Veröffentlicht am
1.207 Klicks

In diesem Vortrag von Helmut Haubeil geht es um die Bedeutung der täglichen Hingabe an Gott und der Erfüllung mit dem Heiligen Geist für ein lebendiges geistliches Leben. Er erklärt, warum eine tägliche Erneuerung der Beziehung zu Christus notwendig ist und wie die Bitte um den Heiligen Geist uns befähigt, ein reiches und erfülltes Leben zu führen. Anhand biblischer Texte und persönlicher Erfahrungen wird die Wichtigkeit der täglichen Andacht und des beständigen Vertrauens auf Gott hervorgehoben.

In dieser Predigt von Helmut Haubeil geht es um die Notwendigkeit einer täglichen Hingabe an Gott und der Erfüllung mit dem Heiligen Geist für ein lebendiges geistliches Leben. Er erklärt, warum eine tägliche Erneuerung der Beziehung zu Christus unerlässlich ist und wie die tägliche Andacht als Grundlage dafür dient. Anhand biblischer Beispiele und Zitate von Ellen White wird die Bedeutung des Heiligen Geistes für unser tägliches Leben beleuchtet.


Weitere Aufnahmen

Serie: Erweckungswochenende 2015: Schritte zur persönlichen Erweckung

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[1:30] Die letzte Stunde war eine schwere Stunde. Jetzt kommen die schönen Stunden. Unsere Probleme sind lösbar. Wie? Jesus sagt: „Bleibt in mir und ich in euch.“ Dazu gibt Ellen White folgende Erklärung: Das bedeutet ein beständiges Empfangen seines Geistes, ein Leben der Vorbehaltlosigkeit und ein ständiges Zufließen des Heiligen Geistes. Das Entscheidende ist, dass wir uns in der Regel täglich Gott weihen, und zwar mit allem, was wir sind und haben. Und dass wir zusätzlich täglich neu im Glauben der Erfüllung mit dem Heiligen Geist erbitten und empfangen.

[2:50] Wir wollen uns der ersten Frage zuwenden: Warum ist eine tägliche Lebensübergabe notwendig? Jesus sagt in Lukas 9, Vers 23: „Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“ Jesus sagt, unsere Nachfolge ist eine tägliche Angelegenheit. Das Kreuz tragen bedeutet an dieser Stelle nicht, dass wir jeden Tag Schwierigkeiten hätten. Wenn jemand das Kreuz getragen hat zur Zeit Jesu, dann war er zum Tod verurteilt, trug sein Kreuz und ging zur Hinrichtungsstätte. Und für uns meint das hier, dass wir dem Ich jegliches Recht absprechen, dass Jesus unser Leben bestimmen darf. Es geht also um dasselbe wie sich selbst verleugnen. Wichtig ist nun hier, dass wir etwas begreifen: Unser geistliches Leben wird von denselben Gesetzen bestimmt wie unser körperliches Leben.

[4:22] Ich habe mein Leben bei meiner Geburt empfangen, und dass ich es heute noch habe, verdanke ich der Tatsache, wo ich klein war, hat man mir was zu essen gegeben. Und danach habe ich selbst gegessen, getrunken, mich bewegt und so weiter. Gott hat mir das Leben zum Bleiben gegeben, aber es ist mir nur geblieben, weil ich die Mittel, die Gott zur Verfügung stellt, angewandt habe. Und um dasselbe geht es im geistlichen Leben. Wir haben unser geistliches Leben empfangen bei unserer grundlegenden, vollen Hingabe an Christus. Und danach gilt es auch, dieses geistliche Leben durch die Mittel, die Gott zur Verfügung gestellt hat, zu erhalten: durch den Heiligen Geist, durch das Gebet, durch den Umgang mit dem Wort Gottes, durch den Gottesdienst und anderes. Wir können in unserem körperlichen Leben nicht auf Vorrat essen, und wir können es auch in unserem geistlichen Leben nicht tun.

