In dieser Folge der Serie „Offenbarung Vers für Vers“ taucht Christopher Kramp tief in die beeindruckende himmlische Anbetungsszene aus Offenbarung 5, Vers 12 ein. Erfahre mehr über die zentrale Rolle des Lammes und die gewaltige Schar der Engel, die Gott im Himmel die Ehre geben. Lass dich von dieser inspirierenden Auslegung dazu einladen, die Bedeutung dieser biblischen Vision für dein eigenes Leben neu zu entdecken.
Offenbarung 5:12
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Offenbarung, ProphetiePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Offenbarung Vers für Vers
Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:45] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar hier auf www.joelmedia.de. Wir sind in Offenbarung Kapitel 5 und wollen uns heute mit einem zentralen Vers befassen, nicht nur dieses Kapitels, sondern dieser ganzen himmlischen Gottesdienstszene in Offenbarung 4 und 5. Wir wollen diesen Vers genauer unter die Lupe nehmen, nämlich Offenbarung Kapitel 5, Vers 12. Bevor wir damit beginnen, möchten wir, wie es unsere gute Gewohnheit ist, ein Anfangsgebet sprechen. Und ich lade auch dich ein zu Hause, wenn es dir möglich ist, niederzuknien.
[1:30] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu unseren Herzen sprichst, dass du in unseren Alltag hineinsprichst und dass du mit deinem Heiligen Geist in unseren Herzen wirkst. Wir möchten dich bitten, dass wir jetzt mit ganz viel Freude über dein Wort nachdenken können, dass es uns stärkt, dass es uns erfrischt, dass wir genau verstehen, was das für uns persönlich bedeutet. Herr, wir möchten dich bitten, dass du unser Lehrer bist, dass du uns von allem reinigst, was dich irgendwie hindern würde, uns zu segnen. Wir möchten dich bitten, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst nach deiner Verheißung, so wie du es dir wünschst. Im Namen Jesu. Amen.
[2:16] Offenbarung Kapitel 5, Vers 12. Wir haben im Vers 11 gesehen, dass Johannes neben all den Dingen, die er dort in der himmlischen Anbetungsszene beobachtet hat – vor allem den Thron und Gott den Vater auf dem Thron, das Lamm, das dort eine Schlüsselrolle spielt, der Regenbogen um den Thron, das gläserne Meer vor dem Thron, die 24 Throne um den Thron, die lebendigen Wesen, die Ältesten –, all das hat er gesehen. Und neben dem bemerkt er dann in Vers 11 spätestens da, oder vielleicht auch schon früher, aber hier werden sie erwähnt, die 10.000 mal 10.000 und 1.000 mal 1.000 Engel, die vielen Millionen Engel, die dort im Himmel anwesend sind im Gottesdienst.
[3:05] Und er hört die Stimme in Vers 11, und wir haben dort über die Engel und ihre Zahl und ihre Position im Himmel gesprochen. Aber in Vers 12 erfahren wir jetzt, was sie sagen, vielleicht sogar singen, auf jeden Fall die Worte ihrer Anbetung. Es heißt in Offenbarung 5, Vers 12: Die sprachen mit lauter Stimme, also die vielen Engel rings um den Thron und um die lebendigen Wesen und die Ältesten, und ihre Zahl war 10.000 mal 10.000 und 1.000 mal 1.000, wie in Vers 11 gelesen. Und dann heißt es: Diese Engel sprachen mit lauter Stimme: "Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob."
[4:01] Die Engel flüstern diese Anbetung nicht. Sie rufen deutlich. Das suggeriert uns eine klare Überzeugung. Sie wollen das von ganzem Herzen ausdrücken: "Würdig ist das Lamm." Dass sie hier mit lauter Stimme rufen, ist auch aus einer anderen Perspektive total interessant. Wenn wir uns noch mal an den Anfang des Kapitels erinnern, in Offenbarung Kapitel 5, Vers 2. Hier in Offenbarung 5 heute mit Vers 12. Also in Vers 2, da hatten wir einen Engel, und der rief mit lauter Stimme: "Wer ist würdig?"
