Diese Predigt beleuchtet die biblische Frage „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ anhand der Geschichte von Kain und Abel. Christopher Kramp erklärt, dass die Rolle des Hirten nicht nur das Hüten von Schafen, sondern auch die Fürsorge für Mitmenschen bedeutet. Anhand von biblischen Beispielen und Zitaten von Ellen White wird die Bedeutung von gegenseitiger Verantwortung und Nächstenliebe in der Gemeinde betont. Die Predigt ermutigt dazu, aktiv für das geistliche Wohl der Geschwister einzutreten und sich von Jesus, dem guten Hirten, leiten zu lassen.
Soll ich meines Bruders Hüter sein?
Christopher Kramp · Predigten ·Themen: Altes Testament, Bibel, Bibelstudium, Christlicher Lebensstil, GemeindeWeitere Aufnahmen
Serie: Predigten
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Transkript
[0:00] Gesegneten Sabbat! Herzlich Willkommen! Schön, dass du da bist! Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Bruder, liebe Schwester, lieber Jugendlicher, liebes Kind, jeder Einzelne ist wichtig, jeder Einzelne ist da und ich freue mich, dass Gott heute zu jedem Einzelnen von uns sprechen möchte. Dass du heute da bist, ist kein Zufall. Jesus hat dir etwas zu sagen und bevor wir damit beginnen wollen zu studieren, was heute die Botschaft an uns alle ist, glaube ich, ist es wichtig, dass wir in unserem Herzen noch mal richtig vorbereiten, noch mal richtig durchlüpfen sozusagen und den Heiligen Geist bitten, unser Denken auf ihn zu richten. Dass wir verstehen, was heute Gott uns sagen möchte und dazu möchte ich einladen, dass wir gemeinsam niederknien, wo es möglich ist.
[1:08] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen. Danke, dass heute Sabbat ist. Danke, dass wir diesen Tag haben, wo wir mal gar nicht an den Stress und die Not dieser Welt denken müssen, sondern uns auf dich konzentrieren können, wo wir aus deinem Wort in besonderer Weise Kraft schöpfen können, wo wir neu auftanken können, wo wir neu anfangen können, wo wir uns wieder neu auf den Weg begeben können mit dir. Wir möchten dich bitten, dass die folgenden Minuten, wenn wir deinem Wort lesen und uns Gedanken machen und versuchen, deine Botschaft an uns zu verstehen, dass du durch deinen Heiligen Geist zu uns sprichst, dass du uns zeigst, was notwendig ist in unserem Leben für uns als Gemeinde und auch für jeden, der hier da ist. Wir möchten dich bitten, dass du unsere Herzen weitmachst, dass du uns Verständnis schenkst, dass dein Wort nach deiner Verheißung nicht leer zurückkehren wird. All das bitten wir im kostbaren und teuren Namen Jesu. Amen.
[2:13] Ich möchte beginnen mit einer Geschichte, die sehr weit vorne in der Bibel zu finden ist. Wir werden dort nicht alle Details uns anschauen, sondern nur auf einen Aspekt eingehen, den wir dann etwas weiter verfolgen wollen im Laufe dieser Predigt. Ich möchte euch einladen. Kommt mit mir zu 1. Mose Kapitel 4. 1. Mose und dort Kapitel 4. Eine gut bekannte Geschichte. 1. Mose 4. Wir sind dankbar für das Geräusch des Bibelaufschlagens. 1. Mose 4 und dort Vers 1. Und Adam erkannte seine Frau Eva und sie wurde schwanger und gebar den Kain. Und sie sprach, ich habe einen Mann erworben mithilfe des Herrn. Und weiter gebar sie seinen Bruder Abel. Da waren zwei Brüder. Der eine war der Erstgeborene. Sein Name war Kain, der Erworbene, der Gewinn, der von dem man dachte, dass vielleicht er schon der Messias sein könnte. Der andere war Abel, der kleinere. Sein Name im Hebräischen Hevel. Das bedeutet Hauch, Nichtigkeit, so wie was ganz Unbedeutendes. Und doch wird er in dem folgenden Vers jetzt als erstes erwähnt mit seiner Beschäftigung. Es heißt, und Abel wurde ein Schafhirte, Kain aber ein Ackerbauer. Beide von ihnen müssen unglaublich groß gewesen sein. Ja, damals sind die Menschen wohl nicht nur zwei Meter gewesen. Wenn die 900 Jahre lebten, haben die eine ganz andere Lebenskraft gehabt. Man kann davon ausgehen, waren bestimmt doppelt so groß wie wir. Also Abel mit seinen bestimmt vier Metern oder so, mit seinen massiven intellektuellen Fähigkeiten, die wahrscheinlich heute von Geburt an den Nobelpreis in Physik eingebracht hätten oder so. Abel wurde ein Schafhirte. Es ist der allererste Beruf, der in der Bibel erwähnt wird. So sehr, dass sogar die Reihenfolge der Brüder umgestellt wird, dass nicht erst Kain erwähnt wird, sondern erst Abel, damit sein Beruf, der des Schafhirten, zum ersten Mal kommt. Abel wurde ein Schafhirte. Und obwohl Abel so intelligent war, so körperlich stark und vor allem mit solchen großen Talenten, muss man feststellen, dass wahrscheinlich auch damals Schafe dumm und kurzsichtig, störrisch und nicht besonders kreativ waren. Abel war ein Schafhirte. Er verbrachte die meiste Zeit seines Lebens damit, kurzsichtige, störrische Schafe über die damals noch recht schönen