[0:00] Hier sind und gemeinsam so ein bisschen die Erinnerung wach werden lassen. Vor dreieinhalb Wochen waren wir auch alle hier. Wer dabei gewesen ist, hat jetzt vielleicht das Gefühl, da fehlt doch einer neben dem. Der Eric Flickinger ist schon lange wieder in den USA, hat schon eine weitere Vortragsreihe in Texas hinter sich. So vergeht die Zeit und doch lohnt es sich noch einmal innezuhalten und über das Thema der Reformation nachzudenken. Wir haben in großem Detail in den vergangenen Wochen das Wesen der Reformation, die Geschichte der Reformation, die verschiedenen Anliegen Luthers studiert und an diesem Wochenende, heute Abend und morgen Abend, wollen wir einen neuen Aspekt noch dazufügen. Wir wollen uns die Frage stellen, was ist geschichtlich passiert mit der Reformation, sondern was hat Luther geglaubt bezüglich der Zukunft? Und für Luther war das nicht einfach nur ein Thema, wo er so ein bisschen Neugierde hatte. Vielleicht haben wir alle so ein bisschen Neugierde. Was bringt die Zukunft? Für Luther ging es bei der Zukunft nicht einfach nur um irgendwelche Ereignisse. Für Luther ging es bei der Zukunft um eine Person. Wenn Luther von der Zukunft dieser Welt sprach, sprach er immer von der Zukunft Christi. Für ihn war das Kommen von Jesus Christus und die Zukunft ein und dasselbe. Und deswegen hatte er keine große Angst vor der Zukunft oder dem Weltende, wie viele Menschen vor und nach ihm, sondern er hat sich förmlich danach gesehnt. Und das kommt in dem Titel unserer kleinen Miniserie von zwei Vorträgen zum Ausdruck. Ein Originalzitat von Luther, so kommen noch diese Stunde.
[2:05] Wer von uns ist entweder verheiratet, verwandelt oder mindestens verliebt? Ich war jetzt vor kurzem eine ganze Woche in Bielefeld, die Stadt gibt es übrigens tatsächlich, und habe jeden Tag mit meiner Frau über Skype Kontakt gehabt. Und ich wusste, irgendwann werden wir uns wiedersehen. Wir konnten uns sprechen, wir konnten uns austauschen, ich konnte auch ab und zu mal eine Textnachricht von ihr lesen. All das hat mir auf Dauer nicht gereicht. Wenn wir jemanden wirklich lieben, wollen wir bei ihm sein. Und wir haben gelernt, Luther liebte Jesus. Seit dem Tag, wo er die Bibel begann zu studieren und dort das Evangelium verstanden hatte, war das nicht nur so eine intellektuelle Erkenntnis. Nein, er hat das Evangelium von Jesus wertgeschätzt. Er hat Jesus wirklich geliebt. Er hat sich danach gesehnt, bei ihm zu sein.
[3:16] Unter diesem Grundgedanken wollen wir uns anschauen, was Luther und vor allem die Bibel zu diesem Thema zu sagen haben. Heute, an dem ersten Teil, soll es gehen um Babylon, Brexit und die Bibel Luther und die Prophetie. Wenn Luther an die Zukunft dachte, war das nicht einfach nur Fantasie, er hat nicht einfach nur gerätselt, sondern wir werden sehen, dass die Zukunftshoffnung von Luther ein festes Fundament hatte. Bevor wir aber heute Abend beginnen, möchte ich uns einladen, dass wir gemeinsam mit einem Gebet starten und wir können dazu sitzen bleiben.
[3:52] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir heute Abend hier sein können, um dein Wort zu hören. Wir danken dir, dass unser Glaube nicht nur Gefühl sein muss oder eine Idee, die wir uns in den Kopf gesetzt haben, sondern dass unser Glaube etwas sein kann, was auf festen Tatsachen, auf unerschütterlichen Fundamenten basiert. Wenn wir heute einen Blick in das Wesen der Prophetie werfen und anschauen, wie sehr dein Wort vertrauenswürdig ist, möchten wir dich bitten, dass du uns mit dieser gleichen Hoffnung inspirierst, die auch der Martin Luther gehabt hat. Bitte halte du alle Störende fern, bitte sprich du zu unserem Herzen und hat Dank, dass du verheißen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Im Namen Jesu, Amen.
[5:04] Martin Luther, wir haben viel über ihn gelernt, seine Geschichte, seine Werke, seine Lehre und in dem jetzt zu Ende gehenden Jahr ist wahrscheinlich fast jeder Aspekt seines Wirkens in der Presse, in den Medien überall und auch in unserer Vortragsreihe beleuchtet worden. Es gibt aber tatsächlich diesen einen Aspekt, der selten zur Sprache kommt. Luther hat sich nicht nur mit den Missständen seiner Zeit beschäftigt, er hat sich nicht nur mit dem allgemeinen Evangelium beschäftigt, er hat sich auch interessiert, was bringt die Zukunft. Das hatte vor allem damit zu tun, dass er die Bibel übersetzt hat. Zunächst hat er als Theologiestudent und dann auch als Theologieprofessor sich vor allem für bestimmte Bücher interessiert, hat vor allem den Römerbrief, den Galaterbrief, die Psalmen und andere Bücher ausgelegt und sich da hinein vertieft, weil er dort das Evangelium gefunden hatte. Als er dann auf der Wartburg war und 1522 begonnen hatte, dann die gesamte, erst mal das Neue Testament zu übersetzen, was dann ja auch 1522 erschien, dann hatte er schon einen Eindruck davon, dass es viele Dinge gab, die er noch genauer studieren wollte. Als er dann anging, in den folgenden Jahren das Alte Testament Stück für Stück zu übersetzen, stellt er fest, dass es im Alten Testament eine ganze Reihe von Schriften gab, die sogenannte Prophetie enthielten und je mehr er sich mit den prophetischen Büchern beschäftigte, desto mehr wuchs seine Überzeugung, dass das dringend wichtig ist und dass die Menschen diese prophetischen Bücher besser verstehen sollten, denn die kamen in der Kirche schon so gut wie gar nicht vor. Ich meine, das Evangelium war ohnehin recht wenig bekannt, wie wir gelernt haben, aber Prophetie, das kam in den Predigten, in den Kirchen fast gar nicht vor und als er so die prophetischen Bücher nach und nach übersetzte, in den 1530er Jahren ist es gewesen, da kam er auch zum Propheten Daniel und als er Daniel übersetzte und sich in den Propheten Daniel so hinein vertiefte, kam er zur Überzeugung, dass Daniel so wichtig ist, dass er nicht warten wollte, bis er all die anderen Prophetenbücher übersetzt hat, sondern er gab das Buch Daniel gesondert extra heraus, weil er Angst hatte, dass die Dinge, die im Buch Daniel geschrieben stehen, sich erfüllen könnten und niemand gewarnt wird. Deswegen wollte er unbedingt, dass die Menschen so schnell wie möglich den Propheten Daniel studieren. Hier ein Zitat von ihm in einem Brief an Nikolaus Hausmann sagt er, wir arbeiten am Buch Daniel, welches ein großer Trost ist in diesen letzten Tagen.
[8:08] Luther glaubte, dass das Ende nicht mehr fern sein kann und er glaubte, dass die Bibel, insbesondere das prophetische Buch Daniel, nicht einfach nur uns etwas darüber sagt, wie das sein wird in der Zukunft, sondern dass dieses Buch Daniel ein Trost ist. Luther wusste, dass diese Welt ein sehr trostloser Platz ist. Wenn man in die Politik damals schaute, wenn man sich das Weltgeschehen anschaute, dann konnte man schon verzweifeln und Luther fand Trost im Buch Daniel. Was war los damals? Wir haben ja einige schon am ersten Abend mit Eric Fickenscher angeschaut. Europa war zerstritten. Verschiedene Mächte kämpften um die Vorherrschaft. Da waren die Habsburger, die Österreich und die Niederlanden und verschiedene andere Gebiete unter eigener Kontrolle hatten. Ein Habsburger saß mittlerweile auf dem spanischen Thron, der damit auch Kontrolle über Sardinien und Sizilien und Süditalien hatte und so fast halb Europa unter seiner Kontrolle hatte, zusätzlich zu den Kolonien in Amerika. Aber die Franzosen, die hatten ihre eigene Vorstellung von der Einheit Europa. Alle wollten, dass Europa einig sei. Aber die Engländer, die Franzosen, die Habsburger, das Heilige Deutsche Römische Reich, all diese verschiedenen Nationen, diese Mächte kämpften um die Einheit. Fast ein bisschen so wie heute. Auch heute ist Europa nicht geeint und trotzdem wollen das alle. Damals lag die weltpolitische Verantwortung in den Händen von äußerst unerfahrenen Menschen, die eine ganze Reihe von Fehlentscheidungen taten, was dann natürlich auch im Lauf der Reformationsgeschichte sich gezeigt hat. Ich würde behaupten, dass das heute nicht so viel anders ist. Dass auch heute noch weltpolitische Verantwortung in den Händen von äußerst unerfahrenen Menschen liegt. Und da ist der verehrte Herr Trump nicht der Einzige, aber vielleicht das prominenteste Beispiel, wie Menschen, die offensichtlich nicht über das Verantwortungsgefühl, die Erfahrung verfügen, ganze Weltreiche regieren. Da kann einem manchmal Angst und Bange werden. Schon zur Zeit Luthers fragten sich die Leute, wie soll das werden, wenn ein 21-jähriger Knabe das Weltreich der Habsburgischen Hausmacht leiten würde. Damals gab es Krieg und Mord und Totschlag. Nation gegen Nation kämpfte auf den Schlachtfeldern, vor allem in Norditalien, bis zu dem Punkt, dass manche Leute so sehr verzweifelten und echte Pazifisten wurden, wie zum Beispiel auch Huldrych Zwingli, der Ko-Reformator. Und auch das hat sich nicht wirklich geändert. Krieg und Zerstörung begleiten uns bis auf diesen Tag. Man hat fast den Eindruck, es ist mehr geworden und definitiv sehr viel intensiver.
