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Sola Veritas – Die Wahre Chronik der Reformation

500 Jahre ist die Reformation alt: wird sie fortgeführt oder begraben? Wie verhalten sich Luthers Erben und was wird aus seinen (Wieder)entdeckungen? All das sind wichtige Fragen. Doch beantworten kann sie nur, wer das Reformationsgeschehen selbst gründlich kennt. „Sola Veritas – Die wahre Chronik der Reformation“ bietet weitaus mehr als die üblichen bekannten Zusammenfassungen und Anekdoten. Ausgehend vom Jahre 1482 wird alles chronologisch erzählt, was weltgeschichlich und biographisch (sowohl bezüglich Luther als auch vieler anderer, zum Teil sehr unbekannter Reformatoren) wichtig war. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Spätmittelalters, erleben sie das zaghafte Aufblühen von Wissenschaft und Kultur, verfolgen sie die Debatten um philosophische und theologische Streitfragen und entdecken sie Schritt für Schritt mit Luther und seinen Mitkämpfern befreiende biblische Wahrheiten. So wird Kirchengeschichte lebensnah und endlich gut verständlich…. Neue Folgen wöchentlich, bzw. wenn es die Zeit erlaubt. Ein Programm von www.joelmediatv.de

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von „Sola Veritas“ blickt Christopher Kramp auf das Jahr 1513 und beleuchtet wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten, die die Reformation prägen sollten. Er thematisiert die Entwicklungen rund um Martin Luther, stellt neue Akteure wie Justus Jonas und Christoph Appel vor und thematisiert die politischen Umwälzungen in Europa, darunter den Tod von Papst Julius II. und die Wahl seines Nachfolgers Leo X. Auch die Rolle von Ulrich Zwingli und die Auswirkungen der italienischen Kriege auf die Schweiz werden beleuchtet.


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Serie: Sola Veritas - Die wahre Chronik der Reformation

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Transkript

[0:37] Herzlich willkommen zu Sola Veritas, die wahre Chronik der Reformation. Ein weiteres Jahr wollen wir uns heute anschauen, das Leben von Martin Luther betrachten und natürlich auch weiter verfolgen, was aus den anderen zukünftigen Reformatoren geworden ist. Bevor wir beginnen, wollen wir nach guter Gewohnheit mit einem Gebet starten, wozu ich Sie ganz recht herzlich einlade.

[1:02] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir ein weiteres Mal in die Geschichte der Reformation blicken können, um zu lernen und zu sehen, wie du Geschichte führst, wie du mit Menschen arbeitest, die oft zu unvollkommen sind, und wie du sie Schritt für Schritt an deiner Hand nimmst. Wir möchten dir danken für all das, was wir daraus heute lernen werden, und bitten dich um deinen Heiligen Geist, dass du uns in alle Wahrheit führen wirst. Im Namen Jesu. Amen.

[1:43] 1513. Psalmen und Texte. Es soll um das Jahr 1513 gehen. Martin Luther war jetzt knapp 30 Jahre alt. Wie wir in der letzten Folge gesehen haben, war er jetzt Professor für die Bibel, Doktor der Theologie an der Universität in Wittenberg. Die war äußerst modern für ihre Zeit. Im Jahr 1513 wurde zum Beispiel das Fach Griechisch als Unterrichtsfach eingeführt. Das war ein äußerst moderner Schritt und auch das hatte dann noch weiterreichende Folgen für die Reformationsgeschichte.

[2:25] Am 8. Januar dieses Jahres wurde in Wittenberg Justus Jonas, der kurz zuvor aus Erfurt nach Wittenberg gekommen war, zum Baccalaureus, der Rechtswissenschaften, der Jurisprudenz in Wittenberg, aber ein guter Freund von Philipp Melanchthon, und hörte auch gerne die Predigten von Wenzeslaus Link.

[2:51] Im Februar tritt eine weitere Person in die Reformationsgeschichte, über deren Jugend eigentlich so gut wie nichts bekannt ist: Christoph Appel. Er ist schon 41, als wir ihn als Schulmeister in St. Gallen antreffen und er im Februar 1513 nach Memmingen gerufen wird.

[3:10] Memmingen, eine Stadt im Allgäu, die damals recht bekannt und wichtig war. Und dort gab es eine sogenannte Prädikatur, die verstand sich wie eine Predigerstelle. Ein Amt für jemanden, der einzig und allein zum Predigen angestellt war. Das war damals ja gar nicht so häufig. Die meisten Geistlichen waren Priester oder Bischöfe und hatten vor allem die Messe zu zelebrieren. Und das Predigen war im mittelalterlichen römischen Gottesdienst eigentlich nur Nebensache. Aber immer wieder gab es Laien und reiche Bürger, die der Meinung waren, sie würden gern gute, hochqualifizierte Predigten hören. Und die spendeten, stifteten dann solche Stellen in Kirchen, wo dann eine extra eingestellte Person sich lediglich dem Predigtdienst widmen sollte. Und Christoph Appel wurde ausgerufen, jetzt in Memmingen diese Prädikatur zu versehen, als Prediger dort zu wirken. Er hatte eine äußerst volkstümlichen Predigtstil und auch einen sehr adeligen Lebenswandel, was für geistliche der damaligen Zeit eine Ausnahme bildete. Und so wurde er schon in diesen ersten Jahren ein sehr beliebter Prediger in Memmingen.

[4:28] Am 20. Februar starb Johann der Erste, der König von Dänemark und Norwegen und auch Fürst von Schleswig im Alter von 57 Jahren. Sein Sohn Christian der Zweite wurde sein Nachfolger. Eigentlich gehörte zu diesem ganzen Reich auch noch Schweden. Man sprach von der sogenannten Kalmarer Union, wo Norwegen, Dänemark und Schweden sich zusammengeschlossen hatten. Island gehörte über Norwegen auch dazu. Aber in Schweden regierte ein Stellvertreter, ein Reichsverweser, Sten Sture mit Namen, und der hatte etwas gegen das Königshaus und regierte mehr oder weniger autonom.

[5:17] Einen Tag später kam es zu einem noch folgenschweren Todesfall, diesmal nämlich von Papst Julius dem Zweiten. Er hatte über etliche Jahre als Renaissance-Kriegsherr die Geschicke des Kirchenstaates gelenkt. War nicht wirklich eine geistliche Person in irgendeiner Art und Weise, sondern hat vor allem Kriege geführt und dafür ist er sehr bekannt gewesen. Ein Feldherr und General mehr als ein Kirchenführer. Und sicherlich natürlich auch eine bedeutende Figur, deswegen, weil er den Neubau des Petersdomes in Auftrag gegeben hatte. Sein Beiname, wenn man dann sein Leben im Rückblick betrachtet, war "Il Terribile", der Schreckliche. Und das sagt so ein bisschen etwas aus über seinen Charakter. Er war auch ein Förderer der Kunst. Übersehen haben wir in den vergangenen Folgen, hat er mit Michelangelo, mit Raffael, verschiedene hochbegabte Genies der Renaissance-Zeit für sich verpflichten können und damit auch große Kunstwerke entstehen lassen. Aber schon die Zeitgenossen wussten, dass Julius der Zweite sich einreiht in diese Liste von schrecklichen Päpsten, die seit einigen Jahrzehnten in Rom regiert hatten, die wirklich das Papsttum an einen moralischen und geistlichen Tiefpunkt geführt hatten.

