[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de zu einer weiteren Folge unserer Livestream-Variante ohne Publikum hier in Stuttgart-Wangen von unserem Offenbarungsseminar in diesen merkwürdigen Zeiten.
[1:07] Und wir wollen aber trotzdem uns die Gelegenheit nicht nehmen lassen, weiter zu studieren an diesem interessanten Bericht von Johannes über das neue Jerusalem. Gerade in Zeiten wie diesen hat man ja noch etwas mehr Sehnsucht nach der neuen Erde und nach der Welt, die Gott schaffen wird, wo es kein Leid und keinen Schmerz und keine Sünde und all die ganzen Krisen und Probleme und Sorgen dieser Welt nicht mehr geben wird. Bevor wir uns heute Vers 22 anschauen und eine interessante Frage über den Tempel studieren werden, möchten wir mit einem Gebet beginnen und wem es möglich ist, den lade ich ein mit mir gemeinsam wieder zu knien.
[1:49] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du so gut zu uns bist und dass du ohne Veränderung bist und dass deine Güte und deine Gnade jeden Tag für uns in Fülle zur Verfügung stehen. Herr, wir danken dir, dass du durch dein Wort zu uns sprichst und dass wir auftanken dürfen, wenn wir inspirierte Worte lesen und darüber nachdenken. Herr, wir möchten dich bitten, dass du jetzt unser Lehrer bist, dass du zu uns sprichst, dass wir Freude empfinden im Studium deines Wortes und dass wir gegründet werden und gewurzelt werden in der Botschaft der Offenbarung. Herr, wir leben in so spannenden Zeiten und wir brauchen mehr als je zuvor eine feste Zuversicht auf dein Wort und eine feste Zuversicht auf das, was du für uns tun wirst und wie du uns bis in die neue Erde führen wirst. Herr, wir möchten dich bitten, dass du jetzt nach deiner Verheißung anwesend bist und dass dein Geist zu uns spricht im Namen Jesu. Amen.
[2:56] Offenbarung 21. Das letzte Mal haben wir über die Perlen gesprochen, die zwölf Tore, die aus Perlen waren und wir haben über die Straßen der Stadt gesprochen, die aus reinem Gold sind. Seit einigen Wochen schauen wir uns genauer an, was Johannes dort auf dem Berg gesehen hat, als ihm das neue Jerusalem gezeigt worden ist, die Braut des Lammes, wie eine der sieben Schalenengeln es ihm gesagt hatte. Und wir erinnern uns, das allererste, was er gesehen hatte, etwas, was ihm sofort ins Auge stach, sozusagen. Wisst ihr noch, was es war? Ganz genau, es war die Herrlichkeit Gottes, die Herrlichkeit Gottes, die so kristallklar hervorschien. Der Charakter Gottes, sein Wesen, seine Herrlichkeit ist das, was die Stadt Neu-Jerusalem als allererstes auszeichnet. Und dann hat er gesehen, die Tore und die Mauer, die Grundsteine der Mauer, diese großen Edelsteine, wo die Namen der zwölf Apostel draufgeschrieben waren, die Namen der Stämme Israels auf den Perlentoren und die Maße der Stadt, die ganz außergewöhnlich groß gewesen sind. Das haben wir uns angeschaut und haben alles diesbezüglich studiert oder zumindest einiges, was man dazu studieren kann.
[4:31] Und jetzt heißt es in Vers 22: „Und einen Tempel sah ich nicht in ihr, denn der Herr Gott, der Allmächtige, ist ihr Tempel und das Lamm.“ Dieser Vers ist außergewöhnlich. Während die alle anderen Verse vorbeschreiben, was er sah, sagt hier Johannes, was er nicht sah. Und wenn jemand erwähnt, dass er etwas nicht gesehen hat, dann ist eigentlich so ein bisschen impliziert, dass man so etwas hätte erwarten können, dass er nach etwas Ausschau gehalten hat, wovon man vielleicht hätte denken können, dass es dort gewesen ist. Johannes hat offensichtlich nach einem Tempel Ausschau gehalten. Der Tempel ist ja etwas, was dem gläubigen Israeliten und dem gläubigen Christen sehr vertraut gewesen ist. Für den Gläubigen war ein Tempel ganz entscheidend für viele Jahrhunderte der Erlösungsgeschichte. Und als Johannes jetzt diese Stadt sieht und die Ehrlichkeit und er sieht dort die Namen der Apostel und die Namen der Stämme Israels, erwartet er offensichtlich auch einen Tempel. Der schaut genauer hin und er sagt dann: „Ich sah keinen Tempel.“ Bei einer so großen Stadt hat er vielleicht sogar ein bisschen hin und her geschaut, hat genauer versucht, das zu verstehen. Man kann ja nicht auf den ersten Blick sagen, ich habe da nichts gesehen, da wird wohl nichts sein, sondern er sagt: „Ich sah einen Tempel nicht in ihr.“ Und er stellt uns zunächst einmal die Frage: Was genau ist ein Tempel? Wozu braucht es einen Tempel?
