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Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


Christopher Kramp beleuchtet Offenbarung 3, Vers 17, die Botschaft an Laodizea, und kontrastiert die Selbstwahrnehmung der Gemeinde mit Jesu wahrer Einschätzung ihres elenden Zustands. Anhand von Römer 7 erklärt er den inneren Kampf zwischen dem Wunsch, Gottes Gesetz zu folgen, und der sündigen Natur. Er zeigt auf, dass wahre Erlösung und das „Sterben des alten Menschen“ nur durch die Kraft des Heiligen Geistes am Kreuz von Golgatha möglich sind.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:48] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr wieder dabei seid auf www.joelmedia.de. Wir sind mittendrin in der Botschaft an Laodizea, und wir wollen heute weiterstudieren in Offenbarung 3, Vers 17. Wir haben beim letzten Mal diesen Vers schon begonnen, und wir werden auch heute ihn nicht vollständig erschöpfen. Das werden wir sowieso nie, aber werden heute ein paar weitere Gedanken anschauen und auch das nächste Mal dann dort noch fortsetzen. Wir wollen diese Botschaft ja wirklich gründlich betrachten und sehen, was Jesus mir persönlich und dir persönlich zu sagen hat. Bevor wir damit beginnen, möchten wir Gott einladen, dass er unser Lehrer ist, dass wir diese Worte nicht einfach nur lesen. Die sind ja für viele von uns sicherlich auch gut bekannt, sondern dass wir uns wirklich die Frage stellen: Herr, was möchtest du, dass ich heute verstehe? Lasst uns, wo es möglich ist, dazu gemeinsam beten.

[1:51] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du in der Offenbarung durch Jesus direkt zu unseren Herzen sprichst. Wir möchten Danke sagen, dass du in deiner Liebe uns zeigst, wo wir Veränderung brauchen, und dass du mit deinen Worten niemals erschlägst, sondern immer heilst. Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns heute den Mut schenkst, der Wahrheit ins Auge zu schauen, und dass wir dir vertrauen in dem, was du sagst, dass du nicht überspannst, sondern dass du uns es genauso sagst, wie es am besten für uns ist. Und ich möchte dich bitten, dass du zu mir sprichst und zu jedem, der dieses Video sieht. Danke, dass du uns lieb hast. Im Namen Jesu beten wir. Amen.

[2:48] Offenbarung Kapitel 3, Vers 17. Wir haben gesehen beim letzten Mal, dass Laodizea eine extrem hohe Meinung von sich selbst hat. In Vers 17 heißt es: "Denn du sprichst", und wörtlich steht dort im Griechischen: "Reich bin ich und reich bin ich geworden und nichts mangelt mir. Nichts bedürfe brauche ich. Nichts gibt es, was ich noch brauchen könnte."

[3:19] Laodizea glaubt nicht nur, dass es einigermaßen gut mit ihr steht. Sie erkennt nicht, dass es irgend... Sie, also, sie hat den Eindruck, es braucht überhaupt gar keine Verbesserung. So wie es ist, ist alles gut. Das ist der Eindruck, die Selbsteinschätzung, die Laodizea von sich selbst hat. Das "denn" am Anfang ist enorm wichtig, denn es verknüpft diesen Vers mit dem davor. Dort wird nämlich deutlich, dass Jesus die Werke kennt in Vers 15 und 16, und dass Laodizea weder kalt noch heiß ist.

[4:01] Nicht so kalt, dass es offen die Sünden alle zugibt, die es tut, dass es nicht in offener Sünde lebt und von Gott nichts wissen will, aber auch nicht heiß, nicht erfüllt vom Heiligen Geist, der dazu führen würde, dass man mit Feuereifer wie Apollos das Evangelium weitergeben würde, sondern lau, getrennt von der Quelle. Die Quelle ist nicht in Laodizea selbst, und deswegen wünscht sich ja Jesus, dass Laodizea die Tür aufmacht, damit er hinein kann, damit Laodizea nicht nur von Jesus weiß, sondern Jesus persönlich als Erlöser und Freund kennt.

[4:47] Und Jesus sagt, dass er, dass die Gefahr besteht, dass Laodizea das ewige Leben verliert. Ausgespien werden aus dem Mund bedeutet so etwas wie das Volk Israel erlebte, als es vom Land Kanaan ausgespuckt worden ist. Und die Geschichte im Alten Testament, die uns zeigt, wie lange Gott Geduld gehabt hat mit dem Volk Israel, bevor das Land sie ausgespien hat, gibt uns einen Hinweis darauf, dass Jesus hier uns nicht schnell loswerden will, sondern dass er Geduld hat und sich und immer wieder versucht einzugreifen, um uns vor diesem schlimmen Schicksal zu bewahren.

