In diesem Video beleuchtet Christopher Kramp Offenbarung 4, Vers 6, wo Johannes ein „gläsernes Meer gleich Kristall“ vor Gottes Thron sieht. Er zieht Parallelen zum ehernen Meer in Salomos Tempel und Hesekiels Thronvision, um die Symbolik von Leben und Gottes souveräner Kontrolle zu erklären. Kramp betont, dass dieses gläserne Meer ein zukünftiges Ziel für Gläubige ist und das „Wasser des Lebens“ repräsentiert, das Gott auch in schwierigen Zeiten anbietet. Die Botschaft ist Trost und die Gewissheit, dass Gott auch im Chaos alles unter Kontrolle hat.
Offenbarung 4:6
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Offenbarung, ProphetiePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Offenbarung Vers für Vers
Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:47] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid und hoffentlich seid ihr schon gespannt auf einen ganz interessanten Vers, der uns sicherlich an die Grenzen unserer Vorstellungskraft bringen wird. Wir wollen heute uns mit Offenbarung 4 Vers 6 beschäftigen. Bevor wir das tun, möchten wir wie immer natürlich Gott einladen, unser Studium zu segnen. Und wenn es dir möglich ist, dann lade ich dich ein, mit mir für ein Anfangsgebet niederzuknien.
[1:25] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir die Offenbarung haben. Danke, dass du uns so unglaublich interessante und schöne Dinge dort zeigst, dass du uns auch manchmal Dinge offenbarst, die tatsächlich teilweise viel zu hoch für uns sind, dass wir uns gar nicht richtig vorstellen können, wie das ausgesehen haben mag. Nicht um uns zu deprimieren, sondern um uns zu zeigen, dass es noch so viel mehr gibt, als was wir mit unserem kleinen menschlichen Gehirn fassen können. Wir möchten dich bitten, dass wir so viel heute verstehen, wie notwendig ist und wie gut für uns ist, um dich besser kennenzulernen, um dich noch mehr lieb zu haben. Sprich du durch dein Wort zu uns und zeig uns auch daran, dass es dadurch, dass wir Dinge sehen werden, die unsere Vorstellungskräfte übersteigen, dass wir es mit dir mit jemandem zu tun haben, der so viel größer ist als wir. Herr, dafür danken wir dir und sind gespannt auf das, was du uns heute durch dein Wort zeigen möchtest. Sprich du jetzt durch deinen Heiligen Geist zu uns und hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.
[2:35] Offenbarung Kapitel 4 Vers 6. Wir sind in dieser Vision, die der Johannes hat, nachdem Jesus ihn in Offenbarung 4, Vers 1, eingeladen hat, mit ihm in den himmlischen Gottesdienst zu kommen, der jetzt hier in Kapitel 4 und dann auch Kapitel 5 beschrieben wird. Wir haben gesehen, das Zentrum dessen, was Johannes sieht, ist ein Thron. Er sagt in Vers 2, ein Thron stand im Himmel und dann sieht er jemanden auf dem Thron sitzen. Er sieht einen Regenbogen um den Thron herum. Er sieht nicht nur Gott den Vater auf dem Thron, er sieht 24 Älteste, die auf Thronen um den Thron sitzen. Er sieht und hört die Blitze und die Donner und die Stimmen, die Klänge, die aus dem Thron hervorkommen. Da haben wir uns das letzte Mal beschäftigt, eine Assoziation, die uns zu dem Berg Sinai führt. Und dann sieht er die sieben Feuerfackeln, Symbol des Heiligen Geistes, vor dem Thron. Es gibt noch mehr vor dem Thron zu sehen. Und das kommt jetzt in Offenbarung Kapitel 4 Vers 6.
[3:50] Und vor dem Thron war ein gläsernes Meer gleich Kristall. Ein gläsernes Meer. Was genau ist das eigentlich?
[4:03] Nun, die Bibel spricht nicht oft über diese Metapher oder über dieses Bild oder über diese Realität. In der Offenbarung kommt dieses gläserne Meer noch einmal vor. In Offenbarung Kapitel 15 und dort Vers 2 sagt Johannes im Kontext der sieben letzten Plagen: "Und ich sah etwas wie ein gläsernes Meer mit Feuer vermischt und die, welche als Überwinder hervorgegangen waren über das Tier, über sein Bild und über sein Mahlzeichen, über die Zahl seines Namens standen an dem gläsernen Meer und hatten Harfen Gottes."
