[1:30] Liebe Glaubensgeschwister, liebe Freunde, ich begrüße euch alle herzlich. Wir wollen uns sammeln und das Wort Gottes in unser Herz aufnehmen. Das Thema heißt Jesu kostbarstes Geschenk.
[1:49] Die Jünger waren sehr beeindruckt über die Taten Jesu und kamen zur Erkenntnis, dass die große Wirksamkeit von ihm zusammenhängt mit seinem Gebetsleben. Und so baten sie ihn: „Herr, lehre uns beten.“ Jesus hat ihnen daraufhin Gebetsunterricht gegeben in drei Teilen: Erstens das Vaterunser, zweitens das Gleichnis vom bittenden Freund und drittens die Notwendigkeit zu bitten um den Heiligen Geist. Lasst uns das aufschlagen in Lukas Kapitel 11.
[3:10] In den Versen 5 bis 8 haben wir das Gleichnis vom bittenden Freund. Und da ist das Problem: Der Mann bekommt Besuch spätabends, unerwartet, und er hat nichts, was er ihm vorsetzen kann. Er sagt: „Ich habe nichts.“ Dann geht er zu dem Nachbarfreund und bedrängt ihn mitten in der Nacht, ihm etwas zu geben, und er empfängt.
[3:44] Und nun zeigt Jesus in dem Gleichnis vom bittenden Freund, dass wir nichts haben. Wir haben auch nichts zum Weitergeben. Und nun verbindet er dieses Gleichnis mit der Bitte um den Heiligen Geist. Leider kommt es in der Luther-Übersetzung nicht heraus. Nach diesem Gleichnis sagt er: „Deswegen sage ich euch: Bittet, so wird euch gegeben.“ Er betont sehr stark, dass wir um den Heiligen Geist bitten sollen. Sechsmal gebraucht er das Tätigkeitswort „bitten“. Zweimal ersetzt er es durch „suchen“ und weitere zweimal ersetzt er es durch „anklopfen“.
[4:41] Ich lese es jetzt ganz betont, dass wir das sehen, wie wichtig das für Jesus war. Ab Vers 9: „Bittet, so wird euch gegeben. Suchet, so werdet ihr finden. Klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt, und wer da sucht, der findet, und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“
[5:22] „Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater ums Brot, der ihm einen Stein gebe? Und so er ihn bittet um einen Fisch, der ihm eine Schlange für den Fisch biete? Oder so er um ein Ei bittet, der ihm ein Skorpion dafür biete? So denn ihr, die ihr arg seid, könnt euren Kindern gute Gaben geben. Wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben, denen, die ihn bitten?“
[6:01] Dieses letzte Bitten ist in der griechischen Sprache in Verlaufform geschrieben. Das heißt, es geht nicht darum, einmal zu bitten, sondern fortlaufend zu bitten, im Bitten zu bleiben. Merken wir etwas? Weil wir nichts haben, sagt Jesus. Deswegen: „Bittet, so wird euch gegeben.“
[6:32] Warum haben wir einen Mangel am Heiligen Geist? Jakobus 4, Vers 2 sagt: „Ihr bittet und empfangt nicht, weil ihr übel bittet.“ Und davor sagt er noch: „Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet.“ Unser Mangel am Heiligen Geist hat zu tun mit einem Mangel darum zu bitten.
[6:58] Der Heilige Geist ist die höchste Gabe, die Gott uns geben kann. Es ist die Gabe, die alle anderen Gaben mit sich bringt. Und sie ist das Krönungsgeschenk Jesu, als er eingesetzt wurde, wieder in Macht und Herrlichkeit, alle Macht im Himmel und auf Erden übernommen hat. Dann gibt er dieses Geschenk seinen Jüngern. Und er sagt beim Abschied, dass es gut ist für sie, dass er geht und dass der Heilige Geist kommt.
[7:35] Aus dem einfachen Grund: Als Mensch war Jesus ortsgebunden. Er konnte nur in Jerusalem sein oder in Kapernaum. Aber der Vorteil durch den Heiligen Geist besteht darin, dass Jesus bei jedem Menschen sein kann durch den Heiligen Geist.