[4:53] Das war dieser ganz, ganz beeindruckende, dramatische Moment, wo dann, als sich herausstellt, dass niemand im Himmel und auf der Erde und unter der Erde in der Lage ist, das Buch zu öffnen, Johannes geweint hat. Es war dieser starke Engel, der mit lauter Stimme verkündete: "Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu brechen?" Diese Frage, "Wer ist würdig?", die hallt quasi durch das Universum. Niemand scheint da zu sein, der auf diese Frage sagen kann: "Ich" oder "jener". Niemand kann antworten. Und Johannes ist völlig verzweifelt. Und dann natürlich erscheint in dieser Vision das Lamm, wie geschlachtet, genannt der Löwe aus dem Stamm Juda, der König, der für uns alle gestorben ist, Jesus Christus.
[5:41] Und als das dann quasi offenbar wird dem Johannes, dass hier Jesus, der Geschlachtete, der Gekreuzigte, nun als König der Könige, als Hoherpriester auch dort im Himmel gegenwärtig ist, dass er das Buch nehmen kann und öffnen kann, wie es dann in Vers 8 und den folgenden Versen deutlich wird, da finden wir jetzt in Vers 12, dass nicht ein Engel, sondern viele Engel mit lauter Stimme sozusagen als direkte Antwort auf die Frage des einen starken Engels in Vers 2 antworten: "Würdig ist das Lamm."
[6:31] Mit anderen Worten, wir haben hier eine Frage, die in das Universum hineingerufen wird: "Wer ist würdig?" Und wir haben eine Antwort von Millionen von Engeln, die auf die Frage "Wer ist würdig?" antworten: "Würdig ist das Lamm." Dieses Modell, dass ein Engel oder mehrere Engel rufen und andere Engel die Antwort geben, das finden wir so auch in den Psalmen, zum Beispiel wo wir in Psalm 24 eine Beschreibung dessen finden, wie die Engel gesungen haben, als Jesus nach der Auferstehung in den Himmel aufgefahren ist. Wir lesen dort in Psalm 24 ab Vers 7: "Hebt eure Häupter empor, ihr Tore, und hebt euch, ihr ewigen Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe." Diese Tore, das sind die Tore von Neu-Jerusalem, der ewigen Stadt, und der König der Herrlichkeit, das ist niemand anderes als Jesus Christus, verherrlicht mit seinem auferstandenen Körper, der jetzt in Neu-Jerusalem einziehen soll.
[7:34] Und dann finden wir in Vers 8 eine Frage: "Wer ist dieser König der Herrlichkeit?" Und dann kommt die Antwort: "Es ist der Herr, der Starke und Mächtige, der Herr, der Held im Streit." Und dann geht es wieder los: "Hebt eure Häupter empor, ihr Tore. Ja, hebt eure Häupter, ihr ewigen Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe." Und dann kommt die Frage wieder: "Wer ist denn dieser König der Herrlichkeit?" Und die Antwort kommt: "Der Herr der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit."
[8:02] Scheint also ein Prinzip zu sein, auch in der Art und Weise, wie die Engel kommunizieren und wie sie auch Anbetung praktizieren. Im Englischen nennt man das "Call and Response", eine Frage, eine Antwort. Dort sind die Engel nicht einfach nur passive Teilnehmer auf Zuschauerrängen, sondern da gibt es Frage und Antwort. Die sind alle beteiligt. Wir können uns das vorstellen wie bei der Himmelfahrt Jesu: Ein Teil der Engel mit Jesus kam, ein anderer Teil von der Stadt ihm entgegenrief: "Wer ist der König?" Und die begleitenden Engel sagten: "Das ist der König der Herrlichkeit."
[8:35] Und auf dieselbe Art und Weise hat natürlich dieser Engel diese Frage nicht gestellt, weil er keine Ahnung hatte, weil er nicht wusste, wer es ist, sondern er stellt diese Frage. Er hat es ja mitbekommen, wie Jesus am Kreuz von Golgatha gestorben ist. Er stellt diese Frage. Es ist nur Johannes, der in diesem Moment, wo niemand anders antwortet, plötzlich in Tränen ausbricht. Aber die Engel wissen natürlich, wer derjenige ist, und er stellt diese Frage: "Wer ist würdig?" Und dann erscheint das Lamm, und das Lamm nimmt aufgrund dieser Frage offensichtlich das Buch und zeigt, dass es würdig ist. Und alle Engel, die jubeln und die rufen dann: "Würdig ist das Lamm." Das ist sozusagen Teil des Gottesdienstes, dass diese Handlung, dass Jesus das Buch nimmt und jetzt öffnet, dass das eingeleitet wird durch diese sozusagen rhetorische Frage: "Wer ist würdig?" Die Anbetenden dort, die Kerubim, die Seraphim, die wissen alle, dass Jesus jetzt gleich kommen wird. Nur Johannes hat das nicht verstanden. Der merkt das dann erst in der Vision, und die Engel, die antworten: "Würdig ist das Lamm."