[4:48] Die Gläubigen werden einmal an diesem gläsernen Meer stehen. Johannes hat es gesehen. Für uns ist also dieses gläserne Meer nicht einfach nur eine theoretische Übung, wie stelle ich mir den Himmel vor. Dieses gläserne Meer ist unser Ziel sozusagen. Wir bekommen hier in Offenbarung 4 nicht nur einen Einblick in das, was den Himmel ausmacht, sondern einen Einblick in das, was wir einmal selbst sehen werden. Das, was wir hier in Offenbarung 4 beschrieben haben, das werden wir einmal mit eigenen Augen sehen. Wir werden einmal dort am gläsernen Meer stehen.
[5:35] Wenn uns Gott Dinge zeigt, die zu groß sind für unsere Vorstellungskraft. Wir werden heute noch ein bisschen über Verse nachdenken, wo wir sagen, das können wir uns kaum richtig begreifen. Nicht, weil er einfach nur Freude hat, uns mit Dingen zu überfordern. Nein, auch wenn diese Dinge zu groß sind für uns, zeigt er sie uns doch zumindest so weit, dass wir eine Idee bekommen, weil es die Dinge sind, auf die wir uns freuen dürfen. Das gläserne Meer wird einmal unser Sammelpunkt sein, an dem die Überwinder alle gemeinsam zusammenkommen werden vor dem Thron.
[6:24] Und wenn wir dort am gläsernen Meer uns versammeln und zur Ehre Gottes singen, dann sind wir mit dem Thron verbunden. Ein gläsernes Meer. So wie Kristall. In der Antike galten Kristall und auch Glas als viel wertvoller, als das heute der Fall ist.
[6:54] Es gibt eine Bibelstelle im Alten Testament, die vielleicht in besonderer Weise hier, oder es gibt mehrere Bibelstellen, einige wenige anschauen, aber eine, die vielleicht in besonderer Weise auch mit diesem gläsernen Meer in Verbindung gebracht werden kann: in 1. Könige Kapitel 7.
[7:10] In 1. Könige Kapitel 7 und dort Vers 23 heißt es über den Salomo und seinen Tempelbau: "Er machte auch das gegossene Wasserbecken zehn Ellen weit von einem Rand bis zum anderen. 5 m breit und es war ringsherum rund und fünf Ellen hoch, also ungefähr 2,50 m groß, also ziemlich groß und eine 30 lange Schnur konnte es umspannen." Was hat das mit dem gläsernen Meer zu tun?
[8:08] Das wird im Hebräischen eigentlich Meer genannt, ein ehernes, kupfernes, gegossenes Meer sozusagen. Das eherne Meer. Es steht dort im Vorhof zwischen dem Brandopferaltar und dem Heiligtum, also dem eigentlichen Tempel dann. Und dieses Wasserbecken ist natürlich dazu da, dass die Priester sich waschen, die Hände waschen, die Füße waschen.
[8:43] Wenn man über die Symbolik nachdenkt, ist das ganz interessant, denn der Brandopferaltar steht für den Tod des Opfers, für den Tod des Stellvertreters. Dort brennt eine Flamme. Dort brennt Feuer. Feuer und Wasser sind die größtmöglich vorstellbaren Gegensätze. Während am Brandopferaltar der Tod des Opfers die zentrale Rolle spielt, müsste dann beim Wasserbecken das Gegenteil vom Tod spielen, nämlich das Wasser, das Leben.
[9:31] Und in der Tat wird Wasser in der Bibel mit Leben immer wieder in Verbindung gebracht. Wir denken an Jesus, der der Samariterin am Jakobsbrunnen in Johannes 4 sagt, Vers 14: "Wer aber von dem Wasser trinkt, dass ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt." Das lebendige Wasser, das er in Vers 10 anbietet, das Wasser des Lebens sozusagen.
[10:14] In Johannes Vers 37 und 38: "Aber am letzten Tag, dem großen Tag des Festes, stand Jesus auf und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Wasser und Leben." Diese Assoziation ist ja nicht besonders weit hergeholt.
