In dieser Predigt von Christopher Kramp geht es um die erzieherische Kraft der Gnade Gottes, basierend auf Titus 2, Verse 11-14. Die Predigt betont, dass die Gnade Jesu uns nicht nur Vergebung schenkt, sondern uns auch aktiv formt und lehrt, ein besonnenes, gerechtes und gottesfürchtiges Leben zu führen. Es wird erklärt, wie diese Erziehung uns auf die Wiederkunft Jesu vorbereitet und uns hilft, in dieser Welt zu leben, ohne von ihr beeinflusst zu werden.
Predigt 05.01.2013 • Die Gnade, die erzieht.
Christopher Kramp · PredigtenWeitere Aufnahmen
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Transkript
[0:00] Einen gesegneten Sabbat. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich in Cannstatt predigen darf, denn dann muss ich das nicht erst üben. In jeder anderen Gemeinde, zu der ich komme, da bringe ich die Cannstatt-Atmosphäre bei. Ich sage "Gesegneten Sabbat" und alle gucken mich mit großen Augen an, und ein, zwei gibt es immer, die sagen "Gesegneten Sabbat". Und dann übe ich das mit denen und dann sind sie ganz begeistert. Bin so froh, dass ich das mit euch nicht üben muss.
[0:26] Eine Frage habe ich zu Beginn: Wenn ihr einen einzigen Vers auswählen dürftet, um damit eine Predigt zu überschreiben über die Wiederkunft Jesu, welcher Vers wäre das? Ihr sollt eine Predigt halten über die Wiederkunft Jesu, oder eine Predigt schreiben, einen Vortrag schreiben, ein Buch schreiben, was auch immer, und ihr dürft einen Vers als das Motto vorneweg stellen. Welchen Vers würdet ihr auswählen über die Wiederkunft Jesu?
[0:50] "Ich komme bald." Ja, "Ich komme bald" auf die Offenbarung. Offenbarung 22. Ja. "Er wird abwischen alle Tränen." Offenbarung 21. Okay. Offenbarung 14, Vers 7. Das gefällt mir gut. Johannes 14, 1-3. Das sind aber drei Verse. Aber du? Ja, vielleicht Vers 1? Okay.
[1:20] Als William Miller 1836 ein Buch herausgegeben hat, indem er die Gründe dafür angab, warum er glaubt, dass Jesus bald wiederkommen wird, war das erste Kapitel, über das er schrieb, ein Kapitel über die Wiederkunft. Und in diesem Kapitel hat er einen Bibelfers vorneweg gestellt, über den wir später noch sprechen werden. Wenn ihr also wissen wollt, über welchen Bibelfers er gesprochen hat, dann passt gut in der Predigt auf.
[1:56] Wir haben heute den ersten Sabbat im neuen Jahr. Ist das nicht wunderbar? Freut ihr euch schon auf das Jahr 2013? Das Jahr 2012 war sehr ereignisreich, oder? Ich denke, wir haben vieles, vieles erlebt mit Gott, und es würde viel Zeit nehmen, das alles im Einzelnen nochmal durchzugehen. Aber vor uns liegt dieses neue Jahr, und es ist eine gute Gepflogenheit unserer Gemeinde, jedes Jahr eine Jahreslosung herauszugeben. Wer von euch kann sich noch entsinnen, was die Jahreslosung 2012 gewesen ist? Das ist 2013.
[2:27] Ich bin begeistert. 2. Petrus 3, Vers 18. Vers 19 gibt es, glaube ich, nicht mehr. Aber 2. Petrus 3, Vers 18 ist absolut richtig. Dort ging es um das Wachsen in der Gnade. Könnt ihr euch erinnern? Und so gibt es auch für dieses Jahr ein Losungswort, und wir haben es gerade schon gehört. Es findet sich in Titus 2. Bevor wir das aufschlagen, aber lasst uns das einmal lesen. In Titus 2, Vers 11. Total ist es in der Schlachter-Übersetzung Titus 2, Vers 11: "Denn die..."
[3:17] "...die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen." Und jetzt zu diesem Zeitpunkt fehlen dann so viele Orte in der Welt, zumindest in Deutschland, die über diesen Vers sprechen. Wir wollen heute auch über diesen Vers sprechen. Über die Gnade, die erschienen ist, heilbringend für alle Menschen. Bevor wir das tun, bevor wir unsere Bibeln aufschlagen und wirklich analysieren und studieren wollen, was das bedeutet, lade ich euch ein, noch einmal ganz kurz mit mir niederzuknien für ein Anfangsgebet.
[3:48] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir diesen Sabbat haben. Wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir jetzt ein Wort studieren können. Und wir möchten dich bitten, dass wenn wir jetzt diesen Abschnitt in Titus 2 studieren, dass du uns Weisheit schenkst, dass wir verstehen, was wir lesen, und dass diese Gnade, die erschienen ist, auch uns heilbringt. Ich möchte dich bitten, dass du alle Störende fernhältst und dass wir wirklich erkennen, was du uns in diesem Abschnitt zu sagen hast. Bitte gib, dass wir aufmerksam sind auf das, was du sagen möchtest, und dass wir mit veränderten Herzen aus dieser Predigt herausgehen. Das bitten wir im kostbaren und teuren Namen Jesu. Amen.
[4:45] Jetzt, wenn wir Titus 2, Vers 11 anschauen, was meint ihr wohl? Was ist das Schlüsselwort in diesem Vers? Was ist wohl das Hauptwort in diesem Vers: "Denn die Gnade Gottes ist erschienen, Heil bringt für alle Menschen"? Gnade, oder? Wenn wir uns ein bisschen Gedanken machen über Gnade, dann stellen wir fest, dass Gnade das Hauptthema des Alten Testamentes ist. Habt ihr das gewusst? Gnade ist das Hauptthema des Alten Testamentes.
[5:22] So sagt es uns 1. Petrus 1. Lasst uns da kurz hingehen. 1. Petrus 1 und dort Vers 10. 1. Petrus 1, Vers 10. Und auch heute, wenn wir einfach ein einfaches Bibelstudium haben. 1. Petrus 1, Vers 10. Die Bibel sagt: "Wegen dieser Errettung haben die Propheten gesucht und nachgeforscht, die von der euch zuteil gewordenen, was? Gnade geweissagt haben." Das heißt, im ganzen Alten Testament, egal ob Jesaja, Hesekiel, Amos, Henoch, wie sie alle hießen, alle Propheten, sie haben geweissagt von der Gnade als etwas, was noch zukünftig sich ereignen würde. Sie haben von Gnade prophezeit und geweissagt. Aber Titus sagt, das ist in Titus 2, dass die Gnade erschienen ist. Die Prophezeiung hat sich erfüllt.
[6:18] Schlagt mit mir auf Johannes 1, Vers 17. Johannes 1, Vers 17 ist ein Vers, den ich lange nicht verstanden habe. Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht. In Johannes 1, Vers 17 steht: "Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben. Die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden." Ich habe den Vers nicht verstanden. Ich habe gedacht, irgendwie ist das Gesetz und Jesus werden hier getrennt. Könnt ihr das sehen? Das Gesetz ist durch Mose gegeben, Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus gekommen. Aber wenn ihr den Vers genau anschaut, auch im Kontext, dann wird ganz deutlich, dass hier in Johannes 1, Vers 17 gar nicht die zehn Gebote gemeint sind.
[7:02] Könnt ihr das sehen? Warum sind die zehn Gebote nicht gemeint in Johannes 1, Vers 17? Weil sie nicht durch Mose gegeben wurden, sondern durch wen? Durch Gott selbst. Wenn es hier also von dem Gesetz redet, in Johannes 1, Vers 17, von welchem Gesetz ist wohl die Rede? Von dem Gesetz des Mose. Von den Schriften des Mose. Erste Mose, zweite Mose, dritte Mose, vierte Mose, fünfte Mose. Und das Gesetz Mose ist in der damaligen Zeit zu einem Begriff geworden für das Alte Testament, letztendlich für all die Schriften des Alten Testamentes. Und die Idee ist folgende: Im Alten Testament gab es Propheten wie Mose. Sie haben uns das Gesetz, die Schriften gegeben, aber erst durch Jesus Christus ist der Inhalt, ist die Substanz der Schrift gekommen. Macht das Sinn? Mit anderen Worten, ohne Jesus Christus wären die ersten fünf Bücher Mose sinnlos, nutzlos. Sie sind nur die Beschreibung der Realität.
[8:00] So wie eine Anleitung oder eine Gebrauchsanweisung ohne Waschmaschine sinnlos ist, oder? Schon mal eine Waschmaschine gesehen? Eine Waschmaschine ist nützlich, oder? Eine Beschreibung zur Waschmaschine ist auch nützlich. Das Alte Testament ist wie eine Beschreibung und Jesus ist wie die Waschmaschine im wahrsten Sinne des Wortes. Ohne die Waschmaschine nützt mir die Beschreibung nichts. Und so sagt die Bibel: "Das Gesetz ist durch Mose gekommen, aber Gnade und Wahrheit sind durch Jesus Christus gekommen."