[11:36] Und dann war in der damaligen Endzeit-Atmosphäre, zur Zeit von Luther, wenn Luther sagt, wir leben in den letzten Tagen, vor allem auch die Angst vor den Türken, die Angst vor den Osmanen, die Angst vor dem Islam, der schon den ganzen Balkan eingenommen hatte und jetzt drohte Europa zu überschwemmen, zu überfluten. Und auch das ist heute ganz genauso. Ob berechtigt oder unberechtigt, darüber streiten sich viele Menschen, ist gar nicht unser Thema heute. Aber diese Parallele ist schon augenscheinlich. Nicht nur aufgrund der Kriege und des Terrors in letzten Jahren, vor allem auch wegen der sogenannten Flüchtlingskrise. Viele Menschen machen sich Sorgen und Angst. Was wird diese Flüchtlingskrise in unserem Land auslösen? Nun ganz ehrlich, so nebenbei gesagt, ich glaube, wir haben gar keine echte Flüchtlingskrise. Das hier ist eine Flüchtlingskrise. Das ist ein Bild aus dem Libanon. So sieht das aus, wenn ein Land eine echte Flüchtlingskrise hat. Dagegen geht es uns eigentlich ganz gut. Aber das ist ein anderes Thema. Der Islam gilt als eine große Gefahr in den Augen vieler und das hat vor allem mit so terroristischen Vereinigungen zu tun, wie zum Beispiel dem IS, der jetzt gerade kurz davor ist zu kollabieren, nur um wahrscheinlich dann Platz zu machen für die nächste terroristische Vereinigung. Interessant ist, dass viel von diesem Terror aus einem Gebiet kommt, das geografisch sehr eng mit dem Buch Daniel verknüpft ist. All diese Probleme des Nahen Ostens finden im Wesentlichen dort statt, wo der Prophet Daniel wirkte, von dem der Luther glaubte, dass Daniel mit seiner Botschaft einen Trost bildet, genau in dieser Zeit.
[13:42] Doch als Daniel in dieser Zeit lebte, da rannten nicht wild gewordene Männer mit Sprengstoffgürteln durch die Gegend, da brannten nicht Ölfelder und herrschte keine Anarchie. Im Gegensatz vor 2600 Jahren war genau an dieser Stelle die Blüte der menschlichen Zivilisation, die Hochkultur Babylons, die größte, bekannteste und am meisten verehrte Stadt der Antike, größer als Athen, größer als Rom, so religiös aufgeladen, dass sogar feindliche Mächte sich niemals wagten, diese Stadt zu vernichten. In Babylon hatte die menschliche Hochkultur ihren Ausgangspunkt genommen nach der Flut. Die Sumerer und die Akkada hatten die Schrift entwickelt und die Astronomie und viele andere Dinge, die Mathematik, bis heute teilen wir den Kreis in 360 Grad und die Uhr hat nicht mehr als 60 Minuten. All das geht zurück auf die Babylonier. Einige der bekanntesten Bauwerke kennen wir noch heute aus Bildbänden über die sieben Weltwunder, zum Beispiel die hängenden Gärten der Semiramis und viele andere großartige Dinge, die dort in dieser Weltstadt Babylon existierten, in der der Prophet Daniel lebte, wirkte und dann seine Prophezeiung aufschrieb, von denen Luther glaubte, dass sie ein Trost sind für unsere Zeit.
[15:25] Wer regierte damals zur Zeit von Daniel in dieser Stadt Babylon? Es war ein alter Stamm, der eigentlich im Süden, nördlich des Persischen Golfes, seine Heimat hatte. Sie nannten sich die Chaldea und sie bilden sozusagen die Oberschicht in Babylon. Sie hatten, nachdem Babylon über einen ganz langen Zeitraum eher verfallen war und an Bedeutung verloren hatte, diese Stadt zu neuer Blüte gebracht. Sie hatten die Assyrer, die vorher die Gegend dominiert hatten, besiegt und diese Stadt ganz neu zum Glanz gebracht. Heute kann man einige der Überreste in Museen finden, zum Beispiel im berühmten Pergamon-Museum. Wer von uns ist schon mal in Berlin gewesen? Gibt es da jemand, der schon mal in Berlin war und vielleicht ganz bestimmt dann auch im Pergamon-Museum war und dieses interessante Tor hier gesehen hat, das sogenannte Ischtar-Tor, das deutsche Archäologen Anfang des 20. Jahrhunderts ausgegraben haben. Damals hat man nur nicht gerade um Erlaubnis gebeten, hat es einfach mitgenommen und in Berlin ins Museum gestellt und es gibt einen Eindruck davon, wie prachtvoll und interessant diese Stadt gestaltet gewesen sein muss. Wenn man sich dieses Ischtar-Tor etwas genauer anschaut, stellt man fest, dass dort auf diesen wunderschönen blauen Ziegeln sich Inschriften befinden, die von dem Erbauer oder dem Erbauer dieses Tores, dem Wiederhersteller der babylonischen Macht berichten. Man kann das hier sogar sehr schön lesen. Ich gebe zu, es ist etwas unscharf, ansonsten könnten wir es alle gut lesen. In Arkadisch, in Neubabylonisch spricht hier jemand davon, dass er die Stadt zu neuem Ruhm gebracht hat, dass er diese Tore gebaut hat, dass er dafür gesorgt hat, dass die Stadt wieder ganz neu aufgestellt wird, berichtet alles, was er gemacht hat. Einer der größten Architekten und Bauherren der ganzen Menschheitsgeschichte, nebenbei auch noch einer der größten Feldherren überhaupt. Sein Name heilte noch Jahrhunderte später durch den Nahen Osten, wenn Menschen sich an die größten Herrscher erinnerten, die jemals im Nahen Osten regierten. Dann nannten sie Nimrod, Alexander den Großen und diesen Mann, der über 40 Jahre zur Zeit Daniels über Babylon regierte. Sein Name war Nabu-Kuduri-Uzur der Zweite. Benannt nach einem altbabylonischen König, bedeutete sein Name, Gott Nabu schütze meinen erstgeborenen Sohn. Wir kennen ihn heute besser als Nebuchadnezzar oder Nebuchadrezzar, wie er eigentlich hätte genauer übersetzt werden müssen, aber das sei dahingestellt. Hier auf der rechten Seite sieht man eine Tontafel, die sich heute im britischen Museum befindet, wo Jahr für Jahr ganz präzise berichtet wird, was dieser Nabu-Kuduri-Uzur, der Nebukadnezzar, der Großkönig Babylons an Schlachten und Feldzügen durchgeführt hatte und wie er sein Reich erweiterte. Wie er die Assyrer so sehr vernichtete im Jahre 605 vor Christus, dass danach der Name Assyrer nie wieder in der Weltgeschichte auftauchte. Wie er die Ägypter besiegte, in der englischen Übersetzung heißt es, beat them to non-existence, sodass sie nicht mehr existierten, diese Armee. Nabu-Kuduri-Uzur, Nebukadnezzar war ein gigantischer, einflussreicher und außergewöhnlicher König.
[19:39] Aber er war auch ganz normal aus Fleisch und Blut und hatte seine Fragen. Die wichtigste Frage für ihn war, was bringt die Zukunft? Ein König lebte schon damals nicht besonders sicher. Trotz aller Erfolge konnte man sich ja nie so genau sicher sein, dass vielleicht nicht doch einer von der Leibwache in der Nacht mal kommen würde und mit einem Messer einen erdolchen würde, weil er selbst meinte, König werden zu müssen oder so. Was wird aus meinem Königreich? Was wird aus meinen Eroberungen? Werden meine Söhne meine Nachfolger sein? Werde ich eine große Dynastie begründen können oder wird sie weitergeführt werden, die Dynastie meines Vaters? Was bringt die Zukunft? Der Großkönig Nabu-Kuduri-Uzur, Nebukadnezzar, machte sich Gedanken, lag auf seinem Bett und erlebte etwas, das man fast als einen Albtraum bezeichnen müsste. Im zweiten Jahr der Regierung Nebukadnezzars hatte Nebukadnezzar Träume, sodass sein Geist sich beunruhigte und er nicht schlafen konnte. Schon mal erlebt, dass man sich von einer Seite auf die andere wälzt und man kann einfach nicht einschlafen. Es gibt verschiedene Gründe. Vielleicht hat man zu lange bis in die Nacht hinein am Handy gespielt, nicht wahr, man ist so aufgeregt. Vielleicht hat man auch zu viel zu spät gegessen. Es gibt verschiedene Gründe, warum das mit dem Einschlafen nicht klappen kann. Aber Nebukadnezzar hatte kein Handy. Er hat vielleicht auch viel gegessen, aber das war nicht der Grund, warum er nicht einschlafen konnte. Er hatte einen Traum gehabt und der hatte ihn beunruhigt.
[21:33] Nun, was macht man, wenn man einen Traum hat und man babylonischer König ist? Ganz einfach, man hat dafür Angestellte, die extra einen Gehaltszettel bekommen, also eigentlich eine Gehalts-Tontafel, nicht wahr, wo in Keilschrift geschrieben ist, was man bekommt, eine Gehalts-Tontafel dafür bekommen, dass sie dem König die Zukunft sagen. Da befahl der König, man solle die Traumdeuter und die Wahrsager, die Zauberer und die Chaldea zusammenrufen, damit sie dem König seine Träume verkündeten. Da kamen sie, all diese Wahrsager und Chaldea mit ihren Gegenständen, die sie brauchten, Rinderleber zum Beispiel, die dann aufgeschnitten wurde und dann konnte man in den Blutgerinnseln sehen, angeblich, was die Zukunft bringt. Und wenn der König dann fragte, soll ich Krieg führen gegen Elam, dann sagte ein Priester, der Gott Marduk sagt, warte noch einen Monat. Oder wenn er dann ein Angebot bekam, die persische Prinzessin oder die medische Prinzessin zu heiraten, dann sagte irgendein Priester, ja, die Sterne stehen gut, die Liebesgöttin Ishtar sagt hier, heirate jetzt. Und so hing das ganze Leben, was der König so tat oder nicht tat, immer davon ab, was die Experten so über die Zukunft sagten. So kamen sie präpariert und hofften, dem König wieder einen guten Dienst zu erweisen. Und so sagt er zu ihnen, ich habe einen Traum gehabt und mein Geist ist beunruhigt, bis ich den Traum verstehe. Und sie sagen zu ihm, kein Problem, erzähle den Traum und dann geben wir dir die Deutung, wie immer. Das ist ja unser Spezialgebiet. Aber der König schaute sie etwas durchdringender an. Und immer wenn ein Großkönig im Nahen Osten innehält und etwas genauer hinschaut, dann sollte man anfangen mit den Knien zu zittern. Mein Entschluss steht unwiderruflich fest, wenn ihr mir nicht den Traum samt seiner Deutung verkündet. Nebukadnezar wollte keine Interpretation. Er wollte wissen, ob seine Experten, die gutes babylonisches Geld bekamen, wussten, was er geträumt hat. Und die Sache war ihm wichtig. Er sagt, wenn ihr das nicht tut, und hier sieht man schon, der Nebukadnezar hatte von der Bibel nicht viel Ahnung, von dem Gott des Himmels erst recht nicht, so solltet ihr in Stücke zerhauen und eure Häuser zu Misthaufen gemacht werden. Und jetzt konnte man den Schweiß an der Stirn der Chaldea laufen sehen. Unser schönes Eigenheim. Das war nicht ihre größte Sorge. Sie sollten in Stücke gehauen werden. Ihr Leben stand auf dem Spiel.