[6:14] Schauen wir gemeinsam in zweite Chronik, Kapitel 2, Vers 6 und beginnen unser kleines Studium hier. In der zweiten Chronik, Kapitel 2, Vers 6 haben wir König Salomo. Salomo war ja von seinem Vater und letztendlich eigentlich von Gott selbst beauftragt worden, diesen Tempel oder einen Tempel zu bauen, den schon David geplant hatte, den er vorbereitet hatte, allerdings nicht bauen konnte, weil er, wie Gott sagte, ein Mann des Krieges gewesen war. Und Salomo, der Friedensmann, was schon sein Name, Salomo, ausdrückt, Frieden, der sollte jetzt diesen Tempel bauen. Ein Tempel, so war das Verständnis, war ein Wohnort Gottes. So hatte es ja schon Gott, und wir können das vielleicht noch kurz nebenbei aufschlagen, in 2. Mose 25, Vers 8 zumindest auch angedeutet. Es heißt hier in 2. Mose 25, Vers 8, über die Stiftshütte, die für Jahrhunderte das Heiligtum Gottes darstellte, in 2. Mose 25, Vers 8: „Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.“ Und das war eigentlich eine der Kernideen des Heiligtums, dass Gott mitten unter seinem Volk wohnt.
[7:49] Aber Salomo sagt uns hier in 2. Chronik, Kapitel 2, Vers 6, dass Gott kein Heiligtum auf Erden braucht, um dort wohnen zu können. Schauen wir mal in Vers 6. Es heißt hier: „Aber wer kann ihm ein Haus bauen? Denn der Himmel und aller Himmel Himmel können ihn nicht fassen. Und wer bin ich, dass ich in mein Haus baue? Es sei denn, um vor ihm zu räuchern.“ Also Salomo versteht, der Auftrag, ein Heiligtum für Gott zu bauen, bedeutet nicht, dass Gott obdachlos oder heimatlos ist und irgendwie jetzt einen Ort hat, wo er bleiben kann. Salomo versteht, Gott ist so groß, er ist so gewaltig, dass das Universum ihn letztlich nicht fassen kann. Jedes von Menschen gebaute Bauwerk, sei es eine Hütte oder ein Zelt oder selbst dieser unglaublich herrliche Tempel, den dann Salomo realisiert, nichts von dem, auch nur ansatzweise, könnte irgendwie Gott vollumfänglich behausen, sozusagen beherbergen. Salomo versteht, Gott ist nicht auf einen Tempel angewiesen. Man kann ihn nicht in einen Schrein setzen, man kann ihn nicht irgendwo ablegen und sagen, da ist Gott. Das war ja die Idee der Heiden. Die Heiden hatten sich überlegt, naja, die Götter, die wohnen auf dem Olymp oder sie wohnen hier auf diesem heiligen Berg oder sie sind in diesem Tempel und wenn man dann die Götterstatue raubt und an einen anderen Ort bringt, dann ist der Gott nicht mehr in dieser Stadt gegenwärtig. Das war heidnisches Denken, aber Salomo wusste, der wahre Gott, der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, der lässt sich nicht auf so einen kleinen Ort beschränken.
[9:33] Warum also doch ein Heiligtum? Warum sagt Gott dann: „Ich will mitten unter ihnen wohnen“, wenn er doch sowieso gegenwärtig ist? Und Salomo gibt uns hier einen Hinweis. Er sagt: „Es sei denn, um vor ihm zu räuchern.“ Der Heiligtumsdienst mit seinen Opfern und mit den Gebeten war der Grund, warum Gott eine Wohnstätte unter den Menschen haben wollte. Nicht damit er endlich auf der Erde sein kann, sondern damit die Menschen ihn etwas besser kennenlernen können, damit sie ihn besser begreifen können. Das Heiligtum sollte den ohnehin gegenwärtigen Gott, den von Sünde vernebelten Menschen die Idee, wer Gott ist, etwas näher bringen. Indem Gott sich in ein Heiligtum begab, konnten Menschen besser begreifen, wie sie sich ihm nähern können. Denn in Wahrheit konnte ja und kann immer jeder Mensch sofort zu Gott kommen. Er muss nicht erst an ein Zelt gehen oder an ein Tempel. Er muss auch nicht erst ein Opfer bringen, damit er endlich sich Gott nähern kann.
[10:44] Das sagt ja David ganz deutlich in Psalm 51. Da gibt es diese berühmte Passage, die deutlich macht, dass schon im Alten Testament letztendlich ja die Opfer symbolischen Gehalt hatten. In Psalm 51 und dort Vers 18 sagt David: „Denn an Schlachtopfern hast du kein Wohlgefallen, sonst wollte ich sie dir geben. Brandopfer gefallen dir nicht. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz, wirst du, oh Gott, nicht verachten.“ David sagte, du möchtest eigentlich, dass mein Herz gebrochen ist, keine Opfer. Und trotzdem hatte Gott Opfer geboten, nicht weil die Opfer notwendig waren, damit Menschen überhaupt Erlösung bekommen können. Nein, die Opfer sollten dem von Sünde benebelten Geist den Erlösungsplan verdeutlichen. Sie sollten etwas greifbar machen, was für viele Sünder sonst unfassbar gewesen wäre. So auch das Heiligtum als Ganzes. Das Heiligtum war Gottes Weg, sein eigenes Wesen so herunterzubrechen, im neuen Deutsch ausgesprochen, so einfach aufzuschlüsseln, dass Menschen, die mit Sünde beladen sind, einen Weg finden, ihn besser zu verstehen.