[8:41] Gnade ist offensichtlich die Eigenschaft Gottes. Nur drei Verse vorher, in Vers 14, heißt es in Johannes 1, Vers 14: "Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller was? Voller Gnade und Wahrheit." Gnade ist die Eigenschaft Gottes, die sich in Jesus Christus gezeigt hat. Als Jesus gekommen ist, hat er die Gnade gezeigt.
[9:04] Jetzt, wer von euch möchte gerne Gnade erleben? Schlagt mal mit mir auf Sacharja 12. Sacharja 12, einer dieser alttestamentlichen Propheten, die von der Gnade geweissagt haben. In Sacharja 12, Vers 10. Dort lesen wir: "Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade ausgießen." Jetzt, wäre das nicht schön, wenn Gott über uns den Geist der Gnade ausgießt? Möchtest du, dass Gott den Geist der Gnade über dich ausgießt? Ja oder nein?
[9:53] Jetzt schaut mal, was passiert. Es heißt: "Ich will den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und sie werden auf wen sehen? Auf mich sehen, den sie durchstochen haben. Ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen Sohn, und sie werden bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich Leid trägt über den Erstgeborenen." Wenn Gott den Geist der Gnade ausgießt, ist es ein fröhliches oder ein trauriges Ereignis? Schaut den Text an. Habe ich ihn falsch vorgelesen? Ein trauriges Ereignis. Warum? Wenn der Geist der Gnade über uns kommt, sehen wir jemanden durchstochen.
[10:32] Wenn der Geist der Gnade ausgegossen wird, dann heißt es hier, werden sie auf mich sehen und werden klagen. Über wen redet es hier? Wenn Gott den Geist der Gnade ausgießt, dann ist es ein Moment in unserem Leben, wo wir traurig werden. Und wenn die Gnade Gottes erschienen ist, heilbringend allen Menschen, dann bringt sie uns an den Punkt, wo wir traurig werden sollen, wehklagen sollen. Warum? Weil Jesus gestorben ist.
[11:25] Schlagt mit mir auf Hebräer 2. Hebräer 2, Vers 9. Da wird uns gesagt, wen wir dort sehen, wenn der Geist der Gnade ausgegossen wird. Ich glaube, Gott möchte in deinem Leben und in meinem Leben den Geist der Gnade ausgießen, oder nicht? Wen sehen wir dort? In Hebräer 2, Vers 9 heißt es: "Wir sehen aber Jesus, der ein wenig niedriger gewesen ist als die Engel wegen des Todesleidens, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, er sollte ja durch Gottes was? Gnade den, für alle, den Tod schmecken."
[12:10] Wenn wir die Gnade verstehen, die erschienen ist, heilbringend für alle Menschen, dann sehen wir Jesus, wie er am Kreuz hängt. Wie oft denkst du nach, dass Jesus für dich am Kreuz gestorben ist? Heute, am ersten Sabbat des Jahres, wäre es eine gute Gelegenheit, neu darüber nachzudenken, dass Jesus für mich und für dich gestorben ist. Und wenn wir darüber nachdenken, ist die natürliche Reaktion des Menschen Trauer und natürlich Dankbarkeit. Denn die Bibel sagt uns, dass Jesus nicht nur gestorben ist, sondern dass durch seinen Tod wir Vergebung bekommen.
[12:52] Und das kennen wir ganz gut. Es heißt in Epheser 1, Vers 7: "In ihm, wer ist ihm? Jesus. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Übertretung nach dem Reichtum seiner Gnade." Die Bibel sagt, dass Jesus viel Gnade hat. Könnt ihr das sehen? Habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht, ob die Gnade Jesu für euch ausreicht? Schon mal einen Gedanken darüber gemacht? Bist du schon mal an einem Punkt gewesen, wo du gedacht hast: Ich habe zu oft von der Gnade gehört? So oft, dass angesichts der vielen Fehler, die ich gemacht habe und die ich immer noch mache, ich irgendwann zu dem Punkt komme, dass ich glaube, die Gnade ist aufgebraucht. Ich bin schon an dem Punkt gewesen, dass ich gedacht habe, jetzt ist es einfach zu spät. Du nicht? Es ist einfach zu spät. Du hast zu viel gesündigt. Aber die Bibel sagt, Gott ist reich an Gnade.
[14:05] Die Bibel sagt: "Von Gnade zu Gnade." Schaut mal mit mir einen schönen Vers an, Römer 5, Vers 20, den ich ungemein schön finde. In Römer 5, Vers 20 heißt es: "Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmt geworden." Hier steht ein interessanter Gedanke. Hier steht: "Wo das Maß der Sünde voll geworden ist, ist das Maß der Gnade was? Überströmt." Wodurch wird das Maß der Sünde voll? Nach dem Vers. Schaut denn nicht auf mich, schaut in den Text. Durch das Zunehmen der Übertretung. Wodurch nimmt die Übertretung zu? Schaut in den Text. Durch das Gesetz. Durch die Kenntnis des Gesetzes. Warum? Je mehr ich mich mit Gottes Wort beschäftige, desto mehr erkenne ich, dass ich ein Sünder bin, oder?
[15:10] Gibt es jemanden, der das Gegenteil bezeugen kann? Je mehr ich das Wort Gottes lese, je mehr ich mich mit dem Gesetz Gottes beschäftige, desto mehr Sünden erkenne ich, oder? Aber die Bibel sagt, je mehr Sünden ich erkenne, umso größer wird die Gnade. Wenn die Sünden immer mehr werden, umso mehr ist da Gnade. Je mehr ich meinen eigenen verzweifelten Zustand erkenne, desto mehr verstehe ich über die Gnade Gottes. Denn Gnade ist die Vergebung der Sünden.
[15:41] Das heißt, jemand, der sich für ganz toll hält, hat nur ein sehr begrenztes Verständnis von Gnade. Je mehr wir unsere eigene Sündhaftigkeit, je mehr wir unsere eigene Bedürftigkeit erkennen, desto größer wird unser Verständnis von der Gnade.
[15:54] Die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für wie viele Menschen? Für alle Menschen. Möchte Gott, dass alle Menschen diese Gnade annehmen? Die Bibel sagt uns, dass Gott möchte, dass niemand verloren geht. Aber es gibt etwas, was die Bibel sagt, das uns zum Nachdenken bringen sollte. Werden alle Menschen gerettet werden? Schaut mit mir in Hebräer 12, Vers 15.
[16:31] Wenn doch die Gnade heilbringend ist für alle Menschen und Jesus für alle Menschen gestorben ist, warum bekommen dann nicht alle Menschen Heil? Ist nicht eine sinnvolle Frage zu stellen? Jesus ist für alle Menschen gestorben, er hat die Gnade gebracht und die Gnade bringt Heil für alle Menschen. Warum erreichen dann nicht alle Menschen das Heil? Schauen wir in Hebräer 12, Vers 15.
[17:08] Dort heißt es: "Und achtet darauf, dass nicht jemand die Gnade Gottes, was steht dort, versäumt." Ist es möglich, die Gnade Gottes zu versäumen? Offensichtlich. Hat jemand von euch schon mal einen Termin verpasst? Ich habe gestern einen Zug verpasst. Ich war gestern auf dem Weg nach Frankfurt, um mein China-Visum anzumelden. Ich habe die S-Bahn verpasst. Das ist nicht so lustig, oder?
[17:46] Zum Glück hat noch alles gut funktioniert. Ich bin noch rechtzeitig nach Frankfurt gekommen. Aber wenn man die S-Bahn einfahren sieht und man ist noch an dem Schalter und drückt die Knöpfe, um noch diese Fahrkarte zu bekommen, und sieht die S-Bahn einfahren und wieder ausfahren, da kann man verzweifeln, oder? Die Karte steckt gerade drinnen, man kriegt sich nicht schnell genug wieder raus.
[18:09] Ist es möglich, dass man die Gnade Gottes einfahren sieht und wieder ausfahren sieht, weil man es versäumt hat, die Gnade in Anspruch zu nehmen? Schaut, was der Grund ist. Es heißt: "Und achtet darauf, dass sich nicht jemand die Gnade Gottes versäumt, dass nicht etwa eine was? Eine bittere Wurzel aufwächst und Unheil anrichtet und viele durch diese befleckt werden."
[18:33] Bitterkeit führt dazu, dass wir die Gnade zwar sehen, aber versäumen. Ich weiß nicht, wer von euch mit Bitterkeit zu kämpfen hat, auch die ihr live zuschaut. Wir können bitter sein über unsere Situation. Bitter sein, dass meine Familie mich nicht versteht. Wir können bitter sein über den Bruder, die Schwester, vielleicht sogar den Prediger der Gemeinde. Warum macht er nicht das so, wie ich denke? Bitterkeit.