[24:25] Nun, wenn ich mit einer Pistole, eine Pistole, die an die Schläfe halte und sage, ich habe gestern von einem Elefanten im Erdbeerfeld geträumt, sage mir, was das bedeutet. Würde dir eine Interpretation einfallen? So spontan. Ja oder nein? Oh, natürlich, da würde uns irgendwas einfallen. Irgendwas ganz Bedeutsames, oder? Aber wenn ich dieselbe Pistole an die Schläfe halte und sage, was habe ich gestern Abend geträumt? Dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Jeder kann mit ein bisschen Fantasie eine Interpretation geben, irgendetwas hinein interpretieren, eine Deutung geben. Aber Fakten, das ist eine andere Sache. Nebukadnezar war kein Christ. Er kannte die Bibel nicht, aber er hat etwas gehabt, das jeder von uns haben sollte. Er interessierte sich für belastbare Beweise, denn er hatte sich das ganz einfach überlegt. Wenn die nicht in der Lage sind, mir zu sagen, was ich gestern geträumt habe, wie wollen die wissen, was übermorgen passiert? Ich meine, was ist schwerer, zu wissen, was übermorgen passiert oder zu wissen, was gestern passiert ist? Jemand, der nicht weiß, was gestern passiert ist, der nicht übernatürlich Zugriff hat auf die Vergangenheit, wie soll der Zugriff haben auf die Zukunft? Traue niemandem bezüglich der Zukunft, der nicht auf übernatürliche Weise Zugriff auf die Vergangenheit hat. Ein einfaches Prinzip, das der Großkönig Nabu-Koduri-Utsur hier anwandte. Naja, denen wurde ganz anders ums Herz und so sagten sie nochmal, wie wir hier sehen, der König möge seinen Knechten einen Traum erzählen, so wollen wir die Deutung verkünden. Und dann wurde es ihm langsam klar, dem König, ich weiß nun sicher, dass ihr Zeit gewinnen wollt, weil ihr seht, dass mein Entschluss unwiderruflich feststeht. Wenn ihr mir den Traum nicht mitteilt, so bleibt euch ein Urteil, denn ihr habt euch vorgenommen, lügenhafte und trügerische Worte vor mir zu reden, bis sich die Zeiten ändern und mit einem Großkönig von Babylon, da ist nicht gut Kirschen essen, wenn der mal wirklich wütend wird.
[27:00] Er realisierte zum ersten Mal in seinem Leben, dass die Religion, in der er aufgewachsen war, die Religion, die ihm sein Vater Nabu-Polassa mitgegeben hatte, die Religion, die er durch seinen eigenen Namen Nabu-Koduri-Utsur, Gottkönig, der Gott Nabu-Schütze, meinen erstgeborenen Sohn, dass diese Religion vielleicht gar nicht tragfähig ist. Darum sagt mir den Traum, damit ich weiß, ich weiß nicht genau, was du im Einzelnen glaubst, was du dir so über die Zukunft denkst, was so für dich die Hoffnung ist, warum glaubst du, was du glaubst, weil es dir Experten gesagt haben, weil es deine Eltern dir mitgegeben haben, weil das alle so glauben oder hast du Beweise, weißt du, dass das stimmt, was du glaubst.
[28:00] Nebukadnezar wollte nicht einfach nur so einen Strohhalm, an dem man sich dann halten kann, er wollte Fakten und naja, jetzt rückten sie raus mit der Sprache. Es gibt keinen Menschen auf Erden, der verkünden könnte, was der König befiehlt. Ja, es ist eine schwere Sache, es gibt auch niemand, der es dem König mitteilen könnte, ausgenommen die Götter, Achtung, jetzt kommt es und jetzt fiel dem Nebukadnezar die Kinnlade runter. Die Götter können es, deren Wohnung nicht bei den Menschen ist. Mit anderen Worten, wir die Priester von Marduk, Nabu und Ishtar, keinen blassen Schimmer, aber Nabu, Marduk und Ishtar, die könnten das. Hey, Moment mal, wenn ihr die Priester von Nabu, Marduk und Ishtar seid und die wissen das und ihr nicht, wie steht es um eure Kommunikation? Dann habt ihr ja gar keinen Kontakt. Könnte es dann sein, dass ich die medische Prinzessin geheiratet habe, nicht weil Ishtar das gesagt hat, sondern einfach, weil ihr das aus eurem eigenen Bauch so daher prophezeit habt? Könnte es sein, dass ich Leute in der Schlacht gegen Elam verloren habe und in der Schlacht bei Karkemisch, nur weil ihr gesagt habt so und so und es war rein erfunden, das gesamte Kartenhaus der Weltanschauung von Nebukadnezar krachte zusammen und wenn man erst mal richtig enttäuscht ist, dann kann man sehr frustriert werden. Schon mal richtig enttäuscht gewesen mit Menschen, auf die man sich vertraut, auf die man vertraut hat? Ich glaube, das passiert heute immer wieder. Menschen vertrauen Politikern, bis sie herausfinden, dass die sich nur um die Macht interessieren. Menschen vertrauen Anlageberatern, die sagen, diese Anlage ist ganz sicher. Wenn dann die Börse einbricht, hat es keiner gewusst. Menschen vertrauen ihrem Priester, ihrem Guru, bis sie herausfinden, was der so alles privat treibt und dann ist man manchmal so enttäuscht, so frustriert, dass man von allem nichts mehr wissen will.
[30:08] Nebukadnezar wurde so aufgebracht und so zornig, dass er befahl, alle Weisen von Babel umzubringen. Er wurde quasi Atheist. Er wollte mit diesen Heuchlern nichts mehr zu tun haben. Ich glaube, die meisten Menschen, die heute sagen, sie sind Atheisten, sind nicht Atheisten oder Agnostiker oder Ungläubige, weil sie nach langem Studium der Religion und Philosophie zu der Überzeugung gekommen sind, es kann keinen Gott geben, sondern viel eher, weil sie enttäuscht sind von Menschen, enttäuscht sind von Kirche, enttäuscht sind von Heuchelei und deswegen mit allem nichts zu tun haben wollen. Die Geschichte von Nebukadnezar ist zwar 2600 Jahre alt, aber höchst aktuell und Luther hat das gewusst.
[31:05] Nun, an der Stelle kommt jetzt jener Daniel ins Spiel, den der Luther so sehr geschätzt hat. Er war unter den Hofbeamten dort, er war aus Judea, ein Sklave, ein Gefangener dort, der aber ausgebildet worden war für den Dienst am Königshof, da erwiderte Daniel dem Arjoch, dem obersten der Schafrichter und wie es hier heißt mit klugen und verständigen Worten und dann heißt es hier, er ging zum König und bat um eine Frist, einen kurzen Zeitraum, um dann eine Antwort geben zu können. Vielleicht gibt es heute auch jemanden hier, der sagt, ich bin eigentlich durch mit dem Thema Religion, Kirche ist eh alles nur Heuchelei, dann bitte ich um eine kurze Frist. Wollen wir dem Propheten Daniel eine kurze Frist geben? Vielleicht kann er uns tatsächlich diesen Trost geben, von dem Luther sprach.
[32:11] Kurze Zeit später kam dann der Daniel vor, den Großkönig. Der König antwortete und sprach zu Daniel, dessen Name Besatzer war, bist du imstande, mir den Traum, den ich gehabt habe und seine Deutung mitzuteilen. Also an seinem Vorhaben hat sich nichts geändert und interessant ist, dass hier eine Situation war, die fast genauso war wie bei Martin Luther. Luther stand vor dem mächtigsten Mann der Welt, Karl V. und für Luther ging es um sein Leben. Er war in tatsächlicher Todesgefahr, er stand dort mehr oder weniger ziemlich alleine, aber mit Gottes Hilfe konnte er etwas sagen, was die nächsten 500 Jahre veränderte. Ein Mann vor dem mächtigsten Mann der Welt, seine Aussage führte zu einer Veränderung der Weltgeschichte. 2600 Jahre, nicht 500 Jahre zurück, sondern 2600 Jahre zurück, stand ebenfalls ein gläubiger Mann vor dem wichtigsten, einflussreichsten, mächtigsten Mann der ganzen Welt, vor dem Großkönig Nabu-Kuduri-Uzur. Und was er dort sagte, mit Gottes Hilfe, veränderte mindestens genauso wie Luthers Worte, den gesamten restlichen Verlauf der Menschheitsgeschichte. Ich würde fast behaupten zu sagen, dass Daniels Stand vor Nebukadnezar wichtiger und für die Weltgeschichte bedeutsamer war, als der Stand von Luther vor Karl V. Aber zurück zu Daniel.
