Diese Predigt von Heinz Hopf beleuchtet die Bedeutung des himmlischen Heiligtums aus der Perspektive der Siebenten-Tags-Adventisten. Sie erklärt die historische Entwicklung des Verständnisses des Heiligtums, beginnend mit dem irdischen Vorbild im Alten Testament bis hin zum Dienst Jesu Christi im himmlischen Heiligtum. Die Predigt thematisiert auch die Enttäuschung der Adventbewegung im Jahr 1844 und die daraus resultierende Erkenntnis über das himmlische Heiligtum als zentrales Element des christlichen Glaubens.
Predigt 16.02.2013 • Der Hohepriester und das himmlische Heiligtum
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Transkript
[0:00] So fangen wir nun an. Haben uns die Kinder eben gesungen. Meine lieben Brüder und Schwestern, liebe Gäste, liebe Freunde, liebe Zuschauer am Livestream. Er, er und immer wieder nur er ist der Mittelpunkt, das Zentrum und der Inhalt im Leben seiner Nachfolger. Das Charakterbild Jesu hat viele Seiten, viele Facetten und heute wollen wir uns mit einer Seite beschäftigen, die nicht so häufig erwähnt wird. Ich finde sie in dem Text im Hebräerbrief im achten Kapitel, den wir zum Beginn lesen möchten. Hebräerbrief, Kapitel 8 von Vers 1 und die folgenden. Hebräer 8, 1 und so weiter.
[1:21] Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon wir reden. Wir haben einen solchen Hohen Priester, der da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel und ist ein Diener am Heiligtum und an der wahren Stiftshütte, die Gott aufgerichtet hat und nicht ein Mensch. Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen. Darum muss auch dieser etwas haben, was er opfern kann. Wenn er nun auf Erden wäre, so wäre er nicht Priester, weil da schon solche sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern. Sie dienen nur dem Abbild und Schatten des Himmlischen, wie die göttliche Weisung an Mose erging, als er die Stiftshütte errichten sollte. Sieh zu, sprach er, dass du alles machst nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist.
[2:30] Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon wir reden. Ich weiß nicht, meine Lieben, was in eurem Leben die Hauptsache ist. Viele Menschen haben ganz unterschiedliche Prioritäten für ihr Leben gesetzt. Für den einen ist es die Karriere, für den anderen das Geld, für einen Dritten irgendein Mensch, ein Geliebter, eine Geliebte, ein Hobby, eine Sportart. Aber für ihn, den der Apostel hier uns mitteilt, war die Hauptsache in seinem Leben, dass er seinen Blick richtete nach oben, nämlich auf den Hohen Priester, der im himmlischen Heiligtum Dienst tut.
[3:27] Das himmlische Heiligtum ist für uns als Siebenten-Tags-Adventisten eine Realität, von der viele, ja, ich kann sagen, alle unserer Glaubenslehren abhängig sind. Wir haben als Adventgemeinde von vielen anderen Christen viel übernehmen dürfen und wir sind dankbar dafür. Wir stehen nicht im luftleeren Raum, sondern es gab andere Nachfolger Jesu, die vor uns in der Geschichte der Christenheit biblische Wahrheiten entdeckt haben und von denen wir sie übernommen haben. Unser Gottesbild, Vater, Sohn, Heiliger Geist, ist nicht nur bei uns vorhanden, sondern bei vielen aufrichtigen Christen in großen Kirchen. Das Erlösungsgeschehen, Christus, das Opfer am Kreuz, wird von vielen Christen geglaubt. Ja, sogar nicht einmal der wahre Ruhetag, der Sabbattag, ist eine adventistische Entdeckung der Bibel, sondern auch den haben wir sozusagen geerbt von den Siebenten-Tags-Baptisten. Aber es gibt eine Glaubenslehre, die ist ausschließlich, einzigartig nur adventistisch und das ist der Blick in ein himmlisches Heiligtum. Von den anderen Kirchen hat niemand, von keiner anderen Konfession, diesen Blick geschenkt bekommen. Für sie ist der Dienst Jesu, den er zwischen seiner Himmelfahrt vor fast 2000 Jahren und seiner Wiederkunft in baldiger Zukunft tut, eigentlich nur einen halben Satz wert. Ihr wisst, im Credo, im Glaubensbekenntnis der christlichen Kirchen wird davon geredet, dass er aufgefahren ist in den Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, von dannen er und dann kommt schon die Wiederkunft. Nur ein halber Nebensatz beschäftigt sich mit der Zeit, die Christus zubringt zwischen seiner Himmelfahrt und seiner Wiederkunft.
