[0:00] Herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Cannstatt Study Hours. Woran denkst du, wenn du Adventisten hörst? Vielleicht denkst du an den Sabbat, vielleicht denkst du daran, dass sie kein Schweinefleisch essen. Vielleicht denkst du an eine Gerichtsbotschaft, an 1844 oder die Lehre von einem Heiligtum. Vielleicht denkst du an Ellen White, an den Großen Kampf. Vielleicht aber auch an Bücherstände oder an Buchevangelisation, wenn Leute von Haus zu Haus gehen. Oder vielleicht denkst du auch an die nahe Wiederkunft, an das Warten auf Jesus Christus.
[1:00] Wenn wir uns anschauen, warum die Adventisten gegründet wurden, dann sehen wir, dass sie den Drang hatten, der Menschheit die Botschaft vom wiederkommenden Christus zu verkünden. Und genau das ist unser Thema, was wir diese Woche haben: die Adventhoffnung leben. Und wir wollen die Frage beantworten, was es bedeutet, heute mit dieser Hoffnung eines wiederkommenden Jesus zu leben. Und damit sind wir schon mittendrin im Thema. Wir haben die 11. Lektion in diesem dritten Quartal mit dem Thema: die Adventhoffnung leben. Und bevor wir einsteigen in das Bibelstudium, möchte ich gern zu Beginn noch beten. Vater im Himmel, ich möchte dir danken, dass du uns Hoffnung gibst. Ich möchte dir danken, dass wir in deinem Wort viele Verheißungen haben dürfen, dass du wiederkommst, dass du uns ins himmlische Jerusalem holen möchtest. Und ich möchte dir danken, dass wir uns näher beleuchten dürfen, was es bedeutet, diese Adventhoffnung in unserem Herzen zu tragen. Und ich möchte dich bitten, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass wir verstehen können, was du uns sagen möchtest. Und dafür danke ich dir. Amen.
[2:12] Unser Merkvers für diese Woche steht in 1. Korinther 15 und dort Vers 58. 1. Korinther 15, Vers 58. „Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn.“ Diesen Vers schreibt Paulus, nachdem er die bekannten Worte geschrieben hat, die von der Verwandlung der Gläubigen beinhalten und der Auferstehung der gerechten Toten handeln. Und nachdem er das geschrieben hat, fordert er uns auf, dran zu bleiben. Er fordert uns auf, dass wir uns nicht entmutigen lassen, dass wir für das Rechte einstehen sollen. Und gleichzeitig gibt er uns aber auch die Verheißung, dass nichts vergeblich ist, was wir tun.
[3:05] Und wenn wir Dinge machen oder auf Dinge warten, dann fragen wir uns manchmal: Wie lange noch? Und besonders bei Kindern kann man das oft hören. Wenn wir eine lange Autofahrt gemacht haben, als wir noch kleiner waren, dann haben wir Mama und Papa nicht nur einmal gefragt: Wie lange noch? Wann sind wir endlich da? Oder auch, wenn wir auf ein besonderes Ereignis gewartet haben, vielleicht auf den Geburtstag, auf den Urlaub, auf den Besuch bei der Oma oder irgendwas anderes, wo wir uns darauf gefreut haben, dann haben wir gefragt: Wie lange noch? Vielleicht haben wir sogar die Tage runtergezählt. Und ich glaube, dass sich der ein oder andere auch fragt: Wie lange noch? Wann kommt Jesus endlich wieder? Wann befreit er uns endlich? Wir sind schon so lange hier auf dieser Erde. Wir sehen das ganze Böse um uns herum, aber Jesus ist immer noch nicht wiedergekommen. Noch immer warten wir auf Jesus, unseren Befreier.
[4:11] Und wenn wir uns in der Bibel verschiedene Geschichten anschauen, dann sehen wir, dass es viele Situationen gibt, in denen auch Menschen auf Befreiung warteten. Und in der Lektion werden einige genannt, zum Beispiel die Sklaverei in Ägypten. Die Israeliten waren in Ägypten, mussten hart arbeiten, wurden unterdrückt, die Bedingungen wurden immer schwieriger und sie waren immer noch in Ägypten und haben gefleht zu Gott: Wie lange noch? Sie haben geschrien nach einer Befreiung von Unterdrückung, aus der Gefangenschaft. Viele Jahre später waren wieder die Israeliten in Babylon in der Gefangenschaft. Und auch dort haben sie gefragt: Wann dürfen wir endlich wieder zurück? Wann dürfen wir unsere Stadt aufbauen? Und wenn wir in die Psalmen schauen, und da wollen wir einen Vers lesen, in Psalm 94, dann sehen wir, dass die Psalmen auch voll sind von Bitten an Gott, dass sie doch errettet werden von den Gottlosen. Und da wollen wir was lesen in Psalm 94, Vers 3 bis 7.
[5:19] Also auch hier sehen wir, wie der Psalmist sich danach sehnt, von der Unterdrückung der Gottlosen befreit zu werden. Und er fragt: Wie lange noch dürfen die Gottlosen uns bedrücken? Auch die Propheten, da lesen wir in Sacharja 1, handeln auch davon, dass Menschen sich sehnen, befreit zu werden. Sacharja 1 und dort Vers 12 heißt es: „Da begann der Engel des Herrn und sprach: Herr der Herrscher, wie lange willst du dich nicht erbarmen über Jerusalem und über die Städte Judas, über welche du diese 70 Jahre zornig warst?“ Und auch in Habakuk wird der ähnliche Gedanke ausgedrückt: Wie lange lässt Gott das Unrecht zu?
