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Manuskript: CSH_2013_Q1_Folge02.pdf

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour mit Christopher Kramp wird die biblische Schöpfungsgeschichte der ersten drei Tage beleuchtet. Es wird erklärt, wie die Schöpfungstage nicht nur buchstäblich zu verstehen sind, sondern auch tiefe geistliche Prinzipien für unser Leben und die Erlösung offenbaren. Die Lektionen reichen vom Licht, das die Finsternis vertreibt, über das Heiligtum bis hin zu den Grenzen des Gesetzes und dem Wachstum in Christus.

Diese Folge der Cannstatt Study Hour mit Christopher Kramp beleuchtet die ersten drei Schöpfungstage gemäß der Bibel. Es wird erklärt, wie der biblische Schöpfungsbericht buchstäblich zu verstehen ist und welche tiefen geistlichen Prinzipien sich daraus für unser Leben ableiten lassen. Von der Erschaffung des Lichts bis zur Entstehung von Pflanzen werden die Schöpfungstage als Grundlage für das Evangelium, das Heiligtum und das Gesetz Gottes gedeutet.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2013 Q1: Ursprung und Anfang

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf joel-media.tv.de. Herzlich willkommen auch allen Zuschauern auf ad-tv.info zu unserer zweiten Folge unserer Cannstatt-Study-Hour-Serie "Ursprung und Anfang", die wir letzte Woche begonnen haben.

[1:32] Wir wollen uns Gedanken machen in diesem Quartal über die Schöpfung, ein heiß diskutiertes Thema. Wir wollen uns in dieser Woche und in der nächsten Woche ganz konkret mit den einzelnen Schöpfungstagen auseinandersetzen. Wir wollen sehen, wie die einzelnen Tage tatsächlich als buchstäbliche Interpretationen verstanden werden wollen und wie sie trotzdem über dies hinaus uns auch praktische Prinzipien weitergeben für unsere persönliche Beziehung zu Gott.

[1:58] Unser Thema heute heißt "Schöpfung: Das Formen der Welt" und wir bereiten uns damit auf das Bibelgespräch am 12. Januar vor. Heute soll es um die ersten drei Schöpfungstage gehen und wir beginnen unser Studium gleich mit dem ersten Vers der Bibel, mit dem wir letzte Woche schon einiges gesagt haben.

[2:19] In 1. Mose 1, Vers 1 lesen wir: "Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde." Wir haben schon einiges über diesen Vers gesagt. Einige Menschen glauben, dass hier eine Art Urschöpfung beschrieben wird. Die Theorie hat die Runde gemacht in der Christenheit, dass in 1. Mose 1, Vers 1 Gott schon einmal eine Welt geschaffen hat, die dann zerstört worden ist aus diversen Gründen. Und das wäre dann Vers 2, man übersetzt dann den Vers: "Die Erde aber war wüst und leer", mit "die Erde wurde wüst und leer" und ab Vers 3 käme sozusagen eine zweite Schöpfung, die jetzige Schöpfung in den Blickpunkt.

[3:02] Aber wir wollen heute zeigen, dass das nicht der biblischen Wahrheit entspricht. Zunächst einmal können wir das sehen, wenn wir uns die Zehn Gebote anschauen. In 2. Mose 20, und dort Vers 11, am Ende des vierten Gebotes heißt es: "Denn in sechs Tagen, 2. Mose 20, Vers 11, denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruht am siebten Tag. Darum hat der Herr den Sabbatag gesegnet und geheiligt." Hier wird die gleiche Formulierung "Himmel und Erde" verwendet. Hier geht es um die Schaffung von Himmel und Erde, so wie auch in 1. Mose 1, Vers 1. Und dieser Vers, den übrigens Gott selbst mit seinem eigenen Finger in Stein geschrieben hat, macht überaus deutlich, dass 1. Mose 1, Vers 1, dieser Vers "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde", Teil der sechs Tage sind, die dann später so ausführlich beschrieben werden. Man kann also 1. Mose 1, Vers 1 nicht von den späteren Versen ablösen und irgendeine längere Zeitspanne dazwischen hineininterpretieren.

[4:04] Das wird auch deutlich, wenn wir uns Hebräer 4, Vers 3 anschauen. In Hebräer 4, und dort Vers 3, wird uns von Paulus gesagt: "Denn wir, die wir gläubig geworden sind, gehen in die Ruhe ein, wie er gesagt hat: 'Ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!'" Und jetzt kommt der entscheidende Satz: "Und doch waren die Werke seit Grundlegung der Welt beendet." Paulus bezieht sich hier dann auch in Vers 4 auf den siebten Tag, wie wir später noch sehen werden. Entscheidend aber hier ist, dass die Werke, die innerhalb dieser sieben Tage oder sechs Tage geschaffen worden sind, mit Grundlegung der Welt beendet waren. Mit anderen Worten, all die Werke, die zu den sechs Tagen gehören, lassen sich zeitlich nicht trennen von der Grundlegung, also der allerersten Erschaffung der Welt selbst. Man kann also nicht behaupten, erst ist die Welt geschaffen worden und dann lag sie viele Millionen Jahre lang wüst und leer da nieder, wie einige glauben, oder sie wurde wieder zerstört und dann später kamen die Werke der sechs Tage dazu. Nein, die Werke waren vollendet mit der Grundlegung der Welt. Das heißt, 1. Mose 1, Vers 1, dieser Vers spricht von der Grundlegung der Welt, der ersten Erschaffung der Welt, gehört direkt zu den sechs Schöpfungstagen. Das ist sehr, sehr wichtig zu verstehen.