[12:04] 1. Könige 8 und dort Vers 27 zeigt uns einen ganz ähnlichen Gedanken. Es ist wieder Salomo, der hier spricht, diesmal nicht am Beginn der Bauphase, sondern am Ende bei der Einweihung des nun nach mehreren Jahren fertiggestellten salomonischen Tempels, der es ja an Größe und Herrlichkeit alles übertraf, was es damals zu jener Zeit gab. 1. König 8 und dort Vers 27. Salomo stellt fast genau dieselbe Frage, aber wohnt Gott wirklich auf der Erde? „Siehe, die Himmel und aller Himmel können dich nicht fassen. Wie sollte es denn dieses Haus tun, das ich gebaut habe?“ Salomo war sich auch nach all diesen großartigen architektonischen Leistungen bewusst, dieses Heiligtum wird nicht den Zweck erfüllen oder ist nicht dazu da, um Gott irgendwie jetzt hier einzugrenzen. Aber dieses Heiligtum hat doch einen Zweck und das ganze Kapitel 8 macht dann deutlich, dass es so ein Fokus sein sollte, ein Brennpunkt. Alle Gebete des Volkes sollten sich zu diesem Heiligtum hinwenden und damit auf den wahren Wohnort Gottes, nämlich im Himmel, hinweisen.
[13:31] Wir finden diese Idee ganz deutlich und dort in Vers 48. Dort heißt es: „Wenn sie so zu dir umkehren mit ihrem ganzen Herzen und mit ihrer ganzen Seele im Land ihrer Feinde, die sie weggeführt haben und sie beten zu dir, zu ihrem Land hingewandt, das du ihren Vätern gegeben hast und zu der Stadt hin, die du erwählt hast, Jerusalem und zu dem Haus hin, das ich deinem Namen gebaut habe.“ Also wenn die Gebete Israels aus dem Exil, vielleicht sogar aus der, wie es in dem Kontext ja sogar um das Exil geht, wenn diese Gebete aus dem Exil sich versammeln auf das Heiligtum hin, dann sagt Salomon Vers 49: „So höre du im Himmel in deiner Wohnstätte ihr Gebet und ihr Flehen und verschaffe ihnen Recht.“ Das Heiligtum sollte die Israeliten, selbst dann, wenn sie in der Gefangenschaft sind, mit dem Gott des Himmels in Verbindung bringen.
[14:25] Das, was Salomo hier sagt über den Zweck des Tempels, hatte er sich selbstverständlich nicht ausgedacht. Er sprach unter Inspiration des Heiligen Geistes. Gott selbst hat ähnliche Gedanken ausgedrückt, zum Beispiel in Jesaja Kapitel 66. Jesaja 66, Jahrhunderte später sagt Gott im Wesentlichen dasselbe, was Salomo über Gott gesagt hat. Jesaja 66 und dort Vers 1: „So spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel für meine Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir denn bauen? Oder wo ist der Ort, an dem ich ruhen soll?“ Man hört die Fragen von Salomo: „Wie soll ich ein Haus bauen, das Gott fassen kann?“ Es ist unmöglich und Gott sagt: „Ja tatsächlich, Himmel und Erde sind nur eine Kleinigkeit von mir. Ihr könnt mir gar kein Haus bauen, in dem ich wohne, in dem konkreten Sinne.“ Vers 2: „Denn dies alles hat meine Hand gemacht und so ist dies alles geworden, spricht der Herr. Ich will aber den ansehen, der demütig und zerbrochenen Geist ist und er zittert vor meinem Wort.“
[15:43] Jedes Heiligtum auf dieser Erde hatte den Zweck, den Sünder mit Gott in Verbindung zu bringen und David erkannte schon, dass wenn diese Verbindung da ist, dann ist das Heiligtum eben nur noch als Gebäude oder das Opfer als Tier auf einem Altar nur noch sekundär, weil es ja ohnehin nur hinführenden Charakter gehabt hat.