[34:00] Er sagte hier, das Geheimnis, nachdem der König fragt, können weise Wahrsager, Traumdeuter oder Zeichendeuter dem König nicht verkünden, es ist Menschen unmöglich. Aber schmeiß das, oder wie sagt man, schmeiß das Kind nicht mit dem Bade aus, schütte das Kind nicht mit dem Bade aus. Nur weil Menschen es nicht können, heißt es ja nicht, dass es unmöglich ist. Es gibt einen Gott im Himmel. Der Geheimnisse offenbart, der hat den König Nebukadnezar wissen lassen, was am Ende der Tage geschehen soll. Nebukadnezar hatte sich für die Zukunft interessiert und der Gott des Himmels, von dem er nichts wusste, über den er nicht informiert war, nicht unterrichtet worden war, dieser Gott hatte sein Verlangen gesehen und ihm geantwortet. Dir, oh König, stiegen auf deinem Lager Gedanken darüber auf, was nach diesem geschehen werde. Ich weiß nicht, woran du denkst, wenn du abends ins Bett gehst. Werde ich meinen Arbeitsplatz behalten? Werden meine Kinder einen angemessenen Ehepartner finden? Was wird aus der Diagnose, die ich gestellt bekommen habe? Machen wir uns nicht alle Gedanken, wenn wir ins Bett gehen, was bringt die Zukunft? Obwohl er sehr viel berühmter war als wir, war Großkönig Nebukadnezar nicht anders. Er stellte sich die Frage, was wird aus meinem Königreich, was wird aus mir, was wird aus meinen Söhnen, aus meinen Töchtern, was wird aus dem großen Tempel, den ich habe bauen lassen? Wird das ewig stehen? Was passiert in der Zukunft? Und da hat dir der, welcher die Geheimnisse offenbart, mitgeteilt, was geschehen wird. Gott spricht zu einem Menschen, der sich für die Zukunft interessiert. Er hatte zwar keinen Kurs belegt in, wie höre ich Gottes Stimme. Er hatte nicht erst einen Kurs belegt in, was sind die fundamentalen Wahrheiten der Bibel, dass ich ihnen folgen muss. Gott sprach zu jemandem, der ihn noch gar nicht kannte, weil Gott hat ein Interesse an jedem Einzelnen von uns. Und Daniel machte gleich deutlich, dass er das jetzt nicht aus eigener Kraft und eigener Weisheit gewusste. Mir aber ist dieses Geheimnis nicht durch eine Weisheit, die ich von allen Lebenden voraus hätte, geoffenbart worden, sondern damit dem König die Deutung bekannt gemacht werde und du erfährst, was dein Herz zu wissen wünscht.
[36:27] Bei der biblischen Prophetie, um die es ja heute geht und von der Daniel so ein wunderbares Beispiel ist, geht es nicht darum, dass wir intelligenter werden und mehr über Geschichte lernen. Es geht darum, dass Gott zu meinem und zu deinem Herzen sprechen möchte. Wie Luther richtig sagte, er möchte uns Trost schenken in dieser unserer Zeit.
[36:47] Nun, was hatte denn dieser König geträumt? Ein Bild, das ihm durchaus vertraut gewesen sein muss. Eines, das wahrscheinlich sehr viel dramatischer aussah, als das, was wir hier so schön gemalt sehen. Du, oh König, schautest und sie ein erhabenes Standbild. Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz außergewöhnlich. Er stand vor dir und sein Anblick war furchterregend. Ja, also ich kriege jetzt nicht so viel Angst, wenn ich das sehe, aber es muss so furchterregend gewesen sein, dass der Nebukadnezar nicht mehr einschlafen konnte. Ein Standbild, ein menschlicher Körper, dargestellt mit verschiedenen Metallen, die man schnell hier lesen kann. Das Haupt dieses Bildes war aus gediegenem Gold und seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Erz oder auch aus Bronze, je nach Übersetzung. Seine Oberschenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton.
[38:04] Nun, wenn man sich diese vier Metalle anschaut, Gold, Silber, Bronze, Eisen, dann fällt einem sofort auf, dass diese vier Metalle, die werden unedler oder sie nehmen ab im Wert. Das ist wie bei Olympia. Der erste kriegt Gold, der zweite kriegt Silber, der dritte kriegt Bronze, der vierte kriegt gar nichts mehr. Fällt uns noch was auf an diesen Metallen, außer dass sie im Wert abnehmen. Also sie werden wertloser und sie werden härter. Goldmedaillen Gewinner, die beißen gerne mal in ihre Goldmedaille. Bitte nicht mit einer Eisenmedaille versuchen, wird teuer beim Zahnarzt. Die Metalle werden härter, bis auf das Eisen natürlich, das ist kein Metall, das ist was ganz Merkwürdiges hier. Also wir sehen hier, dass irgendwie der Wert abnimmt, aber die Härte zunimmt. Aber der König sah nicht nur dieses merkwürdige Standbild, sondern wir lesen, du saßt zu, bis sich ein Stein losriss, ohne Zutun von Menschenhänden und das Bild an seinen Füßen traf, die aus Eisen und Ton waren und sie zermalmte. Da kam dieser gewaltige Fels von irgendwoher, niemand wusste woher und traf dieses Bild an den Füßen und das führte zu einer totalen Zerstörung des gesamten Standbildes. Und dieser Berg wurde zu einem, oder dieser Stein wurde zu einem gewaltigen Berg und füllte die ganze Erde, wie wir hier lesen können.
[39:42] Nun, angenommen, wir sind Daniel, wir kommen jetzt zu dem König und wir wissen, das ist unsere einzige Chance, wenn wir jetzt versagen, ist unser Haus ein Misthaufen und wir selbst sind in Stücke geschnitten. Man hat also diese eine Chance, man kommt zum König, man erzählt dem König den Traum. Was hättest du jetzt als nächstes gesagt? Also ich kann sagen, was ich gesagt hätte, ich hätte sowas gesagt wie, ist das richtig? Habe ich es getroffen? Stimmt das so? Das wäre doch ganz normal, oder? Was sagte Daniel? Er sagte, das ist der Traum. Punkt. Quasi nicht gesagt, aber gedacht, wenn du dich nicht mehr erinnern kannst, spielt keine Rolle, ich weiß, du hast das geträumt. Daniel war sich sicher und dann sagt er sogar, nun wollen wir vor dem König auch seine Deutung verkünden.
[40:44] Der Daniel war jetzt nicht plötzlich abgehoben, hat nicht im Plural des Majestates von sich gesprochen, wie die englische Queen, sondern er wusste, er stand dort nicht allein. So wie Luther auf dem Reichstag sich bewusst war, dass Gott mit ihm war, wusste Daniel vor dem Großkönig Babylons, Gott ist mit mir. Die Frage ist, was hat ihm diesen Mut gegeben, so klar die Wahrheit Gottes zu kennen und zu bekennen? Die Antwort ist, lange bevor er dort stand, hatte er sich zurückgezogen in ein stilles Kämmerlein und hatte gebetet. Der Sieg am Hof von Nebukadnezar war errungen worden, zu Hause in der eigenen Bettkammer sozusagen mit einigen wenigen Freunden bei einem Gebetskreis. Interessant ist da wiederum die Parallele zu Martin Luther, denn sein mächtiges Auftreten in Worms hatte einen einfachen Grund. Er hatte sich den Abend zuvor, die Nacht zuvor Zeit genommen, um zu beten. Ein Tag vor seinem großen Satz, hier stehe ich, ich kann nicht anders, hat er auf den Knien mit Gott gerungen und das Gebet in der Nacht hatte den Mut am Tag gebracht. So war es bei Daniel, so war es bei Luther. Wir haben dieses Zitat glaube ich mit mit Eric gelesen, hier nur eine kurze Erinnerung. Luther hatte dort deutlich mit Gott gerungen und gesagt, ich brauche dich, wenn ich auf mich alleine gestellt bin, bin ich schon verloren und Gott hat ihm geholfen und auch Daniel hatte diese Hilfe Gottes erlebt. Er hatte sich mit seinen Freunden zum Gebet verabredet, sie hatten gebetet, Gott hatte ihnen es offenbart, dem Daniel wurde das Gesicht offenbart und dann haben sie Gott gelobt und gepriesen, denn er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand.
[42:54] Es gibt noch eine interessante Parallele zwischen Daniel und Luther. Daniel war ein unheimlich guter Kenner der Bibel und hier in einem Psalmtext, der auch einer meiner Lieblingstext ist, ich bin verständlicher geworden als alle meine Lehrer, denn über deine Zeugnisse sinne ich nach. Wir haben gesehen, dass Luther, weil er nicht einfach nur theologische Kommentare hier und dort las, sondern die Bibel selbst studierte, plötzlich Dinge erkannte, die viele Professoren, viele Doktoren nie gesehen hatten. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du die Bibel selbst liest, kannst du Dinge erkennen, die andere, die vielleicht klüger sind, intelligenter, gebildeter als du, nicht sehen, weil sie keine Zeit mit dem Wort Gottes verbringen. Dein Wort, sagt Psalm 119, ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.
[43:52] Warum, wann braucht man ein Licht auf dem Weg? Unter welchen Umständen braucht man ein Licht auf dem Weg? Wenn es finstert, wenn es dunkel ist und bezüglich der Zukunft leben wir alle im Dunkeln. Niemand weiß von uns, was morgen passiert, oder? Wenn wir nach morgen schauen, wenn wir in die Zukunft blicken, ist es immer dunkel. Gottes Wort ist ein Licht auf unserem Weg. Es ist kein Flutlicht, so dass alles krabbelt, aber es ist ein ausreichendes Licht, damit wir wissen, wo wir lang gehen können, ohne zu stolpern. Genau das ist mein zweiter Petrus. Wenn es sagt, so halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort und ihr tut gut daran, darauf zu achten, als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen. Das prophetische Wort ist ein Licht. Viele Christen heute lesen oder studieren fast gar nicht mehr die prophetischen Abschnitte der Bibel, weil sie denken, es ist vielleicht unwichtig, unklar, schwierig, aber Luther verstand, dass dort ein besonderer Trost ist, dass der Morgenstern Jesus Christus in unseren Herzen aufgeht. Wer sich für biblische Prophetie interessiert, wird ganz neue Perspektiven auf Jesus finden. Übrigens war Jesus ja ohnehin der Zentralpunkt im Denken von Luther und Jesus ist der Zentralpunkt in der biblischen Prophetie. Vom ersten Buch der Bibel, von 1. Mosan, durch das gesamte Alte Testament, findet man nicht ein Buch, wo nicht Prophezeiungen auf Jesus weisen. Ich würde fast so weit gehen, dass fast alle prophetischen Aussprüche der Bibel in allen Büchern mehr oder weniger immer irgendwie etwas mit Jesus zu tun haben. Seine Geburt, das Jahr seines Auftretens, der Ort seiner Geburt, die Umstände seiner Geburt, all seine Wunder, sein Wirken, seine Botschaft, all das wurde im Detail vorhergesagt. Weiß jemand, wie viele Prophezeiungen es im Alten Testament allein auf das erste Kommen Jesu gibt? 5, 10, 20? Es sind tatsächlich über 300 Stück. Jesus ist das Zentrum der Prophetie und deswegen liebte Luther Prophetie, weil Luther Jesus liebte. Und wenn wir Jesus folgen, wird uns die Prophetie interessieren.