[8:05] Nun, da dieses Geschenk eine so große Gabe ist, daraus ergibt sich, dass dieses Geschenk auch niemand nachgetragen wird. Die bekommen es, die darum bitten. Und wenn wir die Bibel lesen, dann stellen wir fest, dass Gott an uns die Erwartung in folgenden Punkten hat zum Empfang des Heiligen Geistes: Verlangen nach Gott. Johannes 7,37: „Wen da dürstet?“ Gott vertrauen, glauben. „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt.“ Johannes 7,38. Wer sich aus Gott vertrauen, Gott ganz weit und bereit ist, ihm in allem zu folgen, gebt eure Leiber zum Opfer.
[9:07] Der Heilige Geist wird denen gegeben, die ihm gehorchen. Er wird denen gegeben, die Abstand nehmen von Sündigen. Denn Psalm 66 sagt: „Wenn ich Unrechtes vorhätte in meinem Herzen, dann würde der Herr nicht hören.“ Und, was wir schon gerade besprochen haben: Gott gibt den Heiligen Geist denen, die wissen, dass sie nichts haben, die ihre Bedürftigkeit erkennen und die darum bitten.
[9:44] Der Heilige Geist ist die Quelle des erfüllten Lebens. Jesus hat selbst gesagt: Er ist gekommen, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben. Und dieses Leben in Fülle vergleicht er in Johannes 7,38: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Das sagt er vom Heiligen Geist. Ist das nicht ein guter Vergleich? Leben in Fülle, Ströme lebendigen Wassers.
[10:26] Hat Jesus uns denn in seinem Erdenleben ein entsprechendes Beispiel gegeben? Wir wissen alle, Jesus wurde gezeugt im Mutterleib durch den Heiligen Geist. Als er getauft worden war, aus dem Wasser stieg, am Ufer betete, tat sich der Himmel auf und der Heilige Geist kam auf ihn hernieder wie eine Taube.
[10:55] War es unter diesen Umständen auch für Jesus wichtig, jeden Tag um den Heiligen Geist zu bitten und ihn neu zu empfangen? Ellen White sagt: „Morgen für Morgen hatte Jesus Kontakt mit seinem Vater im Himmel. Er empfing von ihm täglich eine frische Erfüllung mit dem Heiligen Geist.“ Sein eigenes Beispiel beweist, dass ernstes, anhaltendes Gebet zu Gott im Glauben den Menschen den Beistand des Heiligen Geistes im Kampf gegen die Sünde zu verschaffen vermag. Auch Jesus bedürfte täglich des Heiligen Geistes. Ja, er hat uns ein deutliches Beispiel gegeben und er hat es uns sehr eingehend, liebevoll und dringend ans Herz gelegt.
[12:07] Und ein ganz wichtiger Vorgang, einer von beiden wichtigen Vorgängen: Es geht einmal um unsere charakterliche Veränderung und zum anderen, dass wir als veränderte Menschen Zeugen für ihn sind. Warum haben fünf der zehn Jungfrauen gesagt bekommen von Jesus: „Ich kenne euch nicht“ im Gleichnis? Uns wird erklärt: Der Grund war, dass die törichten Jungfrauen Gott deswegen nicht kennen, weil sie ihr Leben nicht dem Wirken des Heiligen Geistes anvertraut haben.
[12:58] Unsere Erlösung hängt nicht davon ab, in erster Linie, was wir wissen, sondern davon, wen wir kennen. Wissen ist wichtig, aber das verstandesmäßige Wissen über Gott ist nicht dasselbe wie eine innige, von Herzen ausgehende, intime Vertrautheit.
[13:25] Es geht um unsere Charakterveränderung, und über diese Charakterveränderung hat Jesus uns ein besonderes Gleichnis gegeben: das Gleichnis vom Sauerteig. Wenn wir es lesen, denken wir gar nicht daran, dass das von der Charakterveränderung vom Heiligen Geist handeln könnte. Es steht in Lukas 13, Verse 20 bis 21: „Und abermals sprach er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist einem Sauerteig gleich, welchen eine Frau nahm und vermengte ihn unter drei Scheffeln Mehl, bis dass es ganz durchsäuert war.“
[14:19] Sauerteig wird beim Backen verwendet, wird in den Teig hineingegeben, damit er locker wird, dass er für den menschlichen Geschmack geeignet wird. Und dieser Prozess, der ganz klein anfängt, geht bis dorthin, bis dass es ganz durchsäuert war. Jesus spricht hier vom Himmelreich, vergleicht den Sauerteig mit dem Himmelreich.