[16:15] Im Neuen Testament finden wir eine Geschichte in Johannes 4, eine bekannte, berühmte und unglaublich inhaltsreiche Geschichte, als Jesus mit der Frau der Samariterin am Jakobsbrunnen ein ganz tiefgehendes Gespräch gehabt hat. Und gerade an dem Punkt, wo es darum ging, jetzt Farbe zu bekennen und Sünde zu bekennen, hat diese Frau zunächst einmal ausweichend eine theologische Diskussion angefacht. Es heißt nämlich in Johannes 4 und dort Vers 19: „Die Frau spricht zu dem Herr: Ich sehe, dass du ein Prophet bist.“ Als Jesus offenbart, dass er alles aus ihrem Leben weiß, lenkt sie vom Thema ab, ohne genau zuzugeben, dass Jesus wirklich recht gehabt hat, als er gesagt hat: „Du hast recht gesagt, ich habe keinen Mann, denn fünf Männer hast du gehabt und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.“ Da hast du die Wahrheit gesprochen, sie bejaht das so implizit, wenn sie sagt: „Ich sehe, dass du ein Prophet bist.“ Aber statt eigentlich jetzt um Vergebung zu suchen, was die Gelegenheit gewesen wäre in dem Moment schon, beginnt sie eine theologische Diskussion. „Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist, unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet und ihr sagt, in Jerusalem sei der Ort, wo man anbeten soll.“
[17:48] Nebenbei gesagt, so manche theologische Diskussion ist der Versuch, dem Finger Jesu in der Wunde auszuweichen. So manche theologische Diskussion ist eine Ablenkung von der herzenserforschenden Botschaft Jesu an mich und an dich. Nun, Jesus, und das ist interessant, ist auf diese Diskussion eingegangen. Er sagt in Vers 21: „Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“
[18:21] Was war die Diskussion? Die Samaritaner hatten einen Tempel gebaut und zwar auf dem Berg Garizim. Das war einer der beiden Berge, auf dem die Israeliten nach ihrem Einmarsch in Kanaan, auf Geheiß Moses, dann unter Joshua, den Segen und den Fluch sprechen sollten. Der Berg Garizim, der stand für den Segen. Und so haben viele Jahrhunderte später, als die Israeliten den Samaritern verwehrt haben, an dem Tempel zu bauen, unter Serubbabel und Joshua, was man in Esra 4 nachlesen kann, haben sie begonnen, auf dem Berg Garizim einen Tempel zu bauen, von dem sie behaupteten, dass es der wahre Tempel sei. Und im Laufe der Zeit entwickelte sich eine regelrechte Verschwörungstheorie, die besagte, dass der wahre Tempel schon immer auf dem Garizim gewesen sei und dass dann später die abgefallenen Israeliten in Silo ein anderes Heiligtum gebaut hätten, mit Samuel und so weiter, und dass daraus dann der ganze Abfall entstanden sei und dass nur die Samariter, die treu zu den fünf Büchern Moses standen und alle anderen Propheten abgelehnt hätten, dass sie noch den wahren Tempel hätten. Das war natürlich großer Unsinn und unbiblisch und auch unhistorisch, aber die Frau glaubte ganz aufrichtig daran. Sie war ganz fest davon überzeugt, so war sie gelehrt worden, das hatte man ihr immer so eingetrichtert, dass die Juden nie abgefallen sind und die Samariter die wahren Behüter, das ist auch sprachlich so ein bisschen die Bedeutung ihres Namens, die Behüter, die Bewahrer des wahren Tempels.
[20:10] Und Jesus antwortet auf eine sehr interessante Weise. Er sagt nach Vers 22: „Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt aus den Juden.“ Jesus macht deutlich, die Wahrheit liegt bei dem, was das Alte Testament im Ganzen sagt. Das Heiligtum war wirklich in Silo und der Tempel in Jerusalem war der wahre Tempel. Aber über das hinaus, über die Klärung der Fakten geht es noch viel tiefer, denn es kommt auf ein viel tiefer liegendes Prinzip an. Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden, denn der Vater sucht solche Anbeter.
[20:55] Gott im Himmel sucht nicht einfach Menschen, die wissen, wo der richtige Tempel ist. Gott, der Vater war nicht allzu sehr beeindruckt, wenn Juden mit Samaritern stritten und sagten: „Wir haben recht, wir haben recht, wir haben recht, hier sind die Beweise, zack, zack, zack, hier und Jesaja und Jeremia und Hesekiel und dann die Samariter gesagt haben, nein, die anerkennen wir gar nicht an.“ Gott hat mehr gesucht als Menschen, die nur die Wahrheit wussten. Er hat mehr gesucht als Menschen, die mithilfe von Bibelstellen belegen konnten, dass der Tempel in Jerusalem der wahre Tempel ist. Und obwohl das wahr war, war es noch nicht alles, was Gott suchte. Er suchte Menschen, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
[21:43] Es war also möglich, sogar den wahren Tempel zu identifizieren und in den wahren Tempel zu gehen und im wahren Tempel zu beten, ohne im Geist und in der Wahrheit zu beten. Tatsache war, die allermeisten Juden, die so viel wussten, haben Gott offensichtlich nicht in Geist und Wahrheit angebetet. Der Tempel, das Heiligtum war also wiederum auch an dieser Perspektive ein Mittel zu einem Zweck. Und wie oft geschieht es, dass Menschen die Mittel nehmen, die Gott benutzt und zu einer eigenen, zu einer eigenständigen Sache machen und zum Selbstzweck. Gott hat die Sonne geschaffen, damit wir lernen, dass er das Licht ist. Aber Menschen haben angefangen, die Sonne anzubieten. Gott hat eine bronzene Schlange machen lassen, als ein Mittel zu einem Zweck, damit die Menschen die Erlösung verstehen. Stattdessen hat man die bronzene Schlange angebetet. Gott hat das Heiligtum gegeben, damit Menschen den Erlösungsplan sehen, aber die Israeliten machten aus dem Mittel einen Selbstzweck und waren so stolz auf ihren Tempel.
