In dieser Folge der Serie „Offenbarung Vers für Vers“ widmet sich Christopher Kramp dem ersten Vers von Offenbarung Kapitel 4. Er beleuchtet die Bedeutung der „geöffneten Tür im Himmel“ als Symbol für Gottes anhaltendes Interesse und seine aktive Verbindung zur Erde und seiner Gemeinde. Anhand biblischer Parallelen zu Hesekiel, der Taufe Jesu und Stephanus‘ Vision erklärt Kramp, wie der geöffnete Himmel geistliche Nahrung und Führung für die Herausforderungen der Gemeinde bereitstellt.
Offenbarung 4:1
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Offenbarung, ProphetiePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Offenbarung Vers für Vers
Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:49] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Nach längerer Pause sind wir wieder zurück und starten ein neues Kapitel. Wir haben uns in den vergangenen Monaten sehr intensiv um die Gemeinde Laodizea ähm ja uns das angeschaut und studiert. Wir wollen das nicht vergessen. Wir wollen das im Hinterkopf behalten, in unserem Herzen behalten und immer weiter das auch persönlich weiter durchdenken und studieren. Wir wollen aber heute fortschreiten in der Offenbarung, den ersten Vers aus Offenbarung 4 heute studieren. Offenbarung 4 und 5 und dann die nächsten Kapitel bis Kapitel 8, Vers 1 ist eine große neue Einheit, die uns sicherlich einige Zeit beschäftigen wird. Und bevor wir jetzt uns an diesen neuen Abschnitt der Offenbarung heranwagen, möchten wir den einladen, der unser Studium bisher immer so reich gesegnet hat, von dem wir schon so viel lernen konnten, der uns auch heute eine ganz besondere Botschaft mitgeben möchte. Nicht nur Information, sondern etwas, was unser Herz berührt und vor allem, was uns näher zu ihm zieht. Wir möchten ihn einladen, unseren Heiland Jesus Christus durch den Heiligen Geist jetzt persönlich zu dir und zu mir zu sprechen. Und wenn es dir möglich ist, dann lade ich dich ein, dass wir gemeinsam für ein Anfangsgebet niederknien.
[2:29] Lieber Vater im Himmel, wir kommen jetzt zu dir, weil du versprochen hast, dass wir kommen können, wie wir sind, mit allen unseren Fragen, unseren Nöten, unseren Sorgen, unserer Schuld, den Gedanken, der Freude, dem Leid, was immer uns gerade beschäftigt. Und Herr, wir sind jetzt hier, um dein Wort zu studieren, um die Offenbarung besser zu verstehen. Und wir möchten dich bitten, dass nach deiner Verheißung es wirklich eine Offenbarung Jesu Christi für uns wird, dass wir Jesus besser verstehen, dass wir einen neuen Blick auf deine und seine Herrlichkeit bekommen, dass wir ermutigt und gestärkt werden. Du hast versprochen, dass wenn wir dich um den Heiligen Geist bitten, dass du uns lieber den Heiligen Geist gibst, als Eltern ihren Kindern gute Gaben geben. Und darum bitten wir dich jetzt und danken dir, dass wir wissen dürfen, noch bevor wir es fühlen, dass du unser Gebet erhört hast. Das beten wir alles im Namen Jesu. Amen.
[3:49] Wir schlagen Offenbarung auf, Offenbarung Kapitel 4 und dort Vers 1. Ich finde es immer ganz faszinierend, wenn man einen neuen Abschnitt beginnt, ein neues Kapitel, eine neue Geschichte. Das hat einen ganz besonderen, ja, eine ganz besondere Atmosphäre, sich neu auf etwas zu konzentrieren. Und vielleicht geht es dir auch so. Wir werden aber gleich am Anfang sehen, dass es, obwohl es ein neuer Abschnitt ist und hier ist die Kapiteleinteilung wirklich auch einmal gut gewählt, trotzdem das Alte nicht vergessen ist, denn wir lesen in Offenbarung 4, Vers 1: „Nach diesem schaute ich und siehe, eine Tür war geöffnet im Himmel, und die erste Stimme, die ich gleich einer Posaune mit mir reden gehört hatte, sprach: „Komm hier herauf und ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.““
[4:41] Ganz klar ist Offenbarung 4 verknüpft mit dem, was vorher war. Es heißt gleich am Anfang: „Nach diesem.“ Die sieben Sendschreiben sind jetzt zu Ende gegangen, und Johannes sagt: „Nach diesem sah ich das jetzt.“ „Nach diesem schaute ich.“ In den sieben Sendschreiben hatte Johannes vor allem gehört. Jesus war ihm erschienen, das hatten wir in Offenbarung 1 uns ausführlich angeschaut und hatte ihm Botschaften sozusagen diktiert, Botschaften gegeben, die Johannes hörte und aufgeschrieben hat. Das, was wir in der Gemeinde Philadelphia und Laodizea und Pergamon und wie sie alle heißen, lesen, das sind Dinge, die Johannes gehört hat von Jesus, der herabgekommen war, um ihm das zu zeigen. Aber jetzt sagt Johannes: „Nach diesem schaute ich.“ Es sind nicht nur Worte, die er hört, es ist eine Vision.