[19:01] Und vielleicht ist unsere Bitterkeit, hat sie gute Gründe. Aber Bitterkeit führt dazu, dass wir die Gnade Gottes versäumen. Und dann haben wir sie gesehen in all ihrer Gnade und Herrlichkeit, und sie ist an uns vorbeigefahren. Lieber Bruder, liebe Schwester, lieber Freund, lasst uns nicht bitter werden. Denn wenn wir bitter werden, versäumen wir die Gnade, die erschienen ist für alle Menschen.
[19:15] Aber nicht nur kann man Gnade versäumen, es gibt noch ein Problem mit der Gnade. Schaut mit mir in 2. Korinther 6, Vers 1. 2. Korinther 6, Vers 1. Hier, wer hat 2. Korinther geschrieben? Paulus, ganz genau. Paulus sagt in 2. Korinther 6, Vers 1:
[20:15] Herr, Moment mal. Was ist es dann an der Gnade, dass sie mir Heil bringt? Wie kann ich sicher gehen, dass ich die Gnade nicht versäumt habe und dass ich die Gnade nicht vergeblich empfangen habe?
[20:33] Was ist Gnade nochmal? Gnade ist die Vergebung der Sünden. Wenn der Geist der Gnade ausgegossen wird, dann sehe ich Jesus am Kreuz hängen. Ich weiß, ich bin Sünder und Jesus vergibt mir. Und das kann ich erkennen und es versäumen. Und ich kann es sogar erkennen und annehmen und es bringt mir nichts. Könnt ihr das sehen?
[20:52] Die Frage ist, was ist diese Gnade von Titus 2, Vers 11, die Heil bringt allen Menschen? Was würdet ihr sagen?
[21:05] Titus 2, Vers 11 spricht von einer Gnade, die erschienen ist, Heil bringt allen Menschen, und doch werden so viele Menschen verloren gehen, weil es etwas an der Gnade gibt, das so viele Menschen nicht verstehen. Es gibt etwas an der Gnade, das die meisten, obwohl sie das Wort Gnade in den Mund nehmen, nicht einmal ansatzweise begreifen. Heute werden viele Predigten gepredigt werden über Gnade. So oft hast du wahrscheinlich das Wort Gnade gehört, oder? Predigten gehört über die Gnade.
[21:35] Aber es reicht nicht zu wissen, dass die Gnade Gnade ist, genauso wenig wie es für mich gestern gereicht hat, zu wissen, dass das die richtige S-Bahn ist. Ich wusste, das ist die richtige S-Bahn. Aber ich habe sie versäumt.
[21:53] Was ist das Entscheidende an der Gnade? Dass sie nicht vergeblich ist. Deswegen ist es entscheidend, ihr Lieben, dass wir als Losungswort nicht nur Titus 2, Vers 11 haben, sondern auch Titus 2, Vers 12.
[22:09] Schlagen wir auf Titus 2, Vers 11 und 12. Die Bibel sagt: "Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen." Und was ist der nächste Gedanke? "Sie nimmt uns in was? In Zucht." Wer nimmt uns in Zucht? Wer? Die Gnade Gottes nimmt uns in Zucht? Ist das, was die Bibel sagt?
[22:55] Dass uns die Gnade Gottes züchtigt? Jetzt die meisten Menschen denken, da gibt es die Gnade Gottes, nicht wahr? Und wenn man von der Gnade zum nächsten Level kommt, dann kommt die Gerechtigkeit oder das Gesetz oder die Zucht Gottes, oder? Aber wer züchtigt uns nach der Bibel? Wer züchtigt uns nach der Bibel? Die Gnade. Die Gnade nimmt uns in Zucht.
[22:58] Und nur, ihr Lieben, wenn die Gnade Gottes, die erschienen ist, heilbringend für alle Menschen, dich in Zucht nimmt, dann wirst du sie nicht versäumen. Und dann wird es nicht vergeblich sein.
[23:12] Jetzt die Frage ist, was bedeutet es, in Zucht zu nehmen? Wenn ihr an Zucht denkt, woran denkt ihr? Also ich sage, woran ich denke. Erstmal denke ich an ein Zuchthaus. In Zucht, nicht wahr? Jemanden züchtigen. Aber jemand hat es schon gesagt, das Wort Zucht dort im Griechischen hat eigentlich eine andere Bedeutung. Wir können das sehen, wenn wir einen Text aufschlagen, wo das gleiche Wort verwendet wird.
[23:39] In Apostelgeschichte 22. In Apostelgeschichte 22, Vers 3, da spricht Paulus über seine Erfahrung und er sagt: "Ich bin ein jüdischer Mann, geboren in Tarsus in Zilizien, aber..." was ist das nächste Wort? "...erzogen in dieser Stadt, zu den Füßen Gamaliëls, unterwiesen in der gewissenhaften Einhaltung des Gesetzes und so weiter." Hier steht das gleiche Wort. Das Wort für Zucht meint eigentlich Erziehung.
[24:10] Meint was? Meint was? Ich höre nicht richtig, es meint was? Erziehung, ihr Lieben. Wir werden das Jahr 2013 einen Schwerpunkt haben auf Erziehung und Familie. Die Bibel sagt, dass die Gnade uns erzieht. Anzusetzen ist mit Training oder Disziplin. Wenn du über die Gnade nachdenkst, über die Gnade Gottes, hast du den Eindruck, dass du ein Trainingsprogramm absolvierst, ja oder nein? Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit, das so zu lernen.
[24:49] Die Gnade Gottes ist ein Trainingsprogramm, die Gnade Gottes ist ein Schulprogramm, die Gnade Gottes ist eine Erziehung. Wer von euch war an der Schule? Kennt ihr Leute, die es versäumt haben, zur Schule zu kommen? Ich kenne Leute, die es versäumt haben, zur Schule zu kommen, zumindest versäumt haben, ab und zu zu den Stunden zu kommen, ich kenne mich nämlich selbst. Ich habe es versäumt, rechtzeitig da zu sein. Es ist möglich, die Schule zu versäumen.
[25:16] Aber es ist auch möglich, in der Schule zu sitzen, von der ersten bis zur letzten Stunde, und dort vergeblich zu sitzen. Ist auch möglich, oder? Man kann angemeldet sein in der Schule, wissen, wo die Schule ist, man kann es versäumen, aber man kann auch in der Schule sitzen und trotzdem vergeblich zur Schule gegangen zu sein. Es kommt darauf an, was ich aus dieser Schule mitnehme, richtig?
[25:37] Und so ist es mit der Gnade. Die Gnade ist eine Schule. Du kannst es versäumen, dort teilzunehmen, und du kannst drin sitzen im Unterricht und wissen, ja, da geht es um die Gnade, ja, kenne ich schon, habe ich schon gehört, klar, logisch. Da rein und da raus.
[25:56] Aber im Gegensatz zur weltlichen Schule ist das, was wir in dieser Schule lernen, lebensnotwendig, überlebensnotwendig, ewiges Lebensnotwendig. Du kannst es dir nicht leisten, ein Schulschwänzer der Gnade zu sein. Du kannst es dir nicht leisten, drin zu sitzen und nicht aufzupassen, denn die Gnade Gottes nimmt uns in Zucht, sie erzieht uns.
[26:26] Wir haben letztes Jahr darüber nachgedacht, dass wir in der Gnade wachsen wollen, nicht wahr? Gibt es in der Schule auch ein Wachstum? Erste Klasse, zweite Klasse, dritte Klasse, vierte Klasse und so weiter. In welcher Klasse bist du? Nicht sagen. In welcher Klasse bist du?
[26:44] Jetzt, es ist vollkommen egal, ob du in der ersten oder in der achten bist, nicht wahr, oder in der dreizehnten. Die Frage ist, ist deine Altersklasse, ist deine Schulklasse in Übereinstimmung mit deinem Alter? Lass mich erklären. Wenn jemand sieben Jahre alt ist und in der ersten Klasse ist, ist das schlimm? Ist normal. Wenn jemand vierzehn ist und immer noch in der ersten Klasse, was würden wir sagen? Der hat was verpasst, oder?
[27:15] Wenn ich gerade frisch zum Glauben gekommen bin und ich bin gerade seit einem Jahr oder ein halbes Jahr im Glauben und ich bin gerade in der ersten Klasse bezüglich der Gnade, ist das in Ordnung? Wunderbar. Wenn ich aber seit zwanzig Jahren hier auf diesem Stuhl sitze, ich bin immer noch in der ersten oder zweiten oder dritten Klasse, was sagt Gott? Versteht ihr?