[23:03] Ist es möglich, dass auch wir heute aus den Mitteln, die Gott gibt, einen Selbstzweck machen, in unserem persönlichen, privaten Glaubensleben, in der Gemeinde, sowohl lokal, deutschlandweit und auch weltweit, dass wir Dinge, die wir von Gott bekommen, isolieren aus ihrem Erlösungsplan und stolz sie vor uns hertragen, ohne zu verstehen, wozu sie uns gegeben sind?
[23:34] In Neu-Jerusalem braucht es keinen Tempel mehr, denn dort ist Gott gegenwärtig. Das ist die Botschaft von Johannes in Offenbarung 21, Vers 21. Uns wird ja auch durch Paulus gesagt, dass es viele Dinge gibt, die enorm wichtig sind, die trotzdem irgendwann ihr Ziel erreicht haben und aufhören werden. In 1. Korinther 13 zum Beispiel heißt es: „Die Liebe hört niemals auf, aber seien es Weissagungen, sie werden weggetan werden. Seien es Sprachen, sie werden aufhören. Seien es Erkenntnisse, sie wird weggetan werden.“ Prophetie ist entscheidend. Es ist so wichtig, das prophetische Wort zu verstehen und jeder, der gerade in diesen Zeiten, in denen wir leben, so viele spannende Dinge passieren, die Prophetie ignoriert, der ist auf gefährlichem Pfad. Die Bibel macht sehr deutlich, wir sollten unsere Nase im prophetischen Wort haben. Wir sollten die Prophetie studieren, weil sie uns, und jetzt kommt es, zu Jesus weist und uns den Weg der Erlösung zeigt und gerade in der Zeit, in der wir leben, uns vor den Irrtümern dieser Welt bewahrt.
[24:44] Paulus weiß auch, die Prophetie hört auf. Wenn wir einmal im Himmel sein werden, hat Daniel 2 seine Schuldigkeit getan. Selbst Daniel 11 ist dann erfüllte Prophetie. Wir werden sicherlich vielleicht mal die Prophezeiung lesen, so wie man ein Museum geht und sich da eine alte Artefakte anschaut, diese Prophezeiung noch mal durchgehen, noch mal auf dem Baum 17 lesen und sagen: „Ja, ja, das war damals alles so und es ist genauso gekommen.“ Aber die Prophezeiung wird ihren Zweck erfüllt haben. Das Heiligtum, die Heiligtümer auf der Erde und auch das Heiligtum im Himmel dienen einem Zweck. Und es ist wichtig, dass wir diesen Zweck, dieses Ziel nie aus den Augen verlieren. Es ist die direkte, ungetrübte Verbindung und Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch, so wie Offenbarung 21 uns das sehr deutlich sagt.
[25:38] In Vers 22, wie wir gelesen haben: „Und einen Tempel sah ich nicht in ihr, denn der Herrgott, der Allmächtige, ist ihr Tempel und das Lamm.“ Genau genommen hat er doch einen Tempel gesehen, aber nicht ein Gebäude, nicht eine Stiftshütte, nicht ein Zelt, sondern Personen: Gott, der Allmächtige und Jesus, das Lamm. Sie sind das Heiligtum. Gott, der Allmächtige, das ist Gott, der Vater. Wir haben ihn schon öfter in der Offenbarung gesehen. Nur ein paar Beispiele, die zeigen, dass er eine große Rolle in Offenbarung spielt. Offenbarung 1, Vers 8: „Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Sprich, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.“ Oder Kapitel 4, Vers 8, wo Johannes in der Vision Gott, den Vater, auf dem Thron sitzen sieht im himmlischen Heiligtum. Und jedes einzelne von den vier lebendigen Wesen hatte sechs Flügel ringsherum und inwendig waren sie voller Augen und unaufhörlich rufen sie bei Tag und bei Nacht: „Heilig, heilig, heilig ist der Herrgott, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt.“ Und wir könnten einige andere Beispiele anführen.
[26:55] In der Offenbarung sehen wir sowohl Gott, den Vater, als auch Jesus als ganz entscheidende Persönlichkeiten. Das Lamm ist natürlich hier in Offenbarung 21, Vers 22, Jesus. Und Jesus wird von Johannes nie ohne Grund das Lamm genannt. Er, Johannes, der es als einer der ersten gehört hatte, wie Johannes der Täufer in Johannes 1 gesagt hatte: „Siehe, das ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt.“ Der Tempel war dazu da, in jedem einzelnen Aspekt auf die Erlösung durch Jesus, auf seinen Tod, seine Auferstehung und seinen hohen priesterlichen Dienst im Himmel hinzuweisen.
[27:47] Jesus selbst hat das in einer bemerkenswerten Geschichte deutlich gemacht. Ziemlich am Anfang seines öffentlichen Dienstes, nach etwa einem halben Jahr, als er zum ersten Mal als Gesalbter, als Messias zum Passah nach Jerusalem kam und in Johannes 2 dort mit einer aufsehenerregenden Geste den Tempel von allen reinigte, die ihn durch ihre Geschäfte verunreinigten. Als dann die Pharisäer und die Schriftgelehrten erst verschreckt weggelaufen waren und dann später zurückkommen, fragen sie in Johannes 2, Vers 18, Jesus: „Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, dass du dies tun darfst?“ Und jetzt kommt die Stelle, die für uns hier sehr interessant ist. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.“ Da sprachen die Juden, Vers 20: „In 46 Jahren ist dieser Tempel erbaut worden und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?“ Und hier kommt der Schlüssel, Vers 21: „Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.“
[29:07] Auch die Jünger haben wohl zu dem Zeitpunkt noch nicht genau verstanden, was Jesus eigentlich sagen wollte, deswegen sagt dann Johannes in Vers 22: „Als er aus den Toten auferstanden war, dachten seine Jünger daran, dass er ihnen dies gesagt hatte und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.“ Jesus hatte deutlich gemacht: Ihr seid so stolz auf den Tempel, aber ich selbst bin der Tempel.