[5:43] Ellen White sagt: Jesus zu folgen erfordert, sich von ganzem Herzen zu bekehren und diese Bekehrung jeden Tag zu erneuern. Auch wenn unsere Hingabe bei der Bekehrung vorbehaltlos war, nützt uns das gar nichts, wenn wir sie nicht jeden Tag erneuern. Weihe dich Gott jeden Morgen. An anderer Stelle sagt sie: Wir sollen Christus Tag für Tag folgen. Gott gewährt keine Hilfe ihm voraus. Morris Wenden sagt: Wenn dir die Notwendigkeit einer täglichen Bekehrung bis jetzt noch nicht bewusst geworden ist, kann diese Erkenntnis zu einem wirklichen Durchbruch in deinem Leben führen. Und dann zitiert er Ellen White: „Wenn du die Gemeinschaft mit Christus suchst und jeden Tag bekehrt wirst, werden alle deine Klagen verstummen, alle deine Schwierigkeiten verschwinden und alle verwirrenden Probleme, denen du gegenüberstehst, gelöst werden.“ Bei Jesus zu bleiben, und zwar durch eine tägliche Erneuerung unserer Hingabe, ist ebenso wichtig, wie anfangs zu ihm zu kommen.

[7:29] Morris Wenden sagt noch: Die tägliche Verbindung mit Christus führt zur beständigen Hingabe, sich jeden Moment auf ihn zu verlassen. Gott ist bereit, große Dinge für uns, in uns und durch uns zu tun. John Wesley hat es so ausgedrückt: „Gott kann mit einem Mann, der sich zu 100% ihm verpflichtet hat, mehr tun, als mit einer ganzen Armee von Männern, die sich ihm nur 99% verpflichtet haben.“ Ja, Ellen White sagt: „Die Leib, Seel und Geist dem Herrn weihen, erhalten ständig neue geistige und körperliche Kraft. Mit äußerster Kraftentfaltung wirkt der Heilige Geist an Herz und Sinn, die Gnade Gottes vergrößert und vervielfältigt ihre Fähigkeiten, und die göttliche Vollkommenheit hilft ihnen bei der Rettung von Seelen. Trotz ihrer menschlichen Schwäche sind sie fähig, die Taten des Allmächtigen zu vollbringen.“ Wir sehen, unsere tägliche Hingabe, Bestätigung, die tägliche Bestätigung, dass ich bei meiner grundlegenden Hingabe bleiben will, ist sehr wichtig. Und ich meine, dasselbe ist ja auch in der Ehe. Wir haben irgendwann mal geheiratet und uns das Ja-Wort gegeben, aber auch da ist es doch wertvoll und wichtig, jeden Morgen sich in den Arm zu nehmen, zu küssen und zu bestätigen: Wir wollen den Weg weitergehen zusammen.

[9:35] So viel zum Thema tägliche Weihe, Bekehrung, Hingabe, Lebensübergabe. Nun die Frage: Warum sollte man täglich eine neue Erfüllung, eine Auffrischung mit dem Heiligen Geist erbitten? Die Bitte um Erfüllung mit dem Heiligen Geist ist eigentlich eine Bitte an Jesus, bei mir zu bleiben, denn er wohnt durch den Heiligen Geist in meinem Herzen. Und Gottes Wort sagt uns in 2. Korinther 4, Vers 16: „Der innere Mensch wird erneuert von Tag zu Tag.“ Unser inneres Leben bedarf der täglichen Pflege.

[10:27] Wodurch geschieht nun diese Erneuerung? Bitte lasst uns diese wunderbare Stelle aufschlagen in Epheser Kapitel 3. Wir lesen dort ab Vers 16 und 17. Vielleicht lest ihr zu Hause mal die Verse 14 bis 21. Epheser 3, jetzt Vers 16 und 17: „dass er Gott euch Kraft gebe, wie viel Kraft? Nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit und wozu stark zu werden? Wodurch? Durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen. Und was geschieht da? Dass Christus wohne durch den Glauben in euren Herzen.“ Und was macht er in meinem Herzen? „Und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet werdet.“ Ein anderer Hinweis auf die Frucht des Geistes, auf die charakterliche Veränderung. Und wohin führt das? Vers 19: „Damit ihr erfüllt werdet mit aller Gottesfülle.“ Wir haben drei wertvolle Stellen, die uns sagen: Jesus sagt es zuerst selbst: „Ich bin gekommen, dass sie das Leben in Fülle haben.“ Der Apostel Paulus sagt hier: „auf dass ihr erfüllt werdet mit aller Gottesfülle.“ Und in Kolosser 1 steht, dass in Jesus Christus die Fülle der Gottheit wohnt, und ihr habt diese Fülle in ihm. Gott ist nicht zufrieden mit einem armseligen Christentum. Nein, er will uns ein reiches Leben schenken.