[5:47] Wir aber als Siebenten-Tags-Adventisten wissen, dass er heute als unser Hoher Priester vor Gott eintritt und dass er einen Dienst tut, den der Herr uns erklärt hat, gewissermaßen an einem Modell, das man auf Erden finden konnte. Weil wir himmlische Dinge so schlecht uns vorstellen können, weil die Wirklichkeiten für uns nicht sichtbar und greifbar sind, deshalb hat Gott schon damals in alttestamentlicher Zeit ein kleines Modell geschaffen, an dem er den Menschen den Erlösungsplan zeigen wollte, und das war das himmlische Heiligtum. Von diesem himmlischen Heiligtum ist all das andere ab. Das war das irdische Heiligtum und vom himmlischen Heiligtum ist alles andere abhängig. Die Prophetie, die Zeitweissagung, die Soteriologie, die Art und Weise, wie Gott mit Sünden umgeht und wie er sie vergibt, die Christologie, der Dienst, den er, Jesus Christus, als Opfer einerseits und als Priester andererseits im Himmel vollbringt.
[7:08] Der historische Rahmen dafür, den haben wir eben gelesen. Wenn wir noch einmal im Hebräerbrief im nächsten Kapitel, Kapitel 9, aufschlagen, dann finden wir dort die Zusammenhänge. In Kapitel 9, dort heißt es von Vers 1 an: Es hatte zwar auch der erste Bund seine Satzungen für den Gottesdienst und sein irdisches Heiligtum, denn es war da aufgerichtet die Stiftshütte, der vordere Teil, worin der Leuchter war und der Tisch und die Schaubrote und er heißt das Heilige. Hinter dem zweiten Vorhang aber war der Teil der Stiftshütte, der das Allerheiligste heißt. Darin waren das goldene Räuchergefäß, die Bundeslade, ganz mit Gold überzogen. In ihr war der goldene Krug mit dem Himmelsbrot und der Stab Aarons, der gegrünt hatte und die Tafeln des Bundes und so weiter.
[8:21] Ich möchte jetzt nicht noch einmal die ganzen Äußerlichkeiten erklären. Ich setze voraus, dass die meisten von euch, ihr Lieben, sich vorstellen können, wie dieses Heiligtum war. Der große Platz, den man Vorhof nannte und dort stand jenes Heiligtum in der Wüste noch aus Stoffen, Zelten, goldbelegten Brettern zusammengesetzt. Ein Zelt, das Zelt der Versammlung, das Zelt Gottes und in diesem Heiligtum fand der Dienst statt.
[9:02] Wie kamen wir dazu, dass wir als Adventgemeinde den Blick in das himmlische Heiligtum werfen dürfen heute? Es war am Beginn des 19. Jahrhunderts, dass in der ganzen christlichen Welt eine Unruhe ging durch die Kirchen und Gemeinschaften. Männer, die die Heilige Schrift kannten und studierten, haben festgestellt, dass sich das erfüllte, was Jesus vorhergesehen und vorhergesagt hatte für das Ende der Zeit. Und so haben immer mehr Leute an das baldige Kommen Jesu geglaubt und davon geredet. In Südamerika gab es welche, in Europa gab es welche, hier in Baden-Württemberg ein Bengel, ganz in der Nähe von hier in Korntal steht noch heute die Kirche ohne Turm, weil damals, als sie gebaut wurde, die Gemeinde sagte: Wir brauchen keinen Turm mehr, Jesus kommt bald, was brauchen wir noch einen Kirchturm? Und so gibt es genug Beweise dafür, dass in der ganzen Christenheit diese Adventerwartung lebendig war.
[10:20] Einer, der ganz besonderen Wert darauf gelegt hatte, war in Amerika ein bekehrter Farmer. Ihr werdet über sein Leben etwas hören, habe ich vorhin vernommen in den Bekanntgaben. Ein Farmer mit Namen William Miller. Er hatte sich vertieft, besonders in das Studium des Propheten Daniel und hatte dort in Kapitel 8, Vers 14 jenen Satz gelesen: Bis 2300 Tage, Abende und Morgen, vorüber sind, dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden. Und weil er die ersten Prophezeiungen, die in Daniel standen, so gut verstanden hatte, die Abfolge der verschiedenen Reiche, genauso wie sie sich erfüllt hatten im Lauf der Geschichte, und weil er feststellte, dass auch die Zahlen stimmten: 70 Wochen für dein Volk und mitten in der letzten Woche, da wird das Opfer und Speisopfer aufhören. Jawohl, Jesus war genau zu dem Zeitpunkt aufgetreten, getauft worden, als es heißt: Bis auf einen Fürsten, den Gesalbten. Und mitten in der Woche, dreieinhalb Jahre später, war Jesus gekreuzigt worden und der Vorhang im Tempel zerriss. So sagte sich William Miller: Wenn diese Weissagungen, wenn diese Prophetie sich so exakt erfüllt hat, dann werden sich auch die 2300 Jahre erfüllen. Und er hat gerechnet und gerechnet und er kam auf das Jahr 1844. Nicht er allein, auch andere, die gerechnet haben, kamen um diese Zeit 1843, 1844. Es war die Zeit, in der das Heiligtum wieder geweiht werden sollte. Zuerst dachten sie an das Frühjahr, dann aber war ihnen klar geworden, dass der große Versöhnungstag ja das letzte der Jahresfeste in Israel war und so haben sie dann festgestellt, es müsste eigentlich nach der Enttäuschung im Frühjahr, es müsste der 22. Oktober sein.