[29:22] Einer der Namen Jesu ist der Immanuel und Immanuel heißt Gott mit uns. Wenn wir uns das Heiligtum, wie es uns im Alten Testament vor allem in der Stiftshütte präsentiert wird, anschauen, sehen wir, dass genau das die Kernidee des Heiligtums gewesen ist. Da gab es den Vorhof mit dem Brandopferaltar und dem Waschbecken, den Eingang natürlich hier, da gab es das Heilige mit dem siebenarmigen Leuchter und dem Schaubrot-Tisch und da gab es den Altar mit dem Räucheraltar, mit dem Räucherwerk. Es gab den Vorhang und es gab das Allerheiligste mit der Bundeslade und den zehn Geboten dort drin, den Cherubim. Hier im Allerheiligsten war die Schechinah-Herrlichkeit, die Gegenwart Gottes selbst. Hier draußen, da waren die Menschen, sie konnten nicht in das Heiligtum hinein, sie konnten nur draußen ihre Opfer bringen und beten und warten. Aber es gab jemanden, der sowohl hier sein konnte, als auch im Heiligen sein konnte, als auch im Allerheiligsten sein konnte, zumindest einmal im Jahr und das war Jesus Christus im übertragenen Sinne. Das war der Priester, der Mittler, der genau das Wesen von Jesus darstellen sollte, der Mensch geworden ist und gleichzeitig Gott blieb, der in allen drei Bereichen des Heiligtums aktiv sein konnte.
[31:37] Gott, ein Mittler und der Mensch, alle drei Ideen treffen sich in Jesus, denn Jesus ist wahrer Gott, er ist wahrer Mensch und er ist der Mittler zwischen Gott und Menschen. Alles, was das Heiligtum als Idee ausdrücken möchte, dass durch das Heiligtum Gott mit den Menschen verbunden werden kann, trifft sich in Jesus. Deswegen kann Jesus ohne jede Übertreibung sagen, dass er der Tempel ist. Wenn er getötet wird, wird der Tempel abgebrochen und durch eine Auferstehung am dritten Tag wird der Tempel wieder aufgerichtet. Jesus war sich bewusst, dass alles im Tempel allein auf ihn hinwies, jedes Detail.
[32:28] Und deswegen ist es vielleicht auch so interessant zu sehen, dass in 2. Mose so viel Zeit damit verbracht wird, dieses Heiligtum sehr genau und sehr präzise zu beschreiben. Die einzelnen Farben, die Materialien, die einzelnen Details werden alle minutiös, nicht nur einmal, sondern zweimal dargestellt und man bekommt den Eindruck, hier ist etwas enorm Wichtiges beschrieben. Und deswegen muss es auch ganz exakt angefertigt werden, weil eben jedes Detail ein Hinweis auf Jesus und den Erlösungsplan ist.
[33:11] Aber dann sagt uns auch Jesus in Johannes 10 und dort Vers 30, Johannes 10 und dort Vers 30, dort heißt es: „Ich und der Vater sind eins.“ Was für Jesus gilt bezüglich seines Charakters und seines Wesens, gilt genauso ohne Abstriche für den Vater. Deswegen konnte ja Jesus in der berühmten Stelle in Johannes 14 Vers 9 zu Philippus sagen: „Du hast mich jetzt schon so lange kennengelernt und du siehst den Vater nicht. Wer mich gesehen hat, der sieht den Vater.“ Das heißt, wenn das Heiligtum eine präzise Beschreibung des Wesens Jesu ist, wenn also Jesus sagen kann: „Ich bin der Tempel“, dann gilt das genauso für Gott, den Vater. Zwischen Gott, dem Vater und Jesus besteht kein Unterschied bezüglich ihrer Motive und ihrer Handlungsweisen gegenüber den Menschen.
[34:11] Es gibt eine interessante Aussage von Ellen White, wo sie, das sind jetzt nur meine paraphrasierten Worte, andeutet, dass wenn Gott der Vater auf die Erde gekommen wäre als Mensch anstelle von Jesus, wir müssten keine einzige Silbe des Evangeliums ändern. Er hätte alles genauso getan wie Jesus. Das heißt, die Aussage von Jesus, dass er der Tempel ist, gilt genauso für den Vater. Und deswegen kann Johannes ohne Probleme sagen, dass tatsächlich Gott der Vater und Jesus das eigentliche Heiligtum sind. Es braucht kein Heiligtum mehr, weil wir schon am Ziel sind. Wir sind dann bei Gott, wir können ihn sehen von Angesicht zu Angesicht.
