Veröffentlicht am
677 Klicks

Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts

Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt über Offenbarung 19, Vers 8, beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung des Hochzeitskleides der Heiligen. Er erklärt, dass dieses Kleid nicht durch eigene Werke erworben, sondern als Geschenk Jesu Christi empfangen wird. Das Video thematisiert, wie dieses Kleid der Gerechtigkeit und des Heils uns bedeckt und wie wir es durch Glauben und Kooperation mit Gottes Geist anziehen können, um ein Leben zu führen, das Jesus widerspiegelt.

In dieser Predigt über Offenbarung 19, Vers 8, beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung des Hochzeitskleides der Heiligen. Er erklärt, dass dieses Kleid nicht durch eigene Werke erworben, sondern als Geschenk Jesu angenommen werden muss. Das Video thematisiert, wie dieses Kleid der Gerechtigkeit uns bedeckt, unsere Sünden tilgt und uns befähigt, Jesus immer ähnlicher zu werden, um bereit für seine Wiederkunft zu sein.


Weitere Aufnahmen

Serie: Offenbarung Vers für Vers

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr eingeschaltet habt, jetzt auf www.joelmedia.de. Oder wenn ihr später dieses Video anschaut. Wir haben heute einen wichtigen Vers für uns, einen richtig interessanten Vers, der zu den wichtigsten vielleicht im ganzen Kapitel 19 gehört und von dem ich glaube, dass er uns auch persönlich sehr viel geben wird und uns helfen wird an unserer Beziehung zu Jesus.

[1:12] Bevor wir beginnen, möchten wir wie immer mit einem Gebet starten und dazu in die Knie, wo es möglich ist. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt die Offenbarung lesen können. Wir möchten dich bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist zu uns sprichst, dass du uns erfüllst mit deinem Geist und dass wir verstehen, was wir lesen und vor allem in unserem Leben erfahren. Bitte hilf uns, dass wir sehen, wie sehr du uns liebst und was du alles für uns tun kannst und dass wir es im Glauben annehmen und ausprobieren. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:54] Also wir sind in Offenbarung 19 und wir haben heute Vers 8 für uns. Offenbarung 19 und dort Vers 8.

[2:16] Nun, bevor wir den lesen, vielleicht ganz kurz Rekapitulation. In den ersten Versen in Offenbarung 19 haben wir ja diese ganzen Jubelszenen. Der Himmel freut sich, die Ältesten und die ganzen Wesen und alle sind dort am Jubeln, weil nämlich, was ist der Grund des Jubels? Babylon ist untergegangen. Und dann in Vers 7 wird noch ein zweiter Grund genannt für den Jubel, der da beschrieben ist. Freut euch und jubelt und so weiter. Der zweite Grund für den Jubel in Vers 7 ist nicht nur, dass Babylon untergegangen ist, sondern auch, dass ein Ereignis kurz bevorsteht oder jetzt quasi passiert: die Hochzeit des Lammes.

[2:59] Wir haben das letzte Mal über diesen Begriff Hochzeit nachgedacht, weil wir gesagt haben, also das Lamm natürlich Jesus, wen heiratet Jesus? Und wir haben gesagt, es gibt eigentlich zwei Antworten darauf. Wen heiratet Jesus? Seine Braut, seine Gemeinde. Aber seine Braut ist auch die Stadt Jerusalem. Das haben wir in Offenbarung 21 und 22 gesehen, wo die Stadt Jerusalem als die Braut bezeichnet wird. Und wir haben gesagt, das ist nicht zwei verschiedene Dinge, sondern letztendlich sind die Gläubigen die, die mal in der Stadt wohnen sollen und die Stadt ist die Beherbergung der Gläubigen. Wir haben alttestamentliche Beispiele gesehen, wie sehr sozusagen das Volk und das Land zusammengehören.

[3:43] Ich weiß nicht, ob ihr euch daran erinnert. Und heute ein bisschen genau darüber nachdenken, was jetzt an dieser Hochzeit so besonders ist. Wir lesen vielleicht noch mal Vers 7: „Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen und seine Frau hat sich bereit gemacht.“ Wir haben damit das letzte Mal aufgehört, diesen Gedanken gehabt, die also bezogen auf uns als Gemeinde. Eine Frau bereitet sich wie auf die Hochzeit vor? Also es gibt verschiedene Dinge, aber sie macht sich schön, sie zieht sich ein schönes Kleid an. Und wir haben gelernt oder darüber nachgedacht, sie jemand, also eine Frau, die ihren Mann liebt, wird nicht sagen: „Naja, es kommt eh nur auf die inneren Werte an, ich werde einfach zur Hochzeit gehen, wie ich so im Alltag so vor mich hinlaufe. Das ist vollkommen unwichtig.“ Das würde einer liebenden Ehefrau, also einer Braut, niemals einfallen.

[4:44] Gleichzeitig würde eine Braut auch niemals sagen: „Ich mache mich jetzt so schön in der Hoffnung, dass er dann vielleicht ja sagt.“ Also die Idee ist, genauso wenig wie die Frau sagt: „Ach, Hochzeitskleid, völlig unwichtig“, genauso wenig sollten wir sagen: „Gute Werke, ein christliches Leben, unwichtig.“ Das sollten wir nicht sagen. Aber wir sollten auch nicht sagen: „Ich versuche jetzt mal so gut wie möglich zu leben, damit Gott vielleicht ja zu mir sagt.“ Sondern so wie die Ehe, so wie die Braut, weil sie weiß, dass ihr Ehemann sie liebt, sich gerne schön macht. Nicht, weil sie unsicher ist: „Wird er mich lieben? Wird er mich nicht lieben? Wird er ja sagen? Wird er nein sagen?“ Sondern weil sie weiß, er wird ja sagen, deswegen macht er sich schön.

[5:26] Und dieses Bild von der Heiligung hier, wenn wir darüber sprechen, dieses Bild von dem Bereitmachen für die Wiederkunft. Wir sprechen ja darauf von, wir wollen uns auf die Wiederkunft vorbereiten. Ja, und das wird nochmal dargestellt als ein sehr mühsamer Prozess. Und es ist ein mühsamer Prozess, ein Kampf. Aber er sollte aus Liebe geschehen. Wir möchten gerne für Jesus schön sein, charakterlich. Das ist die Idee.