[46:52] Doch zurück zu unserer Geschichte. Wenn man jetzt dieses Standbild sich betrachtet, könnte man vielleicht verschiedene Ideen haben, was es bedeutet. Aber alle diese Ideen können wir getrost beiseite tun, denn die Bibel fordert niemanden auf, irgendwie jetzt etwas da hinein zu interpretieren. Dabei solltet ihr vor allem das erkennen, dass keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist. Niemand von uns hat das Recht oder die Pflicht zu sagen, ich glaube, das könnte das bedeuten. Ich glaube, das könnte vielmehr das bedeuten. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es in Wirklichkeit das bedeutet. Heute glauben ja viele Menschen, dass es so viele verschiedene Kirchen gibt, weil jeder so die Bibel so interpretiert, wie er das möchte. Jeder legt das halt so aus, wie er das sieht. Aber das ist ein fundamental falscher Ansatz. Gott möchte nicht, dass wir die Prophetie lesen und sagen, ich könnte mir vorstellen, dass das hier China ist und das ist das und das ist jenes. Das ist der Fernseher und das bin ich. Nein, Gott möchte, dass wir der Bibel erlauben, dass die Bibel sich selbst auslegt. Und genau das sehen wir auch in Daniel 2.
[48:08] Der Daniel sagt jetzt dem Großkönig Nabuchodonio zu, was die einzelnen Metalle bedeuten. Und gleich am Anfang macht er deutlich, du bist das Haupt aus Gold. Da wird der König gelächelt haben, oder? Ach wie schön, das tollste Metall. Und wie passend, denn Babylon war wirklich eine goldene Stadt. Wenn man dort beim großen Haupttempel Etemenanki stand, dieses riesige Ziggurat, das die ganze Stadt überwölbte und dort in den Tempel des Marduk hineingehen dürfte, was die meisten nicht durften, weil das ja ein heiliger Ort war, dann hätte man dort im Heiligtum einen riesigen Altar aus purem, reinem Gold gefunden. Und viele andere solcher wunderbaren Meisterwerke der Kunst und Architektur. Babylon regierte über all das, was wir heute so den Nahen Osten nennen, wobei diese Grenzen hier, sage ich mal, noch eher die gemäßigt Konservativen sind. Manche glauben, dass Babylon durchaus auch bis Ägypten regiert hat. Und auch weiterhin, es gibt halt nur sehr wenig Keilschrifttafeln, dass man das genau bestimmen könnte. Jedenfalls waren sie die unbestreitbaren Herren der Welt. Und wie schon angedeutet, die Stadt war an Glanz nicht zu überbieten.
[49:42] Weiß eigentlich jemand, warum es zu den hängenden Gärten des Amiramis kam? Die Geschichte ist eigentlich ganz amüsant. Der König hatte geheiratet, wie schon gesagt, eine Prinzessin, aus Medien. Und Medien liegt in den Bergen. Das ist wie die Schweiz. Berge hoch und runter. So eine richtige Gebirgstochter war das nicht. Jetzt kam die nach Babylon und Babylon ist so flach wie Niedersachsen. Höchste Erhebung ist die Uferkante. Keine Berge weit und breit. Das war natürlich für sie eine Katastrophe. Und da ging es genau andersrum, als meine Frau. Die liebt das Flache. Denen sind schon die Schwäbische Alpen viel zu viel. Die freut sich jedes Mal, wenn wir nach Hause fahren in den Norden, wo man endlich mal wieder so kilometerweise an den Horizont schauen kann. Naja, die Frau von Nebuchadnezzar war genau das Gegenteil. Die wollte Berge haben. Und jetzt dachte sich Nabuchodory Uzzur, woher nehmen und nicht stehlen? Die Berge aus Medien können wir nicht her verfrachten. Wir können ja mal ein Gebäude bauen, das quasi aussieht wie Berge. Er hat diese riesige Terrassen gebaut und dann so Gärten angelegt, so wie in Medien auch die Gärten in den Bergen liegen. Und jetzt konnte seine Frau sich so fühlen wie in den Bergen. Was tut man nicht alles für das Glück der Ehefrau. War ein bisschen kostspielig, aber hat sich gelohnt. Der Eintrag in das Buch der sieben Weltwunder war ihm gewiss.
[51:17] Über fast 70 Jahre regierte Babylon, davon ungefähr fast 40 Jahre Nebukadnezzar selbst unangefochten. Doch jetzt kommt es. Das Standbild war ja nicht nur aus Gold, oder? Was war das nächste Metall, das nach dem Gold kam? Silber. Und Daniel musste sich jetzt entscheiden. Werde ich ihm einfach sagen, du bist dieses wunderbare Ding oder werde ich ihm auch die Wahrheit sagen, dass sein Reich nicht ewig gelten wird. Daniel entschied sich für die mutige Variante. Nach dir aber wird ein anderes Reich aufkommen, geringer als du. Ich kann mir schon vorstellen, wie irgend so ein Leibwächter sein Schwert gezogen hat und gesagt hat, wie kannst du es wagen in der Gegenwart des Großkönigs zu behaupten, dass ein anderes Reich jemals Babylon besiegen wird. Der König wird wahrscheinlich gesagt haben, lass ihn. Schon erstaunlich, was er kann. Daniel war bereit, auch unangenehme Wahrheit zu sagen. Ist ja nicht unbedingt so das Natürlichste, dass man einem Großkönig sagt, dein Reich geht unter. Da sind andere für solche Behauptungen schon gestorben. Daniel war bereit, auch unangenehme Wahrheit zu sagen, in einem Geist, der Liebe von und angemessen war.
[52:48] Ein anderes Reich wird kommen. Das war an sich eigentlich ziemlich unvorstellbar. Wie sollte denn das gehen? Babylon war die größte und uneinnehmbarste Stadt der ganzen Antike. Damals bei der Kriegsführung war es ja so, man hatte noch keine Raketen, man hatte keine Kanonen und schon gar keine Hubschrauber oder Flugzeuge. Wenn man eine Stadt einnehmen wollte, musste man sie belagern. Der Sinn einer Belagerung ist, so lange belagern, bis die innen drin kein Essen mehr haben. Dann kann man die Stadt einnehmen. Das Problem war, Babylon war gebaut an einem Fluss und der Fluss ging mitten durch die Stadt hindurch. Die konnten also in der Stadt anbauen. Historiker erzählen uns, dass manchmal, wenn Babylon belagert worden ist, haben die Babylonier aus lauter Arroganz noch die Kornsäcke über die Mauer geworfen. Nach dem Motto, wir haben genügt. Mal sehen, wie lange ihr noch aushaltet. Wer sollte die Stadt einnehmen? Nun, es kam soweit. Die Meder und die Perser kamen von den Bergen hinab und der General Kyrus, ein Perser, überlegte sich etwas Brillantes. Ein sehr großer Strategie. Da können wir viele Geschichten erzählen, aber die Zeit fehlt uns. Er überlegte sich, wie kommen wir da in die Stadt hinein. Er entschied sich in einer Nacht- und Nebelaktion, jedem Soldaten statt ein Schwert eine Schaufel zu geben. Dann haben die mit tausenden Soldaten den Fluss umgeleitet, um die Stadt herum. Das Flussbett des Euphrates war plötzlich trocken. Jetzt sind die da mit ihrer Armee des Nachts hinein und fragten sich, wie werden wir wohl die Tore aufkriegen. Zu ihrem völligen Erstaunen stellten sie fest, dass die Tore unverschlossen waren. Die Babylonier waren so arrogant, die hatten nicht mal zugeschlossen. Was aber wirklich spannend ist, dass genau das, was uns der Geschichtsschreiber Herodot darüber berichtet, so präzise lange zuvor durch einen alttestamentlichen Propheten vorhergesagt worden war. Bei Jesaja heißt es, Ströme werde ich trocken legen. Der von Kyrus spricht, das hatte der Prophet Jesaja gesagt, als der Kyrus noch nicht einmal gezeugt war. Er ist mein Hirte und er wird meinen Willen ausführen. So spricht der Herr zu Kyrus, seinem Gesalbten und so weiter, um Tore vor ihm zu öffnen und Tore, damit sie nicht geschlossen bleiben. Der Name des Generals und die Methode der Eroberung wurden bereits im Vorhinein präzise vorhergesagt. Nur ein Beispiel dafür, wie genau biblische Prophetie sein kann.
[55:45] So kamen also die Meder und die Perser, die regierten für eine ganze Zeit. Hier sieht man, ihr Reich war weitaus größer, ging sogar so ein bisschen nach Europa, da wo heute Bulgarien ist und Griechenland, Afrika und dann weit nach Osten, da wo heute Afghanistan und Pakistan ist und Patien und Aktien und Arjen und so weiter und so fort. Die Meder und Perser waren eigentlich eine Koalition. Da war nicht einer wichtiger als der andere, wie man hier schön sehen kann. Da haben wir die Meder und die Perser schön Hand in Hand, alle gleichberechtigt, die gemeinsam regierten. Hier die berühmte Behistun in Schrift, für die man extra eigene Keilschriftzeichen erfand. In Altpersisch hier die Grabmäler der alten persischen Könige, die machten schon was her. Hier die Ruinen von Persepolis, die Stadt der Perser. Sie hatten eine gefürchtete Armee, die Eliteeinheit, das waren die Unsterblichen, die Zehntausend, die Leibgarde des Königs und über langen Zeitraum sah es so aus, als ob dieses Weltreich völlig unbesiegbar war. Es war so groß, dass die griechischen Geografen Mühe hatten, dieses ganze Weltreich auf ihre Karten zu zeichnen. So groß war es. Wer sollte daran jemals etwas ändern?