[10:36] Das Meer vor dem Tempel stand direkt neben dem Feuer. Da war das Feuersymbol für den Tod des Erlösers, des Messias. Und da war Wasser Symbol für das Leben, das er bringt.
[10:56] Interessanterweise spricht die Offenbarung auch vom Wasser des Lebens. Sie sagt in Offenbarung 21, Vers 6: "Und sprach zu mir, es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst. Wir alle dürfen von diesem Wasser trinken, wenn wir möchten." Das heißt in Vers 17 von Offenbarung 22: "Und der Geist und die Braut sprechen: Komm, und wer es hört, der spreche: Komm, und wen da dürstet, der komme. Und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst."
[11:33] Dieses Angebot wird in der Offenbarung immer wieder gemacht. Wir dürfen das Wasser des Lebens nehmen. Das ist nicht nur eine Metapher, denn dieses Wasser des Lebens gibt es auch tatsächlich als wirkliches Wasser auf der neuen Erde, im neuen Jerusalem und damit auch schon im Himmel.
[11:55] In Offenbarung 22 und dort Vers 1 heißt es: "Und er zeigte mir einen reinen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der ausging vom Thron und vom Thron Gottes und des Lammes."
[12:18] Da geht Wasser vom Thron Gottes aus, glänzend wie Kristall, das Wasser des Lebens, ausgehend vom Thron Gottes und vom Thron des Lammes. Und das ist echtes Wasser, denn am Ufer dieses Wassers wächst der Baum des Lebens. Dort wachsen Bäume. Wasser, das echte Wasser des Lebens.
[12:44] Ja, wir können jetzt schon gedanklich, geistlich in einem übertragenen Sinne vom Wasser des Lebens trinken. Jesus schenkt der Samariterin schon dort am Jakobsbrunnen das Wasser des Lebens, das in ihr zu einer Quelle wird. Das ist eine geistliche Realität, aber dieser geistlichen Realität entspricht am Ende auch eine physische Realität. Dort gibt es im neuen Jerusalem wirklich das Wasser des Lebens, das wir hier schon geistlich getrunken haben.
[13:21] Dort gibt es einen echten Baum des Lebens mit echten Früchten und ein echtes Wasser des Lebens.
[13:34] Und wenn die Bibel das Wasserbecken, das Symbol für das Leben ist, wo wir auch symbolisch die Taufe verorten können, wo wir den Tod Jesu für uns in Anspruch nehmen und uns zu einem neuen Leben aus dem Wasser kommen: Wenn die Bibel das Wasserbecken mit dem Leben assoziiert, ist es dann zu weit hergeholt, dieses gläserne Meer mit dem ewigen Leben, mit dem Wasser des Lebens in Verbindung zu bringen? Gleich Kristall, nur das gläserne Meer hier und das Wasser des Lebens in Offenbarung 22. Sie schimmern, sie leuchten, sie glitzern wie Kristall.
[14:22] Ein großes Meer direkt vor dem Thron Gottes.
[14:30] Und übrigens werden wir ja noch sehen in Kapitel 5, dass auch der Aspekt des Opfers hier in Offenbarung 4 und 5 eine große Rolle spielt, wenn dann in Offenbarung 5 das geschlachtete Lamm präsentiert wird, auch dort am Thron Gottes. Es gibt noch eine interessante Parallele, die vor allem deswegen interessant ist, Verzeihung, weil mehrere Details aus Offenbarung 4 hier in diese Richtung weisen, und zwar in das Buch Hesekiel zum ersten Kapitel.
[15:01] Und hier haben wir weniger das Bild von tatsächlichem Wasser, aber trotzdem eine Reihe von interessanten Parallelen, die es sehr lohnend machen, das hier anzuschauen. Hesekiel Kapitel 1 und dort Vers 26.
[15:20] In Hesekiel 1 und dort Vers 26 heißt es: "Und oberhalb der Himmelsausdehnung – also das Wort Himmel ist hinzugefügt – der Ausdehnung, die über ihren Häuptern war, war das Gebilde eines Thrones anzusehen wie ein Saphirstein. Oben auf dem Gebilde des Thrones aber saß eine Gestalt anzusehen wie ein Mensch." Wir sehen unmittelbar hier ein paar Parallelen. Wir sehen diesen Thron. Wir sehen jemand auf dem Thron und hier in Hesekiel ist so etwas unter dem Thron. In Offenbarung ist es vor dem Thron etwas Ausgedehntes.