[5:34] Laodizea glaubt, dass es reich ist. "Reich bin ich und reich bin ich geworden und nichts habe ich nötig." Aber heute wollen wir damit beginnen, den, wie die Engländer sagen, den Reality Check zu machen, den wahren Zustand zu erforschen, wie ihn Jesus, der allwissend ist, uns als treuer Zeuge beschreibt.

[6:04] Wir dürfen dabei niemals vergessen, dass wir, dass du und ich, dass wir die Gemeinde Laodizeas sind und dass Jesus in Liebe zu mir spricht und zu dir. Und du erkennst nicht. Wörtlich steht hier: "Du siehst nicht." Und dieses Sehen hat natürlich eine weite Bandbreite. Auch wir sagen ja manchmal: "Ja, siehst du das denn nicht?" "Das habe ich nicht kommen sehen", sagen wir vielleicht. Damit meinen wir nicht immer das physische Sehen. Es geht um ein Erkennen, um ein Verstehen, um ein Begreifen, um ein Realisieren. "Jemand ist blind für die Realität", sagen wir manchmal. Und so Laodizea, Laodizea, das Problem ist hier nicht, dass das intellektuell zu hoch gewesen wäre und es sozusagen in der Erkenntnis nicht weit genug gekommen ist. Es geht darum, dass sie einen Zustand nicht sieht. Sie sieht nicht, wie sie ist.

[7:03] Laodizea sieht nicht, erkennt nicht, was wirklich Fakt ist. Und du erkennst nicht. Interessant ist hier auch, dass das "du" im Griechischen hervorgehoben ist, vorangestellt und dadurch hervorgehoben. Und du erkennst nicht, dass du es bist. Und dann kommt die Beschreibung: "Du, ja, du, Laodizea, du lieber Freund, liebe Freundin, es geht um uns. Und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt." Wörtlich steht hier eigentlich der Elende, nicht irgendein Elender, der Elende, dass du der Elende bist.

[8:02] Das Wort "taliporos" kommt im Neuen Testament nicht häufig vor in dieser Form als Adjektiv, das dann sozusagen durch den Artikel substantiviert ist, ja, "Elend", "der Elende". Dieses Adjektiv kommt in dieser Form nur noch einmal im Neuen Testament vor, nämlich in Römer 7 und dort Vers 24. Römer 7 und dort Vers 24.

[8:41] Paulus schreibt dort im Römerbrief folgenden berühmten Satz: "Ich elender taliporos, ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?" Jemand, der elend ist nach Römer 7 Vers 24, braucht Erlösung.

[9:05] Und das ist die Schwierigkeit, die wir als Laodizea verstehen müssen, weil wir so viel vom Evangelium reden und so viel vom Evangelium singen und so viel anderen vom Evangelium erklären und davon darüber beten, dass wir manchmal den Blick dafür verlieren, dass wir selbst diese Erlösung brauchen und dass wir nicht einfach nur erlöst sind, weil wir davon reden oder weil wir für wahrhalten, dass es diese Erlösung gibt. Wir brauchen die Erfahrung der Erlösung. Ohne sie sind wir elend.

[9:43] Römer 7 Vers 24 steht in einem sehr interessanten Kontext. Paulus beschreibt dort etwas, was schon immer heiß diskutiert worden ist, aber wir wollen uns den theologischen Diskussionen hier gar nicht nähern. Wir wollen einfach den Text selbst sprechen lassen. Wenn wir ab Vers 14 lesen, dann lesen wir: "Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist. Ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn was ich vollbringe, billige ich nicht. Denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so stimme ich dem Gesetz zu, dass es gut ist. Jetzt aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, dass in mir – mir, das heißt in meinem Fleisch – nichts Gutes wohnt. Das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das verübe ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Ich finde also das Gesetz vor, wonach mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung streitet und mich gefangen nimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist." Und dann sagt: "Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?" Paulus beschreibt einen Menschen, der intellektuell das Gesetz Gottes, das Wort Gottes verstanden hat.

[11:24] Intellektuell gibt es dort einen Wunsch, das Gute zu tun, ein Verständnis dafür, dass die Bibel wahr ist, ein Verständnis dafür, dass das Gesetz Gottes gut ist, aber die Erfahrung ist Sünde. Kennst du diesen Zustand? Ich kenne diesen Zustand, wenn man sich vornimmt, etwas Gutes tun zu wollen, wenn man die Bibel liest und sagt: "Ja, das möchte ich jetzt tun", und sich dann fragt, warum man trotzdem immer wieder in Sünde fällt.