[57:13] Doch Daniel hatte gesagt, ein nachfolgendes drittes Königreich, das Ehene oder das Bronxene, wird über die ganze Erde herrschen. Da würde eins kommen, das einen noch größeren Einflussbereich haben sollte, als die Meder und Perser. Wer oder was könnte die Meder und die Perser besiegen? Es brauchte schon ein Genius, ein Genie wie den hier, Alexandros Homegas, Alexander der Große, der mit einer relativ kleinen Armee, 40.000 Mann, sich aufgemacht hatte, aus Griechenland, aus Makedonien, aus seiner Heimat, das war größtenteils Makedonien, da legen die Mazedonier großen Wert drauf, und mit dieser relativ kleinen Armee sich jetzt aufmachte, dieses gigantische Weltreich zu erobern. Interessanterweise waren die Rüstungen der Griechen allesamt Bronzen, wie man auch heute noch sehen kann. Das sind Aufnahmen hier aus dem britischen Museum. Und so machte er sich auf den Weg, und das war schon wirklich atemberaubend. Nur um ein Beispiel, man könnte man könnte Stunden füllen, nur zu erzählen, wie dieser Alexander der Große die Welt erobert hat. Nur ein Beispiel. Er war losgezogen mit einer Streitmacht und hatte auch eine Flotte dabei, die im Mittelmeer ihn unterstützen sollte. Das Problem war, die Perser hatten 300 Schiffe und waren der griechischen Flotte überlegen. Die Flotte kostete aber ungeheures Geld, und Alexander wusste nicht, wie er beides bezahlen sollte. Die Herrstreitkräfte, also die Landstreitkräfte, und die Flotte. Also entschied er sich, ich schicke die ganze Flotte nach Hause, nach Hause mit euch, brauche ich nicht mehr. Jetzt haben seine Generalien angeschaut und gesagt, bist du verrückt? Wie sollen wir denn einen Krieg gegen die Perser gewinnen, wenn wir keine Flotte im Meer haben? Dann haben die ja totale Freiheit. Was sollen wir denn machen? Hat Alexander gesagt, kein Problem, ich habe einen Plan. Wir werden einfach an der Küste entlangziehen und jede einzelne Hafenstadt erobern, sodass die Perser keinen Platz mehr haben, wo sie ankern können. Und das hat er gemacht. Er hat einfach jede Stadt erobert, und die Perser wussten nicht mehr, wo sie mit ihren Schiffen hin sollten. So kann man auch eine Flotte ausradieren. Ganz interessanter Mann, der in wenigen Jahren, in acht oder neun Jahren, ein Gebiet eroberte mit 40.000 Fußsoldaten, das die Amerikaner seit Jahrzehnten mit ihrer ganzen Militärmacht nicht unter die Kontrolle kriegen. Iran, Irak, Afghanistan, all das mit 40.000 Mann von einem Ort zum anderen gezogen und dann bis zum Himalaya. Und als er beim Himalaya hörte, hat er gedacht, hey, jetzt gehen wir nach Osten. Er hatte Geografieunterricht bei Aristoteles gehabt und der hat ihm erzählt, es gibt Gerüchte, niemand ist bisher da gewesen, aber die Händler erzählen uns, dass es ganz im Osten ein Volk gibt mit komischen Augen, mit Schlitzaugen. Er hat gesagt, die würde ich gerne sehen. Die muss ich auch noch erobern. Und dann sind die nach Indien rein, durch den Urwald und dann haben die da gekämpft und gewonnen. Die Griechen, die mussten sich daran gewöhnen, dass da Elefanten waren. Die hatten solche Tiere noch nie gesehen. Jedenfalls haben die da einen Schlacht nach dem anderen gewonnen und sind dann über einen Fluss nach dem anderen und da kamen keine Menschen mehr, keine Völker, nur noch indische Urwald. Und irgendwann haben die Soldaten gesagt von Alexander dem Großen bis hierhin und nicht weiter. Da gibt es nichts mehr, wir sind am Ende der Welt. Und Alexander hat gesagt, nein, nein, nein, nein, Aristoteles hat mir gesagt, da gibt es noch welche, da müssen wir hin. Und es sind kein Soldat gefolgt, deswegen sprechen die Chinesen heute kein Griechisch. Die haben ihn, sie sind verschont geworden.
[1:01:20] Alexander war so wütend über seine eigenen Soldaten, dass er diese Soldaten, die ihm acht, neun Jahre lang treu gefolgt waren, jetzt zur Strafe durch die gefürchtete Wüste von Gedrosien getrieben hat, wo zwei Drittel seiner Armee draufgegangen sind. Mehr als in allen Schlachten zuvor. Das hat ihn gar nicht gejuckt. Denn Alexander war zwar ein brillanter Stratege, aber ein äußerst schlechter Mensch. Er hat alles besiegt, was sich ihm in den Weg stellte, bis auf einen einzigen Feind, sich selbst. Als er einmal sturzbesoffen war, hat er mich öfter gern mal getrunken, da hat sein ebenfalls angetrunkener Freund gesagt, hey Alexander, du bist ein toller, toller König, aber du musst auch zugeben, dass ohne deinen Vater, Philipp, wärst du nicht da, wo du heute bist. Alexander wurde darüber so wütend, dass jemand es wagen könnte, jemand anderes noch zu loben neben ihm, dass er seinen besten Freund im Suff erstochen hat. Dann ist er aufgewacht, hat einen Kater gehabt und war natürlich tief traurig, aber er hatte sich nicht selbst im Griff. Als er in den frühen 30ern war, zurückgekehrt war, im großen Triumph nach Babylon, er wollte diese Stadt zum Zentrum, zur Hauptstadt seines Weltreichs machen, hat er dort eine Feier bringen lassen. Die Legende erzählt, ich bin nicht dabei gewesen, ich weiß nicht, ob es stimmt, aber die Legende erzählt, dass man zu diesen Feierlichkeiten den Herkulesbecher gegeben hat. Der Herkulesbecher fasste neun Liter, da hat man Wein reingetan und dann hat Alexander der Große neun Liter Wein getrunken, hat Fieber bekommen und ist gestorben. Die Liebe sagt, was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und nimmt doch Schaden an seiner Seele. Alexander der Große wird hier in der Prophetie nicht einfach nur erwähnt, als na ja, es wäre gut, wenn man im Geschichtsunterricht aufgepasst hat. Nein, nein, es ist erwähnt, damit wir etwas lernen. Was nützt es, wenn wir nach all dem streben, was Ruhm und Macht bedeutet, aber selbst uns nicht unter Kontrolle haben.
[1:03:50] Nun, auf das dritte Königreich wird ein viertes folgen, so stark wie Eisen und hier hilft uns vielleicht auch unser Geschichtsunterricht aus der sechsten Klasse, an den wir uns mühsam erinnern, vielleicht auch mit Grauen. Nach den Griechen kamen die Römer, ganz genau und die waren eisenhart, daran gibt es keinen Zweifel. Die Legionen Roms, die dem Legionsadler folgten, die haben so ziemlich alles breit getrampelt, was sich ihnen in den Weg stellte, Senatus Populisque Romanus, der Senat und das Volk Rom. Und mit dem Tribut, mit der Beute aus den Kolonien und den Provinzen hat man dann die Stadt Rom natürlich aufgebaut, hier das Kolosseum. Hier ein Überblick, wie Rom sich ausbreitete, von Britannien bis zur Grenze Schottlands, bis in den Sudan, von Marokko bis zum Kaspischen Meer, ein gigantisches Weltreich, eines das unglaublich grausam war, gerade auch gegenüber gläubigen Menschen. Sowohl den Juden, die am Alten Testament festhielten, als auch den Christen, die das Alte und das Neue Testament hatten. Sie wurden verfolgt, vor allem dann auch die Christen, den Löwen vorgeworfen oder als lebendige Fackeln angezündet. Es war ein brutales Regime an vielen Stellen.
[1:05:14] Aber dann sagt Daniel, dass du über die Füße und Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisenbestehen gesehen hast, bedeutet, dass das Königreich gespalten sein wird. Also nach Babylon, nach Medopersien, nach Griechenland, nach Rom würde kein fünftes großes Weltreich kommen, sondern ein geteiltes, gespaltenes, uneinheitliches. Nun, was passierte, als Rom fiel? Dazu muss ich ein bisschen ausholen und die Geschichte eines Volkes erzählen, das aus den Weiten der Mongolei kam. Man nannte sie die Hunnen. Habt ihr schon mal gehört von den Hunnen? Die Hunnen kamen aus Zentralasien und sie werden von den Chinesen genannt, die Xiongnu. So hießen die Chinesen. Es war eigentlich ein Volk, das mit den Chinesen im Konflikt war und ein sehr merkwürdiges Volk. Die Chinesen, die sehr kultiviert waren, dachten, was sind das denn für schreckliche Barbaren und haben die Xiongnu aus der Mongolei vertrieben und die haben sich dann über die Jahrzehnte hinweg, Anfang der ersten Jahrhunderte nach Christus, Richtung Westen orientiert. Und wurden dort, weil man dort nicht Chinesisch sprach, nicht Xiongnu genannt, sondern Hunnen.
[1:06:46] Jetzt, dieses Volk hatte mehrere merkwürdige Angewohnheiten. Sie glaubten, dass das Leben hart ist und dass man den Kindern von vornherein erklären muss, wie hart das Leben ist. Deswegen hat man die neugeborenen Säuglinge genommen und hat erst mal ihre Köpfe verformt. Bei kleinen Babys ist ja der Kopf noch ein bisschen formbar. Da hat man ein Messer genommen und hat ihnen die Wangen aufgeritzt, damit sie gleich merken, wo es lang geht im Leben. Also da war mit Gnade und Liebe nicht so viel los bei den Hunnen. Dann hatten sie eine merkwürdige Religion. Sie glaubten nämlich, dass Wasser heilig ist. So heilig, dass man es nicht mit dem eigenen Schmutz beflecken darf. Die praktische Anwendung dieser Religion bedeutete, dass die sich nie gewaschen haben. Jetzt stelle man sich vor, da kommt aus der Weite der kaukasischen Steppe ein Volk auf Pferden daher, mit leicht asiatischem Einschlag, mit verformten Köpfen, zerritzten Wangen, 16 Meilen gegen den Wind stinkend. Und er gießt sich jetzt Richtung Europa. Kein Wunder, dass unsere strammen Vorfahren, die Germanen, das Laufen gekriegt haben. Meine Güte, wer ist das denn? Und die haben sich jetzt Richtung Westen bewegt, während die Hunnen aus den weiten Asiens kamen. Ich war herangestürmt. Ein Spektakel muss das gewesen sein. Haben die Germanen, die ja sonst auch nicht gerade Kinder von Traurigkeit waren, auch eher so die raue Lebensart bevorzugt, die haben sich jetzt immer weiter Richtung Westen bewegt, aus Angst vor den Hunnen und sind in das Römische Reich förmlich hineingedrängt worden. Es waren eigentlich Flüchtlinge. Europa entstand durch eine Flüchtlingskrise. Das ist aber schon so lange her, dass sich keiner mehr daran erinnern kann. Deswegen ist das nur eine Fußnote der Geschichte. Lassen wir das mal da so am Rande.
