[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt für eine neue Folge unserer Serie: Was ihr den Geringsten getan habt. Wir wollen darüber sprechen, was es ganz praktisch bedeutet, Christ zu sein und wie wir unsere Liebe zu Jesus auch an den Mitmenschen ausdrücken können.
[0:51] Heute soll es in dieser zweiten Folge darum gehen, wie Gott sich eigentlich diese Welt vorstellt. Das Thema heißt: Ein Entwurf einer besseren Welt. Wir wollen sehen, wie Gott durch sein Wort uns Ratschläge gibt, wie wir schon diese Welt mit all ihrer Sünde, ihrem gefallenen Zustand, all den Problemen besser machen können durch unser Leben, aber vor allem, wie Gott sich Leben eigentlich wirklich gedacht hat und wie wir es einmal auch dann auf der neuen Erde dem Prinzip nach erleben werden.
[1:23] Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 13. Juli und wir wollen natürlich wie jedes Mal auch diesmal mit einem Gebet beginnen, wozu ich euch ganz recht herzlich einlade. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für dein Wort und wir danken dir, dass du zu uns sprichst und dass du uns nicht nur Theorie vermittelst, sondern Dinge, die unser persönliches Leben ganz praktisch betreffen. Und wir möchten dich bitten so sehr, dass wir nicht einfach nur Namenschristen sind, die in eine Gemeinde gehen und bestimmte Glaubenspunkte für wahr halten, sondern dass sich in unserem Leben tatsächlich die Freundlichkeit und die Güte zeigt, die dich auszeichnet. Wir möchten dich bitten, dass du uns mit dem Heiligen Geist erfüllst, der deine Liebe in unser Herz bringt. Und wir danken dir, dass du unser Studium segnen wirst, weil du es verheißen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehrt, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[2:13] In Jakobus Kapitel 2, da macht uns der Schreiber, der Jakobus, aufmerksam auf das Gesetz. Und in Jakobus 2 Vers 8 heißt es: „Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt, nach dem Schriftwort: Du sollst deine Nächsten lieben wie dich selbst, so handelt ihr recht.“ Wir möchten gerne das Gute tun. Wir möchten gerne richtig handeln. Jakobus sagt uns, wie man richtig handelt, indem man nämlich das königliche Gesetz erfüllt. Das Gesetz, das vom König der Könige kommt und das seinem Wesen nach das Allerentscheidendste ist. Jakobus sagt uns, dass dieses königliche Gesetz – er spricht später dann auch in den weiteren Versen von den Zehn Geboten, zitiert auch einige von ihnen – dass dieses königliche Gesetz sich auf das Schriftwort bezieht: „Du sollst deine Nächsten lieben wie dich selbst.“ Das richtige Handeln, das gute Handeln eines Menschen, eines Christen, besteht letztendlich auf dieser Grundlage: den Nächsten lieben wie mich selbst.
[3:25] In 3. Mose 19 und dort Vers 18 finden wir genau dieses Schriftwort, das Jakobus zitiert hat. In 3. Mose 19 und dort Vers 18 ist ein Kapitel, in dem es um die Heiligung des Lebenswandels geht, also darum, wie man ein heiliges Leben mit Gott führt. Es geht ganz praktisch darum, wie man mit Gott im Alltag lebt. Und dort finden wir in Vers 18 diesen Vers, der dann auch später von Jesus gemeinsam mit 5. Mose 6, Vers 4 und folgende, zu den beiden wichtigsten Geboten des Alten Testamentes erklärt worden ist. Dort heißt es in Vers 18: „Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deine Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.“ Das ist nicht nur ein Ratschlag für ein friedliches Zusammenleben in der Gemeinde oder in der Nachbarschaft, sondern Gott verbindet dieses Gebot mit seiner eigenen Existenz, mit seinem Wesen, mit der Tatsache, dass er Gott ist: „Ich bin der Herr.“
[4:42] Und den Nächsten lieben bedeutet dann nicht nur, Menschen, die mir nichts getan haben, einfach freundlich zu behandeln oder Menschen, die mich bedacht haben, ihnen zu danken, sondern es bedeutet in diesem Vers auch dann Liebe zu üben, wenn mir Negatives widerfahren ist, wenn mein menschliches, natürliches, sündiges Herz eigentlich auf Rache sinnen würde, wenn man grollen würde, weil man etwas Böses erlebt hat mit einer Person. Die Nächstenliebe zeigt sich besonders da, wo der Nächste eigentlich nicht mein bester Freund ist, vielleicht sogar mir feindlich gesinnt ist. Und damit haben wir schon einen ganz wesentlichen Punkt jetzt angesprochen. Es geht nämlich nicht nur um eine Liebe, die eine Reaktion ist auf das, was andere mir Gutes getan haben, sondern um eine Liebe, die tatsächlich so ist wie Gottes Liebe, die unverdient dem anderen Gutes gerne gibt.