[9:47] Das Wort "würdig". Dieses Wort haben wir in Offenbarung 5 schon ein paar Verse früher gesehen. Es heißt in Vers 9, dass dort schon die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten ein neues Lied singen. Das heißt: "Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: 'Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen.'"
[10:31] Das Wort "würdig" bedeutet, wenn man es wörtlich übersetzt, auch so viel wie: "Er verdient es, die Kraft zu nehmen, die Macht zu nehmen." Er verdient es, das Buch zu nehmen, seine Siegel zu öffnen. Er hat das sozusagen, er hat das Recht dazu. Er verdient es, nehmen zu dürfen. Mit anderen Worten: Jesus hat Verdienst, und diese Verdienste sind so außergewöhnlich, dass niemand sonst im Universum diese Verdienste hat. Er verdient es, das Buch zu öffnen, denn nur er ist in der Lage, Menschen zu erlösen. Engel könnten nicht andere, also Menschen zum Beispiel erlösen, denn all ihre Gerechtigkeit benötigen sie für sich selbst. Aber Jesus hat eine Gerechtigkeit erworben, die er nicht einmal für sich selbst braucht, die er übertragen kann. Außergewöhnliche Verdienste. Nur er verdient es, all diese Dinge zu nehmen.
[11:38] "Würdig", so lesen wir in Vers 12, "ist das Lamm." Und zwar wird ganz deutlich gesagt: "Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist." Das erinnert uns an die Beschreibung, die Johannes schon in Vers 6 gesehen hat. Und ich sah, als er sich umdreht, um nach diesem Löwen zu schauen, der ihm angekündigt worden ist, er sagt: "Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm, wie geschlachtet."
[12:16] Dieses Bild geht zurück auf Jesaja Kapitel 53. Dort in Jesaja 53, und dort ab Vers 4, lesen wir die Beschreibung dessen, was er für dich und für mich erlitten hat: "Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretung willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg, aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn. Er wurde misshandelt, aber er beugte sich, tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut."
[13:50] Wie ein Lamm. So ist Jesus zum Kreuz von Golgatha gegangen, wie ein Lamm. Hat er all die Anschuldigungen von Kajaphas und den anderen Priestern, den Spott der römischen Soldaten und von Herodes, wie ein Lamm hat er das alles ertragen. Nicht zurück sich beschwert. Die Bibel sagt ganz deutlich, dass Jesus alle unsere Sünden getragen hat. Der Herr hat sie auf ihn geworfen. Es gibt nicht eine einzige Sünde, die irgendjemand von uns begangen hätte, die nicht auf Jesus lag, als er den Weg nach Golgatha ging und am Kreuz hing. Es gibt nicht eine einzige Sünde, die man gedacht, gesagt, getan, geplant hat, die nicht auf Jesus lag und für die er nicht gestorben ist. Man kann nicht eine Sünde begehen, die Jesus nicht getragen hätte.
[15:04] Das geschlachtete Lamm. Und wenn wir das Gefühl haben, wir finden vielleicht nicht alle unsere Sünden heraus oder wir können sie gar nicht zu Jesus bringen, weil sie so schwer sind, dann sagt uns die Bibel in Vers 7: "Aber der Herr warf unsere aller Sünde, unser aller Schuld auf ihn." Wir müssen unsere Sünde nicht hochheben. Wir müssen glauben, dass Jesus sie am Kreuz schon getragen hat.