[27:34] Gnade. Das, was wir so gern reden und davon hören und so lieben, dieses Wort, ist eine Schule. Es ist eine Erziehung. Wir wollen ab dem ersten Sabbat in diesem Jahr verstehen, was es nach der Bibel heißt, erzogen zu werden durch die Gnade Gottes. Denn wenn wir uns über Erziehung Gedanken machen, über Kindererziehung und Familie und Ehe, dann ist zuerst einmal wichtig, dass wir verstehen, dass wir selbst erzogen werden, oder? Durch die Gnade.
[28:01] Jetzt, die Bibel sagt uns auch ganz genau, worin diese Erziehung besteht. Schaut mit mir in Titus 2, Vers... Bevor wir das anschauen, Entschuldigung, könnt ihr mir sagen, warum müssen wir eigentlich erzogen werden? Weil wir Kinder sind. Ja, das stimmt. Die Bibel sagt, wir sind Kinder. Schaut mal mit mir in 1. Korinther 11. 1. Korinther 11, Vers 32. Das ist ein toller Vers.
[28:39] 1. Korinther 11, Vers 32, da heißt es: "Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn was? Gezüchtigt." Was heißt gezüchtigt? Erzogen. Wodurch werden wir erzogen? Durch die Gnade, aber nach diesem Vers, durch das Gericht. Könnt ihr sehen, dass Gnade und Gericht das Gleiche sind? Wir werden durch die Gnade erzogen, wir werden durch das Gericht erzogen. Indem wir gerichtet werden, werden wir erzogen. Warum? Was steht im nächsten Absatz?
[29:07] "Damit wir nicht samt der Welt verurteilt werden." Warum müssen wir erzogen werden? Damit wir nicht verurteilt werden. Leben wir in einem Gericht? Leben wir zur Zeit des Gerichtes? Definitiv. Wir leben zur Zeit des letzten Gerichtes, und weil wir zur Zeit des Gerichtes leben, müssen wir erzogen werden durch die Gnade, damit wir nicht verurteilt werden.
[29:29] Ist es immer schön, erzogen zu werden? Aber es ist hilfreich. Es ist notwendig. Damit wir nicht verurteilt werden, denn niemand von uns möchte verurteilt werden, oder? Also muss die Gnade Gottes auch in deinem Leben erscheinen, damit sie dich erzieht.
[29:47] Jetzt schauen wir weiter. Schaut mit mir in Hebräer 12. Das ist ein wunderbarer Vers. Hebräer 12, Vers 20. Verzeihung, Vers 10. Hebräer 12, Vers 10. Da heißt es hier, im Vergleich zu den Eltern, die uns erzogen haben. Seid ihr erzogen worden von euren Eltern? Hoffentlich nicht, weil es ja verschiedene Erziehungsmethoden gibt. Wir werden noch in diesem Jahr einiges darüber hören. Aber hier heißt es in Hebräer 12, Vers 10:
[30:25] "Denn jene haben uns für wenige Tage gezüchtigt, erzogen, so wie es ihnen richtig erschien." Ist euch das auch mal so vorgekommen, dass die Eltern euch so erzogen haben, wie es ihnen richtig erschien? Aber sie haben ihr Bestes getan, oder? Gott sei Dank dafür. Aber hier heißt es: "Eher aber zu unserem was? Zu unserem Nutzen oder zu unserem Besten?" Und jetzt schaut den nächsten Teil davon an.
[30:52] "Damit wir was? Damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden." Was heißt teilhaftig werden? Wir haben Anteil daran. An welcher Heiligkeit? Gottes Heiligkeit. Wodurch? Durch die Erziehung. Wer erzieht uns? Die Gnade Gottes. Wenn wir uns von der Gnade Gottes erziehen lassen, dann werden wir teilhaftig der Heiligkeit Gottes.
[31:24] Ist nicht erstaunlich? Wir können Teilhaber der Heiligkeit Gottes werden, wenn wir nicht nur über die Gnade reden und wissen, das ist die Gnade, ich weiß ganz genau, wo sie langfährt. Nein, wenn wir die Gnade Gottes es erlauben, dass sie mich erziehen darf. Dass sie mich verändern darf.
[31:41] Jetzt, wir haben schon gefragt, was in alles in der Welt gehört zum Unterrichtsprogramm der Gnade? Was sind die Schulfächer in der Gnade? Welchen Text müssen wir wohl anschauen, um die Schulfächer der Gnade zu erkennen? Zehn Gebote, ja. Titus 2.
[32:11] Titus ist ein unfassbarer Abschnitt. In Titus 2, Vers 12 heißt es ja schon: "Sie nimmt uns in Zucht." Warum? Wozu? Was ist das Ziel? Titus 2, Vers 11 und Vers 12, was das Ausbildungsprogramm der Gnade ist. Gnade möchte dich ausbilden. Gnade möchte dich trainieren, disziplinieren.
[32:32] Es heißt hier: "Sie nimmt uns in Zucht." Und dann sagt es, dass wir zwei Dinge nicht tun sollen und drei Dinge tun sollen. Könnt ihr das sehen? Wie viele Dinge sollen wir nicht tun? Zwei. Und wie viele Dinge sollen wir tun? Drei. Okay, schauen wir uns erst die Dinge an, die wir nicht tun sollen.
[32:48] "Damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden, was steht dort? Verleugnen." Was bedeutet verleugnen? Nicht tun. Nicht tun? Was bedeutet noch verleugnen? Gibt es eine Geschichte in der Bibel, wo jemand verleugnet hat? Petrus. Wie hat er verleugnet? Was hat er gesagt? "Kenn ich nicht."
[33:12] Was heißt es, Gottlosigkeit zu verleugnen? Kenn ich nicht. Habe nichts damit zu tun. Habe ich keine Gemeinschaft mit gehabt. So wie Petrus fälschlicherweise gesagt hat: "Ich kenne den Jesus nicht, den habe ich noch nie getroffen, mit dem will ich nichts zu tun haben." So sollen wir die Gottlosigkeit verleugnen und sagen: "Das kenne ich nicht." Das ist das Ziel.
[33:35] Schaut mal mit mir in Hebräer 11, Vers 24. Hebräer 11, Vers 24. Die Bibel sagt: "Durch Glauben, das gleiche Wort, das im Griechischen einmal verleugnen heißt, heißt hier weigern." "Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter des Pharao zu heißen." Sich weigern. Er hatte die Möglichkeit, es zu tun, aber er verleugnete seine Ausbildung. Er verleugnete seine Herkunft. Er sagte: "Nein, ich will damit nichts zu tun haben."
[34:25] Und genau so, in diesem Sinne, sollen wir uns weigern, etwas mit Gottlosigkeit und mit weltlichen Begierden zu tun zu haben. Warum? Wozu führt Gottlosigkeit? Zum Tod. Die Bibel sagt in Römer 1, Vers 18. Warum wir nicht aufschlagen, könnt ihr mir glauben, oder auch später in Römer 1, Vers 18, dass Gottlosigkeit den Zorn Gottes hervorbringt. Warum also möchte die Bibel, dass wir uns von der Gottlosigkeit fernhalten? Damit wir den Zorn Gottes nicht erleben.
[35:01] Glaubt ihr, wir haben ein Problem mit Gottlosigkeit? Mit Gottlosigkeit. Was heißt Gottlosigkeit? Ohne Gott, nicht wahr? Haben wir in der Gemeinde ein Problem mit Gottlosigkeit? In der Gemeinde.
[35:27] Schaut mit mir in 2. Timotheus 2, Vers 16. 2. Timotheus 2, Vers 16. Das ist sehr ernst, was hier steht. 2. Timotheus 2, Vers 16. Die Bibel sagt:
[35:55] "Was die unheiligen, nichtigen Schwätzereien aber meide." Stopp mal kurz da. Ist dir schon vorgekommen, dass wir unheilig und nichtig geschwätzt haben? Dummes Zeug geredet haben? Blabla. Aber was steht hier im nächsten Absatz?
[36:13] Es heißt: "Denn sie fördern nur noch mehr die was? Gottlosigkeit." Es gibt einen Samen für die Gottlosigkeit. Wisst ihr, was der Same ist? Dummes Geschwätz. Blabla. Dummes Reden. Und könnte es sein, dass niemand von uns sagt: "Ich bin völlig gottlos, ich glaube nicht, dass es Gott gibt." Aber es ist unheilig, es ist dummes, unheiliges, nichtiges Geschwätz. Gottlosigkeit fördern.
[36:46] Die Gnade nimmt uns in Zucht. Sie möchte uns erziehen und sagen: "Schau her, rottet das Übel aus, wo es beginnt." Das neue Jahr ist ja immer eine Gelegenheit für gute Vorsätze, oder? Ich würde vorschlagen, lass uns keine guten Vorsätze nehmen, sondern lass uns einfach das Erziehungsprogramm der Gnade beginnen. Lass uns eintreten in die Schule der Gnade, die uns unterweist und sagt: "Bitte hör auf, nichtiges Zeug zu reden. Hör auf, dummes Zeug zu reden, was keinem nützt. Denn es fördert die Gottlosigkeit."