[15:53] Nun, was ist das genau? In Hesekiel 1, Vers 22 heißt es: "Und über den Häuptern des lebendigen Wesens befand sich etwas, das einer Ausdehnung glich. Das ist diese Ausdehnung wie der Anblick eines Kristalls, ehrfurchterregend, ausgebreitet oben über ihren Häuptern." Das ist also so ein Firmament, eine Ausdehnung, die wie Kristall aussieht und über der ist der Thron Gottes. Und das natürlich klingt sehr nach Offenbarung, wo wir einen Thron haben, da sitzt jemand drauf und dann haben wir dieses gläserne Meer wie Kristall.
[16:35] Also auch diese Parallele ist sehr interessant und lohnend, drüber nachzudenken, und zwar aus noch einem Grund, denn in Hesekiel 1 wird uns gesagt, dass unter dieser Ausdehnung sich lebendige Wesen befinden. Das heißt hier: "Und über den Häuptern des lebendigen Wesens befand sich etwas, das einer Ausdehnung glich." Wir haben also den Thron auch in so einer Edelsteinsprache, also sieht so nach Edelstein aus. Ja, ein Saphirstein. Die haben diese Edelsteinsprache auch in Offenbarung 4. Wir haben die Gestalt auf dem Thron. Wir haben dieses Kristall, diese Ausdehnung von Kristall und wir haben lebende Wesen. All das finden wir in Offenbarung 4 wieder, denn in Vers 6 heißt es hier in Offenbarung 4 Vers 6: "Und vor dem Thron war ein gläsernes Meer gleich Kristall und in der Mitte des Thrones und rings um den Thron waren vier lebendige Wesen. Genau die gleiche Bezeichnung, die wir auch in Hesekiel 1 haben. Voller Augen vorn und hinten."
[17:50] Ist nicht ganz klar, was damit gemeint ist, dass die vier lebendigen Wesen rings um den Thron und in der Mitte des Thrones sind. Vielleicht kann man sich vorstellen (nur eine mögliche Rekonstruktion), dass sie sozusagen den Thron von unten auch stützen, dass der Thron auch auf ihnen sozusagen aufruht. Das ist ja das Bild in Hesekiel zumindest. Da haben wir die lebendigen Wesen und über den lebendigen Wesen diese Ausdehnung und auf der Ausdehnung dann den Thron.
[18:28] Wie das genau gewesen ist, das können wir vielleicht gar nicht mehr bis ins Letzte eruieren. Sowohl Hesekiel als auch Johannes hatten erkennbar Mühe, dieses überwältigende, was sie dort sehen, irgendwie in menschliche Sprache zu beschreiben. Und jeder, der mal versucht hat, Hesekiel 1 nachzuvollziehen, der wird gemerkt haben, hier stoße ich mit meinem Verständnis von Physik und Gravitation und überhaupt. Man stößt an seine Grenzen. Man stößt ziemlich schnell an seine Grenzen. Das geht über unseren Verstand hinaus.
[19:01] Aber offensichtlich ist, dass die Beschreibung hier in Offenbarung 4 in manchem Detail zurück auf Hesekiel 1 verweist.
[19:12] Zumal, wenn wir dann – und das werden wir das nächste Mal ausführlich anschauen, was es bedeutet – heute nur so als kleine Vorschau in Vers 7, das Aussehen dieser vier lebendigen Wesen in Betracht ziehen. Es heißt in Offenbarung 4, Vers 7: "Und das erste lebendige Wesen glich einem Löwen, das zweite lebendige Wesen glich einem jungen Stier, das dritte lebendige Wesen hatte ein Angesicht wie ein Mensch und das vierte lebendige Wesen glich einem fliegenden Adler."