[12:49] Diese Verkündigung, die Miller zunächst nur für sich geglaubt hatte, wurde ihm geradezu abgefordert. Ein Nachbarjunge kam und hat ihm gesagt: Du musst das, was der Herr dir gezeigt hat, auch in unserer Kirche verkündigen. Und so kam der Farmer dazu, obwohl er anfangs nicht wollte, auch vor Kirchen zu predigen. Und als andere Prediger das hörten und sahen, wie richtig, wie logisch, wie biblisch seine Berechnung war, haben sie das übernommen. Und die Bewegung hat sich ausgebreitet in Nordamerika wie ein Steppenbrand. Immer mehr gab es. Geschichtsschreiber behaupten, zu Zeiten sei wohl jeder fünfte Amerikaner ein Adventist gewesen. Das heißt, man nannte die Leute, die an das baldige Kommen Jesu glaubten, nannte man Adventisten. Aber das hat nichts zu tun mit unserer Freikirche, Siebenten-Tags-Adventisten. Die gab es damals noch nicht. Sie gehörten verschiedenen Kirchen an. Sie waren Anglikaner und Methodisten und Baptisten, ganz verschieden. Aber sie glaubten, dass Jesus bald wiederkommt.
[14:11] Und sie versammelten sich. Und vor allem, meine Schwestern und Brüder, sie bereiteten sich darauf vor. Das heißt, sie haben mit ihrem Leben bewiesen, dass das nicht nur eine Lehre im Kopf war, sondern dass das ihre tiefste Überzeugung war. Am 22. Oktober 1844 versammelte sich in einer Farmhütte, in einem Farmhaus in Port Gibson eine kleine Gruppe dieser Wartenden, dieser Adventisten. Das Farmhaus gehörte einem Bauern, Farmer namens Hiram Edson. Und die kleine Gemeinde, die sich dort versammelte, wartete mit ihm gemeinsam. Heute kommt der Herr noch. Denn sie konnten es sich nicht anders denken, als dass die Weihe des Heiligtums bedeutete, dass die Erde nun vernichtet, von Sünde gereinigt werde und Jesus wiederkommen würde. Sie warteten und warteten und ich lese ein paar Sätze aus dem Tagebuch dieses Farmers Hiram Edson. Er sagte oder schrieb hier: Wir erwarteten das Kommen unseres Herrn, bis die Uhr um Mitternacht zwölf schlug. Der Tag war vorüber und unsere Enttäuschung war Gewissheit geworden. Unsere brennendsten Hoffnungen und Erwartungen waren hinweggefegt worden. Ein ganzer Wolkenkratzer von Erwartung und Überzeugung war in diesem Augenblick zusammengebrochen. Aber er schreibt auch und ich lese weiter: Meine Adventerfahrung war die bereicherndste und tiefste meiner Erfahrungen in meinem ganzen christlichen Leben.
[16:25] Hat sich die Bibel als falsch erwiesen? Gibt es keinen Gott, keinen Himmel, keine goldene Stadt, kein Paradies? Nein. Ich weiß nicht, ob ihr nachempfinden könnt, die dunkelste Stunde der Adventbewegung, die finsterste Stunde der Adventbewegung war der 23. Oktober 1844, als überall im Lande die wartenden Adventisten von Enttäuschung überwältigt eine ganze Nacht lang geweint haben. Auch im Hause von Hiram Edson hat die kleine Gruppe gebetet, geweint und dann schlich einer nach dem anderen wieder zurück in sein Haus, wo er geglaubt hatte, nie wieder hingehen zu müssen. Übrig blieben nur eine Handvoll und Hiram sagte zu einem seiner Freunde, der mit ihm dort wartete, ORL Crozier: Lass uns in die Scheune gehen und dort beten. Die Scheune war leer, sie hatten keine Ernte eingebracht, sie warteten ja auf den Herrn Jesus und sie war am 22. Oktober natürlich nicht mehr voll, sondern leer und so knieten sie sich in der Scheune nieder und beteten. Bis Hiram gegen Morgen sagte: Ich glaube, der Herr hat unsere Gebete schon gehört und erhört. Komm, lass uns zu den übrigen Adventgläubigen gehen und sie besuchen und ermutigen, dass sie ihren Glauben nicht wegwerfen sollen, denn die meisten dieser enttäuschten Adventgläubigen haben mit ihrem Glauben an die Wiederkunft, ihren Glauben an Christus und an das Wort Gottes und alles aufgegeben. Die Enttäuschung war für sie zu schwer. Aber es gab einige, die haben weiter gewartet und weil Crozier und Hiram Edson nicht über die Straße gehen wollten, um dem Spott der Leute nicht zu begegnen, gingen sie quer über die Felder, zwischen den Garben von Mais, die dort geerntet waren, hindurch. Crozier ging etwas schneller, Hiram Edson blieb etwas zurück und dann drehte er sich um, der Crozier, und fragte: Hiram, wo bleibst du denn? Und Hiram sagte mit plötzlich leuchtendem Blick: Ich glaube, der Herr hat mir etwas offenbart. Und er erzählte ihm und sagte: Es war keine Vision, aber als ich hier so ging und für mich betete: Herr, woran liegt es? Da sah ich plötzlich in meinem Vorstellung, in meinen Gedanken das himmlische Heiligtum und Christus darin. Wir hatten uns getäuscht, die Erde ist nicht das Heiligtum Gottes, sondern das Heiligtum, das ist dort im Himmel die Stiftshütte, dort, wo Jesus Dienst tut, dort hat er jetzt seine besondere Aufgabe angetreten, nicht seine Wiederkunft auf Erden.