[12:29] Aus diesen Texten ergibt sich jetzt folgendes: Erstens, es ist in der Regel nötig, jeden Tag eine neue Erfüllung, eine Auffrischung mit dem Heiligen Geist zu erbitten. Zweitens, dadurch wohnt Christus in uns. Drittens, er gibt uns Kraft nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit. Das ist Kraft Gottes, übernatürliche Kraft. Viertens, dadurch wird die Liebe Gottes in unser Herz gegeben. Und fünftens, das ist der Weg zu einem Leben in aller Gottesfülle.

[13:12] Einen weiteren wichtigen Text haben wir in Epheser 5, Vers 18. In unserem nächsten Sabbat beginnt eine neue Lektion, und da ist auch eine Lektion über den Heiligen Geist. Auch dort wird dieser Vers behandelt: Epheser 5, Vers 18: „Saufet euch nicht voll Wein, daraus ein unordentlich Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes.“ Ich habe mich gefragt, wieso stellt hier der Apostel Paulus den Alkohol im Gegensatz zum Heiligen Geist? Was suchen die Menschen denn durch Alkohol? Fröhlich zu werden, stark zu werden, die Hemmungen zu verlieren. Nicht wahr? Nur das dicke Ende kommt nach. Gott will uns durch den Heiligen Geist dieses frohe, starke, wertvolle Leben schenken. Und da gibt es kein schlimmes Ende, sondern ein wunderbares.

[14:37] In diesem Text ist dieses Bitten, dieses Vollwerden vom Heiligen Geist im Griechischen auch wieder geschrieben in Verlaufform. Und die griechischen Experten, zum Beispiel Bruder Johannes Mager, sagen uns: Es bedeutet, lasst euch beständig und immer wieder neu mit Geist erfüllen. Lasst euch beständig und immer wieder neu mit Geist erfüllen. Ellen White sagt: „Jeder Mitarbeiter Gottes sollte um die tägliche Erfüllung mit dem Geist Gottes bitten.“ An anderer Stelle sagt sie: „Wer von der Heiligen Schrift, dem Wort Gottes angesprochen wurde und ihren Lehren folgen möchte, muss täglich dazu lernen, täglich neuen Eifer und neue geistliche Kraft empfangen, die jedem wahren Gläubigen in der Gabe des Heiligen Geistes zur Verfügung steht.“ Wir sollen Christus Tag für Tag nachfolgen. Gott gewährt keine Hilfe im Voraus. Wir brauchen die beständige Verbindung mit dem göttlichen Beistand, damit wir vorwärts kommen. Vielleicht besitzen wir ein gewisses Maß des Geistes Gottes, aber durch Gebet und Glauben sollten wir beständig nach einem größeren Anteil des Geistes streben.

[16:18] Ich denke, es ist damit auch klar: Es ist wichtig, jeden Tag neu diese Kraft Gottes, den Geist Gottes zu empfangen. Nun, wenn es so wichtig ist, jeden Tag mein Leben Jesus neu anzuvertrauen und ebenfalls so wichtig ist, jeden Tag im Glauben den Heiligen Geist zu bitten und ihn zu empfangen. Ich frage euch: Welche Bedeutung kommt dann eigentlich unserer Morgenandacht zu? Welche Bedeutung hat unsere Andacht?

[16:57] Die tägliche Andacht und die Heiligung des Sabbats ist die Grundlage des geistlichen Lebens. Das ergibt sich deutlich aus dem Heiligtum. Im Heiligtum gab es jeden Tag ein Morgen- und Abendbrandopfer, und am Sabbat gab es zusätzlich ein Sabbatbrandopfer. Und welche Bedeutung hat ein Brandopfer? Das Brandopfer verkörperte die völlige Hingabe des Sünders an den Herrn. Hier behielt der Mensch nichts für sich. Alles gehört Gott. Ein Brandopfer war ein stellvertretendes Opfer, das meine Hingabe an Gott zum Ausdruck brachte. Die Stunden des Morgen- und Abendopfers, ich lese jetzt aus „Patriarchen und Propheten“, sah man als heilig an. Sie wurden für das ganze jüdische Volk zu bestimmten Gebetszeiten. Diese Gewohnheit ist für Christen Vorbild für ihre Morgen- und Abendandacht. Gott missbilligt zwar Zeremonien ohne den Geist der Anbetung, er sieht aber mit Wohlgefallen auf die, die ihn lieben und sich morgens und abends vor ihm beugen, um Vergebung ihrer Sünden zu erlangen und ihn um den notwendigen Segen zu bitten.