Felder außerhalb von Eden zu führen und zu hüten. Aber Abel war nicht nur ein Schafhirte. Er hütete nicht nur dumme Schafe. Im Buch Patriarchen und Propheten wird uns erzählt, dass als er diese Kontroverse mit seinem älteren Bruder Kain hatte, als Kain der Meinung war, man könnte die Religion ein bisschen ändern, man könnte jetzt einfach mal so anbeten, wie er das so für richtig hielt, dass Abel mit ihm sprach. Es heißt hier, in Sanftmut, aber furchtlos und fest verteidigte Abel die Gerechtigkeit und Güte Gottes. Er wies Kain auf seinen Fehler hin und versuchte ihn zu überzeugen, dass der Fehler bei ihm lag. Er wies auf die Leidenschaft Gottes und die Liebe Gottes hin, indem er das Leben ihrer Eltern verschont hatte und sie nicht mit sofortigem Tod bestraft hatte. Und er bat ihn doch anzuerkennen, dass Gott sie liebt. Ansonsten hätte er nicht verheißen, seinen Sohn zu geben. Abel hütete Schafe, aber Abel hütete auch seinen älteren Bruder. Als er sah, dass sein älterer Bruder wie ein dummes Schaf vom Weg abwich und nicht mehr sah, wohin ihn das führen würde, da griff er ein, klar und deutlich und doch voller Sanftmut, wie man das machen muss mit Schafen. Schafe streitet man nicht an, das bringt nicht viel. Schafe führt man mit Geduld und so hat Abel seinen Bruder mit Geduld, mit Liebe, mit Nachsicht und doch mit Festigkeit versucht, wieder auf den rechten Weg zu führen. Aber Kain wollte sich nicht behüten lassen. Kain hatte kein Interesse, sich von einem kommenden Messias abhängig zu machen. Kain wollte nicht behütet werden. Und so lesen wir in Vers 8. Und Kain redete mit seinem Bruder Abel. Sie haben miteinander diskutiert. Und es geschah, als sie auf dem Feld waren. Interessant, was jetzt passiert, das passiert auf dem Feld. Das Feld ist der Ort, wo Rahel die Schafe gehütet hat. Das Feld ist der Ort, wo David die Schafe hütete, als Samuel einen König suchte. Und wir alle kennen die sogenannte Weihnachtsgeschichte. Es waren Hirten draußen auf dem Feld. Auf dem Feld, da werden die Schafe gehütet. Das Feld ist der Ort, wo Schafe gehütet werden. Doch an jenem Tag wurde der Hirte getötet. Es heißt, er hob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. Das Gras, das wuchs, um Schafe zu ernähren, tränkte sich rot vom Blut des Hirten. Der eine war ein Hirte, der andere war ein Mörder. Zwei Brüder. Gott kommt zu Kain. In Vers 9 heißt es, da sprach der Herr zu Kain. Wo ist dein Bruder Abel? Interessant, in der Bibel finden wir gleich am Anfang zwei grundlegende Geschichten. Wir finden die Geschichte vom Sündenfall und die Geschichte von Abel und Kain. In beiden Fällen gibt es einen schweren Fehler, der von den Menschen gemacht wird. Und in beiden Fällen finden wir Gott, der den Menschen nachgeht. Und in beiden Fällen finden wir Gott, der am Anfang eine Frage stellt. Was ist die Frage, die Gott dem Adam stellt? Wo bist du? Aber in der ersten Muse 4 sagt Gott, wo ist dein Bruder? Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Bruder, lieber Schwester, Gott stellt jedem Menschen von uns zwei Fragen im Leben. Wo bist du? Wo ist dein Bruder? Wo ist dein Bruder Abel? In diesen Versen, Vers 8, Vers 9 und Vers 10, in drei Versen kommt das Wort Bruder fünfmal vor. Glaubt ihr, das hat der Mose fünfmal dahin geschrieben, weil wir nach dem halben Vers vergessen haben, dass Abel der Bruder von Kain ist? Offensichtlich soll etwas betont werden. Die Beziehung, die zwischen Kain und Abel bestand, war doch eine ganz, ganz enge. Kain, es ist dein Bruder. Wo ist dein Bruder Abel? Er antwortet, ich weiß es nicht. Soll ich meines Bruders Hüter sein? Im Hebräischen steht dort, wenn man es wörtlich übersetzen würde, der Hüter meines Bruders ich. Kain war der Ältere. Er hatte mehr Lebenszeit. Er hatte demzufolge mehr Erfahrung mit Gott. Ganz natürlicherweise muss doch der Ältere auf den Jüngeren aufpassen, oder? Aber Kain wollte nicht behütet werden und verlor dadurch allen Sinn fürs Hüten. Kain wollte nicht behütet werden und hatte deswegen auch kein Interesse mehr am Hüten. Interessanterweise muss er wohl tatsächlich vergessen haben, dass Gott allgegenwärtig ist, oder? Ein normal denkender Mensch würde doch im Angesicht Gottes nicht sagen, ich weiß gar nicht, was mit meinem Bruder passiert ist. Das kann man nur sagen, wenn man wirklich glaubt, dass Gott gar nicht alles gesehen hat. Er wollte nicht gehütet werden. Er wollte nicht sein Leben einem Messias anvertrauen und schon gar nicht wollte er, dass sein jüngerer Bruder ihn vielleicht wieder auf den richtigen Weg bringt. Infolgedessen hatte er keinen Blick mehr dafür, dass er der Hüter seines Bruders war. Der Hüter meines Bruders. Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Bruder, liebe Schwester, bist du der Hüter deines Bruders. Bist du der Hüter deiner Schwester. Als Ellen White das erste Zeugnis an die Gemeinde schrieb, ich rede nicht von der ersten Vision, die sie mal hatte, sondern das erste Zeugnis, das schriftlich an die Gemeinde gerichtet war, als das Testimony number one für die Gemeinde geschrieben. Wisst ihr, wie der allererste Artikel hieß? Na, wenn ihr bis jetzt aufgefasst habt, könnt ihr wahrscheinlich schon vermuten. Das allererste, was Ellen White der gesamten Gemeinde als Zeugnis schrieb, war ein Artikel du bist deines Bruders Hüter. In diesem Artikel sagt sie folgendes, ich sah, dass der Feind eifrig beschäftigt ist, Seelen zu zerstören. Erhöhung, Selbsterhöhung ist in unsere Ränge hineingekommen. Es muss mehr Demut geben. Es hat zu viel von einem Unabhängigkeitsgeist gegeben unter den Botschaftern. Das muss beiseite gelegt werden und man muss zusammenkommen. Es hat zu viel von dem Geist gegeben, der gefragt hat, bin ich meines Bruders Hüter. Der Engel sagte, ja, du bist deines Bruders Hüter. Du solltest eine sorgsame Wache über deinen Bruder haben oder eine wachsame Sorge für deinen Bruder haben. Du solltest Interesse haben an seinem Wohlergehen und du solltest einen netten, liebevollen Geist gegenüber ihm haben. Und dann sagt sie die berühmten Worte, press together, press together. Kommt zusammen, kommt zusammen. Gott hatte vorgesehen, dass der Mensch offenherzig und ehrlich ist, demütig, sanftmütig und mit Einfachheit. Das ist das Prinzip des Himmels. Gott hat es so angeordnet, aber der arme Mensch hat sich etwas anderes ausgedacht, nämlich seinem eigenen Weg zu folgen und ganz sorgfältig dem eigenen Interesse zu dienen. Ich fragte den Engel, warum die Einfachheit aus der Gemeinde ausgeschlossen worden ist und warum es Stolz und Selbsterhöhung hineingekommen sind. Er sagte, dass der Grund derjenige ist, warum wir beinahe in die Hände des Feindes gekommen sind. Der Engel sagte, schau genau und du wirst sehen, dass dieses Gefühl vorherrscht. Bin ich meines Bruders Hüter? Und wieder sagte der Engel, du bist deines Bruders Hüter. Dein Bekenntnis, dein Glaube erfordern es, dass du dich selbst verleugnest und zu Gott opferst. Bist du deines Bruders Hüter? Gott fragt dich nicht nur, wo bist du Mensch, Adam? Er fragt dich auch, wo ist dein Bruder? Wo ist deine Schwester? Du bist keine Insel. Die Bibel kennt viele Geschichten vom Schafehüten. Wenn ihr mal so in eurem Kopf die Bibel durchscannt, fallen euch da ein paar Hirten ein, die von Wichtigkeit waren. Außer Abel, David, Mose, Amos, Jakob, Abraham. Viele waren Hirten, aber das Interessante ist, dass es nicht nur viele Hirten in der Bibel gab. Schaut mit mir in Psalm 80 und dort Vers 2. Psalm 80 und dort Vers 2. Asaph, einer der großen Psalmdichte Israels, beginnt sein Lied nach der Melodie Lilien, wie es hier heißt. Wie auch immer die klang. Psalm 80 und dort Vers 2. Du Hirte Israels, höre, der du, Josef, führst wie Schafe, der du thronst über den Cherubim, leuchte hervor. Sagt mir, wer thront über den Cherubim? Wer ist das? Gott wird bezeichnet, Gott selbst wird bezeichnet als eine Hirte. Gott selbst führt sein Volk, ein Volk von Schafen. Schaut mit mir in Jesaja 40. Jesaja 40 ist diese große Ankündigung von dem kommenden König, dem kommenden Messias. Jesaja 40, ihr kennt vielleicht die Verse ab Vers 3, wo es heißt, die Stimme eines Rufenden in der Wüste bereitet den Weg des Herrn. Eben in der Steppe eine Straße unserem Gott. Jedes Tal soll erhöht werden und der Berg und Hügel erniedrigt werden. Was uneben ist, soll gerade werden, was hügelig ist zur Ebene. Die Herrlichkeit des Herrn wird sich offenbaren, alles Fleisch miteinander wird es sehen. Die Juden haben das gelesen, haben gedacht, wow, der König kommt. Ihr wisst, wenn damals der König unterwegs war und er gereist ist und es ging damals, da gab es noch keine deutschen Autobahnen, es ging über Berg und Tal, es ging über Stock und Stein, es wurde vorher immer der Weg begradigt. Und wenn da ein Trupp unterwegs war und Straßen begradigt hat, dann wusste man, jetzt kommt ein König des Weges. Und als es hier heißt, macht den Weg für den Herrn, macht es das niedrige hoch und das hohe niedrig, macht es gerade, macht es zur Ebene, dann war das die Botschaft, der König kommt. Schaut in Vers 9, steige auf einen hohen Berg, O Zion, die du frohe Botschaft verkündigst, erhebe deine Stimme mit Macht, o Jerusalem, die du frohe Botschaft verkündigst, erhebe sie, fürchte dich nicht, sage den steten Judas, seht, da ist euer Gott, Gott selbst kommt als König. Vers 10, siehe Gott, der Herr kommt mit Macht und sein Arm wird herrschen für ihn und sein Lohn ist bei ihm und was er sich erworben hat, geht vor ihm her. Die Juden haben das gelesen, haben gedacht, wow, wow, wow, Gott kommt als König. Aber schaut, was Vers 11 sagt, er wird seine Herde weiden wie ein