[5:43] Und wir fangen mal an, das Ganze ein bisschen genauer zu betrachten in 2. Mose Kapitel 3. Gott hat nämlich dieses königliche Gesetz, das sich zusammenfassen lässt in dieser Idee der unverdienten Liebe, die bei Gott immer konstant ist, weil er immer derselbe ist. Dieses Gesetz, ausgedrückt natürlich in den Zehn Geboten, die wir gleich noch genauer anschauen wollen. Aber zunächst beginnen wir in 2. Mose 3 Vers 7. Das ist, wo Mose am brennenden Dornbusch Gott begegnet, der dort sich und sein Wesen offenbart. Das Feuer des Dornbusches steht für die Liebe Gottes, die Tatsache, dass der Dornbusch nicht verbrennt, für die Tatsache, dass diese Liebe einfach konstant ist. Und in Vers 7 hören wir dann Gott sprechen: „Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten sehr wohl gesehen und ich habe ihr Geschrei gehört über die, welche sie antreiben. Ja, ich kenne ihre Schmerzen.“
[6:45] Am Anfang steht die Tatsache, dass Gott mein Elend kennt. Er hat die Tränen gezählt, die ich geweint habe. Er hat die Schreie gehört, die ich vielleicht, als ich ganz alleine gewesen bin, geschrien habe. Er weiß, wo es mir wehtut, ob körperlich oder geistlich, mental. Egal, wo der Schuh drückt, egal, was mich belastet, egal, wie schlimm es mir geht, Gott weiß es ganz genau. Wir müssen Gott nicht erst informieren über unsere unglückliche Situation. Gott kennt uns. Er hat es sehr wohl gesehen, sehr genau gesehen. Er hat nicht nur einen vagen Eindruck, sondern er weiß präzise, wie es mir und dir geht.
[7:28] Und dann heißt es in Vers 8, dass Gott nicht einfach nur das anschaut, anhört, mitansieht, mitleidet, sondern dass er aktiv wird, um eine Änderung herbeizubringen. Vers 8: „Und ich bin herabgekommen, um sie zu erretten aus der Hand der Ägypter und sie aus diesem Land zu führen in ein gutes und weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließt, an den Ort der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter.“ Gott ist vom Himmel herabgekommen, um den Israeliten, die in der Gefangenschaft sind, zu zeigen, dass ein besseres Leben möglich ist. Er hat etwas Besseres vor, und zwar nicht nur für die Israeliten, sondern für jeden Einzelnen.
[8:13] Der Jesus, der sich hier im brennenden Dornbusch offenbart als der Engel des Herrn, der selbst Jahwe Gott ist, der hat viele Jahrhunderte später in Johannes 10, Vers 10 etwas über seine Absichten gesagt, warum er tatsächlich vom Himmel herabgekommen ist und Mensch geworden ist. In Johannes 10, Vers 10 heißt es: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu töten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“ Jesus ist gekommen, damit wir ein besseres Leben haben. Ein Leben, das schon hier auf dieser Erde, schon hier, wo alles mit Sünde und Schuld und Schlechtigkeit behaftet ist, schon hier sich lohnt zu leben und das dann eine Brücke bildet in die Ewigkeit. Jesus möchte, dass wir das Leben im Überfluss haben.
[9:14] Und wenn wir das Gefühl haben, dass unser Leben nicht so ist, wie Gott es sich eigentlich wünscht, dann haben wir jetzt die Gelegenheit zu lernen, was Gottes Plan, was sein Entwurf für ein besseres Leben ist. Jesus ist gekommen, um uns herauszuretten aus der Knechtschaft unserer Gedanken, unserer schlechten Gefühle, unserer Schuld, unserer Sünde, all das, was uns belastet. Er möchte uns herausbringen in ein breites, in ein weites, ein gutes Land. Er möchte, dass wir das Leben im Überfluss schon hier haben.