[19:02] Merken wir, dass die tägliche Andacht, insbesondere die Morgenandacht und der Sabbat, die Grundlage unseres geistlichen Lebens ist. Das macht uns zusätzlich klar, dass es täglich um volle Hingabe geht und täglich um den Heiligen Geist. Wer keine oder nur eine unzureichende tägliche Andacht hält, wird dann vielleicht einmal pro Woche gestärkt am Sabbat im Gottesdienst, aber er gleicht dann einem Menschen, der sich nur einmal pro Woche ernährt. Ich weiß nicht, wie lange das gut gehen würde, wenn du nur einmal die Woche essen würdest.

[20:04] Bedeutet das nicht von vornherein, wer nicht normalerweise eine Morgenandacht hält, dass der von vornherein ein fleischlicher Christ ist? Wenn wir fleischliche Christen sind, dann ist die Andacht so eine Art Pflichtübung. Ich kann mich noch erinnern, als unsere Andacht darin bestand, am Frühstückstisch den Kalenderzettel zu lesen und zu beten. Ja, entsprechend war auch das geistliche Leben mangelhaft. Wenn wir geistlich sind, dann wird die Andacht mehr und mehr zu einem Bedürfnis für uns.

[20:46] Ich habe damals, als ich noch Kaufmann war, mal das Brockhaus Taschenbuch gelesen. Ich war ein Gangster von Jim Faust. Dieser Mann war eigentlich ohne sein Zutun in eine Evangelisationsversammlung von Billy Graham geraten und hat in dieser Einversammlung seine Bekehrung erlebt. Und dann hat er sein ganzes Gangstertum, alles bekannt. Er ist zu den Firmen gegangen und hat gesagt: „Dann und dann das Material, was bei ihm gestohlen wurde, elektronisches Material, das habe ich gestohlen, ich will es bezahlen.“ Er hatte einen Meineid geschworen. Deswegen saß ein Polizist im Gefängnis. Er schrieb, damit der Polizist frei wird, an das Gefängnis, ans Gericht, dass das ein Meineid war und damit der Polizist frei wird, hat er eine Kopie an die Tageszeitung gegeben von seinem Bekenntnis. Auf Meineid steht in allen Nationen Zuchthaus, schwere Strafe. Die Richter haben sich mit der Frage befasst und haben gesagt, dass er schuldig ist, ist klar, aber wir werden ihn freisprechen. Wenn wir ihn wieder ins Gefängnis stecken, dann wird er wieder der alte Kerl. Der Mann hat sichtlich eine Veränderung erlebt. Sie haben ihn freigesprochen. Das war vom Geist Gottes gewirkt.

[22:42] Dieser Mann hat Erfahrungen mit Gott gemacht, die mir völlig abgegangen sind. Ich dachte bei mir: Mir geht es gut. Ich habe eine nette Familie, wir wohnen im Allgäu in einer wunderschönen Gegend, ich habe eine gute Stellung, wir sind in der Gemeinde. Aber solche Erlebnisse habe ich nicht. Das hat dazu geführt, dass ich dann eine Entscheidung getroffen habe. Ich habe gesagt: „Lieber Gott, ich will jetzt auch alle meine Sünden bekennen, die ich weiß, und alle, die du mir irgendwann noch zeigen wirst. Und dann will ich jetzt eine Stunde früher aufstehen, und diese Stunde gehört dir. Und dann will ich sehen, ob sich auch in meinem Leben etwas verändert, ob du auch bei mir eingreifst.“ Lob und Dank! Gott hat eingegriffen. Und seit fast 50 Jahren ist nun diese eine Stunde Morgenandacht in allen verschiedenen Lebensaufgaben ein Anker meines Lebens. Durch die Andacht wird unser Leben positiv verändert.

[24:14] Dann wollen wir mal kurz zurückkommen auf den Punkt, den wir heute Vormittag erwähnt hatten: Irrtümliche Auffassungen vom Heiligen Geist erfüllt zu sein, wenn man es in Wirklichkeit gar nicht ist. Manche meinen, dass sie mit dem Heiligen Geist erfüllt seien, weil sie getauft sind und damit sei dann alles in Ordnung und es sei nichts weiter nötig. D. L. Moody sagt dazu: „Eine große Anzahl denkt, weil sie einmal erfüllt wurden, damit seien sie für alle Zeit erfüllt.“ Oh, meine Freunde, wir sind löchrige Gefäße. Es ist notwendig, dass wir alle Zeit direkt unter der Quelle bleiben, um voll zu sein.

