[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Schön, dass ihr eingeschaltet habt auf www.joel-media.tv.de und schön, dass ihr auch zuschaut auf www.ad-tv.info. Herzlich willkommen zu unserer dritten Folge der Serie Ursprung und Anfang, wo wir uns ganz intensiv mit dem biblischen Schöpfungsbericht und seinen Implikationen für unseren Glauben und für das Evangelium beschäftigen wollen und auch schon getan haben in den ersten beiden Folgen.
[1:43] In dieser dritten Folge, die überschrieben ist mit dem Titel Die Vollendung der Schöpfung, bereiten wir uns vor für das Bibelgespräch am 19. Januar. In der letzten Woche haben wir uns die ersten drei Schöpfungstage ganz explizit angeschaut und genau untersucht, welche Prinzipien wir dort in diesen Schöpfungstagen entdecken können. Wir haben zunächst einmal genau festgestellt, wie das da tatsächlich stattgefunden hat. Wir haben gesehen, das sind buchstäbliche Schöpfungstage, keine langen Zeiträume, keine Metaphern, sondern es ist ein buchstäblicher Bericht in 1. Mose 1. Und aus diesem buchstäblichen Bericht, aus diesem tatsächlichen Geschehen an diesen 24-Stunden-Tagen können wir Prinzipien herausziehen, die uns helfen zu verstehen, warum Gott das so gemacht hat. Denn Gott hat immer einen Zweck bei dem, was er tut und auch wenn wir das nicht bis ins Letzte ergründen können, ist es doch faszinierend, da ein bisschen hineinzuschauen in die Werkstatt Gottes. Und damit wollen wir auch in dieser Woche weitermachen. Wir wollen uns weitere Schöpfungstage anschauen, nämlich die Schöpfungstage 4 bis 7 und sehen, wie Gott das gemacht hat oder zumindest andeutungsweise, was Gott dort gemacht hat und was wir daraus lernen können, warum es wichtig ist, daran zu glauben, dass es so gewesen ist.
[2:52] Wie gerade angedeutet, wollen wir mit dem vierten Schöpfungstag beginnen und das ist aufgeschrieben in 1. Mose 1, ab Vers 14. In 1. Mose 1, und dort ab Vers 14, lesen wir: "Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Himmelsausdehnung sein, zur Unterscheidung von Tag und Nacht, die sollen als Zeichen dienen und zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und Jahre, und als Leuchten an der Himmelsausdehnung, dass sie die Erde beleuchten. Und es geschah so. Und Gott machte die zwei großen Lichter, das große Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht, dazu die Sterne. Und Gott setzte sie an die Himmelsausdehnung, damit sie die Erde beleuchten und den Tag und die Finsternis beherrschen und Licht und Finsternis scheiden, und Gott sah, dass es gut war. Und es wurde Abend und es wurde Morgen, der vierte Tag."
[3:51] Wir haben hier also die Himmelskörper, die Gott geschaffen hat: Sonne, Mond und Sterne. Und manch einer kann nicht glauben, dass die Sonne, Mond und Sterne erst hier am vierten Schöpfungstag geschaffen worden sind, wo es doch heißt, dass Gott am ersten Tag sagte: "Es werde Licht." Nun, aber das ist kein Widerspruch, denn Gott braucht weder die Sonne noch die Sterne und schon gar nicht den Mond, um Licht leuchten zu lassen. Offensichtlich hat Gott drei Tage lang Licht auf die Erde scheinen lassen ohne Sonne, ohne Mond und ohne Sterne. Das zeigt uns zweierlei: Erst einmal ist Gott natürlich souverän und es zeigt uns auch, dass Sonne, Mond und Sterne eigentlich eine besondere Aufgabe haben, nämlich nicht so sehr das Licht zu produzieren, sondern vielmehr das Licht zu tragen, das eigentlich schon vorher da war. Eine Sache wird ganz deutlich in diesem Schöpfungsbericht: Das Licht war vor dem Lichtträger da. Und ich glaube, da ist ein unglaubliches Prinzip dahinter. Wir haben ja schon einiges über das Licht in seinem symbolischen Kontext oder metaphorischen Kontext gesehen in der letzten Folge und hier können wir nochmal darüber nachdenken, dass das Licht vor dem Lichtträger ist und wir werden das gleich noch ausführlicher studieren. Es sei darauf hingewiesen, dass wenn es hier heißt in Vers 14: "Es sollen Lichter an der Himmelsausdehnung sein", dann ist dort nicht dasselbe Wort für Lichter verwendet wie in 1. Mose 1, Vers 3, wo es heißt: "Es werde Licht." Das Wort, das hier im Hebräischen verwendet wird, ist dasselbe Wort, das dann auch immer verwendet wird für den siebenarmigen Leuchter im Heiligtum. Das ist eine interessante Parallele, über die man weiter nachdenken kann.
[5:31] Wollen wir ganz kurz anschauen, was die Bibel sagt über die Himmelskörper und ihren Auftrag in der Schöpfung. In Psalm 19, und dort Vers 2-7, da lesen wir das Folgende: "Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und die Ausdehnung, das ist dieses Firmament der Himmel, und die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände." Das heißt, wenn wir in den Himmel schauen und uns betrachten, was dort im Himmel zu sehen ist, dann lernen wir etwas von der Herrlichkeit Gottes, sagt uns die Bibel. In Vers 3 heißt es: "Es fließt die Rede Tag für Tag, Nacht für Nacht tut sich die Botschaft kund. Es ist keine Rede und es sind keine Worte, deren Stimme unhörbar wäre. Ihre Reichweite erstreckt sich über die ganze Erde und ihre Worte bis an das Ende des Erdkreises. Er hat der Sonne am Himmel ein Zelt gemacht." Jetzt geht es ganz besonders um dieses große Licht, das den Tag regiert, "und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, die Bahn zu durchlaufen. Sie geht an einem Ende des Himmels auf und läuft um bis ans andere Ende und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen."
[6:42] Der Psalmschreiber beschreibt hier den Blick an den Himmel und sagt: Durch diesen Blick an den Himmel können wir etwas von der Herrlichkeit Gottes lernen. Er sagt sogar, diese Himmelskörper sprechen zu uns. Er sagt hier: "Die Worte gehen bis ans Ende des Erdkreises, die Reichweite erstreckt über die ganze Erde." Überall auf der Erde, egal wo man schaut, kann man etwas hören, sozusagen. Nun, das kann kein physikalisches Hören sein, was er hier meint, denn Sonne, Mond und Sterne sprechen nicht physisch zu uns. Also gibt es eine Botschaft sozusagen, die diese Himmelskörper aussenden, die trotzdem wahrnehmbar ist. Und das ist deswegen interessant, weil Paulus aus diesem Psalm 19 zitiert und dieses Prinzip, dass hier Himmelskörper als Lichtträger eine Botschaft an der ganzen Welt verkünden, das überträgt jetzt auf den geistlichen Bereich, dieses Prinzip.