[5:54] Und jetzt wird darüber genauer gesprochen. Jetzt geht es um dieses Hochzeitskleid. Vers 8: „Und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend. Denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“ Was für ein Vers, ganz gewaltiger Vers. Jetzt, wenn ihr den lest, ihr habt ihn bestimmt schon ein paar Mal gelesen oder so, was fällt euch so beim wiederholten Lesen auf an diesem Vers? Vielleicht sammeln wir erstmal ein paar Beobachtungen, bevor wir dann ein bisschen tiefer hineinsteigen. Was fällt euch beim Lesen auf?

[6:43] Ja, genau, das Kleid hat mindestens zwei Eigenschaften. Das Kleid, es ist rein und es ist auch schön. Ja, sehr schön. Ah, das ist interessant, nicht wahr? Es wurde ihr gegeben. Das klingt so ein bisschen, als ob sie nicht alleine die Initiative hat. Ja, es steht nicht, sie kaufte sich das Kleid, sie hat sich das überlegt, sie zieht es an, sondern es wurde ihr gegeben. Aber dann heißt es auch, sich in feine Leinwand zu kleiden. Dort steht nicht, sie wurde angezogen. Könnt ihr das sehen? Sondern es steht, es wurde ihr gegeben, sich anzuziehen. Also mit anderen Worten, das ist so eine Art Kooperation. Ja, da, ihr wurde etwas gegeben und sie hat dieses, was sie bekommen hat, dann angewandt. Das ist diese Idee.

[7:34] Ja, sehr gut. Jetzt müssen wir tatsächlich erstmal hier, da werden wir nachher nochmal gleich drauf kommen, aber vielleicht jetzt schon das sagen: Dieser Begriff Gerechtigkeit, der hier steht, in der Schlachter ist gar nicht mal besonders präzise übersetzt, sondern die besten Bibelübersetzungen, oder sehr viele, sagen hier „gerechte Taten“. Da werden wir gleich noch drüber sprechen, was das bedeutet. Gerechte Taten. Das ist deswegen wichtig, weil natürlich immer wieder Menschen auch die Gerechtigkeit Gottes falsch verstehen und sie glauben, die Gerechtigkeit Gottes hat nichts damit zu tun, was wir tun. Übrigens, es gibt mehrere Bibeln, die das sagen. Die Zürcher Bibel sagt das, die Elberfelder Bibel sagt „gerechte Taten“, die ganz neue Luther sagt „gerechte Taten“, die Einheitsübersetzung sagt, einige der besten englischen Übersetzungen sagen das. Sogar die Hoffnung für Alle ist hier besser. Sogar die Hoffnung für Alle und Gute Nachricht sagen „gerechte Taten“. Aber da kommen wir nachher nochmal drauf zu. Sehr gute Beobachtung. Also „gerechte Taten“. Was fällt euch noch auf?

[8:38] Ganz genau, das ist diese Gerechtigkeit. Ja, ganz genau. Da werden wir gleich noch, wenn wir es ausführlicher anschauen, gucken, was ist das für eine Gerechtigkeit. Scheinbar scheint es keinen echten Widerspruch zu geben zwischen der Gerechtigkeit Jesu und den gerechten Taten der Heiligen. Aber das gucken wir gleich noch im Detail an. Aber es ist eine gute Beobachtung. Wie hängt das zusammen? Gerechtigkeit Jesu, gerechte Taten der Heiligen.

[9:12] Ja, ganz genau. Wir haben ja gerade schon gesagt, nicht wahr, da wart ihr noch gar nicht da, dass die Braut bereitet sich vor, weil sie weiß, der Mann liebt sie. Sie will ihn nicht erst überzeugen mit ihrem schönen Kleid, sondern sie weiß. Und das ist dieses ausgewogene Bild von, er liebt die Braut und deswegen, weil sie geliebt wird, möchte sie ihr Bestes geben.

[9:51] Jetzt schauen wir mal an, wo das eigentlich im Alten Testament herkommt. Schauen wir mal in die Psalmen. Oder fangen wir mit Jesaja an. Jesaja 61. Das ist ja wieder alles hier aus dem Alten Testament entlehnt. Der Vers ist, denke ich, auch relativ gut bekannt. Jesaja 61 und dort Vers 10: „Ich freue mich sehr in dem Herrn und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott, denn er hat mir Kleider des Heils angezogen, mit dem Mantel der Gerechtigkeit mich bekleidet.“ Und jetzt kommt es, wie, also ein Vergleich, eine Metapher, wie ein Bräutigam sich den priesterlichen Kopfschmuck anlegt und wie eine Braut sich mit ihrem Geschmeide schmückt. Also hier haben wir das Bild, dass das Kleid der Gerechtigkeit tatsächlich so ist wie ein Brautkleid.

[10:58] Aber schaut mal wieder hier, wer hat eigentlich angezogen? Schaut den Vers genau an. Ah, okay, also hier steht ganz deutlich, er hat angezogen, er hat bekleidet mit dem Kleid des Heils, mit dem Kleid der Gerechtigkeit und deswegen sagt der Prophet, ich bin so fröhlich, weil er hat mir das gegeben, er hat mir das geschenkt und jetzt kann ich es tragen wie eine Braut.

[11:17] Also das Kleid ist eindeutig und Achtung, das Kleid wird nicht nur Kleid der Gerechtigkeit, es wird auch Kleid des Heils. Nennt mal ein anderes Wort für Heil, anderes Wort für heilen, ein bisschen altes Wort, nicht wahr? Heil, Seligkeit, genau, auch noch nicht viel moderner. Heil, Seligkeit, das steckt, also welches Wort ist davon abgeleitet von Heil? Heilen, also gesund werden, ja. In dem Fall ist es nicht die Heilung von einer Krankheit, sondern die Heilung von der Sünde. Es ist die Erlösung. Heiligung hat dann damit zu tun, die Botschaft des Heils, der Helm des Heils, das hat damit zu tun, dass Gott mich retten möchte. Das ist eigentlich das Evangelium, ja. Also das nicht immer im Hinterkopf behalten, das Kleid der Gerechtigkeit ist auch das Kleid des Heils, der Erlösung, denn das ist ja genau das, was Gott für mich tut, er erlöst mich jetzt.