[19:57] Und sie gingen zurück und haben miteinander angefangen zu studieren und später haben sie noch einen dritten, sehr bibelkundigen Mann dazu gezogen, einen Doktor Franklin B. Hahn. Und die drei haben zusammen studiert, was die Bibel über das Heiligtum sagt und es wurde ihnen klar, aufgrund der alttestamentlichen, des Dienstes im Heiligtum in der Stiftshütte, dass Jesus im Himmel einen besonderen Dienst begonnen hatte. Sie schrieben das alles auf, die Texte dazu, ihre Erkenntnis, sie dankten dem Herrn für diese Einsicht und um diese, diesen Gedanken des Heiligtums sammelte sich plötzlich die noch übrig gebliebene, wartende Adventgemeinde. Jetzt wussten sie, warum sie enttäuscht worden waren. Nein, der Herr hatte nicht versagt, er hatte sie nicht versetzt, ihre Auffassung war verkehrt gewesen, er war treu.
[21:05] Um das Heiligtum, ihr Lieben, das wisst ihr, hat sich immer die Gemeinde versammelt. Schon im alten Testament war das Heiligtum stets das Zentrum, der Mittelpunkt des Lagers. Alle zwölf Stämme lagerten rund um das Heiligtum, dazwischen dann noch die Leviten und in der Mitte das Heiligtum. Volk Gottes war immer um das Heiligtum versammelt. Übrigens auch die Adventgemeinde versammelt sich noch immer um das Heiligtum. Ich darf euch gerade vorlesen, was in dem Buch vom Schatten zum Licht, besser bekannt unter dem Titel der große Kampf, auf Seite 442 steht. Dort schreibt Schwester White: Das Heiligtum im Himmel ist das Zentrum des Dienstes Christi für uns Menschen. Das Heiligtum im Himmel ist das Zentrum des Dienstes Christi für uns Menschen. Dies betrifft jeden Erdenbürger. Es öffnet uns die Augen für den Erlösungsplan, bringt uns unmittelbar ans Ende der Zeit und offenbart uns den großartigen Ausgang des Kampfes zwischen Gerechtigkeit und Sünde. Es ist von außerordentlicher Bedeutung, dass wir alle diese Themen genauestens untersuchen und jedermann Rede und Antwort geben können, der uns fragt, warum wir solche Hoffnung haben.
[22:43] Ich frage dich, liebe Schwester, lieber Bruder, lieber Zuhörer, ist es auch dein Wunsch, dass es dir die Augen öffnet für die großen Wahrheiten des Erlösungsplanes? Ich danke meinem Herrn, dass er uns diesen Einblick geschenkt hat, dass die Adventgemeinde heute die Heiligtumswahrheit weltweit verkündigen darf, denn heute wissen wir, dort, wo diese Wahrheit gepredigt und geglaubt und angenommen wird, da wachsen lebendige Gemeinden. Dort, wo man diese Wahrheit als eine historische Krücke bezeichnet, die man gebraucht habe vor eineinhalb Jahrhunderten, um eine Enttäuschung zu erklären, da schwinden Gemeinden und werden immer weniger. Das Heiligtum zu verkündigen und daran zu glauben ist keine Option für jemand, der sonst nichts zu tun weiß. Es war die persönliche Erfahrung und gerade in Offenbarung im zehnten Kapitel wird sie noch einmal wiedergegeben, die der Bruder Hiram Edson und alle seine Adventgläubigen mit ihm gemacht haben, so wie es dort heißt, Offenbarung Kapitel 10 von Vers 9 an.
[24:23] Und ich ging hin zu dem Engel und sprach zu ihm: Gib mir das Büchlein. Und er sprach zu mir: Nimm und verschling es, und es wird dir bitter im Magen sein, aber in deinem Munde wird süß sein wie Honig. Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und verschlang es. Und es war süß in meinem Munde wie Honig. Und als ich es gegessen hatte, war es mir bitter im Magen. Und mir wurde gesagt: Du musst abermals weissagen. Genau das war seine Erfahrung gewesen.