[7:42] Wir haben ja schon gesehen, in den ersten drei Schöpfungstagen, diese Prinzipien in der Schöpfung lassen sich übertragen auf das Evangelium, weil der Schöpfungsevangelium nach gleichen Prinzipien funktioniert. Wir wollen dieses Prinzip jetzt im geistlichen Bereich studieren. Das heißt hier in Römer 10, Vers 17 und 18, sehr bekannte Verse. Römer 10, Vers 17 und 18: "Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung. Die Verkündigung aber durch Gottes Wort." Hier geht es also um die Verkündigung, Gottes Wort wird gepredigt und dadurch entsteht Glaube bei denen, die es hören. Und dann sagt er in Vers 18: "Aber ich frage: Haben sie etwa nicht gehört? Doch. Ja." Und jetzt zitiert er Psalm 19 und sagt: "Ihr Schall ist ausgegangen über die ganze Erde und ihre Worte bis ans Ende des Erdkreises." Wir sehen hier also, wie Paulus die Verkündigung von Sonne, Mond und Sterne, diese poetische Verkündigung, die der Psalmdichter beschreibt, verknüpft mit der tatsächlichen Evangeliumsverkündigung durch das Wort Gottes, wenn es gepredigt wird und andere Menschen zum Glauben kommen.
[8:47] Es lohnt sich also darüber nachzudenken, dass hier in dem vierten Tag Gott mit der Schaffung von Sonne, Mond und Sterne ein Prinzip uns deutlich macht, dass das Licht, was schon lange da war, jetzt an bestimmte Körper gegeben wird, die jetzt die Aufgabe haben, dieses Licht auf der Erde zu scheinen und es ihnen sozusagen anvertraut wird. Und diesen Gedanken, dass das Licht anvertraut wird einem Körper, einer bestimmten Person, das findet sich auch im geistlichen Bereich. Wir können das gemeinsam nachlesen in 2. Korinther 4, Vers 6 und 7. 2. Korinther 4, Vers 6 haben wir letzte Woche schon angeschaut, als es um den ersten Schöpfungstag ging. Wir können das hier nochmal wiederholen. In 2. Korinther 4, Vers 6 steht diese berühmte Vers: "Denn Gott hat ihm Licht geboten, aus der Finsternis hervorzuleuchten." Haben wir ausführlich studiert, dass diese Finsternis damals am ersten Schöpfungstag, dieses Chaos war, dieses Tohuwabohu, die Finsternis, und dass Gott durch sein Wort, "Es werde Licht", dort Licht geschaffen hat. Das heißt, er hat dem Gott, der dem Licht geboten, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unserem Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.
[10:00] Wir haben gesehen, dieser erste Schöpfungstag stellt ein Prinzip dar, wie Gott in der Lage ist, in die Finsternis, in ein Licht zu bringen, in das Chaos Ordnung, und zwar durch Jesus Christus, durch das Evangelium. Dieses Licht wird ja in 2. Korinther 4, Vers 4, als Evangelium bezeichnet. Aber jetzt schauen wir wieder, wie der Paulus in 2. Korinther 4 weitergeht, nämlich zu Vers 7. Es heißt in Vers 7: "Wir haben aber diesen Schatz." Jetzt, welchen Schatz meint er? Offensichtlich den Schatz, von dem er ein Vers vorher gesprochen hat. Dieser Schatz ist das Licht, das die Menschen sehen, wenn es in ihr Herz kommt. Er sagt: "Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen." Der Schatz, das Licht wird in ein Gefäß gegeben, in einen Hohlkörper sozusagen. Und dann sagt er etwas sehr Wichtiges: "Damit die überragende Kraft von Gott sei und nicht von uns." Dieser Schatz des Evangeliums war vor den Aposteln da. Das Evangelium ist den Aposteln gegeben worden, damit sie es jetzt weiter verbreiten, aber die Kraft kommt nicht aus den Aposteln. Das Evangelium war schon da, sie sind nur das Instrument in der Hand Gottes, um das Evangelium weiterzugeben.
[11:19] Jesus sagt: "Ich bin das Licht der Welt." Aber er sagt auch: "Ihr seid das Licht der Welt." Und hier haben wir genau dieses Prinzip. Jesus ist das Licht der Welt im Sinne wie des ersten Schöpfungstages und wir sind so wie Sonne, Mond und Sterne letztendlich, wenn ich die Körper dieses Lichtern bekomme, denen es anvertraut ist, um es auf die Erde zu geben. Und die Bibel sagt ja, dass durch diese Lichter die Menschen in der Lage sein sollten, die Zeiten zu erkennen.
[11:50] Wir wollen diesen Gedanken noch ein bisschen weiterspielen und sehen, dass tatsächlich die Bibel sowohl Sonne als auch Sterne verwendet, um uns Gläubige, die das Evangelium verstanden haben, zu beschreiben. Ein erstes Beispiel findet sich in Richter 5. In Richter 5, in diesem grandiosen Siegeslied der Deborah, finden wir ganz am Ende in Richter 5, Vers 31: "So müssen alle deine Feinde umkommen, oh Herr." Und dann heißt es: "Die aber ihn lieben, sollen sein wie die Sonne, wenn sie aufgeht in ihrer Macht." Die Menschen, die Gott lieben, die die Liebe Gottes, die sich am Kreuz von Golgatha gezeigt hat, in ihr Herz aufnehmen und dem Licht erlauben, die Finsternis zu vertreiben, sie selbst werden sein wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht.