[5:54] Wir haben eine Vision des Propheten. Er hatte ja schon in Offenbarung 1 Jesus gesehen in seiner Herrlichkeit. Jesus hatte ihn besucht auf Patmos. Und jetzt sagt Johannes: „Nach diesem schaute ich und siehe.“ Er möchte die Aufmerksamkeit von uns allen auf das lenken, was jetzt kommt. Er sagte: „Ich schaute und siehe, eine Tür war geöffnet im Himmel.“
[6:30] Bis dahin war der Blick von Johannes im Wesentlichen auf die Erde gerichtet gewesen. Er saß in Patmos am Sabbat, und er hatte sicherlich irgendwo hingeschaut, was auf der Erde gewesen ist. Er war ja auf der Erde und dann kam Jesus zu ihm, und er hat Jesus gesehen, aber immer noch auf der Erde, und er hat dann Nachrichten erhalten über die verschiedenen Gemeinden, die, wie wir gesehen haben, symbolisch für die verschiedenen Abschnitte der Kirchengeschichte stehen. Auch das war sozusagen auf der Erde. Aber jetzt ändert sich die Perspektive von Johannes. Er schaut zum Himmel.
[7:21] Er sagt: „Ich schaute und siehe, eine Tür war geöffnet.“ Die war schon geöffnet. Die wird nicht erst vor ihm geöffnet. Er sagt: „Ich schaute, da war eine geöffnete Tür.“ Dass der Himmel offen ist, ist ein Motiv, eine Idee, die wir in der Bibel immer und immer wieder finden. Ganz besonders interessant ist gleich in Hesekiel der allererste Vers, denn Hesekiel hat – das werden wir sicherlich noch hier und dort wieder erwähnen und haben es im Laufe unserer Serie auch schon öfter mal angesprochen. Hesekiel hat eine ganze Reihe von Parallelen zur Offenbarung. Insbesondere wenn man Offenbarung 4 bis 22 anschaut, dann gibt es meines Erachtens nach eine ganze Reihe sogar von strukturellen Parallelen zum Hesekielbuch. Nicht zuletzt dann das neue Jerusalem und davor die Totenauferstehung und Gog und Magog und in der Mitte des Buches ähm ja der Fall Luzifers, der zu Satan wird. So wie auch in der Offenbarung. Aber das ist nicht unser Thema heute, nur als äh als Hintergrund, warum diese Parallele hier so interessant ist, weil auch hier zwischen Offenbarung 4 und Hesekiel 1 ganz offensichtliche Parallele besteht. Hesekiel 1, Vers 1: „Und es geschah im 30. Jahr, am fünften Tag des vierten Monats, als ich unter den Weggeführten am Fluss Kebar war, da öffnete sich der Himmel und ich sah Gesichte Gottes.“ Auch Hesekiel hat den Himmel offen gesehen und dann Visionen gehabt.
[9:01] Der Himmel ist doch im Neuen Testament immer wieder einmal offen gewesen. Wir denken vor allem an die berühmte Geschichte von der Taufe Jesu in Matthäus Kapitel 3 bzw. den verschiedenen Parallelstellen, die es bei den anderen Evangelisten Lukas und Markus dazu gibt, denn Matthäus Kapitel 3 und dort Vers 16, dort heißt es: „Nachdem Jesus getauft worden ist und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser, und siehe, wieder dieses „Siehe“ und „siehe“. Da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen. Und siehe, eine Stimme kam vom Himmel, die sprach: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.““
[9:49] Der geöffnete Himmel zeigt, dass der Heilige Geist herabsteigt. Der geöffnete Himmel zeigt, dass Gott Wohlgefallen hat an seinem Sohn. Der geöffnete Himmel zeigt die Verbindung von Himmel und Erde. Denn als Jesus hier getauft wird, stellvertretend sozusagen für die ganze Menschheit, dann nimmt Gott der Vater die Menschheit in der Person seines Sohnes an. Alle, die im Glauben sich mit Jesus verbinden, sind eingeschlossen in diese Worte: „Dies ist mein geliebter Sohn.“ Wir können hinzufügen: „Meine geliebte Tochter, an der ich Wohlgefallen habe,“ wenn wir im Glauben in Jesus sind. Der geöffnete Himmel zeigt: Gott hat ein Interesse an dieser Erde. Der geöffnete Himmel zeigt: Gott wirkt hier. Er möchte Himmel und Erde verbinden.
[10:51] Wenn wir noch einmal kurz zu Hesekiel zurückgehen, dann erinnern wir uns vielleicht: Hesekiel war in einer traurigen Situation. Er war im Exil in Babylon. Es stellte sich die Frage: Was wird aus dem Volk Gottes? Und dann öffnet sich der Himmel, und er sieht die Vision, und er sieht prophetisch, was auf das Volk Gottes zukommt und wie am Ende alles im Guten endet. Genau das ist in gewisser Weise auch die Situation von Johannes. Zwar ist das Volk nicht im Exil wegen Sünden. Johannes ist tatsächlich im Exil, nicht wegen eigener Sünden, aber wegen der Verfolgung. Das Volk Gottes wird zerstreut und verfolgt. Und auch Hesekiel – Verzeihung – auch Johannes wird sich die Frage gestellt haben: Was wird aus dem Volk Gottes? Das ist ja eines der großen Themen, das haben wir uns schon angeschaut vor ja jetzt fast schon wieder Jahren in Offenbarung 1 und dadurch dann auch 2 und 3. Wie geht es mit dem Volk Gottes weiter? Parallel zu Daniel 10 auch und Daniel 11 und 12.
[12:02] Und nachdem Johannes jetzt sieht, wie das Volk Gottes so durch die Jahrhunderte hindurch Verschiedenes erlebt und verschiedene Stadien durchläuft, zeigt ihm Jesus plötzlich einen geöffneten Himmel. Das Volk Gottes ist nicht alleine. Der Himmel will dem Volk Gottes helfen. Himmel und Erde sind miteinander verbunden. Wir werden das dann noch sehen, wie in Offenbarung 4 die sieben Feuerfackeln brennen. Und Johannes hat ja gerade erst die Gemeinde als sieben Leuchter gesehen, sodass sichtbar und deutlich wird: Die Gemeinde hier auf der Erde ist nicht alleine. Der Himmel ist geöffnet. Der Himmel nimmt Anteil an der Gemeinde. Himmel und Erde sind durch den Heiligen Geist verbunden. So wie hier in Matthäus Kapitel 3.
