Veröffentlicht am
552 Klicks

Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts

Sola Veritas – Die Wahre Chronik der Reformation

500 Jahre ist die Reformation alt: wird sie fortgeführt oder begraben? Wie verhalten sich Luthers Erben und was wird aus seinen (Wieder)entdeckungen? All das sind wichtige Fragen. Doch beantworten kann sie nur, wer das Reformationsgeschehen selbst gründlich kennt. „Sola Veritas – Die wahre Chronik der Reformation“ bietet weitaus mehr als die üblichen bekannten Zusammenfassungen und Anekdoten. Ausgehend vom Jahre 1482 wird alles chronologisch erzählt, was weltgeschichlich und biographisch (sowohl bezüglich Luther als auch vieler anderer, zum Teil sehr unbekannter Reformatoren) wichtig war. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Spätmittelalters, erleben sie das zaghafte Aufblühen von Wissenschaft und Kultur, verfolgen sie die Debatten um philosophische und theologische Streitfragen und entdecken sie Schritt für Schritt mit Luther und seinen Mitkämpfern befreiende biblische Wahrheiten. So wird Kirchengeschichte lebensnah und endlich gut verständlich…. Neue Folgen wöchentlich, bzw. wenn es die Zeit erlaubt. Ein Programm von www.joelmediatv.de

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Spezialsendung von Sola Veritas wird die komplexe Beziehung zwischen Martin Luther und Thomas Müntzer beleuchtet. Christopher Kramp vergleicht die beiden Reformatoren, beleuchtet ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede und erklärt, wie aus einem Anhänger Luthers ein radikaler Rebell wurde. Die Sendung zieht Lehren aus der Reformationsgeschichte für die heutige Zeit und betont die Wichtigkeit der persönlichen Veränderung.


Weitere Aufnahmen

Serie: Sola Veritas - Die wahre Chronik der Reformation

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:37] Herzlich willkommen, liebe Zuschauer, zu einer Sondersendung von Sola Veritas. Unter diesem Titel haben wir 2017 begonnen, Reformationsgeschichte chronologisch zu studieren und die einzelnen Reformatoren in ihrem Leben und Wirken zu verfolgen. Heute wollen wir in einer besonderen Spezialsendung einem Thema uns widmen, das insbesondere in dieser Zeit von großer Wichtigkeit ist.

[1:09] Vor etwa zweieinhalb Jahren habe ich mich recht intensiv mit den Schriften von Thomas Müntzer und seinem Leben beschäftigt. Damals ahnte ich nicht, dass viele der Prinzipien, die ich damals im Studium seiner Geschichte entdeckt habe, für die heutige Zeit uns einiges zu sagen haben.

[1:28] Unter dem Titel "Luther oder Müntzer?" wollen wir uns fragen, was wir aus der Geschichte lernen können. In der geistlichen Geschichte der Bibel finden wir den berühmten Satz von Paulus: "Alle diese Dinge aber, die jenen widerfuhren, sind Vorbilder, und sie wurden zur Warnung für uns aufgeschrieben, auf die das Ende der Zeiten gekommen ist." Das bezog sich damals auf das Alte Testament, aber wir wissen auch aus der Feder von Ellen White, dass wir nichts für die Zukunft zu befürchten haben, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat.

[2:02] Und so wollen wir heute aus einer bestimmten Episode der Reformationsgeschichte, sowohl aus den Originalquellen als auch mit der Hilfe der inspirierten Kommentare im Schriften von Ellen White, uns anschauen, was passiert ist, um dann Lehren für unser Leben und für unsere Zeit daraus zu ziehen.

[2:26] Und bevor wir das tun, möchten wir gemeinsam Gott bitten, dass er uns bei diesem Studium segnet. Lasst uns gemeinsam beten: Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen danken, dass wir in die Geschichte schauen können und sehen können, wie du dein Volk geführt hast und wie wir aus Siegen und Niederlagen Lehren für unser Leben nehmen dürfen. Wir möchten dich bitten, dass du uns zeigst, was wir für unsere Zeit lernen dürfen aus der Geschichte von Martin Luther und Thomas Müntzer. Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist, damit wir Geistliches geistlich beurteilen können. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[3:07] Beginn: Ein kleines Rätsel. Am 13. Juni 1520 empfing Martin Luther folgenden Brief, in dem es am Ende hieß: "Lebwohl in Christus, du Vorbild und Leuchte, dass Freunde Gottes gegeben, Margarethen Tage im Jahre des Herrn 1520." Dann kommt ein Name, den du gezeigt hast durch das Evangelium. Wer war es, der sich hier als Sohn, als geistlicher Sohn von Martin Luther bezeichnet hat? Es war niemand anderes als Thomas Müntzer.

[3:38] Wer ist dieser Mann, der 1520 noch sich voll und ganz hinter Luther stellte und genau fünf Jahre später tot war, weil er in einer der gewaltigsten revolutionären Umstürze jener Zeit das Ende gefunden hatte, weil er versucht hatte, die Obrigkeit mit Gewalt zu stürzen?

[4:03] Ellen White kommentiert folgendes im Buch "Der große Kampf": "Thomas Müntzer, der Eifrigste unter den Schwärmern, war ein Mann mit bemerkenswerten Anlagen, die ihn, richtig geleitet, befähigt hätten, Gutes zu tun. Aber er hatte nicht einmal die einfachsten Grundsätze wahrer Religion begriffen." Und jetzt zitiert sie den berühmten Historiker Domene: "Er war von dem Wunsche besessen, die Welt zu reformieren, und vergaß dabei, wie alle Schwärmer, dass die Reform bei ihm selbst beginnen musste."

[4:32] Schon hier sollten wir genau hinhören. Viele Menschen wollen noch heute enorm viel verändern, aber vergessen, dass die Veränderung bei ihnen beginnen soll.

[4:44] Martin Luther hat später geglaubt, dass die Geschichte von Thomas Müntzer wert ist, immer wieder erzählt zu werden, nicht als ein Vorbild, sondern als eine Warnung. Wir sehen hier eingeblendet die Schrift, die er kurz vor seinem Tod verfasste. Wir können hier deutlich lesen: "Ein schrecklich Geschichte und Gericht Gottes über Thomas Müntzer, darin Gott offensichtlich desselben Geist Lügen gestraft und verdammt."

[5:13] Wenn wir also heute versuchen, aus dem Leben von Müntzer in Bezug auf Martin Luther etwas zu lernen, dann tun wir genau das, was schon vor etwa 500 Jahren Luther für richtig befunden hat, nämlich diese Geschichte nicht nur wahrzunehmen, sondern zu lernen, dass wir seinem Beispiel nicht folgen.

[5:32] Wenn man Luther und Müntzer nebeneinander stellt, dann sieht man meistens am Ende den großen Kontrast. In Wirklichkeit waren die beiden sehr ähnlich, hatten viele Gemeinsamkeiten.

[5:42] Zum Beispiel wissen wir – und das ist erstmal recht rein geografisch sehr wenig über ihre Kindheit. Aber dazu kommen eine ganze Reihe von weiteren Eigenschaften, die sie sehr miteinander verbunden haben. Beide waren akademisch sehr begabt und überdurchschnittlich in ihren Studien erfolgreich. Beide hatten eine profunde Bibelkenntnis. Bei Luther allgemein bekannt, aber auch bei Müntzer ist es so, dass er zu den bibelfesten Reformatoren überhaupt zählt. Wenn man seine Schriften liest, dann stellt man immer wieder fest, dass er Texte kannte, von denen ich persönlich denke, dass heute viele Christen gar nicht wissen, wo die in der Bibel stehen.

[6:18] Beide waren äußerst charismatische Persönlichkeiten, also sie konnten Menschen für sich gewinnen. Sie waren rhetorisch sehr stark. Beide hatten einen Hang zur Polemik. Nun, wir wissen vermutlich, dass in jener Zeit, im 16. Jahrhundert, die Sitten etwas rauer waren, aber sowohl in Bezug auf Luther als auch in Bezug auf Müntzer ist bekannt, dass selbst die Zeitgenossen den Eindruck hatten, dass beide manchmal verbal über die Stränge schlugen.

[6:47] Fest, beide hatten auch biografisch eine ähnliche Last zu tragen. Sie hatten zeitweise Probleme mit ihren Vätern gehabt, in unterschiedlichen Bereichen, aber da gab es keine ideale Beziehung im Elternhaus.

[7:04] Beide hatten den Drang und den Wunsch, in religiösen, christlichen Fragen wirklich absolute Gewissheit zu haben. Viele andere damals und auch heute sind zufrieden mit einem oberflächlichen Glauben. Sie sind zufrieden mit dem, was man ihnen erzählt oder was schon immer Tradition gewesen ist.

[7:21] Selbst oder Investoren waren nicht alle immer so sehr darauf erpicht, wirklich absolute Gewissheit zu haben, wie es diese beiden insbesondere auszeichnet. Bei Luther ist das ja allgemein bekannt, wie sehr er sich diesen Frieden gewünscht hat und wie sehr er sich im Kloster gemartert hat. Aber auch, wie wir sehen werden, Müntzer hatte einen ganz ähnlichen Hang zur absoluten Gewissheit.

[7:51] Beide hatten auch das Anliegen, die Wahrheiten, die sie in der Bibel erkannt hatten, die biblischen, theologischen Einsichten, dem Volk nahe zu bringen, und zwar in deutscher Sprache. Beide waren zwar Gelehrte, beide konnten natürlich sich auf Latein ausdrücken, aber das Volk verstand meistens auf jeden Fall nicht genügend Latein, um theologischen Diskussionen folgen zu können. Und so war es das Anliegen von beiden, entsprechend ihre Schriften und Werke auch oft deutsch zu verfassen, um die breite Masse zu erreichen.