[12:45] Ein anderes Beispiel, ganz ähnlich gelagert, findet sich in Matthäus 13, und dort Vers 43. Dann heißt es: "Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters." "Wer Ohren hat zu hören, der höre." Man könnte sich fast Gedanken machen, dass Jesus hier in gewisser Weise anspielt auch auf Psalm 19, wo es ja auch heißt, dass Sonne, Mond und Sterne mit ihrem Kurs um die Erde eine Botschaft bringen, die gehört werden kann, aber eben nicht mit physikalischen Ohren, sondern mit geistlichen Ohren. Nicht nur die, oder anders gesagt, die, die ihn lieben, werden sein wie die Sonne, die Gerechten werden leuchten wie die Sonne im Reich des Vaters. Das zeigt, dass die Liebe zu Gott immer mit Gerechtigkeit zu tun hat. Das wäre ein eigenes Thema für sich. Aber hier sehen wir, dass tatsächlich diese Himmelskörper in ihrer symbolischen Bedeutung etwas zu tun haben mit dem Menschen, der das Evangelium angenommen hat. Gott liebt, ein gerechtes Leben lebt und es anderen weitergibt.
[13:56] Diesen Gedanken der Mission oder des Weitergebens des Evangeliums kommt am deutlichsten zum Tragen vielleicht in Daniel 12, Vers 3. Daniel 12, und dort Vers 3. Dort sagt die Bibel: "Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung." In einem weiteren Vers später, wir können das kurz lesen, in Vers 10 heißt es: "Viele werden gesichtet, gereinigt und geläutert werden, und die Gottlosen werden gottlos bleiben und kein Gottloser wird es verstehen, aber die Verständigen werden es verstehen." Das heißt, die Verständigen aus Daniel 12, Vers 3 sind diejenigen, die Daniel, die Prophezeiung verstehen. Also diejenigen, die die prophetische Botschaft, das prophetische Wort aus Daniel begreifen, die Verständigen, werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung. Und genau das war ja am vierten Tag geschehen, dass Gott an die Himmelsausdehnung Lichter gesetzt hat. "Verständige werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne, immer und ewig."
[15:06] Wir nennen uns, dass am ersten Schöpfungstag das Prinzip deutlich wurde, dass dann später auch im Evangelium, in der Gnade, die sich uns erweist, deutlich wird, dass Jesus von uns gestorben ist. Am zweiten Schöpfungstag hatten wir Parallelen gesehen zum Heiligtum. Am dritten Schöpfungstag, da wurden Prinzipien deutlich, die dann später auch auf das Gesetz Gottes zu treffen und auf das Wachstum im Charakter. Und jetzt kommt der nächste logische Schritt, denn das Wachstum im Charakter, das Wachstum der Pflanzen, hat ja dazu geführt, dass die Pflanzen eine Frucht bringen, die ein Samen ist. Und ein Samen ist zum Ausstreuen gedacht. Das heißt, dieses Weitergeben ist jetzt der nächste logische Schritt. Und so schafft Gott am vierten Tag Himmelskörper, denen er das Licht gibt, damit sie es weitergeben. Und so sehen wir, wie auch dieser vierte Schöpfungstag eine besondere Rolle hat.
[15:59] Und wenn wir noch einmal diesen Bericht lesen in 1. Mose 1, und noch einmal darauf achten, dass hier steht in 1. Mose 1, Vers 14: "Es sollen Lichter in der Himmelsausdehnung sein zur Unterscheidung von Tag und Nacht. Die sollen als Zeichen dienen zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und der Jahre." Wenn wir wissen wollen, wie spät es ist, wenn wir wissen wollen, zu welcher Zeit des Jahres wir leben, dann schauen wir zu den Himmelskörpern, die durch ihre Rotation und ihren Kurs uns genau zeigen, wo in welcher Phase des Jahres oder eines bestimmten Zeitaufstandes wir uns befinden. Und in der gleichen Art und Weise sollen diejenigen, die das Licht des Evangeliums angenommen haben und es weitergeben, der Welt zeigen, in welcher Zeit und Stunde der Weltgeschichte wir leben. Es ist unsere Aufgabe, als die Sterne dieser Welt, als die Sonne dieser Welt, im übertragenen Sinne, so wie Jesus und auch Demogras gesagt haben, deutlich zu machen, an welcher Phase der Weltgeschichte wir uns befinden. Und das wird nur dann möglich, wenn wir, so wie Daniel 12, Vers 3 sagt, wir wissen, was die Prophetie sagt. Wenn wir die Prophetie verstehen, sind wir in der Lage, ein deutliches Zeichen zu setzen, wo wir stehen, was kommen wird. Und damit werden wir dann viele zur Gerechtigkeit weisen können. Die Gerechtigkeit natürlich ein Hinweis auf Jesus Christus. Wir wollen andere Menschen zu Jesus bringen.
[17:30] Kommen wir jetzt zum fünften Tag. In 1. Mose 1, Vers 20 und 21 werden uns die Ereignisse des fünften Schöpfungstages berichtet. Es heißt dort: "Und Gott sprach: Das Wasser soll wimmeln von einer Fülle lebender Wesen. Und es sollen Vögel dahinfliegen über die Erde an der Himmelsausdehnung. Und Gott schuf die großen Meerestiere und alle lebenden Wesen, die sich regen, von denen das Wasser wimmelt, nach ihrer Art dazu, allerlei Vögel mit Flügeln nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war."
[18:12] Nun, der fünfte Schöpfungstag ist vielleicht der von allen am meisten vernachlässigte. Und es ist vollkommen klar, dass wir eine Sonne brauchen, dass wir Pflanzen brauchen, dass wir überhaupt das Licht brauchen, dass wir Luft zum Atmen, eine Atmosphäre brauchen. Das ist alles lebensnotwendig. Und der sechste Schöpfungstag ist der Tag, wo wir dann auch besonders intensiv darüber nachdenken. Aber der fünfte fällt manchmal ein bisschen beiseite, weil die Wassertiere und die Vögel schön, dass sie da sind. Aber was genau ist jetzt so der Punkt? Warum hätte man die nicht auch gleich mit den Landtieren zusammen schaffen können?
[18:46] Eins wird auf jeden Fall ganz deutlich: Das Prinzip, das am fünften Schöpfungstag jetzt zum ersten Mal zum Tragen kommt, ist das Prinzip lebender Wesen. Zum ersten Mal schafft Gott etwas, was den Titel in der Bibel "lebendes Wesen" bekommt. Und interessanterweise ist der Begriff, der für lebendes Wesen verwendet wird, derselbe Begriff, der dann in 1. Mose 2 Vers 7 verwendet wird. 1. Mose 2 Vers 7 heißt es: "Da bildet Gott der Herr den Menschen Staub von der Erde und blies den Odem des Lebens in seine Nase. Und so wurde der Mensch eine lebendige Seele." Viele Menschen glauben, dass der Mensch eine lebendige Seele in sich trägt, eine unsterbliche Seele, die von dem Körper zu trennen ist. Aber das ist ganz falsch. Aus vielerlei Gründen. Aber dieser Vers schon in 1. Mose 1 Vers 20 macht deutlich, dass das Wort "Nefesch" ja nicht eine Seele im transzendenten Sinne meint, sondern einfach ein lebendiges Wesen. Ein Körper, der lebt, der atmet, der pulsiert. Ein Körper, der lebensfähig ist. Das ist genauso, wie die Tiere einfach lebende Wesen sind, so sind auch Menschen lebende Wesen. Aber dazu ein andermal noch mehr.