[6:27] Und wenn wir ins Neue Testament gehen, dann sehen wir sogar, dass die Schöpfung auf Gottes Rettung wartet. Die Schöpfung, die auch die Sterblichkeit sieht, die Verweslichkeit, die wartet, von der Knechtschaft befreit zu werden. In Römer 8, Vers 19 bis 22 lesen wir das. Römer 8, Vers 19 bis 22: „Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei. Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin. Dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt.“
[7:24] Und wenn wir in die Offenbarung schauen, dann gibt es da einen Vers, in dem auch die Märtyrer fragen: Wann ist es endlich soweit? Wann, Jesus, hältst du Gericht? Und der Vers ist in Offenbarung 6, Vers 10. Offenbarung 6, Vers 10: „Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Wie lange, o Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?“
[7:55] Wie ist es heute? Nach was schreien wir? Vielleicht: Wann sind wir endlich im himmlischen Jerusalem? Vielleicht aber auch: Wann herrscht endlich vollkommene Gerechtigkeit? Manche Volksgruppen hatten Zeitpunkte, wann ihre Befreiung eintreten wird. Wir haben ganz am Anfang von den Israeliten in Ägypten gesprochen, und sie wussten, dass ihre Sklaverei 400 Jahre dauert. Das lesen wir in 1. Mose 15, Vers 13. 1. Mose 15, Vers 13: „Da wurde Abraham gesagt. Da sprach er zu Abraham: Du sollst mit Gewissheit wissen, dass dein Same ein Fremdling sein wird in einem Land, das ihm nicht gehört. Und man wird sie dort zu Knechten machen und demütigen 400 Jahre lang.“ Auch die Israeliten, als sie in Babylon im Exil waren, wussten, dass es 70 Jahre lang dauern wird. Das steht beim Propheten Jeremia. Jeremia 25. Jeremia 25 und dort Vers 10 und 11: „Und ich will unter ihnen aufhören lassen das Jubel und Freundengeschrei, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, das Klappern der Mühle und das Licht der Lampe. Und dieses ganze Land soll zu Trümmerhaufen, zur Wüste werden. Und diese Völker sollen dem König von Babel dienen, 70 Jahre lang.“
[9:21] Also wir sehen, dass Gott manchmal Zeitpunkte gegeben hat, die schon gegeben wurden, bevor die Gefangenschaft oder die Bedrückung überhaupt eingetreten ist, um das Volk auch zu ermutigen, dran zu bleiben und an Gottes Verheißung zu glauben.
[9:41] Wenn wir jetzt auf die Wiederkunft schauen, dann haben wir keinen Zeitpunkt, wann Jesus wiederkommt. In Matthäus 24, Matthäus 24 und dort Vers 36, da steht: „Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater.“ Also nur Gott weiß, wann die Wiederkunft sein wird. Wir haben Zeichen und wir haben das Versprechen, dass er wiederkommen wird, woran wir festhalten können, aber den genauen Tag oder das genaue Jahr, das wissen wir nicht.
[10:21] Wenn wir in den vorletzten Vers der Bibel schauen, in Offenbarung 22, Vers 20. Offenbarung 22, Vers 20. Da heißt es: „Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. Amen. Ja, komm, Herr Jesus.“ Und ich habe mich gefragt, was bedeutet dieses „bald“? Und das bedeutet im Griechischen auch „schnell“. Und das gleiche Wort finden wir auch zum Beispiel in Matthäus 5 und dort Vers 25. Matthäus 5, Vers 25: „Sei deinem Widersacher bald geneigt, während du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit der Widersacher dich nicht etwa dem Richter ausliefert und der Richter dich den Gerichtsdiener übergibt und du ins Gefängnis geworfen bist.“ Hier steht das gleiche Wort: „sei deinem Widersacher bald geneigt“ oder auch „sei deinem Widersacher schnell geneigt“. Das heißt, dass ich mich schnell mit meinem Widersacher versöhnen soll, während ich noch mit ihm auf dem Weg bin. Ich soll keine Zeit verstreichen lassen, weil sonst könnte er mich dem Richter ausliefern, steht hier, sondern ich soll schnell mich mit meinem Widersacher versöhnen.
[11:38] Wenn ich das jetzt übertrage auf den Vers, den wir vorher in Offenbarung gelesen haben: Jesus kommt schnell. Dann heißt es, dass, wenn die Zeit reif ist, dann lässt er nicht auf sich warten. Als die Zeit für die Israeliten in der Gefangenschaft in Ägypten gekommen war, dass sie endlich aus Ägypten ausziehen durften, dann hatten sie keine zwei Wochen zum Packen. Dann musste das alles innerhalb einer Nacht geschehen. Also, wenn wir das auf Jesu Wiederkunft übertragen, wenn Jesus das Gericht abgeschlossen hat, wenn jeder Fall entschieden ist, dann wird er kommen und dann wird er nicht auf sich warten lassen.
[12:20] Und in 2. Petrus 3 haben wir die Erklärung, warum er bis jetzt noch nicht gekommen ist. 2. Petrus 3, Vers 9. 2. Petrus 3 und dort Vers 9, da heißt es: „Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliches für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verloren gehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße hat.“ Hier sehen wir Gottes große Liebe. Gott wartet, bis jeder die Chance gehabt hat, sich zu entscheiden. Und erst, wenn das alles abgeschlossen ist, dann kommt er und dann kommt er schnell und dann lässt er nicht mehr auf sich warten. Also sehen wir, dass Jesus jedem die Möglichkeit gibt, umzukehren, und wenn es dann soweit ist, dann kommt er schnell wieder.
[13:25] In der Lektion haben wir auch ein Gleichnis gelesen, in Lukas 18, das Gleichnis vom ungerechten Richter. Da kommt eine Witwe zum Richter, der Gott nicht fürchtet, und fleht ihn an, dass er ihr Recht verschaffe gegenüber ihrem Widersacher. Und der Richter wollte lange nicht, und sie flehte und flehte und flehte, und irgendwann hat er sich doch ihrer erbarmt, weil sie so unerbittlich war. Und dann heißt es in Vers 7: „Gott aber wird er nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er auch lange zuwartet mit ihnen. Ich sage euch, er wird ihnen schnell Recht schaffen.“ Doch, wenn der Sohn des Menschen kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden. Gott wird, auch hier steht, dass Gott seinen Auserwählten schnell Recht schaffen wird.
