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Manuskript: CSH_Manuskript_2013 1st Nr 9

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird die Ehe als ein Geschenk aus dem Paradies beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, wie die Ehe bereits am Anfang der Menschheitsgeschichte steht und welche tiefe Bedeutung sie im biblischen Kontext hat. Es wird thematisiert, wie ein falsches Verständnis der Ehe das Glaubensleben beeinträchtigen kann und wie die Bibel die Rolle und den Wert von Mann und Frau in der Ehe darstellt. Die Lektion zieht Parallelen zwischen der menschlichen Ehe und der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde, was die Ehe zu einem Symbol für Gottes Bund mit seinem Volk macht.

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird das Thema Ehe aus biblischer Perspektive beleuchtet. Es wird erklärt, wie die Ehe als Geschenk Gottes aus dem Paradies zu verstehen ist und welche tiefe Bedeutung sie für unser Glaubensleben hat. Der Vortrag beleuchtet den Ursprung der Ehe in der Schöpfungsgeschichte, die Bedeutung der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung in der Ehe und die symbolische Verbindung zwischen Christus und seiner Gemeinde. Abschließend werden praktische Ratschläge für eine funktionierende Ehe gegeben, die auf biblischen Prinzipien basieren.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2013 Q1: Ursprung und Anfang

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour auf joel-media-tv.de, herzlich willkommen auch allen Zuschauern auf ad-tv.info. Schön, dass ihr eingeschaltet habt zu unserer tatsächlich 101. Folge der Cannstatt Study Hour. Wir sind jetzt seit fast zwei Jahren dabei, jede Woche das Bibelgespräch vorzubereiten durch unser gemeinsames Bibelstudium hier. Wir freuen uns über alle diejenigen, die im Laufe der Zeit unser kleines Angebot entdeckt haben und für uns gebetet haben und dass wir durch Gottes Gnade in der Lage sein konnten, immer wieder eine Folge zu produzieren und wir möchten auch mit der heutigen Folge ein besonders wichtiges Thema ansprechen.

[2:01] Wir sind immer noch in unserem Studium Ursprung und Anfang und heute, die neunte Lektion innerhalb dieser Serie, ist überschrieben mit dem Titel, die Ehe, ein Geschenk aus dem Paradies. Damit bereiten wir uns vor auf das Bibelgespräch am 1. März und ich weiß nicht, wer von euch, die ihr zuschaut, verheiratet ist, wer sich vielleicht mit dem Gedanken trägt, verheiratet zu werden demnächst oder vielleicht auch jemand dabei ist, der schlechte Erfahrungen gemacht hat mit der Ehe. In jedem Fall lohnt es sich, über dieses Thema näher nachzudenken und es zu betrachten aus der Bibel, denn offensichtlich gehört das Thema Ehe mit in den Themenkreis Schöpfung und Ursprung. Und es ist ein Thema, das tatsächlich unser Glaubensleben auch direkt beeinflussen kann.

[2:50] In 1. Petrus 3 und dort Vers 7 lesen wir, dass tatsächlich dieses Thema und unser Verständnis von der Ehe einen direkten Einfluss hat auf unser Glaubensleben. Es heißt hier in 1. Petrus 3, Vers 7: „Weil ihr ja gemeinsam Erben der Gnade des Lebens seid, damit eure Gebete nicht verhindert werden.“ Heißt also, wenn wir ein falsches Verständnis von der Ehe haben, wenn wir in unserem täglichen Eheleben dort etwas ausleben, was eigentlich dort nicht hingehört, dann werden unsere Gebete behindert oder verhindert, mit anderen Worten, die steigen tatsächlich nur bis zur Decke. Kann es also sein, dass wir eine fantastische Bibelkenntnis haben, die biblischen Lehren in- und auswendig kennen, richtig begründen können, dass wir vielleicht sogar missionarisch aktiv sind, eifrig sind, aber durch ein Eheleben, das nicht dem göttlichen Maßstab entspricht, können unsere Gebete verhindert werden, kann unser geistlicher Zustand stark getrübt werden. Und deswegen ist es wichtig, zu wissen, was die Bibel von der Ehe versteht und was dort eigentlich praktisch mit gemeint ist.

[4:11] Und es lohnt sich, einfach zu wissen, dass die ganze Menschheitsgeschichte mit einer Hochzeit beginnt. Das ist nicht wahr. Am ersten Tag der Menschheitsgeschichte, an jenem denkwürdigen Freitag, dem sechsten Tag der Schöpfung, da begann die Geschichte der Menschheit mit einer Hochzeit. In 1. Mose 1, Vers 27 und 28, da lesen wir: „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie. Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde.“ Gott schuf den Menschen als Mann und Frau und er schuf sie, dass sie gemeinsam sich vermehren sollten, sie sollten einen Bund eingehen, einen Ehebund und so kann die gesamte Menschheitsgeschichte betrachtet werden, als mit einer Hochzeit beginnend.

[5:10] Am Anfang unserer Geschichte als Menschheit steht eine Hochzeit, es ist der Beginn unserer menschlichen Geschichte und das macht dieses Thema so wichtig, denn Gott wusste von Anfang an, dass es nicht gut ist, wenn der Mensch alleine sei. Das hat er selbst ausgedrückt in 1. Mose 2, Vers 18, dort heißt es: „Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei, ich will ihm eine Gehilfe machen, die ihm entspricht.“ Es war also Gottes bewusste Entscheidung, den Menschen nicht alleine zu lassen, dem Menschen eine Gehilfe, wie er es hier nennt, an die Seite zu stellen. Alles andere, was Gott geschaffen hat, wird hier immer als gut bezeichnet, als gut, gut, gut, sehr gut heißt es am Ende des 6. Tages in Bezug auf alles gemeinsam, aber Gott sagt, es wäre nicht gut gewesen, wenn der Mensch alleine geblieben ist und das ist ein wichtiges Thema auch beim Thema Ehe, Einsamkeit. Und es ist ja durchaus möglich, dass manche Menschen auch verheiratet sind und trotzdem sich einsam fühlen. Einsamkeit wird ja nicht dadurch behoben, dass man einfach eine Person mit mir im selben Zimmer wohnt und es ist durchaus möglich, auch nicht verheiratet zu sein, als Single zu leben und nicht einsam zu sein und auch das ist ein Thema, über das es sich lohnt nachzudenken. Einsamkeit hängt nicht nur an der Frage, wie viele Menschen leben da zusammen, aber auf jeden Fall ist es ganz wichtig zu verstehen, dass die Bibel sagt, es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.