[6:38] Luther hat das ja auch gehört, als er in Rom gewesen war. Hatte zwar Papst Julius nicht getroffen in Rom, weil der unter anderem wieder auf einem Feldzug gewesen war. Aber das war allgemein bekannt. Und als Julius der Zweite starb, entschloss sich Erasmus von Rotterdam zu einer Satire auf den verstorbenen Papst. Solch ein Unterfangen war natürlich äußerst gefährlich.

[7:05] "Julius vor der verschlossenen Himmelstür", diese Parodie sollte also ausdrücken, warum der verstorbene Papst nicht in den Himmel kommen würde. Und so eine Schrift konnte natürlich lebensgefährlich sein. Erasmus hat sein gesamtes Leben bestritten, überhaupt dieses Werk verfasst zu haben. Trotzdem gilt das heute als absolut selbstverständlich, dass Erasmus gewesen ist, der dieses Werk geschrieben hat. Und in dieser Parodie lässt er dann den Julius, den Papst Julius, vor der Himmelspforte erscheinen. Und wie man sich das damals vorstellte, steht der Petrus davor und lässt die Leute rein oder eben nicht. Und Julius begründet jetzt, warum er meint, dass er in den Himmel kommen sollte. Und wir lesen da kurz mal rein die Worte, die Erasmus dem Julius, dem verstorbenen Julius, in den Mund legt. Dort heißt es: "Mein Ansehen und meine Schlauheit hatten solchen Einfluss, dass es heute keinen christlichen König gibt, den ich nicht zum Kampf herausgefordert habe, nachdem ich alle Verträge gebrochen, zerrissen und vernichtet hatte. Außerdem habe ich, obwohl ich ein großes Heer hielt, großartige Züge abgehalten, sehr viele Spiele veranstaltet an sehr vielen Orten, Bauten errichtet und dennoch bei meinem Tod 5 Millionen Dukaten hinterlassen. Obwohl ich schon im Sterben lag, habe ich doch eifrig dafür gesorgt, dass die Kriege, die ich auf der ganzen Welt angestiftet habe, nicht beigelegt werden. Weiter, du dich auch jetzt noch, den Papst, der sich so um Christus und die Kirche verdient gemacht hat, die Pforte des Himmels zu öffnen."

[8:40] Und in dieser Parodie von Erasmus geht das dann so aus, dass Petrus sagt: "Naja, man öffnet die Tür quasi fast für jeden, aber nicht für solch einen Unhold wie Julius. Der habe ja offensichtlich genügend Geld und genügend Soldaten, um sich ein eigenes Paradies zu schaffen." Und was an dieser Parodie deutlich wird, das ist also schon in dieser Zeit 1513 sehr klare Beobachter gab, die sahen, dass das Papsttum in der Realität ganz weit entfernt war von dem Anspruch dessen, was man vielleicht in der Bibel lesen würde über die Führung der Gemeinde Gottes. Luther war also später auf keinen Fall der erste, der Kritik geübt hat, sondern Erasmus, wie viele andere, haben schon zu dieser Zeit eindeutig ihre Kritik geübt, wenn auch in etwas versteckter, anonymer Art und Weise.

[9:32] Derweil war Ulrich Zwingli immer noch Pastor in Glarus und hat sich weiterhin den klassischen Werken der Antike verschrieben, sowohl den heidnischen Philosophen als auch natürlich den Kirchenvätern. Und im Zuge dieses Studiums, das ja unter anderem auch finanziert war durch die jährliche Rente des Papstes, den er daher sehr stark verehrte und für den er eintrat, hat Zwingli dieses Studium, die Notwendigkeit erkannt, sich auch den Ursprachen zuzuwenden. Latein konnte er natürlich aus dem Studium, aber er wollte jetzt auch das Altgriechische lernen, was sozusagen die begabtesten der Humanisten für sich entdeckten. Und er schreibt hier in einem Brief an seinen Freund, den Joachim von Watt, ist dann kann da, jetzt in Wien Lehrer für Politik war, wie wir in einer anderen Folge gesehen haben. Er schreibt hier: "Ich bin entschlossen, das am 23. Februar, ich bin entschlossen, mich dem Griechischen zu widmen, und niemand wird in der Lage sein, mich davon abzubringen, außer Gott. Ich tue es nicht um ihrer, sondern aus Liebe für heilige Wissenschaft." Zwingli war jemand, der wirklich den Sachen auf den Grund gehen wollte, ähnlich wie auch Luther in seiner Art und Weise, auch wenn sie vom Charakter, vom Temperament sehr unterschiedlich waren. Zwingli hat ein großes Interesse an den verschiedenen Wissensgebieten und er wollte das Griechische lernen, wie dann an anderer Stelle sagte, um die Lehren Jesu Christi wirklich aus den Quellen heraus zu verstehen und nicht über diese doch etwas merkwürdige Übersetzung des Lateinischen der Vulgata.

[11:21] Es hat also Zwingli 1513 begonnen, sich wirklich dem Altgriechischen zu widmen, und auch das wird noch von Bedeutung sein in der Reformationsgeschichte.

[11:33] Am 3. März hat Kaspar Aquisa, der ebenfalls im Jahre 1513 überhaupt erstmal von Leipzig nach Wittenberg gewechselt war, dort in Wittenberg seinen Baccalaureus Grad in den freien Künsten erworben. Auch er eine Person, die später in der Reformationsgeschichte noch Bedeutung erlangen würde.

[11:50] Einen Tag später, am 4. März, kam dann das Konklave zusammen. Ein neuer Papst musste gewählt werden. 25 Kardinäle fanden sich ein in Rom in der Sixtinischen Kapelle, die jetzt seit einigen Jahren zur Papstwahl fungierte. Von 25 Kardinälen kam die große Mehrheit, nämlich 19 aus Italien, zwei Kardinäle kamen aus Spanien, einer aus Frankreich, ein Schweizer, ein Ungar und ein Engländer war dabei. Also Deutsche gab es dort gar nicht in diesem Sinne.

[12:30] Und schnell zeigte sich, dass das Konklave, in dem es wohl diesmal, so sagen uns zumindest Historiker, ausnahmsweise mal keine Simonie gab, sich in zwei Lager teilte. Zunächst muss man noch erzählen, dass es beinahe zu einem Unfall gekommen wäre. Es gab nämlich diese Tradition im ersten Wahlgang, jedem eine Person, die Stimme zu geben, von der man meinte, sie hätte es verdient, aber sie kommt sowieso nicht in Frage. So quasi eine Art Ehrenwahl. Kurioserweise entschieden sich bei diesem ersten Durchgang fast die Hälfte aller Kardinäle für dieselbe Person, so dass im ersten Wahlgang beinahe jemand Papst geworden wäre, der eigentlich gar nicht dafür vorgesehen war oder gar nicht in Frage kam.

[13:14] Aber dann ging doch die Wahl vonstatten und es bildeten sich zwei Fraktionen, die jüngeren und die älteren, wie man sagte. Und nur nach wenigen Tagen setzten sich die jüngeren durch. Je nachdem, welche Quellen man durchfragt, entweder am 9. oder am 11. März, also nach wenigen Tagen, wurde Giovanni de' Medici, 37 Jahre erst alt, zum neuen Papst gewählt. Das natürlich relativ ungewöhnlich, einen so jungen Papst zu haben. Und die Medici war natürlich eine äußerst einflussreiche italienische Familie, die ja kurz zuvor erst wieder, wie wir in einer anderen Folge gesehen haben, wieder in Florenz eingezogen waren und dort ihre Macht, die sie über Jahre hinweg verloren hatten, wieder an sich gerissen hatten.