[12:11] Paulus sagt, dass hier so ein Kampf ist, ein Kampf zwischen dem, was der Mensch will und dem, was er am Ende erlebt. Und in diesem Kampf siegt seine Erfahrung nach die Sünde, denn er sagt ja in Vers 23: "Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung streitet und mich gefangen nimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist." Wenn der intellektuelle Wunsch, dem Wort Gottes zu folgen, wenn der, wenn, wenn die die eigene Überzeugung: "Ich möchte Gutes tun, ich möchte die Bibel halten, ich möchte das Gesetz Gottes halten", wenn sie mit der Realität meines Lebens aufeinandertrifft, dann ist das Gesetz der Sünde, das die sündige Natur so stark, dass sie all das gefangen nimmt. In dieser Situation siegt die Sünde. Sie nimmt das alles gefangen. Jemand, der in diesem Zustand von Römer 7 Vers 14 bis 24 ist, ist ein Gefangener der Sünde. Deswegen sagt Paulus: "Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen?" Erlösung ist ja Erlösung von der Gefangenschaft der Sünde.

[13:22] Er sagt in Vers 14: "Ich weiß, dass das Gesetz geistlich ist. Ich weiß das, aber ich bin unter die Sünde verkauft." In den Versen vorher beschreibt er noch genauer, was es damit auf sich hat. Er sagt in Vers 7: "Was wollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber ich hätte die Sünde nicht erkannt, außer durch das Gesetz. Denn von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: 'Verzeihung, du sollst nicht begehren.' Da nahm aber die Sünde einen Anlass durch das Gebot und bewirkte mir jede Begierde. Denn ohne das Gesetz ist die Sünde tot. Ich aber lebte, als ich noch ohne Gesetz war. Als das Gebot kam, lebte die Sünde auf und ich starb. Und eben dieses Gebot, das zum Leben gegeben war, erwies sich für mich als todbringend. Denn die Sünde nahm einen Anlass durch das Gebot und verführte mich und tötete mich durch dasselbe. So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist geheiligt. Das Gebot ist heilig, gerecht und gut. Hat nun das Gute mir den Tod gemacht? Das sei ferne! Sondern die Sünde hat, damit sie als Sünde offenbar werde, durch das Gute meinen Tod bewirkt, damit die Sünde überaus sündig würde durch das Gebot."

[14:33] Paulus beschreibt einen Menschen, der das Gesetz Gottes kennenlernt und der feststellt: "Ich soll nicht lügen, ich soll nicht ehebrechen, ich soll nicht töten." Das heißt, ich soll keine unreinen Gedanken haben, ich soll nicht schlecht über andere reden, ich soll für andere da sein, und so weiter und so fort. Er erkennt, wie er sein sollte, und er gibt zu, dass es richtig ist. Er möchte das auch, aber stattdessen wird die Sünde erst so richtig aufgewirbelt. Gerade weil die Sünde gegen das Gesetz ist, führt die Erkenntnis des Gesetzes, dass das eigentlich man tun sollte, dazu, dass die Sünde erst recht gegen diese, gegen diese Regeln rebelliert. Es ist so wie mit einem Mann, der in einem Raum kommt, wo lauter Staub ist, und der versucht jetzt mit einem Besen den Staub auszufegen. Je mehr er fegt, desto mehr geht der Staub nach oben und droht ihn zu ersticken.

[15:41] Was also ist das Problem? Gehen wir noch ein bisschen weiter, denn alles, was Paulus hier beschreibt in Vers 14 bis 24 als Erfahrung und vorher in Vers 7 bis 13 als theologische Beschreibung der, dass es nicht an dem Gesetz liegt, sondern an seiner sündigen Natur. All das ist Erklärung und Ausführung eines Gedankens in Kapitel 7 ab Vers 1, der auf den ersten Moment nicht so leicht zu verstehen zu sein scheint, aber sehr, sehr hilfreich ist, um auch für Laodizea die Lösung zu sehen, die Jesus uns anbietet.

[16:17] Schauen wir in Römer 7 ab Vers 1: "Oder wisst ihr nicht, Brüder – denn ich rede ja mit Gesetzeskundigen –, dass das Gesetz nur solange über den Menschen herrscht, wie er lebt? Denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Wenn aber der Mann stirbt, so ist sie von dem Gesetz des Mannes befreit. So wird sie nun bei Lebzeiten des Mannes eine Ehebrecherin genannt, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. Stirbt aber der Mann, so ist sie vom Gesetz frei, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, damit ihr einem anderen zu eigen seid, nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen. Denn als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod Frucht zu bringen. Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, sodass wir im neuen Wesen des Geistes dienen und nicht dem alten Wesen des Buchstabens." Diese Verse müssen wir verstehen. Wenn wir sie verstehen, dann wird Laodizea die Lösung annehmen können.