[25:11] Und ein anderes Zitat sagt: „In allen Fällen, in denen die Taufe als Beweis für die Gabe des Geistes angesehen wird, wird der reue Sünder in fleischliche Sicherheit gelullt. Er vertraut ausschließlich auf seine Taufe als Zeichen der Gunst Gottes. Die Taufe und nicht der Geist in seinem Herzen wird sein Unterpfand oder sein Zeugnis.“ Die Taufe ist ja eine bedeutende Entscheidung, ist ja ein Schritt, der von Gott her vorgegeben ist und notwendig ist, und dieser Schritt wird seine Bedeutung behalten. Aber hinsichtlich der Erfüllung mit dem Heiligen Geist geht es nicht darum, heute zu fragen und sich zu verlassen auf ein Ereignis in der Vergangenheit, sondern es geht darum, dass ich jetzt und heute weiß, ob ich mit dem Heiligen Geist erfüllt bin.

[26:24] Nicht alle Menschen haben den Heiligen Geist bei ihrer Taufe empfangen. Es gibt welche, Cornelius und seine Leute und Paulus, die haben den Heiligen Geist vor der Taufe empfangen. Dann gibt es andere, die Samariter, die zwölf Männer in Ephesus, die haben den Heiligen Geist nach der Taufe empfangen. Es kommt nicht darauf an, ob wir ihn vor, bei oder nach der Taufe empfangen haben. Es kommt darauf an, dass wir ihn überhaupt empfangen haben, dass wir wiedergeborene Christen sind. Denn Jesus sagt: „Wer nicht von neuem geboren ist, wird nicht in das Reich Gottes kommen.“ Aber danach geht es, in Christus zu bleiben. Und das hat mit dem täglichen Empfangen des Heiligen Geistes und mit der täglichen Hingabe zu tun.

[27:21] Manche Verwirrung kommt daher, weil der eine oder andere denkt, in Johannes 14, wo Jesus den Jüngern ankündigt, dass er weggeht und der Heilige Geist kommt, der andere Tröster, da sagt er: „Der wird bei euch bleiben.“ Jesus meint an dieser Stelle nicht den einzelnen Christen, sondern er meint, der Heilige Geist, wenn er jetzt kommt, der geht nicht wieder weg wie ich, sondern der wird bleiben. Der Heilige Geist bleibt auf dieser Erde, bis Jesus wieder kommen wird und wird hier seinen Dienst tun. Aber dann sagt Jesus das auch von dem einzelnen Gläubigen: „Er wird bei euch bleiben und wird in euch sein.“ Aber das hat damit zu tun, dass wir täglich das Nachströmen des Geistes Gottes brauchen. Er bleibt nicht automatisch bei uns.

[28:33] Es gibt darüber noch ein deutliches Zitat von Schwester Weit, ich habe es jetzt nicht zur Hand, dass es nicht auf natürliche Weise geschieht oder dass Gott ein Riesenwunder tut, sondern es geht darum, dass wir die Mittel, die Gott uns zur Verfügung gestellt hat, dass wir auch davon Gebrauch machen. Ich denke, es sollte uns schon das Beispiel Jesu genügen, dass Jesus täglich um den Heiligen Geist gebetet hat. Denken wir also daran: Wir brauchen den Heiligen Geist täglich. Wir können weder auf Vorrat essen, noch auf Vorrat den Heiligen Geist empfangen. Und ich denke, damit ist dieser Punkt ausreichend klar.