[20:14] Es ist jedenfalls interessant, dass dieser fünfte Schöpfungstag uns jetzt zeigt, dass hier Leben geschaffen worden ist und mit einem bestimmten Prinzip jetzt verbunden wird, dass es sich lohnt, ein wenig genauer anzuschauen. Nämlich in Vers 22 finden wir etwas, was es an den ersten vier Schöpfungstagen ebenfalls nicht gegeben hat. Und durch diese Struktur kann man später sehen, dass die Schöpfungstage so ein bisschen eingeteilt werden können in 4, 2, 1. Da gab es vier Tage, in denen mehr oder weniger Dinge geschaffen worden sind, die zur unbelebten Natur zählen oder jedenfalls keine lebendigen Wesen sind. Dann haben wir zwei Schöpfungstage mit lebendigen Wesen und dann haben wir den einen besonderen Tag, auf den wir noch zu sprechen kommen. Das ist deswegen interessant, weil in der Offenbarung diese 4, 2, 1-Muster immer wieder eine Rolle spielen in den Posaunen, in den Siegeln, vor allem aber auch in den Plagen. Und dort auch immer wieder verknüpft es sich mit Schöpfungssprache. Das aber nur als Hinweis für die Prophetiebegeisterten unter den Zuhörern.
[21:19] In 1. Mose 1, Vers 22 kommt jetzt dieser Punkt, der zum ersten Mal hier am 5. Schöpfungstag erwähnt wird. Nämlich in Vers 22 heißt es: "Und Gott segnete sie, indem er sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf der Erde."
[21:39] Zum ersten Mal haben wir in der Bibel hier einen Segen. Es lohnt sich, da kurz einmal einen Stopp zu machen, eine Pause einzulegen, darüber nachzudenken. Es ist der erste Segen der Bibel, den Gott ausspricht. Nicht über einen Menschen, nicht über ein Haus oder eine Nation, sondern über Vögel und Fische. Ein Segen. Und dieser erste Segen definiert per Definition sozusagen, was eigentlich der Inhalt von Segen ist. Wir wissen ja, dass im Bibelstudium das erste Vorkommen einer Sache, eines Wortes, eines Konzeptes oftmals in aller Regel den Grund legt, auf dem dann später andere Kapitel, andere biblische Schreibe nur noch aufbauen. Wenn wir also dieses große Thema des Segens Gottes besser verstehen wollen, dann müssen wir eigentlich hier am 5. Schöpfungstag bei den Fischen und Vögeln anfangen.
[22:30] Was hat es mit dem Segen Gottes auf sich? Wenn wir das genau anschauen, was hier in dem Text steht, dann ist der Segen eine sehr einfach zu verstehende Sache. Nämlich, der Segen besteht in Fruchtbarkeit und in Vermehrung. Segen besteht darin, dass etwas mehr wird, dass es fruchtbar ist und dass es zur Fülle kommt. Das sind die drei Elemente, die wir hier in Vers 22 entdecken können. Und interessanterweise lassen sich natürlich auch hier wieder diese Prinzipien der Schöpfung übertragen auf den geistlichen Bereich.
[23:08] Zum Beispiel in Psalm 107, das sind jetzt nur einige ausgewählte Beispiele. In Psalm 107, Vers 38. Psalm 107, Vers 38, da heißt es: "Und er segnete sie, dass sie sich stark mährten, und auch ihr Vieh ließ er nicht wenig sein." Hier spricht der Psalmschreiber von dem Volk Israel, das durch die Wüste marschiert und von Gott gesegnet wurde. Und wo bestand der Segen? Dass sie sich stark mährten sogar. Und zwar nicht nur sie, sondern auch das Vieh. Gottes Segen hat damit zu tun, dass etwas mehr wird, dass es wächst. Das haben wir schon am dritten Schöpfungstag kennengelernt. Gott ist ein Gott, der an Wachstum, an Mehrwerden interessiert ist. Und zwar nicht nur im äußerlichen, sondern auch vor allem im innerlichen, im geistlichen. Aber durchaus auch im äußerlichen. Das Volk Israel ist nicht nur geistlich gewachsen, es ist auch buchstäblich, numerisch gewachsen.
[24:15] Und das ist auch ein wichtiges Prinzip, wenn wir jetzt sozusagen vom vierten zum fünften Schöpfungstag gehen. Wenn wir uns daran erinnert haben, im vierten Schöpfungstag ging es ja darum, das Licht weiterzugeben. Und hier am fünften Schöpfungstag sehen wir jetzt das Prinzip des Segens, der Vermehrung, des Vollwerdens. Und das ist ein schönes Prinzip, denn Gott möchte, dass wir das Evangelium weitergeben, tatsächlich wir auch numerisch wachsen. Natürlich zunächst einmal primär geistlich, aber auch numerisch. Gott möchte, dass da mehr hinzukommt. Er wünscht sich Fruchtbarkeit, sowohl im geistlichen als auch im buchstäblichen Sinne.
[24:53] Was natürlich die Frage aufwirft, woran liegt es, dass dieser Segen nicht immer zu sehen ist? Oder dieser Segen sich nicht immer realisiert? Die Antwort ist ganz einfach: Der Segen Gottes hängt an Bedingungen, vor allem an einer entscheidenden Bedingung, die wir in 3. Mose 26 und dort Vers 3 betrachten können. 3. Mose 26 und dort Vers 3. Das heißt es, und darauf das erste Wort kommt an. Das erste Wort ist nämlich: "Wenn." Und "Wenn" sagt ganz deutlich, nur dann, wenn diese Bedingung erfüllt ist, dann werden auch all die Segnungen kommen, die jetzt im restlichen Kapitel oder zumindest in der ersten Hälfte des Kapitels beschrieben werden. "Wenn."