[9:41] Und das ist keine Sache, die Gott einfach nur so im Geheimen plant. Nein, er hat von Anfang an das sehr deutlich kommuniziert. In 2. Mose 3 und dort Vers 16 und 17 heißt es: „2. Mose 3, Vers 16 und 17: Geh hin und versammle die Ältesten von Israel und sprich zu ihnen: Der Herr, der Gott eurer Väter, der Gott Abrams, Isaaks und Jakobs, ist mir erschienen und hat gesagt: Ich habe genau Acht gegeben auf euch und auf das, was euch in Ägypten geschehen ist, und ich habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend Ägyptens herausführen in das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter, das Land, in dem Milch und Honig fließt, also das Leben im Überfluss.“
[10:25] Gott hat das nicht nur Mose gesagt, er hat es auch Mose aufgetragen, dass dem Volk durch die Ältesten zu sagen, dass das ganze Volk wusste noch bevor sie ausziehen, dass Gott ihr Elend gesehen hat und dass er einen Plan hat, den er auch durch seine eigene Kraft, durch seine eigene Macht verwirklichen wird. Gottes Erlösung ist schon immer eine Botschaft gewesen.
[10:49] Jesaja 61, Vers 1 und 2, dort lesen wir über den Messias, eine der wichtigsten Textstellen des Alten Testamentes über den Messias, der kommen würde. Jesaja 61, Vers 1 und 2: „Der Geist des Herrn, des Herrschers, ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkündigen.“ Das ist eine Botschaft, die aber ganz konkrete, praktische Konsequenzen hat für die, denen es schlecht geht. „Er hat mich gesandt zu verbinden, die zerbrochenen Herzen sind, den Gefangenen Befreiung zu verkünden und Öffnung des Kerkers den Gebundenen, um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn, den Tag der Rache unseres Gottes und um zu trösten alle Trauernden.“
[11:37] Die Botschaft des Messias ist eine Botschaft der praktischen Hilfe für die, denen es schlecht geht. Gott wünscht sich, dass die, die gefangen sind, dass die, die zerbrochenen Herzen sind, dass die, die geistlich arm sind, gesegnet werden durch das, was Gott tun kann.
[12:05] Und so sagt uns die Bibel auch in Jesaja 52 und dort Vers 7: „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der Frieden verkündigt, der gute Botschaft bringt, der das Heil verkündigt, der zu Zion sagt: Dein Gott herrscht als König.“ Derjenige, der anderen davon sagt, dass Gott das Leben verändern kann, der diese gute Nachricht mitteilt, dass Gottes Wort Kraft hat, dass das Evangelium die Kraft Gottes ist und dass tatsächlich unser Leben sich zum Positiven ändert. Jeder, der diese Nachricht weitergibt, der ist hiermit gemeint. „Wie lieblich sind die Füße des Freudenboten.“
[12:44] Hast du selbst in deinem Leben erlebt, dass Gott dein Leben besser macht und hast du anderen davon erzählt? Es gibt nichts Schöneres, als zu sehen, wie die eigene Erfahrung andere inspiriert, ebenfalls das bessere Leben zu ergreifen, herauszukommen aus den alten Gedankenkäfigen, die Schuld bei Gott abgeben zu können und ein neues Leben beginnen zu können. Das ist eine Botschaft, die es sich lohnt weiterzugeben. Wenn wir das Evangelium predigen, predigen wir nicht nur prophetische Daten und korrekte theologische Konzepte und geschichtlich beweisbare Tatsachen. Nein, wir predigen den Entwurf Gottes für ein besseres Leben, den Entwurf Gottes für jeden einzelnen Menschen, dass das Leben tatsächlich besser sein kann.
[13:31] Und wenn wir diesen Wunsch haben, dass das Leben des Nächsten besser wird, dass es ihm besser geht als jetzt, dass er Gott besser kennenlernt, dass er mit seinen Problemen besser fertig wird, dass er mehr Freude und mehr Glück und mehr Frieden hat, dann werden wir auch gerne dieses Evangelium weitergeben. Insofern ist also das Gebot der Nächstenliebe eine ganz notwendige Voraussetzung überhaupt, dass Gottes Evangelium in die ganze Welt gepredigt werden kann.