[17:54] In Römer 7 sagt Paulus, da gibt es einen Mann, und dieser Mann ist verheiratet mit, mit einer Frau. Aber die Frau möchte eigentlich gern mit einem anderen Mann zusammen sein. Aber sie kann das nicht so ohne Weiteres, solange dieser erste Mann lebt, kann sie nicht ohne, kann sie nicht einfach verlassen, weil wenn sie ihn verlassen würde, solange er lebt, wäre das ein Bruch des Gesetzes. Es wäre nämlich gegen die Zehn Gebote. Und deswegen darf sie ihn sich nicht einfach so scheiden lassen und sagt: "Ich möchte das lieber den anderen Mann haben." Sie möchte gern diesem Mann dienen, also, Verzeihung, diesem, diesem Mann zusammen sein, mit ihm verheiratet sein. Wir werden gleich sehen, warum ich "dienen" gesagt habe. Sie möchte gleich mit ihm zusammen sein, mit ihm zusammen sein, aber sie kann das nicht, solange dieser Mann lebt. Erst wenn dieser erste Mann stirbt, also wenn der stirbt, wenn der tot ist, dann führt das darauf, dass die Ehe aufgelöst wird. Und jetzt kann die Frau den Mann heiraten. Nun, wer ist die Frau? Die Frau, das bin ich.

[19:21] Und wer ist dieser Mann? Der Mann, der zweite Mann, ist Christus.

[19:30] Und deswegen habe ich gesagt "dienen", weil wir, wenn wir mit Jesus einen Bund eingehen, dann dienen wir ihm ja, nicht wahr?

[19:44] Uns. Wer ist also der erste Mann? Mit wem sind wir original zunächst einmal verheiratet? Wir sind verheiratet mit unserer sündigen Natur.

[20:06] Solange dieser, dieses sündige Fleisch lebendig ist, können wir nicht mit Christus eine Einheit sein. Solange wir mit dem sündigen Fleisch verheiratet sind, mit dem alten Menschen, besser der alte Mensch, der durch die sündige Natur sein Leben führt. Wenn dieser alte Mensch stirbt – und ich betone ganz ausdrücklich: Damit ist nicht gemeint, dass die sündige Natur nicht mehr existiert. Wir werden bis zum Ende der Gnadenzeit und darüber hinaus bis zur Wiederkunft, bis Jesus uns verwandelt und wir glorifiziert werden, einen neuen Körper bekommen, solange werden wir das sündige Fleisch als physikalische, als physische Realität haben.

[21:29] Aber hier geht es jetzt nicht darum, ob das sozusagen physisch präsent ist. Es geht darum, ob es geistlich gesehen lebendig oder tot ist. Wir werden gleich sehen, was das bedeutet. Wenn der alte Mensch tot ist, dann kann mein Leben mit Christus verbunden werden, weil dann ist diese Verbindung aufgelöst. Paulus beschreibt jetzt in Vers 5. Er sagt: "Als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünde." Das ist das sündige Fleisch. Und er sagt, die, die, die wirken durch das Gesetz. Und deswegen erklärt er dann ab Vers 7, dass es nicht das Gesetz selbst ist, dass die Sünde vorbringt, sondern solange in meinem Herzen die sündige Natur regieren darf, wird sie immer gegen das Gesetz rebellieren. Das heißt, ich habe eine sündige Natur. Ich lerne das Gesetz kennen, dass die Natur wird gegen das Gesetz rebellieren. Solange sie lebendig aktiv sein darf in meinem Herzen, wird sie immer gegen Gottes Gesetz rebellieren. Denn in Römer 8 Vers 6 und 7 steht: "Denn das Trachten des Fleisches, ja, des alten Menschen, ist tot. Das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden, weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist. Denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht und kann es auch nicht." Die, der alte Mensch kann nicht mit Gottes Geboten übereinstimmen. Das heißt, ein Mensch, der jetzt intellektuell Gottes Wort versteht und weiß, dass das gut ist, und der aus eigener Kraft versuchen möchte, Gottes Gebote zu halten, wird immer scheitern, solange der alte Mensch lebendig ist, weil der alte Mensch mit seinem sündigen Fleisch, mit der sündigen Natur, gegen jedes Gebot, das der Verstand als richtig anerkennt, rebellieren wird. Und so ist zwar der Wunsch da, das Gute zu tun, aber die Erfahrung ist dann die Sünde nimmt wieder alles gefangen. Was ist also die Lösung? Man kann nur einen zweiten Ehemann heiraten, wenn der erste gestorben ist. Deswegen sagt er ja in Vers 5: "Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden." Das heißt, wir müssen nicht mehr mit dem alten Menschen zusammen sein. Warum? "Da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, sodass wir im neuen Wesen des Geistes dienen und nicht dem alten Wesen des Buchstabens." Sterben tut mein, ich mein, also der alte Mensch muss sterben. Und wenn der alte Mensch stirbt, dann ist die sündige Natur zwar physisch natürlich noch da. Wir werden nie ein heiliges Fleisch haben, aber sie ist geistlich gesehen tot. Nun, wie kann die sündige Natur sterben? Schauen wir uns das an in Römer 8 Vers 12 und 13. Dort sagt er: "So sind wir also, ihr Brüder, dem Fleisch nicht verpflichtet, gemäß dem Fleisch zu leben. Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müsst ihr sterben. Wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben." Es ist also etwas, dass wir nicht aus eigener Kraft, nicht mit menschlichen Mitteln tun können, sondern der Heilige Geist kann den alten Menschen töten. Er kann die, die, die Taten des Leibes töten. Es macht also einen großen Unterschied, ob wir versuchen, aus eigener Kraft Gottes Gebote zu halten, oder ob wir den alten Menschen töten lassen. Und wo wird der alte Mensch getötet? Am Kreuz von Golgatha. Denn dort hat Jesus sich mit unserer Sünde, ja, mit unserem alten Menschen, identifiziert.