[5:34] Und dann gibt es noch einen Irrtum in Bezug auf die Schöpfung, wenn es um die Bibel geht. Einige Menschen glauben, dass Gott vielleicht bei der Schöpfung dann bereits vorhandene Materie genommen hat und sie gebraucht hat. Und diese Idee wird durch die biblische Aussage in Hebräer 11, Vers 3 widerlegt. Hebräer 11, Vers 3, dort heißt es: "Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, sodass die Dinge, die man sieht, nicht aus Sichtbarem entstanden sind." Gott war nicht von vorhandener Materie abhängig. Er schuf sozusagen aus dem Nichts heraus. Und deswegen brauchen wir nicht anzunehmen, dass er zunächst einmal die Welt schuf und dann viele tausend Jahre oder Millionen Jahre sie liegen ließ und dann aus dieser Materie weiterschuf. Gott schuf aus dem Nichts heraus und das Ganze dauerte nicht mehr als sechs Tage, alles in allem, von 1. Mose 1, Vers 1, vorwärts.

[6:36] Was also bedeutet dann diese merkwürdige Aussage in Offenbarung, Verzeihung, in 1. Mose 1, Vers 2, wo es heißt: "Die Erde aber war wüst und leer und es lag Finsternis auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser." Nun halten wir fest, dass dieses Wort "wüst und leer" im Hebräischen heißt es "tohu wa bohu". "Tohu" – wüst, "wa" – und, "bohu" – leer. Eine Formulierung, die immer wieder vorkommt in der Bibel. Und alle drei Aussagen über die Erde, nämlich dass sie wüst, leer und finster war, sind von besonderem Interesse. Warum? Wenn wir uns mit Gott beschäftigen, der diese Welt gerade geschaffen hat, in Vers 1, dann stellen wir fest, dass alle drei Aussagen – wüst, leer und finster – im direkten Gegensatz zu den Eigenschaften und zur Natur Gottes stehen. Wir wollen dazu alle drei Beispiele auch angeben.

[7:37] In 1. Korinther 14, und dort Vers 33, dort lesen wir: "Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen." Das Chaos, die Wüste sozusagen der Erde stand in direktem Gegensatz zur Eigenschaft Gottes, von dem es heißt, er ist nicht ein Gott der Unordnung. Das Zweite war ja die Leere, aber Gott ist genau das Gegenteil von Leere. In Kolosser 2, Vers 9, lesen wir interessanterweise: "Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig." Hier spricht es von Jesus. Das heißt, wenn es von Gottheit die Rede ist, dann meinen wir Fülle. Aber die Erde war ein Ausdruck von Leere, so wie Gott nicht ein Gott der Unordnung ist, aber die Erde völlig chaotisch und wüst da lag.

[8:38] Und dann, hatten wir als Drittes gesagt, war die Erde finster. Und kein anderer Aspekt ist so sehr im Gegensatz zur Natur und zum Wesen Gottes. Denn in 1. Johannes 1, Vers 5, macht die Bibel diese erstaunliche und unmissverständliche Aussage. In 1. Johannes 1, und dort Vers 5, dort heißt es: "Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist." Haltet euch fest: Gott schafft die Erde und auf den ersten Blick, in der ersten Situation ist sie wüst, leer und finster. Und alle diese drei Eigenschaften stehen direkt im Gegensatz zu Gott, der kein Gott der Unordnung ist, der die Fülle beschreibt und der Licht ist und in ihm ist keine Finsternis. Offensichtlich hat Gott ganz bewusst die Erde so geschaffen, dass sie auf den ersten Blick überhaupt gar nicht an Gott erinnert. Und wir stellen uns die Frage: Warum sollte das so sein? War das die Bestimmung der Erde? War das, was Gott vorhatte letztendlich mit der Erde?

[9:50] Und die Bibel macht ganz deutlich, dass das nicht der Fall ist. In Jesaja 45, Vers 18, übrigens der Merkvers in dieser Woche, in Jesaja 45, Vers 18 heißt es: "Denn so spricht der Herr, der Schöpfer der Himmel, er ist Gott, der die Erde gebildet und bereitet hat, er hat sie gegründet, nicht als Einöde" – und hier kommt das hebräische Wort "tohu" vor, das auch in 1. Mose 1, Vers 2 verwendet wird – "nicht als Einöde hat er sie geschaffen, sondern um bewohnt zu sein hat er sie gebildet. Ich bin der Herr und sonst ist keiner." Das heißt, das Ziel Gottes bei der Schöpfung war kein Tohu-Wabohu, keine Wüste, keine Leere, keine Finsternis. Nur für einen kurzen Zeitraum hat Gott erlaubt, dass es so ist, um offensichtlich ein Gleichnis darzustellen, wie wir gleich sehen werden. Und das ist übrigens auch ein wichtiges Argument gegen die Theorie, dass hier tausende Jahre die Welt im Zustand von 1. Mose 1, Vers 2 verharrte. Es war niemals das Ziel Gottes, dass die Erde wüst, leer, unbewohnt ist. Und so hat er nur für wenige Stunden sie in diesem Zustand gelassen, um offensichtlich eine Lektion dem ganzen Universum zu zeigen.