[14:51] Wir haben in der Lektion gesprochen über das Himmelreich und über das Reich des Gegenspielers. Beide Reiche sind personifiziert: das eine in Jesus und das andere in Satan. Ja, Jesus erklärt das näher, und wir müssen das noch bedenken, bevor wir das Gleichnis nun näher betrachten, dass Jesus sagt: „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden, sondern das Reich Gottes ist mitten unter euch.“
[15:33] Wodurch war das Reich Gottes mitten unter ihnen? In Jesus als Person. Jesus als personifiziertes Reich Gottes war unter ihnen. Und wie beginnt das Reich Gottes in uns? Durch die Aufnahme Jesu. „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden.“ Das Reich Gottes beginnt in uns durch die Aufnahme Jesu. Und Jesus ist in unserem Herzen nur durch den Heiligen Geist.
[16:16] Nun die drei Erkenntnisse, die Jesus uns im Gleichnis vom Sauerteig nahebringen will, wie diese Veränderung unseres Charakters vor sich geht. Die erste Erkenntnis: Dieser Vorgang geht ganz still vor sich. Ellen White sagt: „Im Gleichnis des Heilandes jedoch soll der Sauerteig das Himmelreich darstellen. Er ist dort ein Bild für die neubelebende, umgestaltende Kraft der göttlichen Gnade.“ Nur der Heilige Geist kann eine solche, derartige Wandlung erzielen. Es geht hier um eine innere Kraft. Es geht um eine stille Veränderung unseres Charakters.
[17:16] Wenn Menschen in biblischer Zeit das erste Mal den Heiligen Geist empfangen haben, dann war das teilweise mit sichtbaren oder hörbaren Umständen verbunden. Aber unsere charakterliche Veränderung, die geht ganz still vor sich. Wir merken im Moment von dieser Veränderung nichts. Wir merken erst ein bestimmtes Ergebnis oder Zwischenergebnis und dann wieder ein weiteres Ergebnis.
[17:50] Ich habe mich gefragt: Warum hat Gott diesen Weg gewählt, das so still zu tun? Was für einen Grund hat er? Prüft er uns, ob wir dabei bleiben, um den Heiligen Geist zu bitten, wenn wir nicht direkt etwas merken? Oder hat es damit zu tun, dass grundlegendes Wachstum Zeit braucht? Denken wir: Im Februar war alles kahl, jetzt ist alles herrlich grün. Ein gewaltiger Vorgang in der Natur, wir haben nichts davon gehört. Die Veränderung unseres Charakters geht still vor sich.
[18:34] Die zweite Erkenntnis, die Jesus uns vermitteln will: Die verändernde Kraft kommt von außen. In unserem Buch „Christi Gleichnisse“ oder der moderne Titel „Bilder vom Reich Gottes“ steht: „Der Mensch kann sich trotz großer Willensanstrengung nicht selbst umbilden. Dazu reicht seine Kraft nicht.“ Bevor das Mehl sich in der gewünschten Weise innerlich verändern kann, muss Sauerteig hinzugefügt werden. Also etwas, das völlig von außen kommt. Das ist ein entscheidender Punkt.
[19:25] Wir werden in dieser Welt total gegensätzlich unterrichtet. Ob wir an den Humanismus denken oder bestimmte Bereiche der Pädagogik oder an New Age oder die Philosophie – alle Lehren, die Kräfte sind in uns. Wir müssen sie nur auf diese oder jene Weise erwecken. Häufig wird heute von Selbstverwirklichung gesprochen. Es ist ein Stichwort unserer Zeit: Selbstverwirklichung.
[20:10] Der Apostel Paulus sagte von sich, und er meint das auch von dir und mir: „In mir wohnt nichts Gutes.“ Was wird das Ergebnis sein, wenn wir uns selbst verwirklichen? Wir können das Ergebnis nachlesen in 2. Timotheus 3, Vers 1. Ich zitiere nur den Anfang: „In den letzten Tagen werden schlimme Zeiten sein.“ Dann kommt eine lange Liste von egoistischen Verhaltensweisen. Der Egoismus ist die Verhaltensweise, die unsere Zeit dominiert.