[25:03] Als die Adventbotschaft verkündigt wurde, da war das eine Begeisterung, eine Freude, es war süß, es war großartig, wie viele Menschen sich dadurch begeistern ließen für den Glauben. Aber als die Enttäuschung sie betroffen hatte, da war das die bitterste Erfahrung ihres Lebens. Und doch, in der dunkelsten Stunde der Adventbewegung hat Gott das Licht geschenkt, das Licht über das Heiligtum. Jenes Licht, das schon der Mose gesehen hatte, als er 40 Tage auf dem Berge war.
[25:44] Und ihr wisst ja, dass das irdische Heiligtum nicht gebaut wurde nach den Ideen eines Mose oder seiner Architekten, sondern das irdische Heiligtum, wie wir eben gelesen hatten, wurde gebaut genau nach dem Vorbild des himmlischen. Manch einer von uns, der in technischen Berufen sich auskennt, kann einen Plan gut lesen. Im Allgemeinen weiß ich schon, wenn ich einen Plan sehe, wie das fertige Haus dann aussehen wird. Aber wisst ihr, wenn wir Kapellen bauten hier in Baden-Württemberg und die Architekten hatten mit den Planunterlagen uns auch so ein kleines Modell geliefert, manchmal haben sie das gemacht, so ein Mini-Modell, dann hat das eine wunderbare Möglichkeit ergeben. Man konnte sich vorstellen, wie diese Kapelle nun aussehen wird, wenn sie fertig ist. Nicht alle Einzelheiten, noch nicht die Farbe der Fenster und die Bestuhlung, aber zumindest ein wenig die großen Formen. Genau das hat Gott dem Mose gezeigt, wobei ich sicher bin, Gott hat ihm sogar die Einzelheiten gezeigt, die Details. Es war nicht dem Goldschmied überlassen, welche Art von Girlanden er machen wollte. Gott hat dem Mose dort auf dem Berge ja nicht nur die Existenz, das Heiligtum gezeigt, sondern in den 40 Tagen sicherlich mit ihm auch besprochen, wie er die himmlische Wirklichkeit in die irdischen Materialien übertragen konnte. Denn das, was es im Himmel ist, wenn wir an die Offenbarung denken, ein Regenbogen, ein Meer wie Kristall, all diese Dinge, die waren ja nicht mit irdischen Material herzustellen. Aber Gott hat es ihm sicherlich deutlich gezeigt, wie das Heiligtum zu bauen war. Das heißt, Mose war nicht der Architekt, sondern höchstens der Bauleiter. Wir verstehen das heute. Er hatte nur das auszuführen, was der Herr ihm gezeigt hatte.
[28:12] Und es war nicht den Handwerkern überlassen und schon gar nicht dem Volk, im Heiligtum zu machen, was sie für richtig fanden. Sie haben dort nicht ihre Feste gefeiert, so wie es ihnen gerade ankam. Hauptsache, der Gottesdienst ist fröhlich. Ich höre manches Mal, er muss Spaß machen. Ich weiß nicht, ob das das rechte Wort ist dafür. Ja, unsere Kinder haben gesungen, der Gottesdienst soll fröhlich sein, das stimmt schon. Aber diese Art von Freude wird nicht von uns bestimmt, ob wir klatschen wollen oder nicht. Was wir tun im Gottesdienst und was wir lassen, das steht weniger in unserer Hand, sondern wenn die Bibel dafür Anweisungen gegeben hat, dann ist es sicherlich richtig und gut, wir richten uns nach ihm. Damals, im ersten Heiligtum, war es nicht den Handwerkern, nicht dem Mose, nicht seinen Subunternehmern überlassen, zu machen, was sie wollten. Siehe, sprach er, dass du alles machst, genau nach dem Bilde, das dir auf dem Berg gezeigt ist.
[29:42] Wir haben jetzt nicht die Zeit, die Einzelheiten aus den Mosebüchern alle zu lesen, aber es dauerte so circa sechs Monate, bis das Heiligtum fertig war. Ein halbes Jahr, sechs Monate später, hat Gott zu diesem Werk sein Ja gegeben, indem er es bestätigte und Feuer vom Himmel, das erste Opfer auf dem Altar, entzündet hat. Und von da an sollte das Feuer auf diesem Altar nie mehr löschen. Einmal haben die Söhne des Aaron ein wenig Dummheiten gemacht und sie haben da ein fremdes Feuer nicht vom Altar hineingetragen, auf den Räucheraltar, sondern selber ihr Feuerzeug aus der Tasche geholt, nicht wahr? Ihr lächelt ja, es war kein Feuerzeug, aber sie haben eben nicht das Feuer vom Altar genommen. Und Gott hat gesagt: So geht es nicht, Nadab, Abihu. Gott hat bestätigt das Werk des Mose, indem das Feuer brannte und es brannte Tag und Nacht, das beständige Angebot der Gnade Gottes.