[19:41] Das ist nicht ganz identisch mit Hesekiel 1 und doch ist die Parallele einfach frappierend, denn in Hesekiel 1 heißt es über diese lebendigen Wesen ab Vers 5: "Und mitten aus diesem erschien die Gestalt von vier lebendigen Wesen und auch vier lebendige Wesen am Thron Gottes und dies war ihr Aussehen, sie hatten Menschengestalt und jedes von ihnen hatte vier Gesichter und jedes von ihnen hatte vier Flügel." Das ist ein Unterschied. Die in Offenbarung haben dann sechs Flügel. Ihre Füße standen gerade und ihre Fußsohlen glichen der Fußsohle eines Kalbes und sie funkelten wie der Schimmer von blankem Erz. Unter ihren Flügeln befanden sich Menschenhände an ihren vier Seiten und alle vier hatten ihre Gesichter und ihre Flügel. Ihre Flügel waren miteinander verbunden. Wenn sie gingen, wandten sie sich nicht um. Jeder ging gerade vor sich hin. Ihre Gesichter aber waren so gestaltet: "Das Gesicht eines Menschen auf der rechten Seite bei allen Vieren, das Gesicht eines Löwen zur Linken bei allen Vieren, das Gesicht eines Stieres. Hinten aber hatten alle vier das Gesicht eines Adlers." Also Mensch, Löwe, Stier und Adler. Sind genau die vier Begriffe, die dann in Offenbarung 4, Vers 7 wiederkommen. Ohne Frage, möchte Jesus, dass wir in Offenbarung 4 an Hesekiel 1 denken.
[21:04] Warum? Das eine ist, dass wir uns jetzt die Frage stellen, warum die Details ein bisschen anders sind. Und das ist sicherlich eine interessante Frage. Man kann jetzt drüber nachdenken, warum es einmal hier so beschrieben wird und hier vier Flügel dort und sechs Flügel dort und die kleinen Abweichungen dort jeweils, also ein lebendiges Wesen als Mensch, ein als Stier, ein Löwe, ein als Adler. Hier haben alle vier, alle vier Aspekte, aber die vielleicht interessantere Frage erst einmal ist die, warum überhaupt wird der himmlische Gottesdienst, den Johannes auf Patmos sieht im letzten Buch der Bibel, das die kommende Weltgeschichte von Johannes' Zeit aus an betrachtet, aufrollt. Warum wird dieser himmlische Gottesdienst mit einer Sprache beschrieben, die in ziemlich vielen Details uns direkt zu Hesekiel 1 zurückverweist?
[22:04] Was ist die Botschaft dahinter, die das Narrativ sozusagen, wenn man möchte, ist? Was ist die Hauptbotschaft, der rote Faden, der hier uns präsentiert wird? Vielleicht sollten wir uns einmal kurz noch mal vergegenwärtigen, warum Hesekiel diese Vision bekommen hat.
[22:22] Das hilft uns sicherlich zu verstehen, welche Funktion sie in Offenbarung 4 hat. Lesen wir dazu ganz kurz in Hesekiel Kapitel 1 und dort ab Vers 1: "Und es geschah im 30. Jahr am fünften Tag des vierten Monats, als ich unter den Weggeführten, den Exilanten am Fluss Kebar war, da öffnete sich der Himmel und ich sah Gesichte Gottes."
[22:48] Hesekiel ist im Exil in Babylon. Johannes ist im Exil auf Patmos.
[23:01] Der Himmel öffnet sich für Hesekiel. Und wir haben in Offenbarung 4 gelesen. In Offenbarung 4, Vers 1, heißt es: "Nach diesem schaute ich und siehe, eine Tür war geöffnet im Himmel." Eine offene Tür für Hesekiel, eine offene Tür für Johannes. Hesekiel im Exil, Johannes im Exil.
[23:22] Was war das Problem für Hesekiel? Hesekiel war jetzt weit weg von dem Tempel in Jerusalem. Er war an einem Ort, wo nicht die Menschen alle zusammenkamen, um Gott anzubeten. Er war jetzt in Babylon, wo die Menschen alles Mögliche anbeteten, aber nicht Gott. Könnte er und könnten die Weggeführten dort noch Gottesdienst feiern, wie Gott es sich gewünscht hat?