[14:22] Aber er lässt es trotzdem zu, dass wir auch Bedrängnis haben. Das haben wir in den ganzen Geschichten vorhin schon gesehen. Warum? Weil wir oft in schwierigen Situationen am meisten lernen. In schwierigen Situationen wird unser Charakter am meisten geformt, wird unser Glaube sichtbar, wird sichtbar, auf wessen Fundament ich baue.
[14:49] Ich habe dazu ein Zitat gefunden von Ellen White. Da schreibt sie: „Christus hat keinen größeren Wunsch, als sein Ernteil von der Herrschaft Satans zu befreien. Bevor wir jedoch äußerlich davon erlöst werden können, müssen wir zuerst innerlich frei werden. Der Vater lässt Glaubensprüfungen zu, damit wir uns von der Liebe zu Materiellem, von Egoismus und allen unschönen Eigenschaften, die uns Christus so wenig ähnlich sein lassen, lösen. Er lässt zu, dass wir in große seelische Not geraten, damit wir ihn und Jesus Christus, den er gesandt hat, erkennen. Auf diese Weise will er in uns das Verlangen wecken, von allem Schlechten befreit zu werden und aus der Glaubensprüfung reiner, gottgeweihter und glücklicher hervorzugehen. Oft sind wir anfangs noch voll Selbstsucht. Ertragen wir aber die Bewährungsprobe geduldig, dann spiegeln wir, wenn wir sie bestanden haben, etwas vom Wesen Christi wieder. Hat Gott sein Ziel mit dir erreicht, indem er dich Schwierigkeiten erleben ließ, dann wird er deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.“ (Psalm 37) „Wir brauchen keine Sorge zu haben, dass der Herr das Gebet seiner Kinder nicht beachten würde. Die Gefahr besteht vielmehr darin, dass wir uns durch Versuchungen und Glaubensprüfungen entmutigen lassen und nicht mehr intensiv genug beten.“ Das Zitat war aus „Bilder vom Reich Gottes“, Seite 139.
[16:16] Das heißt, wenn wir das gelesen haben, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott keinen Fehler macht, dass Gott unsere Situation kennt, dass er uns hört und dass er zur rechten Zeit Befreiung schenkt und dass er genau weiß, wann dieser rechte Zeitpunkt ist.
[16:36] In Matthäus 24 und 25 finden wir die Endzeitrede von Jesus. Und wenn wir sie oft in Vorträgen hören oder bei Evangelisationen, dann wird diese Rede ganz oft dafür benutzt, um zu zeigen, was vor dem Ende passiert. Zum Beispiel von Kriegen wird gesprochen, es wird Hungersnöte geben, Seuchen werden ausbrechen, es wird große Erdbeben geben, es wird Drangsal geben und es wird alles zunehmen. Es wird erst seichter sein und dann wird es immer heftiger, bis schließlich das Ende kommen wird, und es werden noch viel mehr Zeichen genannt. Aber wir wollen uns heute nicht auf das fokussieren, was in der Welt passiert, bevor Jesus wiederkommen kann, sondern wir wollen uns die Verse anschauen, die von den Gläubigen in dieser Zeit handeln und uns anschauen, wie ihr Lebenswandel zu dieser Zeit ist, was sie zu dieser Zeit tun sollen. Also, wir wollen den Fokus ein bisschen auf etwas anderes legen.
[17:50] Zum Beispiel in Vers 4, Matthäus 24 Vers 4, da heißt es: „Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt acht, dass euch niemand verführt.“ Also die Gläubigen sollen acht haben vor der Verführung. In Vers 6: „Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Habt acht, erschreckt nicht, denn dies alles muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.“ Hier wird explizit gesagt, dass, wenn wir von dem Leid hören, das in der Welt ist, dass wir nicht erschrecken sollen, weil wir wissen sollen, dass dies alles geschehen muss, damit Jesus einmal wiederkommen kann.
[18:35] Wir springen in Vers 13: „Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“ Hier wird gesagt, dass wir uns nicht entmutigen lassen sollen, dass wir standhaft bleiben sollen und auf die Verheißungen Gottes bauen, dass wir ihm vertrauen und unsere Beziehung zu ihm kräftigen, und dann haben wir auch die Verheißung, dass wir gerettet werden am Ende.
[18:53] Ein Vers weiter in Vers 14: „Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt werden zum Zeugnis für alle Heidenvölker, und dann wird das Ende kommen.“ Hier haben wir auch den Auftrag, dass wir das Evangelium von Jesus verkünden sollen.
[19:13] Und weiter in Vers 15 bis 16: „Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, an heiliger Stätte stehen seht – wer es liest, erachte darauf –, dann fliehe auf die Berge; wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinab, um etwas aus seinem Haus zu holen, und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, um seine Kleider zu holen.“ Also hier haben wir auch den Auftrag, dass, wenn es soweit ist, zu einem bestimmten Zeitpunkt, dass wir fliehen sollen.
[19:42] In Vers 20 heißt es: „Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter noch am Sabbat geschehe.“ Also hier dürfen wir, bevor es soweit ist, Gott darum bitten, dass er den richtigen Zeitpunkt hat.