[1:08:59] Naja, die Römer selbst, die waren zu dem Zeitpunkt, das war so im vierten, Anfang 50. Jahrhundert, ziemlich dekadent. Die saßen nur noch in ihren Thermen, haben andere für sich kämpfen lassen und haben sich das Leben gut gehen lassen. Und als jetzt plötzlich die Germanen, die sonst für sich kämpften, in das Land reingedrückt worden sind, haben die gemerkt, hey, hier ist noch viel schöner als in Germanien. Warum in den deutschen Wäldern im Sumpf leben, wenn man in der Sonne Italiens leben kann oder Spaniens. Das ist doch viel schöner, oder? Hätten wir vielleicht auch so entschieden. Jetzt sind also die Germanen, als sie merkten, die Römer können sich nicht mehr selbst verteidigen, in das Römische Reich. Das ist förmlich implodiert. Und plötzlich gab es dort verschiedene Königreiche, basierend auf den verschiedenen germanischen Stämmen. Da gab es die Franken, aus denen wurde dann später Frankreich. Ja, da gab es die Goten, die teilten sich in Westgoten und Ostgoten. Die Westgoten gingen dann hier nach Westen. Das wurden dann hier die Spanier, die Sueben, hier in Portugal die Burgunde und so weiter und so fort. Und so entstanden eigentlich die Königreiche, die wir später dann als Europa bezeichnen, geteilt.
[1:10:05] Nun die Frage ist, warum war der Ton dabei? Und die Antwort findet man in Jesaja 29, wo das Volk Israel, das Volk Gottes mit Ton dargestellt wird. Und im Neuen Testament wird uns gesagt, dass alle, die Christus angehören, sind eigentlich übertragen Israeliten. Ein Israelit ist der, der an Gott glaubt, der der Botschaft des Evangeliums folgt, der Christus angehört. Das heißt, wenn der Ton für Israel steht, für das Volk Gottes, steht der Ton hier für die Christen dann im Neuen Testament, die sich aber offensichtlich mit dem Eisen, mit Rom verbanden. Und genau das haben wir gesehen auch in den Vorträgen von Eric, dass einige Zeit nachdem Jesus auf der Erde war, die Nachfolger Jesu anfingen, sich mit dem Staat zu verbinden. Aus dem Römischen Reich wurde die Römische Kirche, von der Luther dann so viel gesagt hat. Und immer wieder gab es Versuche, auch gerade durch die Kirche angestiftet, ja die Kirche, die der Ton war, der die verschiedenen Eisenstücke in den Füßen zusammenhielt, dieses irgendwie Europa zusammenzubringen. Man hat zum Beispiel den Frankenkönig Karl den Großen gekrönt zum Kaiser zu Weihnachten 800, 24. Dezember, in der Hoffnung, dass Karl der Große jetzt wieder ein einheitliches Europa schafft. Aber es gelang ihm nicht. Man hat dann versucht, mit Heiratspolitik, mit dem Vermählen der verschiedenen Dynastien irgendwie eine Einheit zu erzeugen. Das ging so weit, dass irgendwann in Europa jeder mit jedem verwandt war auf der obersten Ebene. Da konntest du kaum noch jemanden heiraten, weil alles waren deine Cousinen und Cousins. Da brauchte man schon wirklich einen erfahrenen Genealogen, um herauszufinden, wer da noch nicht mit einem Verwandt war. Trotz dieser verwandtschaftlichen Beziehungen oder vielleicht auch deswegen, waren die trotzdem immer im Krieg miteinander. Es gab keine Einheit. Vielleicht kann das jemand nachvollziehen, der keine einfache Verwandtschaft hat. Der Punkt ist, es hat nicht funktioniert.
[1:12:31] Martin Luther lebte ja auch in dieser Zeit. Wir schauen hier mal, was er zusammenfassend über diese Stapel von Daniel 2 sagt. Das erste Königreich ist das Assyrische oder Babylonische Königreich. Zur Zeit von Luther hatte man noch nicht so viel von den Keilschrifttexten gewusst und noch nicht unterschieden zwischen Assyrien und Babylon, aber das nebenbei. Das zweite, das Medo-Persische, das dritte, das große Königreich von Alexander und den Griechen und das vierte, das Römische Reich. Und jetzt sagt Martin Luther, darin stimmt die ganze Welt überein und die Geschichte unterstützt es völlig bis ins Detail. Und dann sagt er, aber der Prophet hat am
[1:13:13] meisten über das Römische Reich zu sagen. Die Beine, die Füße und die Zehen. Das Römische Reich wird zerteilt sein. Spanien, Frankreich, England und andere sind aus ihm hervorgekommen. Einige von ihnen schwach, andere stark. Luther hat also präzise die Prophetie des Daniels ausgelegt und als er dann merkte, auf dem Reichstag in Worms und anderswo, dass die Franzosen nicht mit den Deutschen konnten und mit den Habsburgern und Spanien und England alle im Konflikt waren, wusste er, das ist deswegen, weil vor langer, langer Zeit ein Mann in Babylon sagte, sie werden nicht zusammenkommen. Er konnte die Tagespolitik verstehen und einordnen, weil er die Prophetie kannte. Er musste nicht mehr davor verzweifeln und sagen, wie wird das noch enden.
[1:14:04] Er wusste, ja, ja, ich weiß, Gott hat gesagt. Aber im Laufe der Jahrhunderte gab es ein paar Leute, die gesagt haben, so können wir das nicht lassen. Wir müssen Europa doch irgendwie vereinigen können. Das kann doch nicht sein, dass über Jahrhunderte hinweg der Kontinent immer zerspalten bleibt. Da kam er zum Beispiel. Was war sein Name? Napoleon Bonaparte, der dann um 1800 sagte, jetzt ist genug. Es wird ein Reich sein, ein Herrscher, eine Nation, eine Religion, eine Währung und er hatte beinahe Erfolg. Fast ganz Europa war unter seiner Macht. Portugal war schon fast eingenommen. Es fehlten im Wesentlichen nur noch zwei große Nationen, England und Russland. Die Engländer hat er mit einer Kontinentalsperre versucht zu blockieren und dann hat er an eine halbe Million Soldaten zusammengenommen und ist nach Russland einmarschiert. Die Russen haben gesagt, komm doch. Statt ihm zu begegnen, sind sie immer weiter zurück. Napoleon ist auf sie, jetzt stellt euch zur Schlacht. Die Russen haben gesagt, wir haben noch viel Land hinter uns. Russland ist weit, komm doch, komm doch, komm doch. Sie haben sich immer weiter zurückgezogen. Das hat Napoleon frustriert. Wir müssen uns mal zur Schlacht kommen. Die Russen sind immer weiter zurückgewichen und zurückgewichen. Irgendwann war er in Moskau, hatte sie immer noch nicht besiegt. Die Russen hatten ein paar Leute zurückgelassen, die Moskau, ihre eigene Stadt, angezündet haben. Jetzt konnte der Napoleon damit seinen ganzen Soldaten nicht überwintern. Jetzt musste er wieder zurück. Es war aber schon Winter. Jetzt kamen die Russen zurück und das war ein Desaster. Von den 500.000 Soldaten kamen 4.500 an in Frankreich. Eine der größten Katastrophen der Militärgeschichte. Daniel hatte gesagt, sie werden nicht zusammenkommen.
[1:16:14] Aber dann gab es einen, der war noch verrückter, noch wahnsinniger als Napoleon Bonaparte und der meinte, was die Franzosen nicht hinkriegen, das kriegen wir Deutschen mit Ordnung und Strategie und Siegeswillen. Das müssen wir doch hinkriegen, oder? Und Hitler hatte beinahe Erfolg. 1941 war faktisch ganz Europa unter seiner Kontrolle und seiner Alliierten. Es fehlten nur zwei Länder, England und Russland. Und die Engländer hat er dann mit einem Luftkrieg belegt und wollte sie wirtschaftlich ausnocken. Das sind ganze Städte wie Coventry bei Birmingham ausradiert worden und es gibt eine interessante Geschichte. Ich habe die Geschichte vor einigen Jahren bei einem ähnlichen Vortrag in Paderborn erzählt. Da war ein ehemaliges Mitglied der britischen Armee im Saal und als sich die Geschichte, die ich jetzt gleich erzählen werde, erzählte, der rief der mitten in den Vortrag: "That's true, I've heard that story too." Auf deutsch, die Geschichte ist wahr, ich habe sie auch gehört, die wird noch heute im britischen Militär in der Armee erzählt. Als Hitler 1940 mit seinen mit seinen Bombern London und Mittelengland bombardierte, da haben die Leute vor allem in London sich in der U-Bahn, in den U-Bahn-Schächten zurückgezogen. Wer in London mal war, da gibt es diese Tube, die sind unter der Erde, da hat man sozusagen einen Schutz vor den Bomben. Wenn jetzt also der Alarm ausgelöst war und die deutschen Bomber wieder über den Nordsee kamen und dann jetzt in London Alarm war, dann sind die ganzen Bewohner in die Londoner U-Bahn-Station und haben dort gekauert. Das war 1940, zu dem Zeitpunkt waren die USA noch nicht im Krieg, zu dem Zeitpunkt war die Sowjetunion noch, naja freundschaftlich kann man nicht sagen, aber neutral mit mit Deutschland. Es sah so aus, als ob Großbritannien ganz allein gegen Hitler steht und keine Chance hat und die Bomben fielen und fielen und fielen und fielen und die fragten sich in der U-Bahn-Station zitternd, was bringt die Zukunft und da stand in der Londoner U-Bahn 1940 ein Mann mit einer Pappmaché-Figur von Daniel 2, kein Scherz, wahre Geschichte, Gold, Silber, Bronze angemalt und während die deutschen Bomber London in Schutt und Asche legten, hat der zu den Leuten in der U-Bahn-Station gepredigt: "Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, denn vor 2600 Jahren hat Daniel gesagt, sie werden nicht zusammenkommen, sie werden nicht zusammenkommen können, es wird immer zerspalten bleiben, hier steht es." Das nenne ich Glaube, an der Prophetie festzuhalten, wenn scheinbar alles zusammenbricht.