[14:05] Wie gesagt, Giovanni hat wohl offensichtlich nicht dafür bezahlt. Das war schon eher eine kleine Sensation. Er gab sich dann den Namen Leo der Zehnte und er würde jetzt der Papst der eigentlichen Reformationsgeschichte sein. Auch deswegen natürlich ein besonderes Auge auf ihn. Interessant war dabei, dass obwohl er Kardinal war, er überhaupt gar kein Geistlicher war. Das heißt, er war weder Bischof, noch nicht einmal Priester. Das kam damals öfter vor, dass man einfach einige zu Kardinälen gemacht hatte, die dann auch plötzlich Papst werden konnte, ohne dass sie die niederen Ränge der Kirchenstruktur überhaupt durchlaufen haben. Das führte dazu, dass der neu gewählte Papst erst einmal noch Priester und Bischof werden musste. So ist dann wenige Tage später der neu gewählte Papst am 15. März erst einmal zum Priester geweiht worden und zwei Tage später dann auch noch gleich zum Bischof geweiht worden, damit er dann am 19. März, also nur im zwei Tage-Rhythmus, schließlich zum Papst Leo dem Zehnten offiziell gekrönt werden konnte. Also ein schneller geistlicher Aufstieg im Hauruck-Verfahren sozusagen, das hat die Kirche auch dann möglich gemacht.

[15:22] Währenddessen tagte hier immer noch das, darf nicht vergessen, das Fünfte Laterankonzil, das er, der gerade verstorbene Julius der Zweite, ein Jahr zuvor einberufen hatte, unter anderem um auch eine mögliche Reform der Kirche zu diskutieren. Und jetzt hatte das Konzil auch einen neuen Papst, einen jungen Papst, der das war die Frage, vielleicht auch der Kirche einen neuen Stempel aufdrücken könnte, wenn er denn wollte.

[15:53] Am 23. März änderte sich noch einmal die politische Großwetterlage in Europa. Nachdem in der Heiligen Liga ja alle Großmächte Europas sich gegen Frankreich versammelt hatten, England, Spanien, das Heilige Römische Reich, der Kirchenstaat und auch Venedig, um die Franzosen so ein bisschen in die Schranken zu weisen, die in den Jahren zuvor in Italien in Schach zu halten, wechselten jetzt die Venezianer die Seite. Die Republik Venedig setzte sich jetzt wieder an die Seite der Franzosen und ging mit ihnen eine Allianz ein. Der Hintergrund waren Gebietsstreitigkeiten mit Kaiser Maximilian dem Ersten vom Heiligen Römischen Reich und auch Streitfragen mit dem gerade erst verstorbenen Papst Julius dem Zweiten. Das bedeutete, dass das Herzogtum Mailand, das immer noch zum französischen Einflussbereich gehörte, jetzt sowohl von Frankreich als auch von Venedig aus bedroht wurde.

[16:53] Vier Tage später, am 27. März, sah der spanische Konquistador Juan Ponce de León eine, so wie er meinte, Insel im Atlantischen Ozean. Er war die, diese Seefahrer der Spanier waren ja darauf und hat immer mehr Inseln zu entdecken, nachdem man schon Hispaniola und die Bahamas und Kuba entdeckt hatte. Er ahnte nicht, dass dieses vermeintliche Inselchen in Wirklichkeit nur ein vorspringender Landzunge des gewaltigen Kontinentes war.

[17:32] Am 2. April, also wenige Tage später, landete er dann auf dieser vermeintlichen Insel. Es war gerade die Zeit des Osterfestes. Die Spanier sprachen vom "Pascua Florida" und so nannte er diese dieses Land, das entdeckte Florida. Und daraus wurde dann später die uns bekannte Halbinsel Florida, die zum nordamerikanischen Kontinent gehört und die er jetzt für die spanische Krone in Besitz nahm.

[18:06] Mit Beginn des Sommersemesters wurde Nikolaus von Amsdorf, der theologische Kollege von Luther, Rektor der Universität. Direktoren haben oft gewechselt und im Sommersemester war jetzt mal Nikolaus von Amsdorf dran. Obwohl die beiden Kollegen waren, hatten Amsdorf und Luther nicht viel Kontakt miteinander.

[18:30] Ebenfalls im Sommersemester begann Jörg Jacob aus Graubünden, aus der Südostschweiz, sein Studium in Leipzig. Er war 21 Jahre alt und auch er tritt hier quasi in die Reformationsgeschichte hinein. Er war bereits Priester und stammt aus einer bäuerlichen Familie dort aus den Alpen.

[18:59] Interessant ist auch noch zu erwähnen, dass dann einige Wochen später, am 22. April, der besagte spanische Konquistador Juan Ponce de León, als er mit seinem Schiff und seinen Männern da die diese vermeintliche Insel Florida umsegelte, er von seinem Navigator mit Namen Anton de Herrera auf ein merkwürdiges Phänomen aufmerksam gemacht wurde, nämlich auf eine äußerst starke Meeresströmung, die sich dort beobachten ließ. Diese starke Meeresströmung, die diese spanischen Entdecker dort bemerkten, kennen wir heute unter dem Golfstrom. Der hat erst viele Jahrzehnte später diesen Namen erhalten, aber ist im Jahre 1513 zum ersten Mal von europäischen Entdeckern als solcher erkannt worden.

[19:49] Im Mai 1513 brachen dann in Wien Studentenunruhen aus. Durch Unruhen gab es immer wieder, werden sie auch einige Jahre zuvor in Erfurt gesehen. Und dann brach auch Krieg erneut in Norditalien aus und das hatte Konsequenzen für Zwingli, wie wir schon an anderer Stelle immer wieder gesagt und gesehen haben, waren die Schweizer Soldaten, die sogenannten Reisläufer, ganz begehrte Söldner und dienten sowohl bei den Franzosen als auch beim Papst, dem Heiligen Römischen Reich unter verschiedenen Armeen als besonders kampfkräftige, mutige und starke Soldaten.

[20:52] Und Zwingli hat das am eigenen Leib sozusagen miterlebt, aus erster Hand, wie dort in seinem Dorf und auch in der Gegend und auch in anderen Gegenden der Eidgenossenschaft die Armeen Söldner anwerben. Zwingli als großer Fan des Papstes war natürlich dafür, dass seine untertanen, seine Schäfchen sozusagen, die er als Pastor dort betreute, für den Papst in den Krieg zogen. Und Zwingli ist tatsächlich dann sogar als Armeeprediger, als Feldprediger mit in den Feldzug gezogen.

[21:17] Es kam am 6. Januar zur großen Schlacht von Novara im westlichen Teil des Herzogtums von Mailand. Das heißt, die Eidgenossenschaft, eine große Armee gebildet, 10.000 Mann, und sie trafen dort auf das französische Heer, das ebenfalls ungefähr 10.000 Soldaten hatte, wobei ein Großteil der französischen Armee eigentlich aus deutschen Söldnern, den sogenannten Landsknechten, bestand.