[25:54] Heißt ja in Römer 7, Verzeihung, Römer 8 und dort Vers 3: "Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war." Das Gesetz ist zwar da, aber solange das Fleisch, der alte Mensch, lebendig ist, kann das Gesetz nicht gegen den alten Menschen handeln, weil der alte Mensch letztendlich immer wieder die Entscheidung trifft. Das Gesetz hat zwar gesagt: "Du sollst nicht töten", aber solange der alte Mensch lebendig ist, wird er doch immer wieder schlecht über andere reden, auch wenn man verstanden hat, dass man es eigentlich nicht tun soll.

[26:29] "Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das tat Gott." Also nicht wir, nicht das geschriebene Wort Gottes, das wir jetzt als wahr erkannt haben, sondern Gott tut es. Das, was durch, was wir können zwar die Buchstaben der Bibel lesen und für wahr erkennen, aber diese Buchstaben werden nicht unser Herz verändern, sondern das kann nur Gott. Und die Buchstaben der Bibel weisen uns...

[27:03] Und die Buchstaben der Bibel weisen uns zu dieser Kraft, die Gott hat. Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte. Gott hat seinen Sohn gesandt. Johannes 3 Vers 16: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Es ist durch den Glauben daran, dass Gott in Jesus uns mit ihm versöhnt, dass Gott in uns etwas bewirkt, das wir alleine nicht tun können: dass wir mit Jesus gekreuzigt sind, der alte Mensch dann stirbt, weil Jesus am Kreuz gestorben ist.

[27:52] Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht. Wir gehen ganz kurz zu diesem Vers in Römer – Verzeihung – in Johannes Kapitel 3 und dort Vers 16: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Dieses „so“ verweist zurück auf Vers 14 und 15: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

[28:32] Die Lösung für all diese Probleme, die auch Laodizea hat, liegt im Kreuz, liegt in der Erlösung. Wir alle kennen die Geschichte, wie sie in 4. Mose 21 beschrieben wird. Das heißt in Vers 14 hier: „So wie Mose die Schlange in der Wüste erhöhte...“ Was war passiert? In 4. Mose 21 hatten die Israeliten gemurrt, und Schlangen waren plötzlich im Lager gewesen, tausende Schlangen, vermute ich, die die Menschen gebissen haben mit tödlichem Gift. Die Menschen fingen an zu sterben. Und dann heißt es in 4. Mose 21 Vers 8: „Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine Seraph-Schlange und befestige sie an einem Feldzeichen.“ Das war das Banner für Israel. Und es soll geschehen: „Wer gebissen worden ist und sie ansieht, der soll am Leben bleiben.“

[29:31] In dieser Schlacht zwischen Gut und Böse, zwischen Gerechtigkeit und Sünde, sollte das das Banner sein des Lebens: die eherne Schlange. Wer auf sie schaut, soll am Leben bleiben und nicht sterben. „Da machte Mose eine eherne Schlange und befestigte sie an dem Feldzeichen. Und es geschah: Wenn eine Schlange jemand biss und er die eherne Schlange anschaute, so blieb er am Leben.“ Die Schlangen waren lebendig um die Füße herum, und sie bissen, und sie krochen. Aber wer auf die tote Schlange dort schaute und glaubte, dass die Probleme, die mich hier angreifen, dort schon tot sind, der wurde nicht mehr gebissen.

[30:28] Das heißt nicht, dass diese Schlangen plötzlich alle weggezaubert waren. Wie gesagt, das sündige Fleisch bleibt bestehen. Das Kreuz zaubert nicht unsere sündige Natur einfach weg. Wir haben nicht plötzlich heiliges Fleisch. Die Schlangen waren noch da, sie waren noch physisch da, aber sie nahmen mit ihrem Gift nicht mehr den Körper gefangen. Sie waren zahn- und...