[13:01] Ein weiteres Beispiel dafür ist Apostelgeschichte 7. Apostelgeschichte 7 und dort Vers 56. Stephanus kurz vor seiner Steinigung sagt hier in Vers 55 und 56: „Als sie nicht mehr hören wollten im Sanhedrin, die Rede, die er gehalten hatte, und über ihn knirschten mit ihren Zähnen, heißt es in Vers 55: „Er aber, voll Heiligen Geistes, blickte zum Himmel empor und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen.““ Er blickt zum Himmel. Er sieht sozusagen den Thron Gottes. So wie auch wir das in Offenbarung 4 sehen werden. Er sieht den Thron Gottes, und das heißt, und er sprach: „Siehe, siehe, siehe! Ich sehe den Himmel offen und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen.“ Wir werden sehen, Johannes wird genau das erleben. Er sieht den Himmel offen, und dann sieht er den Thron und den Vater und schließlich auch Jesus als den Erlöser. Auch hier ist die Idee, dass obwohl Stephanus verfolgt und gesteinigt werden wird, jetzt der Himmel Anteil nimmt und ihn nicht alleine lässt.
[14:27] Hat vielleicht Johannes auf Patmos sich daran erinnert, als er angesichts dessen, was er über die Gemeinde Gottes erfährt, und angesichts dessen, was er selbst gerade erlebt, er den Himmel offen sieht, hat er sich vielleicht daran erinnert, dass auch Stephanus inmitten der Verfolgung kurz vor seinem Todesurteil den Himmel offen gesehen hat und gesehen hat, dass nicht nur ein paar Engel, sondern der Vater und der Sohn selbst zu ihm stehen.
[14:58] Die Offenbarung präsentiert nicht nur die Geschichte der Gemeinde in Kapitel 2 und 3, sie zeigt in Offenbarung 4, beginnend mit Offenbarung 4, noch mal ganz deutlich: Der Himmel steht zu seiner Gemeinde, zur Gemeinde Gottes. Der Himmel ist geöffnet, und eine weitere Geschichte zeigt uns einen weiteren Aspekt in Apostelgeschichte 10 und dort Vers 11. Da lesen wir jetzt von Petrus, der in Verzückung gerät, wie es Vers 10 sagt. Das heißt in Vers 11, als er auf das Essen wartet und sehr hungrig ist, Vers 11: „Und er sah den Himmel geöffnet und ein Gefäß zu ihm herabkommen wie ein großes leinenes Tuch, das an vier Ecken gebunden war und auf die Erde niedergelassen wurde.“ Wir haben heute hier nicht die Zeit, und es ist nicht das Thema, diese Geschichte genauer zu analysieren, aber der Punkt in Apostelgeschichte 10 ist ja der, dass Petrus etwas Neues lernen soll, dass er sich von liebgewordenen Traditionen lösen soll und den Missionsauftrag noch ernster nehmen soll.
[16:11] Wenn der Himmel geöffnet ist, dann ist es ein Symbol, dass Gott sich mit der Erde verbinden möchte, dass er uns retten möchte. Es ist ein Symbol dafür, dass er zu seiner angefochtenen, verfolgten Gemeinde steht. Es ist auch ein Symbol dafür, dass Gott seinen treuen Gläubigen neues Licht zeigen möchte. Der Himmel öffnet sich, damit wir noch mehr verstehen, damit wir ihn besser verstehen, damit wir angesichts unserer Herausforderungen und Anfechtungen näher zu ihm kommen. Der Himmel öffnet sich, und Petrus versteht jetzt etwas, was er jahrelang nicht verstanden hat. Wenn in Offenbarung 4 der Himmel sich öffnet, dann dürfen wir davon ausgehen, dass die Offenbarung nicht nur Altbekanntes wiederholt, sondern dass sie den Treuen aller Zeiten Neues offenbaren möchte, um sie zu befähigen, den Missionsauftrag noch vollständiger umzusetzen, so wie auch Petrus durch die Vision vom geöffneten Himmel befähigt, den Missionsauftrag besser umzusetzen,
[17:23] eine größere Vision zu bekommen, was es bedeutet, alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen zu erreichen. Aber wenn wir nach einer besonders genauen Parallele zu dieser geöffneten Tür in Offenbarung 4 danach suchen, Ausschau halten, dann lohnt es sich einmal zu Psalm 78 zu gehen. In all den anderen Passagen, die wir gerade gelesen haben, ist der Himmel geöffnet. Aber Psalm 78 spricht explizit von geöffneten Türen des Himmels. Und deswegen lohnt es sich, diese Stelle auch einmal hier genauer anzuschauen. Psalm 78 und dort Vers 23 bis 25. In diesem Maskil von Asaf geht Asaf eine Reihe von Erfahrungen der Israeliten durch, während sie durch die Wüste wanderten.
[18:24] Der Exodus und die Wüstenwanderung sind das Thema dieses beeindruckenden Psalmes. Lohnt sich, ihn zu studieren. Und wir lesen hier Vers, wir greifen nur hier diese drei Verse raus in Vers 23: „Und doch hatte er den Wolken droben geboten und die Türen des Himmels geöffnet.“ Und die Frage ist: Was kam dann? Das ist natürlich hier auch eine Metapher. Er hatte die Türen des Himmels geöffnet und hatte Manna auf sie regnen lassen zum Essen und ihnen Himmelskorn gegeben. Der Mensch aß das Brot der Starken. Er sandte ihnen Speise, bis sie satt waren.“ Als sich zur Zeit der Israeliten, so sagt Asaf in diesem Psalm, als zur Zeit der Israeliten sich die Türen des Himmels öffneten, kam Manna herab, damit das Volk, das auf dem Weg von Ägypten nach Kanaan unterwegs war, vom Brot des Himmels leben konnte.