[31:05] Der Sünder konnte kommen mit seinem Opfer und es dort am Altar schlachten und Vergebung empfangen, weil Gott dafür gesorgt hat, dass das Opfer immer angezündet werden konnte und das Feuer immer brannte, ob jemand kam oder niemand kam. Das Feuer auf dem Altar war Tag und Nacht, morgens, mittags, abends und bei Mitternacht. Ich bin sicher, die Priester, die mussten auch nachts ihren Dienst tun, denn das Feuer durfte nicht verlöschen, auch nicht in der Nacht.
[31:41] Das war das irdische Heiligtum. 400 Jahre lang hat es gedient, bis König David sagte: Es ist nicht recht, dass wir noch immer eine Campingkirche haben und wir wohnen in schönen Steinhäusern und Gott muss noch immer unter den Decken und Fällen dort. Wir bauen ihm ein Haus. Nein, sagte Gott, du David nicht, aber dein Sohn Salomo. Und so hat David nur das Baumaterial gesammelt und sein Sohn Salomo hat dann dafür gesorgt, dass ein Tempel daraus wurde. Aber was für ein Tempel! Schon die Einweihung war so gewaltig, dass der Altar nicht ausreichte, sondern sie haben den ganzen Vorhof benutzt, um zu opfern. So viele Tiere wurden zur Einweihung geschlachtet. Aber die Bibel erklärt uns und sagt, auch der Tempel Salomos war bestätigt worden von Gott, indem er durch das Feuer von oben, das Feuer Gottes, die Opfer akzeptiert hat.
[32:52] Der Salomonische Tempel blieb nicht mehr ganz 400 Jahre Mittelpunkt der Anbetung. Dann kam Nebukadnezzar der Zweite und hat Jerusalem eingenommen und hat es zerstört und den Tempel im Jahr 586 vor Christus. Übrigens die Bauzeit für den Tempel zur Zeit Salomos im Jahre 959 bis 951 war auch ungefähr sechs Jahre. Irgendwie scheint das so interessant zu sein. In sechs Tagen hat Gott die Welt geschaffen, in sechs Monaten wurde das Heiligtum in der Stiftshütte fertig und in fast sechs Jahren hat Salomo den Tempel gebaut. Im Jahre 586 also war der Tempel zerstört worden und das Volk ist 70 Jahre lang in die Gefangenschaft nach Babylon. Und als sie zurückkamen, hat Serubabel wieder versucht, den Tempel aufzubauen.
[34:02] Es war nicht mehr der Salomonische Tempel, er war ein bisschen weniger hübsch und diejenigen, die noch den alten Tempel kannten, haben geweint, als der neue eingeweiht wurde. 515 vor Christus unter Serubabel. Deshalb hat Herodes, einer von den Königen, gesagt: Wenn ich regiere, dann möchte ich jetzt einen Tempel bauen, dass die Leute wissen, mein Name soll mit diesem Tempel verbunden sein. Und im Jahre 21 vor Christus ist also der herodianische Tempel dann fertig geworden. Ein gewaltiges Haus, ein Haus, auf das sie alle stolz waren, überall, wo die Juden bis dahin verstreut waren in der Welt. Und die Jünger haben sogar Jesus aufmerksam gemacht, was für ein Haus und welche Steine. Aber Jesus musste ihnen sagen: Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben.
[35:06] Und als draußen auf dem Hügel Golgatha die Kreuze standen und Jesus starb an einem dieser Kreuze und der Vorhang zerriss, da wurde offenkundig, dass im Allerheiligsten dort keine goldene Bundeslade mehr stand. Schon lange nicht mehr. Die war zur Zeit eines Jeremia vor der Einnahme Jerusalems in Sicherheit gebracht worden. Wohin? Niemand weiß es bis heute. Aber der Prophet sagte, sie wird nicht mehr gemacht werden. Und sie wurde auch nicht mehr gemacht. Im Allerheiligsten lag nur ein Stein. Dennoch hat Jesus dieses Haus bestätigt, indem er selber dort war und indem er sagte: Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, das meines Vaters ist? Indem er die Händler vertrieb aus diesem Tempel und sagte: Macht nicht meines Vaters Haus zur Räuberhöhle. Für ihn war es immer noch seines Vaters Haus. Aber seit das Kreuz auf Golgatha stand und der Vorhang zerriss, ist jener Tempel bedeutungslos geworden für uns, weil wir jetzt unsere Blicke nach oben richten zu dem Tempel, in dem Jesus als unser großer, Hoher Priester seinen Dienst tut. Er ist jetzt der Mittelpunkt.
[36:47] Er war immer schon der Mittelpunkt und wenn ich wieder einmal zu euch kommen werde, dann werde ich als andere Fortsetzung dieser Gedanken über den Hohen Priester noch mehr zu sagen haben. Denn der Tempel war weder Museum, das man besichtigen wollte, noch war er Versammlungsraum, wo die Leute kamen, um Vorträge zu hören, sondern er hatte nur einen Sinn, wenn der Mann drinnen Dienst tat, zur Vergebung der Sünden, der die Hauptsache ist, der Priester, der Hohe Priester. Alles drehte sich um ihn und wenn er fehlte, dann war das Bauwerk als solches unnötig, überflüssig.