[6:42] Dort steht nicht, es ist nicht gut, dass der Mensch unverheiratet sei. Es gibt Fälle, es ist vielleicht im Sinne des Menschen besser, nicht zu heiraten. Paulus spricht von solchen Fällen, er selbst war ja so ein Fall. Es mag Umstände geben, aber auch dann müssen wir nicht alleine sein, wir müssen nicht einsam sein, Gott kann uns beistehen und wir werden gleich noch später sehen, den geistlichen Aspekt dieser Ehe, dieses Ehekonzept. Nun, wir wissen aufgrund dieser Tatsache, dass es nicht gut war, dass der Mann allein sei, hat Gott die Frau geschaffen und in Sprüche 18 Vers 22 wird deutlich, dass das keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein Ausdruck der Gnade Gottes. Sprüche 18 Vers 22 sagt uns: „Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und hat Gunst erlangt von dem Herrn.“ Gunst, das Wort Gunst kann auch übersetzt werden mit Gnade. Es ist also ein Akt der Gnade, wenn wir eine Frau finden, manche, oder ein Mann, ein Ehepartner. Manche Menschen glauben, dass Gott in der Pflicht ist, ihnen den richtigen Ehepartner zu geben und dass sie ihn finden können und wenn das nicht geschieht, dann hadern sie mit Gott, aber die Bibel macht deutlich, das ist ein Ausdruck der Gnade Gottes, einen guten Ehepartner zu finden. Ich wünsche dir, der du vielleicht noch nicht verheiratet bist und dich mit den Gedanken trägst, vielleicht, oder suchst, dass du die Gnade Gottes erlebst, diesen Punkt, dass er den richtigen Partner zur richtigen Zeit dich finden lässt.

[8:17] Nun, warum ist es gut, dass wir nicht alleine sein sollen, sondern gemeinsam sein sollen? Der weise Salomo, der nicht nur die Sprüche geschrieben hat, sondern auch als Prediger in späten Jahren dann die Summe seines Lebens gezogen hat, der sagte uns im Prediger 4, ab Vers 9. Der Salomo hatte übrigens nicht nur gute Erfahrungen mit der Ehe gemacht, die hat er aufgeschrieben im Buch Hohelied, der hat auch schlechte Erfahrungen gemacht, der nämlich nicht bei einer Ehefrau belassen hat, sondern noch 999 andere dazugenommen hat und das war dann beinahe sein Ruin, für lange Zeit war es sein Ruin, hat sich am Ende bekehrt, aber das Volk ist daran zugrunde gegangen, wie dann die weitere Geschichte der Könige beweist. Im Prediger 4, ab Vers 9, Prediger 4 Vers 9 bis 12 lesen wir: „Es ist besser, dass man zu zweit ist, als allein.“ Wieder der gleiche Gedanke, den wir auch in 1. Mose 2 gelesen haben, denn die beiden haben einen guten Lohn für ihre Mühe. Dann heißt es Vers 10: „Denn wenn sie fallen, so hilft der eine dem anderen auf. Wehe aber dem, der alleine ist, wenn er fällt und kein zweiter ist da, um ihn aufzurichten.“ Das war der Hauptgedanke natürlich auch für Gott, dort nicht nur einen Menschen zu schaffen, sondern zwei, denn er wusste, wenn sie gemeinsam zusammenstehen, dann wird es für den Satan viel schwerer sein, sie endgültig zu Fall zu bringen und zur Sünde zu verführen. Das war einer der Gründe, warum Adam und Eva sich nicht trennen sollten. Das ist ein biblisches Prinzip und eine der Ursachen, warum Eva überhaupt dieser Verführung anheim fiel, bestand ja daran, dass sie sich offensichtlich von ihrem Mann getrennt hat. Sie war ja verführt worden von der Schlange, der Mann Adam nicht und waren offensichtlich nicht gemeinsam an diesem Baum.

[10:04] Und wir wissen es aus unserem eigenen Leben, wenn einer einen schwachen Tag hat, wenn einer schlecht drauf ist, wenn einer an einer bestimmten Sache kämpft, dann kann der Partner, der Ehepartner tatsächlich helfen und das sollte auch unsere Aufgabe sein als Ehepartner, dem anderen geistlich zu helfen, nicht nur materiell ihn versorgen, unterstützen, ein Dach über dem Kopf bieten und so weiter und so fort, sondern auch geistlich helfen. Kennst du den geistlichen Zustand deines Ehepartners? Bist du dir bewusst, wo die geistlichen Schwächen deines Ehepartners sind, wo er schlechte Gewohnheiten hat und weißt du, wie du ihm helfen kannst, dem aufhelfen kannst, dass er nicht ständig fällt? Es lohnt sich, darüber nachzudenken, denn das ist eine der wesentlichen Aufgaben der Ehe, nicht einfach nur, dass man zusammenlebt.

[10:45] Und Vers 11 heißt es: „Auch wenn sie beieinander liegen, so wärmen sie sich gegenseitig.“ Aber wie soll einer warm werden, wenn er allein ist? Unsere Welt ist kalt geworden. Es gibt nicht mehr viel soziale Wärme sozusagen in der äußeren Welt und wie wichtig ist es da, einen Partner zu haben, der einem diese Wärme geben kann? Vers 12: „Und wenn man den einen angreift, so können die beiden Widerstand leisten.“ Und jetzt kommt der interessante Satz: „Und eine dreifache Schnur wird nicht so bald zerrissen.“ Nun, Salomo meint hier offensichtlich nicht eine Polygamie, die er selbst erlebt hat, aber die eine Plage für ihn gewesen ist und keinen Sinn, sondern er meint offensichtlich diese Tatsache, dass eine Ehe besonders stabil sein wird, wenn sie aufrichtig und ehrlich im Bewusstsein geschlossen wird, dass da nicht nur Mann und Frau zusammenkommen, sondern dass Gott der Dritte im Bunde ist. Eine dreifache Schnur. Ehe ist eben nicht nur das Zusammenleben von Mann und Frau, sondern Ehe im biblischen Sinne ist immer das Zusammenwirken von Mann und Frau auf der menschlichen Ebene plus dem Zusammenwirken mit Gott, sowohl einzeln als auch gemeinsam. Und erst das macht eine Ehe wirklich stabil und zu einer Grundlage für die Gesellschaft. Das ist sehr wichtig. Also wir sehen hier den deutlichen Aspekt, wie zwei sich einander helfen können in der Ehe und gemeinsam Schwierigkeiten bestehen können, Situationen der Not, der Bedürftigkeit, Situationen des Angriffs. Manchmal werden wir auch angegriffen in unserem Leben, sei es körperlich, sei es verbal, sei es in welcher Form auch immer. Und dann ist es das Vorrecht des Ehepartners, mit an der Seite des Partners zu stehen und ihm zu helfen und den Feind, in welcher Form auch immer er kommen mag, abzuwehren. Und insbesondere mit der Hilfe Gottes ist das möglich.