[19:26] Gottes Gemeinde ist auch auf dem Weg von Ägypten nach Kanaan. Wir sind auf dem Weg zum gelobten Land. Wir sind auf dem Weg zum himmlischen Jerusalem, und wir sind noch in der Wüste. Woher kommt das, was uns auf dem Weg ernährt? Woher kommt das, was uns unterstützt und stärkt und am Leben erhält, damit wir auch am Ziel ankommen? Bei den Israeliten damals fiel Manna auf die Erde. Asaf sagt, die Türen des Himmels öffneten sich. Dieses Manna war nicht nur das Brot des Himmels. Dieses Manna war ein Symbol, wie uns 5. Mose Kapitel 8 ganz deutlich zeigt.
[20:15] 5. Mose 8 und dort Vers 3: „Und er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit dem Manna, dass weder du noch deine Väter gekannt hatten, um dich erkennen zu lassen.“ Jetzt kommt es: Das Manna sollte eine geistliche Lektion weitergeben, vermitteln, „um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern dass er von all dem lebt, was aus dem Mund des Herrn hervorgeht.“ Das Manna, das täglich, also sechs Tage die Woche – wenn wir 2. Mose 19 lesen –, dort auf dem Boden lag und eingesammelt werden musste und bearbeitet werden musste, damit man es zu Brot verarbeiten konnte. Das Brot, das vom Himmel kam, ist ein Symbol für das Wort Gottes, für jedes Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht, das so lebensnotwendig, lebensnotwendiger ist, als das Brot, das wir essen. Wir brauchen Nahrung, um physisch zu überleben. Wir brauchen Gottes Wort, um geistlich zu überleben. Wer sich nicht täglich mit dem Wort Gottes beschäftigt, wird irgendwann geistlich unterernährt und irgendwann geistlich verhungert sein.
[21:35] So wie die Israeliten täglich aus den Zelten herauskamen und das Manna gesammelt haben, das bearbeitet haben und Brot daraus gemacht haben. So haben wir jeden Morgen die Gelegenheit, die Bibel aufzuschlagen, Gott zu suchen, Verse zu sammeln, zu durchdenken, sozusagen zu verarbeiten, sodass wir genährt werden. Erinnern wir uns daran: Asaf sagt, die Türen des Himmels waren geöffnet.
[22:14] Johannes sitzt auf Patmos, und er macht sich offensichtlich wahrscheinlich Gedanken, wie wir schon vielfach gesagt haben: Was wird aus der Gemeinde Gottes? Und Jesus besucht ihn. Jesus offenbart sich ihm, und er zeigt ihm die Geschichte der Gemeinde Gottes mit Höhen und Tiefen. Eine Diagnose der verschiedenen geistlichen Zustände. Und das Nächste, was Johannes sieht, nachdem er gesehen hat, wie Jesus und nachdem er gehört hat, wie Jesus jede einzelne Gemeinde sozusagen diagnostiziert und ihnen Ratschläge gibt. Das Nächste, was er sieht, ist eine geöffnete Tür, um deutlich zu machen: Das ist nicht nur eine Diagnose, das ist nicht nur eine Therapieanweisung, hier ist auch der Weg zur Lösung. Jesus kommt nicht nur und sagt: Das ist gut, das ist falsch. Er kommt nicht nur, um Ratschläge zu geben, sondern der Himmel selbst ist geöffnet. Alles, was wir brauchen, um am Ziel anzukommen, ist uns gegeben. Als aller Nächstes sieht er den Himmel geöffnet. Er sieht die eine Tür im Himmel geöffnet, um deutlich zu machen, was jetzt kommt. Die nächsten Kapitel der Offenbarung sind Manna, das vom Himmel herabgekommen ist. Es offenbart Jesus. Die Offenbarung enthält Worte, die wir brauchen, um auf dem Weg dabei zu bleiben, am Leben zu bleiben. Johannes sieht, er hört, wie es den Gemeinden gehen wird, und dann sieht er eine Tür im Himmel geöffnet, um deutlich zu machen: Gott schaut nicht aus der Ferne zu. Gott möchte sich mit seiner Gemeinde verbinden. Er ist nicht nur Zuschauer und Beurteiler. Er hat die Türen geöffnet, damit wir von ihm das bekommen, geistlich bekommen und natürlich auch sonst, was wir dringend brauchen. Lieber Freund, liebe Freundin, da ist eine gute Botschaft, ein Evangelium in dieser geöffneten Tür. Das ist nicht nur eine Perspektive, aber eine, die deutlich macht: Gott hat ein Interesse an uns. Gott diagnostiziert nicht nur unseren Zustand. Er sagt nicht nur, was anders sein muss. Er öffnet die Tür, um deutlich zu machen: Was immer du dafür brauchst, ich schicke es dir, ich sende es dir. Ich will, dass du weißt, wie sehr Himmel und Erde in Christus durch den Heiligen Geist verbunden sind.
[25:04] Johannes hatte viel gesehen über die Gemeinde auf der Erde. Jetzt wird sein Blick zum Himmel gewandt, und er versteht noch deutlicher: Himmel und Erde sind miteinander verbunden. Die Gemeinde kämpft nicht alleine.
[25:24] Wenn man die sieben Sendschreiben bis zu Ende liest, dann hat man ja ein bisschen das Gefühl, als ob es am Ende noch kein richtiges Happy End gibt. Denn gerade die letzte Gemeinde, wie wir ja ausführlich angeschaut, Laodizea ist in einem erbärmlichen Zustand. Jesus hat so ein Mitleid mit ihr, und er möchte, dass sich ändert, und er sagt auch, was sich ändern muss, und er bietet alles an. Und jetzt sieht Johannes in Offenbarung 4: Der Himmel ist geöffnet, und wir können den Blick zum Himmel wenden. Schauen wir zurück zu Offenbarung 4 und dort Vers 1.