[37:21] Könnte es sein, dass wir Gottlosigkeit gefördert haben, obwohl wir selbst geglaubt haben, wir sind ganz wunderbar mit Gott? Aber nicht nur soll die Gottlosigkeit verleugnet werden, wenn wir irgendwann mal sagen können: "Nichtiges Geschwätz kenne ich nicht, habe ich nichts mehr zu tun. Ich weigere mich, das zu tun." Schaut, niemand hat Mose gezwungen, Ägypten zu verlassen, oder? Niemand wird dich zwingen, nicht mehr dummes Zeug zu reden. Es ist deine persönliche Weigerung, es nicht mehr zu tun. "Ich weigere mich, es zu tun. Ich mache es einfach nicht mehr. Und wenn es andere machen, ich mache es nicht mehr."
[38:04] Aber es gibt noch mehr. Denn es ist nicht nur die Gottlosigkeit, sondern auch die, was haben wir gelesen? Die weltlichen Begierden. Schaut mal mit mir in 1. Petrus 2, Vers 11. Und jetzt braucht ihr nicht antworten, aber haben wir zu tun mit weltlichen Begierden in der Gemeinde, ja oder nein?
[38:29] Es heißt hier in 1. Petrus 2, Vers 11: "Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge, enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten." Was wir verstehen müssen, ist, dass die weltlichen, die fleischlichen Begierden in uns gegen uns kämpfen. Es ist wie ein Krebs in unserem Körper, der uns auffrisst. Und die Gnade möchte uns erziehen. Sie möchte uns helfen, dass wir Nein sagen können, dass wir uns weigern können.
[39:02] Seht ihr, die meisten Christen haben die Vorstellung von Gnade, dass sie überdeckt die vielen Fehler, die ich nicht aufgeben kann. Aber das ist nicht die Gnade, das ist ein Versäumen der Gnade. Ja, die Gnade deckt die Fehler zu, aber sie unterweist uns, Nein zu sagen, dass wir uns weigern.
[39:24] Aber vielleicht sagst du: "Herr, Moment mal, wie soll ich die weltlichen Begierden verleugnen? Die sind doch in mir. Oder gibt es jemanden, der sie nicht in sich hat? Gibt es jemanden hier, der sagt, ich habe keine Begierden in mir? Wie soll ich sie verleugnen, wenn sie ein Teil von mir sind? Wie soll das gehen? Wie soll ich etwas verleugnen, das mein Magen und Bein und Fleisch und meine Gedanken alles durchdringt? Wie soll ich es verleugnen?"
[39:56] Wisst ihr, was Jesu Antwort ist? Matthäus 16, Vers 24. Ja, es stimmt, wir sind durchsetzt mit weltlichen Begierden. Ja, es ist wahr, wir sind, in uns sind so viele fleischliche Begierden, wir können sie nicht einfach loslassen. Aber es steht hier, in Matthäus 16, Vers 24, da sprach Jesus zu seinen Jüngern: "Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst."
[40:26] Was ist die Lösung, wenn wir weltlichen Begierden verleugnen? Wenn sie in uns sind? Wir müssen uns selbst verleugnen. Denn wenn ich mich selbst verleugne, verleugne ich auch all das, was in mir ist. Denn Paulus sagt: "Ich weiß, in mir wohnt nichts Gutes."
[40:46] Sich selbst verleugnen? Was heißt nochmal verleugnen? Heißt das etwa, ich soll zu dem Punkt kommen, wo ich sage: "Mein altes Leben, das kenne ich nicht mehr, diesen alten Christopher, mit dem will ich nichts mehr zu tun haben, ich schäme mich dafür, dass der mal so gewesen ist? Ich weigere mich, so zu sein, wie ich natürlicherweise sein würde?"
[41:16] Schaut, das ist das Problem. Weil wir so tief in unserem Herzen uns so toll finden, oder? Wir sagen, es war doch eine schöne Zeit, es war doch prima. Es war doch eine schöne Zeit, es war doch prima. Es gibt nur eine Möglichkeit, die fleischlichen Begierden zu verleugnen, wenn wir uns selbst verleugnen. Und das ist das, was die Gnade uns lehren will.
[41:39] Denn wodurch ist die Gnade erschienen? Sagt mir nochmal, durch wen ist die Gnade erschienen? Durch Jesus? Und hat Jesus sich selbst verleugnet? Ja oder nein? Und diese Gnade unterrichtet uns. Und sie zeigt uns, dass wir uns selbst verleugnen können. Und wenn wir das tun, dann werden wir ein großes Wunder leben.
[42:00] Schaut mit mir in Römer 8, Vers 13. In Römer 8, Vers 13, da heißt es: "Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müsst ihr sterben, wenn ihr aber durch den was? Tötet!" Das Evangelium ist manchmal ein bisschen militant, nicht wahr? Kennt ihr eine Geschichte in der Bibel, wo dem Volk Israel der Auftrag gegeben worden ist, andere zu töten? Das Land Kanaan, nicht wahr? Sie sollten die Kanaaniter töten, und es war ein Hinweis darauf, ein Symbol darauf, wie die Gemeinde Gottes in der letzten Zeit den Sieg erringt, oder?
[42:52] Was haben die Israeliten gemacht? Sie haben schon gekämpft, einige umgebracht und haben sich gedacht, naja, wollen wir nicht so sein, nicht wahr? Vielleicht können wir die später nochmal als Handelspartner gebrauchen. Lassen wir sie erstmal da ein bisschen leben, wir unterjochen sie ja, nicht wahr? Wir haben die Kontrolle drüber, aber töten brauchen wir sie nicht. Und könnte es sein, dass wir manchmal mit unserem Fleisch so umgehen, mit den Taten des Fleisches, dass wir sagen: "Naja, wir wollen einfach nur die Kontrolle drüber haben, oder?" Vielleicht können wir diese Sünde irgendwann nochmal gebrauchen, deswegen, wir halten es unter Kontrolle. Aber die Bibel sagt: "Nein, nein, nein, nein, tötet sie!"
[43:34] Durch den Geist. Gott möchte uns unterrichten. Er möchte uns unterrichten, dass es möglich ist, ihr Lieben. Aber ihr glaubt doch nicht, dass die Sünden, mit denen wir kämpfen, dass wir sie töten können. Habt ihr das gewusst? Wir können die Sünden, mit denen wir kämpfen, aber das ist, was die Bibel sagt. Die Bibel sagt: "Tötet durch den Geist die Taten des Fleisches."
[44:04] Also zwei Dinge, die uns die Gnade unterweisen, die wir nicht tun sollen, oder die wir verleugnen sollen. Was sollen wir verleugnen? Die Gottlosigkeit und die Begierden. Jetzt kommen wir zu drei Dingen, die wir tun sollen. Schaut mit mir in Titus 2, Vers 12. Ist nicht wunderbar, dass es nur zwei Dinge gibt, die wir nicht tun sollen, aber drei Dinge, die wir tun sollen? Das Evangelium ist immer positiv.
[44:34] In Titus 2, Vers 12. Da heißt es zunächst einmal: "Sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen." Und wie sollen wir leben? Was ist das erste Wort? Besonnen. So oft hören wir keine Predigt über das Wort "besonnen", oder?
[44:53] Schaut mal im gleichen Kapitel in Titus 2, was Paulus in Vers 2 sagt. Gleiches Kapitel, Vers 2. Er sagt dort: "Dass die alten Männer, Achtung, wer von uns ist ein alter Mann? Nicht melden. Dass die alten Männer nüchtern sein sollen, ehrbar und besonnen." Okay, jetzt kommt Vers 3, die alten Frauen. Jetzt kommen alle alten Frauen unter uns zum Zuge. "Dass sich die alten Frauen gleicherweise so verhalten sollen, dass sie nicht aus viel Weingenuss ergeben, sondern solche, die das Gute lehren, damit sie die jungen Frauen dazu anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben und was zu sein? Besonnen zu sein."
[45:42] Jetzt, wenn die alten Frauen die jungen Frauen anleiten sollen, besonnen zu sein, müssen dann die alten auch besonnen sein? Also die alten Männer müssen was sein? Die alten Frauen müssen was sein? Und wie ist es mit den jungen Frauen? Und schaut mal in Vers 6. Wer soll als besonnen sein? Alle.
[45:56] Das heißt, besonnen. Das Wort "besonnen" im Griechischen meint einen gesunden Verstand haben. Einen gesunden Verstand. Warum? Weil Paulus wusste, wenn der Satan es nicht schafft, dich zur Gottlosigkeit zu verführen, und wenn er es nicht schafft, dich mit fleischlichen Begierden zur Sünde zu verleiten, hat er noch einen Trumpf im Ärmel. Wisst ihr, wie dieser Trumpf heißt? Fanatismus.