[21:51] Deswegen die hat also gesehen, wie diese gesamte eidgenössische Armee sich daher durch die Alpen fortbewegt hat und dann in die Poebene gekommen ist, um dort einzugreifen. Gehen diese italienischen Kriege Zwingli hat, dass die den Alltag und die Realität des Krieges aus erster Hand miterlebt. Die französische Armee hatte zudem auch noch einige Geschütze und auch 1200 französische Ritter.

[22:24] Am Morgen des 6. Juli griff dann das eidgenössische Heer die Franzosen an. Es gab Angriffe aus drei Richtungen. Eine gewaltige Schlacht, die Zwingli als Feldprediger direkt miterlebt hat. Es kam zu außergewöhnlich schweren Verlusten, vor allem auch, weil die Franzosen mit ihren Kanonen immer wieder auf die Eidgenossen ein attackierten. Am Ende fielen 2000 Schweizer und 7000 Franzosen. 22 Geschütze der Franzosen konnten die Schweizer erobern und alle deutschen Landsknechte, also alle Deutschen, die in französischen Diensten die Überlebenden, wurden nach der Schlacht von den Eidgenossen niedergemacht. Ein schlimmes Gemetzel, das Zwingli miterlebt hat und das schon anfing, in seinem Herzen etwas auch zu bewegen. Er hat für den Papst hier gedient, er hat seine Soldaten durch eine Predigt auch eingestimmt für die richtige Sache zu kämpfen, aber das Gemetzel war doch ziemlich heftig.

[23:41] Am 3. August kam es zu einer Neubesetzung im Bistum Magdeburg. Dort hatte bis dahin ein Bruder von Kurfürst Friedrich dem Dritten aus Sachsen die Stelle als Erzbischof Magdeburgs versehen. Als der starb, musste ein neuer Erzbischof gefunden werden. Und die Wahl fiel auf Albrecht von Brandenburg.

[24:07] Der war erst 23 Jahre alt, das jüngste Kind und der zweite Sohn des Kurfürsten Johann Cicero von Brandenburg. Albrecht wird und so viel kann man jetzt schon verraten, auch eine entscheidende Rolle spielen in den nächsten Jahren der Reformationsgeschichte. Deswegen ein kurzer Blick auf sein Leben. Er hatte schon sieben Jahre zuvor als 16-Jähriger mit seinem älteren Bruder die Universität Frankfurt an der Oder gegründet und dort dann auch selbst studiert. War ein äußerst intelligenter junger Mann mit großem Interesse an der Kultur, an der Kunst. Das Interesse an der Kirche war er weniger ausgeprägt und er wurde jetzt allerdings gleichzeitig Erzbischof von Magdeburg und auch Administrator des Bistums von Halberstadt. Das hat natürlich dem Kurfürsten Friedrich dem Dritten überhaupt nicht gefallen, dass bestand eine gewisse Konkurrenz zwischen dem Kurfürsten, der Markgraf von Brandenburg, und dem Kurfürsten von Sachsen. Und jetzt war der Einfluss der Brandenburger, der die Hohenzollern, zurück in die Hand, sondern der war jetzt größer im Vergleich zu den Wettinern, die in Kursachsen regierten.

[25:35] Am 16. August kam es zu einer weiteren Schlacht im Zuge dieser Heiligen Liga gegen Frankreich. England und das Heilige Römische Reich hatten...

[25:43] und das Heilige Römische Reich hatten sich gemeinsam jetzt verbündet. Die Engländer hatten, wie man auf der Karte sehen kann, einen kleinen Flecken auch auf dem Kontinent, der ihnen gehörte. Und dort an der Grenze dann zu Flandern kam es zur großen Schlacht von Guinegate. Und das war ein großes Ritterspektakel. Die Armee des Kaisers Maximilian und die Armee des englischen Königs Heinrich des VIII. besiegten gemeinsam die französische Armee. Das führte dazu, dass die Franzosen jetzt wirklich unter Druck gerieten. Sie hatten in Novara in Italien verloren, sind jetzt hier in ihrer eigenen Grenze verloren. Und es zeigte sich, dass die Franzosen wohl nicht die Ressourcen, nun, dass die soldatische Macht hatten, um eine wirkliche Vormachtstellung in Europa zu begründen. Darum ging es ja die ganze Zeit. Es ging darum, welches Reich könnte Europa dominieren. Eine Frage, die schon seit Jahrhunderten immer wieder in Europa eine Rolle gespielt hatte.

[26:47] Aber die Franzosen blieben nicht ohne Hilfe. Als die Schotten werden, dass die Engländer gegen Frankreich Krieg führen, erinnerten sie die Schotten ihre alte Allianz mit den Franzosen. Die "Auld Alliance" für die Schotten, und sie entschlossen sich unter ihrem König James dem IV., jetzt eine zweite Front in England zu öffnen und von Norden her in England einzufallen.

[27:09] Am 1. September 1513 macht sich ein weiterer spanischer Konquistador mit Namen Vasco Núñez de Balboa auf die Suche nach Gold. Er hat gehört von dem sagenhaften Südmeer. Befand sich mit seinen Mannen in einer kleinen Kolonie, die die Spanier hier in Panama bereits besaßen. Und er wollte jetzt durch Panama hindurch, diese Landenge, auf der Suche nach dem anderen Meer. Unter seinen Mannen, 120 an der Zahl, befand sich auch ein gewisser Francisco Pizarro, der dann später noch recht berühmt werden sollte. Balboa, der Führer der Expedition, war auf der Flucht vor der spanischen Gerichtsbarkeit wegen Meuterei. Also, viele Kriminelle waren hier auch bei der Eroberung der Neuen Welt beteiligt. Und so machten sie sich auf den Weg durch die Landschaft Panamas, auf der Suche nach Gold und diesem sagenumwobenen Südmeer.

[28:15] Währenddessen hatten die Schotten ihre Armee zusammengezogen, um in Nordengland einzufallen. An der Grenze kam es zur Schlacht von Flodden. Und die war eine der dramatischsten Schlachten in der gesamten schottischen Geschichte. Die Engländer hatten zwar nicht mal ihren König dabei, weil der immer noch in Europa war, aber unter Führung eines begabten Heerführers konnte die schottische Armee so vernichtend geschlagen werden, dass man sagt, es gab keine einzige Adelsfamilie in ganz Schottland, die nicht Mitglieder auf dem Schlachtfeld von Flodden Field verloren hatte. Die Niederlage war so tiefgreifend, dass die Schotten sich eine ganze Zeit lang nicht davon erholt haben. Ihr König James der IV. starb dort auf dem Feld. Noch heute kann man ein Denkmal dort finden für dieses besondere Ereignis der schottischen Geschichte.

[29:24] Am 13. September nahmen dann die Eidgenossen, die nach der Schlacht von Novara die Franzosen noch verfolgt haben – zwar nicht besonders effektiv, weil sie über keine Reiter verfügten, nur deswegen etwas langsam waren – aber dann doch effektiv, weil sie dann doch letztendlich Frankreich erreicht hatten. Sie nahmen die französische Stadt Dijon ein und drohten mit weiteren Angriffen, so dass die Franzosen einlenken mussten. Frankreich hat in diesem Zuge dann auf sämtliche Ansprüche in Norditalien verzichtet. Hat Mailand komplett, ja sowieso schon vorher räumen müssen nach der Schlacht von Novara, und jetzt auch alle Ansprüche auf Mailand oder Cremona verzichtet und dementiert. Und man musste 400.000 Sonnenkronen, wie sie hier abgebildet sind auf dem Bild, die Ludwig der XII. herausgegeben hat – 400.000 dieser Sonnenkronen mussten als Entschädigung gezahlt werden.