Hirte, die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und den Bausch seines Gewandes tragen, die Mutterschafe wird er sorgsam führen. Die Juden haben nur bis Vers 10 gelesen, ich weiß, sie erwarteten diesen König, der in feurigen Wagen die Römer aus dem Land treibt, einen Helden. Jesus kam als ein Held, der größte Held aller Zeiten, aber der Held war ein Hirte, ein Hirte, der nicht mit den Widdern kämpfte. Welche Tiere aus der Herde haben seine besondere Aufmerksamkeit bekommen? Schaut in den Text, waren es die Widder mit den großen Hörnern, die Lämmer und die Mutterschafe. Gott kommt als König und kümmert sich um die Kinder und die Mütter. Das ist interessant, oder? Jesus, der Hirte. Im Neuen Testament sehen wir, wie sich das erfüllt hat. Schaut mal mit mir in Markus, Kapitel 6. Markus, Kapitel 6. In Markus, Kapitel 6, und dort Vers 34, da sehen wir den menschgewordenen Sohn Gottes, Jesus Christus. Markus, 6, Vers 34, und als Jesus ausstieg, sah er eine große Volksmenge und er hatte Erbarmen mit ihnen, denn sie waren was? Wie Schafe, die keinen Hirten haben. Als Jesus die Menschen seiner Zeit sah, da sah er dumme, störrische, kurzsichtige Schafe, die wie richtige Schafe immer der Masse hinterherlaufen, keinen großen Eigenwillen haben. Aber Jesus sah nicht nur die Herde, er sah auch die Gefahr. Er sah, dass niemand sich um diese Schafe kümmerte, oder gab es Hirten, sogenannte, die Pharisäer und die Sadduzeer und die, ich weiß nicht, wie sie alle hießen. Die sahen sich als die Hirten, aber sie waren weniger wie Abel, sie waren mehr wie Kain. Jesus sagt zu ihnen, ihr habt den Teufel zum Vater, der war ein Menschenmörder, ihr seid keine Hirten, ihr seid Mörder. Diese Menschen waren verloren und verraten, weil die, die sich eigentlich um sie kümmern sollten, es nicht taten. Und als Jesus das sah, als Jesus die Wölfe dieser Welt sah, die Bären und den Löwen, die diese Herde zerfleischen wollten und er sah, niemand kümmert sich um sie. Da sagt die Bibel, er hatte Erbarmen. Als Jesus arme Menschen sah, von denen er wusste, sie werden verloren gehen, wenn ihnen nicht irgendjemand hilft, hatte er Erbarmen. Wisst ihr, als er aufstieg, hatte er eigentlich was ganz anderes vor. Wisst ihr, was er vorhatte zu dem Zeitpunkt? Er war extra weggefahren, um endlich mal Ruhe zu haben. Er hatte vorher den ganzen Tag gepredigt und unterrichtet und Bibelstunden gegeben und ich weiß nicht was. Und er wollte nun endlich mal mit seinen Jüngern ein bisschen Freizeit haben und die hat er sich wohlverdient gehabt. Jesus war kein fauler Mensch, aber irgendwann brauchen wir mal Freizeit. Er war eigentlich im Modus, jetzt habe ich mal meinen freien Tag. Er steigt aus und vielleicht haben sie irgendwo eine Hütte sich mieten wollen. Ich war da am See. Irgendwo mal einen Tag Auszeit nehmen. Und dann in diesem Moment, wo er gerade auf dem Weg in den Urlaub war, auch wenn es nur einen Tag war, einen Tag Sabbatical, sieht er die Menschen und er weiß, sie brauchen mich. Wie viel Erbarmen hast du für deinen Bruder? Wie viel Erbarmen haben wir für unsere Schwester? Jesus konnte es nicht mit ansehen, dass seine Brüder und seine Schwestern verloren gehen. Er konnte nicht Urlaub machen, während seine Brüder und Schwestern in seiner eigenen Gemeinde unbehütet verloren gehen. In Johannes 10, da spricht Jesus über diese seine Aufgabe. In Johannes 10, da führt Jesus drei verschiedene Menschengruppen ein. Drei verschiedene Menschen, die mit einer Herde zu tun haben können. Zum einen ist da der Dieb. Er sagt in Vers 8, alle die vor mir kamen sind Diebe und Räuber. Aber die Schafe hörten nicht auf sie. Vers 10, der Dieb kommt nur um zu stehlen und zu töten und zu verderben. Es gibt Menschen, wenn die die Herde sehen, da sehen sie ihre Chance zu ihrem eigenen Nutzen, zu ihrem eigenen Gewinn, anderen Schaden zuzufügen. Wie er selbst sagt, in Vers 1 gehen diese nicht durch die normale Tür zur Herde, sondern sie gehen auf Umwegen über den Zaun in die Herde. Es gibt Menschen, wenn die die Gemeinde sehen, dann sehen sie ihren eigenen Vorteil und sie sehen, dass sie in der Gemeinde zu ihrem eigenen Vorteil, zum Schaden anderer geheim irgendwas machen können. Die sich an anderen bereichern, die andere unterdrücken, die stehlen und zerstören, die wie Diebe die Herde kaputt machen. Aber Jesus kam nicht als Dieb. Die zweite Gruppe, die er einführt, ist in Vers 12. Das ist der Miedling. Schaut mal in Vers 12. Der Miedling war jemand, der auf die Schafe aufgepasst hat gegen Geld. Das heißt es, der Miedling aber, der kein Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht. Und der Wolf raubt und zerstreut die Schafe. Der Miedling macht seinen Job. Der Miedling würde niemals ein Schaf angreifen, er wird kein Schaf stehlen, er wird dem Schaf nichts Böses wollen. Er macht seinen Job, er macht seine