[12:36] Nun, einige haben diesen Ausdruck missverstanden, wenn es da heißt in 1. Mose 2: „Ich will ihm eine Gehilfin machen.“ Das klingt so in unseren deutschen modernen Ohren ein wenig wie eine Sklavin, eine Helferin, die um ihn sei, die ständig alles für ihn tut, ihm die Schuhe putzt und das Essen kocht und die Hausarbeiten erledigt und dann ihm zu gefallen ist. Aber interessanterweise ist, dass dieses Wort, das hier im Hebräischen steht für Gehilfin, ansonsten meistens eben nicht für die Frau verwendet wird, sondern für jemand anderes. Wir können mal einige Beispiele anschauen. Es gibt eine ganze Reihe von Textstellen, wo dieses Wort verwendet wird. Und fast immer wird es für jemand anderes verwendet, den wir hier kennenlernen. In 5. Mose 33.

[13:22] 5. Mose 33, Vers 7 zunächst einmal. 5. Mose 33, Vers 7. Dann werden wir noch einige weitere Verse lesen aus dem Kapitel. Es heißt hier in 5. Mose 33, Vers 7: „Und dies ist das Wort für Juda. Und er sprach: Herr, höre auf die Stimme Judas und bringe ihn zu seinem Volk. Seine Hände seien mächtig für ihn und hilfst du ihm vor seinen Feinden.“ Das Wort, das hier steht, ist dasselbe Wort für Hilfe. Seine Hände seien mächtig, hilfst du ihm vor seinen Feinden. Das gleiche Wort findet sich in Vers 26.

[14:05] 5. Mose 33, Vers 26: „Niemand ist gleich dem Gott Jeschuruns, der zu deiner Hilfe am Himmel einherfährt und auf den Wolken in seiner Majestät.“ Vers 29, noch ein wichtiger Vers: „Wohl dir, Israel, wärst du gleich, du Volk, dass du durch den Herrn gerettet bist. Er ist dein hilfreicher Schild und dein siegreiches Schwert. Deine Feinde werden die Ergebung heucheln, du sollst über ihren Höhen hinweg schreiten.“ Immer hier steht dasselbe Wort wie für Gehilfen bei Eliphaz in 1. Mose 2. Gott ist unsere Hilfe, unsere Gehilfin. Aber bei Gott würden wir niemals daran denken, ihn zu degradieren zu einer Art Sklave, einer Art Kammerdiener. Sondern Gott ist eine Hilfe in dem Sinne, dass er etwas für uns tun kann, was wir selbst nicht für uns tun können. Nicht ein Sklave, den wir aus Luxus haben, sondern der uns tatsächlich aus einer Not befreit. Und in demselben Sinne ist es gemeint, dass die Frau eine Gehilfin sein soll, eine Hilfe, die das tun soll für den Mann, was der Mann nicht alleine tun kann. Interessant, nicht wahr? Und ich glaube, nur in diesem Sinne kann 1. Mose 2 richtig verstanden werden. Die Gehilfin, die um ihn sei, die ihm hilft bei den Dingen, die er selbst nicht bewältigen kann. Zeigt auch ein bisschen die Not, die wir als Ehemänner vielleicht haben in unserer Ehe, dass wir tatsächlich bedürftig sind und unsere Frauen brauchen. Und es zeigt doch ganz deutlich, dass die Bibel von Anfang an keine Wertunterscheidung macht, dass der Mann mehr wert wäre als die Frau und so weiter. Ja, es stimmt. Nach dem Sündenfall hat die Bibel eine Ordnung festgelegt, die garantieren soll, dass es immer noch zu einer einmütigen Entscheidung kommen kann, wenn es da unterschiedliche Meinungen gibt, die erst durch den Sündenfall entstanden sind. Nämlich, dass dann im Zweifelsfall der Mann das letzte Wort hat als Haupt der Familie. Aber in ihrem Wert sind Mann und Frau völlig gleich und völlig gleichberechtigt. Und sie mögen unterschiedliche Funktionen haben, aber sie sollen sich gegenseitig helfen mit dem, was Gott ihnen gegeben hat.

[16:15] Nun schauen wir uns ein bisschen diese Schöpfung von der Frau einmal gründlicher an. In 1. Mose 2 wird uns jetzt berichtet, wie es zur Erschaffung der Frau kam. In Vers 19 heißt es: „Und Gott, der Herr, bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu den Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde und damit jedes lebendige Wesen den Namen trage, den der Mensch ihm gebe.“ Einige haben das zum Anlass genommen, diesen Vers zu sagen: „Schaut her, 1. Mose 2 spricht von einem anderen Schöpfungsbericht als 1. Mose 1, weil hier die Tiere nach den Menschen geschaffen worden sind.“ Das ist allerdings eine falsche Interpretation, denn erstens, wir haben das glaube ich schon angesprochen in einer der vorherigen Folgen, dass 1. Mose 2 Schwerpunkte setzt und dabei wieder rückgreift auf bestimmte Tage zuvor. Also in dem Fall ist es so, dass hier in Vers 19 ein Rückgriff stattfindet, zum Teil auf den fünften Schöpfungstag, wo nämlich die Vögel geschaffen worden sind und zum Teil auf den Beginn des sechsten Tages, wo die Tiere des Feldes geschaffen worden sind. Das wird auch im Hebräischen deutlicher, denn dort kann man auch übersetzen, statt „und Gott, der Herr, bildete“, man kann übersetzen: „Gott hatte aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels geformt oder gebildet.“ Das heißt, es ist durchaus möglich, diesen Vers so zu übersetzen, dass deutlich wird, dass das schon in der Vergangenheit geschehen war. Und so gibt es hier also keinen Widerspruch in der Bibel und keinen Konflikt.