[30:27] Weil der schottische König tot war, braucht es einen neuen König. James der IV. war erst 40 Jahre alt gewesen sein. So, und James der V., hier auf dem Bild auch in späteren Jahren, war erst ein Jahr alt, 17 Monate um genau zu sein. Und so hat dann seine Mutter Margaret Tudor die Regentschaft übernommen, unter der Bedingung, dass war der Wille des verstorbenen Königs, dass sie unverheiratet bleiben.

[30:58] Derweil war Vasco Núñez de Balboa, der spanische Konquistador, auf der Suche nach Gold in Panama durch die gesamte Landenge Panamas marschiert und sah auf einem Hügel in andächtiger Stille die Weite dessen, was wir heute den Pazifischen Ozean – so hieß es damals nicht, man nannte es einfach das "Mar del Sur", das Südmeer. Vier Tage später stand er dann auch am Ufer und nahm sofort das gesamte Meer, von dem er wahrscheinlich keine Ahnung hatte, wie groß es wirklich war, für die spanische Krone in Anspruch. Er war der erste Europäer, der es von Seiten – zumindest von Seiten des amerikanischen Kontinents – ausgesehen hat. Zu diesem Zeitpunkt waren von seinen 190 Mann, die er mitgenommen hatte, nur noch 69 am Leben. Also eine durchaus strapaziöse und tödliche Reise.

[31:58] Und auf dem Rückweg hörte er dann von den Einheimischen, dass es weit im Süden ein sagenhaftes, legendenhaftes Reich geben würde, groß und gewaltig und sehr reich: das Reich der Inka. Erste Informationen, die die Spanier darüber hörten. Und auch das hat natürlich dann den weiteren Verlauf der Geschichte gelenkt.

[32:28] Im September kam dann die Streitangelegenheit, die Johannes Reuchlin und Johannes Pfefferkorn betraf. Wir haben in verschiedenen Folgen schon darüber gesprochen, und diese Frage: Soll man jüdische Bücher verbrennen oder nicht? Diese Streitangelegenheit war mittlerweile so hochgekocht, dass sie jetzt dem neu gewählten Papst vorgelegt worden ist. Leo X. sollte sich damit befassen, und er eröffnete tatsächlich einen Prozess gegen Johannes Reuchlin, diesen großen, gefeierten Humanisten, der klügsten und brillantesten Akademiker ganz Deutschlands. Der sollte sich jetzt wegen Häresie in Rom verantworten, weil er gegen die Verbrennung jüdischer Bücher sei – das war sein angebliches Verbrechen.

[33:19] Auch das Konzil selbst hat sich mit der Frage beschäftigt. Interessanterweise hat das Laterankonzil in seiner Erörterung festgestellt, dass Reuchlin eigentlich Recht habe, dass man eben im Talmud nichts finden könne, was sich direkt gegen die Christenheit richten würde, und hat auch entsprechend geurteilt. Der Papst allerdings hat dann genau diese Ansicht des Konzils wieder als häretisch verworfen. Und so war Reuchlin also wirklich in einer sehr angespannten, bedrängten Situation. Sein Einsatz für Toleranz und Meinungsfreiheit brachte ihn jetzt mit den ganz großen Kräften der mittelalterlichen Kirche in Konflikt.

[34:07] Am 6. Oktober hat dann Martin Luther die Bestätigung erhalten durch den Ordensgeneral der Augustiner-Eremiten, Ägidius von Viterbo, dass er als Lektor im Wittenberger Orden Studium fungieren konnte. Warum es so lange dauerte von der – also fast ein Jahr seit seiner Promotion zum Doktor – sich ganz geklärt, aber scheint so zu sein, dass er tatsächlich erst jetzt anfing im Herbst 1513 tatsächlich Vorlesungen zu halten.

[34:39] Ein Tag später, am 7. Oktober, kam es zu einer weiteren Schlacht im Zuge dieser ganzen Heiligen Liga. Diesmal zwischen der Armee Venedigs, die jetzt auf Seiten Frankreichs stand, und alliierten Truppen von Spanien und dem Heiligen Römischen Reich. Obwohl die Venezianer zahlenmäßig deutlich überlegen waren, unterlagen sie doch. Und das hat natürlich die Position der Heiligen Liga hier, dieser Schlacht bei La Motta, gestärkt.

[35:14] Am 19. Oktober wurde Kaspar Critzer, mit neun Jahren Student an der Universität Leipzig. Er stammte aus einer böhmischen Hussitenfamilie. Sein Vater war Kaufmann, hatte dann einige Jahre zuvor das Leipziger Bürgerrecht erhalten. Der junge Kaspar hatte schon zuvor bei Georg Held Unterricht gehabt, von dem wir auch immer wir schon gehört haben und hören werden. Und jetzt war sein Lehrer Petrus Mosellanus in Leipzig. Und auch ihnen werden wir weiter verfolgen.

[35:48] Luther begann, wie gesagt, jetzt wohl im Wintersemester 1513/1514 mit seinen Vorlesungen. Und das erste Buch der Bibel, das er in Vorlesungen behandeln wollte, war das Buch der Psalmen. Er war ja Professor für die Bibel, hat also weniger sich mit den skolastischen theologischen Werken aufgehalten, sondern hatte die Aufgabe tatsächlich biblische Bücher auszulegen. Also entschied sich Luther für den Psalter. Er hatte zeitlebens eine besondere Affinität für die Psalmen, weil in diesen Filmen die ganze Erfahrungswelt eines gläubigen Menschen angesprochen wird. Seine Vortragsreihe hieß "Dictata super Psalterium", also "Diktat über den Psalter". Das lag vor allem auch daran, weil die Vorlesung damals regelrechte Diktate waren. Der Professor hatte diktiert und die Studenten haben mitgeschrieben.

[36:51] Die Vorlesung von Luther dauerten zwei Stunden. Im Wintersemester begannen sie um 7 Uhr morgens und im Sommer sogar um 6 Uhr morgens. Also, das war ganz interessant. Man weiß heute sogar, was er dort unterrichtet hat, weil vor etlichen Jahrzehnten die Manuskripte wieder aufgetaucht sind, auf Lateinisch natürlich. Hier ein Ausschnitt aus einem Originalmanuskript aus einer Vorlesung über einen der ersten Psalmen. Und man kann sehr gut nachvollziehen, was er so, wie er das ausgelegt hat.

[37:35] Dabei ist interessant zu beobachten, dass Luther durchaus noch 1513 an den traditionellen Auslegungsmethoden der Kirche festgehalten hat. Das heißt, der mehrfache Sinn, wie ihn die frühen Kirchenväter eingeführt hatten, ist auch von Luther hier noch vertreten worden. Das heißt, dass jedes Wort oder jeder Satz einen vierfachen Sinn hat: einen buchstäblichen, literarischen Sinn – das, was nämlich dort steht. Dann ein allegorischer Sinn, dann ein topologischer Sinn und ein anagogischer Sinn. Das allegorische, also quasi eine Allegorie, eine Typologie. Das topologische bezog sich auf die Ethik, also ein ethischer Sinn. Und dann das anagogische, ein weiterführender, eine weiterführende Bedeutung.