[15:33] Bemerkenswerterweise prophezeit Jesaja nicht nur, was Jesus für jeden Menschen tun würde auf diesem Planeten, denn er ist das Lamm Gottes, das geschlachtet worden ist, um die Sünden der Welt wegzunehmen. Jesaja 53 sagt nicht nur, was er für uns tun würde, er sagt auch, wie die Menschen das bewerten würden, die allermeisten Menschen. Es heißt ja in Vers 4: "Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt." Daraus lässt sich schlussfolgern, dass sehr viele Menschen diesen unfassbaren Opfertod überhaupt nicht wertschätzen. Sie verstehen gar nicht, dass Jesus für ihre Sünde dort gestorben ist.
[16:18] Das heißt, als Jesus am Kreuz von Golgatha hing, hielten die meisten Menschen ihn für von Gott bestraft und niedergebeugt, während die Engel im Himmel im Lob und Preis dafür sagen. Man sieht daran, welch einen Unterschied es macht, mit welcher Einstellung man ein Ereignis des Heilsplans betrachtet. Dasselbe Ereignis, die Kreuzigung, wird von Menschen, die in Rebellion verhaftet sind, gar nicht so interpretiert, wie es Engel verstehen, die sündlos sind. Je enger wir mit Gott zusammenleben, desto klarer wird eigentlich die Bedeutung der Ereignisse im Heilsplan. Sei es die Taufe Jesu, sei es sein Tod, sei es seine Predigten, sein Leben, sein Wirken, seine Auferstehung, all die anderen Dinge, die prophetischen Ereignisse im Alten und im Neuen Testament bis in unsere Zeit. Nur mit einem geistlichen, mit dem Himmel verbundenen Blick können wir diese Dinge überhaupt richtig einschätzen. Hier sieht Johannes, dass im Himmel niemand glaubt, dass Jesus schuldig war und deswegen jetzt irgendwie von Gott bestraft wurde, weil er was falsch gemacht hat. Nein, nein, nein. Sie im Himmel wissen alle, dass der Tod von Jesus für die Menschen war.
[17:49] Es ist allein die Sünde der Menschen, die Rebellion, in der wir so oft leben, die uns die Augen verblendet für die offensichtliche Wahrheit des Evangeliums, die wir eigentlich am Kreuz sehen sollen. Der Paulus drückt das so aus in 2. Korinther 4, Vers 3 und 4: "Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, das heißt verborgen, so bleibt es bei denen verhüllt, die verloren gehen, bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt – damit ist der Satan gemeint – die Sinne verblendet hat, sodass ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist." Die Engel sind nicht von Satan verblendet. Für sie ist das Kreuz strahlend helles Licht, eine überwältigende Offenbarung der Liebe Gottes. Je näher wir in unserer persönlichen Beziehung zu Gott dem himmlischen Gottesdienst kommen, je mehr wir uns in unserer Anbetung Gottes dem nähern, was die Engel im Himmel erleben, desto klarer wird uns das Kreuz werden und desto klarer können wir mit lauter Stimme auch sagen: "Würdig ist das Lamm."
[19:03] Je näher wir dem kommen, was Offenbarung 4 und 5 ausdrücken, je mehr wir es auf der Erde in unserem persönlichen Leben und auch in unseren Gemeinden sozusagen widerspiegeln, desto klarer werden wir Jesus als den Gekreuzigten emporheben und überall verkündigen. Paulus hat das erlebt. Deswegen sagt er den Korinthern in 1. Korinther Kapitel 2 und dort Vers 2: "Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus und zwar als Gekreuzigten."
[19:45] In Johannes Kapitel 10 und dort in Vers 11 zeigt sich, da sagt Jesus selbst, was die Tatsache, dass er für uns gestorben ist, über seinen Charakter aussagt. Er sagt nämlich hier in Vers 11: "Ich bin der gute Hirte." Er ist nicht nur irgendein Hirte, der seine Pflicht erfüllt und irgendwie jetzt hofft, dass es bald vorbei ist, sondern er hat ein echtes Herz für die Schafe. Er sagt: "Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe."