[17:39] In 1. Mose 1, Vers 20, sind wir jetzt, Adam, damit beschäftigt, wie er die Namen den Tieren gibt. Vers 20, da lesen wir: „Da gab der Mensch jedem Vieh und Vogel des Himmels und allen Tieren des Feldes Namen.“ Und während Adam so damit beschäftigt ist, den Elefant Elefant zu nennen und das Nashorn Nashorn und den Löwen Löwe und den Tiger Tiger und so weiter und so fort. Und wer weiß, ob das die gleichen Namen gewesen sind, die wir heute verwenden. Da ist ihm aufgefallen, erstens, dass all diese Tiere immer mindestens einen Partner hatten. Das steht zwar in der Bibel so explizit nicht drin, aber implizit, denn wir wissen, dass allen Tieren gesagt worden ist: „Seid fruchtbar und mehrt euch.“ Ist also aufgefallen, dass jedes männliche Pferd da auch ein weibliches Pferd war, dass jede männliche Kröte auch zu einer weiblichen Kröte gehörte, dass es dafür immer diese Verbindung von gleichen ähnlichen Partnern gab, die gemeinsam Nachkommen zeugen konnten. Und er hat sich natürlich sehr bald die Frage gestellt: „Ja, Moment mal, wo ist mein Partner? Wo ist meine Partnerin?“

[18:48] Und es heißt weiter: „Aber für den Menschen fand sich keine Gehilfin, die ihm entsprochen hätte, die also so war wie er.“ Und allein dieser Gedanke macht deutlich, dass die Frau keinesfalls weniger wert sein kann oder geringer angesehen ist in Gottes Augen. Denn wenn es genügt hätte, dass der Mann einen Partner hat, der weniger wert ist, dann hätte Gott auch ein Tier schaffen können für den Menschen. Aber die Tatsache, dass Tiere, weil sie eben sozusagen in der Schöpfungsordnung geringer sind, weniger wert sind als der Mensch, eben keinen Partner abgeben konnten, keine Partnerin abgeben konnten für Adam, beweist, dass die Frau, die dann tatsächlich diese Partnerin sein konnte, eben nicht geringerwertig sein kann.

[19:30] Vers 21 und heißt es: „Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen und während er schlief, nahm er eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch.“ Hier gibt es ein interessantes praktisches Prinzip, das alle diejenigen vielleicht besonders beachten sollten, die noch, wie man so schön sagt, auf der Suche sind. Ist es nicht interessant, dass Adam schlafen sollte, als seine Frau geformt wurde? Und viele von uns glauben, es ist unsere Aufgabe, da unsere Frau zu formen, die wir gerne haben möchten. Und da die verschiedenen Kandidatinnen oder Kandidaten, je nachdem in welcher Reihenfolge es hier zu Männern oder Frauen sprechen, uns das selbst ein bisschen so zu überlegen, wer oder was mir gut passen könnte. Aber als Adam seine Frau bekam, da sollte er sich hinlegen und schlafen und warten auf das, was Gott für ihn vorbereiten würde. Und das ist immer schon die beste Wahl gewesen. Gott kann zwar auch Fehlentscheidungen durch seine Gnade, wenn man sie bereut und zu ihm kommt, und dann kann er sie auch begradigen. Aber Gottes Ideal und Gottes Vorstellung für die Ehe ist tatsächlich diese, dass er sich um den Ehepartner kümmert. Unsere Aufgabe sollte es sein, der richtige Ehepartner zu werden. Und dann, wenn wir sozusagen Gott vertrauen und uns in seine Arme begeben, ausruhen in ihm sozusagen, dann wird er schon zum richtigen Zeitpunkt, zur richtigen Zeit dafür sorgen, dass dort jemand gefunden wird für uns.

[21:11] Und dort in Vers 22 wird jetzt deutlich, wie Gott das gemacht hat. In Vers 22 heißt es: „Und Gott, der Herr, bildete die Rippe, die er von den Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu den Menschen.“ An der Art und Weise, wie Gott die Frau geschaffen hat, wird schon dieser spätere Gedanke, der dann später ausgedrückt wird, dass sie ein Fleisch werden sollen, deutlich. Sie kommen nämlich aus einem Fleisch. Gott hätte ja ohne weiteres nochmal ein paar Zentimeter weiter von Adam, nochmal Staub zusammennehmen können von der Erde, nochmal alles formen können, nochmal den Odem des Lebens hineingeben können. Das wäre ja möglich gewesen, einfach aus anderem Staub noch einen Menschen zu machen. Aber Gott wollte schon durch die Art und Weise, wie er Ehe schuf, zeigen, dass da eine so innige, tiefe Verbindung herrscht, eine unauflösliche Einheit, die dann später in dem Ehebund auch deutlich wird.

[22:02] Und dann heißt es hier in Vers 23, übrigens interessanterweise hat Gott die Menschen, bevor wir das lesen, nach diesen Gedanken, hat Gott die Menschen offensichtlich einzeln geschaffen, nicht im Kollektiv oder in Paaren, sondern einzeln. Das heißt, dass jeder Einzelne, sowohl Mann als auch Frau, nicht nur zueinander geschaffen sind, sondern auch zu Gott, zu einer persönlichen, individuellen Verantwortung vor Gott. Und das darf niemals vergessen werden, auch in der Ehe ist jeder Einzelne immer noch individuell Gott verantwortlich. Gott hat nicht zwei Menschen geschaffen, die dann beide zu Gott reagieren sollen, sondern zwei Menschen, die zwar Gemeinschaft haben sollen, die aber immer noch einzeln verantwortlich sind. Und das hat ja Adam dann missverstanden, als er glaubte, er kann nicht ohne Eva leben, er muss in diese Frucht hinein beißen.

[23:00] Schauen wir gemeinsam in Vers 23, da sprach der Mensch: „Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch, die soll Männin heißen, denn vom Mann ist sie genommen worden, ist sie genommen.“ Im Hebräischen kommt es ganz besonders deutlich zum Ausdruck, diese Überraschung, dieses „endlich“, so als wenn man nach langer Suche endlich etwas gefunden hat und sagt: „Na endlich, jetzt habe ich es.“ So hat Adam sich gefreut, als nach dieser endlosen Suche nach einer Partnerin in der Tierwelt er endlich das findet, wonach er gesucht hat, wonach er sich gesehnt hat. Gott hatte ja durch diesen ganzen Prozess die Sehnsucht nach dem anderen Menschen in ihn hineingelegt. Und er findet jetzt diese Frau: „Gebein von seinem Gebein, Fleisch von seinem Fleisch“ und er drückt dann in einem Wortspiel aus, „die soll Männin heißen, denn vom Mann ist sie genommen.“ Im Deutschen wird das nicht wirklich deutlich, aber im Hebräischen ist es viel einfacher, da heißt nämlich das Wort für Mann „isch“ und das Wort für Frau „ischa“, also gibt es eine ganz enge Verbindung. Ähnlich ist es im Englischen auch, da heißt der Mann nämlich „Men“ und die Frau „Woman“ und diese Verbindung ist eigentlich die, die hier ausgedrückt ist. Im Deutschen passt es nicht so wirklich, deswegen hat Luther und andere Übersetzer versucht, das mit Männin wiederzugeben, aber es soll zeigen, dass auch im Namen die Frau eigentlich vom Mann kommt und diese enge Verbindung und Beziehung angezeigt wird.