[12:16] Schauen wir noch ein paar andere Texte an. Psalm 132 und dort Vers 9. Psalm 132 und dort Vers 9. Auch diese Idee von dem Kleid. Psalm 132 und dort Vers 9, da geht es zwar jetzt nicht direkt um Hochzeit, aber die Idee ist ganz ähnlich. „Deine Priester sollen sich in Gerechtigkeit kleiden und deine Getreuen sollen jubeln.“ Das heißt, von Anfang an war eigentlich auch die Kleidung der Priester ein Symbol für die Gerechtigkeit Gottes, die Gerechtigkeit, die alle alle Gläubigen eigentlich tragen sollten.

[13:02] Jetzt mal ganz simpel gesprochen, was bedeckt denn Kleidung? Ja, genau, ohne Kleidung wäre man nackt und wir wissen aus dem Bericht aus 1. Mose oder auch dann, wenn wir Ellen weiter zunehmen, dass Adam und Eva vor dem Sündenfall auch bedeckt waren, bedeckt nämlich mit Lichtkleid. Das Licht war nämlich rein und glänzend, also ganz ähnlich. Das haben sie verloren durch den Sündenfall.

[13:36] Das heißt, dieses Kleid der Gerechtigkeit bedeckt meine Sünde. Das ist die Idee und niemand kann an der Hochzeit teilnehmen, der dieses Kleid nicht angezogen hat. Stellt euch die Schande vor, wenn eine Ehefrau, also eine Braut nackt zur Hochzeit kommen würde. Geht gar nicht. Und naja, ihr lacht. Was wäre, wenn Menschen sagen, ich werde sündigen bis zur Wiederkunft und an der Sünde festhalten? Würde das nicht bedeuten, letztendlich wie eine Frau, die nackt zur Hochzeit geht?

[14:13] Ja, genau, da kommen wir noch dazu. Aber nur um mal zu sehen, auf der bildlichen Ebene wäre uns das vollkommen klar. Nur wenn es um Theologie geht, dann fangen wir an so ein bisschen manchmal so Kompromisse zu machen. Aber gehen wir ein bisschen weiter und gehen zurück in die Offenbarung. Dort wird ja auch gesprochen von den Kleidern an mehreren Stellen. Offenbarung 3 und dort Vers 4 und 5.

[14:32] Offenbarung 3, Vers 4 und 5. Das ist eine Gemeinde Sardes. Offenbarung 3, Vers 4 und 5. Wir lesen dort: „Doch du hast einige wenige Namen auch in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben, und sie werden mit mir wandeln in weißen Kleidern, denn sie sind es wert.“ Also wer weiße Kleider hat, der wird mit Jesus gehen. Sie werden mit mir wandeln. Vers 5: „Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens, und ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“

[15:20] Jetzt der Vers ist interessant. Also schaut man Vers 4. Da gibt es Gläubige. Was haben die an? Das weiße Kleid. Und was ist die Verheißung, wenn sie überwinden? Bekommen sie ein weißes Kleid. Also man kann schon als Gläubige auf der Erde ein weißes Kleid haben, im Sinne von Vers 4 und trotzdem dann noch ein weißes Kleid bekommen, wenn man überwunden hat. Jetzt schaut man Vers 5 an. Was ist damit verbunden, wenn man das weiße Kleid bekommt, das in Vers 5 angesprochen wird?

[15:52] Genau, also wenn da steht, der Name wird nicht ausgetilgt, dann heißt das ja, dass der Name schon schon vorne steht. Durch welches der beiden Kleider ist der Name reingeschrieben worden? Das in Vers 4 oder Vers 5? Also das Kleid in Vers 4, nicht wahr? Die Menschen, die Jesus angenommen haben, werden ins Buch des Lebens geschrieben und es heißt, dass sie mit dem Kleid der Gerechtigkeit, mit dem weißen Kleid bekleidet sind. Und es heißt aber trotzdem, wer überwindet, der wird mit einem weißen Kleid bekleidet werden. Gibt es denn noch etwas, was mehr getan werden kann, als dass ich Jesus habe, dass ich an Jesus glaube?

[16:42] Ich muss an ihm dranbleiben, ich muss ausharren, genau. Ganz genau, okay, ja, also wir müssen warten. Jetzt Frage: Wo findet das statt hier in Vers 5? Im Gericht. Und wo findet das Gericht statt? Das Untersuchungsgricht findet statt eben im Allerheiligsten des Himmels, okay. Warum, also nehmen wir an, jetzt ein Fall wird geöffnet und man entscheidet sich oder im Himmel wird entschieden, den Namen dieser Person nicht auszulöschen. Wird trotzdem etwas gelöscht in dem Moment?

[17:33] Genau, die Sünden werden dann gelöscht oder getilgt, sagt die Bibel. Die sind immer noch da, die waren zwar schon vergeben, aber noch nicht getilgt. Ellen White würde beschreiben, also ihre Namen sind geschrieben, sie sind mit dem Blut bedeckt, ja. Also wenn ich zu Jesus komme und Vergebung bitte, dann wird meine Sünde mit seinem Blut bedeckt. Sie ist noch da, aber sie ist bedeckt. Im Untersuchungsgricht wird irgendwann die Sünde getilgt. Warum wird sie getilgt? Weil sichtbar geworden ist, dass ich durch den Glauben an Jesus diese Sünde nicht nur bereut habe, sondern auch überwunden habe. Das ist ein ganz entscheidender Punkt.

[18:28] Genau, genau und umgekehrt sagt es die Segel auch nicht, wenn jemand fast sein ganzes Leben und dann am Ende wieder schlicht am Kreuz. Das heißt, es geht letztendlich, geht es hier um das Gericht. Jetzt wollen wir das mal ein bisschen genauer uns noch anschauen. Schaut mal in Offenbarung 3, Vers 18. Auch der Vers ist gut bekannt. Offenbarung 3, Vers 18. Jesus spricht hier zu wem? Zu seinem Volk, zur Gemeinde Laodicea.

[18:57] „Ich rate dir von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird, und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst.“ Also Jesus bietet dieses weiße Kleid an. Es kommt von Jesus. Auch wenn wir nachher sehen werden, dass es gerechte Taten gibt. Die gerechten Taten kommen nicht von den Menschen selbst.