[34:53] Erste Korinther 13 spricht ja genau von dieser Sache. Wir wollen da noch einmal hingehen. Erste Korinther 13 und dort Vers 12, da heißt es: „Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels.“ Da geht es ja auch um Weissagungen und Sprachen und Erkenntnis, um theologische Aussagen und prophetische Weissagungen und alles Mögliche. Und Paulus sagt, das ist alles wichtig, aber es wird aufhören, denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels, wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleich wie ich erkannt bin.
[35:37] Jetzt können wir das Wesen Gottes in der Natur noch sehen, auch wenn es durch die Sünde natürlich etwas verzerrt ist. Wir können das Handeln Gottes sehen in der Geschichte. Wir können das Handeln Gottes sehr deutlich sehen in der Bibel. Wir können das Handeln Gottes sehen im Heiligtumsdienst, in den Ereignissen des Lebens, wenn wir auf die Stimme des Heiligen Geistes hören. Aber all das ist nur ein schwacher Abglanz von dem, was wir einmal von Angesicht zu Angesicht sehen werden. Das Heiligtum ist der Weg, aber Gott selbst ist das Ziel.
[36:14] Wie ist es dann also, und das wollen wir zum Abschluss auch noch uns kurz fragen, wie ist es dann mit der Vision von Ellen White, die in ihrer allerersten Vision 1844 im Dezember einen Tempel gesehen hat? Just bei der Beschreibung des neuen Jerusalems. Nun, wenn man sich diese Vision, die man zum Beispiel in der frühen Schrift nachlesen kann, „Erfahrungen und Gesichter“, in der ersten Vision, wenn man sich das genau anschaut, stellt man fest, dass Ellen White hier zunächst einmal, nachdem sie die Ereignisse noch ein bisschen auf der Erde beschreibt und dann die Himmelfahrt, die Entrückung auf den Wolken, dann den Eintritt in das neue Jerusalem beschreibt und dort etliche Szenen, zum Teil sehr ausführlich beschreibt und dann auch beschreibt, wie sie aus der Stadt heraus in die umliegenden Gegenden der neuen Erde sich auf den Weg machen, dorthin zu gehen. Sie spricht von einem Feld mit großem Gras zum Beispiel, sehr herrlich war anzuschauen und wo sie die verschiedenen Tiere sieht, in einem zweiten Feld, dann Löwe, Lamm und Leopard und Wolf und so weiter. Dann waren sie auf dem Weg und haben einen Wald gesehen, ganz licht und hell, wo man sicher schlafen kann, nicht so dunkel wie hierzulande auf der Erde und dann sagt sie: „Wir waren auf dem Weg nach Berg Zion.“ Während sie durch den Wald gehen, sagt sie, waren wir auf dem Weg zu Berg Zion, der außerhalb der Stadt Neu-Jerusalem zu liegen scheint und auf dem Weg dorthin beschreibt sie dann, wie sie noch eine Gruppe von Menschen gesehen haben, die nicht nur weiße Gewänder trugen, sondern an deren weißen Gewändern war so ein roter Saum, ein Kennzeichen für die Märtyrer, die für ihren Glauben, für ihre Liebe zu Jesus ihr Leben gelassen haben. Und sie beschreibt dann auch in einer sehr eindrücklichen Formulierung, dass neben diesen Märtyrern unzählbar viele kleine Kinder waren, die ebenfalls so einen roten Saum an ihrem Gewand gehabt haben, an ihrem weißen Kleid. Sie erklärt das dann nicht weiter, aber es scheint darauf zu deuten, dass es sehr sehr viele Kinder geben wird, die offensichtlich getötet worden sind, gestorben sind und die dann von Gott quasi wie Märtyrer behandelt werden und besonders ausgezeichnet werden. Da bin ich schon sehr gespannt, was sich genau letztendlich dahinter verbirgt, aber wir können davon ausgehen, dass hier uns noch eine große Freude bevorsteht, wenn wir in den Himmel kommen.
[39:54] Aber dann sagt sie, der Berg Zion war direkt vor uns und auf dem Berg war ein herrlicher Tempel und um ihn herum waren sieben andere Berge, wohlgemerkt nicht in der Stadt Neu-Jerusalem, aber außerhalb. Sieben andere Berge drumherum, auf denen Rosen und Lilien wuchsen und ich sah diese kleinen, diese Kinder mit dem roten Saum, wie sie auf die Gipfel der Berge kletterten oder auch flogen, wenn sie sich dafür entschieden, ihre kleinen Flügel zu benutzen und wie sie die niemals verwelkenden Blumen dort pflückten. Es waren alle möglichen Bäume um diesen Tempel herum, Pinien und Ölbaum und verschiedene andere, Feigenbaum, einige Baumarten werden hier erwähnt und dann sagt sie, dass dadurch der ganze Ort sehr herrlich aussah und dann sagt sie: „Und als wir dabei waren, in den heiligen Tempel zu gehen, hat Jesus seine liebliche Stimme erhoben und gesagt: Nur die 144.000 gehen in diesen Ort und wir riefen Halleluja.“ Und dann gibt sie den Kommentar und sagt: „Liebe Brüder, liebe Schwestern, es ist eine Extraversammlung für alle, die das Siegel des lebendigen Gottes haben.“ Sie beschreibt diesen Tempel noch als getragen von sieben Säulen, alle aus transparentem Gold, mit Perlen, den allerherrlichsten Perlen und sie sagt dann: „Die herrlichen Dinge, die ich dort sah, kann ich gar nicht anfangen zu beschreiben. Oh, dass ich in der Sprache Kanaans reden könnte, ist dann ihre berühmte Aussprache hier. Dann könnte ich etwas von der Herrlichkeit der oberen Welt erzählen, aber wenn wir treu sind, werden wir alles bald selbst erfahren.“ Sie sagt dann noch, dass sie Steintafeln gesehen hat mit den Namen der 144.000, die dort eingraviert waren in goldenen Buchstaben und dann sagt sie, nachdem wir die Herrlichkeit des Tempels gesehen haben, das heißt, sie durfte hinein, kam wieder heraus, dann sagt sie, hat Jesus uns verlassen und ist in die Stadt gegangen und bald hörten wir seine liebliche Stimme und er lädt sie dann zu dem Abendmahl ein, das wieder in der Stadt stattfindet.
