetzt soll man deswegen jeden Prediger, der mal was Falsches gesagt hat, aus dem Fenster schmeißen? Nein. Was ist der Ratschlag von Paulus? "Prüft alles, das Gute behaltet." Also bei einer Predigt bedeutet das: Ich höre mir die Predigt an, ich schreibe vielleicht mit, welche Bibeltexte er verwendet hat und ich prüfe, ob die Schlussfolgerungen, die er gemacht hat, ob die korrekt sind.

[39:02] Die Berühner zum Beispiel, genau, in Beröa. Und wenn ich jetzt feststelle, er hat da drei Sätze gehabt, die waren jetzt eigentlich nicht ganz richtig, weil ich stelle fest, Ellen White sagt was anderes oder dies und jenes, dann muss ich nicht die ganze Predigt wegschmeißen, weil er hat sich einfach an der Stelle geirrt, hat den Bibeltext da nicht gefunden, hat das nicht bei Ellen White nachgelesen, was auch immer, hat es falsch verstanden gehabt, kann alles Mögliche passieren. Und ich behalte den ganzen Rest der Predigt als sehr gut und die drei Verse oder drei Sätze, die lasse ich einfach weg. Sagt es ihm vielleicht oder wie auch immer.

[39:30] Was ist jetzt, wenn ein Prophet auftritt und sagt: "So spricht der Herr"? Das bedeutet dann, dass alles, was er jetzt sagt, ganz gleich, ob er Bibelverse zitiert oder eigene Worte formuliert, dass es immer Dinge sind, die Gott ihm geboten hat zu sagen. Muss ich das aufprüfen, ja oder nein?

[39:55] Ja, natürlich muss ich es prüfen. Paulus sagt: "Prüft alles, das Gute behaltet." Das bedeutet jetzt aber nicht, dass ich sage: "Der Satz ist richtig, der Satz ist falsch, der Satz ist richtig, der Satz ist falsch."

[40:05] Was mache ich, wenn ein Prophet Dinge sagt, die falsch sind? Kann ich den Rest seiner Prophezeiung nehmen? Nein. Wenn ein Prophet falsche Dinge sagt, dann verwerfen wir den Propheten. Weil er hat alles im Namen des Herrn gesprochen und ein Prophet, der sagt im Namen des Herrn und sagt dann seine eigene Meinung, ist ein falscher Prophet und vor falschen Propheten soll man sich hüten. Deswegen bedeutet der Vers: "Prüft alles, das Gute behaltet", bedeutet nicht: Ich prüfe die Ellen White Bücher und die mir gut gefallen, behalte ich, sondern ich prüfe, ob Ellen White gut ist und dann behalte ich sie. Oder wenn sie nicht gut ist, dann verwerfe ich sie. Aber es gibt keine so: "Das gefällt mir, das gefällt mir nicht, das gefällt mir, das gefällt mir nicht." Dieser Ansatz ist völlig in die Irre führend.

[40:49] Der Satz von Micha war einer, der hat etwas falsch gemacht. Micha hat gesagt: "Du darfst die nächste stellen." Ja, ganz genau. Da gibt es immer wieder solche Urteile.

[41:04] Schauen wir noch, 1. Samuel 3. Die Zeit reicht uns nicht ganz aus, aber 1. Samuel 3 und dort Vers 20. Man könnte viel, viel mehr über das Thema des Propheten natürlich sagen, aber wir wollen uns mal bei diesen Dingen heute bewenden lassen. 1. Samuel 3, Vers 20, eine interessante Idee hier. 1. Samuel 3 und dort Vers 20, genau da heißt es:

[41:39] "Und ganz Israel, von Dan bis Beerscheba, erkannte, dass Samuel als ein Prophet des Herrn bestätigt war."

[41:46] Die Idee hier ist: Wenn ein wahrer Prophet kommt, wird das nicht nur von einem oder von zwei bemerkt. Ein wahrer Prophet wird vom Volk Gottes als Prophet anerkannt. Nun, es kann sein, dass Teile des Volkes Gottes sich im Abfall befinden. Wir finden bei den späteren Propheten immer wieder solche Beispiele. Aber selbst zu dieser Zeit war das Volk kein besonders heiliges Volk. Und trotzdem haben so ziemlich alle erkannt, dass ein wahrer Prophet, selbst zur Zeit von Jeremia, das hat man oft gewusst, der spricht schon im Namen Gottes, man hat es nur nicht gemocht. Ja, man hat aber schon realisiert, das ist ein echter Prophet.