[11:03] Welche Lektion mag das gewesen sein? Wenn wir kurz darüber nachdenken, wie das Universum bereits war vor der Schaffung der sichtbaren Welt. Denn es ist uns sehr deutlich aus der Bibel, dass das Universum bereits vor der Schaffung unserer sichtbaren Welt existiert hat, muss zumindest zu einem gewissen Teil. Die Bibel spricht in verschiedenen Stellen, in Offenbarung 12, in Jesaja 14, in Sacharja 28 und so weiter, von einem Kampf im Himmel vor der Schöpfung, wo der Engel Luzifer sich zu Satan verwandelt hat und all die Attribute Gottes in Frage stellte. Dann wird deutlich, dass 1. Mose 1, Vers 2 und dann Vers 3, wie in einer Nussschale zeigt, wie Gott dieses Problem des Kampfes beheben kann.

[11:50] Denn in 1. Mose 1, Vers 3 lesen wir diese kraftvollen und einfachen Worte: 1. Mose 1, Vers 3: "Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht." Wir haben also am ersten Tag eine Zeitperiode von schätzungsweise 12 Stunden, an denen Finsternis, Chaos und Leere vorherrschte. Woher wissen wir, dass der Tag damit begann? In Vers 5, in 1. Mose 1, Vers 5 heißt es: "Und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Und es wurde Abend und es wurde Morgen, der erste Tag." Der erste Tag bestand aus einer dunklen Hälfte und einer hellen Hälfte sozusagen. Das heißt, der erste Schöpfungstag begann nicht in 1. Mose 1, Vers 3, denn dort kam ja das Licht und dann war die Finsternis vorbei. So können wir sehen, dass 1. Mose 1, Vers 1 und 2 die erste Hälfte des ersten Schöpfungstages beschreibt und Vers 3 und 4 dann die zweite Hälfte. So wie für einen gewissen Zeitraum von einigen Stunden die Erde wüst und leer und finster war und dann durch das Wort Gottes Licht in diese Finsternis, Licht in dieses Chaos, Licht in diese Leere hineindrang, so gibt es eine Lektion zu lernen für uns aus diesem Tag.

[13:21] Es ist so wichtig zu verstehen, was hier wirklich passiert ist, damit wir dann die geistliche Anwendung verstehen, die uns die Bibel selbst gibt. Denn in 2. Korinther 4, Vers 6 sagt uns Paulus, dass dasselbe Prinzip des ersten Schöpfungstages ein Prinzip ist, das in der Erlösung zum Tragen kommt. In 2. Korinther 4, Vers 6 heißt es: "Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten" – und das war offensichtlich der erste Schöpfungstag – "er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi." Der Gott, der in der Lage war, in die Finsternis hinein, in das Chaos, in das Tohuwabohu, Licht zu sprechen durch sein Wort, kann auch in dein und mein Herz hinein sprechen. Aber nur, wenn wir glauben, dass das wirklich am ersten Schöpfungstag passiert ist, so wie es die Bibel beschreibt. Nur dann werden wir auch tatsächlich Glauben haben, um dieses Prinzip in unserem Herzen zu erleben. Wenn wir daran zweifeln, dass Gott in der Lage war, das vor 6.000 Jahren zu tun, dann werden wir auch Zweifel daran haben, dass Gott es heute in unserem Herzen tun kann.

[14:32] Wie viele unserer Herzen sind wüst, chaotisch, leer, voller Sehnsucht nach etwas Füllung und finster vor Sünde und Trennung von Gott? Ich weiß nicht, wie es dir geht, lieber Freund, liebe Freundin, aber viele Menschen wissen in ihrem tiefsten Inneren, dass ihr Leben ein Chaos ist, dass es finster ist. Sie sehnen sich nach etwas, was die Welt ihnen nicht geben kann. Und Gott spricht genauso wie damals vor 6.000 Jahren mit seinem Wort: "Es werde Licht in dein und in mein Herz."

[15:07] Was ist dieses Licht? Ein Vers, der nicht im Sendemanuskript steht, aber der nur zwei Verse vorher steht, macht uns deutlich, was dieses Licht darstellt. In 2. Korinther 4, Vers 4 heißt es: "Bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, sodass ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist." Das Licht ist ein Symbol für das Evangelium, für die gute Nachricht, die unsere Finsternis erhellt, die unser Chaos ordnet, die unsere Leere füllt. Es ist das Evangelium.

[15:50] Aber nicht nur das. In Jesaja 60, Vers 1 und 2 wird ganz deutlich ausgesprochen, worin dieses Evangelium besteht. In Jesaja 60, Vers 1 und 2 heißt es: "Mache dich auf, werde Licht! Denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tiefes Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir." Wenn wir Vers 1 und 2 vergleichen, stellen wir fest, dass in Vers 1 davon die Rede ist, dass das Licht kommt und über uns aufgeht, und in Vers 2 der Herr selbst über uns aufgeht. Mit anderen Worten, das Licht ist ein Symbol für die Gegenwart Gottes. Sünde trennt uns von Gott. Sünde bringt Chaos, Finsternis und Leere. Aber das Evangelium, die gute Nachricht, bringt die Gegenwart Gottes zurück in unser Leben, in mein Leben und in dein Leben.