[20:28] Die Tatsache, dass Jesus für dich und für mich gestorben ist, bedeutet, dass er wirklich sich um uns kümmert. Es bedeutet, dass er wirklich ein Interesse an unserem Leben hat und dass er alles in seiner Macht Stehende tun wird, damit es uns gut geht. Die Tatsache, dass wir das so oft aus den Augen verlieren, die Tatsache, dass wir so oft daran zweifeln, ob Gott wirklich das Beste für uns will, ist, dass wir das Kreuz aus den Augen verlieren. Denn am Kreuz sehen wir: Gott gibt buchstäblich sein letztes Hemd. Er gibt das Beste, das Größte. Er gibt alles, was er hat, und er geht bis zum Äußersten. Und wer das sieht und wer das glaubt und wer das versteht und erlebt, der weiß: Jesus ist mein guter Hirte. Ich kann ihm vertrauen. Die Engel im Himmel, die das ja quasi nur von außen betrachten, die die Erlösung ja so in der Form gar nicht für sich benötigen, sie sind dankbar, dass sie Jesus als König haben, und sie loben und preisen: "Würdig ist das Lamm zu empfangen Macht und Ehre und Herrlichkeit und Ruhm und alles." Sie sagen: Es gibt keinen besseren, den wir uns vorstellen können als König als ihn, weil schaut einmal, was er bereit war zu tun für die, die seine Untertanen sind.
[21:48] Je klarer wir das Kreuz verstehen, desto klarer werden wir sehen, dass niemand anderes König in unserem Leben sein sollte als Jesus Christus. Aber wenn wir das Kreuz nicht sehen, dann wollen wir uns als König haben. Oder weil wir uns als König haben wollen, wollen wir das Kreuz nicht wirklich sehen, nicht wirklich ranlassen an uns. Lieber Freund, liebe Freundin, hast du das Kreuz von Jesus an dich herangelassen, dass Jesus für alle deine Sünden gestorben ist, damit du ewiges Leben hast und Leben im Überfluss? Das bedeutet, niemand kann dein und mein Leben so wunderbar und so gut und so perfekt regieren wie er selbst. Bei weitem nicht nur Jesus. Niemand kann es so gut wie Jesus.
[22:54] Würdig ist das Lamm. Wer über das Kreuz von Jesus nachdenkt, der wird den Wunsch haben, Jesus zu erhöhen, dass Jesus im Mittelpunkt steht und nicht wir selbst. Wer über das Kreuz von Jesus nachdenkt und wer das Kreuz für sich in Anspruch nimmt, wer die Vergebung, das Blut des Lammes an seine eigenen Türpfosten streicht sozusagen und sagt: "Ich möchte frei sein, ich beanspruche das Blut des Lammes für mich." Das heißt in Offenbarung, dass wir überwinden durch das Blut des Lammes und das Wort unseres Zeugnisses. Wer das in Anspruch nimmt, der wird gerne Jesus den höchsten Rang in seinem Leben einräumen. Die Engel tun das, sie sagen: "Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob."
[24:00] Dieser Vers hat eine interessante Parallele zur Offenbarung Kapitel 4, denn auch dort hieß es: "Würdig bist du, oh Herr", in Vers 11, in Offenbarung 4, Vers 11: "Würdig bist du, oh Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht, denn du hast alle Dinge geschaffen und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen." Und wir haben damals im Studium von Offenbarung 4 ganz deutlich gesehen, dass die Engel und die Ältesten hier Gott den Vater anbeten, weil er der Schöpfer ist. Und Johannes, der zunächst das im himmlischen Gottesdienst sieht, hat vermutlich gedacht, dass das hier schon alles ist. Jedenfalls ist es ein erster entscheidender Höhepunkt in diesem Gottesdienst. Gott der Vater wird angebetet mit diesen Worten: "Würdig bist du, oh Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht, weil du Schöpfer bist."
[24:59] Drei Dinge werden genannt, mit denen in Offenbarung 4 der Vater angebetet wird: Ruhm, Ehre und Macht. Und die Begründung ist ganz deutlich: weil er die Welt geschaffen hat durch seinen Willen. Aber jetzt in Kapitel 5, Vers 12 wird noch einmal gesungen: "Würdig ist..." Diesmal wird der Sohn, das Lamm, besungen. Und bemerkenswerterweise singen die Engel nicht nur von drei Dingen, sie singen von sieben Dingen, nämlich Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob.