[31:02] Aber nur durch den Glauben, nur durch den Glauben daran, dass dort bereits dieses Problem gelöst ist. Ein Symbol, eine Illustration dafür, dass Jesus am Kreuz tatsächlich die Sünden des alten Menschen auf sich genommen hat und als er starb, mit ihm auch der alte Mensch gestorben ist. Und deswegen sagt Paulus: „Ich bin mit Christus gekreuzigt.“

[31:44] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du versuchst, alleine, um Gott zu beeindrucken, die Bibel zu halten, wirst du immer in Römer 7 stecken bleiben. Du wirst feststellen: „Ich wollte das Gute, und die Sünde hat mich einfach im Griff. Ich elender Mensch!“ Aber wenn du zum Kreuz von Golgatha schaust, dann kannst du sehen, dass Jesus dort für dich stirbt und sich mit dir, mit deinem alten Menschen, mit all seinen Sünden, mit all seiner Sündhaftigkeit identifiziert hat und sozusagen für dich stellvertretend stirbt. Und dass, wenn du ihm das glaubst, du mit ihm gekreuzigt bist. Der alte Mensch tot ist, abgelegt werden kann, auch wenn er physisch noch da ist, aber jetzt nicht mehr das Leben bestimmt, weil jetzt nämlich ich Christus angehöre.

[32:50] Paulus sagt: „Ich bin mit Christus gekreuzigt, und nun lebe ich aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir.“ Und was ich jetzt im Fleisch lebe – er weiß ja, die Schlangen sind noch physisch da, er weiß, dass das sündige Fleisch noch physisch da ist – aber was ich jetzt in meinem sündigen Körper lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der sich für mich – wie sagt er genau in Galater? Will nicht falsch zitieren. Er sagt in Galater 2: „Ich bin mit Christus gekreuzigt, und nun lebe ich aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“

[33:35] Er schaut weg vom sündigen Fleisch und hin auf das Kreuz, auf Jesus, und dadurch ist der alte Mensch tot. Solange ein Mensch auf das Kreuz schaut und an das Kreuz glaubt, kann der alte Mensch nicht wieder auferweckt werden. Aber ja, er wird wieder lebendig, wenn wir wegschauen vom Kreuz, wenn du wieder auf dich schaust. Ein Mensch, der für ein paar Minuten zur bronzenen Schlange schaute, war sicher. Aber als er dann vielleicht gesagt hat: „Ah, jetzt brauche ich nicht ständig dahin schauen, ich lebe wieder für mich selbst, ich versuche mal selbst die Schlangen auszutreten“, dann waren die Schlangen wieder lebendig, waren ganz – dann waren sie wieder gefährlich für ihn.

[34:17] Die Sicherheit bestand nicht darin, schnell weg vor den Schlangen zu kommen, nicht sie auszutreten, sondern beständig auf das Kreuz zu schauen. Solange Petrus auf Jesus schaute, konnte er auf Wasser gehen. Als er wegschaute, war die Gravitation wieder da. Lieber Freund, liebe Freundin, das Entscheidende ist, dass wir auf das Kreuz schauen und nicht aufhören, auf das Kreuz zu schauen. Denn am Kreuz hat Jesus das vollbracht, was wir aus eigener Kraft, selbst mit der intellektuellen Kenntnis des Wortes Gottes, niemals vollbringen könnten.

[35:02] Deswegen sagt Römer 8 ab Vers 3: „Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde – alter Mensch – und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“ Mit anderen Worten: Wer versucht, aus eigener Kraft Gottes Gesetze zu halten, wird vom alten Menschen immer überwältigt. „Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?“, sagt Paulus. Die Antwort kommt in Vers 25: „Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.“ „So diene ich – auf mich selbst gestellt, kann man übersetzen – nun mit der Gesinnung dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.“

[36:22] Also, wenn ich auf mich selbst gestellt bin, wenn ich also jetzt allein aus eigener Kraft das mache, dann diene ich zwar mit der Gesinnung dem Wort Gottes, aber mit dem Körper letztendlich wieder dem Fleisch. Aber Vers 8 – so gibt Kapitel 8 Vers 1: „So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“ In Römer 7 ist es die ganze Zeit: „Ich aber bin fleischlich; denn was ich vollbringe, billige ich nicht; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus.“ Wenn ich aber das tue, was ich nicht will – in Römer 7 schaut der Mensch auf sich selbst und versucht, sich besser zu machen, versucht, aus eigener Kraft Gottes Gebote irgendwie zu halten, und scheitert.

[37:04] In Römer 8 ist nicht mehr ich, sondern der Heilige Geist. In Römer 8, das ist nicht mehr ich, sondern Christus. In Römer 8 ist nicht mehr ich, sondern Gott tut durch Christus und den Heiligen Geist das, was ich niemals könnte. Er tötet die Taten des alten Menschen, er tötet die Taten des Fleisches, und wir sind dem gestorben, wenn wir auf Jesus schauen.

[37:39] Laodizea braucht nicht eine größere Anstrengung mit menschlicher Kraft, gehorsam zu sein. Laodizea muss sich eingestehen, dass es völlig vom Kreuz abhängig ist. Vollkommen. Jesus sagt: „Du erkennst nicht, dass du elend bist. Du merkst gar nicht, dass das dein Zustand ist und dass es ein schlimmer Zustand ist“, wenn du nur intellektuell das Gute verstehst, aber in deinem Leben ständig der Sünde unterliegst.