[25:44] Der Segen Gottes, der in so viel Reichtum und Fülle und Zunahme besteht, hängt an einer entscheidenden Bedingung. "Wenn." Das heißt in Vers 3: "Wenn ihr nun in meinen Satzungen wandelt und meine Gebote befolgt und tut." Gott ist ganz deutlich. Er sagt, die Bedingung für Segen ist Gehorsam. Nur wenn wir in den Satzungen Gottes wandeln, das heißt in unserem Lebenswandel, in den Schritten, die wir jeden Tag tun, innerhalb der Satzungen Gottes bleiben, dem Folgen, was die Bibel sagt, in unserem alltäglichen Leben so leben, dass wir sagen können, wir leben in den, wir wandeln in den Satzungen der Bibel. Nur wenn wir dem Geboten Gottes Folge leisten und das tun, was Gott sagt, nur dann kann Gott uns segnen. Das ist ein sehr wichtiges Prinzip. Gott macht das sehr deutlich.
[26:38] Und dann werden einige Besonderheiten des Segens erwähnt, mehr als wir jetzt Zeit haben aus hierzu zu analysieren. Aber auch dieses Prinzip aus dem 5. Schöpfungstag wird ganz deutlich gesagt, nämlich in Vers 9. Es heißt hier: "Und ich will mich euch zuwenden und euch fruchtbar machen und mehren und meinen Bund mit euch aufrechterhalten." Hier kommt noch ein Prinzip dazu, nämlich, dass der Segen, der mehr macht und der zur Fülle bringt, dass dieser Segen immer mit dem Bund Gottes zu tun hat. Und der Bund ist ja ein Vertrag zwischen Gott und den Menschen. Er möchte einen Vertrag mit uns schließen. Durch diesen Bund möchte er, dass wir uns, ja, dass wir uns vermehren. Ist es nicht interessant, dass Gott dann später die Vermehrung des Menschen auch an einen Bund geknüpft hat? Nämlich an den Ehebund. Das ist ein ganz eigenes Thema, über den Bund Gottes zu sprechen. Dazu an anderer Stelle einmal mehr. Aber wir sehen hier ganz deutlich, dass Gehorsam die Bedingung ist, um diesen Segen Gottes, wie er sich auch am 5. Schöpfungstag gezeigt hat, in unserem Leben zu erfahren.
[27:53] Und noch eines wollen wir hier bemerken am 5. Schöpfungstag, nämlich in 1. Mose 1, Vers 24. Etwas, was wir schon vorher hätten andeuten können, aber hier nochmal ausdrücklich sagen wollen. Obwohl es sich eigentlich schon um den 6. Tag handelt. Wir gehen jetzt auf den 6. Tag, aber das bezieht sich auch auf den 5. Tag. Vers 24 heißt es: "Und Gott sprach: Die Erde bringe lebende Wesen hervor nach ihrer Art: Vieh, Gewürm und Tiere der Erde nach ihrer Art. Und es geschah so."
[28:25] Wir haben das gesehen schon am 3. Schöpfungstag, wir haben es auch gesehen am 5. Schöpfungstag und jetzt auch am 6. Schöpfungstag. Gott schafft nicht Uniform. Gott hat Interesse an Vielfalt. Gott liebt die Vielfalt. Gott hat unglaublich viele verschiedene Arten von Tieren geschaffen. Und wir wissen wahrscheinlich aus der Biologie, dass diese Arten in sich selbst auch noch eine große Variation in sich bergen. Weil viele Abschattierungen, viele verschiedene Möglichkeiten bestehen, innerhalb dieser Art noch Variationen zu haben. Gott liebt das Unterschiedliche, aber unter einer Bedingung. Und das ist sehr wichtig. Alle Geschöpfe waren sehr gut in den Augen Gottes. Nur die Vielfalt, die in den Augen Gottes gut ist, ist von Gott gewollt. Da ist keine Vielfalt, die Gott gut heißen kann, wenn dort in der Vielfalt Dinge mit enthalten sind, die vor den Augen Gottes nicht Bestand haben. All das, was wir zur Vielfalt hinzubringen wollen, muss vor den Augen Gottes gut sein. Das heißt, nach dem Wort Gottes gut sein, das muss dem Wort Gottes standhalten. Denn die Vielfalt, die Gott geschaffen hat, die kam durch sein Wort. Da ist keine Vielfalt bei der Schöpfung geschaffen worden, die nicht durch das Wort Gottes kam. Das heißt, heute gibt es viele Christen, die reden von Vielfalt im Glauben, Vielfalt von dem und Vielfalt in der Einheit usw. Aber wir sollten verstehen, dass die gottgewollte Vielfalt durch das Wort Gottes kam. Wenn wir also die wahre Vielfalt im Glauben haben wollen, kommt sie nur allein durch das Wort Gottes. Wer versucht, das Wort Gottes beiseite zu schieben, um eine vermeintliche Vielfalt zu haben, hat dann Vielfalt, aber nicht die gottgewollte. Und das ist sehr wichtig. Die Vielfalt, die Gott geschaffen hat, kam durch das Wort und durch das Wort allein.
[30:21] Jetzt, wie sind diese Tiere eigentlich tatsächlich entstanden? Gottes Wort hat sie geschaffen, das stimmt. Aber die Bibel macht deutlich, dass Gott nicht einfach nur gesprochen hat: "Elefant sei da", und der Elefant war dann da. Nein, er hat tatsächlich Hand angelegt. Das, was wir von den Menschen wissen, aber meistens ignorieren oder überspringen oder uns nicht so bewusst sind, dass Gott das auch für die Tiere getan hat. Denn in 1. Mose 2 Vers 19 wird uns ganz deutlich gesagt, in 1. Mose 2 Vers 19: "Und Gott, der Herr, bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels" – bezieht sich also auf den fünften Schöpfungstag – "und brachte sie zu den Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde, damit jedes lebendige Wesen den Namen trage, den der Mensch ihm gebe." Das heißt, alle Tiere und alle Vögel sind genauso wie der Mensch aus dem Erdboden geformt worden. Das steht ganz deutlich da. Das zeigt auch, dass die Tierwelt für Gott einen hohen Stellenwert hat, dass sie nicht unwichtig ist. Er hat tatsächlich mit seiner eigenen Hand sie aus dem Erdboden geformt.
[31:38] Und es ist sehr wichtig, wenn wir auch über den sechsten Schöpfungstag nachdenken, wie es hier heißt in 1. Mose 1 Vers 25: "Und Gott machte die Tiere der Erde nach ihrer Art, und das Vieh nach seiner Art, und all das Gewürm des Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war." Aber das war nicht das Ende des sechsten Schöpfungstages, sondern das Entscheidende kam noch. Und das ist natürlich das, was uns vielleicht am wichtigsten erscheint oder besondere Bedeutung für uns hat. Da geht es nämlich um uns.