[1:19:31] Aber wer hat recht? Daniel hatte recht. Hitler hat den gleichen Fehler gemacht wie Napoleon, ist mit seiner Armee nach Russland marschiert und wieder kam der Winter und man kennt die Geschichte wahrscheinlich, Stalingrad, am Ende war alles aus. Man hat dann später nach dem Krieg versucht durch Diplomatie, römische Verträge, die Europäische Union zu schaffen, jetzt auf dem friedlichen Wege das zu erreichen, was Blutvergießen über die Jahrhunderte nicht bewirkt hat, nämlich Europa zu einen und es sah ja fast so aus, als könnte es gelingen. Alle wollten in die Europäische Union und dann kam sogar die gemeinsame Währung, der Euro und jetzt der Daniel hat noch immer recht. Wir haben über Luther gesprochen, wie der in Worms stand und sagte: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" und haben gesagt, seine Worte sind immer noch aktuell, 500 Jahre später. Ich habe heute Abend noch erstaunliche Nachrichten, da stand ein junger Mann vor dem Großkönig Babylons und sagte: "Sie werden nicht zusammenkommen" und 2600 Jahre mit viel Weltgeschichte dazwischen, stimmt das immer noch und wird sich auch nie ändern.
[1:20:49] Die biblische Prophetie erklärt uns, warum wir das sehen, was wir in der Tagesschau hören und was wir in den Zeitungen lesen. Europa, das gespaltene Reich, das auch geprägt ist von dieser Verbindung von Kirche und Staat, die schon Luther so kritisch gesehen hat, über die man mehr noch sagen müsste, aber die Zeit würde dafür heute fehlen, ist das Letzte, was es gibt, denn danach kommt das Reich Gottes. In Daniel 2 hatte der König ja gesehen, wie ein Stein sich losriss, ohne Zutun von Menschenhänden und das Bild an seinen Füßen traf, die aus Eisen und Ton waren und sie zermalmte. Wer ist dieser Stein? Es ist kein weltlicher Herrscher, kein Militärstratege, keine politische Macht. Die Bibel sagt uns erst einmal, dass dieser Traum zuverlässig ist und seine Deutung feststeht, die Antwort ist: Der Fels ist Christus. Die Zukunft dieser Weltgeschichte, die wir in der Bibel präzise vorhergesagt haben, mit Weltreich nach Weltreich und mit viel mehr Details, als wir heute es zeigen könnten, denn Daniel hat mehr Prophezeiungen, da gibt es Daniel 7 und Daniel 8 und Daniel 11 mit so vielen Details, das füllt ganze Seminare, aber das ist nicht der Punkt heute. Der Punkt ist, die Bibel hat es präzise vorhergesagt, wir können in die Vergangenheit schauen und sicher sein.
[1:22:22] Was war noch mal Nebukadnezars Prinzip? Vertraue niemandem für die Zukunft, wenn er dir nicht etwas über die Vergangenheit sagen kann und Daniel 2 sagt sehr verlässliche Dinge über die Vergangenheit und weil all diese Dinge eingetroffen sind, habe ich festes Vertrauen, dass dieses letzte fehlende Stück, die Wiederkunft Jesu, genau so sicher eintreten wird, wie auf Babylon Medo-Persien folgt und auf Medo-Persien Griechenland und auf Griechenland Rom und auf Rom dieses gespaltene Reich und wie all so sicher, wie all diese Versuche Europas zu einem misslückt sind, genauso sicher wird Jesus Christus wiederkommen. Das ist nicht nur eine Fantasie, nicht nur ein Wunschtraum von ein paar ganz besonders Schwachen, nein, es ist genauso Weltgeschichte wie der Rest, nur Weltgeschichte in der Zukunft. Wir sind noch mittendrin. Luther schrieb darüber, dieses Reich wird bis zum Ende bleiben, er meinte, das zerspaltene Reich, niemand wird es zerstören, außer Jesus selbst. Wenn sein Königreich kommt, dass Jesus wiederkommt, hat er selbst gesagt: "Euer Herz erschrecke nicht, glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen, wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder."
[1:23:43] Die Prophezeiung, dass Jesus wiederkommt, basiert nicht auf irgendwelchen nebulösen Aussagen von Nostradamus, nicht auf komplizierten Rechenbeispielen, die man an irgendwelchen Zahlen herbeizieht. Die Vorhersage, dass Jesus wiederkommt, stammt aus seinem eigenen Mund und jeder, der wie Luther Jesus glaubt, jeder, der wie Luther Jesus liebt, wird wie Luther darauf warten, dass Jesus wiederkommt. Hier ist, was Luther schrieb: "Denn die Prophezeiungen Daniels sind geschrieben nicht nur, dass Menschen die zukünftigen Ereignisse und Trübsale kennen und ihre Neugier befriedigen, sondern damit die Gerechten ermutigt und froh gemacht werden und gestärkt werden im Glauben und in Hoffnung und Geduld, denn hier sehen und hören sie, dass sie von Sünden, Tod, dem Teufel und allem Bösen befreit werden und in den Himmel gebracht werden zu Christus, zu seinem gesegneten ewigen Königreich." Jemand, der sie, die Prophezeiungen, mit Gewinn lesen will, darf sich nicht allein nur auf die Geschichten und Ereignisse konzentrieren. Das ist spannend, das ist wichtig, das ist interessant, weil es uns zeigt, dass die Bibel verlässlich ist, aber es ist nicht der Hauptpunkt. Der Hauptpunkt ist dieser kommende Stein, der Hauptpunkt ist Christus und dann nicht weitergehen, sondern muss sein Herz trösten mit der verheißenen und gewissen Wiederkunft unseres Erlösers Jesus Christus, was die gesegnete und freudige Erlösung aus diesem Tal des Elends und der Erbärmlichkeit bedeutet.
[1:25:17] Lieber Freund, ist nicht diese Welt wirklich ein Tal des Elends und ein Tal der Erbärmlichkeit? Wartest du nicht auch auf den Tag, wo dieses Leid ein Ende hat, wo Jesus, der König der Könige, der Herr der Herren kommen wird, um alle, die ihn lieben, alle, die an ihn glauben, alle, die seine Verheißungen angenommen haben, die durch sein Blut auf Golgatha Erlösung erlebt haben, heimholen wird zu sich. Ich wünsche mir, Jesus zu sehen. Ich möchte mit Luther sagen: "So kommt noch diese Stunde." Morgen Abend werden wir an dieser Stelle weitermachen und uns dann mit dem Hauptteil von Daniel 2 beschäftigen, nämlich diesem letzten Abschnitt, dem Stein. Wir werden im Detail anschauen, was die Wiederkunft betrifft, wie wird es sein, wann wird es sein, was genau gibt es zu beachten und wie endet dann die ganze Geschichte. Wir werden uns dann morgen Abend wieder hier um 19:15 Uhr treffen.
[1:26:30] Heute möchte ich mit dieser Frage enden. Wenn du gesehen hast, dass wie Luther die Prophetie in unserer Zeit spricht, dass sie verlässlich ist, dass es nicht einfach nur so an den Haaren herbeigezogen ist, sondern dass das biblische, prophetische Wort sich mit der Geschichte deckt, dass es gute, belastbare Gründe gibt, Gottes Wort zu vertrauen. Ist es auch dein Wunsch, möchtest du heute diese Entscheidung fällen, dich mehr persönlich mit den prophetischen Aussagen der Bibel zu beschäftigen, sie zu lesen und auch diesen Trost zu bekommen, von dem Martin Luther gesprochen hat. Wer von uns würde sagen, das ist mein Wunsch, das nehme ich mir vor, das möchte ich gerne erleben. Dann lass uns doch gemeinsam aufstehen zu einem Abschlussgebet.
[1:27:24] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir in der Bibel sehen können, dass unser Glaube nicht einfach nur auf Vermutungen basiert und klug ersponnenen Fantasien. Nein, in der Bibel hast du gezeigt, dass du die Geschichte kennst. Was dort vorhergesagt wurde, hat sich erfüllt und zwar sehr präzise und für uns nachvollziehbar. Und so können wir wissen, dass du uns nicht anlügst, sondern du kannst und dein Wort können getestet werden. Wir können unseren Glauben auf sicheren Grund stellen. Wir können wissen, dass du meinst, was du sagst und dass das eintrifft, was du uns versprichst. Aber am allerwichtigsten ist, dass wir wissen, dass wenn du Herr der Weltgeschichte bist und alles kennst, dann kennst du auch unsere persönliche Geschichte. Dann kennst du unsere Vergangenheit und Zukunft und dann möchtest du auch zu uns sprechen, wie du zu dem König Nebukadnezar gesprochen hast, der dich nicht kannte, aber der diese innere Frage gehabt hat: "Wie geht es weiter in meinem persönlichen Leben?" Heute gibt es viele hier, die sich diese Frage stellen: "Wie geht es weiter in meinem Leben?" Bitte sprich du zu unserem Herzen, so wie du es bei Nebukadnezar getan hast, dass wir ein Vertrauen auf dich bekommen, dass wir wissen, dass du es gut mit uns meinst und dass du eine wunderbare Zukunft für uns vorbereitet hast. Danke, dass du uns durch den Propheten Daniel tröstest, so wie das Luther schon geschrieben hat und wir danken dir, dass wir morgen sehen können, was für eine herrliche Zukunft uns erwartet. Eine Zukunft, die den Luther so sehr begeistert hat, dass er ausrief, er würde es am liebsten gleich sofort erleben. Wir möchten dich bitten, dass du uns auch dann segnest und uns in alle Wahrheit führst, durch deinen Heiligen Geist. Im Namen Jesu, Amen.