[8:22] Zum ersten Mal sind die beiden sich wohl 1517 begegnet, in jedem schicksalsträchtigen Jahr. Wir wissen aus der Zeit vorher nur recht wenig aus dem Leben von Thomas Müntzer, zumindestens was seine biografischen Details angeht.

[8:41] Wir haben aber einen interessanten Kommentar von Ellen White, den sie in "Science of the Times" im Oktober 25, 1883, niederschrieb. Und zwar sagt sie: "Irrtümliche Schriften, also Schriften mit falschen Lehren, die er in seiner Jugend gelesen hatte, also Thomas Müntzer, seinem Charakter und seinem Leben eine falsche Richtung gegeben haben."

[9:06] Hier sieht man sehr deutlich, welchen Einfluss schon im Kindesalter die Lektüre, die Medien, mit denen wir uns beschäftigen, haben können. Aus der Sicht von Ellen White war das spätere Leben von Müntzer bestimmt von den Büchern, mit denen er sich als Kind und Jugendlicher beschäftigt hat.

[9:26] Nur einige wenige skizzenhafte Details zu seinem Finden. Wir wissen, dass er wohl seit 1701 in Quedlinburg gelebt hat und dann ab 1506 in Leipzig immer zirkuliert. Er hat sehr lange studiert und war ab 1512 dann in Frankfurt oder immatrikuliert. Hat sich nebenbei, wie das auch heute oft der Fall ist bei Studenten, mit Hilfsarbeiten über Wasser halten müssen. Der Bahn-Damm, Hilfslehrer in Halle, auch in Aschersleben. Und er ist dann und 1513, also ungefähr vier Jahre, bevor Luther wohl das erste Mal getroffen hat, in der Diözese Halberstadt zum Priester geweiht worden.

[10:08] Und hat noch ein paar mehr Details hier erwähnen, aber darum soll es heute nicht so sehr gehen. Gesagt, 1517 haben sie sich zum ersten Mal wohl getroffen. Das war in Wittenberg, wo Luther damals dabei war, die gesamte katholische theologische Tradition auf den Kopf zu stellen. Und innerhalb dieses Jahres ist fast die gesamte theologische Fakultät der neubau der relativ jungen Universität dort auf Luthers theologischer Seite eingeschwenkt.

[10:36] Wer sich für die Details interessiert, was dort passiert ist, der sei auf die Serie "Sola Veritas" auf die einzelnen Folgen dort verwiesen. Für das Jahr 1517 verdienen natürlich ganz berühmt der Thesenanschlag, der dort im Herbst stattgefunden hat. Und in dieses Umfeld hinein ist Thomas Müntzer gekommen und war natürlich von Luther enorm beeindruckt.

[10:59] Wir finden ihn dann wieder, ungefähr anderthalb Jahre später, zu Ostern 1519, wo er zum ersten Mal einen anderen lutherischen Prediger vertrat. Derer gab es zu dem Zeitpunkt noch sehr wenige, aber Franz Günther, ähnlich Jüterbog, war so einer. Und der fiel aus, und möglicherweise auf Empfehlung von Luther. Das lässt sich nicht ganz genau rekonstruieren in allen Details.

[11:24] War der Müntzer hier Vertreter von Günter von Franz Günter, Ostern 1519. Er hat dann wohl im selben Jahr auch die Leipziger Disputation mitverfolgt, wo Karlstadt, Müntzer, Trup und Luther gemeinsam gegen Dr. Em, den Vertreter der Papstkirche und den erbitterten Gegner von Luther, debattiert haben. Luther hat ja manchmal Dr. Em auch einfach ohne Punkt ausgesprochen. Und Müntzer war also ganz nah dabei in diesen Auseinandersetzungen, die sich in diesem Jahr dort ergeben haben.

[12:11] Er war zu dem Zeitpunkt etwa 30 Jahre alt. Und wir finden einen interessanten Brief, den er ganz am Ende des Jahres 1519 an eben jenen Günther schrieb, den er zu Ostern noch in Jüterbog vertreten hatte. Zu dem Zeitpunkt war er in einem Nonnenkloster, in einem Nonnenkloster mit untergebracht in Britz, und er hatte keine richtige Position, keine Stellung.

[12:42] Und hat die Zeit genutzt, nicht einfach irgendwie verständlich, sondern um sich biblisch und auch kirchengeschichtlich weiterzubilden. Und in diesem Brief finden wir folgende interessante Passagen: "Nicht für mich, sondern für den Herrn Jesus, wenn er will, wird er mich dorthin senden, wohin er senden lassen will. Inzwischen bin ich mit meinem Los zufrieden. Alles das hat Gott mir mit gerechtem Urteilsspruch getan, weil ich mich oft selbst auf die Kanzel begeben habe, ohne dazu gezwungen zu sein."

[13:18] Wann immer hier so ein gutes Anfangsbuch durch modernes Deutsch zu lesen ist, in diesen Quellen sind es eigentlich lateinische Quellen, die wir hier nach der offiziellen Übersetzung der Thomas Müntzer Gesamtausgabe wiedergeben.

[13:30] Wir wollen ja jetzt versuchen zu verstehen, wie aus diesem Anhänger von Martin Luther der Rebell von 1525 geworden ist. Und hier sehen wir das erste Jahr, nur 1520, er noch von ganzem Herzen Jesus folgen möchte, alles, was er tut, ihm weit. Wie finde ich ein kleines Detail, das es sich lohnt zu bemerken? Er gesteht hier nämlich, dass er sehr oft gepredigt hatte, ohne eigentlich den Drang von Gott zu spüren, sondern wohl eher so aus einer Selbstdarstellung, ja, dazu gezwungen zu sein.

[14:10] Er hat sich oft freiwillig auf die Kanzel begeben, ohne wirklich so einen Auftrag Gottes zu spüren. Und hier sehen wir so ganz verdeckt etwas von seiner Persönlichkeit aufscheinen. Er selbst reflektiert, dass er und sagt es, das habe ich, ich habe dieses Problem, dass ich manchmal versuche, mich so in den Vordergrund zu stellen.

[14:37] 1520 wurde dann Müntzer auf Empfehlung, auf ausdrückliche Empfehlung von Martin Luther, nach Zwickau gesandt. Dort hatte zunächst Silvanus gepredigt, der ebenfalls ein Freund der Reformatoren war. Silvanus, der gerade es war, eigentlich ein Humanist in jeder Zeit der Reformation. Waren die Menschen oder die Freunde Luthers und die Humanisten sehr eng miteinander verbunden. Man hatte das noch nicht so wirklich auseinanderdividiert. Beide hatten ähnliche Anliegen.

[15:07] Und so galt Silvanus, egal was eigentlich, als ein Mitstreiter von Luther, der viel aus. Und Luther empfahl den Thomas Müntzer, den er jetzt ein bisschen kennengelernt hatte, als Vertretung für jenen Egus, und dort im Depot entstand auch dieser Brief, den wir eingangs gelesen haben. Dort am 13. Juli schreibt also Müntzer: "Lebwohl in Christus, du Vorbild und Leuchte, dass Freunde Gottes gegeben, Margarethen Tag im Jahre des Herrn 1520."

[15:35] Wir fragen uns, wie ist es möglich, dass ein Mensch, der es so sehr Luther bewundert und ihm nacheifert, innerhalb von fünf Jahren sich so völlig verändert? Und das ist das, was wir in dieser Sendung gemeinsam Stück für Stück analysieren und studieren wollen. Wo wir lernen wollen, dass man felsenfest von etwas überzeugt sein kann und trotzdem innerhalb von fünf Jahren genau dagegen ankämpfen kann.

[16:02] Die Geschichte von Martin Luther ist auch eine Geschichte unserer menschlichen Schwäche, die, wenn wir nicht bei Jesus bleiben und demütig bleiben, unser Ruin hervorbringen wird.

[16:16] In demselben Brief finden wir eine andere Passage, die ebenfalls interessant ist. Müntzer schreibt: "Luther, du bist für mich einen Schutz in dem Herrn Jesus. Glaube denen nicht, die gesagt haben, ich sei unbeständig und bissig."

[16:33] Als Historiker lesen wir das und sagen: Aha, es muss also Menschen gegeben haben, die schon Mitte 1520 aus Zwickau dem Luther berichtet haben, der Müntzer, der ist ein bisschen wankelmütig, nicht so sehr, was seine eigene Meinung betrifft, aber ist nicht so, man kann sich auf ihn verlassen.

[16:56] Und vor allem ist er, saß ich in seinem Auftreten. Und dann kommt ein ganz charakteristischer Satz für den Thomas Müntzer. Im selben Brief heißt es: "Aufgrund meiner ergänzten Rettung aus früherer Gefahr glaube ich auf sicherste, dass ich für andere kämpfe in der Welt auserwählt bin."

[17:16] Das ist, wie Müntzer dachte. Einige Schlüsselworte sind hier sehr entscheidend: "Auf sicherste kämpfe und in der Welt." Er war sich seiner Sache ganz sicher. Er war jetzt in Zwickau, aber er hatte schon den großen Plan. Er wollte Reformator in der ganzen Welt sein. Und er glaubte ganz fest, und da haben wir dieses Bedürfnis nach Sicherheit. Er glaubte ganz fest, dass Gott ihn auserwählt hat, diese Kämpfe zu kämpfen.