[17:00] Ist das Licht des Evangeliums, ist das Licht der Gegenwart Gottes in deinem Herzen schon angezündet worden? Der Evangelist Johannes zeigt uns ganz deutlich, wie das möglich ist. In Johannes 1, darauf haben wir schon letzte Woche Bezug genommen, bezieht sich Johannes auf 1. Mose 1. In Johannes 1, Vers 1 bis 5, zieht er eine deutliche Parallele zwischen dem Schöpfungswerk Gottes und dem Erlösungswerk Jesu. In Johannes 1, und dort Vers 1 bis 5, heißt es: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Wir haben schon gesehen, dass das hier Jesus Christus beschreibt. Jesus war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden, und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen."

[18:04] Johannes zeigt ganz deutlich, dass das Wort, das am ersten Schöpfungstag sprach: "Es werde Licht!", nichts anderes ist als ein Gleichnis, ein Hinweis auf das wahre Wort, das lebendige Wort, das später in Johannes 1, Vers 14 Fleisch geworden ist, dass das Licht der Menschen ist. In seinem Leben, im Leben Jesu, sehen wir das Licht. Wir sehen ganz deutlich: Das Licht der Menschen ist das Leben in Christus. Wenn wir also Christus sehen und sein Leben betrachten, das, was er getan hat, wie er gelebt hat und was er für uns getan hat am Kreuz von Golgatha, dann sehen wir darin das Licht, das in unsere Finsternis, in unsere Leere, in unser Chaos hineinscheint.

[18:56] Und wie lernen wir davon? Wir lernen durch das Wort Gottes, das Leben Jesu kennen. So wie er am ersten Tag das Wort Gottes Licht brachte, so bringt heute das Wort Gottes Licht in dein und mein Leben. Und schon dieser erste Schöpfungstag zeigt uns, wie eng ein buchstäbliches Verständnis der 24-Stunden-Tage verknüpft ist mit ganz praktischen geistlichen Lektionen, die wir für unser religiöses Leben übernehmen dürfen.

[19:26] So ist es auch mit dem Fakt in 1. Mose 1, Vers 5, aber zu dem kommen wir gleich. Vorher wollen wir noch ganz kurz zeigen, dass wir dieses Prinzip praktisch anwenden können. In Psalm 18, und dort Vers 29, können wir sehen, wie dieses Prinzip des ersten Schöpfungstages ganz praktisch anwendbar ist für uns. Es heißt hier: "Ja, du zündest meine Leuchte an; der Herr, mein Gott, macht meine Finsternis Licht." Hat Gott auch deine Finsternis Licht gemacht? Hat Gott in dir dieses Licht angezündet? Immer wieder durch die ganze Bibel können wir dieses Prinzip von Licht und Finsternis, dieses Angebot Gottes, Licht zu bringen, sehen und studieren. Und wir wollen es hierbei belassen und euch ermutigen, das weiter und tiefer zu studieren.

[20:26] Bevor wir den ersten Schöpfungstag abschließen, wollen wir noch ein wichtiges Prinzip kennenlernen, das wir in der Schöpfung finden, und zwar in 1. Mose 1, Vers 4 heißt es: "Und Gott sah, dass das Licht gut war, da schied Gott das Licht von der Finsternis." Eigentlich sind hier sogar zwei Prinzipien enthalten. Das zweite Prinzip wäre, dass Gott Licht und Finsternis scheidet, dass die beiden nichts miteinander zu tun haben. Und so auch im geistlichen Sinne, Licht und Finsternis haben nichts miteinander zu tun, wie die Bibel uns sagt. Aber das Prinzip, auf das es mir jetzt hier ankommt, ist die Tatsache, dass Gott das Licht beurteilt. Und wir sehen das an jedem Schöpfungstag, dass Gott die Dinge, die er schafft, anschaut und beurteilt, nicht um Fehler zu finden, sondern um sich an dem Guten zu freuen, an der Tatsache zu freuen, dass das, was er geschaffen hat, gut gelungen ist.

[21:22] Es ist also nichts Merkwürdiges, wenn Gott mit dem Evangelium ein sogenanntes Gericht verbindet, in dem er beurteilen möchte. Dass Gott beurteilen möchte, hat etwas mit seiner Schöpfungsfunktion zu tun. So wie er geschaffen hat und dann das Geschaffene für gut befunden hat in einem Urteil, so möchte Gott auch uns ein neues Herz schaffen und dann in einem Urteil dieses neue Herz für gut befinden. Viele haben ein falsches Verständnis von dem Urteilen von dem richtigen Gottes. Sie glauben, er sucht krampfhaft nach Fehlern. In Wirklichkeit möchte er eigentlich nur sehen, dass das, was er geschaffen hat, auch wirklich gut ist. Wie schade, dass er in vielen Fällen sehen muss, wie das, was er geschaffen hat, durch menschlichen Egoismus und Stolz und Sünde wiederentstellt worden ist.

[22:13] Wir kommen zu Vers 5. In 1. Mose 1, Vers 5 heißt es: "Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend und es wurde Morgen, der erste Tag." Kein anderer Vers der Bibel zeigt so deutlich, dass der erste Schöpfungstag ein 24-Stunden-Tag war. Kein langer Zeitraum, kein symbolischer Tag, sondern bestand aus Abend und Morgen, so wie wir es studiert haben. Und der ganze Tag, so wie er stattfand, von dem ersten Schaffen der Welt, über die Stunden, wo die Finsternis und das Chaos regierten, aber der Geist Gottes bereits gegenwärtig war und die Welt vorbereitete sozusagen auf das Wort Gottes, das nach einigen Stunden kam und dann Licht brachte und damit das ganze Universum ein Gleichnis sah. Dieser erste Tag hatte nur 24 Stunden, es war ein sichtbarer und völlig verständlicher Tag, so wie alle anderen Tage auch.