[20:53] Es geht für uns nicht um Selbstverwirklichung, sondern um Christusverwirklichung. „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“
[21:06] Eine Schwester schrieb mir, nachdem sie die Broschüre „Schritte zur persönlichen Erweckung“ gelesen hatte: „Es ist einfach überwältigend. Meine persönliche Einstellung zu Jesus ist viel enger geworden. Meinen Selbstwert habe ich in ihm gefunden.“ Ich habe mich sehr gefreut, als ich das gelesen habe. Und darum geht es, dass wir unseren Selbstwert in Christus finden. Unser Christuswert ist viel höher. Gott hat ein unendlich großes Opfer für uns gegeben. Und nach diesem Wert sollten wir uns einschätzen.
[21:52] Sir Winston Churchill, er war der Premierminister Großbritanniens im Zweiten Weltkrieg. Er soll nach dem Krieg gesagt haben: „Wir haben alle Dinge in den Griff bekommen. Mit einer Ausnahme: den Menschen.“ Ich denke, er hat es recht erkannt. Der Mensch kann nicht durch menschliche Maßnahmen verändert werden. Dazu ist die Kraft Gottes, die Kraft des Heiligen Geistes notwendig.
[22:31] Und dazu ist noch etwas wichtig. In 2. Korinther 4, Vers 16 sagt uns das Wort Gottes ein ganz wichtiges Gesetz: „Der innere Mensch wird erneuert von Tag zu Tag.“ Deswegen sagt der Apostel Paulus auch: „Ich sterbe täglich.“ Es geht um tägliche Erneuerung des inneren Menschen. Und daher geht es auch um die tägliche Bitte um den Heiligen Geist.
[23:05] Die dritte Erkenntnis, die Jesus uns im Gleichnis vom Sauerteig vermitteln will, wie die Veränderung unseres Charakters vor sich geht, ist: Der Heilige Geist beginnt die Veränderung unseres Charakters an unserem Herzen und nicht außen. Ich zitiere noch mal „Bilder vom Reich Gottes“: „Wenn der Sauerteig ins Mehl gemischt ist, wirkt er von innen nach außen. So ändert auch die Gnade Gottes unseren Lebenswandel, indem sie das Herz erneuert.“ Eine nur äußerliche Wandlung genügt nicht, um mit Gott ins Reine zu kommen.
[23:58] Und jetzt kommt was Wichtiges. Viele versuchen sich durch das Ablegen dieser oder jener schlechten Gewohnheit zu ändern und hoffen so, Christen zu werden. Indes, sie fangen es falsch an. Wir müssen mit dem Herzen beginnen. Die Veränderung muss durch den Heiligen Geist am Herzen beginnen. Die äußeren Veränderungen können nicht das Herz verändern. Aber unser Herz muss verändert werden.
[24:43] Noch mal „Christi-Gleichnisse“: „Sich zu Glaubenslehren zu bekennen oder aber die Wahrheit ins Herz aufgenommen zu haben, das sind zwei grundverschiedene Dinge. Die bloße Kenntnis der Wahrheit genügt nicht. Wir können sie besitzen, ohne dass sich die Hauptrichtung unserer Gedanken ändert. Das Herz muss bekehrt und geheiligt sein.“
[25:17] Wer die Gebote aus Pflichtgefühl zu halten versucht, weil man es eben von ihm verlangt oder erwartet, wird nie die Freude erfahren, die der Gehorsam in sich birgt. Denn in Wirklichkeit gehorcht er gar nicht. Solange wir die Forderungen Gottes als eine Last ansehen, weil sie unseren menschlichen Neigungen zuwiderlaufen, solange führen wir kein christliches Leben. Wahrer Gehorsam kommt von innen.
[25:59] Wir wollen festhalten die drei Punkte, wie der Heilige Geist unseren Charakter verändert: Erstens, er macht es ganz still. Wir merken dann ein Ergebnis. Zweitens, die verändernde Kraft muss von außen in unser Leben hineinkommen. Und drittens, der Heilige Geist beginnt an unserem Herzen.