[41:18] Das heißt, was wir von Ellen White hier noch zusätzlich lernen dürfen, ist, dass es tatsächlich noch einen Tempel geben wird, aber nicht in der Stadt, sondern außerhalb der Stadt auf dem Berg Zion für eine besondere Versammlung, allein für die 144.000. Und das ist eine sehr spannende Sache, das würde ein vertieftes Studium erfordern, was jetzt genau die Besonderheit dieser 144.000 ist, auch im Zusammenhang mit dem Heiligtumsdienst und der Frage möglicherweise auch vom Ende der Gnadenzeit und der besonderen Erfahrung, die diese Gläubigen machen, die dann auf dieser Erde in den letzten Zügen der Weltgeschichte auf dieser Erde leben werden, ohne einen Fürsprecher im Himmel, denn dann irgendwann wird der Dienst Jesu im himmlischen Heiligtum aufgehört haben und sie werden versiegelt sein aufgrund ihrer tiefen Liebe zu Gott und des Heiligen Geistes, der in ihnen den Gehorsam vollständig möglich macht. Und da ist also dieser Tempel auch als Erinnerung und als besonderes Zeichen, diese 144.000 auf der Erde noch zu sehen. Und das, denke ich, ist noch wichtig hier anzufügen und im Hinterkopf zu behalten.
[42:26] Aber selbst dort ist dieser Tempel letztendlich ein Symbol, ein Zeichen für die tiefe, enge Beziehung, die dann die 144.000 auch in dieser besonderen Zeit mit ihrem Erlöser Jesus eingegangen sind. Denn während der Heilige Geist sich von der Welt zurückgezogen hat, hat er sich nicht zurückgezogen von den Gläubigen, sondern sie erfüllt und das Gesetz Gottes in ihr Herz geschrieben. Jesus hat sie nicht verlassen, sondern sie sind mit ihm gemeinsam durch diese letzte, besonders spannende Zeit der Weltgeschichte gegangen. Der Tempel ist immer, das Heiligtum ist immer ein Mittel Gottes, um zu illustrieren, wie wir näher, noch näher zu ihm kommen können.
[43:09] Und auch im Himmel werden wir immer noch näher, noch näher zu ihm kommen. Deswegen sind Gott, der Vater selbst und Jesus selbst Tempel, weil wir selbst dann, wenn wir sie von Angesicht zu Angesicht sehen, immer noch näher zu ihnen kommen können, immer noch besser sie verstehen können, mehr von ihrer Weisheit begreifen können. Und dieser Prozess wird niemals, liebe Freunde, niemals aufhören. Der Himmel, so hat man Ellen White ausgedrückt, ist ein ständiges sich Gott nähern durch Jesus Christus. Bis in alle Ewigkeit werden wir Gott immer besser kennenlernen. Eine sich vertiefende Freundschaft, die kein Ende findet. Ist das nicht wunderbar?
[43:59] Wollen wir Gott nicht heute einladen, in unserem Herzen zu wohnen? Wollen wir ihn nicht heute einladen, dass wir jetzt im himmlischen Heiligtum noch Gnadenzeit ist, dass Jesus jetzt noch für uns wirken kann? Wollen wir ihn einladen, dass wir ihn so sehr in unser Herz schließen können, dass wir einmal ihn von Angesicht zu Angesicht sehen können? Lasst uns auch gemeinsam niederknien und Gott darum bitten.
[44:26] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du durch dein Wort zu uns sprichst und dass die Offenbarung so interessante und schöne Gedanken uns offenbart. Wir haben uns ein paar Minuten Gedanken gemacht über das Heiligtum, aber man könnte Stunden, Tage, Wochen, Jahre, Jahrzehnte füllen und würde doch nicht alles erfassen, was du dort hineingelegt hast. Herr, schenke uns jeden Tag erneut Zeit, über dich nachzudenken, etwas tiefer zu graben, über dein Wort, dein Wort zu verstehen und noch näher zu dir zu kommen. Herr, erfülle uns mit deinem Geist. Das bitten wir von ganzem und tief im Herzen. Im Namen unseres Hohen Priesters Jesus. Amen.