[38:22] Um das mal an einem Beispiel zu illustrieren, konnte dann Luther erklärt, dass in seiner Einführung zu diesen Psalmvorlesungen, wenn man zum Beispiel das Wort Jerusalem hat, dann ist der buchstäbliche Sinn Jerusalem, die Stadt Jerusalem. Der allegorische Sinn ist, dass Jerusalem für die Gemeinde der Gläubigen steht. Der topologische Sinn ist, dass Jerusalem für die guten Tugenden steht, die die Gemeinde hat. Und der anagogische Sinn ist, Jerusalem steht für den zukünftigen Logus und derer, die diese Tugenden haben. Also ein sehr vielschichtiges System.

[39:03] Aber selbst schon erkannt, aufgrund seines Bibelstudiums, dass man damit viel Schindluder treiben könnte und auch viel Schindluder getrieben ist in der Skala zwischen Theologie und so, schränkt er das von vornherein ein und sagt, man kann soll hier mehrfach Bedeutung der Worte nur dort annehmen, wo diese mehrfache, diese zweite, dritte oder vierte Bedeutung auch anderswo in der Bibel eindeutig beschrieben ist. Also der Luther hat von Anfang an, obwohl er hier methodisch noch ein bisschen von dem mittelalterlichen Denken geprägt ist, von Anfang an die Autorität der Bibel als Maßstab festgesetzt. Und das hat von Anfang an einen Unterschied gemacht.

[39:46] Und nach allem, was wir wissen, haben seine Vorlesungen von Beginn an für Aufsehen gesorgt, und er galt als äußerst interessant, und seine Vorlesungen als wirklich biblisch, sehr tiefgründig. Viele Menschen hatten vorher keine Ahnung, was die Psalmen eigentlich wirklich bedeuteten.

[40:05] Etwas, was noch auffällt an den frühen Vorlesungen des Luther ist, dass er konsequent die Psalmen auf Jesus Christus hin untersucht und bezieht. Das geht so weit, dass er schon im ersten Psalm, der berühmte Weise heißt: "Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf dem Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn, über seinem Gesetz sinnt Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbecken, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Blätter fällt nicht, und alles, was er tut, gerät wohl." Dass Luther das ganz konsequent diese drei Verse auf Jesus Christus bezieht. Er sagte, Jesus war der, der nie dagewesen ist, wo die Sünder waren und wo die Spötter waren. Jesus war der, über Gottes Gesetz nachgedacht hat, Tag und Nacht.

[40:50] Also, das Auslegungsprinzip des Luther ist schon 1513 ganz interessant, dass Christus das Zentrum aller Auslegung ist, obwohl es sich hier um ein altes, endliches Werk handelt. Also nicht von Anfang an verstanden, Altes und Neues Testament gehören dringend zusammen. Er hat es auch in der Vorrede seiner Psalmvorlesung begründet. Er führt unter anderem auch Lukas 24 an, wo es heißt: "Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht."

[41:26] Luther hat den David, den er als den Autor der Psalmen grundsätzlich angenommen hat, was ja auch für die meisten Psalmen stimmt, hat ihn als besonderen Propheten bezeichnet. Und dabei hat er sich auf diesen Vers hier bezogen, wo David darüber spricht, wie er die Psalmen geschrieben hat, dass sie als 2. Samuel 23, Vers 1 und 2: "Es spricht David, der Sohn Isai, es spricht der Mann, der hoch erhoben wurde, der Gesalbte des Gottes Jakobs, der lieblichste Psalmdichter in Israel. Der Geist des Herrn hat durch mich geredet, und sein Wort war auf meiner Zunge."

[42:02] Und Luther hat hier diese Idee, die interessant ist, wer noch nicht ganz sauber durchdacht, dass da wieder einen besonderen Maß inspiriert war mehr als die alten, endlichen anderen Propheten, zu denen das Thema heißt: "Das Wort des Herrn kam zu mir und sagt: Aber hier, David, bei ihm war das Wort auch seiner Zunge beschränkt." Dann selbst ein, dass er natürlich glaubt, dass auch die anderen Propheten alle inspiriert, aber er hat so das Gefühl, dass David in einer besonderen Weise inspiriert war und seine Botschaften den Psalm besonders von Jesus Christus sprechen.

[42:34] Luther hat also von Anfang an sehr eigene auch Gedanken sich gemacht, aber natürlich auch die vorhandenen theologischen Werke mit benutzt. Interessanterweise war sein Haupthilfsmittel der Psalmenkommentar von Jacques Lefèvre d'Étaples, der einige Jahre zuvor erschienen war, nämlich 1509. Werden wir ja in der entsprechenden Folge auch notiert, war ähnlich wie Luther, jemand, der, wenn auch sehr viel älter, selbstständig in der Bibel forscht und dann auch zum Reformator Frankreichs werden sollte. Und oder dass die beiden bisher an die Öffentlichkeit getreten waren mit reformatorischen Erkenntnissen.

[43:12] Also hier also Schlaglöcher auch durchaus seinen Einfluss auf das Denken von Luther mit gehabt. Im November 1513 immatrikulierte sich der 17-jährige Matthäus Alber aus Reutlingen an der Universität in Tübingen. Er hatte verschiedene Lateinschulen besucht, über mit guten Leistungen, weil dort aufgefallen. Sein Vater war ja, wir hatten das in der vorigen Folge gesehen, sieben Jahre zuvor bei einem Stadtbrand in Reutlingen ums Leben gekommen. Also doch ein recht bewegtes junges Leben gehabt, der junge Matthias Alber, der jetzt ein Studium begann.

[43:47] Im Dezember schloss dann Frankreich, erschöpft von den verschiedenen Schlachten und Kriegen an verschiedenen Fronten, erst einmal Frieden mit Spanien und auch dem Kirchenstaat, das heißt mit dem Papst unter Leo dem X. Die Engländer hätten gern noch Krieg geführt gegen die Franzosen, aber es zeigt sich jetzt, dass mit den verschiedenen Sonderfrieden die Zeit des Krieges wohl schlecht, erst einmal vorbei sein würde.

[44:11] Am 17. Dezember wurde Appenzell dann 13. Ort in der Eidgenossenschaft und ganz offiziell in die Eidgenossenschaft aufgenommen. Interessant auch, dass das Vatikanische Konzil, neben seinen Bemühungen, die Kirche zu reformieren, wo es kaum vorankam, auch sich mit dogmatischen Fragen beschäftigte. Unter anderem war in den letzten Jahrzehnten die Frage aufgekommen, ob die, wie man meinte, unsterbliche Seele für jeden Menschen persönlich ist, oder ob es nur eine allgemeine Seele gibt.

[44:43] So war jetzt im Mittelalter, im Zuge einiger auch islamischer Kommentare des Aristoteles, die Idee aufgekommen, dass es vielleicht nur eine allgemeine Seele gäbe, die unsterblich ist, aber keine persönliche. So hat das Vatikanische Konzil jetzt, erst 1513, nicht als musikalische, dass das Laterankonzil 1513 dogmatisch festgelegt, dass jeder Mensch eine persönliche, unsterbliche Seele habe. Damit war diese Lehre dann jetzt unantastbar. Aber interessanterweise auch erst 1513 formuliert, also keinesfalls eine Lehre, die aus der Bibel selbst herkommt.