[42:20] Und in diesem Sinne, glaube ich, ist es ganz wichtig, wenn Leute aufstehen und sagen: "Ich bin ein Prophet" und sie haben nach zwei, drei Jahren nur fünf Leute, die ihnen glauben oder so. Ist das eine äußerst schwierige Sache. Ein wahrer Prophet wird vom Volk Gottes als Prophet anerkannt. Sicherlich nicht am nächsten Tag. Es braucht Zeit, um zu prüfen. Aber auf absehbare Zeit wird ein wahrer Prophet von den Gläubigen als solcher erkannt, weil sie die Stimme Jesu hören und weil sie vom Heiligen Geist geleitet werden. Und das passiert nicht, dass Gott ein treues Volk hat oder dass die ganzen Treuen im Volk Gottes fast kollektiv einen Propheten nicht erkennen. Und das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt, den man sich auch vor Augen führen sollte und den man manchmal leider vergisst.

[43:12] Zum Schluss noch einmal die ganz kurze Idee, aber die kennt ihr wahrscheinlich. Es gibt zwei Arten von Propheten, nämlich die kanonischen und die nichtkanonischen. Weiß jemand von euch, was der Unterschied ist? Kanonische Propheten haben nichts mit Kanonen zu tun und nichtkanonische Propheten?

[43:34] Genau. Also kanonische Propheten sind Propheten, die ein Buch in der Bibel geschrieben haben. Nennt ein paar Beispiele, wer sind da Propheten, die ein Buch in der Bibel geschrieben haben? Im Kanon?

[43:47] Aber es gibt auch nichtkanonische Propheten, die in der Bibel erwähnt werden als vollgültige Propheten, die aber nie ein Buch geschrieben haben. Nennt man mal welche? Die vier Töchter des Diakons Philippus in der Apostelgeschichte? Deborah, Miriam, Hulda, Henoch, Abraham? Wird ein Prophet genannt, aber es gibt kein "Erstes oder Zweites Abraham". Es gibt viele. Gad, Nathan, dann haben wir Elia, Elisa, also die Liste lässt sich lange fortsetzen. Agabus im Neuen Testament.

[44:29] Was will ich damit sagen? Die nichtkanonischen Propheten sind nicht weniger inspiriert als die kanonischen. Man kann also nicht sagen, Mose war mehr inspiriert als Abraham, weil Mose hat fünf Bücher und Abraham null. Gott hat seine Gründe und seinen Plan, warum bestimmte Bücher als Kanon, als verbindlicher Maßstab festgelegt worden sind. Aber ein wesentlicher Punkt ist, dass die nichtkanonischen Propheten mit ihren Botschaften oft sich auf ihre spezielle Zeit bezogen haben. Also der Henoch oder auch der Agabus zum Beispiel. Der Agabus hat von einem Erdbeben gesprochen, das zu seiner Zeit stattfand. Während die kanonischen, die sprechen auch von ihrer Zeit, aber ihre Botschaften sind oft so, dass sie durch alle Zeitalter eine besondere Botschaft haben. Und deswegen als Kanon, als Maßstab gelten.

[45:24] Und ähnlich kann man das auch bei Ellen White sehen. Vieles von dem, was sie schreibt, ist ziemlich spezifisch für die Endzeit. Also gerade im Gesundheitsbereich sind viele ihrer Aussagen spezifisch auf die Endzeit zugeschnitten. Wenn man ihre Bücher einfach ins Alte Testament verfrachtet hätte und den Leuten dort gegeben hätte, die hätten sich gefragt: "Wovon spricht sie?" Das macht also den Unterschied zwischen kanonisch und nichtkanonisch aus. Es ändert nichts am Inspirationslevel. Denn der Geist der Weissagung ist das Zeugnis Jesu und Jesus inspiriert nicht mal mehr oder mal weniger. Entweder Jesus spricht durch den Propheten oder er spricht nicht durch den Propheten. Und jeder wahre Prophet wird auch ehrlich sein und sagen: "Das ist das Wort des Herrn. Gott hat mir das gezeigt. Ich bin ein Bote des Herrn, ich bin ein Prophet." Was auch immer die Formulierung ist, aber er wird das deutlich machen. Und dann kann man das prüfen, ob es stimmt oder nicht.