[23:56] Sie waren zu weit weg vom Heiligtum. Das Interessante ist, das erste, was Hesekiel in Visionen sieht, ist wieder der Thron Gottes, zu dem er ja nicht kommen kann, weil er in Babylon ist und nicht mehr nach Jerusalem kann. Der Thron Gottes kommt zu ihm, denn der Thron Gottes ist beweglich. Er kommt zu ihm und gibt ihm diese tröstliche Botschaft: Gott ist da auch im Exil.
[27:27] Das Buch Hesekiel bildet spätestens ab Offenbarung 4 in gewisser Weise die Folie, das Fundament, auf dem die Offenbarung auch strukturell, von der Reihenfolge der Ereignisse, teilweise tatsächlich aufgebaut ist. Wir sollten also mit dem Studium der Offenbarung das Buch Hesekiel nie aus den Augen verlieren. Und hier in Offenbarung 4 ist es ganz offensichtlich, denn die Beschreibung dessen, was er sieht, erinnert so stark an Hesekiel 1. Man könnte auch im Umkehrschluss sagen, in Hesekiel 1 sehen wir etwas vom himmlischen Gottesdienst, wie er direkt zu Hesekiel gebracht wird.
[28:18] In Hesekiel Kapitel 1, aber lesen wir zuerst in Offenbarung noch ganz kurz. Da haben wir gesehen, wie es hier heißt, dass diese vier lebendigen Wesen voller Augen sind, vorn und hinten. Und auch das findet seine Parallele in Hesekiel 1. Dort haben diese lebendigen Wesen nämlich auch Räder und diese Räder haben Felgen und das heißt in Vers 18: "Und ihre Felgen waren hoch und furchtgebietend und ihre Felgen waren voller Augen rings bei allen vier." Über dies hinaus heißt es sogar in Hesekiel 10 und dort Vers 12, wo dann diese vier lebendigen Wesen dort auch explizit als Kerubim noch mal auftauchen. Es heißt dort über diese Kerubim, diese vier lebendigen Wesen dann in Hesekiel 10, Vers 12: "Ihr ganzer Leib und ihr Rücken und ihre Hände und ihre Flügel. Auch die Räder waren alle ringsum voller Augen. Alle vier hatten ihre Räder."
[29:19] Ich muss ehrlich gestehen, wenn man Hesekiel 1 im Ganzen liest, komme ich an meine Grenzen. Ich kann das nicht alles in meinem Kopf genau nachzeichnen, wie das gewesen ist. Ist zu gigantisch.
[29:33] Aber eins ist sicher: Gott offenbart sich hier als der Allmächtige, der auch inmitten der verzwicktesten und verwickeltsten Situation immer gerade ausgeht. Die lebendigen Wesen gehen geradeaus, sie wenden sich nicht um und trotzdem geht alles ganz harmonisch vor sich. Das Rad in Rädern. Und es sieht für den Propheten aus, als sei es viel zu kompliziert. Und es sieht für uns aus, als ob es viel zu kompliziert ist. Aber das, was für uns undurchdringlich erscheint, ist für Gott ganz einfach.
[29:57] Und das ist die Botschaft. In Situationen, in denen wir uns dort befinden, wo wir gar nicht sein wollten, in Situationen, wo alles durcheinandergeht, in Situationen, wo alles kreuz und quer geht, geht Gott immer noch geradeaus. Dinge, die für uns zu hoch sind, Dinge, die wir nicht verstehen, sind für Gott kein Problem. Die Offenbarung selbst beschreibt ja nicht nur Dinge, die zu hoch für uns sind. Die beschreibt Situationen, die wir alleine nie lösen könnten in der Weltgeschichte. Für Gott ist das alles kein Problem.
[30:29] Und so sollen wir uns daran erinnern, wenn wir die Offenbarung aufschlagen und lesen, dass derselbe Gott, der dem Hesekiel gesagt hat, dass egal wie deine Umstände sein mögen, egal wie verzwickt Rad und Rad sich dreht und alles irgendwie kreuz und quer geht: Ich habe alles unter Kontrolle. Die sieben Gemeinden mit allen ihren Herausforderungen, Schwierigkeiten, Problemen dürfen wissen, Gott hat an seinem Thron alles unter Kontrolle.
[30:57] Und seine Engel führen seinen Willen aus, was für den menschlichen Betrachter wie ein unlösbarer Knoten erscheint. Die Weltgeschichte ist in Gottes Augen eine ganz klare Entfaltung der Heilsgeschichte.