[23:11] Und wenn wir an dieser Wahrheit zweifeln, dann zerstören wir nicht nur die Zuverlässigkeit der Bibel, sondern auch die Kraft der Gleichnisse, die in diesen ersten Schöpfungstagen auch mit enthalten sind. Und so zeigt uns die Bibel, dass auch die Tatsache, dass Abend und Morgen aufeinander folgen, so zeigt uns die Bibel, dass diese Tatsache eine geistliche Dimension hat. Und zwar finden wir diesen Fakt in Jeremia 33 und dort Vers 20 und 21. Die Bibel sagt: "So spricht der Herr: Wenn ihr meinen Bund betreffend des Tages und meinen Bund betreffend der Nacht aufheben könnt, sodass Tag und Nacht nicht mehr zu ihrer Zeit eintreten werden, dann wird auch mein Bund mit meinem Knecht David aufgehoben werden, sodass er keinen Sohn mehr habe, der seinem Thron regiere, und mit den Leviten, den Priestern, dass sie nicht mehr meine Diener seien." Gott sagt, die Tatsache, dass Abend und Morgen dort waren, war ein Bund, und dieser Bund ist genauso wenig aufhebbar, wie der Bund, den er mit seinem Knecht David und den Leviten, das heißt den geistlichen Bund, den er aufheben kann. Um es noch deutlicher auszusprechen: Gott wird den Bund mit Abend und Morgen nicht aufheben und deswegen auch den geistlichen Bund nicht aufheben.

[24:46] Abend und Morgen sind also ein Hinweis auf den geistlichen Bund. Und jeder, der daran zweifelt, dass Abend und Morgen tatsächlich Abend und Morgen waren, zweifelt oder untergräbt auch die Zuverlässigkeit des heilschaffenden Gottes, wie sich im Bund mit David und im Bund mit den Leviten ausdrückt. Wichtiger Punkt: Wir sehen hier eigentlich, wie subtil der Angriff auf die Schöpfungsgeschichte wirklich ist.

[25:12] Schauen wir weiter, jetzt zum zweiten Schöpfungstag und dort heißt es in 1. Mose 1, Vers 6-8: "Und Gott sprach: Es werde eine Ausdehnung inmitten der Wasser, die bilde eine Scheidung zwischen den Wassern! Und Gott machte die Ausdehnung und schied das Wasser unter der Ausdehnung von dem Wasser über der Ausdehnung, und es geschah so. Und Gott nannte die Ausdehnung Himmel. Und es wurde Abend und es wurde Morgen, der zweite Tag." Wir haben hier die Himmelsfeste, die Ausdehnung, den Himmel, der geschaffen wird und der das Wasser teilt und scheidet. Und wir haben leider nicht die Zeit, ausführlich darüber zu sprechen oder zu sehr hineinzugehen an diesem Schöpfungstag. Wir möchten aber kurz zeigen, dass auch hier angedeutet geistliche Prinzipien zu finden sind. Denn das Wort für Ausdehnung oder auch Feste, das manchmal verwendet wird, im Hebräischen kommt es nicht so häufig vor. Und eines der wenigen Vorkommen, wo es noch verzeichnet ist, ist in Psalm 150 und dort Vers 1. Das heißt hier in Psalm 150, Vers 1: "Halleluja! Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn in der Ausdehnung seiner Macht!" Hier steht dasselbe Wort wie in 1. Mose 1, Vers 6. Lobt ihn in der Ausdehnung seiner Macht. Der Parallelismus macht deutlich, dass hier mit Ausdehnung seiner Macht das Heiligtum gemeint ist und im Grunde genommen das himmlische Heiligtum, wenn wir den Vers ganz genau anschauen.

[26:49] Wenn wir also die Schöpfungstage bisher anschauen, haben wir am ersten Schöpfungstag das Licht, das in die Finsternis hinein strahlt. Am zweiten Schöpfungstag dann die Himmelsausdehnung. Am ersten Schöpfungstag war das Licht ein Hinweis, ein Symbol auf das Evangelium, auf die Kraft, die in dem Evangelium ist, die die Finsternis vertreibt. Der zweite Schöpfungstag scheint also einen Hinweis zu enthalten auf das Heiligtum, auf die Art und Weise, wie Gott jetzt in dem Erlösungsplan weitergeht. Damit ist nicht gesagt, dass sozusagen die Schöpfung eine Prophezeiung auf die Erlösung ist, sondern vielmehr, dass die Erlösung nach Schöpfungsprinzipien funktioniert. Und wenn wir diese Schöpfungsprinzipien in den einzelnen Tagen deutlich verstehen und herausarbeiten, können wir umso deutlicher verstehen, wie Gott dann später in der Erlösung erneut auf die gleichen Prinzipien in derselben Reihenfolge zurückgegriffen hat. Und wir sehen hier also deutlich eine Verbindung zwischen dem zweiten Schöpfungstag und dem Heiligtum.

[27:50] Und es wird noch deutlicher, wenn wir uns jetzt den dritten Schöpfungstag anschauen und dort noch ein wenig verweilen wollen. Es heißt nämlich in 1. Mose 1, Vers 9 und 10: "Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an einen Ort, damit man das Trockene sehe! Und es geschah so. Und Gott nannte das Trockene Erde, aber die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war." Vorher war die Erde bedeckt mit Wasser und jetzt am dritten Tag schafft Gott das Trockene, indem er das Wasser zurücktreibt durch sein Wort und jetzt das Trockene sichtbar wird und das Wasser nur noch bis zu einem bestimmten Punkt kommen kann.