[19:29] Also immer wieder gibt es Adventisten, immer wieder und schon seit, seit, fast seit es Adventisten gibt, die glauben, wenn ich am Kreuz gewesen bin, hat Jesus mir meine Sünden vergeben und weil er mir vergeben hat, sollte ich mich jetzt anstrengen. Jetzt sollte ich mich anstrengen und zeigen, dass ich Vergebung bekommen habe, indem ich jetzt gute Taten tue. Das ist ein Irrtum. Die guten Taten, das Kleid der Gerechtigkeit ist genauso ein Geschenk Jesu, wie die Erlösung, wie die Vergebung.

[20:09] Der Paulus sagt, so ihr zu Christus gekommen seid, so bleibt in ihm. Also Jesus ist nicht mehr gnädig bei der Vergebung, als wenn er mir Gehorsam schenken will. Genauso wie die Vergebung ein Geschenk ist, das ich aber anwenden muss. Ich muss es annehmen, ich muss es in Anspruch nehmen. Genauso ist auch der Gehorsam, den er mir schenken will, sein Geschenk. Es sind seine guten Taten. Aber wie wir gleich sehen werden, muss dieses Kleid angezogen werden.

[20:37] Ja, genau, also sagen wir das noch, wir kommen gleich noch dazu.

[21:07] Aber ganz ganz wichtig ist, das Kleid der Gerechtigkeit, egal zu welchem Zustand, bedeckt nicht wissentliche Rebellion gegen Gott. Niemals. Zu keinem Zeitpunkt ist ein Mensch, der wissentlich gegen Gott rebelliert, mit Gott im Reinen. Ein Mensch kann mit Gott im Reinen sein, obwohl er vielleicht noch nicht vollkommen perfekt ist, weil er viele Dinge noch erst lernen muss. Aber ein Mensch, der weiß, es ist verkehrt und der trotzdem es tut, der kann so viel sagen, ich glaube, dass Jesus existiert hat. Das ist nicht das Kleid der Gerechtigkeit.

[21:35] Also halten wir fest, das Kleid der Gerechtigkeit ist immer das, was Jesus für mich tut. Und wenn Jesus etwas tut, dann sieht man das. Jesus hat noch niemals etwas getan, ohne dass man was davon gesehen hat. Also Menschen, die sagen, ich lebe mit Jesus und ihr Leben ist ein einziger Sündenhaufen, die erzählen etwas, aber sie schreiben nicht ihr Bezeugnis.

[21:54] Gehen wir jetzt mal zu Römer 3, Römer 3 Vers 22, weil das geht auf das, was du gerade gesagt hast. Römer 3 Vers 22 und dort lesen wir Römer 3 Vers 21 und 22.

[22:21] Römer 3 Vers 21 und 22: „Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird.“ Die Idee ist, Gottes Gerechtigkeit hat sich offenbart. Und zwar spricht die ganze Bibel, das ganze Alte Testament von dieser Gerechtigkeit, aber sie ist außerhalb der Bibel. Warum? Weil diese Gerechtigkeit kam durch Jesus. Und Jesus kam nicht als Buch, Jesus kam als Mensch. Also nur durch das Lesen der Bibel wird man nicht gerettet, man braucht Jesus. Das ist der Punkt. Außerhalb des Gesetzes, aber das ganze Gesetz zeugt auf ihn.

[22:55] Jetzt der nächste Vers: „Nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus. Und was passiert mit dieser Gerechtigkeit? Die kommt zu allen und auf alle unter welcher Bedingung? Die glauben.“ Also man kann es so und so formulieren. Die Gerechtigkeit Gottes kommt zu allen, die glauben. Oder anders formuliert, alle, die wahrhaft glauben, die haben auch die Gerechtigkeit Gottes. Und deswegen kann man auch tatsächlich sagen, wie Johannes 3 Vers 16 sagt, dass der Glaube allein ausreicht, denn alle, die wirklich glauben im Sinne der Bibel, die biblischen Glauben haben, auf die kommt die Gerechtigkeit.

[23:39] Also die Gerechtigkeit Gottes ist nicht im Himmel und sagt, du bist gerecht, sondern die Gerechtigkeit Gottes kommt auf den Menschen. Das ist jetzt der entscheidende Punkt zu verstehen, dass wir oft denken, naja, Gottes Gerechtigkeit ist oben im Himmel. Er sagt irgendwie, ich liebe dich, ich mag dich, ich habe dir irgendwie vergeben. Ja, und wir denken, okay, alles klar, ich hoffe, ich kann das glauben. Jetzt versuche ich mal weiter mich anzustrengen. Aber der Text sagt, die Gerechtigkeit Gottes kommt zu den Menschen und auf die Menschen. Die Gerechtigkeit bedeckt den Menschen.

[24:14] Das heißt, die Gerechtigkeit ist nicht eine Idee, von der ich gehört habe. Sie ist nicht eine Theorie, die mir jemand erklärt hat, sondern die Gerechtigkeit Gottes kommt auf mich. Und jetzt, wenn ich angezogen werde mit etwas, also nehmen wir an, ich ziehe mir einen Mantel an, einen Bademantel, okay, und ich gehe draußen spazieren, was sehen die Leute? Nehmen wir ein kleines Anzug, ich ziehe mir einen Anzug an, einen schwarzen Anzug. Was sehen die Leute? Sie sehen einen Anzug.

[25:00] Wenn ein Mensch mit der Gerechtigkeit Gottes bekleidet ist, sehen die Menschen die Gerechtigkeit Gottes. Wenn sie die Gerechtigkeit Gottes nicht sehen, ist der Mensch nicht mit der Gerechtigkeit Gottes bekleidet. Das ist die Idee. Jetzt schauen wir mal, wie das so schön sich ausbuchstabiert in Jesaja. Jesaja 60, auch relativ bekannt. Jesaja 60 und dort Vers 1.