[14:00] 2. Mose 19 und dort haben wir jetzt die Einleitung zu den Zehn Geboten, diesem Entwurf für ein besseres Leben. In 2. Mose 19, ab Vers 4 lesen wir: „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern ein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir. Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst.“
[14:34] Als die Israeliten erlebt haben, dass Gottes Erlösungsbotschaft nicht nur leere Worte sind, sondern dass er sie tatsächlich frei gemacht hatte aus der Sklaverei und dass die Ägypter tatsächlich gestorben sind, die sie verfolgt haben, und dass sie tatsächlich jetzt auf dem Weg zum gelobten Land waren. Als wir gesehen hatten, dass Gottes Wort wirklich reale Kraft hat und vertrauenswürdig ist, da sollten sie jetzt den Auftrag bekommen, Gottes besonderes Volk zu sein. Gott sagt: „Ich habe alle Völker geschaffen, alle gehören mir, aber ihr seid diejenigen, die am eigenen Leib, weil sie mir geglaubt haben, erlebt haben, dass ich das ernst meine, was ich sage. Ihr habt etwas erlebt von der Kraft des Evangeliums.“
[15:20] Ihr sollt ein besonderes Volk sein, weil ihr nämlich das glaubt und annehmt. Deswegen hört genau zu. Die Israeliten sollten auf die Zehn Gebote deswegen genau hinhören, nicht einfach nur, damit sie einfach alles korrekt genauso machen, wie Gott sich das gedacht hat, sondern damit sie ein besonderes Volk sein würden und es auf der ganzen Welt herausgehoben, nicht aufgrund ihrer guten genetischen Anlagen oder ihres großen Intellektes oder ihrer persönlichen Vorzüge, nein, durch ihre Kenntnis des Entwurfs eines besseren Lebens, weil sie dann wussten, wie man ein Leben im Überfluss leben kann, schon hier auf dieser Erde. Das würde sie besonders machen. Und Gottes Plan war ja, dass alle Menschen davon erfahren.
[15:58] Das sehen wir in 5. Mose Kapitel 4. Dort wird nämlich sehr deutlich, dass Gott niemals geplant hatte, dass die Zehn Gebote irgendwie auf die Israeliten beschränkt gewesen wären. In 5. Mose 4 und dort ab Vers 6 heißt es: „… dass ich euch heute vorlege.“ Die anderen Völker wären wahrscheinlich nicht so sehr zunächst mal an theologischen Konzeptionen interessiert gewesen, sondern vor allem daran an einem besseren Leben. Und was Gott sich wünschte, war, dass die Israeliten, die zugehört hätten – muss ich im Konjunktiv reden, weil sie ja das nie wirklich dann getan haben, so vollständig hier – wenn sie wirklich zugehört hätten und diese Zehn Gebote in ihr Herz aufgenommen hätten durch die Gnade Gottes, den Heiligen Geist, dann wäre ihr Leben so attraktiv gewesen, so ein Gegenentwurf zu dem Elend dieser Welt, dass andere, die noch nicht die Bibel kannten oder die Bibel gab es in dem Fall ja noch nicht, das Wort Gottes kannten, allein durch das Leben und die Gewohnheiten der Israeliten so angezogen worden wären, dass sie gerne Gott hätten kennenlernen wollen.
[17:41] Die Israeliten sollten also quasi selbst zum Entwurf eines besseren Lebens werden. Es reicht also nicht, die Zehn Gebote irgendwo auf Faltblättern zu verteilen und sagen: „Hier ist das bessere Leben, lies es dir mal durch.“ Sondern was Gott sich eigentlich überlegt hatte, war, dass die Zehn Gebote im Herzen der Menschen ein sichtbares Beispiel dafür sind, wie das Leben durch Gottes Gnade, durch seinen Heiligen Geist hier auf dieser Erde sein kann.