[32:09] In 1. Mose 1 Vers 26 da heißt es: "Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, nach unserem Bild uns ähnlich." Hier haben wir dreimal die Idee "uns". Es ist wahrscheinlich jedem von uns aufgefallen, dass hier ein Plural verwendet wird, wie schon in 1. Mose 1 Vers 1, was wir schon angeschaut haben. "Am Anfang schuf Gott" – das ist dort im Hebräischen Elohim, Plural, nicht Singular, nicht Dual. Es ist eine Pluralität hier. Und wenn wir 1. Mose 1 Vers 26 und 27 anschauen, finden wir immer dieses Konzept von drei. Dreimal "uns". Dann heißt es hier: "Die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels, über das Vieh und über die ganze Erde und auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht. Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild. Im Bilde Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie." Wir haben dreimal in beiden Versen insgesamt zusammen die Idee des Bildes Gottes. Und dann haben wir dreimal allein Vers 27: "schuf". Immer wieder haben wir hier schon versteckte Hinweise auf das Konzept, dass dort drei Personen in der Gottheit sind, wie es dann später in anderen Bibelstellen ganz deutlich auch zutage tritt.
[33:16] Und hier kommen wir jetzt vielleicht zu dem entscheidendsten oder einem der wichtigsten Prinzipien in dem ganzen Schöpfungsplan. Nachdem Gott eins nach dem anderen geschaffen hat, kommt er jetzt zum krönenden Akt der Schöpfung. Es ist die Krone der Schöpfung, der Mensch. Und hier hat Gott etwas Besonderes vor. Er möchte, dass der Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen wird. Und wie alle Prinzipien an allen Schöpfungstagen hat auch das etwas zu tun mit dem Evangelium. Denn das Evangelium funktioniert nach den gleichen Prinzipien.
[33:50] So wie am ersten Schöpfungstag das Licht war, so kommt das Evangelium als Gnade in unser Leben, in unsere Finsternis hinein. Da war der zweite Tag der Himmel. Und so gibt es nach der Gnade das Heiligtum, wo wir den Glauben besser verstehen können, Schritt für Schritt Gott näher kommen können. Am dritten Tag war die Grenze zwischen Wasser und Meer. Und im Evangelium gibt es die Grenze des Gesetzes. Und es gab am dritten Tag das Wachstum der Pflanzen. Und so gibt es das Wachstum im Charakter. Am vierten Tag gab es Sonne, Mond und Sterne, die das Licht weitergeben sollten. Und wir haben den Auftrag, das Evangelium weiterzugeben. Am fünften Tag hatten wir das Prinzip des Segens, des Mehrwerdens. Und so versichert uns Gott, dass wir geistlich und auch numerisch wachsen werden, wenn wir das tun, was er sagt.
[34:37] Aber das Ziel, der krönende Akt sozusagen der Schöpfung und der Erlösung, hat zu tun mit dem Bild Gottes. Der Mensch war geschaffen, den Bild Gottes als krönender Akt der Schöpfung. Und genau so heißt es in Kolosser 3, Vers 9 und 10 von dem Evangelium. In Kolosser 3, Vers 9 und 10: "Lügt einander nicht an, da ihr ja den alten Menschen ausgezogen habt mit seinen Handlungen und den Neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem eben Bild dessen, der ihn geschaffen hat." Und das Griechische meint hier, dass es immer wieder neu erneuert wird, dass es ein Wachstumsprozess ist, der weitergeht auf ein Ideal hin. Gott hat einen krönenden Akt vor, nicht nur in der Schöpfung, als er den Menschen nach seinem eben Bild schuf, sondern auch in dem Evangelium, in der Neuschöpfung des Herzens, wo er das eben Bild wiederherstellen möchte.
[35:45] Das Ziel der Schöpfung war der Mensch als Krone der Schöpfung. Das Ziel des Evangeliums ist die Wiederherstellung des eben Bild Gottes in unserem Charakter, als die Krönung des Heilshandelns Gottes, als die Krönung des Evangeliums, als die Krönung der Gnade und neuschöpferischen Kraft Gottes. Was für ein unglaublicher Gedanke.
[36:10] Was sind die Kennzeichen dieses Prinzips des eben Bildes Gottes? Schauen wir in Epheser 4, Vers 24. In Epheser 4, Vers 24 wird uns gesagt, was das meint, dem eben Bild Gottes zu entsprechen. In Epheser 4, Vers 24 heißt es: "Und den neuen Menschen angezogen habt, der Gott entsprechend geschaffen ist, so wie am 6. Schöpfungstag, in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit."
[36:40] Die Gottes eben Bildlichkeit auf geistlichem Gebiet. Wir können uns denken, aufgrund des biblischen Berichts, dass der Mensch am Anfang nicht nur geistlich, sondern auch körperlich Gott ein Abbild war. Kein ausdrückliches eben Bild im Sinne von einer direkten Kopie. Das ist nur Jesus, aber ein Abbild, auch in seiner körperlichen Verfassung. Aber das sind Dinge, die durch die Sünde so zerstört worden sind, dass es erst die neue Erde brauchen wird, wo wir einen neuen Körper bekommen werden, wo diese Dinge dann wiederhergestellt werden. Aber auf dem geistlichen Gebiet können wir jetzt schon, in unserem Charakter, das erleben, was damals Adam verloren hat. Denn es heißt hier, dass wir den neuen Menschen angezogen haben, der Gott entsprechend geschaffen wird. Der neue Mensch wird geschaffen. Und wie wird er geschaffen? So wie der erste Mensch damals. Gott entsprechend, nach dem Bilde Gottes. Und worin besteht das geistlich gesprochen? Nämlich in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit.
[37:42] Die Krönung des Evangeliums ist die charakterliche Ebenbildlichkeit des Menschen zu Gott. Nämlich wahrhaftige Gerechtigkeit. Nicht nur eine behauptete Gerechtigkeit. Viele Christen glauben, ich sage einfach, ich bin gerecht, obwohl ich weiter sündige und sündige und das gar nicht aufhören will. Aber Gott sagt einfach, ich bin gerecht. Nein, nein, nein, nein. Die Bibel sagt, es ist eine wahrhaftige Gerechtigkeit und eine wahrhaftige Heiligkeit. Gott entsprechend.