[29:24] Die Frage nun: Bin ich vom Heiligen Geist erfüllt? Ich werde jetzt eine Reihe Fragen vorlesen. Jeder möge sich selbst Antwort geben. Ich lasse nach der Frage etwas Zeit. Ist etwas vom Wirken des Heiligen Geistes in meinem Leben zu bemerken? Hat er mir zum Beispiel Jesus wirklich als Person groß und lebendig gemacht? Beginne ich die innere Stimme des Heiligen Geistes zu hören und zu verstehen? Kann er mich in den großen und kleinen Entscheidungen meines Lebens führen? Ist in mir eine neue Art von Liebe für andere Menschen erwacht? Schenkt mir der Heilige Geist zartes Mitgefühl und tiefe Sorge um Menschen, die ich mir normalerweise nicht als Freunde aussuchen würde? Erlebe ich immer wieder, wie mir der Heilige Geist hilft, mit meinen Mitmenschen umzugehen? Gibt mir der göttliche Helfer zum Beispiel die rechten Worte, die das Herz eines Menschen erreichen, der in Sorge ist und Kummer hat? Gibt der Heilige Geist mir die Kraft, damit ich anderen das Leben Jesu bringen und sie in Jesu Reich führen kann? Erlebe ich, wie der göttliche Helfer mir in meinen Gebeten beisteht und mir hilft, die tiefsten Gefühle meines Herzens vor Gott recht auszubreiten?

[31:48] Ich denke, wenn wir diese Fragen gehört haben, dann sehen wir jeder, welch großes Bedürfnis wir haben, mehr vom Heiligen Geist zu erfahren, zu empfangen oder überhaupt damit zu beginnen. Ich möchte mit zwei Erfahrungen schließen.

[32:07] Eine Gemeinde schrieb Folgendes: „Wir motivierten die Gemeindeglieder, die Broschüre ‚Schritte zur persönlichen Erweckung‘ zu lesen. Am Sabbat hörten wir eine Predigt über das 40-Tage-Andachtsbuch und gaben auch den Geschwistern Raum, ihre Erfahrungen der Broschüre zu schildern. Am folgenden Sonntag begannen wir dann mit dem Studium des 40-Tage-Buchs. Nach 20 Tagen ist ein Austausch mit Predigt und Potluck geplant. Wir erleben, dass viele Gemeindeglieder sehr motiviert sind. Wir haben den Wunsch, die schwierige Gemeindesituation zu überwinden und für den Heiligen Geist offen zu sein. Wir müssen zuerst einsehen, dass wir einen Mangel haben, und dann kommt diese Sehnsucht, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden.“ Bis zum folgenden Sabbat hatten fast alle Geschwister die Broschüre „Schritte zur persönlichen Erweckung“ gelesen, manche sogar mehrmals. So berichteten acht Personen im Gottesdienst ihre Erfahrungen mit dieser Broschüre. Viele meinten, sie verspürten einen neuen Geist. Alle 40-Tage-Andachtsbücher wurden verteilt. Durch das Gebet füreinander entsteht viel Nähe zueinander. Ich bin so froh, dass sich etwas bewegt und bin sehr zuversichtlich.“

[34:05] Eine Gemeinde hier in der Nähe, Gemeinde Ludwigsburg, schrieb Folgendes: „Zunächst studierten wir das 40-Tage-Buch gemeinsam als Ehepaar und erlebten großen persönlichen Gewinn und Segen in der gemeinsamen Gebetszeit. Danach organisierten wir zweimal pro Woche Gebetstreffen in der Gemeinde Ludwigsburg und lasen das Buch mit unseren Geschwistern. Wir erfuhren in diesen 40 Tagen ganz deutlich Gottes Segen und seine Führung und erlebten viele Wunder. Gott erfrischte und erweckte uns als Gemeinde. Geschwister, die sich vorher nicht trauten, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen, sprachen plötzlich von selbst Menschen an. Gott schweißte uns als Gemeinde durch das gemeinsame Gebet enger zusammen. Besondere Erfahrungen durften wir in der Fürbitte und Begleitung der 5 Personen machen, für die wir während der 40 Tage beteten. Gott hatte an diesen Menschen besonders gewirkt. Immer wieder tauchen Menschen von der Straße plötzlich am Sabbat im Gottesdienst auf. Eine Familie davon betreuen wir nun mit Bibelstunden. Sie hatten den Sabbat aus Videos im Internet und durch das Buch ‚Vom Schatten zum Licht‘ kennengelernt und waren schon länger auf der Suche nach einer Gemeinde.“

[36:01] Geschwister, Gott will, dass wir froh und stark werden im Glauben. Gott will seine Gemeinde erwecken. Gott will durch die Gemeinde dann die Welt erwecken. Und die Not auf dieser Welt ist so groß. Der Einzige, der diese Not überblickt, ist unser großer Gott. Und es muss Gott das Herz wehtun bei all diesem Erdleid. Gott will das Werk abschließen. Lassen wir uns durch ihn vorbereiten. Amen.