[24:22] Wir werden auch sehen, dass es gleich von großer Bedeutung ist auch auf anderem Gebiet. Und dann im Vers 24 heißt es: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen und sie werden ein Fleisch sein.“ Und viele Theologen haben sich darüber den Kopf zerbrochen, wer das hier eigentlich sagt. Ist das noch das, was Adam sagt? Vers 21 war ja von Adam gesprochen. Oder sagt das vielleicht Gott? Dazu zerbricht man sich aber nicht den Kopf, denn die Bibel macht es ganz deutlich in Matthäus 19 Vers 4 und 5. Da gibt uns nämlich Jesus die Antwort und er muss es wissen, der war nämlich dabei. In Matthäus 19 Vers 4 und 5. Da heißt es: „Er beantwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang als Mann und Frau schuf und sprach: Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.“ Es kommt also von Gott selbst dieser Ausspruch in der ersten Mose 2, 24.

[25:29] „Die sollen ein Fleisch sein.“ Das heißt, wir finden hier Gott, wie er die erste Hochzeitszeremonie der Weltgeschichte selbst durchführt. Als sozusagen als Prediger, Priester, Standesbeamter, wie auch immer. Nebenbei noch ein praktischer Aspekt für alle diejenigen, die sich mit dem Gedanken fangen zu heiraten oder vielleicht auch gerade verheiratet sind. Hier gibt es ein biblisches Prinzip in Vers 24. Es heißt nämlich nicht nur, dass Mann und Frau ein Fleisch werden sollen, sondern auch, der Mann soll Vater und Mutter verlassen. Und das ist eine tiefe Weisheit darin. Die Bibel. Gott selbst hat gesagt, dass wenn wir eine Ehe schließen, sollen wir uns nicht nur innerlich, sondern auch in einer gewissen Art und Weise äußerlich, räumlich zumindest, von den Eltern trennen. Und ich glaube, viele Generationen von gescheiterten Ehen zeugen von dem negativen Einfluss, den Schwiegereltern unbewusst, manchmal ganz ungewollt, auf eine junge Ehe ausüben können. Wie gesagt, es mag natürlich Ausnahmen geben. Ausnahmen bestätigen oftmals die Regel. Und es mag Ehen geben, die äußerlich ganz wunderbar funktionieren, aber wer weiß, was innen drin wirklich da passiert ist. Deswegen ein Rat an jenen Einzelnen, den ich selbst ausprobiert habe und selbst für absolut wirkungsvoll gefunden habe: Da sollte eine ausreichende Trennung sein zwischen Eltern und Kindern. Natürlich sollen die Eltern immer noch geehrt werden. Das fünfte Gebot wird dadurch nicht aufgehoben. Und in späteren Zeiten mag es auch sehr angemessen sein und richtig sein, sich dann für die Eltern wieder zu sorgen, zu kümmern, wenn sie dann alt geworden sind, wenn dann vielleicht die eigene Ehe auch schon stabil geworden ist und da keine Gefahr mehr besteht der äußeren Beeinflussung. Aber gerade für den Anfang ist das wirklich ein Prinzip, das wirklich Beachtung verdient und umgesetzt werden sollte.

[27:35] Wir finden hier also die erste Ehe, die geschlossen wird von Gott selbst im Garten Eden. Und das an sich ist schon sehr interessant, weil es sehr praxisnah ist und uns hilft. Aber es gibt noch eine tiefere Bedeutung hinter all dem und die macht, wie so oft, Paulus, finde ich, in Epheser Kapitel 5. Da stupst er uns auf einen Gedanken, der uns jetzt noch ein wenig beschäftigen soll. Nämlich in Epheser 5 und dort Vers 29 bis 32. Paulus sagte, Epheser 5 Vers 29 bis 32: „Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleich wie der Herr die Gemeinde, denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein.“ Das ist jetzt ein direktes Zitat aus 1. Mose 2. Und er bezieht es auf die Gemeinde und sagt: „Wir, die Gemeinde, sind sein Fleisch, sein Gebein.“ Es heißt in Vers 31: „Deshalb wird“ – jetzt zitiert er ja direkt 1. Mose 2, 24 – „deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.“ Und jetzt kommt Paulus und sagt Vers 32: „Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde.“ Unter der Inspiration des Heiligen Geistes sagt er, das bezieht sich nicht nur auf den physischen Mann und die physische Frau, die eine physische Ehe eingehen, es ist ein Gleichnis auf die Verbindung zwischen Gott, zwischen Jesus Christus und seiner Gemeinde. Deswegen sagt er, wir als Gemeinde sind sein Fleisch und sein Gebein.

[29:03] Das verdient sich noch einmal genauer anzuschauen. Was bedeutet das, dass Jesus Christus eine Hochzeit eingeht mit seiner Gemeinde? Ist es nicht interessant, dass nicht nur die Menschheitsgeschichte mit einer Hochzeit beginnt, sondern dass auch das Leben, also das Wirken Jesu als Messias mit einer Hochzeit beginnt? In Johannes 2, und aus Zeitgründen können wir nicht die ganze Geschichte lesen, finden wir die sogenannte Hochzeit von Kana, wo Jesus eingeladen war. Also offensichtlich ist Hochzeit eine wunderbare Sache. Jesus selbst war auf einer Hochzeit zu Gast, hat dort auch mitgeholfen, guten Traubensaft noch zu produzieren, als dieser ausging. Und dann heißt es in Vers 11: „Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa, um seine Herrlichkeit offenbar zu werden und seine Jünger glaubten an ihn.“ Es war das erste Zeichen, das er gegeben hat, um seine Herrlichkeit zu offenbaren. Die gesamte Geschichte des Wirkens Jesu durch seine Wunder und Zeichen und seine Herrlichkeit beginnt mit einer Hochzeit. Nicht nur die Menschheitsgeschichte, sondern auch das Wirken Jesu für die Menschheit beginnt mit einer Hochzeit.