[19:56] Wir gehen weiter im Kapitel in Vers 33: „Also auch ihr, wenn ihr dies alles seht, so erkennt, dass er nahe vor der Türe ist.“ Dieser Vers sagt uns, dass wir die Weltgeschichte beobachten sollen, dass wir es nicht aus den Augen lassen sollen, sondern dass wir die Zeiten beobachten, um zu erkennen, dass Gott nahe ist, dass die Wiederkunft bevorsteht und gleichzeitig auch, um ermutigt zu werden, dass Gottes Wort wahr ist und dass das, was er vorausgesagt hat, auch eintrifft.
[20:27] In Vers 42 heißt es: „So wacht nun, da ihr nicht wisst, in welcher Stunde euer Herr kommt.“ Also hier werden wir aufgefordert, zu wachen, weil wir den Zeitpunkt der Wiederkunft nicht wissen, wie wir es vorhin schon gelesen haben.
[20:50] Und wir gehen noch in Kapitel 25 und dort Vers 35 bis 36: „Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremdling gewesen und ihr habt mich beherbergt. Ich bin ohne Kleidung gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu mir gekommen.“ Hier wird von der Nächstenliebe gesprochen. Eine ganz praktische Nächstenliebe: Hungrigen Essen geben, Fremden einen Platz zum Schlafen, die, die vielleicht Kleidung brauchen, dass wir ihnen Kleidung geben.
[21:33] Und weiter heißt es ab Vers 37: „Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremdling gesehen und haben dich beherbergt oder ohne Kleidung und haben dich bekleidet? Warum haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und sind zu dir gekommen?“ Und der König wird ihnen antworten und sagen: „Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
[22:09] Hier sehen wir, dass es für die Menschen zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, dass sie nicht groß darüber nachgedacht haben, sondern dass sie einen hungrigen Menschen gesehen haben und ihm das Essen gegeben hat. Also, dass es ein Teil von ihrem Charakter geworden ist. Und mitten in diesen zwei Kapiteln steht das Gleichnis von den zehn Jungfrauen. Zehn Jungfrauen, die auf die Ankunft ihres Bräutigams warten. Und weil sie warten und warten, sind sie irgendwann müde und schlafen ein. Und als der Bräutigam kommt, wachen sie auf und merken, dass ihre Lampen ein Lauschen waren. Fünf der Jungfrauen, die waren klug. Sie haben nicht nur ihre Lampe mitgenommen, sondern auch zusätzliches Öl. Und so konnten sie das in die Lampen füllen und die Lampen konnten wieder leuchten. Und fünf der Jungfrauen hatten aber kein zusätzliches Öl. Sie konnten ihre Lampen nicht mehr zum Leuchten bringen. Und so sind sie losgezogen und haben Öl gekauft. Und in der Zwischenzeit kam der Bräutigam, holte die Jungfrauen zur Hochzeit ab. Aber es standen nur fünf da. Die törichten Jungfrauen waren Öl kaufen. Und als sie zurückkamen, klopften sie an die Tür. Der Bräutigam öffnete und sagte: „Ich kenne euch nicht.“
[23:28] Ich kenne euch nicht. Und diese gleichen Worte, die lesen wir auch in Matthäus 7, Vers 21 bis 23. Matthäus 7, 21 bis 23: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt. Weicht von mir, ihr Gesetzlosen.“
[24:08] Hier sehen wir, dass die Bedingung, dass Jesus uns kennt, ist, dass wir seinen Willen tun.
[24:20] Vers 21: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“ Und wir haben in den letzten Tagen vor der Wiederkunft zwei Gruppen innerhalb der Gemeinde. Zwei Gruppen von Christen, zwei Gruppen von Adventisten. Alle sind Christen, alle bekennen sich zu Jesus, bekennen sich zu dem reinen Glauben und alle warten auf seine Wiederkunft. Und doch gibt es unter dieser Gruppe nochmal zwei Gruppen.
[24:58] Die Lampen in dem Gleichnis, die stehen für das Wort Gottes. Das können wir im Psalm 119 Vers 105 lesen: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ Und das Öl ist ein Symbol für den Heiligen Geist. Das wissen wir aus Sacharja 4, Verse 1 bis 6. Ellen White schreibt über die törichten Jungfrauen: „Die törichten Jungfrauen symbolisieren nicht die Heuchler, sondern jene Menschen, die die Wahrheit durchaus schätzen, sich sogar für sie einsetzen und auf der Seite derer zu finden sind, die an sie glauben. Aber sie lassen den Heiligen Geist nicht an sich wirken. Sie sind nicht auf den Felsen Jesus Christus gefallen, um ihr altes Wesen zerbrechen zu lassen. Es sind dieselben Menschen, die an anderer Stelle mit dem steinigen Boden verglichen werden. Sie nehmen das Wort bereitwillig an, leben aber nicht nach seinen Grundsätzen, sodass sein Einfluss nur vorübergehend spürbar ist.“
[25:57] Der Heilige Geist wirkt an unserem Herzen, wenn wir es ihm erlauben, und schenkt uns ein neues Wesen. Die Menschen, die durch die törichten Jungfrauen dargestellt werden, lassen ihn allerdings nur an die Oberfläche. Sie kennen Gott nicht wirklich, weil sie nie über sein Wesen nachgedacht und nie mit ihm in Verbindung gestanden haben. Deshalb wissen sie auch nicht, wie sie ihm vertrauen, zu ihm aufschauen und wie sie überhaupt leben sollen. Ihr Dienst für Gott ist reine Formsache.