[45:21] Einige andere Dinge, die 1513 passiert sind, wir noch unbedingt erwähnen wollen, insbesondere hier diese Tat von Ferdinand dem II., König von Aragón und Führer des spanischen Weltreiches. Er ließ ein Schriftstück verfassen, das war jetzt immer mehr vorgekommen, dass die spanischen Konquistadoren mit Einheimischen in Kontakt traten, die irgendwie nicht einsahen, dass die Spanier einfach Irland nahmen. Und so hat sich Ferdinand der II. entschieden, eine schriftliche Stellungnahme zu verfassen, die den Einheimischen vorgelesen werden sollte, um sie aufzufordern, sich unter die Spanier zu unterwerfen.

[46:03] Interessant ist, wie dieses Recht, "Requerimiento", also diese Ermahnung, sich zu unterwerfen, formuliert und begründet ist. Das wirft ein ganz interessantes Licht auf die Art und Weise, wie man den Papst gesehen hat damals. Schauen wir mal selbst hier, dieses Schriftstück von Ferdinand, nach dem der Konquistador dann im Namen des Königs folgendes den Ureinwohnern sagen sollte: "Im Namen des sehr hohen und sehr mächtigen und der katholischen Verteidigers der Kirche, das immer siegreichen und nie besiegten, des großen Königs Ferdinand V. von Spanien, von beiden Sizilien usw., unter sehr hohen und sehr mächtigen Herren, der Königin Donna Anna, einer sehr lieben und sehr geliebten Tochter unseres Herrn usw. Ich, der Diener und Kapitän, verkünde euch und tue euch zu wissen, so gut ich kann, dass Gott, unser Herr, der eine und ewige Himmel und Erde und einen und eine Frau erschaffen hat, deren Söhne und Nachkommen wir und alle Menschen der Welt waren und sind und alle sein werden, die nach uns kommen werden."

[47:03] Also, es beginnt mit einer christlichen Apologetik. Es gibt nur einen Gott, er hat uns alle geschaffen. Klingt erstmal ganz schön. Aber jetzt kommt: "Über alle diese Völker gab der Herr, unser Gott, einem, der St. Petrus genannt wurde, das Amt des Herrn und Vorgesetzten aller Menschen der Welt zu sein, dem alle gehorchen sollten, der das Haupt des ganzen Menschengeschlechtes sein sollte, wo immer die Menschen lebten und wären. Und er gab ihm die Welt als sein Reich und seine Gerichtsbarkeit."

[47:31] Und das ist wirklich außergewöhnlich. Kein Wort von Christus, sondern die Idee, dass Gott dem Petrus die ganze Welt als Reich gegeben habe und der Petrus der Richter der ganzen Welt sei. Und jetzt kommt natürlich die, man ahnt es schon, die Begründung. Einer der früheren Päpste, der an seiner Stelle in dieser Würde und auf dem genannten Thron als Herr der Welt nachfolgte, machte diese Inseln und dieses feste Land des Weltmeeres den genannten, das heißt dem König und der Königin und ihren Nachfolgern zum Geschenke, mit allem, was es darin gibt, wie es in gewissen Schriftstücken geschrieben steht, die darüber erlassen wurden, die ihr sehen könnt, wenn ihr wollt. So dass also ihre Hoheiten Könige und Herren dieser Inseln und des Festlandes sind, aufgrund der besagten Schenkung.

[48:11] Also die Logik war ganz simpel: Es gibt nur einen Gott. Der Gott hat Petrus zum Herrn der Welt gemacht. Petrus hat Nachfolger, der Papst ist der Nachfolger von Petrus. Deswegen ist der Papst der Herr der ganzen Welt. Und deswegen kann der Papst entscheiden, wer wo wohnt. Und der Papst hat dieses Land, diese Neue Welt, den Spaniern geschenkt.

[48:26] Diese neue Welt, die Spanien geschenkt wurde. Und deswegen akzeptiert bitte die Entscheidung Gottes. Das war tatsächlich die Logik, mit der die Spanier die neue Welt eroberten. Und es zeigt, wie sehr man den Papst letztendlich als höchste politische Autorität über die gesamte Welt akzeptierte, nicht nur als Führer der Kirche.

[48:47] Der portugiesische König Manuel der Erste führte 1513 eine Verwaltungsreform durch. Seine Untertanen, Afonso de Albuquerque, der Gouverneur von Portugiesisch-Indien, war der erste Europäer, der ins Rote Meer hinein drang und dort versucht hat, die arabischen, osmanischen Stifter zu bekämpfen, die immer wieder eine Gefährdung der Handelsrouten nach Indien darstellten. Aber er scheiterte beim Versuch, die Stadt Aden zu belagern.

[49:16] Ein berühmtes Buch aus dem Jahr 1513 war im Prinzip von Niccolò Machiavelli, in dem dieser Philosoph und Schriftsteller auf eine äußerst schockierend realpolitische Art und Weise, ohne jegliche religiöse Verblendung, beschrieben hat, wie ein Fürst effektiv reagiert, mit Gewaltanwendung, mit Mitteln, mit allem Möglichen. Er nahm sich zum Teil Cesare Borgia, dieses Monster, von dem wir berichtet haben, zum Vorbild. Und sein Buch ist äußerst einflussreich gewesen über die Jahrhunderte hinweg, wenn auch immer wieder stark und kontrovers diskutiert, weil es scheinbar jegliche moralische Überlegung etwas außen vor ließ und einfach nur die Machterhaltung und die Machtgewinnung beschrieb und analysierte.

[50:10] Im selben Jahr, wir haben schon gesagt, wird der zweite war ein großer Künstler, gewesen. Ferdinand starb, vollendete dann auch Raffael die Sixtinische Madonna, die der verstorbene Papst in Auftrag gegeben hatte. Und dieses Bild wurde zu einem der berühmtesten Gemälde der Renaissance-Geschichte, vor allem die beiden Engel unten. Sie sind dann Jahrhunderte später immer wieder auch eigenständig gedruckt und abgebildet worden.

[50:35] Ein anderes großes Meisterwerk dieser Zeit ist der meisterhafte Stich "Ritter, Tod und Teufel" von Albrecht Dürer, ein besonders kunstvoller Stich, der sich sehr interessant mit der Frage des Todes auseinandersetzt. Und in diesem Jahr 1513 wurde dann in Schottland, in dem Jahr dieser gewaltigen Niederlage auf Flotten, der Reformator John Knox geboren.

[51:04] Und fast so als ob es heute einen Doppelschlag geben würde, auch noch in Schottland ein weiterer Reformator, George Wishart. In Folge beide dann später großen Reformatoren in Schottland.

[51:22] Agostino Mainardi, ein Augustinereremit in Italien, war 31 Jahre alt, als er sein Theologiestudium mit dem Magistertitel abschloss. Er war auch später ein Reformator Italiens.