[30:33] Erinnern wir uns noch einmal, warum war es wichtig für Adam, diese Hochzeit zu beginnen? Gott hat ja gesagt, es ist nicht gut für den Menschen, dass er allein sei. Und in diesem Bild von Adam und Eva, so sagt uns Paulus, spiegelt sich das Verhältnis von Christus und seiner Gemeinde. Gibt es einen Bibeltext, einen Gedanken, der deutlich macht, dass Jesus auch nicht alleine sein wollte? Ja, den gibt es natürlich. In Johannes 12, Vers 24 sagt uns Jesus.

[31:04] Johannes 12, Vers 24, dort heißt es: Jesus sagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht.“ Und wenn wir den Kontext lesen, wissen wir, Jesus spricht von sich selbst als dem Weizenkorn, das in die Erde fiel und starb, um Frucht zu bringen. Er sagt, wenn ich das nicht tue, dann bleibe ich allein. Aber schon 1. Mose 2, 18 sagt, es ist nicht gut für den Menschen, dass er allein sei. Von Jesus heißt es ja in Römer 5, dass er der zweite Adam ist, der die Fehler, die Adam gemacht hat, wieder gut gemacht hat. Der dort, wo Adam gesündigt hat, er überwunden hat und Gerechtigkeit wieder allen anbietet. Und so wie Adam nicht alleine sein wollte, so wollte auch Jesus nicht alleine sein. Er hätte alleine bleiben können, aber es wäre nicht gut gewesen. Und die einzige Wahl, die er hatte, war entweder alleine bleiben oder sterben. Und als Jesus diese Wahl hatte, alleine bleiben oder sterben, da entschied er sich für das Sterben, damit er mit dir, lieber Freund, mit dir, liebe Freundin, Gemeinschaft haben kann.

[32:35] So sehr hat Gott die Welt geliebt, heißt es in Johannes 3, Vers 16, dass es einen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an den Glauben nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben. Aber wie hat Adam diese Frau bekommen nochmal? War es nicht dadurch, dass er schlafen gelegt wurde? Frage. Ist Jesus auch schlafen gelegt worden, um seine Frau zu bekommen? Das heißt, er musste sterben, um nicht alleine zu sein. Und die Bibel sagt, dass der Tod ein Schlaf ist. Schauen wir mal gemeinsam nur ein Beispiel von vielen an, die wir hier anführen könnten.

[33:09] In Psalm 13, und dort Vers 3, heißt es, wie lange soll ich, Verzeihung, Vers 4 ist es, Vers 3 und 4: „Wie lange soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen tragen, Tag für Tag, wie lange soll mein Feind sie für mich erheben? Schau her oder höre mich her, mein Gott, erleuchte meine Augen, dass ich nicht in den Todesschlaf versinke.“ Adam musste schlafen, damit er seine Frau bekommen konnte. Jesus musste den Todesschlaf schlafen, damit er nicht alleine bleibt. Jesus starb, damit er seine Frau bekommen kann, damit er die Gemeinschaft erleben konnte, nach der er sich so sehr sehnt.

[34:05] Und dann wurde Adam, während er schlief, während er nichts mitbekam, an der Seite verwundet. Jesus öffnete die Seite von Adam, nahm die Rippe heraus und verschloss dann die Seite wieder. Da war eine Wunde an der Seite von Adam. Und während Jesus im Todesschlaf unbewusst am Kreuz hing, da wurde auch ihm eine Wunde an der Seite zugefügt. Johannes 19 berichtet uns davon in Vers 34.

[34:35] Johannes 19, Vers 34, da heißt es: „Sondern einer der Kriegsknechte stach mit einem Speer in seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus.“ Blut und Wasser waren übrigens, interessanterweise ist es nicht interessant, dass die erste Hochzeit, die Jesus zu Kana besuchte, dort das erste Wunder, das er tat, damit zu tun hat, dass er Wasser zu Traubensaft machte und er später sagt, dass der Traubensaft im Abendmahl ist das Zeichen des neuen Bundes des Blutes, das er vergossen hat für uns. Interessant, wie die Zusammenhänge in der Bibel durch all die verschiedenen Kapitel und Bücher hindurchgehen. Es waren diese Wunden, die ihm zugefügt worden sind, die die Geburtsstunde im wahrsten Wortes der Gemeinde gewesen sind, die geformt werden musste, die mit Leben erfüllt werden musste, so wie Eva, wo der Heilige Geist auf sie herabkommen musste, so wie Jesus den Lebensatem in diese neu geformte Eva natürlich auch hineingeben musste, damit sie dann eine lebendige Partnerin für Adam sein konnte, so damit die Gemeinde eine Partnerin für Jesus sein kann.

[35:58] Die Frau wurde übrigens nach Adam genannt, Mann, Isch, Frau, Ischa. Das gleiche Prinzip findet sich auch in der Bibel für das Volk Gottes. Schon im Alten Testament findet sich diese Idee, dass der Name des Volkes, der Name der Gemeinde, der Name der Braut von dem Bräutigam her stammt. In Daniel 9 zum Beispiel, nur als ein Beispiel.

[36:28] In Daniel 9 und dort Vers 19 heißt es: „Herr, höre, Herr vergib, Herr achte darauf und handle und zögere nicht um deiner selbst willen, mein Gott, denn nach deinem Namen ist deine Stadt und dein Volk genannt.“ Wir als das Volk Gottes sind genannt nach dem Namen Jesu. Schon das alte Volk Israel wurde manchmal Immanuel genannt, so zum Beispiel in Jesaja 8, obwohl dieser Name natürlich nach Jesaja 7 eine Prophezeiung war auf den kommenden Messias. Im Neuen Testament wird das Volk Gottes Christen genannt nach Christus, der für uns gestorben ist. Das gleiche Prinzip gilt auch geistlich für das Volk Gottes.