[26:34] Später schreibt sie: „In geistlichen Dingen kann aber niemand das Defizit eines anderen wettmachen. Die Gnade Gottes wird allen angeboten. Die frohe Botschaft ist laut verkündigt worden. Und wen dürstet, der komme, und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. Charakter ist nicht übertragbar. Es gibt keinen stellvertretenden Glauben. Und weil niemand für einen anderen den Geist Gottes empfangen kann, ist es auch unmöglich, die als Frucht des Heiligen Geistes bezeichneten Merkmale weiterzugeben.“
[27:09] Die Gnade Gottes wird allen angeboten, haben wir gelesen. Und jeder hat die Möglichkeit, seinen Charakter verändern zu lassen. Und wir haben jetzt von den fünf törichten Jungfrauen gelesen und gesehen, was sie nicht gemacht haben. Aber sie schreibt auch in „Bilder vom Reich Gottes“, in dem Kapitel, in dem es über dieses Gleichnis geht, schreibt sie auch etwas über die klugen Jungfrauen: „Die klugen Jungfrauen im Gleichnis hatten außer ihren Lampen auch volle Ölfläschchen bei sich. Ihr Licht brannte unvermindert die ganze Nacht. Mit seinem Schein trug es zur Ehre des Bräutigams bei und erhellte außerdem den Weg zu seinem Haus, wo das Hochzeitsfest stattfand. So sollen auch die Christen Licht in das Dunkel der Welt bringen.“
[27:57] Durch den Heiligen Geist wirkt Gottes Wort wie ein Licht und erweist sich im Leben des Menschen, der es annimmt, als eine Kraft, die alles verändert. Wenn der Heilige Geist den Menschen die Grundsätze des Wortes einprägt, bringt er in ihnen die Wesensmerkmale Gottes zur Entfaltung. Das Licht seiner Herrlichkeit, also sein Wesen, sollen seine Nachfolger ausstrahlen. Damit verherrlichen sie Gott und erhellen gleichzeitig den Weg zum Haus des Bräutigams in der Stadt Gottes, wo das Hochzeitsmahl des Lammes vorbereitet ist.
[28:27] Alle, die auf den Bräutigam warten, haben die Aufgabe, den Menschen zu sagen: „Siehe, das ist euer Gott.“ Die letzten Strahlen des Gnadenlichts, die letzte Botschaft der Barmherzigkeit sollen der Welt das liebevolle Wesen Gottes offenbaren. Gleichzeitig sind seine Kinder dazu aufgerufen, in ihrem Lebensstil und Wesen die Gnade Gottes deutlich werden zu lassen, um so anderen Menschen Gottes Herrlichkeit zu offenbaren. Das Licht, das uns die Sonne der Gerechtigkeit schenkt, können und sollen wir durch Gutes tun, Aufrichtigkeit und Heiligung an andere weitergeben.
[29:03] Hier sehen wir, dass die klugen jungen Frauen mit dem Heiligen Geist erfüllt waren und dass sie dadurch Licht in das Dunkel der Welt bringen konnten, dass sie erleben durften, wie Gottes Kraft alles verändert, dass die Wesensmerkmale Gottes in ihnen zur Entfaltung bringen konnte, dass sie seinem Wesen immer mehr ähnlicher geworden sind und dass sie das ausstrahlen konnten. Gleichzeitig haben sie damit Gott verherrlicht und haben den Weg zum Horst des Bräutigams erhält. Sie haben der Welt das liebevolle Wesen Gottes offenbart und in ihrem Leben und Handeln wurde die Gnade Gottes sichtbar und somit konnten sie auch anderen Menschen Gottes Herrlichkeit offenbaren. Und das, was sie bekommen haben, das haben sie weitergegeben durch Gutes tun, Aufrichtigkeit und Heiligung.
[30:04] Und wenn man dies täglich praktiziert, was wir gerade gelesen haben, dann hat man irgendwann den Charakter Jesu voll entwickelt, der den Hungrigen zu Essen gibt, die Fremden beherbergt und seinen Nächsten liebt, so wie wir das vorhin in Matthäus 25 gelesen haben. Und weil es dann unser Charakter geworden ist, dann werden wir nicht bei jedem Schritt darüber nachdenken, sondern dann werden wir es einfach tun, weil es unser Charakter ist.
[30:43] Also, wenn wir es jetzt zusammenfassen, wie wir in der Zeit des Wartens leben sollen, in der Zeit, in der wir die Adventhoffnung in unserem Herzen tragen, der Zeit, wo wir uns fragen: Wie lange noch? Wann kommst du wieder, Jesus? Dann können wir sehen, dass wir den Heiligen Geist an uns wirken lassen sollen, damit er das Wesen Christi in uns wiederherstellen kann.
[31:10] Und wir haben jetzt viel über Hoffnung gesprochen, und wir wollen uns jetzt drei Hoffnungen anschauen, die wir haben dürfen. Zum einen die Auferstehungshoffnung, zum anderen die Gerichtshoffnung und dann die Hoffnung auf das himmlische Jerusalem, auf die neue Erde.
[31:23] Wir fangen mit der Auferstehungshoffnung an. Wenn man am Grab steht, wenn man einen Menschen beerdigt, dann merken wir, dass wir dem Tod machtlos gegenüberstehen. Menschen und Ärzte versuchen, das Leben so lang wie möglich hinauszuzögern, aber schlussendlich muss jeder Mensch, wenn Jesus nicht vorher wiederkommt, einmal sterben. Und wir stehen dem Tod machtlos gegenüber. Man kann nichts dagegen tun. Und umso schöner ist es, wenn man weiß, dass wir an einen Gott glauben dürfen, der den Tod besiegt hat. Dass wir glauben dürfen, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist, sondern dass wir eine Hoffnung auf die Auferstehung haben dürfen.
[32:19] Und dazu wollen wir in 1. Korinther schauen. 1. Korinther 15, das gleiche Kapitel, in dem auch unser Merkvers steht. 1. Korinther 15 und dort Vers 20 bis 23: „Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt. Er ist der Erstling, der Entschlafenen geworden. Denn weil der Tod durch einen Menschen kam, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen. Denn gleich wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus, danach die, welche Christus angehören, bei seiner Wiederkunft.“ Hier haben wir die Hoffnung: Christus ist gestorben und wurde wieder auferweckt. Und so werden auch alle bei der Wiederkunft auferweckt werden. Wir dürfen die Gewissheit haben, weil Christus auferweckt wurde, dass wir auch auferweckt werden.