[25:24] Jesaja 60 und dort Vers 1: „Mache dich auf, werde Licht.“ Wenn man den Vers alleine lesen könnte, könnte es fast ein bisschen gesetzlich klingen. Ja, streng dich an, werde Licht. Versuch, die Steine aneinander zu reiben, bis Feuer kommt. Werde Licht. Aber wie geht es weiter? „Denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.“

[25:50] Was ist das Licht, das mich bedecken soll? Die Herrlichkeit Gottes, sein Charakter. Aber dieser Charakter ist nicht irgendwo, sondern er geht auf über mir, sodass die Bibel sogar sagt, das Licht Gottes wird genannt dein Licht, mein Licht. Jesus sagt, ich bin das Licht der Welt und dann sagt er, ihr seid das Licht der Welt.

[26:15] Mit anderen Worten, die Verbindung zwischen Jesus und dem Gläubigen sollte viel inniger sein, als die meisten es verstehen. Es ist nicht mal so, dass es eine eine Kooperation ist im Sinne von, Jesus, du machst das, ich mache das. Und dann sagen einige, du machst viel, ich mache wenig. Oder andere sagen, du machst die Hälfte, ich mache die Hälfte. Nein, es gibt nichts, was wir ohne Jesus tun können. Und ich würde fast behaupten, Jesus kann auch nichts tun, ohne dass wir ihm in allem die Zustimmung geben, mit ihm kooperieren. Also bis auf, dass er uns überhaupt erstmal ein bisschen zu sich zieht, uns wirbt. Da haben wir nichts dran zu tun. Aber in dem Moment, wo uns das bewusst wird, ist es immer dieser Aspekt, er tut etwas für mich und ich realisiere es und ich erlaube es. Wenn ich es nicht erlaube, wenn ich an meiner Sünde festhalten will, kann er mir nicht helfen.

[27:05] Das ist die Kooperation. Die Kooperation ist nicht, Gott tut etwas, ich tue etwas, sondern die Kooperation ist, Gott tut alles und ich wirke bei allem ein bisschen mit. Ich kooperiere mit ihm, ich lasse das zu, ich ziehe das an, ich setze das um, ich lasse es in mein Leben. Er kann uns nicht zwingen. Keine Braut hat ein angezwungenes Brautkleid. Absolut, wir müssen nicht einen Schritt alleine gehen.

[27:55] Was war sein Werk? Bleiben wir bei der Geschichte. Was war das Werk, das ihn gerecht gemacht hat? Genau, er hat aus dem Glauben gehandelt. Es war also nicht, ich möchte nur das ganz klar machen, es ist nicht hier eine Box mit Glaube und da eine Box mit Werke. Das ist ganz wichtig, weil viele haben dieses Verständnis. Hier ist der Glaube und dann kommen die Werke. Ich weiß nicht, ob das auch mal so gedacht, aber viele Menschen haben die Idee, hier ist der Glaube, erstmal brauche ich Glaube und dann brauche ich später Werke. Und dann sagen einige, ich brauche nur den Glauben und nicht die Werke. Aber man kann gar nicht glauben ohne Werke, weil allein der Akt des Denkens ist ein Werk.

[28:53] Und man kann kein Werk richtig tun, ein gutes Werk, ohne Glauben. Das sind also nicht zwei Dinge, die nebeneinander sind oder die jetzt irgendwie zusammengepresst werden müssen. Im wahren Glauben sind die nicht zu trennen. Man kann Glaube und wahren Glauben und wahre Werke gar nicht trennen.

[29:07] Genau, also was er sagt ist, wenn du keine Werke hast, hast du auch keinen Glauben. Das ist der Punkt. Das ist der Punkt. Wenn du keine Werke hast, hast du auch keinen Glauben. Das ist so wie der Kaiser, der glaubt, dass er angezogen ist, nicht wahr und ist nackt. Das ist die Idee und das ist die Täuschung. Wenn ich glaube, ich bin angezogen, bin ich in Wirklichkeit nackt. Deswegen sagt der Jesus, du glaubst, du bist reich und du erkennst nicht, dass du arm und nackt bist.

[29:35] Ja, er hat alles, was er getan hat, hat er getan, weil er geglaubt hat, dass Gott gut ist. Und so hat er gehandelt. Sein Handeln war geprägt von dem Verständnis, Gott ist gut.

[29:54] Römer 13 Vers 14. Römer 13 Vers 14. Wir können Vers 13 lesen schon. Römer 13 Vers 13 und 14: „Lasst uns anständig wandeln, wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Streit und Neid, sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden.“

[30:20] Hier steht also, dass wir nicht einfach nur an Jesus glauben sollen im Sinne von, ich glaube, er ist vor 2000 Jahren gestorben, sondern wir sollen ihn anziehen. Er soll also viel näher an unser Leben kommen und an unseren Alltag, als wir das vielleicht manchmal so uns bewusst sind. Zieh ihn an. Das heißt, das Kleid der Gerechtigkeit, das Kleid des Heils ist eigentlich Jesus selbst. Natürlich also nicht der buchstäbliche Jesus, weil der ist im Himmel.

[30:50] Also was ist damit gemeint, wenn ich sage, ich soll Jesus anziehen? Seine Gerechtigkeit? Fragen wir mal, was heißt denn hier Gerechtigkeit? Was ist denn Gerechtigkeit? Sein Gehorsam. Wie mir ist eindeutig, Gerechtigkeit ist Gehorsam. Das sagt das fünfte Mose ganz deutlich und Ungerechtigkeit ist Sünde, Sünde sind das Gesetz. Das heißt also, ich ziehe den Gehorsam Jesu an, weil sein Gehorsam bedeckt meine Sünde. Er ist gehorsam gewesen, ist für mich am Kreuz gestorben. Ich kann ja nie wieder zurück in die Vergangenheit. Ich brauche ihn, weil er gehorsam war, für alle meine Sünden in der Vergangenheit und ich brauche ihn auch, damit wenn er mich jetzt bekleidet, ich lerne ihm immer ähnlicher zu werden, damit ich auch so gehorsam bin, wie er gehorsam gewesen ist.

[31:41] Wer überwindet, wie ich überwunden habe. Wir kommen dazu jetzt gleich. Eine Sekunde noch. Schauen wir mal in der Epheser 5. Hier wird noch mal deutlich gesprochen. Übrigens, Epheser 5, Vers 26 und 27. Worum geht es in der Epheser 5 in dem Zusammenhang? Ganz bekanntes Kapitel. Die Ehe zwischen Mann und Frau. Aber der Paulus sagt immer wieder, diese Ehe zwischen Mann und Frau ist ein Bild zwischen Christus oder Gott und der Gemeinde. Das ist genau dieses Bild von Offenbarung 19.