[17:42] Wenn man die weitere Geschichte nicht lesen erkennen würde, wird man vielleicht diesen Satz nicht weiter groß bedeutet. Dabei, wenn man sie kennt, dann merkt man hier schon vielleicht etwas von dem Geist, der noch ganz verdeckt von der Begeisterung für Luther, noch von vielen guten geistlichen Eigenschaften, wir hier noch wohl gehabt hat, doch sich bemerkbar macht.

[18:07] Obwohl wir hier meistens nur Originalquellen zitieren werden und ein paar inspirierte Kommentare, möchte ich hierzu Müntzer an einer Stelle einen modernen Historiker zu Wort kommen lassen. Walter Elliger, einer der Experten für Thomas Müntzer, der über diesen Brief folgendes Interessantes geschrieben hat: "Die Mentalität des Schreibers, der es wahrlich nicht unterlässt, sich selbst darin darzustellen, hatte sich wichtig nehmen. Die Selbstbespiegelung und Selbstgefälligkeit macht sich geltend, die das eigene Ich bin einer fast peinlich wirken, weise in den Vordergrund schiebt."

[18:40] Heutzutage wird Thomas Müntzer oft als Sozialrevolutionär gesehen, als Alternative zu Luther, der seine eigenen theologischen Optionen entwickelt hat. Weltweit hat immer betont, dass Thomas Müntzer in Wirklichkeit ein Problem mit seinem eigenen Ich gehabt hat. Und hier sehen wir auch aus der Geschichtswissenschaft herausgearbeitet, aus den Quellen, dass Ellen White hier sehr recht gehabt hat.

[19:04] Und dann kam die Katastrophe. Agrarius kam zurück. Also die Katastrophe aus Sicht von Thomas Müntzer. Und war geradeaus kam zurück. Und eigentlich, so dachte man in Wittenberg, können die beiden ja jetzt ganz gut miteinander arbeiten.

[19:18] Aber egal, es war, wie gesagt, eher ein Humanist, der kannte sich sehr gut aus mit Latein, zum Beispiel, mit Geschichte. War könnte das interessiert und hatte deswegen natürlich immer etwas schon auch gegen, oder hat er etwas sehr grundsätzlich gegen das ist, dass das Nonnentum und des Mainstream und und die verkrusteten, klassischen Strukturen der Kirche.

[19:40] Von daher war er mit Luther in vielem überein, aber sie war das war wohl vielleicht nicht so wirklich tiefgründig bekehrt, wie ein Luther zum Beispiel, später ein beleidigter und wie möglicherweise auch Müntzer zu dem Zeitpunkt.

[19:55] Und so kommt es zum Konflikt, weil der, der Müntzer sehr schnell erkennt, der Agrarius ist gar nicht so ein geistlicher Mensch. Es kommt zum Konflikt, und Wittenberg wird eingeschaltet. Die hatten sich bereits eingemischt, als der Müntzer mit den Franziskanern in Eck Probleme hatte. Und jetzt versucht man zu vermitteln und versucht irgendwie die beiden Streithähne, den alten Humanisten Silvanus, der möglicherweise auch natürlich durch seine gebildete Art und Weise dem Müntzer Platz zu verstehen gegeben hat, dass er der Romanistik und diesem noch relativ jungen und sehr eifrigen wird, irgendwie zu vermitteln.

[20:39] Das ganze lief drei Jahre später, schreibt noch der Thomas Müntzer aus der Retrospektive, wie er das damals empfunden hat. Er sagt aber: "Dass du mir an dem Luther gewandt, am 9. Juli 1523, aber dass du mir den aller verderblichen Tegra muss in deinem Browser mit einem so wichtigen Menschen wolltest du mich versöhnen, damit die Feinde nicht haufenweise auf dich ein stürmten."

[21:04] Hier müssen wir kurz innehalten. Müntzer glaubte, der Agrarius ist ungeklärt, der ist selbstsüchtig, und mit dem kann man nicht als Evangeliumsverkündiger zusammenarbeiten. Und jetzt kommt's: Luther behauptet, arbeitet doch zusammen.

[21:18] Der Luther, so hat Müntzer gedacht, will hier einen faulen Kompromiss, damit, so Müntzer's Denke, damit der Luther fein raus ist. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du so ein Denken siehst und hörst, innerhalb und außerhalb der Gemeinde, erinnert dich an Thomas Müntzer. Er war der Meinung, dass eine Sache so gerecht ist, dass jeder Versuch, mit einem anderen zusammenzuarbeiten, der noch nicht so weit war wie er geistlich, und das vielleicht nicht die Dinge so gut verstand wie er, das ist ein fauler Kompromiss sei. Und dass die, die solche Kompromisse schließen, in Wirklichkeit einfach nur sich selbst schützen wollten.

[22:04] Nun, das ist deswegen bemerkenswert, weil das im Jahr 1520 stattfand. Also der Brief ist hier von 1523, aber diese Ereignisse und Zwickau waren 1520. Das war das Jahr, in dem Luther eine scharfe, eine tiefgreifende Reformationsschrift nach der anderen veröffentlichte. Das war das Jahr, in dem er von der "Babylonischen Gefangenschaft der Kirche" liegt, wohl an den Deutschen, an den Adel Christina der deutschen Nation steht, wurde an seinem Büro, Schrift von der "Freiheit eines Christenmenschen" steht. Das war das Jahr, in dem er erkannte, dass der Papst der Antichrist ist, und dass dann auch schriftlich, biblisch, theologisch begründete. Es war eines der revolutionärsten Jahre Luthers.

[22:46] Aber Müntzer sah das nicht. Müntzer sah nur, dass Luther der Meinung war, dass man die Fronten geschlossen halten sollte, und empfand das als einen faulen Kompromiss, wo es eigentlich gar kein Kompromiss in Wirklichkeit gab, sondern das Werk Gottes eine geschlossene Front brauchte, weil gerade der Kampf gegen das Papsttum so besonders heftig war.

[23:04] In der Zeit kamen dann einige sogenannte Propheten nach Zwickau, Nikolaus Storch und seine Gruppe, die sogenannten "Sechs Propheten" waren Laien, die predigten und der Meinung waren, dass wichtiger als die Liebe die Offenbarungen des Heiligen Geistes seien. Sie glaubten, dass durch Träume und...

[23:22] Sie glaubten, dass Gott durch Träume und Visionen direkt zu ihnen spricht.

[23:24] Thomas Müntzer geriet in ihren Bann. Er, der ein sehr guter Kenner der Bibel war, fing an, auch mit dieser Idee zu spielen, dass Gott direkt durch den Heiligen Geist spricht und die Bibel allenfalls sekundär sei. Diese Zwickauer Propheten sind dieselben, die später dann als Luther auf der Wartburg gewesen ist, nach Wittenberg gekommen sind und die Luther dann abwehren musste, als er dann auf eigene Gefahr die Wartburg 1522 verlassen hat und dort in einer energischen Aktion versuchte, das Volk zurückzugewinnen. Damals waren einige der Rezeptoren, die in Wittenberg die Stellung gehalten hatten, in den Bann dieser Zwickauer Propheten gelangt. Melanchthon war hatte angefangen zu wanken. Den konnte Luther zurückgewinnen. Karlstadt hat er nie wieder ganz zurückgewinnen können. Sie ist also seine eigenen Wege gegangen.

[24:23] Das zeigt uns auch, wie wichtig es ist, dass, wenn fanatische Elemente auftreten, auch in der Gemeinde, dass wir sofort eingreifen müssen. So wie Luther das getan hat. Er sah in diesen Zwickauer Propheten eine Taktik des Satans, der damit versuchte, durch fanatische Rechtsaußen die Reformation zu gefährden. Und besagt, dass Silvanus, der mit Müntzer ja nun nicht besonders gut befreundet war, schreibt doch in dieser Zeit, dass er dort eine Verbindung sieht zwischen Müntzers aggressiver Polemik und dessen Geisttheologie. Also er hat da erkannt, dass diese neuen Ideen, die dort von den Propheten, den sogenannten, eingebracht wurden in Zwickau, ja in Zwickau, dass die dem Müntzer nicht gut getan haben.

[25:17] Das Ganze führt dann dazu, dass im April 1521 Müntzer aus der Stadt Zwickau ausgewiesen worden ist. Seinen letzten Lohn quittierte er mit folgenden bezeichnenden Worten: Thomas Müntzer, "Vipro veritate militantem mundo", heißt auf Deutsch: "Der für die Wahrheit kämpft in der Welt." Auch heute gibt es noch Menschen, die der Meinung sind, dass sie für die Wahrheit kämpfen. Aber lieber Freund, liebe Freundin, nicht jeder, der sagt, dass er für die Wahrheit kämpft, ist ein Reformator. Nicht jeder, der überall verlautbaren lässt, dass er für die Wahrheit ist, ist ein Martin Luther. Manch einer ist ein Thomas Müntzer.

[26:04] Interessant ist, dass Müntzer zu diesem Zeitpunkt auch eine sehr merkwürdige prophetische Auslegung hatte. Während Luther gesagt hatte, ein Jahr zuvor, der Papst sei der Antichrist, sei er jetzt meinte er, eine noch antichristlichere Macht zu sehen. Ja, er glaubt auch, dass der Papst nicht gut sei, aber der sei nur der Vorläufer zum Antichristen. Und vom Papst wandte sich sein Blick weg auf eine andere, imaginäre Macht, die jetzt bald die ganze Welt beherrschen würde. Er glaubte, es wäre das vierte Tier aus Daniel 7, das schreckliche Tier, von dem Luther in Übereinstimmung mit der historischen Auslegung natürlich glaubt, dass das römische Reich längst untergegangen sei.