[38:08] Und nicht vergessen, die Gnade Gottes hörte am dritten und vierten Tag nicht auf, der Schöpfung. Die schöpferische Kraft hörte nicht auf und Gott hat nicht gesagt, am sechsten Tag jetzt Staub, fang mal an alleine etwas zu tun. Es war immer noch die Gnade Gottes, es war immer noch die schöpferische Kraft, die es möglich gemacht hat, sogar nach dem Ebenbild Gottes etwas zu schaffen. Und wenn dieselbe schöpferische Kraft, die damals nach dem Ebenbild Gottes den Menschen geschaffen hat, heute noch zur Verfügung steht, dann ist es dieselbe schöpferische Kraft, es ist dieselbe Gnade, die nicht in der Lage ist, Licht in meine Finsternis zu sprechen, sondern die es auch in der Lage ist, mir ein Wachstum zu schenken und mich zu segnen, bis zu dem Punkt, wo das Ebenbild Gottes charakterlich in meinem Wesen und in deinem Wesen wiederhergestellt ist, als Krönung des Evangeliums.
[38:58] Das ist das, was der Paulus ganz deutlich an mehreren Stellen sagt. Wie kommen wir dahin? Vielleicht sagst du, das ist ja fantastisch, das möchte ich auch erleben. Hoffentlich sagst du das. Denn das wäre die einzige richtige Reaktion. In 2. Korinther 3, Vers 18 wird uns gesagt, wie das möglich ist. Es gibt eine so einfache Anwendung, eine so Anleitung, dass man es kaum fassen kann. Denn jeder Mensch, der möchte, kann das erreichen. Denn es heißt in 2. Korinther 3, Vers 18: "Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen." Das heißt den Charakter Gottes. Wenn wir den Kontext lesen, meint es in der Bibel. Da geht es darum, dass die Juden zu der damaligen Zeit eine Decke auf dem Kopf hatten, weil sie Christus nicht erkannten in der Prophetie. Das heißt, dass die Decke weggetan wird in Christus. Wenn man in Christus glaubt und die Bibel studiert, sieht man Jesus im Alten und im Neuen Testament. Und wenn wir ihn anschauen in der Bibel, wenn wir uns mit seinem Wort beschäftigen, wenn wir den Charakter Jesus studieren und darauf schauen und darüber nachdenken, dann heißt es: "Wir alle, indem wir, aber indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen, wie in einem Spiegel werden verwandelt." Wohin? Werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Das ist der Wachstumsprozess. So wie in 1. Römer 1, Vers 18, von Gnade zu Gnade, hier, Verzeihung, Vers 17 ist es, von Gnade zu Gnade, hier ist es von Herrlichkeit zu Herrlichkeit verwandelt, verwandelt bis zu diesem Bild, in dasselbe Bild verwandelt.
[40:28] Wodurch? Nämlich vom Geist des Herrn. Der Heilige Geist macht es. Wenn wir die Bibel aufschlagen und in der Bibel nach Christus suchen, nach ihm forschen, seinen Charakter verstehen wollen und ihn betrachten, dann werden wir durch den Heiligen Geist verwandelt. Der Heilige Geist hat ein Ziel. Der Heilige Geist möchte die Schöpfung krönen, die Neuschöpfung in unserem Herzen. Er möchte das Ebenbild Gottes in uns wiederherstellen, in deinem Leben und in meinem. Und wir tun Gott keinen Gefallen, wenn wir das Evangelium auf den ersten Tag reduzieren. Gott hat sechs Tage geschaffen, am siebten Tag geruht. Und sollen wir auch die Prinzipien aller sechs Schöpfungstage, inklusive des siebten Ruhetages, dann geistlich anwenden und auf das Evangelium übertragen? Die Schöpfung war erst vollkommen nach dem sechsten Tag. Und so ist auch die Erlösung Gottes erst vollkommen, wenn dieses letzte Stück auch stattgefunden hat. Wenn wir durch das Anschauen Jesu verwandelt werden, dasselbe charakterliche Bild durch den Geist des Herrn.
[41:38] Schauen wir ganz kurz in 1. Mose 1, Vers 28, was uns über diesen Adam gesagt wird, den ersten Menschen und seine Frau. In 1. Mose 1, Vers 28 heißt es: "Und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch. Das heißt, wir sehen ja dieses ständige Wachstum und immer weiter wachsen. Und dieser Segen wird immer mehr. Denn es heißt hier nicht nur: 'Seid fruchtbar und mehret euch', sondern 'füllt die Erde und macht sie euch untertan. Und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde.'"
[42:11] Adam wurde zum Vizeregenten der Erde. Warum zum Vizeregenten? Denn Gott selbst sagt an vielen Stellen, dass ihm die Erde letztendlich gehört. Das sagt er in 2. Mose 19 und an vielen anderen Stellen. Er ist der König der Welt. Aber er hat Adam zum Vizeregenten eingesetzt, der sozusagen auf der Erde der Stellvertreter Gottes sein sollte, in einem gewissen Sinne. Die Tiere und all die anderen Dinge, die Gott geschaffen hat, die können Gott nicht loben, sie können ihn nicht anbeten mit einem Verstand oder mit einer moralischen Willenskraft. Aber sie sind in der Lage, den Menschen zu folgen. Oder so war es zumindest gedacht. Der Mensch sollte regieren.
[42:56] Und der Segen hier im 6. Tag ist noch größer als am 5. Tag. Ein Hinweis darauf, dass je mehr wir in dieser Schöpfungsordnung vorangehen, der Segen immer größer wird. Immer größer. Und das ist, glaube ich, das, was jeder von uns erlebt. Je mehr wir Gottes schöpferische Kraft in unserem Leben zulassen, desto größer wird der Segen.
[43:15] Dann heißt es in Vers 29 und 30, dass Gott auch für die Nahrung sorgt. In Vers 29 und 30 lesen wir: "Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Gewächs gegeben, das auf der ganzen Erdoberfläche wächst, auch alle Bäume, an denen samentragende Früchte dienen, die sollen euch zur Nahrung dienen. Aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich regt auf der Erde, allem, in dem eine lebendige Seele ist, habe ich jedes grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so."
[43:42] Gott ist ganz deutlich: Fleisch war noch niemals sein Originalplan für den Menschen. Und ja, die Bibel macht deutlich, dass unter besonderen Umständen wie nach der Schöpfung, nach der Verzeihung, nach der Sinnflut Gottes dann erlaubt hat, Fleisch zu essen. Aber das Beste für den Menschen war schon immer das, was hier berichtet wird. Und so auch für die Tiere.