[32:41] Also wir sind genau im Thema. Und jetzt sagt er hier in Vers 26 und 25: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat.“ Also hier seht ihr die Grundlage. Die Grundlage ist nicht, die Gemeinde liebt Jesus, sondern die Grundlage ist, Jesus liebt die Gemeinde. Er hat sich hingegeben. Er ist für sie gestorben, als sie noch Feinde waren.

[32:58] Vers 26: „Warum hat er das gemacht? Damit er sich heilige.“ Also schaut mal, warum hat Jesus sich hingegeben? Warum ist er gestorben? Um die Gemeinde zu heiligen. Also Heiligung ist nicht einfach nur Zusatz, sondern das ist das Ziel der Erlösung. „Damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, dass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos ist.“

[33:33] Das ist ziemlich deutlich. Jesus hat ein Ziel. Er möchte eine heilige Gemeinde und zwar ohne Flecken, ohne Tadel, ohne Runzeln, ohne Ähnliches, irgendetwas. Sie soll heilig sein. Und wer macht das? Er heiligt uns. Was müssen wir dann tun? Schaut mal mit mir in den Timotheus.

[33:55] Das ist eine sehr schöne Idee, die so ein bisschen schon anfängt zu beantworten, was du gerade gefragt hast. Schaut mal in 1. Thessalonicher, Kapitel 5. Wir lesen mal ein paar Verse und wir schauen mal, wer der Handelnde ist. 1. Thessalonicher 5, wir lesen ab Vers 14, okay?

[34:18] 1. Thessalonicher 5, ab Vers 14: „Wir ermahnen euch aber, Brüder, verwarnt die Unordentlichen, tröstet die Kleinmütigen, nehmt euch der Schwachen an, seid langmütig gegen jedermann. Seht darauf, dass niemand Böses mit Bösem vergelte. Trachtet allezeit nach dem Guten, sowohl untereinander als auch gegenüber jedermann. Freut euch allezeit. Betet ohne Unterlass. Seid in allem dankbar, denn das ist der Wille Gottes in Christus für euch. Den Geist dämpft nicht. Die Weissagung verachtet nicht. Prüft alles, das Gute behaltet. Haltet euch fern von dem Bösen jeglicher Gestalt.“

[34:57] Wer macht das alles? Der Gläubige. Könnt ihr das sehen? Der Gläubige muss sich entscheiden zu beten. Ich will beten. Der Gläubige muss prüfen, oder? Das nimmt Gott nicht einfach hinab. Der Gläubige muss die Weissagung hochhalten. Der Gläubige soll sich freuen. Er muss sich Entscheidungen fällen. Ich freue mich, auch wenn es mir gerade schrecklich geht. Der Gläubige kann sich entscheiden, ich will mich vom Bösen fernhalten. Aber jetzt schaut mir den nächsten Vers an.

[35:23] „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch. Und euer ganzes Wesen, der Geist, die Seele und der Leib mögen unteilbar bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus.“

[35:36] Also was machen wir? Was ist die Aufgabe des Gläubigen? Beten, sich freuen, die Unordentlichen ermahnen, sich vom Bösen fernhalten. Das sind Dinge, die man überschauen kann. Stell dir vor, Gott würde sagen, du bist dafür verantwortlich, dass du vollkommen wirst. Da könnte man verzweifeln. Aber Gott sagt, hey, wir machen das anders. Du betest regelmäßig. Hör nicht auf zu beten. Du studierst die Weissagung. Du prüfst alles und behältst nur das Gute. Du bist nett zu deinen Mitgeschwistern in der Gemeinde und zu allen Menschen. Ja, diese Dinge. Folge diesen Dingen. Und während du das tust, kann ich an dir wirken und etwas tun, was du nie tun könntest. Ich kann dich durch und durch heiligen.

[36:17] Er selbst, der Gott des Friedens, er heiligt. Und zwar, wie heißt es hier? Geist, Seele, Leib, vollkommen. Er heiligt durch und durch. Warum kann er das tun? Weil wir uns ihm zugewandt haben. Wie haben wir uns ihm zugewandt? Durch diese einfachen Dinge, die dort stehen. Hier wird die Kooperation beschrieben. Das Kleid, die Heiligung kommt von ihm. Die Erlösung, die Heiligung, die Rechtfertigung, alles kommt von ihm. Aber wie ziehen wir es an?

[36:41] Also wie wird praktisch das Kleid angezogen? Indem wir ständig beten. Indem wir die Weissagung nicht verachten. Indem wir einander in Liebe ermahnen. Indem wir uns allezeit freuen. Das ist quasi der Prozess des Anziehens. Und wenn ich schon mal, ich meine, ich habe noch nie richtig ein Kleid angezogen, habe ich mir sagen lassen, es gibt Kleider, es ist ein bisschen schwierig, sie anzuziehen. Ja, man muss sich ein bisschen anstrengen. Aber die Anstrengung, das Kleid anzuziehen, ist nichts im Vergleich zu dem Kosten des Kleides. Stellt euch vor, ihr bekommt ein Brautkleid geschenkt. Es ist immer noch ein bisschen anstrengend, das anzuziehen. Man muss sich Beine heben. Ich weiß gar nicht, wie man das anzieht. Man muss ein paar Bewegungen machen. Wenn man sich nicht bewegt, wenn man nichts tut, wird das Kleid niemals am Körper sein. Aber der Preis für das Kleid, den habe ich nicht selbst bezahlt. Das ist ein Geschenk.

[37:30] Und genau so funktioniert am Ende die Heiligung. So ziehe ich den Herrn Jesus an, indem ich die einfachen Dinge tue. Wir glauben immer als Adventisten, wir müssten, wer weiß, was tun, um am Ende heilig zu sein. Aber wenn wir täuschend in den einfachen Dingen auf Jesus schauen, kann er etwas in uns tun, was wir alleine nie tun können.