[26:48] Was interessant, weil auch wir heute, auch in der Gemeinde, solche Tendenzen sehen, dass man den Blick weg richtet, ein bisschen von den Mächten beschrieben werden und große andere Verschwörungen sieht, die möglicherweise die ganze Welt unterjochen. Das hat der Müntzer auch schon so gesehen.

[27:06] Müntzer lag auf jeden Fall falsch. Und so überlegt sich Müntzer, wo er dann jetzt seine Weltreformation beginnen kann. Und wenn man im Jahre 1521 in Europa versucht, die Kirche zu reformieren, und zwar möglicherweise auch mit sehr viel Eifer, dann gab es einen Platz, und den hat er sofort versucht, für sich in Anspruch zu nehmen. Das war nämlich Böhmen. Seit 100 Jahren waren die Böhmen sozusagen aus Sicht der katholischen Kirche der Schandfleck Europas. Denn seit 100 Jahren waren dort die Hussiten aktiv, die im Zuge der Verbrennung von Jan Hus und Hieronymus dort eine Bewegung, die stark gestartet hatten, die über Jahrzehnte hinweg nicht wirklich unter Kontrolle gebracht werden konnte. Ein Kreuzzug nach dem anderen war geschlagen worden von den tapferen Hussiten. In den letzten Jahrzehnten war es ruhiger geworden. Das lag vor allem auch an falschen Kompromissen, die beim Konzil von Basel geschlossen worden waren. Aber dort hoffte Müntzer auf Christen zu treffen, die gegen Rom waren, die für Reformation und die auch bereit waren, dafür zu kämpfen.

[28:12] Möglicherweise in jeder Zeit. In dieser Zeit, als Müntzer dorthin nach Böhmen geht, fällt die berühmte Szene in Worms auf dem Reichstag zu Worms, wo Martin Luther vor Kaiser und Reich für seinen Glauben und sagt: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen." Wir kennen die Geschichte hier nicht ausführlich ausbreiten, weil sie allgemein bekannt ist. Er wird auf die Wartburg verschleppt, wo er beschützt wird. Und niemand weiß, nicht einmal der Kurfürst Friedrich, er sagt Friedrich der Weise, wo Luther eigentlich ist. Und während die ganze Welt nach diesem Motto sucht, kann man sich ja vielleicht jetzt schon überlegen, was wohl in den Gedanken von Thomas Müntzer vor sich ging, als die führende Figur der Reformation plötzlich unauffindbar ist und es droht, dass die Reformation führerlos, kopflos entlangsteuert.

[29:08] In jener Zeit verfasst er ein Manifest, das sogenannte Prager Manifest. Es liegt denn mindestens vier verschiedenen Fassungen vor, auf Deutsch, Latein und auf Tschechisch. Und hier ein paar Ausschnitte aus diesem Manifest. Er sagte: "Ich, Thomas Müntzer von Stolberg, bekenne vor der ganzen Kirche, unserer ganzen Welt, auf dass ich möchte eine höhere Unterricht erlangt haben des heiligen, unüberwindlichen Christen Glaubens, so habe ich alle meine Lebenstage Gott weiß, dass ich nicht liebe von keinem unscharfen Morgens verstehen die rechte Übung des Glaubens." Was er sagt, ist: Kein Mensch hat mir das Evangelium dabei gebracht. Ich habe es allein von Gott empfangen, so zu sagen.

[29:52] Und damit spielt er natürlich an auf eine berühmte Aussage des Apostels Paulus im Galaterbrief. Wohl genau das sagt, dass er das Evangelium nicht von den Menschen gelernt hat. Und ohne, dass er das ausdrücklich hier sagt, stellt sich der Müntzer so ein bisschen in die Tradition des Paulus. Unter das Spiel, das so ein bisschen hinein. Er sagt: "Ich möchte deutlich machen, was ich hier sage, habe ich direkt von Gott und von keinem einzigen Menschen." Ganz erstaunlich, wenn wir uns daran erinnert, dass er kurz zuvor noch, ein Jahr zuvor, der Meinung war, dass Martin Luther ihn im Glauben gezeugt hatte.

[30:28] Weiter schreibt in diesem Brief, das ist jetzt der November 1521: "Sondern es sollen die auserwählten Freunde Gottes Wort auch lernen profitieren, dass ich solche Lehrer an den Tag bringen bin. Ich will, ich um Gottes Willen mein Leben zu opfern. Gott wird wunderliche Dinge tun mit seinen auserwählten, sonderlichen diesem Land." Also in Böhmen, man hier wird die neue Kirche angehen. Das Volk wird ein Spiegel der ganzen Welt sein. Hier sagt er ganz deutlich, was sein Anliegen ist. Er möchte, dass die Menschen nicht nur in der Bibel lesen. Nein, er möchte, dass sie selbst Gottes Wort sprechen, dass die Propheten werden, dass sie prophezeien und weissagen.

[31:10] Dass der Einfluss der Zwickauer Propheten auf seine Theologie, die jetzt hier weiterentwickelt hat, und er sagt: "Für diese Lehre bin ich bereit, mein Leben zu opfern." Er möchte möglicherweise als Märtyrer sterben, damit die ganze Welt erfährt, dass Gott so denkt. Er erst dann wirklich geehrt wird, wenn alle Auserwählten tatsächlich selbst Propheten sind. Eine neue Kirche wird beginnt, sagt er, und zwar hier in Böhmen.

[31:35] Und dann sagt er folgendes als Warnung: "Weiter wirst du das nicht tun, so wird dich Gott durch den Türken im zukünftigen Jahr erschlagen. Ich weiß, wovon ich rede." Das ist also, er versucht quasi mit Druck den Böhmen zu sagen: "Ihr solltet uns jetzt folgen. Wenn wir nicht folgen, so sage ich euch als Prophet, werden die Türken kommen." Ja, damals eine allgemeine Gefahr stellten. Das Osmanische Reich hatte immer wieder auch nach Europa, nach Mitteleuropa herausgegriffen und dort gekämpft. Auch später noch sind ja dann immer wieder auch für die Reformationsgeschichte bedeutsam gegen das Heilige Römische Reich gezogen.

[32:16] Es wird interessant zu erwähnen, dass solch ein Türkenzug im Jahre 1522 nie stattgefunden hat. Das war eine falsche Prophezeiung. Die Böhmen jedenfalls haben sich nicht irritieren lassen, nicht beeindrucken lassen. Die Böhmen lehnen ihn ab, und das war ein herber Schlag für ihn, und er musste jetzt auch hier das Land verlassen.

[32:42] Dazu ein kleiner Kommentar hier von dem, was Ellen White über ihn schreibt. Sie sagt: "Die Inspiration, die Müntzer und seine Genossen für sich in Anspruch nahmen, kamen von keiner höheren Quelle als den einen Bildung ihres eigenen Verstandes. Und ihr Einfluss war dazu angetan, alle Autorität, sowohl die menschliche als auch die göttliche, zu unterminieren. Wahres Christentum empfängt das Wort Gottes als das große Schatzhaus der inspirierten Wahrheit und als den Standard und Test aller Inspiration."

[33:16] Müntzer lehrte, dass alle, die den Geist empfangen wollen, sich erst ihr Fleisch kasteien müssen, dass sie zerrissene Kleider tragen müssen, dass sie ihren Körper vernachlässigen sollten und dass sie traurige Gesichter tragen sollten. Und dann alle ihre ehemaligen Freunde verlassen sollten, sich an öde und wüste Plätze begeben sollten und dort um die Gunst Gottes bitten sollten. Dann, sagt er, wird Gott kommen und mit uns so sprechen, wie früher mit Abraham, Isaak und Jakob. Wenn er das nicht tun würde, dann würde er unsere Aufmerksamkeit nicht verdienen.

[33:49] Und da sagt sie: "So hat dieser verführte Mann, sowie Luzifer selbst, Bedingungen zu Gott gemacht und es sich geweigert, dessen Autorität anzuerkennen, wenn er nicht mit seinen Bedingungen übereinstimmt." Schon in dieser Zeit schreibt Martin Luther noch auf der Wartburg eine treue Mahnung, ja, kann man das sehen, eine treue Verwarnung Martin Luthers zu allen Christen, sich zu vermummen vor Aufruhr und Empörung. Luther sei schon durch die Unruhen in Wittenberg, dass die Gefahr bestünde, dass ein rebellischer, revolutionärer Geist die Reformation unterminieren würde.

[34:34] Müntzer war jetzt ca. 32 Jahre alt, zog von einem Ort zum anderen. Für diesen Zeitabschnitt ist seine Chronologie nicht mehr lückenlos rekonstruiert. Er muss wohl unter schwierigen Verhältnissen gelebt haben. Doch immer hat er Kontakt zu den Wittenbergern. Einen Brief an Melanchthon von 1522. Ich mache das sehr deutlich. Er sagt: "Hier leben, trachtet danach, dass ihr weissagen wirkt, sonst wird eure Theologie keinen Heller wert sein."

[35:04] Unterstützte zwar noch die Theologie der Württemberger, wer glaubte, dass Gottes Wort nicht allein aus der Bibel empfangen werden muss, sondern direkt im Herzen entsteht. Und dann sagt er hier, sehr interessant, über Martin Luther: "Unser geliebter und das sehr geliebte Martin handelt unwissend, dass er die kleinen Kinder damit weiter, die schwachen im Glauben, nicht verletzt."

[35:23] Würde, liebe Brüder, lasst euer Zögern. Es ist Zeit. Martin Luther war der Meinung, dass man auch die schwachen im Glauben mitnehmen muss. Das war nicht immer nur vorwärts, vorwärts gehen kann, sondern auch, dass man alle im Volk Gottes mitnehmen muss, dass man auch Rücksicht nehmen muss auf die, die vielleicht etwas länger brauchen, die zwar prinzipiell ja willig sind, aber vielleicht nicht so schnell vorangehen können.