[26:50] hinter mir eine gewaltige Stimme wie von einer Posaune. Ein Instrument, das vor allem auch für sie, also in der Armee, verwendet wurde, um Signale zu geben. Eine gewaltige Stimme wie von einer Posaune, die dann spricht: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, und was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es den Gemeinden, die in Asien sind: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.“ Und dann wendet er sich um und dann sieht er seinen Erlöser Jesus Christus. Diese Stimme ist die Stimme von Jesus. Dieselbe Stimme, die ihn auffordert, das Buch der Offenbarung zu schreiben. Die Stimme, die all die Information über die Gemeinden gibt, dieselbe Stimme, derselbe Jesus sagt: „Pass auf, ich habe dir etwas jetzt zu sagen. Siehst du diese geöffnete Tür? Komm herauf.“
[28:03] Johannes, der auf Patmos dieses Buch Offenbarung schreibt, schreibt es nur deswegen, weil sich Jesus ihm offenbart hat.
[28:17] Vielleicht erinnern wir uns, als wir diese Serie neu begonnen haben – ich glaube, jetzt fast schon vier Jahre her. Da haben wir mal ganz am Anfang über diese ersten Worte „Offenbarung Jesu Christi“ nachgedacht und festgestellt, dass sie nur noch ein paar Mal sonst in der Bibel vorkommen. Eine berühmte Stelle ist in Galater Kapitel 1, und dort Vers 11 und 12. Paulus sagt dort: „Ich lasse euch aber wissen, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht von Menschen stammt. Ich habe es auch nicht von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.“
[29:13] Paulus war ein Verfolger, und die Offenbarung Jesu Christi war für ihn eine übernatürliche Erscheinung von Jesus auf dem Weg nach Damaskus. Und nicht nur diese eine Erscheinung, als Jesus ihm erschien, und dann in der Folgezeit hat Jesus ihm nach und nach Stück für Stück erklärt, was das Evangelium bedeutet. Paulus konnte sagen: „Ich kenne das Evangelium, weil sich Jesus mir offenbart hat.“
[29:46] Auf Patmos finden wir nicht Paulus, den Verfolger, sondern Johannes, den Verfolgten. Und auch er hat eine übernatürliche Erscheinung von Jesus, direkt dort in Offenbarung 1. Auch ihm erscheint Jesus in seiner Herrlichkeit, und auch er nennt es in Offenbarung 1 Vers 1 „Offenbarung Jesu Christi“. Vielleicht sollten wir diesen Begriff nicht einfach als abstrakten Buchtitel verwenden, so im Sinne von: Johannes hat sich überlegt, wie könnte das Buch heißen, dann nennen wir es Offenbarung Jesu Christi, weil es geht um Jesus. Nein, vielleicht wollte Johannes ganz deutlich machen: Alles das, was ich schreibe, schreibe ich, weil mir Jesus wirklich erschienen ist. Er hat sich mir offenbart. Ich habe ihn gesehen. Er hat zu mir gesprochen. Er hat mich unterrichtet. Er hat mich getröstet. Er hat mir Dinge gezeigt. Was ich hier schreibe, schreibe ich, weil Jesus es mir offenbart hat.
[30:52] Wenn Menschen, die sagen, dass sie Jesus nachfolgen, sich nicht für die Offenbarung interessieren, weil sie meinen, das wäre nicht so wichtig, dann haben sie nicht begriffen, wie sehr die Offenbarung eine Botschaft von Jesus ist. Es ist Jesus, der hier in Offenbarung 4, nachdem er schon so viel dem Johannes gesagt hat, sagt: „Pass auf, komm mit mir, ich will dir etwas zeigen. Komm mit mir.“
[31:21] Jesus lädt Johannes in den Himmel ein. Natürlich nur hier in einer Vision. Johannes lebt immer noch buchstäblich auf der Erde, aber zuerst kam Jesus zu ihm auf die Erde und hat sich ihm dort offenbart, und jetzt in der Vision lädt er ihn zu sich. Ich glaube, da ist auch ein Bild für uns. Jesus kommt auf die Erde, um uns dort zu treffen, wo wir sind. Und dann lädt er uns ein. Erst im Glauben – sagt nicht Hebräer 4 Vers 16, dass wir hinzutreten können zum Thron der Gnade, der im Himmel ist, dem himmlischen Heiligtum – erst im Glauben und dann später, durch die Wiederkunft, auch tatsächlich buchstäblich können wir zu Jesus in den Himmel kommen.
[32:10] Eine Tür ist geöffnet.