[26:35] Ist uns mal aufgefallen, welches das letzte Wort des erhöhten Herrn an die Gemeinde Laodizea war? Er sagt ihr: „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ Der erhöhte Herr fordert auch die letzte Gemeinde auf: „Hört auf den Geist Gottes.“ Solange wir nicht im Heiligen Geist leben, sind wir leider noch nicht dort, wo Gott uns haben will.
[27:17] Vielleicht sagst du: „Ob Gott auch mich verändern kann?“ Vielleicht denkst du, bei dir ist das sehr schwierig. Ich denke, wir sollten hier mal nachdenken. Kann ein Künstler ein wunderschönes Gemälde malen, auch auf schlechter Leinwand? Kommt es auf das Material zuerst an oder kommt es auf den Künstler an? Wenn wir unser Leben in die Hände Gottes legen, dann kann er unser Leben verändern.
[28:03] Eine Lehrerin einer adventistischen Schule hat bei einer Freizeit Folgendes aus ihrem Leben und danach von ihrem Dienst erzählt. Sie sagte: „Als vor etwa einem Jahr in meiner Heimatgemeinde die Broschüre ‚Schritte zur persönlichen Erweckung‘ verteilt wurde, hatte ich das Heft innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Schon während des Lesens machte ich mehr Erfahrungen mit Gott als je zuvor, und das faszinierte und ermutigte mich. Dann fand ich im Anhang der Lektüre den Hinweis: ‚Pädagogische Forschung hat gezeigt, dass es nötig ist, ein solch entscheidendes Thema für unser Leben sechs bis zehnmal zu lesen oder zu hören, ehe man es gründlich begriffen hat.‘ Das machte mir Mut. Es stand da: ‚Probiere es wenigstens einmal aus, das Ergebnis wird dich überzeugen.‘“
[29:18] Sie sagte: „Das wollte ich erleben, und schon beim dritten Mal ergriff es mich, und ich verspürte eine große Liebe für unseren Erlöser, nach der ich mich mein Leben lang gesehnt hatte. Ich las es sechsmal hintereinander in zwei Monaten, und das Ergebnis war es wert. Es war, als könnte ich nachempfinden, wie es sein muss, wenn Jesus sich uns nähert und wir ihm in seine reinen, gütigen und liebevollen Augen schauen können. Diese Freude für unseren Heiland wollte ich von da an nicht mehr missen.“
[30:08] Beim Aufwachen sehnte ich mich schon nach der Morgenandacht, um endlich wieder Gemeinschaft mit Gott zu erleben, und untertags betete ich still, dass der Heilige Geist meine Gedanken bei Gesprächen, beim Vorleben, Unterrichten und Vermitteln unterstützen möge. Wenn ein Kind nach Aufmerksamkeit hungerte in der Schule und sich entsprechend benahm, schenkte Gott die Kraft und Weisheit zu handeln. Die Arbeitstage sind seitdem erfüllt von der Anwesenheit des Schöpfers. Er hilft mir buchstäblich im Alltag. Seitdem bete ich täglich morgens und zwischendurch um Erfüllung durch den Heiligen Geist. Es ist, als wäre man dem Himmel näher gekommen und hätte geschmeckt, wie schön es dort sein wird.“
[31:15] Während des Lesens der Broschüre, sagte sie, kam mir der Gedanke, dass auch meine Schüler an der Schule an dieser Erfahrung teilhaben sollten. Ich unterrichte die 10- bis 15-Jährigen an unserer Adventistischen Schule Elia in Vorarlberg, in Lustenau. So betete ich um geführte Gelegenheiten Gottes.
[31:44] Eine meiner schönsten Erfahrungen, wie der Heilige Geist an jungen Herzen wirkt, kam bald darauf. Sie hatte ein Jahr vorher einen 13-jährigen Jungen in ihre Klasse bekommen. Bei der Aufnahme war verschwiegen worden, dass er aus der vorhergehenden Schule entlassen worden war. Dieser Junge war groß und stark, er war der Größte in der Klasse, und wenn ihm etwas nicht passte, dann schlug er sofort zu. Aus dieser friedlichen Klasse war plötzlich was ganz anderes geworden. Vier-, fünfmal in der Woche gab es Schlägereien, manchmal, dass die Fetzen flogen.