[35:44] Müntzer hatte für so etwas keine Zeit, keinen Nerv übrig. Er wollte einfach nur vorwärts, egal ob jemand ihm folgt oder ob manche dabei zurückbleiben. Doch das Interessante ist, dass sonderbarerweise Martin Luther bei all seiner Treue und seinem Mut und seiner Standhaftigkeit, hatte immer auch ein pastorales Herz für diejenigen, die schwach sind, die krank sind, die geistlich zurückgefallen sind, die gesündigt haben. Wenn das fehlt, dann entsteht echter Fanatismus. Das es fehlt meistens, wenn man in seinem eigenen Leben nicht wirklich erlebt hat, dass Jesus mir alle meine Sünden vergeben hat, ohne dass ich es verdient habe.

[36:25] Und dann sagt er weiter, und das ist interessant, wie am 29. März: "Schmeichelt nicht euren Fürsten. Ihr werdet sonst euren Untergang erleben." Schon zu diesem Zeitpunkt ist er der Meinung, dass man als Reformator, als wahrer Christ, nicht wirklich mit den Fürsten zusammenarbeiten sollte. Ansonsten würde das zum Untergang der Reformation führen. Der bekannteste Fürst dort für die Wittenberger, aber natürlich Friedrich der Weise, der sich sehr für die Belange der Reformation eingesetzt hat, wenn auch meistens nur indirekt.

[36:56] Vermittelt durch Sparer. Team Ende des Jahres 21, 22. Dezember 1522 hat Müntzer offensichtlich Wittenberg besucht und hat er besucht und offensichtlich dabei Luther nicht getroffen, quasi ignoriert. Müntzer fängt jetzt an, die Wittenberger immer mehr als die Schriftgelehrten zu bezeichnen, die ihr eigenes Werk nicht konsequent weiterführen. Er hat den Eindruck, er muss die Reformatoren noch weiter reformieren.

[37:20] Oder heute gibt es das immer wieder, dass Leute den Eindruck haben, dass diejenigen, die viel für das Werk Gottes getan haben, nicht weit genug gehen und jetzt sie selbst dort einspringen müssen. Weiter sagte Allen, weiter ins 112, 118, 83. Außerdem hatte er eine Ambition, Positionen, Einfluss, und er wollte niemandem untertan sein, nicht einmal Luther. Er klagte die Reformer an, dass sie eine besondere Form des Papsttums etablieren, indem sie allein bei diesem Sola Scriptura blieben und dass sie die Kirchen formierten, die nicht rein und heilig waren.

[37:54] Er war der Meinung, dass nur er wirklich die reine, die heilige Kirche formen würde und dass das, was die Reformatoren nach, nicht heilig genug sei. Und ja, das klingt vielleicht ein bisschen so, wie das noch mal aufhören hier und dort. Anfangs 1523 schreibt Luther eine wichtige Schrift, deren Titel schon alles sagt. Er sagt hier von weltlicher Obrigkeit und Oberheit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sein.

[38:26] Heutzutage wird über diese Themen meistens nicht so sehr im Gemeinde-Kontext gesprochen, aber Luther hat sich immer wieder ist das Frage auseinandergesetzt. Derselbe Luther, der vor Kaiser und Reich zur Bibel stand, stand auch in dieser Frage auf dem Boden der biblischen Aussagen. Seine Meinung war, dass die weltliche Regierung notwendig war, um die Gottlosen im Zaum zu halten. Wenn die Welt nur aus wahren Gläubigen bestünde, dann bräuchte man natürlich eine Regierung nicht. Aber dann wäre man ja auch eigentlich, das ist jetzt mein Kommentar, im Himmel.

[38:56] Kurz vor Ostern hat Müntzer nach einer längeren Zeit, die wir wo wir kaum verfolgen können, eine neue Stelle bekommen, zwar in Allstedt, an die dortige Neustadtkirche. Er begann jetzt ein großes Projekt. Er wollte die Liturgiereform ihren. Während Luther das Neue Testament auf Deutsch übersetzt hat, wollte er die Gesänge der Kirche auf Deutsch übersetzen. Luther hat später einen anderen Ansatz gewählt, einfach neue Lieder komponiert. Aber das war Müntzers Anliegen und hat dort einiges auch geleistet. In seinem gesamten der Gesamtausgabe von Müntzer nimmt das einen großen Platz auch ein.

[39:30] Und dann mit einer neuen Position, mit neuen Projekten. Und das ist eine sehr berührender Moment eigentlich für einen sehr nachdenklichen Moment. Erinnert er sich wieder Mutter. Und am 19. Juli 1523 schreibt er folgendes an Luther: "Achtung, der Herr bewahre dich und lass die alte Liebe wieder neu werden."

[39:52] Das ist der Moment, wo Müntzer noch einmal versucht, ein bisschen auf Leute zuzugehen. Nach allem, was wir wissen, hat Luther auf diesen Brief nie geantwortet. Wenn ich diese ganze Geschichte studiere, dann bekomme ich den Eindruck, dass hier der goldene Moment gewesen wäre, vielleicht viel zu verhindern. Und da können wir eine ganz wichtige Sache von lernen. Ja, es gibt Menschen, die man als zu weit gehend übers Ziel hinausschießen, die zu viel Eifer haben, die unüberlegte Sachen sagen. Aber wenn sie Zeichen zeigen, dass sie wieder auf den richtigen Weg kommen, sollten wir sie nicht ignorieren. Wir sollten jedes gute Zeichen ergreifen und integrativ wirken. Da hätte man viel verhindern können.

[40:37] Gleichzeitig sehen wir aber, dass Müntzer nichts von seinem heißen Temperament eingebüßt hat. Hier am 22. September 1523 heißt es an den Grafen Ernst von Mansfeld, der nämlich einen Gottesdienst verbot für seine Untertanen. Altstadt in der für den Besuch des Gottesdienstes in Altstadt erlassen hatte: "Bringt ihr mich den Drucker, denn die Fäuste will ich hundertmal, tausendmal Ärger mit euch umgehen, dann der Luther mit dem Papst." Ja, also hier sehen wir, der Müntzer war nicht wirklich vollkommen anders.

[41:14] Er hatte nur den einen Wunsch, stimmt dem Luther ein bisschen entgegenzukommen. Aber sein Charakter war nach wie vor so, wie er vorher gewesen war.

[41:24] Dann schreibt er Anfangs 1524 die sogenannte Protestaktion oder Entdeckung. Diese Protestaktion zeigt er einige interessante Punkte. Er sagt zum Beispiel, dass Kinder gar nicht getauft werden sollten. Er kritisiert die Taufpraxis und sagt, eigentlich ist sogar die innerliche Taufe mit dem Geist viel wichtiger. Und bekommt den Eindruck, dass er möglicherweise von der äußerlichen Taufe gar nicht so viel mehr hält. Aber die Idee, dass Kinder nicht getauft werden sollte, es ist sehr biblisch.

[41:48] Und er sagt dann weiter, interessanterweise: "Christen, die Christenheit muss den errichteten Glauben der Schriftgelehrten ablegen." Und er hatte natürlich immer wieder auch die Reformatoren mit im Hintergrund. Und dann sagt er, und das sollte uns zu denken geben: "Die Lehre, dass der Glaube allein rechtfertigt, verfehlt das Ziel." Er wollte deutlich machen oder meinte deutlich machen zu müssen, dass dann noch mehr zu hören, dass man irgendwie durch eigene Anstrengungen noch selbst da was dazu führen muss und heilig sein muss, man irgendwie Gott beeindrucken muss. Das jetzt meine Worte, aber so kommt das einem vor, wenn man liest, was er schreibt.

[42:25] Er will die Lehre der evangelischen Pilger in ein besseres Wesen führen. Er möchte diese Reformation noch weiterführen und noch verbessern.

[42:35] Er sagt sonst hier, das ist wieder zitiert von Ellen White. Walter sagte er: "Hat das Gewissen der Menschen vom päpstlichen Joch befreit, aber er hat sie in ihrer fleischlichen Freiheit gelassen und hat sie nicht dazu geführt, vom Geist abhängig zu sein und direkt von Gott auf Gott zu schauen, um Licht zu halten." Er glaubte, dass er selbst von Gott berufen sei, dieses große Übel zu heilen und dass die Kundgebung des Geistes der Delikte ein Mittel waren, damit das erreicht werden konnte und dass diejenigen, die den Geist besaßen, den wahren Glauben hatten, selbst wenn sie niemals das geschriebene Wort gesehen haben.

[43:15] Er sagte: "Die Heiden und die Türken sind besser vorbereitet, den Geist zu empfangen, als viele Christen, die uns Enthusiasten nennen." Er wusste also, dass viele Christen ihn als, fanden ihn und seine Anhänger als Fanatiker. Sein und er meinte, dass die Bibel nicht der wichtigste Maßstab, sondern Laien die Eindrücke, das was Gott mir gezeigt hat. Und wie oft hören wir das heute? Ja, wenn man auch über ein biblisches Thema spricht, aber Gott hat mir gezeigt und ich habe den Eindruck.

[43:41] Das sehr gefährlich. Wir sollten alles, was wir glauben und tun, auf die Bibel allein gründen.

[43:51] Müntzer war jetzt ungefähr 34 Jahre alt und er schreibt ein weiteres Traktat, ein weiteres Büchlein, das Anfangs 1524 erscheint. "Weder den geteerten Glauben der Christenheit", er sagt: "Die Bibel soll töten und nicht lebendig machen. Gibt der Bibel 200 eine Rolle, aber sie ist nur sekundär, denn nur der Geist kann lebendig machen."