[33:18] Und in 1. Korinther 15, weiter in 51 und 52, wird beschrieben, was passiert, wenn Jesus wiederkommt und was vor allem auch mit den gerechten Toten passiert: „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis. Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden. Plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn die Posaune wird erschallen und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.“ Das gibt Hoffnung. Der Tod ist nicht das Ende. Auch wenn wir dem Tod machtlos gegenüberstehen, ist er nicht zu groß für Gott. Und Jesus hat den Tod überwunden. Darauf dürfen wir uns festhalten.
[34:11] Aber gleichzeitig ist der Tod auch ernst zu nehmen, weil das Leben hier auf der Erde abgeschlossen ist. Das Leben ist vorbei. Alles, was ich bisher erlebt habe, habe ich erlebt. Alle Entscheidungen, die ich getroffen habe, habe ich getroffen, und ich habe keine Möglichkeit, das mehr zu ändern.
[34:24] Und in Psalm 90 Vers 12 heißt es: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Warum sollen wir klug werden? Wir sollen erkennen, warum wir hier auf der Erde leben. Und wir sollen in diesen Lebzeiten die richtige Entscheidung treffen. So wie wir es vorhin bei den Jungfrauen gelesen haben. Hier auf der Erde haben wir die Möglichkeit, die Entscheidung für Jesus zu treffen. Und er wird jeden Menschen vor diese Entscheidung führen. Und wir haben die Möglichkeit, dem Heiligen Geist zu erlauben, dass unser Charakter verändert wird, damit wir wie die klugen Jungfrauen den Charakter haben und bereit sind, wenn Jesus kommt.
[35:25] Wir wollen zu unserer zweiten Hoffnung gehen, zur Gerichtshoffnung. Wenn wir in Prediger schauen. Prediger. Dann lesen wir davon, dass die Welt ziemlich ungerecht ist. Prediger 8 Vers 14: „Es ist eine Nichtigkeit, die auf Erden geschieht, dass es Gerechte gibt, denen es nach dem Tun der Gottlosen ergeht, und Gottlose, denen es nach dem Tun der Gerechten ergeht.“ Ich habe gesagt, dass auch das nichtig ist. Ich weiß nicht, was ihr schon erlebt habt, ob ihr das unterstreichen könnt. Aber hier wird gesagt: Die Welt ist ungerecht. Die Gerechten, denen widerfährt Leid. Die Gottlosen können in lauter Freude leben.
[36:15] Und wenn wir uns die Psalmen anschauen, dann sind sie voll von solchen Versen. Dann lesen wir ganz oft davon, dass der Psalmist sich beschwert, dass er ausruft: Warum geht es den Gottlosen so gut? Und warum müssen die Gottesfürchtigen leiden? Warum werden sie unterdrückt? Aber in Prediger 12, Verse 13 und 14, und vor allem Vers 14, haben wir die Hoffnung. Prediger 12, Verse 13 bis 14: „Lasst uns die Summe aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das macht den ganzen Menschen aus. Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen, samt allem Verborgenen, es sei gut oder böse.“
[36:57] Also hier sehen wir, dass Gott jedes Werk vor Gericht bringen wird. Wir dürfen wissen, dass Gott Gericht halten wird und dass Gott jedes Werk sieht und danach, nach dem Handeln, auch beurteilt. Das heißt jetzt nicht im Umkehrschluss, dass wir nur gute Sachen tun müssen, damit wir einmal bei Gott sein werden. Das haben wir vorhin schon gesehen, dass das Wesensmerkmal was anderes ist. Aber meine Handlungen, das, was ich tue, zeigt, wie es in meinem Herzen aussieht.
[37:40] Und in Jakobus 2 wird der Glaube und die Werke zusammengebracht. Jakobus 2 und dort der Vers 26. In dem ganzen Kapitel und auch in dem ganzen Jakobusbuch wird der Glaube und die Werke zusammengefügt und erklärt. Aber wir wollen uns nur einen Vers anschauen. Jakobus 2, Vers 26: „Denn gleich wie der Leib ohne Geist tot ist, also auch der Glaube ohne die Werke tot.“ Also Glaube und Werke gehören zusammen, und wir dürfen darauf vertrauen, dass, wenn wir uns Leid geschieht oder wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen oder so, dass Jesus die Situation kennt, dass er uns befreien kann, dass er unseren Charakter veredeln möchte und dass jedes Werk bei Gott gesehen wird. Das, was die anderen tun, aber auch das, was ich tue. Jedes Lächeln, das ich jemandem schenke, das sieht Gott, auch wenn es vielleicht auf der Erde hier nur verspottet wird.
[39:01] Zum Schluss wollen wir uns die Hoffnung auf das himmlische Jerusalem anschauen. Und obwohl wir uns Adventisten nennen und auf die Ankunft des Herrn warten, ist mir aufgefallen, dass wir uns doch wenig damit beschäftigen, was uns im Himmel schlussendlich erwarten wird. Worauf freust du dich im Himmel? Mit wem möchtest du reden? Was möchtest du Jesus oder deinen persönlichen Schutzengel fragen?