[32:42] So betete sie jetzt, nachdem sie begonnen hatte täglich um den Heiligen Geist zu beten. Sie hat erst gedacht: „Ich bringe ihn zurecht mit aller Pädagogik, mit aller Geduld.“ Es war ein Stück gegangen, dann wieder nicht. Und jetzt betete sie für ihn, dass sie mit ihm sprechen kann. Und die Gelegenheit ergab sich. Und dann sagte es ihm: „Hast du schon einmal daran gedacht, dass der Heilige Geist dir helfen könnte?“ „Nein.“ Sie sagte ihm: „Ich hätte auch was zum Lesen für dich darüber.“ Sie gab es ihm aber nicht sofort. Sie wollte, dass er es von sich aus verlangt und haben will.
[33:38] Nach zwei Tagen verlangte er es. Und das war ein Freitag. Am Sabbat sagte er ihr in der Gemeinde: „Ich habe schon die beiden ersten Kapitel gelesen und ich mache es wie du, ich lese es mehrmals.“ Das Ergebnis nach den Ferien: Das war vor den Ferien, nach den Ferien hat der Junge nie mehr geschlagen. Es hat sich viel verändert, es gab keine einzige Schlägerei oder Rauferei mehr. Die Jungen, die er vorher zusammengeschlagen hat, sind jetzt seine Freunde. Die Lehrerin schreibt: „Er ist ganz anders geworden, höflich und sogar zuvorkommend. Und in sein ungestümes Wesen ist eine gewisse Art von Ruhe eingekehrt. Gott wirkt, das können seine Mitschüler bestätigen. Er lässt Gott an sich arbeiten.“ Und dann bat der Junge um Taufunterricht und wurde im Juni vergangenen Jahres getauft.
[34:59] Die Lehrerin sagt am Ende: „Ich habe mir immer gedacht, dass ich schon fertig werde mit einem Kind und es zur Einsicht bringen kann. Geduld, Zuwendung und ewige Gespräche würden es schon machen. Aber das funktionierte einfach nicht dauerhaft. Da hat Gott eingreifen müssen und mich gelehrt, dass es sein Geist ist, der auch das Unmögliche möglich macht. Wenn dieser Junge eines Tages im Himmel ist, dann weiß ich, dass es Gott zu Wege gebracht hat. Als ich mit meiner Weisheit am Ende war und endlich begriffen habe, dass nicht ich ihn lenken kann, hat Gott radikal angefangen an ihm zu arbeiten.“ Es macht mir Mut zu sehen, dass es bei Gott keine hoffnungslosen Fälle gibt.
[36:07] Ihr lieben Kinder, ich möchte euch ansprechen: Betet jeden Tag: „Herr Jesus, komm du in mein Herz. Ich will dir folgen und schenke mir auch heute deinen Heiligen Geist.“ Schwester White schreibt, dass es das Vorrecht unserer Kinder ist, jeden Tag den Heiligen Geist zu erbitten und zu empfangen. Und das wird sich nicht nur in Schulen auswirken, sondern vor allem in Familien. Gott schenke, dass Eltern und Kinder gemeinsam den Heiligen Geist jeden Tag erbitten und ihn empfangen.
[36:56] In London war an der London Bridge ein alter Bettler. Er spielte dort mit seiner Geige. Neben sich hatte er einen Hut liegen. Es war nur wenig Geld in dem Hut zu finden. Da ging ein Herr an ihm vorbei. Und als er einige Schritte vorbei war, drehte er um und kam auf den Bettler zu und sagte ihm: „Geben Sie mir mal Ihre Geige.“ Er gab sie ihm, und dann fing dieser Herr auf dieser Geige an zu spielen. Er spielte so, dass alle Leute stehen blieben. Er spielte so wunderbar, dass sogar ein Verkehrschaos entstand, weil jeder ihn hören wollte. Der Mann war Paganini.
[38:03] Was wollen wir daraus lernen? Willst du selbst die erste Geige spielen in deinem Leben, oder willst du dein Leben in die Hände Jesu legen? Willst du ihn bitten, dass er täglich durch den Heiligen Geist in dir lebt und dein Leben verändert? Gott schenke, dass wir alle die rechte Antwort geben. Amen.
[38:37] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!