[38:13] Ich glaube, es ist nicht hilfreich, dass wir hier und dort angefangen haben, den Zustand von Römer 7 Vers 14 bis 24 als den Normalzustand eines Christen zu definieren. Vom Gedankengang des Paulus in Römer 6, 7 und 8 war das nie seine Intention. Paulus wollte niemals in Römer 7 Vers 14 bis 24 sagen: „Übrigens, das ist – so lebt es sich als Christ, das ist die Erfahrung eines Christen, das ist ganz normal, so ist das halt.“ Wenn man sich Römer 6, 7 und 8 betrachtet, wenn man den Argumentationsweg des Paulus betrachtet, sieht man, das ist überhaupt nicht, was er sagen will.

[38:52] In Römer 6 erklärt er, was es bedeutet, mit Christus gestorben zu sein. Er sagt ja in Römer 6 Vers 1: „Was sollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde? Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben? Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus hineingetauft sind, in seinen Tod getauft sind?“ „Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit gleich wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.“ „Denn wenn wir mit ihm eins gemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.“ „Wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde – jetzt kommt das entscheidende Wort – außer Wirksamkeit gesetzt“ wird.

[39:47] Er verschwindet nicht, ist nicht weggezaubert, er wird außer Wirksamkeit gesetzt. Dass wir mit Christus gekreuzigt sind, bedeutet, dass der alte Mensch am Kreuz hängt – geistlich. Also physisch ist er ja immer noch da. Es heißt ja, ich bin ja nicht physisch von meinem alten Menschen entkleidet, ich bin immer noch die sündige Natur. Aber weil ich glaube, dass Jesus dort am Kreuz alle meine Sünden getragen hat, sich damit identifiziert hat, weil ich glaube, dass dort alle meine Sünden schon tot sind, wird der alte Mensch, das sündige Fleisch, außer Wirksamkeit gesetzt, wie Schlangen, die noch um die Beine kriechen, aber nicht mehr beißen und deren zuvor geschehener Biss nicht mehr tödlich ist. Außer Wirksamkeit, wirkungslos, physisch noch da, aber ohne Wirkung auf das Leben, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen.

[41:03] Und ich glaube, es ist wichtig, dass wir hier verstehen, dass das nicht ein einmaliger Sprung ist von einem Becken in das andere Becken, sondern dass das, was hier steht, davon abhängt, ob wir aufs Kreuz schauen. Petrus konnte auf Wasser gehen, als er auf Jesus schaute, und als er wegschaute, konnte er das nicht mehr. Und die Heiligung besteht darin, dass das, was in der Rechtfertigung geschieht, in jeder neuen Situation erlebt wird, dass sozusagen die Vergebung durch das Kreuz verstetigt wird, dass wir beim Kreuz bleiben.

[41:49] Aber wenn wir nur uns mit einem intellektuellen Glauben zufrieden geben, wenn wir uns damit zufrieden geben, dass wir wissen, wo die Wahrheit steht und was die Wahrheit theologisch bedeutet und dass wir sie widerspruchsfrei erklären können, wenn wir versuchen, irgendwie Gott zu beeindrucken, weil wir in unserer Lauheit versuchen, dann doch ein bisschen die Gebote zu halten, aber Gott nie so ganz unser Herz hineinlassen, dann werden wir in der Tat immer im Römer 7-Stadium verharren, und dann wird uns das normal vorkommen. Und wenn wir denken, dass das normal ist, dass das ein echtes Glaubensleben ist, wenn ich einfach das Gute will, aber sowieso nicht schaffe, weil das ja letztlich unmöglich ist, aber zumindest habe ich es mal gewollt, wenn wir glauben, dass darin echter Glaube besteht, dann glauben wir, dass wir glauben, aber uns fehlt der rettende Glaube.

[42:43] „Denn so wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.“ „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat in Christus.“ Deswegen steht Jesus vor der Tür und sagt: „Mach die Tür auf, lass mich rein! Identifiziere dich mit mir, denn ich habe mich am Kreuz mit dir identifiziert. Wünsche dir, dass ich mit dir verbunden bin, und lass mich den alten Menschen töten. Glaube, dass am Kreuz dieser alte Mensch schon getötet worden ist.“

[43:37] Wir müssen den alten Menschen nicht besiegen, das können wir nicht. Wir können unseren alten Menschen nicht aus eigener Kraft überwinden, aber wir können glauben, dass Jesus am Kreuz das schon getan hat. Wir können glauben, dass der Heilige Geist diesen Sieg von Golgatha, als Jesus rief: „Es ist vollbracht!“, dass er diesen Sieg in unser Leben überträgt und wir tatsächlich erleben dürfen, dass der alte Mensch tot ist und Christus in uns lebt. In unserem Herzen können nicht gleichzeitig zwei Männer leben. Es gibt da keine Polygamie oder Polyamorie – oder ich weiß gar nicht, wie das Wort ist, es gibt ein anderes Wort dafür, Polyandrie, ist das Polyandrie? Es gibt nicht eine Frau mit zwei Männern in unserem Herzen. Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir zulassen, dass der alte Mensch stirbt, damit Jesus in unserem Herzen sein kann?