[39:22] In vielen Aussagen von Ellen White wird uns der Himmel beschrieben, und er wird uns der Himmel ganz praktisch beschrieben. Und ich möchte einige Sachen jetzt einfach erzählen, die sie in verschiedenen Zitaten schreibt. Zum Beispiel schreibt sie, dass die Erlösten mit Jesus sieben Tage lang in den Himmel gehen werden. Und dann werden sie ankommen im Himmel, und sie werden im gläsernen Meer stehen. Und das gläserne Meer ist Feuer und Wasser zugleich. Das können wir uns gar nicht vorstellen. Und dort werden die Erlösten sich in einem perfekten Quadrat aufstellen. Es werden Schutzengel aus der Stadt kommen, unsere persönlichen Schutzengel, und sie werden alle eine Krone in der Hand halten. Und das sind diese Kronen, die die Schutzengel für uns angefertigt haben. Und Jesus wird die Krone nehmen, wird uns krönen, wird uns eine Palme in die Hand geben und Palmzweige und eine Harfe in die Hand geben. Und wir werden Jesus unendlich dankbar sein für das, was er getan hat.
[40:35] Wir werden alle unterschiedliche Kronen haben. Und jeder Stein in der Krone steht für einen Menschen, den wir auf der Erde zu Jesus geführt haben. Und dann gibt es Menschen, die haben Kronen mit so vielen Steinen übersät. Und es gibt Menschen, die vielleicht nur wenige Steine haben oder vielleicht nur einen Stein. Aber, und das schreibt sie auch, dass jeder mindestens einen Menschen zu Jesus führt. Auch die, die sich vielleicht kurz vor ihrem Tod noch entschieden haben, mindestens einen Menschen. Und wenn wir die Kronen haben, dann werden wir alle zufrieden sein mit unserer Krone. Es wird kein Neid oder komische Gedanken geben. Wir werden alle zufrieden sein. Und es wird eine große, große Dankbarkeit geben.
[41:25] Wir werden dankbar sein, dass Jesus den Tod am Kreuz für uns gestorben ist, damit wir durch sein Blut im himmlischen Jerusalem eintreten können. Stellt euch vor, wie es Adam gehen wird, wenn er Jesus wieder sieht. Er wird vor Jesu Füße niederfallen. Er wird ihn anbeten. Er wird seine Krone hinlegen und unfassbar dankbar sein. Und Jesus wird uns weiterhin dienen. Jesus, der uns schon auf der Erde gedient hat, der den Tod gestorben ist, damit wir bei ihm sein können. Er wird uns auch im himmlischen Jerusalem dienen. Am Festmahl. Und das sollte unser Hauptziel sein im Himmel: dass wir bei Jesus sein werden, dass wir ihn alles fragen können, dass wir von ihm lernen können und dass uns nichts mehr von ihm trennt.
[42:22] Es wird Tiere geben. Der Löwe wird neben dem Lamm spielen. Der Löwe wird nur Heu und Stroh fressen und dem Lamm nichts antun. Die Blumen, die dort sind, werden nie mehr verwelken. Und die zwölf Tore aus der Stadt sind jeweils aus einer Perle. Und wenn wir uns überlegen, auf dieser Welt wurde auf den Philippinen bisher die größte Perle gefunden, und sie ist nur 30 Zentimeter breit und 74 Zentimeter lang und wiegt 34 Kilo. Und dort im himmlischen Jerusalem wird eine Perle so groß sein, dass sie ein ganzes Tor darstellen kann.
[43:03] Jesus wird Wohnungen für uns vorbereiten. Und diese Wohnungen, er weiß genau, was wir uns jemals gewünscht haben. Sie werden golden sein, silber mit Perlen. Wir werden ein goldenes Regal haben, nur für unsere Krone, damit wir unsere Krone ablegen können. Und wir werden wieder Zugang zum Baum des Lebens haben. Jeden Monat wird er eine Frucht tragen, die uns am Leben erhält. Und die Blätter, die dienen zur Heilung der Völker.
[43:40] Und überlegt euch, mit welcher Dankbarkeit Adam wieder vor dem Baum des Lebens steht. Er, der einmal im Garten Eden davon essen durfte, bis er daraus vertrieben wurde, damit die Sünde nicht ewig herrscht, darf nun wieder am Baum des Lebens stehen, bekommt von Jesus die Frucht und darf wieder essen. Er, der wusste, wie Sündlosigkeit aussieht, der aus dem Garten vertrieben wurde und auf einmal überall die Sünde gesehen hat, die Vergänglichkeit, die Verweslichkeit, der es am eigenen Leib erfahren musste, über viele Jahrhunderte weg, darf nun wieder im Garten Eden, im himmlischen Jerusalem, am Baum des Lebens stehen, bekommt von Jesus persönlich die Frucht in die Hand gedrückt, damit er wieder ewig leben darf. Ich glaube, Adam kann am meisten nachvollziehen, was Jesus für uns vollbracht hat.
[44:40] Stellt euch vor, wie Paulus und Stephanus sich begegnen. Stephanus kannte Saulus nur noch als den Menschen, der für seinen Tod gestimmt hat, den Menschen, der ihn gesteinigt hat. Und jetzt ist er im himmlischen Jerusalem und sieht einen veränderten Saulus, einen Paulus, der sich für Jesus entschieden hat, durch auch die Begebenheit mit Stephanus Tod, der Jesus begegnet ist und der schlussendlich selber ein Märtyrer wurde und nun im himmlischen Jerusalem sein darf. Und das Schönste ist, dass wir alle das Gefühl haben werden, dass wir ein vollkommenes Recht haben, in dieser Stadt zu sein.
[45:29] Also, es lohnt sich, sich über den Himmel Gedanken zu machen und sich bewusst zu machen, was Jesus getan hat. Und dann wird der Himmel nicht einfach ein materielles Etwas, wo alles in Prunk und Pracht ist, was sich hier vielleicht manche Menschen wünschen, sondern dann wird der Himmel sein Ort, in dem man Jesus begegnet und in dem man unheimlich dankbar sein darf für das, was Jesus getan hat. Und die Beziehung zu Jesus wird vertieft werden, weil wir Gott und Jesus einfach noch mal in einem ganz anderen Licht sehen, weil wir merken, dass wir die Liebe, die sie für uns Menschen haben, gar nicht begreifen können.