[46:14] In dem Sinne möchte ich euch zum Schluss wirklich ans Herz legen. Ich denke, die meisten von euch machen das sowieso, auch die, die da zuschauen. Lest die Bibel und lest Ellen White. Also Studie nach Studie zeigt, dass Menschen, die sich mehr mit dem Geist der Weisung beschäftigen, also in dem Fall mit Ellen White, haben ein besseres Andachtsleben, haben ein besseres Verständnis der Bibel, machen mehr Mission, leben gesünder. Wir tun einen riesen Fehler, wenn wir Jesus Stimme in Buchform in unseren Schränken haben und uns für alles mögliche interessieren, nicht für das, was Jesus zu sagen hat.

[46:49] Und wenn man das mal so betrachtet, dass Ellen Whites Gesundheitsratschläge Jesu Ratschläge sind und Ellen Whites Ratschläge zur Mission, die Ratschläge von Jesus sind und Ellen Whites Kommentare zur Endzeit, die von Jesus sind und wenn Ellen White was über Kleidung schreibt, das ist das, was Jesus sagen würde. Wenn man das so mal betrachtet, bekommt man einen völlig neuen Zugang. Und das ist, worum es mit dem Vers eigentlich geht. Wenn der Geist der Weissagung spricht, spricht Jesus. Und wenn wir Jesus lieben, wenn wir nicht nur seine Gebote halten, wir werden auch sein Zeugnis lieben, wir werden den Geist der Weissagung lieben. Denk mal darüber nach, das Verhältnis zum Geist der Weissagung als ein Indikator, als ein Merkmal, wie sehr man Jesus eigentlich wirklich liebt.

[47:32] Diejenigen, die das tun, die haben die Möglichkeit, ein Geheuer selbst zu bekommen. Möglicherweise, genau. Die sind von vornherein ausgeschlossen, ganz genau.

[47:43] Wollen wir uns also vornehmen, ganz neu, bewusst jeden Tag einen Abschnitt zu lesen, auch nicht einfach nur zu lesen, sondern darüber nachzudenken, wie mit der Bibel auch, dass der Geist Gottes wirken kann. Ich glaube, das ist ja ganz, ganz wichtig und kann gar nicht genug betont werden. Lasst uns auch unsere Geschwister dazu ermutigen. Und auch die Zuschauer möchte ich euch ganz herzlich einladen: Lest Ellen White, beschäftigt euch mit dem, was die Prophetie uns sagt und liebt Jesus.

[48:08] Wollen wir noch gemeinsam niederknien und beten? Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du zu uns gesprochen hast und dass du uns erneut erinnert hast an die Wichtigkeit und die Schönheit des Geistes der Weissagung, dass es nicht einfach nur ein paar Ideen sind, die jemand aufgeschrieben hat, sondern dass dort Jesus direkt zu uns spricht. In einer Sprache, die wir verstehen können und die auch sehr individuell ist. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns Freude schenkst, Zeit schenkst, Kraft schenkst, Motivation schenkst, dass wir uns mit dem beschäftigen, was wirklich zählt, dass wir Jesus so sehr lieben, das Evangelium so spannend finden, dass wir die Informationen, die wir darüber bekommen können, gerne aufsaugen, dass wir sie gerne lesen, dass man uns nicht erst dazu groß motivieren muss, sondern dass wir uns aus lauter Liebe für das interessieren, was der Geist der Weissagung uns zu sagen hat. Bitte stärke uns, erfülle uns mit deinem Geist und schenke uns vor allem auch die Kraft, dass wir es nicht nur lesen, sondern verstehen, dass durch deinen Geist wir das auch umsetzen können. Was dort steht, dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Amen.


Lizenz

Copyright ©2018 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.