[28:34] Diese Tatsache, dass das Wasser jetzt nicht mehr überall hinfließen kann, sondern sozusagen eine Grenze bekommt, wird deutlich gezeigt in dem Vers in Sprüche 8, Vers 29. Schauen wir uns den gemeinsam an. Sprüche 8, Vers 29. Es heißt hier: "Als er dem Meer seine Schranke setzte, damit die Wasser seinen Befehl nicht überschritten, als er den Grund der Erde legte." Wie beschreibt hier das Gott am dritten Schöpfungstag dem Meer eine Schranke gesetzt hat und einen Befehl gegeben hat, der nicht überschritten, nicht übertreten werden konnte. Das ist ein interessantes Prinzip und wir wollen mit diesem Prinzip kurz weiter nachdenken, so wie es sich auch an anderen Bibelstellen offenbart, zum Beispiel in Jeremia 5.

[29:19] In Jeremia 5 wird auf denselben Umstand hingewiesen. Wir lesen in Jeremia 5, ab Vers 21. Jeremia 5, ab Vers 21 und dann bis Vers 25. "Höre doch dies, du törichtes Volk, ohne Einsicht, die ihr Augen habt und doch nicht seht, die ihr Ohren habt und doch nicht hört. Vers 22: Mich wollt ihr nicht fürchten, spricht der Herr, vor mir nicht erzittern, der ich dem Meer den Sand zur Grenze gesetzt habe, zur ewigen Schranke, die es nicht überschreiten darf. Wenn sie seine Wogen auch dagegen auflehnen, so sind sie doch machtlos; wenn sie auch toben, können sie sie nicht überschreiten." Gott bezieht sich noch einmal auf das Wasser, das nicht über den Sand hinaus kann, dem eine Grenze gesetzt worden ist, die das Meer nicht überschreiten darf. Und das vergleicht er jetzt mit dem Volk Israel, denn Vers 23 heißt es: "Aber dieses Volk hat ein halsstarkes, aufrührerisches Herz, sie haben sich abgewandt und sind davon gelaufen. Vers 24: Sie haben in ihren Herzen nicht gedacht: Wir wollen doch den Herrn, unseren Gott, fürchten, der den Regen gibt, Früh- und Spätregen zu seiner Zeit, der die bestimmten Wochen der Ernte für uns einhält. Eure Missetaten haben nichts verhindert und eure Sünden haben das Gute von euch zurückgehalten."

[30:49] Jeremia beschreibt hier das Volk, das durch die Sünde sich von Gott trennt und dessen Gebote übertritt. Er vergleicht es mit dem Meer, dem eine Schranke gesetzt ist und das Meer gehorcht, nicht aber das Volk. Und durch diesen Vergleich zwischen dem gehorsamen Meer, das die Schranke nicht übertritt, und dem Volk, das sich halsstarrig und widerspenstig gegen Gottes Gebote wehrt, können wir sehen, dass diese Schranke, die dem Meer gesetzt worden ist und die das Wasser vom Meer geschieden hat, dass hier ein Hinweis gegeben ist auf die Befehle, auf die Vorschriften Gottes, auf die Gebote Gottes, ja, auf sein Gesetz.

[31:36] Die Erschaffung des Trockenen führt uns ein Prinzip vor Augen, das dann auch im Gesetz Gottes deutlich wird, dass Gott nämlich Richtlinien und Grenzen zeigt, die nicht zu überschreiten sind, wenn es uns gut gehen soll. Es war absolut notwendig, dass das Wasser diese Grenzen nicht überschreitet, damit Wachstum jetzt möglich ist auf der Erde. Und es ist absolut notwendig, dass wir die Grenzen kennen, die Gott gibt, damit wir Wachstum erleben, wie es jetzt im zweiten Teil des dritten Schöpfungstages passiert ist.

[32:18] Denn wie der erste Tag, so ist auch der dritte Tag zweigeteilt. Das heißt jetzt in Offenbarung, Verzeihung, in 1. Mose 1, Vers 11, 12 und 13: "Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras sprießen und Gewächs, das Samen hervorbringt, fruchttragende Bäume auf der Erde, von denen jeder seine Früchte bringt nach seiner Art, in denen ihr Samen ist! Und es geschah so. Und die Erde brachte Gras und Gewächs hervor, das Samen trägt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte bringen, denen ihr Samen ist nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war. Es wurde Abend und es wurde Morgen, der dritte Tag."

[33:03] Im Zusammenhang mit der Schaffung dieser Grenze schafft Gott jetzt die Pflanzen und mit ihnen ein wichtiges Prinzip, nämlich das Prinzip des Wachstums. Diese Pflanzen, diese Vegetation sind offensichtlich ebenfalls Gleichnisse für Prinzipien, die Gott auch in der Erlösung angewendet hat. Wir haben ja in den letzten drei Monaten, in einem ganzen Quartal uns ausführlich damit beschäftigt. In diesem Quartal, das hieß "Wachstum in Christus", "Wachstum in Christus". Und wir wollen nicht all diese Punkte wiederholen. Wir wollen nur ganz kurz darauf hinweisen, dass Jesus in vielen seiner Gleichnisse auf die Pflanzen sich bezogen hat.