[26:34] Die Erlösung, für die jetzt Jesus gepriesen wird, ist also im Grunde genommen eine Erweiterung, eine Steigerung der Schöpfung, wenn man so möchte, eine noch tiefere Offenbarung des Charakters und Wesens Gottes, als es ohnehin schon durch die Schöpfung sichtbar gewesen ist. Übrigens sind die alle drei, die hier vorkommen, auch hier gegenwärtig. Das Wort für Macht ist im Griechischen beides Mal "Dynamis", nämlich Kraft. Ansonsten haben wir hier natürlich auch den Ruhm und die Ehre. Jesus wird also gelobt, und ihm wird all das zugestanden, was dem Vater auch zugestanden wird.
[27:30] Man könnte jetzt oberflächlich denken: "Oh, Jesus bekommt sogar noch viel mehr. Er bekommt sieben Dinge und der Vater nur drei." Aber das wäre eine oberflächliche Betrachtungsweise, denn die gesamte Vision beinhaltet nicht nur Offenbarung 4 und 5, sondern dann auch die sieben Siegel, die gebrochen werden, Offenbarung 6, bis dann im Zusammenhang mit den letzten Siegeln noch mal eine himmlische Thronszene gezeigt wird in Offenbarung 7. Und dort steht jetzt folgendes, was man dazu unbedingt noch dazu nehmen soll. Offenbarung 7 und dort Vers 11 und 12: "Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen. Das also diese Engel hier, die in Offenbarung 5, Vers 12 auch hier wir vor Augen haben. Und sie fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: 'Amen. Lob und Herrlichkeit und Weisheit und Dank und Ehre und Macht und Stärke gebührt unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.'"
[28:32] Also, es beginnt mit einer Anbetung des Vaters in Offenbarung 4 wegen der Schöpfung durch die lebendigen Wesen und durch die 24 Ältesten. Und drei Dinge werden dort angesprochen: Ruhm, Ehre und Macht. Und dann in Offenbarung 5 wird der Erlösungsplan ins Zentrum gerückt, und dort wird das Lamm, Jesus Christus, angebetet mit den gleichen Begriffen und vier mehr, mit sieben Begriffen. Und am Ende des Erlösungsplanes sozusagen in Offenbarung 7, als dann die Weltgeschichte ihrem Ende zu sich neigt, als noch das siebte Siegel geöffnet werden muss, dort wird Gott der Vater angebetet mit ebenfalls sieben Begriffen, die fast identisch sind mit denen hier aus Offenbarung 5, Vers 12, und dem Wesen nach natürlich genau das Gleiche austragen sollen. Es soll aber also überhaupt gar nicht deutlich gemacht werden, dass Jesus irgendwie höher wäre als der Vater. Das ist gar nicht der Punkt. Das soll deutlich machen, welch eine Tiefe und Größe und Breite das Erlösungswerk einnimmt im Gottesdienst Gottes des Himmels.
[29:39] Und niemand wird sagen können, dass der Himmel Jesus weniger ehrt als den Vater. Niemand wird sagen können, dass im Himmel eigentlich nur alle Gott den Vater anbeten und Jesus nur irgendwie so eine Zwischenposition hat. Nein, der Vater und der Sohn, der Vater und das Lamm, sie werden mit allen Engeln angebetet, mit sieben Begriffen bedacht. Der eine in Offenbarung 5, der andere in Offenbarung 7.
[30:21] Was bedeutet es, dass Jesus die Macht nehmen soll? Das heißt in Offenbarung 5, Vers 12: Die sprachen mit lauter Stimme: "Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen oder zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit." Diese Macht oder diese Kraft zu nehmen, das wird erklärt in Offenbarung 11, Vers 17. Dort heißt es über die 24 Ältesten, die sprachen dort: "Wir danken dir, oh Herr, Gott, du Allmächtiger, der du bist und der du warst und der du kommst" – ganz eindeutig Gott der Vater – "dass du deine große Macht an dich genommen und die Königsherrschaft angetreten hast."