[44:14] Die Wittenberger, so sagt er, verführen.

[44:14] die Wittenberger, so sagt er, verführen mit ihren Gedichten, Glauben, also als selbst ausgedachten Glauben, noch mehr als die Roma-Anhänger. Und hier kommt es zu einem Punkt, wo er der Meinung ist, dass die Reformatoren noch gefährlicher sind als die, die die Papst-Anhänger. Und er sagte: "Bist du Jesus, ist höchstes Gift, wer uns, wenn wir so heilig sein wollen, wenn wir so eifrig sind für die Wahrheit, dass uns das gefährlich vorkommt, wenn man von Jesus spricht und von seiner Gnade und von seiner Liebe, wenn das giftig vorkommt, dann dürfen wir wissen, dass wir auf einem falschen Weg sind." Auf dem sich Münster auch jetzt befand, weltweit.

[44:56] Kommentiert weiter: Er hat als nächstes alle Ordnung und Zeremonie im öffentlichen Gottesdienst abgelehnt und erklärt, dass wenn man den Fürsten gehorcht, man versucht, Gott und genial gleichzeitig zu dienen. Vielleicht hast du das auch schon gehört, dass man ja der Regierung nicht gehorchen kann, weil man muss ja Gott allein dienen. Das hätte Münster 1524 genauso unterschrieben. Das Ganze zeigt sich darin, dass am 14. März unter seiner Führung die sogenannte Marbacher Kapelle niedergebrannt worden ist. Und als Münster davon Wind bekam, war, wird er sich sicher: "Das ist ein Zeichen, dass es Gewalt geben wird." Es gibt in der Theologie von Münster eine inhärente Gewalt. Es wird zum Aufruf kommen für Münster seine Anhänger. War das nur sozusagen ein Happening, gerne ein Zeichen, eine Protestaktion, mit der sie auf sich aufmerksam machen wollten?

[45:52] Allenweit beschreibt hier: Er marschierte an der Spitze seiner Nachfolger zu einer Kapelle, das ist diese Marbacher Kapelle, und die dort, wo Pilger aus allen Ecken hinkamen, gedacht war, und er zerstörte sie. Und dann sagt sie weiter: "Nach diesem Akt der Gewalt wurde er gezwungen, die Region zu verlassen." Und er wanderte von Ort zu Ort in Deutschland, so weiß oder in die Schweiz hinein, und dann überall einen Geister-Rebellion angefacht. Er hat eine Tournee gemacht durch Deutschland und die Schweiz und Vivaldi-Revolution angefacht und seinen Plan einer generellen Revolution vorgestellt.

[46:33] Martin Seligman schreibt an ihn am 13. Mai 1524: "Ob es wahr ist, was man sagt, dass du schon die Feder gegen Martin Luther spitzt, was ich keineswegs glaube, wegen des daraus zukünftig entstehenden Zerwürfnisses, denn ich wünschte, dass zwischen euch Eintracht und Einigkeit herrschte. Dann würde nämlich, hoffte ich, nicht nur hundert fertige, sondern tausend fällige Frucht aus beider Lehrer hervorgehen." Es wird immer deutlicher, dass die beiden, Luther und Münster, in verschiedene Richtungen gehen. Und Menschen versuchen noch, sie miteinander zu versöhnen. Aber zu der Zeit hat Münster nicht mehr viel übrig für die Wittenberger.

[47:05] Schreibt am 30. von der faulen, war essigen Theologie der Wittenberger. Am vierten Juli schreibt Luther einen Brief an Johann Rissmann und Brice Mann und sagt: "Der Teufel hat Propheten und Sekten erweckt, die zur Waffengewalt greifen werden." Am vierten Juni 1424 sagt Luther: "Münster wird zur Gewalt greifen." Und es ist deswegen brisant, weil exakt zur selben Zeit Münster an die Bürger von Sangerhausen schreibt: "Man darf nur passiven Widerstand leisten." Er sagt: "Der Obrigkeit gebühre Gehorsam über Leib und Gut."

[47:51] Während also Luther in den Schriften und den Handlungen von Münster bereits erkannte, dass es zur Revolution kommen würde, hat Münster selbst geglaubt, dass das niemals passieren würde. Er kannte ja auch die Bibelstellen Römer 13 und viele andere. Er wusste, was die Bibel darüber sagt, und er war der Meinung, dass seine Taten niemals dahin führen würden. Es gehe nur um passiven Widerstand gegen die Regierung, niemals um Rebellion. So hatte er das selbst geglaubt. Und da sieht man, wie wenig wir uns selbst kennen und wie wichtig es ist, dass wir Dinge geistlich beurteilen, aus dem Wort Gottes heraus.

[48:25] Karlstadt, der nicht mehr wirklich gut befreundet mit Luther war, hat den Münster kritisiert. Hat gesagt: "Du darfst nicht mit Gewalt vorgehen." Auch Karlstadt hat es schon diese Idee, denn der das Münster wird etwas tun könnte. Denn er erweiterte seinen Bund der Auserwählten, wie er seinen Verein nannte, seine Gruppe immer mehr.

[48:47] Dann kam die Gelegenheit 24 vor den Fürsten, zum Beispiel vor Herzog Johann, vor zwei Fürsten, eine Predigt zu halten, die jetzt wissen wollten, was sagt dieser Münster, was ist seine Theologie. Und er entschied sich, über Daniel 2 zu predigen. Und die Auslegung von Daniel 2, dieser berühmten Fürstenpredigt, ist sehr interessant, denn dort sagt er: "Das macht die Parallele, dass diese Fürsten sowie Nebukadnezar sind und dass nur er, Thomas Münster, in der Lage ist, wirklich die Wahrheit zu sagen, so wie Daniel nur dem Nebukadnezar die Wahrheit sagen konnte." Und man kann ja schon ahnen, welche Rolle er den Wittenberger Reformatoren zugewiesen hatte in dieser Predigt. Werden sie verglichen mit den Wahrsagern und den Chaldäern, die eben nicht dem König die Wahrheit sagen konnten. Das war seine Einstellung.

[49:40] So sah er sich als ein Prophet, stufen der alleine die wirkliche Reformation bringt. Am 24. Juli hält er die sogenannte Bundespredigt über den König Rosier. Und hier sagt er noch einmal gegenüber dem Schlosser, kannst heißt, dass der Bund, den er gegründet hat, alleine im Sol gel ihren Willen existiert, also nur für die gute Sache, nur für die Wahrheit. Er sagt, man dürfe niemals denken, dass dadurch Fronen und Abgaben abgeschafft werden. Sie müssen weiter dem Staat und zu Abgaben geben. Wie es geht, nur hier um die geistliche Sache. Das war seine Behauptung und auch bald möglicherweise seine Meinung. Das können wir nicht wissen.

[50:18] Das letzte beurteilen, da bekenne sein Herz nicht. Ende Juli schreibt Luther den Brief an die Fürsten zu Sachsen von dem aufrührerischen Geist. Daran sagt er, dass falsche Propheten, wie wir früher gesagt haben, ein Teil der Strategie Satans sind und dass die Fürsten einen gewaltsamen Aufruhr verhindern. Also, während Münster immer wieder sagt: "Nein, es geht mir nur um die Wahrheit, es geht mir nur um eine Reformation der Reformation. Es geht mir nur darum, dass wir alle ganz heimisch werden." Und ja, die Fürsten, man muss ihnen passiven Widerstand leisten, aber nicht aktiv. Erkennt Luther schon als ein erfahrener Reformator, der mit Gott einiges erlebt hat, in welche Richtung das mit Münster gehen wird.

[50:59] Er schreibt weiter: "Der Luther, Münster rühmt sich, scheut aber konkrete Gefahr. Dagegen hat Luther nie sicher selbst in die Gefahr begeben. Eigentlich immer sehr demütig alles angefangen. Ja, selbst noch in Worms beim ersten Auftreten gar nicht gewusst, was er sagen soll, hat zitternd gebetet. Er hat sich nie darum gerissen, gegen den Papst ins Feld zu ziehen. Nein, ganz im Gegenteil."

[51:24] Ein wahrer Reformator will keine Reformator sein aus eigenen Stücken. Ein wahrer Reformator wird von Gott dahin förmlich geschoben. Mose hätte die Aufgabe liebst abgelehnt. Diejenigen, die sich gleich freiwillig melden: "Ist der Vater, sein Ich will die ganze Welt reformieren." Das sind die, vor dem Gefecht am meisten uns fürchten sollten.

[51:46] Und dann, weil Münster immer wieder auch die Sünden von Luther hingewiesen hatte, schreibt der Luther: "Ist in der Tat sind ich gesagt, ja, ich bin so nicht doch der Lebenswandel eines Menschen ist nicht der alleinige Maßstab für die Beurteilung der Lehren. Die muss an der Bibel beurteilt werden. Nur weil jemand etwas war, eine Sünde begeht, heißt es nicht, dass eine Lehre falsch ist."

[52:05] Und dann ein interessanter Punkt, wie ich fand. Er sagt: "Man sollte ihnen kein Rede-Verbot erteilen. Der Staat soll den Münster reden und predigen lassen. Erst wenn sie handgreiflich werden, muss eingeschritten werden." Luther hätte wahrscheinlich etwas dagegen gehabt, dass man Videos auf YouTube zensiert. Man soll das Wort, solange es nur friedlich und auf Wortebene basiert, sollte man nicht eingreifen. Das war Luthers Überzeugung.