[33:47] Zum Beispiel in Matthäus 13. Matthäus 13, wir werden nicht alle Verse lesen, nur einige. In Matthäus 13, Vers 3, da heißt es in Matthäus 13, Vers 3: "Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Seemann ging aus, um zu säen." Dann werden die verschiedenen Böden beschrieben und die verschiedenen Situationen der Pflanzen, die mit verschiedenen Umständen zu kämpfen haben. Und in Vers 8 heißt es dann: "Anderes aber fiel auf das gute Erdreich und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig, etliches dreißigfältig." Aber dass Jesus hier nicht einfach nur eine Anweisung gibt, wird deutlich, wenn wir die Auslegung hören, in Vers 18 und 19. Das heißt in Vers 18 und 19: "So hört nun ihr das Gleichnis vom Seemann. Auf jedem, der das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät ist; das ist der, bei dem es an den Weg gestreut war." Und so weiter und so fort. Jesus zeigt ganz deutlich, dass dieses Wachstum der Pflanzen ein Symbol ist, ein Gleichnis ist für das Reich Gottes.

[34:50] So können wir es auch sehen in Vers 24. Matthäus 13, Vers 24: "Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker sät." Und dann kommt dieses berühmte Gleichnis von Unkraut und Weizen. Noch ein anderes berühmtes Gleichnis, das ist das in Markus 4, was wir gelesen haben. In Markus 4, Vers 26 bis 29. Wir haben es so oft gelesen in den letzten Wochen, wir wollen es noch einmal lesen. Markus 4, Vers 26 bis 29: "Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen auf die Erde wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Samen keimt und geht auf, ohne dass er weiß. Denn die Erde trägt von selbst Frucht: zuerst den Halm, danach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber die Frucht es zulässt, schickt er sogleich die Sichel hin, denn die Ernte ist da."

[35:43] Eines der entscheidenden Kriterien an diesem Prinzip des dritten Schöpfungstages ist das Prinzip des Wachstums. Wenn wir also an den ersten Schöpfungstag denken, an das Evangelium, an den zweiten Schöpfungstag, das Heiligtum, und an den dritten Schöpfungstag, das Gesetz, dann sollten wir am dritten Tag auch an das Wachstum denken, das eben nur möglich ist in den Grenzen des Gesetzes Gottes. Gott möchte, dass wir in unserem Charakter wachsen. Das Wachstum der Pflanzen hin zu einer Frucht stellt unser Wachstum hin zu einem Charakter, der beschrieben ist in Galater 5, Vers 22.

[36:34] In Galater 5, Vers 22 wird diese Charakterfrucht beschrieben. Dort heißt es: "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung." Das ist das Ziel. Und so können wir sehen, dass Gott mit der Erschaffung der Pflanzen Prinzipien uns zeigt, die auch in der Charakterumwandlung im Evangelium wichtig sind. Das Evangelium besteht nicht nur aus der plötzlichen Erkenntnis, dass Jesus für mich gestorben ist. Es besteht dann auch in weiteren Schritten in dem Wachstum in Christus hin zu einer Frucht, von der es dann sogar heißt, dass die Frucht in sich selbst einen Samen hat.

[37:19] Der Same, so sagt uns Lukas 8, das ist nicht im Sendemanuskript enthalten, in Lukas 8, Vers 11, dort heißt es: "Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes." Und wenn wir selbst wachsen und Frucht bringen, dann ist in uns sozusagen die Kapazität vorhanden. Gott legt in uns hinein die Fähigkeit, auch mit anderen das Wort Gottes zu teilen. Und darüber, wenn wir uns mehr unterhalten, wenn wir nächste Woche den vierten bis siebten Schöpfungstag genau unter die Lupe nehmen, wir werden sehen, wie dort dann diese Gedanke aufgegriffen wird und wie jeder einzelne Schöpfungstag uns Prinzipien zeigt, die, wenn man sie aneinander reiht, uns den kompletten Plan der Erlösung vor Augen führen.

[38:06] Der Charakter, der beschrieben ist in Galater 5, Vers 22, ist das Ziel des Evangeliums und das hat dann auch äußere Wirkung. In Kolosser 1, Vers 10 wird uns gezeigt, dass das nicht nur eine innere Angelegenheit, sondern auch eine äußere Angelegenheit ist. Kolosser 1, Vers 10 sagt: "Damit ihr des Herrn würdig wandelt und ihm in allem wohlgefällig seid, in jedem guten Werk fruchtbar und in der Erkenntnis Gottes wachsend." Gott möchte, dass wir wachsen in seiner Erkenntnis. Ein sehr wichtiges Thema. Wer ist Gott? Und wenn wir die Schöpfung uns betrachten, wenn wir an den Dingen, die Gott gemacht hat, Prinzipien erkennen, die er dort hineingelegt hat, dann werden wir mehr und mehr von ihm verstehen.

[39:02] Das Studium der Schöpfung soll nicht nur dazu führen, dass wir sagen: Naja, wir sind immer noch davon überzeugt, dass es 24 Stunden waren, jeder Tag. Es soll uns dazu führen, dass wir die Prinzipien, die Gott hinterlegt hat, erkennen, um dann fruchtbar zu sein in was? In jedem guten Werk, nicht nur im innerlichen Charakter, sondern dann auch äußerlich in guten Werken. Gott möchte, dass wir gute Werke tun, und gute Werke sind der Beweis für ein gesundes Glaubenswachstum.