[44:10] Zum Abschluss wollen wir uns noch anschauen, was die Bibel sagt in Vers 1 und 2 des nächsten Kapitels. Denn obwohl hier eine Kapiteleinteilung vorgenommen worden ist von denjenigen, die die Bibel dann editiert haben, ist der Gedankengang eigentlich erst in 1. Mose 2 Vers 4 zu Ende. In 1. Mose 2 Vers 1 und 2 heißt es: "So wurden der Himmel und die Erde vollendet samt ihrem ganzen Heer. Die Schöpfung war vollendet." Die Schöpfung ist nicht etwas, was immer weiter geht wie ein Hamsterrad, sondern die Schöpfung kam zum Ende. Und das bedeutet, übertragen auf das geistliche Prinzip: Gott hat seine Prinzipien, er wendet sie an, es geschieht nicht alles auf einmal. Es gibt einen Wachstumsprozess, aber irgendwann kommt die Neuschöpfung Gottes zur Vollendung.
[44:54] Jetzt ist interessant, was als nächstes passiert. Und als diese Vollendung stattfand, heißt es: "Und Gott hatte am siebten Tag sein Werk vollendet, das er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hat." Nach der Vollendung der Schöpfung kommt die Ruhe. Und das Wort für Ruhe im Hebräischen ist das Wort "Shabbat". Und wir werden noch eine ganze Folge hier haben in dieser Serie über den Sabbat und seine Bedeutung in der Schöpfung, aber wir wollen nur ganz kurz hier das Prinzip andeuten, das eine Rolle spielt.
[45:31] Der Sabbat ist unglaublich wichtig, wichtiger als alle anderen Tage. Warum? Denn dieses Sabbat wird in einer besonderen Art und Weise hervorgehoben. Nachdem Gott einen ganzen Tag an diesem Tag geruht hat und sich, wie es die Bibel an anderer Stelle sagt, erfrischt hat, Atem geschöpft hat, nicht weil er müde war, sondern weil er sich gefreut hat an der Vollendung, heißt es in Vers 3, dass er am Ende des Tages etwas Besonderes gemacht hat an diesem Tag. Es heißt in Vers 3: "Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von seinem ganzen Werk, das Gott schuf, als er es machte."
[46:07] Was ist das Prinzip hinter der Ruhe? Denn das Prinzip am Sabbat ist ja der Sabbat, die Ruhe. Und weil er geruht hat, deswegen hat er ihn gesegnet und geheiligt. Der Segen des Sabbats und die Heiligung des Sabbats, alles Dinge, die wir später besprechen werden, hängen alle zusammen mit der Ruhe. Und wir müssen verstehen, was ist das geistliche Prinzip hinter der Ruhe.
[46:29] Schauen wir gemeinsam in Josua 11. Josua 11, Vers 23. In Josua 11, und dort Vers 23, da heißt es so: "Nahm Joshua das ganze Land ein, genauso wie der Herr zu Mose geredet hatte. Und Joshua gab es Israel zum Erbe, jedem Stamm seinen Teil, und das Land ruhte aus vom Krieg." Ruhe bedeutet, der Sieg ist herum. Ruhe bedeutet, der Krieg hat aufgehört. Ruhe steht für das Ende des Kampfes.
[47:11] Wenn Gott sein Erlösungswerk in uns vollendet hat, verspricht er uns Ruhe. Er verspricht uns, dass der große Kampf aufhören wird. Er verspricht uns den Sieg. Ruhe steht für den endgültigen Sieg. Und in Hebräer 4 wird deutlich, wo sich Paulus auf diese Stelle in Josua bezieht, dass die eigentliche Ruhe, nach der Gott sich sehnt für sein Volk, noch nicht vorhanden ist, noch nicht gekommen ist. Denn es heißt in Vers 8-11, Hebräer 4, Vers 8-11: "Denn wenn Joshua sie zur Ruhe gebracht hätte, so würde nicht danach von einem anderen Tag gesprochen. Also bleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe vorbehalten. Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken, gleich wie Gott von seinen. So wollen wir dann eifrig bestrebt sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als ein gleiches Beispiel des Unglaubens zu Fall kommt." Paulus sagt: Lasst uns bestrebt sein, in diese Ruhe einzugehen.
[48:18] Und ist nicht interessant, dass dieser Sabbatag ein Zeichnis in der Bibel, im Besonderen in der biblischen Prophetie, für die Vollendung der Heiligung, für die Vollendung der Schöpfung, für den endgültigen Sieg, für einen Zustand, wo der Mensch so fest im Glauben steht, dass er nicht mehr bewegt werden kann.
[48:39] Schauen wir ganz kurz als letzten Vers für heute in Hesekiel 20, Vers 12. Die Bibel nennt es auch das Siegel Gottes. In Hesekiel 20, und dort Vers 12. Hesekiel 20, Vers 12. Dort heißt es: "Ich gab ihnen auch meine Sabbate, die ein Zeichen sein sollten, zwischen mir und ihnen, damit sie erkennen sollten, dass ich der Herr bin, der sie heiligt." Der Sabbat ist das beste Zeichen dafür, dass die Vollendung des Glaubens nicht unser Werk ist, sondern Gottes Werk. Dass er es ist, der uns heiligt. Dass er mit uns zum Abschluss kommen möchte, dass er uns den endgültigen Sieg schenken möchte, im Glauben.
[49:32] Möchtest du das in deinem Leben erleben? Möchtest du Gott erlauben, dass er mit seiner Neuschöpfung in deinem Herzen bis zum siebten Tag sozusagen, bis zur Vollendung voranschreiten darf? Gott möchte auch deinen Glauben vollenden. Er möchte das Erlösungswerk in dir vollenden. Und er möchte, dass du versiegelt bist. Gott segne dich in deinem weiteren Studium.
[49:56] Nächste Woche werden wir uns Gedanken machen über die Schöpfung, wie sie in verschiedenen Teilen der Bibel beschrieben wird. In den letzten beiden Folgen haben wir 1. Mose 1 angeschaut. Wir werden jetzt verschiedene andere Texte anschauen, die zeigen, wie die gleichen Prinzipien und ähnliche Gedanken durch die ganze Bibel verteilt sind. Wir werden ein spannendes Studium haben durch viele interessante Bibeltexte. Nicht verpassen! Nächste Woche wieder hier auf joel-media.tv.de und dann auch nächsten Sabbatvormittag auf ad-tv.info. Gottes Segen für euch und viel Freude beim Studium seines Wortes. Amen.
[51:15] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!