Aufgabe. Er ist gewählt worden für diesen Job und den tut er gegen Geld. Aber wenn es Gefahr gibt, wenn es schwierig wird, wenn es selbst ein Risiko für ihn wird, dann zieht er sich zurück in eine sichere Position und lässt die Schafe Schafe sein. In der Gemeinde gibt es nicht nur Diebe, es gibt auch Miedlinge. Die machen ihren Job in der Gemeinde, weil sie es machen müssen, solange wie es passt. Aber wenn Gefahr ist, wenn Not am Mann ist, ziehen sie sich zurück und überlassen die hilflosen Schafe dem Wolf. Aber Jesus kam nicht als ein Dieb und Jesus kam nicht als ein Miedling. Jesus sagt in Vers 11, ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Es gibt Diebe, es gibt Miedlinge und es gibt Hirten. Was zeichnet einen Hirten aus? Schaut mal mit mir in 1. Mose 31. Da beschreibt der Jakob, was man als Hirte so erlebt. Vielleicht denkt ihr, oh das Hirte ist ganz toll, ganz romantisch. Da ist man schon auf dem Feld, in der Natur. Bestimmt ein toller Job. Nicht so anstrengend wie meine Arbeit. Schaut mal in 1. Mose 31 und dort Vers 40. Jakob erzählt von seiner Arbeit als Schafhirte. 1. Mose 31 Vers 40. Es ging mir so, am Tag verschmachtete ich vor Hitze und in der Nacht vor Frost und der Schlaf floh von meinen Augen. Mit anderen Worten, er konnte nicht schlafen. Schafe hüten war damals kein Zuckerschlecken. Es war heiß, es war kalt, man konnte nicht schlafen. Wärst du Schafhirte geworden? Wenn du dich entscheiden müsstest zwischen Schaf und Schlaf, wofür würdest du dich entscheiden? Man kann doch nicht auf den Schlaf verzichten wegen einem Schaf, oder? Jakob hat manchmal ganze Nächte nicht geschlafen wegen den Schafen. 1. Samuel 17, noch so ein Hirte. David. 1. Samuel 17 und dort Vers 34 und 35. 1. Samuel 17, bekannte Geschichte. David und Goliath. Schaut, was der David dem Saul sagt. 1. Samuel 17 Vers 34 und 35. David aber sprach zu Saul, dein Knecht hütete die Schafe seines Vaters. Wenn nun ein Löwe oder ein Bär kam und ein Schaf von der Herde hinwegtrug. Könnt ihr euch das vorstellen? So eine Herde auf dem Feld, ihr hütet die Herde, schaut ab und zu, dass da kein Gras, kein giftiges Gras ist und dann sitzt ihr so auf einem Felsen und spielt auf eurer Harfe einen Psalm. Komponiert gerade so schön, ich war der Herr ist mein Hirte. Und plötzlich kommt da aus dem Gebüsch so ein Löwe, springt auf die Herde zu, der hat schon minutenlang, wenn nicht stundenlang, im Gebüsch gekrochen und geguckt und hat gewartet, dass dieses eine arme Schaf, das so schwach ist, weit genug von der Herde weg humpelt, dass es bekommen kann, oder? Oder bekommt es? Ganz ehrlich, würdest du jetzt deine Harfe weglegen und dem Löwen hinterher rennen für ein Schaf? Wir lesen die Geschichte, wir wissen, er hat es getan, aber ganz ehrlich, wenn du David gewesen wärst, hättest du nicht gesagt, oh meine Güte, ja das passiert, der Löwe ist auch hungrig. Die Herde ist immer noch groß genug, ein Schaf kann man verkraften, oder? Auf jeden Fall ist es nicht sinnvoll, mein eigenes Leben einzusetzen für dieses arme, dumme Schaf, dem ich ohnehin gesagt habe, es sollte hier bleiben. David, so heißt es hier, dann lief ich ihm nach und schlug ihn. Wohlgemerkt, nicht ein Schaf, einen Löwen, einen Bär, schlug ihn. Und wenn er sich gegen mich erhob, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn und tötete ihn. Hirte zu sein kann bedeuten, selbst angegriffen zu werden. Kein Wunder, der Löwe hat sich oft auf die Mahlzeit gefreut. Und jetzt rennst du dem Löwen hinterher, der eigentlich stärker ist als du und kämpfst mit einem Löwen um ein Schaf. Und der Löwe sagt, Herr Moment mal, wenn du mich das Schaf nicht essen lässt, dann habe ich halt dich. Der Satan geht umher wie ein brüllender Löwe, um diejenigen zu verschlingen, die nur weit genug von der Herde weggehumpelt sind. Und manchmal sehen wir, wie ein Bruder oder eine Schwester vom Satan gegriffen werden. Wir sehen sie schon im Maul, wir sehen schon, wie die Zähne des Satans sich in das Fell des Schafes hineinfressen. Wir sagen, vielleicht ist es eh schon zu spät. Was kann ich noch tun? Selbst wenn ich jetzt mich aufmache von meinem schönen Sofa, dass wenn ich jetzt losrenne, wahrscheinlich eh ich da bin, ist das Schaf eh schon tot. Was soll ich mich noch bemühen? David war eine Hirte. Er dachte anders. David war kein Dieb, David war kein Mietling, er war ein Hirte. Er kämpfte um jedes Schaf bis zum Letzten. Jesus war ein Hirte. Er sagt, ich bin der gute Hirte. Jesus sagt, ich gebe mein Leben für die Schafe. Jesus hat sich dazwischen geworfen, als der Satan in Form eines Löwen die Herde attackierte. Jesus hat sich dazwischen geworfen, als du lieber Freund, liebe Freundin, kurzsichtig und dumm wie du bist, orientierungslos und störrisch, als der Satan sein Gebiss in deinem Nacken hatte. Jesus hat sich dazwischen geworfen. Schaut mal in Lukas 15, was diesen Hirten auszeichnet. In Lukas 15, bekanntes Gleichnis, ihr kennt es. Lukas 15 und dort ab Vers 4. Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eines von ihnen verliert, lässt nicht die 99 in der Wüste und geht dem Verloren nach, bis er es findet. Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es auf seine Schulter mit Freuden. Und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen, freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Lieber Freund, liebe Freundin, als wir, jeder Einzelne von uns, als ein dummes Schaf vom Weg abgegangen sind, weil wir dachten, hey, dieses Gras da drüben, das schmeckt bestimmt ganz gut, da gehe ich mal hin. Und wir dann nicht mehr zurückgeblickt haben, nicht mehr gesehen haben, wo die Herde ist und dann weitergelaufen sind, uns den Weg verirrt haben und uns gefangen haben, irgendwann im Dornengestrüpp hängen geblieben sind und jämmerlich vor uns hin geblöckt haben. Da ist Jesus gekommen, er hat gesucht, bis er uns gefunden hat. Lieber Freund, liebe Freundin, ich bin so ein Schaf. Ich bin nicht mehr als ein blindes, kurzsichtiges, schwaches, orientierungsloses Schaf. Ich bin verloren gewesen. Jesus hat mich gesucht, er hat mich gerettet, er hat die Gefahr gesehen, er hat unendliche Geduld mit mir, obwohl ich immer noch schwach und kurzsichtig bin. Das Schaf wird ja nicht klüger dadurch, dass es gerettet wird, oder? Das Schaf ist verloren, es ist ein Schaf. Das Schaf ist gerettet, es ist immer noch ein Schaf, muss immer noch gehütet werden. Er sieht die Gefahr, er hat sich zwischen mich und den Löwen geworfen. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln, er weidet mich auf grüner Auge. Ihr kennt den ganzen Psalm. Schaut in 1. Petrus 2. 1. Petrus 2. Und dort vers 25. 1. Petrus 2, vers 25. Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen. Jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen. Jesaja 53 sagt, wir waren die Schafe, jeder wandte sich auf seinen eigenen Weg. Lass uns das mal aufschauen. Jesaja 53, ganz interessant. Jesaja 53. Das ist das, was Petrus an dieser Stelle zitiert. Jesaja 53, und dort vers 6. Wir alle gingen in die Schaf, in die Irre wie Schafe. Wisst ihr, was das bedeutet? Wir alle sind kurzsichtig, wir alle sind schwach, orientierungslos und dazu geneigt, der Masse zu folgen. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe. Jeder wandte sich auf seinen Weg, aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn, auf ihn, den Hirten. Und schaut, was über diesen Hirten gesagt wird. Vers 7. Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf. Und wie geht es weiter? Wie ein Jesus der Hirte wurde selbst ein Schaf. Jesus der Hirte, Jesus, der Gott von Ewigkeit war, wurde ein Schaf, das bezüglich der Zukunft genauso kurzsichtig ist wie wir. Der genauso Hilfe brauchte von seinem himmlischen Vater. Jesus wollte sich behüten lassen, damit er ein Hüter sein kann. Kain wollte nicht behütet werden und hat deswegen gefragt, sollte ich meines Bruders Hüter sein? Jesus war bereit, sich hüten zu lassen und wurde dadurch zum Hüter unserer Seele. Wenn du der Hüter deines Bruders sein möchtest, wenn du deine Schwester behüten möchtest, dann musst du selbst behütet sein. Merke dir, nur behütete hüten, nur behütete hüten, alle behüteten hüten. Wenn du wirklich Jesus als Hirten hast, wirst du mit hüten. Schaut, was Jesus dem Petrus sagt. Der wäre gern schon viel früher ein großer Hirte geworden in der Gemeinde. Er hielt sich für besonders gut. In Johannes, in Johannes 21, Johannes 21, ab Vers 15, Johannes 21, Vers 15, als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus, Simon Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm, ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm, weide meine Lämmer. Wenn jemand weiden soll, ist er was ein? Hirte. Wiederum spricht er zum zweiten Mal zu ihm, Simon Sohn des Jonas, liebst du mich? Er antwortet ihm, ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm, hüte meine Schafe. Und das dritte Mal fragt er ihn, Simon Sohn des Jonas, hast du mich lieb? Da wurde Petrus traurig, dass er ihn das dritte Mal fragte, hast du mich lieb? Und er sprach zu ihm, Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm, weide meine Schafe. Warum wurde Petrus traurig? Jesus hatte ihn wie oft gefragt? Dreimal. Warum hat Jesus ihn dreimal gefragt? Weil Petrus dreimal, als er den Wolf kommen sah in Form einer Markt, die Markt des Hohen Priesters und ihre Worte, dich kenne ich doch, du bist auch einer von Nazareth, von Galiläa, du bist doch auch einer von dem Nazarener, ihn angebellt haben wie ein Wolf, dass er geflohen, wie ein Mietling. Und Jesus sagt, ich weiß, du bist ein Mietling gewesen. Du hast die Herde gehütet, ja, du hast gemacht, was du tun solltest, aber als Gefahr kam, bist du weggelaufen, du hast dich nur um dich selbst gekümmert. Du wolltest eben kein Risiko eingehen für deine Brüder und Schwestern und schon gar nicht für mich. Und jetzt sagt er, Simon, wenn du dich wirklich bekehrt hast, wenn du mich wirklich liebst, dann hüte meine Schafe. Jesus fragt nicht nur Petrus, wo bist du? Er fragt auch Petrus, wo ist dein Bruder? Hüte meine Schafe, weide meine Lämmer. Kümmer dich nicht nur um die Starken, nicht nur die Widder, die mit großem Horn in der Gemeinde sind und alles wissen und alles können, kümmer dich um die Lämmer. Sorge dafür, dass die Lämmer und die Mutterschafe genügend geistliche Nahrung haben. Weide meine Schafe, weide meine Lämmer. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du Jesus als deinen Hirten angenommen hast, bist du mit Hirte, mitverantwortlich. Nicht nur dafür, dass der Gottesdienst pünktlich anfängt und pünktlich aufhört, sondern dafür, dass es deinen Geschwistern geistlich gut geht. Jeder Einzelne von uns. Gott fragt jeden Einzelnen, wo ist dein Bruder? Wo ist deine Schwester? Nicht, weil Gott die Orientierung verloren hat und nicht mehr weiß, wo er uns suchen soll, sondern er fragt, wo steht dein Bruder geistlich? Ohne dich umzuschauen, weißt du, wie der Bruder oder der Schwester rechts und links neben dir, wo sie gerade geistlich stehen? Wenn Jesus dir heute die Frage stellen würde, wo ist dein Nächster, der gerade links rechts neben dir sitzt, vor dir sitzt, hinter dir sitzt, wo ist der gerade geistlich? Könntest du sagen, ja Herr, lass uns vielen beten. Ich weiß. Oder müsstest du sagen, ich weiß es nicht, soll ich meines Bruders Hüter sein? Bin ich denn verantwortlich für das geistliche Wohl von Bruder X, der hier vor mir sitzt? Er ist doch älter als ich, schon länger in der Gemeinde. Bin ich verantwortlich für ihn, oder? Doch. Doch. Der Engel sagte, ja, du bist deines Bruders Hüter. Du bist nicht deines Bruders Richter. Du bist nicht deines Bruders Magistrat und schon gar nicht deines Bruders Diktator. Du bist deines Bruders Hüter. Hüten kann schlaflose Nächte bereiten. Hüten kann ganz schön heiß werden. Hüten kann ganz schön kalt werden. Hüten kann bedeuten, sich in die Schlacht zu werfen. Hüten kann bedeuten, selbst angegriffen zu werden, weil man jemand anders retten möchte. Und Hüten kann bedeuten, dass man sich auf seinen wohlverdienten einen Tagesurlaub auf den verzichten muss. Petrus hat das verstanden. Petrus wurde zu einem Hirten und schaut mal, was er dann später in seinem Brief an andere wiederum schreibt, die er ebenfalls zu Hirten ausgebildet hat. In 1. Petrus, 1. Petrus Kapitel 5 Abvers 2. 1. Petrus Kapitel 5 Abvers 2. Hütet die Herde Gottes bei euch, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt. Nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern mit Hingabe. Nicht als solche, die über das ihnen zugewiesene herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid. Dann werdet ihr auch, wenn der oberste Hirte offenbar wird, den unverwältlichen Ehrenkranz empfangen. Jesus ist der oberste Hirte. Ihm gehört die Herde. Ihm gehören die Schafe. Ihm gehören die Widder. Ihm gehören die kleinsten Lämmer. Ihm gehören die weißen und die schwarzen und die gesprengelten und die braunen Schafe, die mit viel Fell und die mit wenig Fell. Die, die immer geradeaus laufen und die, die ständig hinfallen. Die, die nie was sagen und die, die ständig blöken. Ihm gehören sie alle und alle müssen gehütet werden. Auch ein Hirte macht das nicht allein. Ein Hirte hat Hirtenhunde und glaubt mir, mein Interesse für Hunde geht wirklich gegen null. Aber in Vorbereitung dieser Predigt habe ich mir mal angeschaut und mal studiert, was macht eigentlich ein Hirtenhund aus? Man hat Studien gemacht, man wollte herausfinden, warum sind Hirtenhunde in der Lage, eine Herde zu führen? Und man hat sie oft beobachtet, man hat versucht, Roboter nachzubauen, das hat nie funktioniert. Man hat dann folgendes gemacht, man hat jedem einzelnen Schaf einen GPS-Sender eingebaut und dem Hund auch. Man hat dann sozusagen verfolgt, wie die Schafe sich alle bewegen, weil man kann ja nicht, wenn man 100 Schafe sieht, man wird ja irren, die alle gleichzeitig verfolgen zu wollen. Also hat man alle mit einem Sender ausgestattet und dann nachhinein angeschaut, welches Schaf bewegt sich gerade wohin und was macht der Hund? Man hat festgestellt, dass der Hund nach einem ganz einfachen Prinzip arbeitet. Er sieht die Herde vor sich, wahrscheinlich sind für ihn nur so lauter weiße Wollknäuel oder so und er treibt die Herde erst einmal immer gerade aus. Es gibt aber immer Schafe, die ausbrechen und manchmal weiß der Hund, dass er einfach gerade aus weiterlaufen muss, dass Schafe wieder zurückkommen und manchmal weiß er, okay, ich muss dieses Schaf einfangen. Woher