[46:32] Die gesamte Kirchengeschichte ist voll von Beispielen, wo Menschen sich klar gegen die Sünde gestellt haben und den Willen Gottes tun wollten, aber ins andere Extrem übergegangen sind. Fanatisch geworden sind. Gefühle gebaut haben. "Gott hat mir gezeigt. Wir können das nicht machen und wir machen es nur so." Aber Paulus sagt: "Seid was? Besonnen."
[47:00] Wahre Religion ist immer besonnen. Ist immer mit einem gesunden Verstand. Und wehe uns, wenn wir die Begierden der Welt verleugnen und wenn wir die Gottlosigkeit verleugnen und alles richtig machen und alles richtig sagen, aber nicht mehr, was sind? Besonnen. Liebe Geschwister, lasst uns besonnen sein. Die Bibel ermahnt uns, uns gegenseitig anzuleiten, besonnen zu sein. Die Alten, die Jungen, und die Jungen, die Alten. Denn auch Titus sollte ja ermahnen, er war jung.
[47:38] Besonnen sein. Einen gesunden Verstand haben. Der Glaube der Bibel ist niemals gegen gesunden Menschenverstand. Und die Gnade Gottes erzieht uns auch daran. Vielleicht sagst du: "Ich hab kein Problem mit der Sünde, ich hab die Sünde überwunden." Vielleicht sagst du: "Ich hab kein Problem mit Gottlosigkeit, ich rede keine dummen Sachen." Aber vielleicht möchte die Gnade dich heute erziehen, wieder besonnen zu werden. Und einen Glauben nicht auf Gefühle oder auf "Ich bin mir ganz sicher, dass Gott das so macht", sondern auf das Wort Gottes zu stellen. Besonnen. Besonnen doch sein.
[48:20] Gerecht. Jetzt, was heißt es wohl, gerecht zu sein? Besonnen, gerecht. Was heißt gerecht? Schau dir mir einen Text an, wo das vorkommt. In 1. Thessalonicher 2, Vers 10. Wer hat 1. Thessalonicher geschrieben? Paulus, genau. Es ist Paulus, der hier spricht. In 1. Thessalonicher 2, Vers 10:
[48:57] "Ihr selbst seid Zeugen und auch Gott, wie heilig, gerecht und untadelig wir bei euch, den Gläubigen, gewesen sind." Paulus sagt: "Ich bin gerecht gewesen bei euch. Ich hab euch besucht, und ihr seid Zeugen, dass ich wie gewandelt bin? Heilig, gerecht und untadelig."
[49:24] Wenn du die Gemeinde in Thessalonich besuchen würdest, könnte die Gemeinde in Thessalonich Zeugnis geben, dass du heilig, gerecht und untadelig gewandelt bist? Schau, vielleicht sagst du: "Ich fühle mich innerlich schon gerecht." Aber der Punkt hier ist nicht, dass nur du selbst das so siehst, sondern dass andere dir Zeugnis geben können und sagen: "Hey, tatsächlich, diese Person ist untadelig." Das ist ein Unterschied, oder? Weil wir selbst sind relativ schnell davon überzeugt, dass wir gut sind. Aber die anderen davon zu überzeugen, ist eine andere Sache. Da muss man nicht wirklich gerecht sein und wirklich untadelig.
[50:08] Und das ist das, wohin die Gnade uns erziehen möchte. Sie möchte uns so erziehen, dass wir in eine Gemeinde kommen können, und das ist untadelig. Das ist das Erziehungsprogramm der Gnade. Sie möchte, dass wir besonnen sind, dass wir gerecht sind. Und gerecht, wie wir gesehen haben, bedeutet untadelig.
[50:31] Schauen wir noch ein Wort an, wo das vorkommt, und zwar in 1. Korinther 15. Und jetzt haltet euch gut fest. Das sind nicht vom Stuhl falsch. In 1. Korinther 15, Vers 34. Im Deutschen ist es ein bisschen schwer zu erkennen. Im Griechischen steht hier genau das gleiche Wort wie "gerecht". Es heißt hier in 1. Korinther 15, Vers 34:
[50:57] "Werdet doch wirklich nüchtern." Das Wort für "wirklich" ist eigentlich "gerecht". Die Idee ist, dass man tatsächlich wirklich aufwacht aus dem Schlaf und dann steht, was die Folge davon sein wird. Was ist die Folge davon? Sündigt nicht. Jemand, der gerecht ist, der ist untadelig, oder mit anderen Worten nach 1. Korinther 15, er sündigt nicht.
[51:24] Was ist das Erziehungsprogramm der Gnade? Nicht eines zweiten Prozesses nach der Gnade, sondern der Gnade selbst, von der so viele reden. Die Gnade erzieht uns, dass wir nicht sündigen. Das sagt Johannes, nicht wahr? "Ich sage euch, meine lieben Kinder, damit ihr nicht sündigt. Wenn jemand sündigt, haben wir einen Fürsprecher im Himmel." Aber das Ausbildungsziel, das Diplom, das Abitur, das Abschlusszeugnis eines Christen ist, nicht zu sündigen. Können wir das sehen?
[51:57] Und Gott möchte nicht, dass wir die Schule vorher abbrechen. Nicht wahr? Sondern bis zur letzten Klasse durchhalten. Ist der Lernstoff in der 10. Klasse ein bisschen schwerer zu verstehen als in der 2. Klasse? Was meint ihr? Warum? Weil das Gehirn auch viel mehr verstehen kann, oder? Also ist es eigentlich nicht schwerer. Verglichen mit dem Alter und der Kapazität des Gehirns, ist es genau das Gleiche. Ein Schüler kann immer genauso viel verstehen, wie er möchte. Der Stoff ist nur deswegen intensiver, weil auch die Kapazität größer ist.
[52:35] Und so ist in unserer geistlichen Erfahrung, in der Schule der Gnade, werden die Dinge intensiver, weil wir auch in der Lage sind, sie zu tun. Nicht wahr? Einem Erstklässler kann man keine hohen mathematischen Formeln geben. Aber was ist mit demjenigen, der in der 10., 11., 12. Klasse ist und sagt: "Ach, diese mathematischen Formeln, das ist zu schwer für mich. Lass mich lieber 1 plus 1 rechnen."
[53:05] Und so viele Christen reden von Gnade und von Gnade und wollen nicht von der Gnade erzogen werden. Sie wollen immer nur hören, dass Jesus sie liebt. Aber wollen nicht, dass diese Liebe sie erzieht. Denn Jesus sagt in Offenbarung 3, Vers 19: "Wen ich liebe, den züchtige ich." Die Liebe Jesu erzieht dich. Sie erzieht mich. Und wenn wir uns weigern, erzogen zu werden, dann versäumen wir die Gnade. Und dann haben wir sie vergeblich empfangen. Dann hat Gott uns vergeben, und es hat uns nichts genutzt.
[53:41] Und dann heißt es, dass wir eine dritte Sache tun sollen. Wir sollen was sein? Erstens besonnen, zweitens gerecht und drittens, was steht in Titus 2, Vers 12? Gottesfürchtig. Jetzt wahrscheinlich kommt euch ein Pferd sofort in die Augen oder in das Gehirn. Sprüche 8, Vers 13. Ganz genau. "Die Furcht Gottes ist, wenn man in Offenbarung 14, Vers 7 sagt: Fürchte Gott, gebt ihm die Ehre." Aber das griechische Wort, das hier steht, kommt eigentlich nur noch einmal vor. Und schaut diesen interessanten Text an. In 1. Johannes 3. Verzeihung, in 2. Timotheus 3. 2. Timotheus 3.
[54:25] 2. Timotheus 3, Vers 12. Dort steht: 2. Timotheus 3, Vers 12. "Und alle, die was? Gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden was erleiden? Verfolgung." Ihr Lieben, ein erfolgreicher Schulabgänger der Gnade Gottes zu sein, bringt Verfolgung. Es ist nicht anders möglich. Wenn du dich erziehen lässt von der Gnade Gottes, wirst du besonnen sein, du wirst gerecht sein, und allein deswegen wirst du verfolgt werden. Das ist die Wahrheit.
[55:04] Aber ihr Lieben, soll uns das irritieren? Und lasst mich das ganz klarstellen: Lasst uns verfolgt werden, weil wir gottesfürchtig sind. Aber nicht, weil wir unbesonnen sind. Die Herrlichkeit Gottes wird dadurch zutage, dass Menschen verfolgt werden, die doch das Beste tun, was man nur tun kann. Die besonnen sind. Die gerecht sind. Die heilig sind. Dadurch wird offenbar, dass sie wirklich mehr Gott sind.
[55:38] Und dann steht ein interessanter letzter Gedanke in Titus 2, Vers 12. Diesem Vers. Es heißt dort: "Sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben." Wo? Wann? In der jetzigen Weltzeit. Die meisten Christen hätten kein Problem, wenn das stehen würde, dass wir besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben, letztendlich irgendwann mal im Himmel, auf der neuen Erde. Dann kann ich das auch. Aber die Bibel sagt: In der jetzigen Weltzeit.