[37:32] Gott wollte seinem Volk, und ich möchte das zusammenfassend heute jetzt sagen, mit dem irdischen Heiligtum einige Lehren erteilen. Die erste Lehre, die ich daraus ziehe: Jede Einzelheit hat Lehren, Bezüge zum Leben Jesu, jedes Detail. Aber wenn ich die großen Züge nur betrachte, dann ist der erste Punkt der: Gott will bei seinem Volk wohnen. In 2. Mose 25, Vers 8, wird es vom alttestamentlichen Volk gesagt. 2. Mose 25, Vers 8: Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich unter ihnen wohne. Ist das nicht schön? Wir haben vorhin festgestellt, im Volk Israel, zur Zeit der Wüstenwanderung, konnte sich niemand verirren, auch wenn er noch so weit hinaus lief in die Wüste, bis er kein Zelt mehr sah. Was sah er immer noch? Die Wolken und die Feuersäule, bei Tag in gleißendem Sonnenlicht und bei Nacht wie tausend lodernde Fackeln. Man konnte sich nicht verirren, wenn man wusste, dass die Wolkensäule in der Mitte des Lagers über dem Allerheiligsten war.
[39:17] Schwestern und Brüder, wenn wir an das himmlische Heiligtum glauben, so wie die Bibel es uns lehrt, dann werden wir nicht in die Irre gehen und allerlei irrigen Ansichten, Meinungen und menschlichen Überlegungen zum Opfer fallen, so wie viele, die das Heiligtum nur für eine überholte Tradition halten. Haltet euch! Das Heiligtum gibt Orientierung und gibt Sicherheit, dort, wo man es glaubt. Ich will unter ihnen wohnen, das war im alten Bund Gottes Absicht und in 2. Korinther 6, Vers 16 bestätigt er das für unsere Tage, für die Zeit. 2. Korinther 6, Vers 16: Was hat der Tempel Gottes gemein mit den Götzen? Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes. Wie denn Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
[40:36] Ist es euch bewusst, dass hier die Gemeinde heute Tempel des lebendigen Gottes ist? Einmal die Gemeinde global, kollektiv, weltweit, ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes und jeder einzelne ein Stein darunter. Zum anderen die Gemeinden lokal, jede Ortsgemeinde, Tempel Gottes, wo zwei oder drei zusammen sind in meinem Namen, da bin ich. Und dieses da bin ich, ist der Ort der Anbetung, das ist der Tempel. Und sogar ganz individuell, wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Geistes Gottes ist? So gibt es also jene individuelle Dimension und die universelle Dimension. Aber der Tempel Gottes hatte als erstes, die Stiftshütte hatte als erstes den Auftrag uns zu zeigen: Gott ist bei uns, er ist mit uns. Und ich bin so glücklich in einer Gemeinde zu sein, in der ich wissen darf, der Herr ist heute in dieser Adventgemeinde. Er führt sie durch all die Turbulenzen unserer Zeit hindurch und sie wächst weltweit, auch die Gemeinde Bad Cannstatt.
[42:11] Das andere, was das Heiligtum uns lehren wollte und was man dann im Einzelnen noch ausführen kann, ist, dass Gott einen Weg gefunden hat, um dem größten Unfall, der passieren konnte im Universum, wieder Herr zu werden. Ihr wisst ja, bei den Atomanlagen nennt man das GAU, größter anzunehmender Unfall. Ein Super-GAU hat sich im Universum ereignet, als Satan gegen Gott rebellierte. Und als die Menschen auf die Seite Satans traten, gleich die ersten beiden, wie unglücklich. Aber Gott hat nicht aufgegeben und gesagt: Wir schreiben den Planeten ab, sondern er ist gekommen und suchte diesen Planeten. Und er hat einen Weg gefunden, wie er die Sünde im Herzen der Menschen überwinden kann. Wenn du bereit bist, dein Herz dem Herrn Jesus zu öffnen, dann übernimmt er deine alte menschliche Natur. Er hat sie am Kreuz kreuzigen lassen. Er starb unseren Tod, den wir verdient hätten, damit wir sein Leben, das wir nicht verdient haben, geschenkt bekommen.
[43:40] Das war die Lehre bei jedem Opfer. Jedes Tier, das dort zum Altar gebracht wurde, forderte diesen Glauben vom Gläubigen, dass er glaubte, dass das Tier für ihn die Schuld übernimmt. Auch damals war ein Opfer nicht deswegen etwas Automatisches. Viele haben Opfer gebracht, ohne mit dem Glauben, mit dem Herzen dabei zu sein. Und Gott sagte: Was soll mir die Menge eurer Opfer? Ich mag sie nicht riechen. Gleichzeitig hatte er doch die Opfer befohlen. Ja, ein Opfer, das gebracht wird im Blick auf Jesus, das vollkommene Opfer, wird akzeptiert. Ein Opfer, mit dem ich mir die Gunst Gottes erkaufen will, ist nichts wert. Meine Leistung gilt vor Gott nichts, sondern der Glaube allein.