[32:16] Offenbarung 4, Vers 1: „Nach diesem schaute ich, und siehe, eine Tür war geöffnet im Himmel. Und die erste Stimme, die ich gleich einer Posaune mit mir reden gehört hatte, sprach – es ist also Jesus, der hier spricht –: ‚Komm hier herauf! Und ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.‘“ Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du die Gemeinde Gottes studierst, wenn du den Ratschlag Jesu annimmst, wenn du die Diagnose und die Therapieanweisung und all das, was Jesus den Gemeinden sagt, seine Verheißung, wenn du das studierst, dann folge Jesus zu Offenbarung 4 und geh mit ihm im Glauben sozusagen in den Himmel. „Komm hier herauf, und ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.“
[33:04] Bis dahin hat Johannes die Offenbarung aus der Perspektive der Erde geschrieben. Die Gemeinde Ephesus, die Gemeinde Smyrna, Pergamon und so weiter. Und er wird auch in Zukunft in den weiteren Kapiteln bis Offenbarung 22 – wird es um die Geschichte der Erde gehen. Aber seit Kapitel 4 gibt es eine neue Perspektive, denn in Offenbarung 4 wird Johannes in den Himmel eingeladen. Er kommt dort zu – und wir werden das noch ansehen – er kommt zu dem Thronraum Gottes. Wir werden sehen, dass ab jetzt, seien es die Siegel, seien es die Posaunen, seien es die großen Offenbarungskapitel 12, 13, 14, die sieben letzten Plagen, die letzten großen Ereignisse von 17, 18, 19 – er sieht das alles auf der Erde aus der Perspektive des Himmels. Wir werden sehen, wie Johannes dann nicht nur Dinge sieht, die auf der Erde passieren. Er sieht auch immer wieder, wie der Himmel darauf reagiert. Er sieht, wie am Thronraum Gottes lebendige Wesen, Engel, Gott selbst Anteil nehmen, interagieren, intervenieren und die Geschichte lenken.
[34:24] Offenbarung 4, Vers 1, ist nicht nur ein weiterer Vers, es ist wie ein Scharnier, wie eine Schlüsselstelle, die uns plötzlich auf ein komplett neues Level hebt.
[34:41] Jetzt sieht Johannes die Geschichte der Gemeinde und die Geschichte der Welt, die Geschichte der Menschheit, die Geschichte des großen Kampfes aus der Perspektive des Himmels.
[35:00] Und diese Perspektive ist die beste Perspektive, und deswegen ist das Buch der Offenbarung so wichtig für uns. Und deswegen möchte der Satan so sehr, dass wir diese Perspektive nicht bekommen, weil er genau weiß: Aus der Perspektive des Himmels macht alles viel klareren Sinn. Aus der Perspektive des Himmels lösen sich viele Fragen, die wir hier auf Erden haben, auf.
[35:28] Und Jesus gibt uns nicht einfach nur Information. Er hätte ja auch weiter alles, was er jetzt gesagt hat – alles, was Johannes noch sieht über die Siegel und Posaunen und die großen Ereignisse von Offenbarung 12, 13, 14 – hätte ja all das weiter sozusagen als Diktat ihm geben können. „Schreibe noch das auf und schreibe das auf und schreibe das auf.“ Aber Jesus nimmt ihn stattdessen mit sich an die Oberkommandozentrale des Universums, damit Johannes von dort aus den Rest der Geschichte sieht. Und noch einmal die ganze Geschichte, die er hier schon in den sieben Sendschreiben einmal angesprochen worden ist, damit er jetzt aus der Perspektive des Universums den Erlösungsplan besser verstehen kann.
[36:11] „Komm hier herauf!“
[36:19] Jesus lädt ihn ein und sagt: „Komm herauf, komm zu mir. Komm in diese unmittelbare Nähe zum Thron Gottes.“ In gewisser Weise erinnert mich das persönlich auch an Mose.
[36:38] Mose, der von Gott mehrfach aufgefordert worden ist: „Steige herauf! Steig herauf auf den Berg, dort wo Gott sich offenbart hat, dort, wo das Gesetz Gottes gegeben worden ist, dort, wo die Herrlichkeit Gottes war.“ 2. Mose 19, da heißt es in Vers 24: „Der Herr sprach zu ihm: ‚Geh hin, steige hinab, danach sollst du hinaufsteigen und Aaron mit dir. Aber die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, um zum Herrn hinaufzusteigen, damit er nicht einen Riss unter ihnen macht.‘“ Es ist keine Selbstverständlichkeit, hinaufzusteigen.
[37:25] Es ist keine Selbstverständlichkeit, in die Nähe Gottes geführt zu werden.
[37:40] Ist uns bewusst, dass wir ein großes Privileg haben durch Jesus Christus, dass wir durch den Glauben hinzutreten dürfen zum Thron der Gnade, dass wir hinzutreten dürfen zum Thron Gottes?
[38:05] Es ist keine Selbstverständlichkeit.
[38:18] Mose durfte hinzutreten. Er durfte hinaufsteigen. Er durfte die Perspektive Gottes kennenlernen, mehr als jemals zuvor. Er hat dort gehört, wie Gott die Zehn Gebote verstanden haben möchte. Er hat dort das Heiligtum studieren dürfen. Und wir werden sehen, als Johannes hinaufsteigt in der Vision in den Himmel, sieht er dort überall Dinge, die wir aus dem Heiligtum kennen.
[38:59] 2. Mose 24, und dort Vers 12. 2. Mose 24, Vers 12: „Und der Herr sprach zu Mose: ‚Steige zu mir herauf auf den Berg und bleibe dort, so will ich dir die steinernen Tafeln geben und das Gesetz und das Gebot, das ich geschrieben habe, um sie zu unterweisen.‘“ Mose sollte nicht einfach nur so heraufsteigen, damit er eine gute Zeit bei Gott hat, sondern damit er in der Begegnung mit Gott Dinge lernt, die für das ganze Volk wichtig sind.
[39:33] Johannes wird von Jesus in den Himmel gerufen: „Komm hier herauf!“, damit er dort Dinge erfährt in der Offenbarung, die für das gesamte Volk wichtig sind.
[39:48] Niemand würde sagen, dass die Dinge, die Mose auf dem Berg Sinai gehört und gesehen und empfangen hat, dass die unwichtig gewesen wären für das Volk Gottes. Wenn die Dinge, die Mose auf dem Berg Sinai in der Gegenwart Gottes gesehen und gehört hat, entscheidend waren dafür, dass das Volk Gottes ans Ziel kommt, wie viel entscheidender sind dann sogar die Dinge, die Johannes im Himmel am Thron Gottes gesehen und gehört und mitbekommen hat für das Volk Gottes hier auf Erden, das auf dem Weg ins himmlische Kanaan ist?