[39:28] Wie sieht es aus in deinem Leben? Bist du gewachsen in den letzten Wochen und Monaten in Christus? Bist du fruchtbar in guten Werken anderen gegenüber? Ich denke, das Studium der Schöpfung kann uns auch dazu führen, dass wir uns selbst hinterfragen und uns die Frage stellen: Erlebe ich in meinem Leben diese Schöpfungsprinzipien? Wenn ich als Christ glaube, dass Jesus mir ein neues Herz schaffen kann, so wie David im Psalm 51 betet: "Herr, schaffe mir ein neues Herz", dann darf ich auch glauben, dann muss ich auch glauben, dass Gott die gleichen Prinzipien anwendet, die er auch am ersten, zweiten und dritten Schöpfungstag angewandt hat.

[40:14] Das Licht, das die Finsternis vertreibt im Angesicht Jesu Christi, wenn ich das Leben Jesu betrachte und meine Lehre gefüllt wird mit Freude und mit Licht. Die Himmelsausdehnung, die uns zeigt, dass es ein himmlisches Heiligtum gibt, in dem Jesus unser Hoherpriester ist. Die Erschaffung des Trockenen, der Grenze zwischen Meer und Wasser, zwischen Meer und Erde, die zeigt, dass es Grenzen gibt, die wir nicht zu überschreiten haben, damit dann Wachstum möglich ist, wie wir es an den Pflanzen sehen, die Schritt für Schritt wachsen, so wie auch wir wachsen sollen im Glauben und immer fruchtbarer werden sollen, um gute Werke zu tun und einen Charakter zu entwickeln, der ganz, ganz wichtig ist.

[40:54] Und als letzter Vers von heute wollen wir Jesaja 61 anschauen. Jesaja 61, Vers 11, wo dieses Prinzip des Wachstums auf den Punkt gebracht wird. Jesaja 61, Vers 11, da heißt es: "Denn gleich wie das Erdreich sein Gewächs hervorbringt" – hier ist fast dieselbe Sprache verwendet wie im dritten Schöpfungstag – "und ein Garten seinen Samen sprossen lässt, so wird Gott der Herr Gerechtigkeit und Ruhm hervorsprossen lassen vor allen Heiligen Völkern." Die Bibel macht das ganz deutlich: Genau so, wie Gott die Pflanzen hervorsprießen ließ am dritten Schöpfungstag und auch immer noch hervorsprießen lässt, genau so bringt Gott Gerechtigkeit hervor. Und Gerechtigkeit hat zu tun mit dem Gehorsam, oder ist der Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes.

[41:50] Ist es also ein Wunder, dass Gott am dritten Schöpfungstag sowohl das Trockene schuf und auch die Pflanzen, Symbol für die Grenzen, die Gott setzt in seinem Gesetz, als auch das Wachstum, das zur Gerechtigkeit führt. Wir können sehen, dass die Schöpfung ein unheimlich gut durchdachtes Ereignis war. Und wir haben nur die ersten drei Tage angeschaut und schon jetzt tolle Prinzipien entdeckt, die in der Erlösung wiederverwendet werden. Und je besser wir die Schöpfung verstehen, je besser wir die Prinzipien in der Schöpfung begreifen, die sich alle buchstäblich, nicht allegorisch, buchstäblich in 24-Stunden-Tagen ereignet haben, dann werden wir auch verstehen und glauben, was Gott in der Lage ist in unserem Leben zu tun.

[42:34] Wer im Schöpfungsbericht zweifelt, hat bald keinen Grund mehr, auf den er bauen kann, wenn es um seine Erlösung geht. Wer aber den Schöpfungsbericht ernst nimmt, ihm glaubt und ihn immer besser versteht, wird immer besser verstehen, wie Gott auch in seinem Leben, Punkt für Punkt, Schritt für Schritt die Erlösung vorantreibt und realisiert.

[42:55] Die Frage, die wir heute stellen wollen, lieber Freund, liebe Freundin: Möchtest du, dass in deinem Herzen, in deinem Leben sich diese Schöpfungsprinzipien, die wir heute angeschaut haben, sich realisieren? Dass Gott, so wie er damals Schritt für Schritt schaffen konnte, dass er auch in deinem Leben Schritt für Schritt seine schöpferische Macht entfalten kann? Dass er mit dem Licht des Evangeliums deine Finsternis, dein Chaos, deine Leere vertreiben darf? Dass er durch die Lehre des Heiligtums dir zeigen kann, was himmlisch ist und was irdisch ist? Und dass er durch sein Gesetz dir zeigt, was nicht zu übertreten ist, was nicht zu überschreiten ist, wo die Grenzen sind für unser Leben, damit wir echtes Wachstum erleben können hin zu der Gerechtigkeit, die Gott für uns vorbereitet hat.

[43:43] Gott segne dich in deinen Entscheidungen und wir sehen uns nächste Woche, wenn wir die nächsten Schöpfungstage betrachten wollen, Schöpfungstag 4 bis 7 und sehen wollen, wie Gott die Schöpfung vollendet hat, damit wir verstehen können, wie Gott auch die Erlösung in uns vollenden wird. Denn Gott kommt zum Schluss nicht nur in der Schöpfung, sondern auch in der Erlösung. Das werden wir nächste Woche anschauen. Dazu seid ihr herzlich eingeladen hier auf joel-media-tv.de. Gottes Segen euch und viel Freude beim Studium seines Wortes. Amen.


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