[31:06] Hier geht es also nicht darum, dass jemand Macht erhält, die er vorher nicht gehabt hätte, denn Gott der Vater hat schon immer alle Macht besessen. Die Macht zu nehmen bedeutet, dass er jetzt diese Macht, die er hat, tatsächlich auch in konkrete Regierungsherrschaft und Königsherrschaft ausübt. Mit anderen Worten: Gott wird jetzt, das ist der Gedanke ja in Offenbarung 11, er wird jetzt auch die Königsherrschaft über die Erde dann ausüben. Es wird das Gericht stattfinden, und dann wird die neue Erde geschaffen werden, und Gott wird auf der Erde sogar bei den Menschen wohnen. Das Königreich Gottes wird dann sichtbar auf der Erde sein. Die Macht, die er schon immer gehabt hat, wird dann jetzt auch auf der Erde sichtbar von ihm als König sozusagen angewandt. Jesus ist würdig, die Kraft zu nehmen, die Macht. Mit anderen Worten: Er ist würdig, die Macht, die er ohnehin schon hat, auch als König, als Herrscher anzuwenden. Es ist also eine Bestätigung seiner Position. Es ist nicht ein, damit soll nicht gesagt werden, dass ihm jetzt eine Kraft gegeben wird, die er vorher nicht gehabt hätte. Ihm wird damit zugestanden, dass, wenn er jetzt, nachdem er als Lamm auf der Erde sein Äußerstes gegeben hat, in Zukunft auch als König regieren wird, dass er dazu alles Recht der Welt hat.
[32:29] Das ist der Gedanke von Offenbarung 5. Es ist richtig für Jesus zu herrschen, weil sein Charakter vor dem gesamten Universum offenbar geworden ist. Jesus hat selbst davon gesprochen, dass er die Macht besitzt. Matthäus 28, Vers 18 sagt uns unmissverständlich: "Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: 'Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.'" Die Engel anerkennen, dass Jesus alle Macht im Himmel und auf Erden hat. Wenn wir das anerkennen, dann folgt daraus, was wir tun, was in Vers 19 steht: "So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe." Glaubst du, dass Jesus tatsächlich zurecht alle Macht besitzt? Wenn wir das wirklich glauben, werden wir den Auftrag in Vers 19 nicht als Option sehen, sondern als den Auftrag, den Marschbefehl sozusagen unseres Königs.
[33:59] Schauen wir in Johannes 3. Wir haben diesen Gedanken hier noch einmal, dass Jesus alle Dinge erhält. Johannes 3, Vers 35: "Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben." Das bedeutet ja nicht, dass Jesus die Dinge vorher nicht besessen hätte, denn wir wissen aus Johannes 1, Vers 3, dass alles durch ihn geschaffen worden ist. Und zwar wissen wir aus Kolosser 1: Alles ist für ihn geschaffen worden und hat seinen Bestand in ihm. Also was bedeutet es, dass Jesus, der alles geschaffen hat und ihm alles gehört und alles durch ihn besteht, dass er alles jetzt von dem Vater bekommt? Es bedeutet, dass Jesus, der Mensch geworden ist und am Kreuz gestorben ist, vom Vater die Zusicherung erhält, obwohl er sich so sehr erniedrigt hat, er wieder alle Macht nehmen darf, dass er alle Macht auch ausüben darf, dass es absolut berechtigt ist, dass er König der Könige und Herr der Herren ist. Er bekommt nicht etwas Neues, sondern vor dem gesamten Universum ist bestätigt worden, dass er diese Macht und Kraft zurecht besitzt.
[35:24] Er bekommt nicht nur Kraft und Macht, er bekommt auch Reichtum und Weisheit. Und auch das bedeutet ja nicht, dass er jetzt erst einmal Weisheit erhält, die er vorher nicht gehabt hätte. Nein, Jesus ist die Weisheit in Person sozusagen. In 1. Korinther 1, Vers 30 heißt es: "Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung." So wie Jesus unsere Gerechtigkeit ist und unsere Heiligung ist und unsere Erlösung ist, so ist er auch die Weisheit. Wenn die Engel ihm also Weisheit, wenn sie sagen, er hat, er ist würdig, Weisheit zu nehmen, dann nicht, dass er quasi etwas nimmt, was er noch nicht hatte, sondern er ist berechtigt, all diese Weisheit zu haben. Es ist gut, dass er sie hat.