[52:38] Er schaut dann auch die Herzen der Menschen. Müssen von den Klöstern abgewendet werden. Dann legen sie von der Leine. Bislang muss die Klöster nicht zerstören, sondern einfach die Menschen von den Klöstern weg bringen. Er sagt: "Durch das Wort, durch das, was er geschrieben hat über die Bibel, hat er den Schaden mehr zugefügt als irgendein König jeweils."

[52:58] Und dann schreibt er folgendes im Originalwortlaut: "Denn es sind nicht Christen, die über das Wort auch mit Fäusten dran wollen und nicht vielmehr alles zu leiden bereit sind, wenn sie sich gleich zehn heiliger Geist voll und aber voll berühmten." Luther war nicht beeindruckt, wenn Leute so viel vom Heiligen Geist redeten, aber dann mit Fäusten gegen andere losgingen.

[53:21] Übrigens, nur die Fusion oder sei angemerkt: Jesus sagt in der Bergpredigt, dass man auch mit Worten Fäuste gebrauchen kann und töten kann.

[53:32] Anfang August kommt es zum sogenannten Weimarer Verhör. Der altstädtische Rat lässt Thomas Münster fallen, und er muss jetzt die Stadt wieder verlassen. Im Zuge dessen schreibt Münster noch an Friedrich den Weisen: "Endlich ist das mein ernstlich Meinung, ich predige einen solchen Christen Glauben, der mit dem Luther nicht..."

[53:56] Hier ist das zerschnitten. Luther hat darunter sehr gelitten. Allenweit kommentiert, dass das Werk des Himmels so degradiert werden sollte, weil es mit dem abgründigsten Fanatismus in eine Schublade gesteckt worden ist. Das war mehr, als er ertragen konnte.

[54:13] Auf der anderen Seite haben Münster und all die anderen dieser Leiter in der Revolte den Luther gehasst, weil er nicht nur ihre Lehren bekämpfte und ihre Behauptungen über göttliche Inspiration verneinte, sondern weil er es sie auch als Rebellen gegen die zivile Autorität bezeichnet hat. Also, warum haben Münster und seine Kollegen Luther gehasst? Weil der gesagt hat: "Ihr sollt nicht gegen den Staat erheben."

[54:48] Als Gegenzug verurteilten sie ihn als bloßen Scharlatan. Und es schien so, als ob jetzt Luther sowohl den Hass der Fürsten als auch der Menschen auf sich habe. Es war geister einfach in dieser Zeit, genau den Weg des Evangeliums zu gehen.

[55:03] Denn auf der einen Seite sagten die, sagte der Mainstream der Christen: "Schaut her, dahin für die Revolution, die die Reformation." Und auf der anderen Seite waren es die, die jetzt von den Geistern Münsters durchdrungen waren, die ebenfalls gegen Luther kämpften. Wirklich bei Jesus und dem Wort Gottes zu bleiben, war ein schmaler Grat in jener Zeit.

[55:24] Dann schreibt Münster noch das Buch "Ausgedrückte Endlösung des falschen Glaubens". Sagt der Gemeinde: "Man muss selber gelehrt werden." Das klingt eigentlich ganz gut. Aber er sagte, die Wittenberger sind in einer Position, dass es den Bauern unmögliches, die weit zu erkennen. Er will jetzt alle Menschen erreichen.

[55:39] Und hier spätestens an diesem Punkt hier sieht man, wer wirklich entspricht. Er sagt: "Die Menschen sollen vergütet und gebeten werden." Hier ist die Schlange eindeutig zu identifizieren, die schon im Garten Eden gesagt hat: "Ihr werdet sein wie Gott."

[55:53] Er sagt dann weiter: "Gott will die Gewaltigen vom Richterstuhl stoßen." Und er sagt, wohlgemerkt, dasselbe, der hier sagt, dass der Mensch vergütet werden soll. Gläubige können nicht ungläubigen Herrschern gehorchen.

[56:08] Ich höre es, was heute auch immer wieder so oder so ähnlich. Das ist die Lehre von Thomas Münster, 1524. Er sagt: "Die Gottlosen müssen von den Gerechten abgesondert werden." Die Idee, dass das erst am Jüngsten Tag geschieht, ist eine Einbildung. In der Bibel gibt es ja die Idee der Schweiz und Unkraut wachsen sollen bis zur Ernte. Aber Münster sagte: "Diese Schriftstelle wird immer nur vom Unkraut City oder das Unkraut sagt, du hast auch das Unkraut wachsen, weil es nicht ausgerissen werden wird."

[56:35] Und so hat er das komplett umgedreht und den Eindruck erweckt, dass die, die nicht so eifrig waren wie er, in Wirklichkeit nur die Sünde fördern würden.

[56:43] Wollten. Außerdem sagte er: "Wünscht sich, dass die armen Bauern seien der Lösungsbotschaft verstehen." Er war in dieser Hinsicht jemand, der das einfache Volk erreichen wollte. Heutzutage würde man vielleicht seine Methoden auch mit dem Begriff Populismus verbinden.

[57:02] Und was macht Mutter? Unterschreibt dann einen Brief, einen Cent-Brief an die äh Samen und weisen Herrn Bürgermeisterrat und ganz allgemein der Stadt Mühlhausen. Denn dort in Mühlhausen hat sich jetzt Münze niedergelassen. Er warnt vor ihm sehr deutlich am 21. August 1524, diesem falschen Geist und Propheten, der in Schafskleider daher geht und ist inwendig ein reißender Wolf. Aber seine Warnung bringt nichts.

[57:30] Münster wird dort in Mühlhausen sehr wohl aufgenommen und entfaltet erneut seine Tätigkeit.

[57:40] Derzeit schreiben auch die Täufer an Münster, nämlich die Thüringer Täufer um Gräben und man, die der Meinung sind, dass Münster und Karlstadt eigentlich die besten Motoren sind. Das liegt auch daran, weil Münster ja auch gegen die Kindertaufe war und in manchen Punkten hatten sie auch theologisch recht.

[57:57] Und das ist auch ein wichtiger Punkt, dass wenn man jetzt Münster und Luther oder vor allem auch Karlstadt und Luther vergleicht, das muss ja nicht immer theologisch, biblisch, immer die sauberste Lösung hatte. Das manchmal diejenigen, die schärfer waren in der Sache, sogar manchmal recht hatten, aber in einem völlig falschen Geistes-Tat, nur dadurch der ganzen Sache mehr geschadet haben als genutzt haben.

[58:18] Das heißt, auch für uns praktisch, wenn ein Fanatiker etwas sagt, heißt das nicht, dass alles, was er sagt, automatisch falsch ist. Es kann sein, dass Fanatiker manchmal einen Wahrheit' denen, die Jesus nachfolgen, soll nicht verstanden haben. Das kann durchaus passieren.

[58:35] Aber auch die Münster, die Versagung, sie die Zürcher Täufer, sie beklagen Gewaltanwendung oder sie warnen, besser gesagt, vor Gewaltanwendung.

[58:48] Und dann kommt es genau zu dieser Revolution. Anfang 1525 war Münster noch einmal unterwegs gewesen, hat diese große Tournee gemacht, von der Allenweit vorher schon geschrieben hat. Mitte April bricht an vielen Orten der Bauernaufstand, der sogenannte Bauernkrieg aus, den wir hier aus Zeitgründen jetzt nicht ausführlich behandeln können.

[59:09] Mitte April gibt es in Wittenberg nur punktuelle Informationen über die verschiedenen Orte, wo es Aufstände gibt, und man hört von den sogenannten Zwölf Artikeln der Bauern, die vor allem hier in Oberschwaben in Süddeutschland sehr aktiv gewesen sind.

[59:27] Und Münster ist vollkommen begeistert. Er schreibt hier am 26. April 1525: "Ganz Deutschland, Frankreich und welche Land ist wag, der Meister will ein Spiel machen. Die Bösewichter müssen dran." Er hat ja noch ein Dreiviertel Jahr vorher behauptet, dass er niemals mit Waffengewalt greifen würde.

[59:48] Aber jetzt, jetzt war der Sog der Ereignisse so stark und sein Fundament in der Bibel und in Jesus so schwach, dass es ihn mitriss und dass er zu einer der führenden Figuren in dieser Revolution wurde.

[1:00:05] Luther hat noch einmal reagiert mit einem Vermittlungsversuch zwischen den Bauern in Schwaben und der Obrigkeit mit seiner sogenannten "Ermahnung zum Frieden" auf die Zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben. Aber auch das funktioniert nicht.

[1:00:19] Er hatte vorgelebt, erte folgende Position eingenommen, die sie interessant ist. Sagte: "Der Aufruhr würde Deutschland nur ins Chaos stürzen." Er kritisiert aber auch die Obrigkeit. Mutter waren nicht der Meinung, dass die Obrigkeit alles richtig macht, ganz und gar nicht.

[1:00:33] Er sagt: "Die Unterdrückung des Evangeliums hat überhaupt erst den Aufruhr begünstigt. Die Obrigkeit muss sich hinterfragen, sie muss kritisiert werden und sie muss sich reformieren." Er sagt, einige der Forderungen sind sogar recht und billig, aber andere sind allerdings zu sehr am Eigennutzen der Bauern orientiert und manche soziale Beschwerden sind berechtigt.

[1:00:48] Also Luther war in der Lage, sehr differenziert zu denken. Mutter war nicht der Meinung, dass alles, was von Kaiser, vom Kaiser, von Fürsten kam, immer richtig und und einfach zu schlucken war. Er hatte eine biblische Position, so wie sie auch Jesus hatte, der auch wusste, dass nicht alles, was die Herrscher machen, richtig ist.