[51:35] Jean de Léry, von dem wir schon gehört haben, als er den Brief von Zwingli bekam, unternahm eine Reise dieses Jahr nach Buda in Ungarn. Thomas Müntzer wurde mit 24 Jahren zum Priester geweiht in der Diözese Halberstadt. Und Johann Hess, der zwei Jahre in Wittenberg studiert hatte und sich auch dort mit Spathen befreundet hatte, mit Johann Lang, dem Freund von Luther, der verließ jetzt, 23-jährig, Wittenberg. Er hatte eine Anstellung bekommen in Breslau in Schlesien bei dem Fürstbischof Johannes dem V.

[52:15] Und der hat ihn zu einem Kanoniker gemacht in Neisse. Die Tucher waren eigentlich eine Bergwerksfamilie, ähnlich erfolgreiche Unternehmer wie die Fugger in Nürnberg. Und Johannes der Fünfte Tucher war jetzt auch Fürstbischof und Johannes Hess in seinen Diensten.

[52:30] Martin Class wurde in Freiburg in diesem Jahr, in diesem Jahr Bakkalaureat. Und Hans Sachs, der Schuhmacher aus Nürnberg, kam auch seiner Gesellenwanderungen, die er jetzt schon seit einiger Zeit durchführte, in den kleinen Ort Wels in Oberösterreich. Und es traf sich, dass zu jeder Zeit gerade der Kaiser Maximilian durch Wels zog. Er war ja öfter zu Besuch an seinen habsburgischen Landen. Und der junge Hans Sachs, 18 Jahre alt, war total fasziniert von dem Hof des Kaisers und begann, er war dichterisch begabt, auch Gedichte zu verfassen auf den Kaiser. Und der hat ihn dann mitgenommen in seinen Palast nach Innsbruck.

[53:21] Aber lange hat es der Hans Sachs dort nicht ausgehalten. Er ist dann hat den Hof wieder verlassen und kam schließlich nach Nürnberg, wo er seine dichterische Begabung vollenden wollte. Er begann sich jetzt für den sogenannten Meistersang zu interessieren. Die Meistersinger, das war so eine mittelalterliche Bewegung von Handwerkern, von Meistern verschiedener Berufe, die sich für den Gesang interessierten, mit strengen Regeln. Und Hans Sachs hat dort in München diesen Meistersang gelernt, ist selbst dann, wie wir später sehen werden, an der berühmtesten Meistersinger überhaupt geworden.

[53:58] Er hat Schnepf, 17-jährig, hat in Heidelberg den Magister der freien Künste bekommen und dann mit seinem Jurastudium begonnen.

[54:10] Janowski, der spätere Reformator Polens, ist mit seinem Onkel, der ja, wie wir schon an anderer Stelle gesehen haben, Großprimas von und Erzbischof in Polen gewesen ist, nach Rom gereist, weil sein Onkel dort am Laterankonzil teilnahm. Und so durfte er mit seinem älteren Bruder mitreisen.

[54:31] Bartholomäus Bernardi verließ Württemberg und wurde Subdiakon in Brandenburg an der Havel. Und der Humanist Micyllus Rufus berichtet in diesem Jahr von einer seltsamen Begegnung mit einem Johann Georg Faust, von dem wir in einer anderen Folge schon berichtet haben, diesem Scharlatan und Möchtegern-Wahrsager, der dort an anderer Stelle schon die Kinder gespendet hatte.

[55:00] Hier die kurze Notiz vom Micyllus Rufus: "Vor acht Tagen kam ein Romand, also jemand, der aus der Hand liest, nach Erfurt, namens Georgius Faustus Helmstedt, Theologus Heidelbergensis, ein bloßer Prada und nahm seine Kunst, wie die aller Wahrsager, als Idol und eine solche Physiognomie ist leichter als eine Wasserspinne. Die Dummen sind voller Bewunderung gegen ihn. Sollte nicht die Theologen erheben, statt dass sie den Philosophen Reuchlin zu vernichten suchen. Ich hörte in dem Wirtshaus Spatzen. Ich habe aber seine Anmaßung nicht gestraft, denn was können wir nicht..."

[55:31] Fremde Tor hat also die literarische, historische Figur hinter der Faust-Sage und dem berühmten Werk von Goethe dann war in Wirklichkeit ein wirklich schäbiger Wahrsager, der nur die dumme, unwissende Bevölkerung verführte. Das vielleicht auch ganz interessant zu wissen.

[55:53] Storch, der Antrag, große Humanist hat es auch in Paris nicht ausgehalten, kam nach Köln. 46 Jahre alt, hat dort ein bisschen unterrichtet und geriet auch dort in Streit. War kein, offensichtlich kein Teamplayer und hat sich dort sogar mit Reuchlin zerstritten und wurde aus Köln vertrieben.

[56:14] Herti-Halle ist in Bern Lehrer geworden. War zuvor schon dann Rottweil Lehrer. Er hatte ja in Köln Theologie studiert und war auch zuvor der Freund von Müller nicht in der Schule in Pforzheim gewesen.

[56:28] Georgius, wo damit 18 Bachelor in Cambridge. Und das letzte Ereignis dieses Jahres war am 27. Dezember der Tod von Martin Pollich, genannt Menna. Statt er war der Gründungsrektor, wie wir gesehen haben, der Universität Wittenberg. Ein Mediziner, der sich auch für Theologie interessierte, ein sehr gebildeter Mann.

[56:56] Eine Mandanten, eine genannten ihm auch freundliche "Lux Mundi", das Licht der Welt. So klug ist er gewesen. 58 Jahre war er geworden und er hatte jetzt in den letzten Jahren, in den letzten Monaten auch noch Luther erlebt als Theologen, als Lehrer. Und bevor Menna starb, äußerte er etwas, was fast schon als Prophezeiung gelten könnte, über diesen jungen, aufstrebenden Theologen und Doktor der Theologie, Martin Luther.

[57:24] Hier ist ein Zitat, das wirklich aufhorchen lässt: "Der Mönch wird alle Doctors irremachen, eine neue Lehr aufbringen und die ganze römische Kirche reformieren. Denn er legt sich auf der Propheten und Apostel Schrift und stehe auf Jesu Christi Worten. Das kann keiner, weder mit Philosophie, noch so feste Reichsküsterei, Albert, erste Reihe, Thomas III. und dem ganzen Theater, Red umstoßen und niederfechten."

[57:56] Pauli starb doch er wusste, dass wenn Luther so weiter macht, wie er angefangen hat, als ein Bibelstudent, der sich allein auf die Bibel gründete, dann wird das zur Reformation der gesamten römischen Kirche führen. Was für ein interessantes Zitat und wie das dann weiter gegangen ist und inwieweit Martin Pollich recht behalten hat, werden wir sehen in unserer nächsten Folge.

[58:18] Dann werden wir beginnen mit den Ereignissen, die tatsächlich dann zur eigentlichen Reformation geführt haben. Wir haben bis jetzt die große Vorgeschichte studiert und werden jetzt ab dem Jahre 1514 die Reformationsgeschichte im Detail genauer anschauen können. Ab diesem Jahr beginnt nämlich auch eine sehr viel gründlichere Überlieferung, Mitschrift, Zeugnissen über das Leben von Luther.

[58:44] Das nächste Mal wird es dann heißen in Teil 18: "Der Plan der Fugger". Bis dahin wünschen wir Ihnen von ganzem Herzen Gottes reichen Segen. Und wir freuen uns, wenn Sie dann wieder einschalten hier auf Joelmedia TV, wenn es heißt "Sola Veritas", die wahre Chronik der Reformation.


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