[38:11] Ganz genau. Es gibt hier ein schönes Zitat, ich übersetze mal auf Deutsch, aus dem Buch Adventist Home. Da geht es auch um dieses Kleid. Da sagt sie: „Dieses Kleid ist Christi eigenes, fleckenloser Charakter, der jedem menschlichen Wesen angeboten wird.“ Das ist sein Charakter. Und dann sagt sie: „Aber alle, die es empfangen, werden es auch hier auf der Erde tragen.“ Und dann sagt sie, es geht um Kinder. „Die Kinder sollten gelehrt werden, dass wenn sie ihr Denken für reine, liebende Gedanken öffnen und liebende, hilfreiche Taten tun, dann bekleiden sie sich mit seinem wunderschönen Kleid des Charakters.“

[39:04] Das gilt nicht nur für Kinder. Wie ziehe ich das Kleid der Gerechtigkeit an? Nicht indem ich sage, ich strenge mich jetzt mal an, nett zu sein, damit Gott mich wieder liebt, sondern indem ich glaube, dass er mir vergeben hat und aus der Dankbarkeit jetzt mich mit dem Guten beschäftige und gerne das Gute aus Liebe tue. Das zieht den Charakter Jesu an. Und je mehr ich das mache, desto mehr wird es meine Gewohnheit, sodass am Ende der Charakter Jesu den Gläubigen so bekleidet, dass man sagen kann, diese Gerechtigkeit sind die gerechten Taten der Heiligen. Denn was immer sie tun, wo immer sie auch hingehen, haben sie jetzt das Kleid an. Sie halten das Kleid fest.

[39:50] Man kann also quasi nicht mehr unterscheiden zwischen ihnen und Jesus. Könnt ihr euch an die vier lebendigen Wesen erinnern, die im Himmel da sind? Die sind so nah an Jesus, dass wenn man sie anschaut, denkt man, das sind Symbole für Jesus. Aber es sind nur lebendige Wesen. Sie sind nicht Jesus selbst. Je mehr wir Menschen anschauen in der Bibel, je näher sie Gott kommen, desto mehr schaut ihr Leben aus wie Jesus. Wenn ihr an Josef denkt, wenn ihr an Daniel denkt. Je näher sie sich mit Jesus beschäftigen, desto mehr sieht ihr Leben aus wie Jesus.

[40:14] Ganz genau. Wir sollen kaufen umsonst. Wir können eh nichts bringen. Wir haben kein Geld, außer das einzige, was wir haben, ist ein sündiges Herz. Aber das müssen wir geben. Wir müssen alles geben, was wir haben, ein sündiges Herz. Mehr können wir nicht geben, aber das müssen wir alles geben, weil, wie sie sagt, Rebellion wird nicht von dem Kleid bedeckt. Ich muss mein gesamtes sündiges Herz ihm geben und er kann mich begleiten.

[40:43] Das heißt, das ist Hiob 29. Wenn man das liest und nicht wüsste, dass es Hiob ist, wenn man das liest, wo er sagt: „Ich kleidete mich, ich war das Auge des Blinden, ich war der Fuß des Lahmen.“ Das liest sich, dann denkt man, das ist Jesus. Aber es war nicht Jesus. Es war Jesus durch Hiob. Es war der lebendige Hiob, aber der Geist Gottes hat ihn so erfüllt, dass eigentlich sein Leben mehr aussah wie das von Jesus. Und letztendlich, wenn wir von Vollkommenheit reden oder von diesem vollkommenen Kleid, dann meint das nicht, dass wir so klug sind wie Jesus oder so machtvoll, sondern einfach, dass dieselbe Liebe, die Jesus auf dieser Erde gezeigt hat, sich auch in unserem Leben zeigt.

[41:38] Übrigens, wo hat sich die Liebe Jesu am deutlichsten offenbart? Warum? Hatte Jesus am Kreuz mehr Liebe als vorher? Ganz genau. Die Liebe ist am Kreuz deswegen so klar sichtbar, weil sie im Kontrast steht zu dem Hass der Menschen. Also mit anderen Worten, wenn es hell draußen ist und ich habe eine Kerze strahlt, ist sie nicht so hell, als wenn alles dunkel ist, obwohl die Kerze selbst gar nicht heller geworden ist. Aber im Kontrast zum Hass strahlt die Liebe heller. Und das ist, was am Ende passiert.

[42:11] Die Gläubigen am Ende sind nicht gläubiger als die Gläubigen aller Zeiten zuvor, aber sie werden eine Zeit leben, wo sie so angefochten sind, dass ihre Liebe, die durch Jesus durch sie scheint, so hell sein wird, dass letztendlich die völlige Offenbarung der Liebe Gottes auch durch die Gemeinde sichtbar wird. Wir müssen uns schließen, aber einen letzten Gedanken. Wir haben ja gesagt, die Braut ist nicht nur die Gemeinde, sondern auch Jerusalem. Wenn wir das auf Jerusalem beziehen, wie macht sich denn Jerusalem bereit? Macht sich Jerusalem bereit?

[42:42] Ja, ganz genau, das stimmt. Aber Jerusalem macht sich ja offensichtlich schon vor der Wiederkunft bereit. Wir sind auf der Offenbarung 19 immer noch vor der Wiederkunft und es heißt, die Braut hat sich bereit gemacht. Die Idee ist sozusagen, wir waren ja vorhin beim Untersuchungsgricht, wenn im Untersuchungsgricht, Jesus heiratet Jerusalem und in Jerusalem sind die Namen angeschrieben. Das heißt, unsere Namen, das Buch des Lebens ist irgendwo auch in Jerusalem und in Neu-Jerusalem und die Bücher, all das ist verbunden mit Neu-Jerusalem.

[43:26] Und jetzt die Frage: Solange unsere Sünden da noch aufgeschrieben sind, selbst bedeckt mit dem Blut, sind sie ja immer noch da. Sie sind letztendlich eigentlich eine Verunreinigung der Stadt Jerusalem, des Tempels. Das heißt, wenn ich meine Sünde bekenne, wird sie von mir genommen und nach Jerusalem, also zum Tempel transferiert. Deswegen muss ja das Heiligtum gereinigt werden. Wir müssen gereinigt werden, das Heiligtum muss gereinigt werden und wenn das Heiligtum gereinigt ist, dann ist das Heiligtum rein und schön. Warum? Weil jetzt nur noch die gerechten Taten übrig bleiben. Die Sünde ist ausgetilgt. Welche Sünde? Die Sünde der Heiligen ist ausgetilgt und es bleibt nur noch die gerechten Taten übrig.