[31:14] Wir werden das nächste Mal uns genauer Gedanken machen, warum diese lebendigen Wesen so aussehen, wie sie aussehen. Warum sie mit Löwe, Stier, Mensch und fliegendem Adler verglichen werden und was das alles zu bedeuten hat.
[31:32] Für heute wollen wir festhalten: Am Thron Gottes gibt es Dinge, die sind uns zu hoch. Aber die Dinge, die dort beschrieben sind, sind trotzdem unsere Heimat und sie sind für unser jetziges Leben wichtig. Wir müssen nicht verstehen, wie die Räder ineinandergreifen und wie die einzelnen Details genau ausgesehen haben. Wir müssen verstehen, dass diese lebendigen Wesen mit Gott zusammenarbeiten, um auch im Chaos unseres Lebens, im Chaos der Weltgeschichte Ordnung zu schaffen. Wir müssen verstehen, dass auch wenn wir wie Johannes im Exil sind, wenn wir abgeschnitten sind von der Gemeinde, wenn wir in schwierigen Situationen sind, dass Gott mit seinem Thron sich direkt uns offenbart.
[32:21] Wir müssen verstehen, dass das gläserne Meer, von dem wir bis jetzt immer noch nicht ganz genau unsere Vorstellung haben, wie groß es ist und was es genau ist, wir müssen verstehen, dass das unsere Heimat ist, dass wir dort sein werden, dass wir vom Wasser des Lebens trinken werden in vollen Zügen.
[32:42] Wollen wir nicht heute schon im Glauben, dass Gott alles unter Kontrolle hat, und von ihm das Wasser des Lebens entgegennehmen? Wollen wir nicht die Verheißung in Anspruch nehmen, die wir in Offenbarung 22 finden?
[33:03] Dort, wo wir in Vers 1 den Strom vom Wasser des Lebens finden, glänzend wie Kristall, erleuchtet von der Herrlichkeit Gottes, die die ganze goldene Stadt erleuchtet. Dieser Wasserstrom des Lebens, der ausgeht vom Thron Gottes und vom Thron des Lammes! Vom Thron Gottes und des Lammes! Wollen wir nicht diese Verheißung in Anspruch nehmen, die in Vers 17 uns sagt: "Und der Geist und die Braut sprechen: Komm, und wer es hört, der spreche: Komm, und wen da dürstet, der komme. Und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst."
[33:35] Wollen wir wie die Frau am Jakobsbrunnen, die sicherlich auch nicht alle Details des himmlischen Gottesdienstes verstand, das Wasser des Lebens in Anspruch nehmen und uns darauf freuen, dass Dinge, die wir jetzt hier nicht verstehen, wir dort sehen werden und Gott uns erklären kann und wir eine ganze Ewigkeit haben, die Geheimnisse des himmlischen Gottesdienstes bis ins letzte Detail zu erforschen. Und wollen wir heute dazu das Wasser des Lebens in Anspruch nehmen?
[34:11] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass du uns das Wasser des Lebens anbietest. Hab Dank, dass du für uns da bist. Und hab Dank, dass auch dann, wenn wir traurig sind, wenn wir uns verlassen fühlen, dein Thron, deine Herrschaft für uns immer noch genauso real sein dürfen, dass du dich uns in deiner Herrlichkeit offenbarst, so wie du dich Hesekiel und durch Hesekiel und Johannes uns offenbart hast, wie du wirklich bist und dass du für uns da bist.
[34:46] Und Herr, wir wünschen uns einmal dort am gläsernen Meer zu stehen. Wir können heute vielleicht nicht genau sagen, woraus es zusammengesetzt ist. Das werden wir dann die ganze Ewigkeit erforschen können. Auch heute können wir den Wunsch haben, einmal dort sein zu werden. Heute können wir vielleicht nicht genau verstehen, wie die vier lebendigen Wesen im Einzelnen aussehen, aber wir können heute den Wunsch haben, sie einmal zu treffen, einmal mit ihnen zu reden in der Ewigkeit.
[35:27] Und darum bitten wir dich von ganzem Herzen. Hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.
Lizenz
Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.