[46:18] Über die Erlösten schreibt Ellen White: „Seinen treuen Nachfolgern war Christus ein täglicher Begleiter und vertrauter Freund. Sie lebten in ständiger, enger Verbindung mit Gott. Über ihnen war die Herrlichkeit des Herrn aufgegangen. In ihnen hatte das lichte Erkenntnis Gottes sich wieder gespiegelt. Jetzt sind sie glücklich im Glanz des Königs aller Könige, vorbereitet auf die Gemeinschaft des Himmels, weil sie den Himmel schon im Herzen tragen. Erhobenen Hauptes unter den hellen Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit und froh darüber, dass ihre Erlösung sich naht, gehen sie dem Bräutigam entgegen und sagen: ‚Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe.‘“ (Jesaja 25, Vers 9)
[47:10] Das Zitat waren „Bilder vom Reich Gottes“. Und hier haben wir gesehen, dass wir den Himmel jetzt schon im Herzen tragen können, wenn Jesus unser täglicher Begleiter ist. Der Himmel kann heute schon beginnen, und das ist auch ein Stück die Antwort auf die Frage, die wir uns am Anfang gestellt haben: Wie wir die Adventhoffnung heute schon leben können. Der Himmel ist ein stetiges Näherkommen zu Gott durch Christus. Je mehr Zeit wir mit Jesus und seinem Wort verbringen, desto mehr werden wir auch in seine Herrlichkeit verstehen und unsere Fröhlichkeit wird in uns zunehmen. Wir werden mit seiner Liebe gefüllt werden und haben die Atmosphäre des Himmels schon ein bisschen in unserem Herzen.
[47:48] Wenn wir hier auf der Erde sind, dann beginnt quasi das Leben im Himmel. Es beginnt die Vorbereitungszeit, die Erziehung ist hier auf dieser Erde, und wir werden in die Prinzipien des Himmels eingeführt. Und das, was wir mitnehmen können in den Himmel, ist unser Charakter. Also das, was wir auf dieser Erde lernen durften von Jesus, die Veränderungen, die an unserem Charakter vollzogen wurden, die können wir mitnehmen in den Himmel. Wenn unser Wille mit dem Willen von Jesus verschmilzt, dann werden wir die Fröhlichkeit des Himmels im Herzen tragen.
[48:28] Und es gibt den Satz: Gebet ist das Atmen der Seele. Also, wenn ich meinem Gesicht Gottes Gerechtigkeit zuwende, wenn ich zu ihm bete, dann wendet er uns auch das Gesicht zu. Wenn ich ernsthaft die Bibel studiere, dann werden Engel mir zur Seite stehen und mir die Verheißungen Gottes erklären. Und wenn wir Gottes Wort schätzen lernen, wenn wir das erleben, dann beginnt auch der Himmel in unseren Gemeinden. Auf einmal wird das Studium zur höchsten Priorität und die Ergebnisse werden sichtbar werden. Wir werden sehen, wie die Liebe Leben verändert, wie Geschwister eine sprudelnde Quelle für Jesus werden.
[49:18] Gott möchte, dass wir unsere Gedanken nicht mit den Sorgen der Welt füllen, sondern dass wir sie mit der Freude füllen, mit dem, was er für uns vorbereitet hat. Wir sollen darüber nachdenken, darüber reden, weil das wird unsere Seele stärken und unseren Glauben festmachen. Und das wird auch Freude in das Leben der anderen bringen. Und somit kann auch unser Heim ein Abglanz des Himmels sein. Indem der himmlische Umgang in unserem Heim herrscht, sind wir ein Zeugnis für die anderen. Aber es ist auch ein attraktiver Ort für Kinder. Wenn Mann und Frau sich respektieren und wahrhaft lieben, dann beginnt der Himmel schon in den Heimen und gleichzeitig dann auch in allen Institutionen. Wenn jeder täglich von Gott lernt und seinen Charakter repräsentiert, wenn er die Liebe Gottes im Herzen trägt, dann wird er auch die Geschöpfe Gottes, also seine Mitmenschen lieben. Und das wird sichtbar werden. Das wird mit einer Freude erfüllt werden, weil wir den Himmel schon im Herzen tragen.
[50:32] Also, wenn wir unsere Frage von vorhin beantworten, dann sehen wir, dass die Adventhoffnung heute zu leben bedeutet. Es ist die Gewissheit, dass Jesus schnell kommen wird, wenn die Zeit erfüllt ist. Und wir sollen heute eine enge Gemeinschaft mit Jesus pflegen. Wir sollen dem Heiligen Geist erlauben, uns zu verändern und vorbereitet zu sein auf die Ewigkeit. Und wir werden heute schon erleben, dass wir die Fröhlichkeit und die Atmosphäre des Himmels dann in unseren Herzen tragen dürfen.
[51:07] Und ich möchte jetzt zum Abschluss noch beten. Vater im Himmel, ich möchte dir danken für alles das, was wir lesen und studieren konnten. Danke für deine Zusage. Danke, dass du kommen wirst und danke, dass du deinen Heiligen Geist senden wirst in unsere Herzen, damit wir verändert werden. Danke, dass du alles vollbracht hast, dass du am Kreuz gestorben bist, dass du nicht aufgegeben hast. Danke, dass du uns erlöst hast und dass du uns heimholen wirst ins himmlische Jerusalem. Und ich möchte dich bitten für jeden, der diese Sendung anschaut, dass du ihn mit deinem Heiligen Geist erfüllst und dass wir verändert werden in deinem Bild. Dass wir deinem Charakter immer ähnlicher werden. Und dafür danke ich dir. Amen.
[52:01] Ich wünsche euch Gottes Segen fürs Bibelstudium und ein gesegnetes Sabbatgespräch. Amen.