[44:41] Lieber Freund, liebe Freundin, die Botschaft an Laodizea ist eine Einladung, das rettende Evangelium wirklich auf das eigene Leben zu beziehen. Nicht mit einer intellektuellen Kenntnis des Gesetzes, mit einer Zustimmung, dass das Gesetz gut und heilig ist, zufrieden zu sein, sondern das Evangelium in seiner Kraft so annehmen, dass durch den Glauben Jesus durch den Heiligen Geist uns die Sünde vergibt, uns reinigt, die Taten des Fleisches tötet, sodass durch ihn – nicht durch unsere Kraft – durch ihn der Gehorsam des Gesetzes aus Glauben aufgerichtet werden kann. Denn wer auf Jesus schaut, in dem wird die Forderung der Gerechtigkeit des Gesetzes erfüllt, wie Römer 8 sagt – haben wir es nicht gelesen in Römer 8 und dort ab Vers 4: „Damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“

[46:01] Freund, möchtest du heute wegschauen von dir, wegschauen von den Schlangen und hinschauen zu Jesus? Ich möchte das tun. Ich habe erlebt in meinem Leben, dass diese Kraft des Evangeliums keine Einbildung ist, dass sie wirklich real ist. Ich habe erlebt, dass diese Kraft real ist. Ich habe auch erlebt, dass sie dann in meinem Leben ist, wenn ich auf Jesus schaue. Und wenn ich wegschaue, wenn ich auf mich selbst schaue, wenn ich andere beeindrucken möchte, dann ist die Gravitation der Sünde so stark, ich habe keine Chance gegen sie alleine. Aber ich habe auch erlebt, dass wenn wir in den Fluten versinken, unsere Hand ausstrecken und sagen: „Herr, rette mich!“, dass Jesus unsere Hand ergreift, uns rauszieht und mit uns wieder auf dem Wasser zurückgeht.

[46:51] Wir dürfen durch Jesus, mit Jesus, in Jesus Sieger sein und anderen Menschen erzählen, dass der Glaube die Welt überwindet. Dass das Evangelium, wenn wir den Glauben annehmen, erleben und weitergeben, wir das Evangelium diese Welt erleuchten mit all seiner Herrlichkeit. Und Jesus wird wiederkommen. Laodizea wird seine Wunden verbunden bekommen und als leuchtender Engel in Offenbarung 18 die ganze Erde mit diesem wunderbaren Jesus vertraut machen, der das geschafft hat, was wir niemals hätten tun können, der uns gerecht macht allein durch seine Gerechtigkeit, durch seine Kraft und aufgrund seiner Liebe. Möchtest du ihm das heute glauben? Ist dein Wunsch: „Ich möchte mich heute hier neu entscheiden, ihm das zu glauben, ihm zu folgen und ihm dafür zu danken“? Wollen wir noch gemeinsam niederknien und beten?

[48:02] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du in deinem Wort zu uns so klar und so deutlich gesprochen hast. Herr, es gibt so, so vieles, über das heutzutage diskutiert und gesprochen wird, aber eigentlich gibt es eines, nur eines, was wirklich entscheidend ist zu verstehen: wie du uns retten möchtest und wie wir durch Glauben und auf dich schauen mit dir kooperieren können, wie wir die Tür aufmachen können, damit du deine rettende Kraft hineinbringst in unser Leben. Herr, danke, dass du uns das Evangelium ganz deutlich machst. Danke, dass wir nicht auf uns selbst schauen müssen und aus eigener Kraft uns retten müssen, sondern dass am Kreuz bereits vollbracht worden ist, alles vollbracht worden ist, was nötig ist, wenn wir jetzt auf das Kreuz schauen. Wir wissen dürfen, dass dort unser alter Mensch mitgestorben ist, dass wir mitgekreuzigt sind, dass wir mit begraben sind, wie Paulus sagt, mit auferweckt und jetzt durch den Glauben mit Jesus in himmlischen Regionen mit ihm dort sitzen können. Und Herr, das möchten wir hier auf dieser Erde erleben, bevor wir einmal durch die Verwandlung dann auch befähigt werden, tatsächlich in einem neuen Körper mit Jesus auf seinem Thron zu sitzen, wie es Offenbarung am Ende beschreibt, Offenbarung 3 Vers 21. Herr, wir möchten dir danke sagen, dass du in deiner Gnade und in deinem Erbarmen uns zu dir ziehst. Ich möchte dir danke sagen für die Erfahrung der Erlösung. Ich möchte dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist an uns wirkst, dass wir diese Erfahrung niemals loslassen. Im Namen Jesu, Amen.


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