[40:27] Immer wieder lädt Gott Mose ein. 2. Mose 34, Vers 1 und 2. Nachdem das Volk so schlimm gesündigt hatte und der Bund gebrochen war, ist Gott bereit, den Bund zu erneuern. Er ist bereit, wirklich zu vergeben von ganzem Herzen und die steinernen Tafeln neu zu beschreiben, den Bund zu erneuern, wiederherzustellen, weil Gott barmherzig und gnädig ist. Und wem er vergibt, dem vergibt er. Und über wen er sich erbarmt, über den erbarmt er sich. Vers 1 und 2: „Und der Herr sprach zu Mose: ‚Haue dir zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, damit ich die Worte darauf schreibe, die auf den ersten Tafeln waren, die du zerbrochen hast. Und sei morgen bereit, dass du früh auf den Berg Sinai steigst und dort zu mir auf die Spitze des Berges trittst.‘“ Immer wieder bekommt Mose die Einladung: „Komm hier herauf!“
[41:31] Lieber Freund, liebe Freundin, auch wir, auch du und ich, haben diese Einladung erhalten. Diese Einladung „Komm hier herauf!“ ist nicht nur die Einladung für Mose, nicht nur die Einladung für Johannes in der Vision. In dem Buch *Our High Calling*, Seite 11, schreibt Ellen White folgendes. Es sind Worte, die mich persönlich sehr bewegt haben und getroffen haben.
[42:02] „Unendliche Liebe hat einen Pfad, einen Weg geschaffen, aufgeworfen, auf dem die Erlösten des Herrn von der Erde zum Himmel gehen können. Dieser Pfad ist der Sohn Gottes. Engel leiten – also Engel, also Engelführer, besser gesagt, Engelführer – werden gesandt, um unsere irrenden Füße zu lenken. Die herrliche Leiter des Himmels ist herabgelassen worden auf den Pfad von jedem Menschen und versperrt den Weg zur Sünde und zum Unsinn, zur Torheit. Der Mensch muss auf einen gekreuzigten Erlöser trampeln, bevor er weiter das Leben der Sünde weitergeben kann.“ Mit anderen Worten: Der Himmel ist nicht irgendwo in der Distanz geöffnet, sondern da ist diese berühmte Leiter, die man von Jakob kennt. Diese Stufen, die gehen bis hinab vor unseren Weg, direkt auf unseren Weg, sodass niemand einfach weiter sündigen kann, ohne dabei nicht auf die Gnade zu trampeln.
[44:01] Ist dir das bewusst, wie wir auf diese Leiter, diesen gekreuzigten Erlöser, drauf trampeln und versuchen, drüber zu steigen?
[44:27] Jetzt kommt der Satz: „Die Stimme unseres himmlischen Vaters ruft uns: ‚Komm hier herauf!‘“ Nein, vielleicht sind wir keine Propheten mit einer Vision wie Johannes. Kein Mose, der in der physischen Gegenwart Gottes ohne Essen und Trinken am Leben erhalten worden ist, aber im Glauben können wir alle zum Gnadenthron kommen. Es heißt in Hebräer Kapitel 4, und dort Vers 16: „So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe.“ Die Tür ist offen. Johannes musste die Tür nicht aufschmeißen, nicht aufbrechen, nicht anklopfen. Die Tür war schon geöffnet. Aber Johannes wurde nicht gegen seinen Willen dort hochtransportiert. Da war eine Aufforderung: „Komm! Komm!“ Und Johannes hat es gelernt in seinem Leben, der Aufforderung von Jesus zu folgen, wenn Jesus gesagt hat: „Komm, folge mir nach! Ich will euch zu Menschenfischern machen.“
[46:00] Was möchte uns Jesus zeigen dort im Himmel? Wie wir gesagt haben, er möchte uns die Perspektive des Himmels zeigen. Er möchte uns näher zu sich bringen, damit wir verstehen, wie eng für ihn Himmel und Erde verbunden sind und wie nahe er uns ist.
[46:24] Eine Sache, sagt sinngemäß Ellen White, wird durch das Studium der Offenbarung ganz deutlich werden: wie eng Himmel und Erde miteinander verbunden sind. Vielleicht können wir nicht über jedes einzelne Teil der prophetischen Auslegung immer einer Meinung sein, aber können wir nicht diesen großen Punkt sehen, dass Himmel und Erde in Offenbarung in besonderer Weise verlinkt sind, untrennbar durch Jesus, das Evangelium? Seine Worte hier in Offenbarung 4 Vers 1 zu Johannes sind: „Komm hier herauf, und ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.“
[47:11] So hatte es schon im ersten Vers der Offenbarung geheißen. Offenbarung Kapitel 1, Vers 1: „Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, um seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll.“
[47:24] Bei der Offenbarung geht es um das, was noch zukünftig ist aus der Perspektive von Johannes. Und Jesus interessiert sich für Prophetie. Er hat sie bekannt gemacht und durch seinen Engel seinem Knecht Johannes gesandt. Hier in Offenbarung 4 Vers 1 heißt es: „Komm hier herauf, ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.“ Auch das hatten wir schon einmal als Formulierung in Offenbarung 1, Vers 19. Jesus hat dort dem Johannes gesagt: „Schreibe in das Buch Offenbarung. Schreibe, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen soll.“ Dieses Buch sollte ja an die sieben Gemeinden geschickt werden, symbolisch für die gesamte Christenheit, das Volk Gottes bis ans Ende der Zeit, das von dieser Botschaft profitieren soll, was nach diesem geschehen soll.