[44:11] Das heißt übrigens, das heißt nicht nur, das ist ja so schön, das heißt ja nicht nur, dass wir am Ende dann gerechte Taten tun, es heißt auch, wenn das Untersuchungsgricht vorbei ist, sind alle meine Sünden ausgetilgt. Das heißt, wenn ich jetzt meinen Lebensfilm anschaue, ist es ein reines Leben, weil bedeckt durch das Blut Jesu. Ja, genau, auf ihn wird ja dann später die Sünde übertragen. Ganz genau.

[44:41] Ach so, Matthäus 22.

[45:08] Ganz genau. Das heißt auf Deutsch, ganz genau, sehr gut erklärt, dieser Mann bei dem Gleichnis vom Hochzeitskleid, der möchte auf der neuen Erde sein und ihm ist angeboten worden, dass er einen Charakter wie Jesus haben kann, aber er dachte, er kommt auch ohne den Charakter Jesu in den Himmel. Und das Untersuchungsgricht offenbart, wieso hast du es nicht angezogen? Und wie richtig sagst, es war ein Geschenk. Wenn es teuer gewesen wäre, könnte man sagen, es war zu teuer.

[46:00] Deswegen wird deutlich, diese Sache hängt nicht an unseren Werken. Diese Sache hängt nicht an unseren Werken, denn wenn es an unseren Werken hängen würde, könnte man sagen, ich war zu schwach. Aber weil Jesus alles bezahlt hat, nicht nur für die Rechtfertigung, sondern auch für die Heiligung, die genauso Geschenk ist. Ja, ich muss die Rechtfertigung durch Buße annehmen und durch Glauben annehmen. Ich muss mich anziehen, ich muss denken, dass mir Gott vergeben hat, ansonsten nützt es gar nichts. Genauso muss ich auch denken und tatsächlich das umsetzen, dass Gott mich heiligt. Aber geschenkt ist es in jedem Fall und zwar der gesamte Prozess. Alles ist ein Geschenk, das ich anziehen muss und ein Geschenk, das nicht angezogen ist, zieht nicht an. Ein Kleid, das bei mir im Schrank liegt, nützt mir nichts, wenn ich es brauche.

[46:50] Wir müssen den Charakter Jesu anziehen. Das heißt auf Deutsch, und damit enden wir. Ich muss in meinem Leben überlegen, was hat Jesus für mich getan, wie ist Jesus? Würde Jesus so denken? Würde Jesus so reden? Würde er in dieser Tonhöhe reden? Würde er in dieser Lautstärke reden? Würde er so schauen? Ja, je mehr wir über Jesus nachdenken, desto mehr werden wir verwandelt in sein Bild. Denn es gibt übrigens viele Menschen, die sehr präzise alle Ellen White Zitate kennen zu diesem Thema und sehr genau erklären können, welcher Paulus Vers mit welchem zusammenhängt und trotzdem total gemein sind zu ihren Ehefrauen oder total gemein sind, wenn sie in der Straße irgendwie auf der Straße angesprochen werden. Hier geht es nicht darum, genau die richtigen Verse zu kennen, hier geht es darum, Jesus wirklich zu lieben. Denn wenn ich ihn wirklich liebe, dann möchte ich so sein wie er.

[47:44] So wie die Braut ihren Ehemann zugepflegt hat, den Ehemann wirklich liebt und so schön sein möchte, wie möglich. Genau, für wen möchte die Frau schön sein? Für den Ehemann. Für wen sollen wir die guten Werke tun? Nicht damit wir von den anderen gesehen werden, nicht damit die anderen sagen, oh der ist so heilig, nicht wahr? Sondern, wenn ich Jesus wirklich liebe, würde ich die guten Sachen auch tun, selbst wenn mich niemand dabei sieht. Allein für Jesus. Gerade dann, ganz genau gerade dann, weil ich weiß, Jesus gefällt es.

[48:17] Nächste Woche geht es an der Stelle dann weiter, aber wir sollten uns heute entscheiden, jeden Tag Gott dafür zu danken, für das, was er uns alles anbietet. Er bietet uns glaube ich noch viel mehr an, als wir das richtig ausgeschöpft haben. Wir können Tag für Tag lernen, dieses Kleid anzuziehen, dieses Kleid zu tragen und wenn wir gesündigt haben, dieses Kleid im Blut des Lammes zu waschen, bis irgendwann im Untersuchungsgricht uns nicht nur vergeben wird, sondern alle Sünde ausgetilgt wird. Freut ihr euch schon darauf? Ich freue mich da auch sehr.

[48:46] Und noch gemeinsam beten? Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir dein Wort studieren konnten und danke, dass du durch deinen Heiligen Geist zu uns gesprochen hast. Herr, so oft beginnen wir vielleicht zu zweifeln oder konfus zu werden über die Art und Weise, wie du uns retten möchtest. Heute konnten wir erneut sehen, alles, was nötig ist, kommt von dir. Wir können nichts alleine produzieren. Wir können nur deine Geschenke annehmen und anziehen und umsetzen und das, was du für uns tust, anerkennen und mit dir kooperieren und es umsetzen und der Welt zeigen, was du alles für uns getan hast.

[49:34] Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass wir lernen, dieses Kleid der Gerechtigkeit zu tragen, dass es rein und glänzend in der Welt Zeugnis geben kann, dass du uns bedeckst. Wir möchten dir danken, dass du diesen wunderbaren Erlösungsplan geschaffen hast. Wir möchten dich bitten, dass wir nicht das tun, was der Mann im Gleichnis getan hat, der dieses Geschenk gering geachtet hat und die große Gnade versäumt hat, sich wirklich zu bekleiden mit dem Hochzeitskleid. Wir haben gesehen, dass das Hochzeitskleid nicht eine Theorie ist, sondern gerechte Taten. Wir wissen, dass wir selbst niemals gerecht sein können ohne dich. Du allein kannst uns mit deiner Gnade bedecken und durch deinen Heiligen Geist erfüllen und befähigen, so zu denken, so zu reden und so zu handeln, dass wir Jesus immer ähnlicher werden, bis wir einmal ganz verwandelt sind in sein Ebenbild. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[50:36] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


Lizenz

Copyright ©2018 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.