[44:37] Und dann das Letzte. Lasst mich damit abschließen. Das waren nur drei kurze Streiflichter hinein in die Auslegung des Heiligtums. Wisst ihr, welches das letzte Fest war, das gefeiert wurde im Ablauf des Jahres? Es begann mit jenem Fest des Passah, an das wir ja bald wieder denken werden, auch als Christenheit. Und dann im Ablauf des Jahres drei Frühlingsfeste, eines mitten im Sommer und drei Herbstfeste. Aber das Letzte der Herbstfeste, wenn der große Versöhnungstag vorüber war, hieß Laubhüttenfest. Jom Kippur war noch großer Versöhnungstag und das ist die Zeit, in der wir heute leben, im antitypischen, im wirklichen großen Versöhnungstag im himmlischen Heiligtum, wo jeder noch sein Herz prüfen darf und die Gnade annehmen darf, solange noch Gnadenzeit herrscht. Aber dann kommt Laubhütten und auf die warte ich schon. Ihr auch? Laubhüttenfest ist jener große Festestag, jene große Festesfreude, wenn Gottes Volk heimkehrt nach Jerusalem. Nicht nach jener Kalkstadt, nach dem Kalkhügel in Palästina, sondern nach dem Jerusalem, von dem Paulus sagt, dass unser aller Mutter ist, die Troben ist, wo Jesus uns erwartet und dann wird Laubhütten gefeiert. Dank, Lob, Preis und Anbetung.
[46:20] Es war im Jahre 1974, als ich zum ersten Mal in Jerusalem war und ich erinnere mich wie heute an jenen Freitag. Freitag ist auch in Jerusalem damaliger Zeit ein sehr belebter Tag gewesen. Die Altstadt war voll mit Menschen, Massen von Leuten, die dort hin und her gerannt sind, ein Gewirr von Menschen und vielen Touristen dazwischen. Aber als der Freitagnachmittag begann, wurde es immer weniger und immer weniger und diejenigen, die dann noch auf der Straße waren, die konnte man leicht als Touristen identifizieren. Und dann, am späten Freitagnachmittag, dann sah man plötzlich dort eine Tür aufgehen und hier eine Tür aufgehen und heraus kamen meistens festlich gekleidete Menschen. Eine Familie, ein Mann, eine Frau, ein paar Kinder mit dem besten Gewand, das sie hatten. Und dann gingen alle in eine Richtung. Man brauchte nicht fragen, wo geht's hin? Sie liefen alle in die gleiche Richtung. Dort, wo heute eine der Umfassungsmauern des Tempelberges als heiligste Stätte für die gläubigen Juden dient. Es ist ja kein Stein von dem Haus Gottes, vom Tempel selber, auf dem anderen geblieben. Dort steht eine Moschee. Aber eine von den Umfassungsmauern, die sogenannte Klagemauer, ist noch geblieben. Alle strömten dorthin und schon von Ferne konnte man hören die Gesänge, den Reigen. Dann mussten wir uns trennen, meine Frau auf eine Seite, die Männer auf die andere Seite. Und dann begann ein Sabbat. Ein Sabbat wie aus dem Bilderbuch. Während es langsam dunkler wurde, sah man oben am Himmel eine Schar von Schwalbenkreisen mit ihrem Geschrei über den Köpfen der Leute.
[48:42] Und ich dachte daran, was in Psalm 84 geschrieben steht. Von Vers 3 an: Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn. Mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen. Deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar. Während ich den Schwalben zuschaute und mich unter die Zahl derer mischte, die dort standen zum Sabbatbeginn und den Sabbat willkommen hießen, dachte ich an dieses Psalmwort. Der Vogel hat ein Haus gefunden. In den Spalten dieser Quadern hatten die Schwalben ihre Nester. Und dann heißt es: Wohl denen, die in deinem Hause wohnen.
[50:06] Meine Schwester, mein Bruder, wo wohnst du? Bist du zu Hause nur in deinem Haus, Wohnung, die du gemietet hast, oder das Haus, das du gekauft, gebaut hast, oder in deinem Geschäft? Wo wohnst du? Und das läuft auf die Frage hinaus: Was ist die Hauptsache in deinem Leben? Wohl denen, die in deinem Hause wohnen. Wenn deine Gedanken und deine Gefühle jeden Morgen und jeden Abend dorthin gehen, wo du wirklich zu Hause bist, dann lobst du Gott immerdar. Der Herr möge uns Gnade schenken, dass wir als Gemeinde Gottes immer im Hause Gottes daheim sind. Um seines Namens willen. Amen.
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