[37:19] Und so wie Adam und Eva einander anhängen sollten, so sollen auch wir einander gemeinsam Jesus anhängen. Apostelgeschichte 11, Vers 26. Da finden wir noch einmal diese Idee, dass wir Christen genannt werden sollen. Ganz am Ende, in Vers 26 heißt es: „Und in Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt.“ Und Christen sollen Menschen sein, die Jesus nachfolgen, die seine Jünger sind, die ihm anhängen, die ihn nicht verlassen, die Schritt für Schritt bei ihm bleiben, so wie ein Mann und Frau durchs Leben gemeinsam gehen, so sollen die Jünger Jesus nachfolgen und mit ihm gemeinsam gehen. Man sagt ja manchmal, wenn Menschen sich verlieben, sie gehen miteinander. Man möchte damit ausdrücken, sie haben das gleiche Ziel, sie haben die gleichen Interessen, sie lieben sich, sie gehen gemeinsam einen Weg. Gehst du mit Jesus, folgst ihm nach, gehst du auf seinem Weg?

[38:19] Und dann heißt es von Adam und Eva, sie sollten ein Fleisch werden. Ja, können wir ein Fleisch werden mit Gott? Die Bibel sagt uns ganz deutlich, was die geistliche Anwendung davon ist, in 1. Korinther 6, Vers 17.

[38:30] 1. Korinther 6, Vers 17, die Bibel sagt: „Wer aber dem Herrn anhängt, so wie die Frau dem Herrn anhängen soll, ist ein Geist mit ihm.“ So wie Mann und Frau ein Fleisch werden in der tiefsten, intimen Beziehung, die überhaupt nur möglich ist, so soll die Gemeinde, soll der Gläubige eins werden mit Jesus im Geist, den gleichen Geist haben, das gleiche Denken haben wie Jesus. Bist du eins mit Jesus? Bist du ein Geist geworden mit ihm? Hängst du ihm an? Das ist die Frage, die wir uns heute stellen wollen, wo wir dieses wichtige Thema der Ehe sprechen.

[39:14] Und wenn wir all das sehen, welche tiefe Bedeutung die Ehe hat, nicht nur als eine soziale Lebensform, sondern auch immer wieder als ein Gleichnis auf die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk, jedem einzelnen Gläubigen, dann wird uns deutlich, warum Gott keine Freude hat an Scheidung. Das zeigt sich ganz deutlich, vor allem in Markus 10, Vers 9.

[39:39] Markus 10, Vers 9 sagt uns: „Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ Warum? Nicht zuletzt deswegen, weil die Ehe ein Symbol ist zwischen Gott und seinem Volk. Und jede Scheidung wirft sozusagen ein schlechtes Licht auf die Fähigkeit Gottes, seinen Bund aufrechtzuerhalten. Nun, die Bibel sagt ganz deutlich, es gibt einen Grund für die Scheidung, nämlich Ehebruch. Und das ist der einzige Grund, der auch dazu führt, dass die Ehe zwischen Gott und seinem Volk geschieden wird oder geschieden werden kann, zwischen dem Gläubigen und Gott.

[40:28] Das Alte Testament ist ja voller Bilder von Teilen des Volkes Gottes, die wie eine Hure agieren. Das heißt in Jesaja, in Hosea, in Jeremia, schon im 5. Buch Mose. Und auch im Neuen Testament gibt es dann dieses Bild von der Hure Babylon, die zwar sich äußerlich zu Jesus bekennt, aber innerlich von ihm distanziert hat. Und wo dann dieser Bund gebrochen ist. Aber eigentlich soll die Ehe ein Zeichen für den positiven Bund sein, den Gott mit seinem Volk schließen möchte.

[41:00] Nun, vielleicht zum Abschluss noch einige Gedanken, wie eine Ehe funktionieren kann. Es gibt viele viele Eheratgeber, Psychologen, Doktoren, Bücher, Seminare, alles mögliche, wie eine Ehe funktionieren kann. Paulus, von dem man immer sagt, dass er so kompliziert sei und so weltfremd, der hat als Nichtverheiratete, offensichtlich unter dem Einfluss des Heiligen Geistes, uns ein Prinzip gegeben, das so einfach ist, dass jeder, der es ausprobiert, merken wird, es ist göttlich, es ist so einfach, so klar und es ist so hilfreich.

[41:36] Epheser 5, Vers 22-25 heißt es: „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, als dem Herrn, denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist und er ist der Retter des Leibes. Wie nun die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren eigenen Männern in allem. Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleich wie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat.“

[42:04] Wenn wir diese vier Verse zusammenfassen, können wir sagen: Frauen sollen ihre Männer respektieren und Männer sollen ihre Frauen lieben, denn der Mann wünscht sich nichts mehr als Respekt und Achtung in einer Beziehung und die Frauen nichts mehr als Liebe. Alle Ehe-Ratgeber, und es mag natürlich viele Sonderfälle geben und Einzelfälle, wo man natürlich auch genau analysieren muss, aber alle Ehe-Ratgeber, alles, was man so über Ehe lernen kann, lässt sich letztendlich reduzieren auf diese beiden Basisprinzipien. Die Frau soll den Mann achten und ihn respektieren, der Mann soll die Frau lieben und alles für sie geben, denn es heißt ja nicht nur, dass wir sie lieben sollen, die Frauen, einfach mit ein paar Schmetterlingen im Bauch, sondern so wie Christus die Gemeinde geliebt hat.

[42:50] Und wenn es da jemanden gibt, der nicht ganz weiß, was das bedeutet, dann müssen wir nur umblättern von Epheser zu Philipper und dort Philipper 2 anschauen in Vers 5 bis 8. Jemand, der nur Epheser liest, könnte den Eindruck gewinnen, naja, von der Frau wird mehr verlangt als vom Mann, aber mit Philipper 2 Vers 5 bis 8 bekommt das eine neue Dimension. Das heißt, ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war. Die Gemeinde so lieben wie Jesus, der als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen. Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz.

[43:42] Wie sollen wir unsere Frauen lieben? Wie Christus die Gemeinde geliebt hat. Wie hat Christus die Gemeinde geliebt? Indem er sich erniedrigte, gehorsam wurde, auf sein eigenes Recht verzichtete, auf seinen Komfort und seine Hobbys dort im Himmel verzichtete, um seiner Gemeinde zu helfen. Das wird von uns Männern verlangt. Das ist, was die Bibel sagt. Verzichte auf dein Recht, verzichte auf deine Freizeit, um deiner Frau zu helfen, um ihr deine Liebe zu beweisen. Ich glaube, wenn wir diese Prinzipien anwenden und einer dem anderen dient, dann werden unsere Ehen gesunden und sie werden heilen.