[1:01:08] Aber Luther warnt auch sehr deutlich vor den verführerischen Mord-Propheten. Und er sagte, dass Selbstjustiz und Gewaltanwendung nicht akzeptabel ist.

[1:01:17] Das Fazit war: Bauern und Obrigkeit liegen beide falsch und man sollte vermitteln. Es sollte ein Schiedsgericht geben. Das hat es aber nicht gegeben.

[1:01:28] Zu dessen ist Luther dann auf seinen Reisen, auf einer Predigtreise, von den Aufständischen so massiv angegangen worden, dass er vielleicht nicht völlig zu Unrecht den Eindruck hatte, dass Münsters Aufstand sich auch gegen ihn persönlich richtet. Aggressive Opposition, mit der man nicht mehr reden konnte. Das hat den Luther sehr verschreckt.

[1:01:49] Und vielleicht verschlägt es uns auch, wenn wir sehen, wie heutzutage die Kommunikation auch in sozialen Medien ist, weltweit. Sagt, die Menschen, die das Joch des Wachstums abzuwerfen begannen, wurden nunmehr auch ungeduldig unter den Einschränkungen der weltlichen Obrigkeit.

[1:02:06] Münsters revolutionäre Lehren für die eher göttliche Einigung beanspruchte, führten sie dahin, alles Zwang abzuschütteln und ihren Vorurteilen und Leidenschaften freien Lauf zu lassen. Schreckliche Szenen von Aufruhr und Aufständen folgten, und der Boden Deutschlands wurde mit Blut getränkt.

[1:02:28] Luther war zu der Zeit in Weimar und der kranke Kurfürst und auch Herzog Johann hofften immer noch, dass es eine gütliche Einigung mit den Bauern geben zu dem Zeitpunkt. Haben gerade der Kurfürst von Sachsen und der Herzog immer noch versucht: "Können wir mit den Bauern entsprechend irgendwie etwas tun?" Aber sie sehen sogar selbst, dass einige Beschwerden ganz unberechtigt sind.

[1:02:48] Also, während die Bauern den Eindruck hatten, die Fürsten sind nur gegen sie, haben die Fürsten selbst überlegt: "Was können wir denn eigentlich besser machen?" Aber Luther rät jetzt zum Handeln.

[1:02:55] Und dann schreibt er jene Schrift, die von allen in diesem Kontext von ihnen vielleicht doch auch die kontroverseste und über das Ziel hinaus geste ist. Wieder die modischen und rheinischen Ratten der Bauern. Er sagt: "Münster, der ärzte Teufel von Null Haus, unter für die Bauern."

[1:03:15] Und wenn ein weiteres Schiedsgericht durch die Obrigkeit abgelehnt wird, soll man guten Gewissens losschlagen und dann diese Aufständischen ermorden. Und das ist dann auch geschehen, nicht direkt nur auf Luthers Veranlassung, natürlich, aber er hat sich dann hier sehr deutlich auch für den Mord an dem, die Tötung der Bauern ausgesprochen.

[1:03:36] Etwas, was er später durchaus auch wieder in dieser Heftigkeit bereut hat und das sicherlich auch im Affekt-Situation über das Ziel hinaus geschossen ist.

[1:03:47] In der Schlacht von Frankenhausen war dann Münster selbst aktiv. 1525. Hier sehen wir ein Bild von jenem Ort. Es gibt noch ein großes Denkmal, das in der DDR, die ein große, große, große Verehrung auch für Thomas Münster als eine Sozialrevolutionär gehabt hat, aufgestellt worden ist.

[1:04:09] Münster und die vielen Bauern, die ihn umgaben, wurden von dem Heer der Fürsten umzingelt. Und das Heer machte eine sehr interessante Einsatz ist das Angebot. Dann sagte: "Wir lassen euch alle frei ziehen, wenn ihr den Münster rausgibt." Und die Bauern waren kurz davor, darauf einzugehen.

[1:04:32] Münster muss wohl geahnt haben, dass sein letztes Stündchen geschlagen hat und versuchte, er sie zu überreden. Und er schwingt sich auf zu einer seiner großen, charismatischen Predigten und erklärt ihnen, dass sie keine Angst haben müssen, dass er selbst von Gott berufen sei, die Sache zum guten Ende zu führen.

[1:04:46] sei die Sache zum guten Ende zu führen. Er behauptet sogar, dass wenn die Kanonen schießen würden, er selbst mit seiner eigenen Hand die Kanonenrohre, die Kanonenkugeln auffangen würde. Und plötzlich erscheint sogar ein Regenbogen am Himmel. Und für die Bauern ist das ein Zeichen. Müntzer nutzt die Gegner natürlich sofort und sagt: "Schaut her, Gott ist auf unserer Seite!" Dieses vermeintliche Zeichen bestärkt alle, Müntzer nicht auszuliefern, sondern zu kämpfen.

[1:05:15] Aber der Regenbogen war kein Zeichen der Bestätigung für Müntzer. Wenn wir auf Zeichen alleine vertrauen, dann werden wir uns schlimm täuschen. Müntzer hat natürlich auch keine einzige Kanonenkugel, die abgefeuert wurde, mit der Hand aufgefangen. Es sind tausende Bauern gestorben, aber Müntzer ist es lohnend. Man fand ihn später in einer Scheune im benachbarten Ort versteckt. Er wollte unter falscher Identität fliehen.

[1:05:52] Der vermeintlich große Reformator war als Mensch eigentlich ziemlich feige. Er ist dann verhört worden, wohl auch gefoltert worden. Er hat dann jetzt etwas zurückgenommen, hat vor dem Aufruhr gewarnt. Er sagt, das Volk hat ihn wohl gar nicht richtig verstanden, deshalb aus Eigennutz gehandelt, nicht zu ihrer Gottes Nutz.

[1:06:12] Hat es ihm nichts mehr. Er ist dann getötet worden, exekutiert worden. Es gibt den Bericht, den offiziellen Bericht, dass er direkt vor seinem Tod angeblich wieder zur katholischen Kirche übergegangen sei. Das muss man aber mit großen Fragezeichen versehen, weil so etwas in Koalitions-Protokollen häufig vermerkt worden ist. Das kann man heutzutage nicht mehr wirklich evaluieren und bewerten. Wahrscheinlich ist es gar nicht wahr gewesen.

[1:06:45] Und dann schreibt Luther dem Eindruck dieser Tragödie, das Buch, das Büchlein ist, wie schon erwähnt haben, am Anfang ein schreckliche Geschichte und Gericht Gottes über Thomas Müntzer. Zum Schluss ein Kommentar von Ellen White. Sie sagt: "Es ist einfacher etwas einzureißen als etwas aufzubauen. Es ist weitaus einfacher, die Räder der Reform festzuhalten, als den Wagen den steilen Berg aufwärts hochzuschieben."

[1:07:25] Noch immer werden Männer gefunden, die gerade genug so viel Wahrheit akzeptieren, dass sie als Reformer gelten, als Reformatoren, aber die zu selbstsicher sind, um von denen gelehrt zu werden, die Gott unterrichtet. Diese führen das Volk immer grundsätzlich direkt von dem Punkt weg, zu dem Gott sein Volk führen will.

[1:07:57] Hast du etwas gelernt, lieber Freund, liebe Freundin? Vielleicht können wir uns an der einen oder anderen Stelle in dieser Geschichte wiederfinden. Geschichte wiederholt sich niemals eins zu eins. Die Namen ändern sich, die Umstände ändern sich, niemals kaum exakt die gleichen Ereignisse in derselben Kette. Und auch sehen wir an den Motiven, an den Emotionen, an den Einstellungen, an den Reaktionen sind wir vieles von dem wir lernen können.

[1:08:27] Möge Gott uns alle davor bewahren, dass wir so viel Müntzer den Weg verlieren und dass wir glauben, das Beste zu tun, wenn in Wirklichkeit für die eigentlich Reformation beschädigen. Möge Gott uns die Weisheit und die Demut schenken, die Luther in seinen besten Momenten hatte. Also sich als überzeugt war, das ist nicht sein Werk, sondern dass Gott trotz seiner Schwächen ihn benutzt und dadurch Gewaltiges vollbringt, dass alle Ehre Gott gehört.

[1:08:58] Soli Deo Gloria. Möge Gott uns bewahren, auch in dieser Zeit, dass die Geschichte sich nicht wiederholt, sondern dass wir aus der Geschichte lernen als Gläubige, Christen, die auf der Bibel uns passieren in einer Zeit, die in manchem der Zeit von 1525 recht ähnlich ist. Gott segne dich, Gott behüte dich und möge Gott dir dich mit deinem Herz mit seinem Heiligen Geist erfüllt, damit du Jesus nachfolgen.

[1:09:30] Lasst uns gemeinsam zu Gott noch beten. Lieber Vater im Himmel, danken wir, dass wir aus der Geschichte lernen dürfen. Und Herr, niemand von uns ist einfach so vollkommen und kann nicht beeindrucken. Würden zwar nicht vollkommen, Luther war nicht vollkommen, kalt statt, wenn ich vollkommen, niemand war vollkommen, aber es gab Menschen, die haben sich oft dich verlassen und haben sich vor dir gedemütigt. Es gab Menschen, die waren stolz und die haben hier eignet sich nicht für die gedemütigt und haben dann oder dem Anschein von Frömmigkeit und auch selbst glauben, dass sie Gottes Werk treiben, viel Schaden angerichtet.

[1:10:12] Ich bitte dich für mich und für jeden einzelnen, dass wir lernen, uns tagtäglich unter dich zu demütigen und dir zu folgen, wohin uns führst auf das Verstehen oder nicht. Das bieten wir im Namen Jesu. Amen.


Lizenz

Copyright ©2020 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.