[36:46] Da wir noch ein bisschen Zeit haben, möchte ich nochmal hinweisen auf die Literatur, die wir zu diesen Fragen lesen können. Das meiste, was wir heute besprechen, ist in der Broschüre „Schritte zur persönlichen Erweckung“ enthalten. Vielleicht lest ihr es auch nochmal. Dann das 40-Tage-Buch Nummer 1 ist vielen zum Segen geworden.

[37:25] Ich möchte noch eines sagen: Ich hatte Vietnam erwähnt heute Morgen, als es darum ging, dass wir gebeten wurden in Bad Aibling 10.000 Bücher für Vietnam zu finanzieren. Da habe ich zurückgefragt, wie viele Glieder haben die denn in Vietnam. Es waren 9.000, so und so viel. Dann dachte ich, warum wollen die dann 10.000 Bücher, das sind ja auch Familien. Dann habe ich mitgeteilt bekommen, diese knapp 10.000 Glieder, die sind in den registrierten Gemeinden. Und in Gemeinden im Untergrund haben wir weitere 350.000 Glieder. Geschwister, darüber kann nichts geschrieben werden, 350.000 Glieder im Untergrund.

[38:33] Jetzt, es wird im nächsten Missionsbrief drinstehen, der erste Ausländer, der Erlaubnis bekommen hat, in Vietnam zu sprechen, war Bruder Wilson, der Präsident der Generalkonferenz. Er war vor kurzem in Vietnam. Die Predigt, die wir heute Morgen gehört haben: „Jesu kostbarstes Geschenk – dies in dieser Broschüre: ‚In Jesus bleiben‘.“ Das ist Teil 2 zu „Schritte zur persönlichen Erweckung“. All diese Dinge sind hinten am Büchertisch zu haben. Und außerdem gibt es noch das 40-Tage-Buch II. Viele, die das 40-Tage-Buch II studieren, stellen fest, dass es wirklich in die Tiefe führt. Es heißt ja: „Zur Vertiefung deiner Gottesbeziehung.“ Das tut es wirklich und kann es tun an uns.

[39:33] Dann ist inzwischen das 40-Tage-Buch III herausgekommen, über Gesundheit in der Endzeit. Es ist noch ein 10-Tagebuch herausgekommen von Bruder Dennis Schmiss. Und dieses 10-Tagebuch hat folgendes Konzept, das sicher auch viele interessieren wird: Man kann die 10 Kapitel des 10-Tagebuches entweder in 10 Tagen durchnehmen, oder man trifft sich einmal pro Woche und nimmt es in 10 Wochen durch. Wenn wir es in 10 Wochen durchnehmen, haben wir die Gelegenheit, gleichzeitig auch wieder für je fünf unerreichbare Menschen in unserer Umgebung zu beten, dass sie offen werden für Gott. Und nach den 10 Wochen werden dann diese Menschen, für die wir gebetet haben, in den neu startenden Hauskreis eingeladen, der mit den 10 Tagen bzw. 10 Wochen wieder von vorne beginnt.

[41:00] Eine gute Möglichkeit. Und als wir jetzt vor kurzem in Esslingen die Tagung hatten über Erweckung und Heiligen Geist, war die letzte Stunde über die Bedeutung der Hauskreise für die Aufrechterhaltung meines persönlichen Glaubens als eine Möglichkeit, das Evangelium weiterzugeben. Und es sind viele Menschen nach vorne gegangen, viele Geschwister haben bekundet: „Wir wollen einen Hauskreis gründen und wollen auf diese Weise weitergehen.“ Wenn ihr Fragen habt, dazu dürft ihr gerne mich fragen, dürft ihr auch gerne Bruder und Schwester Konrad fragen, die am Büchertisch sind, oder auch eure Prediger und Gemeindeleiter, denn die Literatur ist ja den meisten bekannt. Vielen Dank.

[42:06] Ich darf noch hinweisen: Die letzte Stunde, die wir noch vor uns haben, ist vielleicht von allem die wichtigste und die schönste, denn es geht darum, wie wir auf einem Weg, den uns das Wort Gottes zeigt, so beten können, dass wir nach unserer Bitte um den Heiligen Geist auch wissen dürfen: Ich habe ihn empfangen. Gott schenke uns allen seine Gnade.


Lizenz

Copyright ©2014 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.