[44:25] Und ja, die Ehe ist nicht nur etwas, was äußerlich stattfindet, sondern die Ehe beginnt schon in unserem Denken und Ehe hört manchmal auch in unserem Denken schon auf. Schauen wir gemeinsam mit Matthäus 5, wie Jesus uns hier einen wichtigen Punkt sagt, den wir nicht unausgesprochen lassen wollen hier.

[44:40] Matthäus 5, Vers 27 bis 29: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde ist, so reiß es aus und wirf es von dir. Denn es ist besser für dich, dass ein deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“ Vielleicht sagst du, ich habe ja bisher keinen Ehebruch begangen, ich habe noch nie mit einem anderen Partner geschlafen. Aber ganz ehrlich, wie sieht es in deinem Herzen aus? Wie sieht es in deinen Gedanken aus? Die Ehe endet nicht erst im äußeren Ehebruch. Viele Ehen sind innerlich tot. Weil genau das stattfindet, was Jesus hier in Matthäus 5 in der Bergpredigt uns zeigt. Das Gesetz geht weiter, als wir denken.

[45:37] Aber was soll ich tun, wenn es dort in meiner Ehe einen Vertrauensbruch gegeben hat? Wenn der Partner mir untreu geworden ist? Ja, nach der Bibel ist es möglich, sich scheiden zu lassen. Aber das Buch Hosea gibt uns eine interessante Antwort, wie Gott mit diesem Problem umgeht. Denn seit Jahrtausenden befindet sich immer wieder der größere Teil des Volkes Gottes in Hurerei. Und so sagt Gott dem Propheten Hosea in Hosea 1, Vers 2, als der Herr durch Hosea zu reden begann, da sprach der Herr zu ihm: „Geh, erwirb dir eine hurerische Frau und Hurenkinder, denn das Land ist dem Herrn untreu geworden und hat sich der Hurerei hingegeben.“ Und so muss Hosea eine Hure heiraten, mit ihr Hurenkinder zeugen. Und das war ein Symbol für die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk.

[46:35] Und dann heißt es aber, nachdem die Frau ihn dann verlassen hat, in Vers 21 soll er folgendes sagen: „Und ich will dich mir verloben auf ewig. Ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Erbarmen. Ja, ich will dich mir verloben mit Treue und du wirst den Herrn erkennen.“ Gott bietet seinem untreu gewordenen Volk erneut die Ehe an. Gott bietet uns an, uns zurückzuholen. Und ich glaube, es ist ein Prinzip, das sich dann auch wieder übertragen lässt auf die natürliche Welt. Dass selbst dann, wenn etwas schiefgelaufen ist in unserer Ehe und sie eigentlich zerrüttet ist, wenn wir erfüllt sind mit der Liebe Gottes, wir es wagen dürfen, dem anderen wieder einen Neustart anzubieten.

[47:30] In Hosea 3, Vers 2, da heißt es, wie er sich seine Ehefrau, diese Hure, wieder zurückgekauft hat. Vers 2, da erkaufte ich sie mir um 15 Silberlinge und um ein Homer und einen Letech Gerste. Gott hat sich seine Frau wieder zurückgekauft. Nicht mit 15 Silberlingen, nicht mit einem Preis, den man mit Gold und Silber bezahlen kann, sondern mit dem größten Preis, der jemals bezahlt worden ist, mit dem Blut des eingeborenen Sohnes Gottes. Und er möchte Hochzeit feiern.

[48:05] Wir haben gesagt, und das ist unser letzter Vers für heute, wir haben gesagt, die Menschheitsgeschichte beginnt mit einer Hochzeit. Wir haben gesagt, das Wirken Jesu begann mit einer Hochzeit. Und Offenbarung 19 macht uns deutlich, dass auch die Ewigkeit mit einer Hochzeit beginnt.

[48:24] In Offenbarung 19, da heißt es ab Vers 5: „Und eine Stimme kam aus dem Thron hervor, die sprach: Lobt unseren Gott, alle seine Knechte und alle, die ihn fürchten, sowohl die Kleinen als auch die Großen.“ Dann ging es weiter bis Vers 9, und ich hörte etwas wie die Stimme einer großen Volksmenge, wie das Rauschen vieler Wasser und wie der Schall starker Donner. Die sprachen: „Halleluja, denn der Herrgott, der Allmächtige, hat die Königsherrschaft angetreten. Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht.“ Das Lamm, Jesus Christus, und die Frau, die Gemeinde, kommen zusammen.

[49:02] Vers 8, und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend, denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen. Lieber Freund, liebe Freundin, bist du bereit für die Hochzeit des Lammes? Bist du bekleidet mit dem Kleid der Gerechtigkeit? Es ist deine Gerechtigkeit, es sind die gerechten Taten deines Lebens, die beweisen, dass du dein Kleid reingewaschen hast, dem Blut des Lammes, dass er dir die Untreue deines früheren Lebens vergeben hat. Du bist bereit für eine enge Beziehung mit ihm.

[49:32] Es heißt in Vers 9: „Und er sprach zu mir: Schreibe: Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmal des Lammes berufen sind.“ Und er sprach zu mir: „Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes.“ Lieber Freund, Jesus ruft dich zu seiner Hochzeit. Möchtest du ihm das Ja-Wort geben? Möchtest du mit ihm den Bund fürs Leben eingehen? Und er meint es genau so, wie es gemeint ist, den ewigen Bund, den neuen Bund, für das ewige Leben.

[50:01] Drei Hochzeiten beschreiben die gesamte Weltgeschichte. Die erste Hochzeit im Garten Eden, wo Adam ehrversäumlich verheiratet wurde. Die Hochzeit zu Kana, wo Jesus sein Wirken begann und in einem Zeichen andeutete, wie er die Menschheit retten würde. Und die Hochzeit am Ende der Weltgeschichte, am Anfang der Ewigkeit. Die Hochzeit des Lammes. Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte von Hochzeiten. Die Ehe ist ein Geschenk Gottes aus dem Paradies für dich. Möchtest du mit Jesus zusammenleben? Möchtest du diese Entscheidung heute fällen? Eine enge, tiefe Beziehung zu ihm zu haben? Ihm das Ja-Wort zu geben und bei diesem Bund zu bleiben? Gott segne dich in deiner Entscheidung. Gott gebe, dass diese Verbindung zwischen dir und Jesus eine dauerhafte wird, die nicht geschieden wird.

[50:59] Nächste Woche werden wir weiter studieren über das Thema Ursprung und Anfang. Wir freuen uns über weitere interessante Themen und wünschen euch Gottes Segen beim weiteren Studium seines Wortes. Amen.


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