weiß er das? Forscher haben herausgefunden, er sieht den Abstand zwischen den Schafen in der Mitte und ab einem bestimmten Abstand, wenn der Abstand zwischen den Schafen zu groß wird, weiß er, wenn ich jetzt nicht an den Außen arbeite, reißt mir alles auseinander. Er beobachtet den Abstand der einzelnen Schafe. Wenn der eng genug ist, weiß er, selbst ein Ausreißer wird wieder zurückkommen, weil die Herde stabil ist. Wenn aber aufgrund der Ausreißer die Schafe sich auseinander dividieren, dann weiß er, okay, ich muss jetzt agieren. Eigentlich ziemlich einfach, oder? Ellen White sagt, press together, kommt zusammen. Woher wissen wir, wie wir hüten müssen? Wir müssen beobachten, wie nah die Schafe in der Gemeinde zusammen sind. Und wenn du jetzt fragst, welche Schafe? Schau dich um, lieber Bruder, liebe Schwester. In diesem Raum wimmelt es von Schafen. Dumme, störrische Schafe. Und wenn wir verstanden haben, dass ich nur ein dummes, störrisches Schaf bin, das immer Führung braucht, egal ob auf dem falschen Weg ist oder auf dem richtigen Weg ist, dann wirst du auch verstehen, warum dein Bruder und deine Schwester immer Führung brauchen. Du wirst nicht mehr bösartig reagieren, du wirst nicht mehr eingeschnappt sein, sondern dein ganzes Ziel wird sein, dass dieses Schaf auch einmal in die ewige Herde hineinkommt, in den ewigen Schafstall. Wenn du deine Brüder, deine Geschwister, deine Freunde siehst, ist dein Herzenswunsch, dass sie auch im Himmel sind. Wenn du die Geschwister in deiner Gemeinde siehst, wenn du die Menschen um dich herum siehst, ist es dein Herzenswunsch. Man kann relativ schnell im Kopf sagen, ja, das muss ja so sein. Aber es ist dein Herzenswunsch, dass sie auch im Himmel sind. Weil wenn das unser Herzenswunsch ist, werden wir so handeln, da gibt es gar keine Frage. Niemand wird in den Himmel geprügelt, niemand wird in den Himmel kritisiert, niemand wird in den Himmel gelästert. Keiner wird im Himmel sein und sagen, oh, ich bin im Himmel, weil alle haben mich gelästert, es war so schön. Deswegen bin ich in den Himmel gekommen. Wenn du verstanden hast, wie sehr Jesus dich liebt, wenn du verstanden hast, wie viel du ihn brauchst, wirst du der Hüter deines Bruders sein. Danke an jeden von euch, der ganz unauffällig seinen Bruder und seine Schwester hütet. Danke für jede geschenkte Zeit. Danke für jeden unscheinbaren Dienst, den keiner sieht. Für das gute Wort, die nette Karte. Nur wenn alle gemeinsam darauf achten, dass die Schafe eng zusammenbleiben, haben wir eine Chance gegen die Wölfe und Bären und Hunde dieser Welt. Lass es nicht zu, dass irgendetwas zwischen dich Schaf und dein Nebenschaf kommt. Wir sind alle nur Schafe und wenn wir bereit sind, uns hüten zu lassen, wenn wir vielleicht sogar bereit sind, so wie Kain bereit hätte sein sollen, von unserem jüngeren Bruder Rat anzunehmen in Liebe, dann werden wir auf die Frage, wo ist dein Bruder, sagen können, Herr, ich weiß, wo er gerade ist und es ist kein guter Weg. Lass uns für ihn arbeiten. Lass uns beten, Herr, hilf mir, wie ich auch diesem Bruder, dieser Schwester, diesem Jugendlichen, diesem Senior, diesem Kind helfen kann, auch im Himmel zu sein. Lieber Bruder, liebe Schwester, lieber Freund, liebe Freundin, wenn Gott dich heute fragt, wo ist dein Bruder, möchtest du sagen können, ja, Herr, ich weiß, ich bin meines Bruders Hüter, ich bin ein Behüteter und weil Behütete hüten, möchte ich Hüter meiner Geschwister sein, im Geist von Jesus. Ist das euer Wunsch? Dann lasst uns gemeinsam niederklingeln und beten.
[50:17] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass du so viel Geduld mit uns hast. So oft sind wir in die Irre gerannt, so oft haben wir Fehler gemacht, so oft haben wir dich enttäuscht und immer noch liebst du uns und immer noch ziehst uns zu dir und hilfst uns und wirkst für uns und führst uns auf den rechten Weg. Du gehst mit uns sogar durch das Tal des Todesschattens und wir danken dir von ganzem Herzen, dass du uns teilhaben lässt daran, dass du uns zutraust, deine Herde, deine Schafe, deine Lämmer zu weiden, mitzuweiden als Unterhirten. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du unsere Herzen weich machst. Wenn das nächste Mal unser Bruder, unsere Schwester, unsere Freunde, unsere Freundin sich benehmen wie ein blökendes, störrisches Schaf. Dass wir bereit sind, wie eine Hirte sie zur Herde zurückzuführen, ihnen nachzugehen, sie zu suchen und wenn der Satan sie in seinen Klauen hat, uns dazwischen zu werfen, notfalls unser eigenes Leben zu riskieren, um diese Schaf zu retten. Herr, wir danken dir, dass du das für uns getan hast und wir danken dir, dass du uns diese Kraft schenkst. Danke, dass du uns behütest, sodass wir auch hüten dürfen. Im Namen Jesu. Amen.
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