[56:28] Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Bruder, liebe Schwester, diese drei Dinge: besonnen, gerecht und gottesfürchtig sind möglich in dieser Gesellschaft. Es ist möglich, in dieser Welt zu leben, so wie es dort steht. Und wir leben Jugendlichen. Ellen White hat diesen Vers genommen und gesagt, das ist eine der größten Verheißungen für Jugendliche. Denn gerade als Jugendlicher ist man in einer Welt, in der es um Dinge geht, die gar nichts zu tun haben mit Besonnenheit und mit Gerechtigkeit und mit Gottesfurcht, oder? Aber die Bibel sagt, die Gnade Gottes, nicht unsere eigenen Anstrengungen, die Gnade Gottes macht es möglich, dass wir in dieser Welt leben. Mit all den Dingen, die um uns herum sind, und trotzdem besonnen, gerecht und gottesfürchtig sind.
[57:15] Und was wir brauchen, ihr Lieben, sind junge Männer und junge Frauen, alte Männer und alte Frauen, die in dieser Zeit leben. Und ich sage, ich konnte nicht anders, weil die Werbung hat mich verführt. Ich konnte nicht anders, meine Freunde haben mich überredet. Ich konnte nicht anders, weil es ist halt so Tradition in unserer Familie. Die sagen: "Nein, ich weigere mich. Die Gnade Gottes soll mich erziehen."
[57:43] Ich möchte euch ein Zeugnis vorlesen, das ich gefunden habe im vierten Band der Testimonies, 332. Sie schreibt an einen Bruder B. "Während du, Bruder B, und vielleicht kannst du deinen Namen einsetzen, probier es mal. Während du, Bruder B, schnell mit anderen über Punkte unseres Glaubens debattierst, bist du ausnahmslos völlig eingeschlafen, was die Dinge des Christentums betrifft." Sie spricht dir zu einem Menschen, der gerne, wenn es um den Sabbat geht, um den Zustand der Toten, um die letzten Ereignisse, das glauben wir, das sagt die Bibel, und glaubst du das nicht so? Der aber gleichzeitig, was die grundlegenden Dinge des Christentums betrifft, völlig eingeschlafen ist. Ein Verteidiger des siebenten Tages Adventismus nach außen, aber kein Christ. Du träumst nicht einmal von der gefährlichen Position, in der du dich befindest. Diese Apathie zieht sich durch die ganze Gemeinde und über jeden, der so wie du Christus bekennt, ihn aber durch Werke verleugnet. Du leitest andere in demselben Pfad der Sorglosigkeit, man kann auch versäumen der Unbesonnenheit, in dem du wandelst.
[59:04] Wenn du unbesonnen bist, wenn du sorglos bist, wenn du leichtfertig durchs Leben gehst, wirst du andere mit dir ziehen, in dieser Welt. Was nützen deine Gebete, solange du Bosheit in deinem Herzen hast, wenn du nicht eine gründliche Veränderung vornimmst? Jetzt passt auf, das hat mich geschockt. Wirst du bald schon müde werden von Tadel, so wie die Kinder Israel und von Gott abfallen? Gott wird nicht müde zu tadeln. Gott wird dich immer wieder ermahnen und unterrichten.
[59:36] Aber kennt ihr Leute, die in der Schule gewesen sind und die einfach irgendwann keinen Bock mehr hatten auf den Tadel vom Lehrer? Wenn der Lehrer immer wieder das Gleiche sagt, entweder ich tue es, oder ich sage: "Ich habe einfach keinen Bock mehr drauf." Und dann verlassen die die Schule. Könnte es sein, dass wir immer schon sagen: "Ja, ja, diesen Tadel habe ich schon öfter gehört." Ist ja auch wichtig, dass Gott uns immer wieder ermahnt. Und genau das das Problem ist, dass wir nicht erkennen, dass wir tatsächlich uns wirklich ändern müssen. Dass tatsächlich Gott nicht danach begeistert ist, wenn wir irgendetwas tun, wo wir in der S-Bahn mal gesagt haben: "Hey, das ist der richtige Tag." Sondern er dann begeistert ist, wenn wir durch die Gnade Gottes besonnen leben, gerecht leben und gottesfürchtig.
[1:00:25] Und zwar in dieser Weltzeit, in diesem 21. Jahrhundert, hier in Stuttgart, dieser gottlosen Stadt. In der gottlosen Umgebung unseres Studiums, in der gottlosen Umgebung unserer Familie, unserer Freunde, dass wir gerecht und besonnen und gottesfürchtig leben. Das kann die Gnade. Aber wenn wir das nicht zulassen, dann haben wir sie versäumt oder vergeblich empfangen.
[1:01:01] Jesus sagt: "Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, oder? Sie sind in der Welt, aber nicht von der Welt." Gott sagt, Jesus sagt: "Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst von dem Bösen." Das heißt, Gott ist in der Lage, uns von dem Bösen zu bewahren in der Welt. Darauf wartet er.
[1:01:22] Gott ist nicht beeindruckt von Adventisten, die Sabbat für Sabbat hier Adventisten sind und dann doch in der Schule ganz anders, doch im Studium ganz anders, auf Arbeit doch ganz anders. Er ist nicht beeindruckt. Kein bisschen. Wir sollten auch nicht beeindruckt sein von uns selbst. Frau Melidersingh, Gott möchte uns erziehen. Und das Ziel der Erziehung ist, in dieser jetzigen Weltzeit, in der Umgebung, in der wir sind, so zu leben, dass Gott sichtbar wird. Dass die Gnade, die heilbringend ist für alle Menschen, durch uns sichtbar wird.
[1:02:01] Schaut mit mir noch einen Vers weiter. In Titus 2, Vers 13. Wir sind fast am Ende angelangt. Es heißt in Titus 2, Vers 13: "Indem wir die was? Die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus." Jesus kommt bald. Und die Gnade Gottes erzieht uns nicht einfach nur irgendwie, sondern auf diese Abschlussveranstaltung. Wenn wir unsere Zeugnisse bekommen. Wenn Jesus wiederkommt.
[1:02:42] Das, ihr Lieben, war der Vers, den William Miller ausgesucht hat für seine erste Predigt. "Indem wir die glückselige Hoffnung erwarten." Erwartest du die glückselige Hoffnung? Freust du dich auf die Ankunft unseres Herrn? Diese Hoffnung auf ewiges Leben? Wie wird es sein, wenn Jesus wiederkommt? Die Bibel sagt, jedes Auge wird ihn sehen. Und dann werden alle oder die meisten wehklagen.
[1:03:23] Moment mal, haben wir das schon mal gehört? Alle sollen ihn sehen und wehklagen? Wo haben wir das schon mal gehört, dass alle ihn sehen sollen und wehklagen? Bei der Gnade. Wenn die Gnade Gottes ausgegossen wird, dann werden wir ihn sehen, wie er durchstochen ist, und werden wehklagen. Bei der Wiederkunft werden Menschen ihn sehen und wehklagen.
[1:03:47] Du hast die Wahl. Entweder lässt du jetzt die Gnade deinem Leben zu, lässt dich übergießen mit dem Geist der Gnade, dass du Jesus siehst am Kreuz von Golgatha, und du klagst jetzt wegen deiner Sünden, jetzt, wo die Gnade dich noch erziehen kann, oder du lässt es bleiben, du versäumst die Gnade oder du empfängst sie vergeblich, und dann schaust du auf Jesus und wirst dann wehklagen, aber dann ist die Zeit der Erziehung vorbei. Du kannst wählen zwischen Klagen oder Klagen. Klagen jetzt, wo du erzogen werden kannst, oder klagen dann, wenn es zu spät ist. Alle werden ihn sehen und alle werden klagen. Aber das eine Klagen ist heilsam, das andere ist zu spät.
[1:04:32] Die glückselige Hoffnung. Jesus kommt wieder. Und weil das so ist, ihr Lieben, lasst uns noch ganz kurz diesen Text aufschlagen in 2. Petrus 3. In 2. Petrus 3. Und dort Vers 10, 11. Lesen wir ab Vers 11.
[1:05:09] "Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen? Durch was? Heiligen Wandel und Gottesfurcht." So wie Paulus es dem Titus beschreibt, ein heiliger Charakter, Gottesfurcht, indem ihr das Kommen des Tages Gottes, was? Erwartet und beschleunigt. Können wir die Wiederkunft beschleunigen? Wodurch? Indem wir uns erziehen lassen. Wenn ich nicht lerne, oder wenn ich lerne, macht es einen Unterschied, wie schnell ich vorankomme im Studium, oder? Wenn ich mich erziehen lasse, kann ich es beschleunigen. Wenn ich immer wieder weigere, meine Hausaufgaben zu machen, dann verlangsamt sich der Fortschritt.