[36:13] In ihm, so sagt Paulus im Kolosserbrief Kapitel 2, Vers 2 und 3: "In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen." Jesus hat alles schon immer besessen. Aber 2. Korinther 8, Vers 9 macht ja deutlich, dass Jesus bereit war, auf all das zu verzichten. Das heißt in Vers 9: "Denn ihr kennt ja die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, obwohl er reich war, um euren Willen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet." Er hatte Macht und Regierungsgewalt im gesamten Universum. Er hat die zurückgegeben und ist auf die Erde gekommen als Wanderprediger. Er besaß allen Reichtum des Universums, aber wurde freiwillig arm, um uns zu erreichen und zu retten. Und die Offenbarung zeigt jetzt, dass er in den Himmel zurückkehrt, dass er, obwohl er Mensch geblieben ist, ihm alle Dinge, die er seit Ewigkeiten als Teil der Gottheit gehabt hat, ihm weiter zugestanden werden, er sie weiter ausüben darf.
[37:34] Er erhält hier also keine neuen Fähigkeiten, sondern er wird gepriesen dafür, dass er diese Fähigkeiten hat. Er ist berechtigt. Er hat es verdient, alle Weisheit zu sein. Er hat es verdient, allen Reichtum zu besitzen. Denn alle Engel im Himmel wissen: Reichtum ist sicher in den Händen Jesu. Reichtum wird niemals verschwendet, wenn er im Besitz von Jesus ist. Weisheit wird niemals in falsche Kanäle gelenkt werden, wenn sie bei Jesus ist. Niemand ist so berechtigt, Weisheit und Reichtum, Macht und Kraft zu besitzen, wie Jesus.
[38:24] Das heißt für uns: Wenn wir am Kreuz von Golgatha unser ganzes Leben Jesus weihen und im Glauben akzeptieren, dass er für alle unsere Sünden gestorben ist, dann werden wir, weil er als das geschlachtete Lamm im Himmel solche Ehren erhält, auch ihm auf Erden all unsere Kraft, all unseren Reichtum, all unsere Weisheit, all unsere Stärke, Ehre, was immer wir haben, wir werden es ihm geben, weil ihm gehört das. Würdig ist das Lamm, all unseren Reichtum. Er soll Jesus gehören, denn er gehört tatsächlich Jesus. All unsere Weisheit, all unsere Stärke, all unsere Kraft, alles, was wir können und vermögen, soll Jesus gehören. Er soll geehrt werden, weil er würdig ist. Er ist für uns alle bis zum unvorstellbar Äußersten gegangen. So können wir als Erlöste anfangen, mit einzustimmen in das Lob der Millionen Engel im Himmel, die auf die Frage des starken Engels "Wer ist würdig?" antworten: "Würdig ist das Lamm."
[40:03] Der Erlösungsplan hat bewiesen, dass all die Dinge – Kraft, Reichtum, Weisheit, Stärke – bei Jesus allein am richtigen Platz sind. Nur bei ihm sind sie gut aufgehoben, weil der Erlösungsplan demonstriert, dass Jesus niemals zu seinem eigenen Vorteil die Stärke, die Ehre, das Lob, die Kraft instrumentalisieren wird. Er wird es niemals für einen falschen Zweck verwenden. Er wird es immer zum Wohl der anderen verwenden. Und deswegen soll ihm alles gehören. Er ist König der Könige. "Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob." Amen.
[40:57] Lasst uns noch gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du durch dein Wort direkt zu uns gesprochen hast. Danke, dass wir uns neu daran erinnern durften, was Jesus wirklich für uns bedeutet. Wir möchten um Vergebung bitten, dass wir das so schnell oft aus den Augen verloren haben, und möchten dich von Herzen bitten, dass du diese Wahrheiten deines Wortes so tief in unser Herz hineinschreibst, dass wir täglich so eng damit verwachsen, dass sie nicht mehr von uns getrennt werden können, dass sie uns in Fleisch und Blut übergehen, dass wir uns täglich von dieser frohmachenden Botschaft ernähren und verwandelt werden von Herrlichkeit zu Herrlichkeit in dieses Bild. Lieber Jesus, wir wollen dir allen Ruhm, alle Ehre, alle Kraft, alle Weisheit, allen Reichtum geben. Du sollst in unserem Leben unser König sein, denn du allein bist dazu würdig. Amen.
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