[48:22] Diese Formulierung „nach diesem“ klingt vielleicht erstmal merkwürdig, aber sie ist eigentlich durch das Buch Daniel ganz eindeutig erklärt. In Daniel Kapitel 2, der vielleicht berühmtesten Prophezeiung der biblischen Prophetie, sagt Daniel dem König Nebukadnezer in Daniel 2 und dort Vers 29: „Dir, oh König, stiegen auf deinem Lager Gedanken darüber auf, was nach diesem geschehen werde, und da hat dir, der, welcher die Geheimnisse offenbart, mitgeteilt, was geschehen wird.“ Nebukadnezer hat sich gefragt: „Was geschieht in der Zukunft?“ Und die Antwort kommt dann in der Vision, die ihm – oder besser gesagt, in diesem Traum – der ihm erklärt und interpretiert wird, gesagt und interpretiert von Daniel. Wir finden dann in Vers 45 noch einmal diese Worte „nach diesem“ in Daniel 2, und dort Vers 45: „Ganz so wie du gesehen hast, dass sich von dem Berg ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden losriss und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott hat den König wissen lassen, was nach diesem geschehen soll. Der Traum ist zuverlässig und seine Deutung steht fest.“ Nebukadnezer, so wie alle Menschen vor und nach ihm, hat sich gefragt: „Was bringt die Zukunft?“ Und Daniel sagt: „Gott sieht das. Gott weiß, dass wir uns die Frage stellen, was bringt die Zukunft?“ Und deswegen antwortet Gott in der Prophetie. Gott selbst zeigt das. Prophetie ist nicht ein Produkt von irgendwelchen Fanatikern. Prophetie ist nicht etwas, was Kirchenväter sich ausgedacht haben oder Konzilien beschlossen haben. Prophetie ist Gottes Antwort auf die tiefsten Sehnsüchte des Menschen.
[50:23] Jesus selbst macht es sich zur Chefaufgabe sozusagen, dem Johannes zu zeigen, was passieren wird. Nein, er zeigt ihm nicht den gesamten Abriss der Weltgeschichte. Viele Details bleiben unerwähnt, aber er zeigt ihm das, was Gottes Gemeinde braucht, um zu wissen, wie sie auf dem Weg bleiben können. Wenn wir wissen wollen, was wirklich relevant ist, dann müssen wir die Offenbarung studieren. In Offenbarung finden wir Jesu Perspektive auf die Zukunft der Welt, Jesu Perspektive auf den Gang der Kirchengeschichte, Jesu Perspektive auf den Ausgang dieses großen Kampfes, Jesu Perspektive auf Prophetie. Und nur die ist die wahre Perspektive. Nur wer die Prophetie aus der Perspektive von Jesus studiert, ...
[51:27] Und lieber Freund, liebe Freundin, das ist nicht den Experten und Spezialisten vorbehalten. Das ist nicht den Propheten allein vorbehalten. Jesus hat in Johannes 16, und dort Vers 13, uns folgendes verheißen – nicht nur Johannes, sondern auch dir und mir. Er sagt über den Heiligen Geist in Johannes 16, Vers 13: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten, denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“ Was macht der Heilige Geist? Der Heilige Geist macht genau das, was Jesus hier in Offenbarung 4 Vers 1 ankündigt, nämlich die Zukunft zu offenbaren.
[52:37] Wenn du dich fragst: „Ja, aber ich saß nicht auf Patmos, ich würde auch gerne einmal den Himmel geöffnet sehen, ich würde auch gerne einmal die Perspektive Jesu aus dem Thronraum Gottes wahrnehmen“, dann darf ich dir heute sagen: Der Heilige Geist ist gegeben, damit du das verstehen kannst. Der Heilige Geist hat Johannes inspiriert, damit er diese Dinge aufschreibt, damit wir sie heute noch sehen und also vor unserem inneren Auge sehen und verstehen können. Johannes hat keinen Vorteil gegenüber dir. Derselbe Heilige Geist, der Johannes inspirierte, als er am Tag des Herrn im Geist war, der steht dir zur Verfügung, dieses Buch der Offenbarung, diese Visionen zu verstehen, immer tiefer in alle Wahrheit hineingeführt werdend – derselbe Heilige Geist.
[53:28] Hast du Lust und Freude? Bist du bereit? Hast du ein Interesse, Jesus in der Prophetie besser kennenzulernen? Möchtest du seinem Ruf „Komm hier herauf!“ folgen? Möchtest du dieser geöffneten Tür der Verbindung zwischen Himmel und Erde in deinem Leben Beachtung schenken, nicht weiter trampeln zur Sünde, sondern innehalten und Jesus als deinen Erlöser annehmen, neu annehmen, dich neu weihen und seine Perspektive einnehmen, von ihm lernen und zu seinen Füßen sitzen? Ich möchte mich neu dafür entscheiden. Wollen wir noch gemeinsam beten?
[54:28] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du durch dein Wort jetzt so kraftvoll zu uns gesprochen hast. Danke, dass du unsere Herzen berührst und danke, dass du uns an deiner Perspektive Anteil nehmen lässt. Hab Dank für diesen Perspektivwechsel. Hab Dank, dass wir nicht nur sehen, was mit dieser Gemeinde Erde geschieht, sondern dass wir auch sehen dürfen, wie sehr der ganze Himmel hinter deiner Gemeinde steht und wie eng Himmel und Erde verknüpft sind. Danke für die geöffnete Tür. Danke, dass du sie geöffnet hast. Wir werden sie niemals selbst öffnen können. Und lass durch diese geöffnete Tür Licht und Gnade und Wahrheit und Herrlichkeit auf unseren Weg scheinen. Lass uns alle Schritte, alle Tritte dieser Leiter bis ganz ans Ende gehen an deiner Hand. Dank für den Heiligen Geist, der uns all das offenbart. Im Namen Jesu beten wir. Amen.
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