[1:06:05] Es heißt in Vers 14: "Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet." Ihr nennt euch Adventisten, wir nennen uns Adventisten, wir erwarten die Wiederkunft Jesu, und es steht: "Darum, Geliebte, seid eifrig darum bemüht, dass ihr als was? Als unbefleckt, tadellos von ihm erfunden werdet, in Frieden."
[1:06:28] Sollen wir uns bemühen? Sollen wir uns eifrig bemühen? Was heißt eifrig bemühen? Von ganzem Herzen, mit allem Eifer, den ihr aufbringen könnt, darum bemühen, dass die Gnade Gottes uns erziehen kann. Und die Frage ist, für dieses Jahr 2013, von so weiter und so fort, möchtest du als allererstes dich selbst erziehen lassen. Nicht vom Prediger, nicht von deinem Ehepartner, der das vielleicht auch versucht und kläglich gescheitert ist, aber möchtest du dich erziehen lassen von der Gnade Gottes, die erschienen ist, heilbringend, allen Menschen, jedem, auch dir. Er kann dich erziehen. Die Gnade Gottes will dich erziehen, wenn du dich eifrig bemühst.
[1:07:20] Lass uns zurückgehen zu Titus 2, Vers 11. Ist es nicht ein erstaunlicher Abschnitt? Titus 2, Vers 11 ist das Jahresmotto der Deutschen Adventgemeinden. Titus 2, Vers 12 ist das Jahresmotto der Gemeinde Cannstatt: Erziehung. Und Titus 2, Vers 13 ist das Motto der Adventbewegung seit ihrem Beginn. Die glückselige Hoffnung, auf die wir warten. Was für ein Abschnitt. Es ist ein Abschnitt, der uns das ganze Jahr begleitet. Einer der wichtigsten Abschnitte in der ganzen Bibel, wenn es um die Adventhoffnung geht.
[1:07:51] Vers 13 sagt: "Indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus." Was heißt Jesus übersetzt? Weiß jetzt jemand? Messias ist Christus. Jesus heißt, der uns retten wird von, jetzt kommt es auf die Präposition an, von oder in? Von ihren Sünden, nicht in ihren Sünden. Von ihren Sünden.
[1:08:27] Deswegen heißt es im nächsten Vers: "Der sich selbst für uns hingegeben hat." Was ist das? Gnade. Am Anfang des Abschnitts ist Gnade, am Ende des Abschnitts ist Gnade. Es zeigt uns, dass alles in diesem Werk Gnade ist. Die Gnade. Gnade ist der Gott, der sich selbst für uns hingegeben hat. Der sich selbst für uns hingegeben hat. Der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von wie viel? Gesetzlosigkeit zu erlösen. Von aller. Und was ist Gesetzlosigkeit? Sünde. Sünde ist die Gesetzlosigkeit. Er hat sich hingegeben, um uns von aller Sünde zu erlösen.
[1:09:10] Ihr Lieben, wenn jemand das nicht mit der Gnade verknüpft, dann ist das die Gnade Gottes. Wer das weglässt oder leugnet, predigt nicht die Gnade Gottes, denn die Gnade Gottes nimmt uns in Zucht, damit wir das erleben. Das ist die Gnade Gottes. Nichts anderes.
[1:09:27] Das heißt, der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen. Ihr Lieben, zum Abschluss wollen wir diesen Gedanken hier zeigen. Ist Gott ein besonderes Volk? Oder liebt dieses Volk mehr als alles andere? Oder möchte, dass du mitwirkst an diesem Volk? Ellen White hat einmal gesagt: "Gott hat mit dem mächtigen Hammer der Wahrheit sich ein Volk herausgeschlagen."
[1:09:58] Ist dir bewusst, in welcher Zeit wir leben? Ist dir bewusst, dass du Teil dieses besonderen Volkes bist? Oder möchtest du dieses besondere Volk reinigen? Er möchte es erziehen. Nicht nur dich persönlich, sondern uns als ganze Gemeinde. Und ich glaube ganz fest, wir haben Erziehung nötig, oder? In verschiedenen Aspekten. Wir haben es nötig, das dumme Geschwätz zu lassen. Wir haben es nötig, die fleischlichen Begierden zu verleugnen. Wir als ganze Gemeinde haben es nötig, was zu sein? Besonnen und gottesfürchtig.
[1:10:43] Werden wir als ganze Gemeinde verfolgt werden? Ja. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir als Gemeinde Bad Cannstatt, als Gemeinde in Deutschland, alle, die hier zuschauen oder später anschauen, als Gemeinde weltweit, uns bewusst werden, was die Gnade Gottes mit der Gemeinde tun möchte. Und dann heißt es als allerletztes, um für sich ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das was sei? Eiferseit zu guten Werken.
[1:11:11] Und wenn du das verstanden hast, wirst du herausgehen und sagen: "Ich will für Gott arbeiten." Du kannst nicht anders. Denn wenn Gott uns reinigt, dann werden wir eifrig sein für was? Für gute Werke. Ich weiß nicht, was du vorhast in diesem Jahr. Ich weiß nicht, was deine Pläne sind für die Gemeinde Bad Cannstatt in diesem Jahr. Ich sage dir, was meine Pläne sind: Ich möchte noch viel mehr Menschen gewinnen als jemals zuvor. Ich möchte, dass Jesus so bald wie möglich wiederkommt. Und ich möchte, dass unsere Gemeinde erzogen wird. Möchtest du das auch?
[1:11:55] Dass die Dinge, die noch nicht so sind, wie sie sein sollten, dass wir am Ende des Jahres zurückschauen können und sagen: "Dass wir uns nicht nur erinnern, ah, da war ein Vers, Titus 2, Vers 11, unser Jahresmotto, sondern dass wir sagen können, nach einem Jahr tatsächlich." Und ich möchte, dass wir alle in die nächste Klasse kommen. Du auch?
[1:12:17] Wie schade. Habt ihr das mal erlebt, als ihr in der Schule wart und die Zeugnisse kommen und alle werden versetzt bis auf ein oder zwei? Ist das nicht traurig? Wie gesagt, lasst uns gegenseitig anreizen zu guten Werken. Lasst uns uns gegenseitig helfen. Gemeinsam im Gleichschritt und Jungen, Männer und Frauen, so wie Titus sagt, als ganze Gemeinde uns von der Gnade Gottes erziehen lassen, dass wir vorbereitet sind, als das besondere Volk Gottes ihn zu sehen, wenn er kommt in den Wolken. Möchtest du dabei sein? Die glückselige Hoffnung. Das ist meine Hoffnung für dieses Jahr. Und ich wünsche mir so sehr, dass du als Einzelne die Gnade Gottes in deinem Leben so erlebst, dass sie dich erzieht, hier in Cannstatt, deutschlandweit, weltweit Erziehung erleben. Dass es nicht nur bloße Worte sind, sondern dass der Geist Gottes uns besonnen, gerecht und gottesfürchtig macht. Und zwar eben hier und jetzt. Und deswegen können wir uns auf die Wiederkunft freuen.
[1:13:35] Dein Wunsch? Lass uns beten.
[1:13:42] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen. Von Herzen Dank sagen für diesen Abschnitt in Titus 2, Verse 11 bis 14. Solche kraftvolle Worte. Ich möchte dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns Gnade schenkst. Die Bibel sagt uns, dass Gnade überreich ist, dass Gnade immer mehr zunimmt, aber dass diese Gnade uns auch erzieht, dass wenn wir auf dich schauen, Jesus, dort am Kreuz von Golgatha, dass wir erkennen, dass wir nicht so weiterleben können wie bisher, dass wir uns weigern, das Böse weiterhin zu tun, dass wir uns weigern, schlecht zu reden, unnütz zu reden, dass wir uns weigern, fanatisch zu werden oder gefühlsbetont, dass wir uns weigern, ungerecht zu sein durch deine Gnade. Wir freuen uns auf den Tag, wo du wiederkommen wirst. Wir glauben, es wird sehr bald sein. Wir möchten ernsthaft, wirklich ernsthaft eine Veränderung in unserem Leben. Das lernen, was wir bisher noch nicht gelernt haben. Du hast uns schon so weit geführt, du hast uns schon so viele Dinge gezeigt, und viele von uns haben schon
[1:15:00] So viel Erfahrung mit dir gemacht, aber wir sind nicht damit zufrieden. Wir wollen bis zum Abschlusszeugnis der Gnade kommen. Wir danken dir von ganzem Herzen, dass du uns diese glückselige Hoffnung gibst, dass du bald wiederkommst und dass wir es erwarten dürfen und sogar beschleunigen dürfen durch ein Leben mit dir. Hab Dank, Herr Jesus, dass es deine Gnade ist und deine Gnade allein. Amen.
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