[18:14] Und damit sind wir bei diesen Zehn Geboten, von denen Gott sich wünscht, dass die Israeliten genau hinhören und sich überlegen, was das für sie bedeutet und wie sie damit zu einem Vorbild für alle anderen werden können. Wir werden hier aus Zeitgründen nur kurz hinübergehen und einige wesentliche Punkte ansprechen, die unser Thema betreffen. Wer sich mehr für die ganze Thematik interessiert, der sei unter anderem verwiesen auf unsere Serien „Höhere Israel“, wo wir über 5. Mose 5 auch ein sehr ausführliches Studium der Zehn Gebote haben, und auch die laufende Serie „Die Zehn Worte“ mit verschiedenen Predigten zu den Zehn Geboten.
[18:46] Kapitel 20, 2. Mose 20, Vers 1: „Und Gott redete alle diese Worte und sprach.“ Die Grundlage dieses Entwurfs für ein besseres Leben ist die schöpferische Kraft des Wortes Gottes. Wenn er spricht, dann geschieht es. Wir lesen im Schöpfungsbericht, dass wenn Gott sprach: „Es werde Licht“, es auch tatsächlich Licht wurde. Wenn Gott also sagt: „Du sollst nicht begehren“, dann muss ich auch nicht mehr begehren, wenn ich ihm das glaube.
[19:24] Und so sehen wir also, dass es sich nicht nur um Regeln handelt, wo man dann so ein paar Grenzzäune gezogen hat, was man vielleicht dann nicht mehr darf und wo man sich ein bisschen orientieren kann, sondern die Zehn Gebote sind mehr als nur Marksteine, wo jetzt das gute und das schlechte Leben ist. Sie vermitteln eigentlich durch das Wort Gottes selbst, durch Jesus die Kraft, dass wir auch tatsächlich sie leben können. Ansonsten wäre dieser Entwurf ja relativ wenig wert, wenn er nicht auch umsetzbar wäre. Und diese Umsetzbarkeit kommt durch das Wort Gottes.
[20:00] In 5. Mose, Kapitel 30, dort lesen wir in Vers 11: „Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist nicht zu wunderbar für dich und nicht zu fern.“ Es ist nicht zu kompliziert, denn Vers 14 sagt uns: „Sondern das Wort ist sehr nahe bei dir, in deinem Mund und in deinem Herzen, sodass du es tun kannst.“ Und dieses Wort ist natürlich Jesus selbst, der sich hier offenbart mit seinem Wesen und seinem Charakter. Durch Jesus können wir dieses Leben leben, von dem die Zehn Gebote sprechen.
[20:36] Übrigens haben wir gesehen oder können wir sehen im Schöpfungsbericht, wenn man sich dort anschaut, wie Gott handelt, was er durch sein Wort tut, dann stellen wir fest, von allen Seiten der Bibel, mal abgesehen von den letzten beiden Kapiteln, ist es nirgendwo so schön und so vollkommen, so perfekt wie in 1. Mose 1 und 2. Als Gott spricht und Gott handelt und noch kein Mensch durch seine Sünde irgendwie dazwischen gekommen ist, ist alles sehr gut. Je mehr wir uns also auf das Wort Gottes verlassen, desto glücklicher werden wir sein. Und je mehr wir uns darauf verlassen, was Gott für unser Leben plant, desto mehr wird unser Leben an Qualität gewinnen.
[21:31] Und da die Zehn Gebote genau auf diesem Wort Gottes basieren, dürfen wir sicher sein, dass je genauer wir über sie nachdenken und durch Gottes Gnade in unserem Leben auch verwirklicht werden, umso glücklicher und schöner und attraktiver wird unser Leben sein. Nun, schauen wir uns ganz kurz diese Gebote an und nur im kurzen Abriss, was sie jetzt für unser Leben bedeuten. Vers 3, du sollst keine… Fangen wir mit Vers 2 an: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft herausgeführt habe.“ Wie schon gesagt, die Grundlage dieses besseren Lebens ist, dass Gott aktiv gewesen ist, weil er unser Elend gesehen hat, weil er weiß, wie es uns geht, und weil er vom Himmel herabgekommen ist, um uns aus der Sklaverei zu befreien. Nur er kann uns das gute Leben geben. Er weiß, dass die Sünde Knechtschaft ist, aber der Sohn macht uns frei. Die Wahrheit macht uns wirklich frei. Durch Jesus können wir dieses neue Leben leben.
[22:29] Vers 3: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Das erste Gebot bewahrt uns davor, dass wir unsere Hoffnung auf irgendetwas setzen, was uns enttäuschen würde. So viele Menschen haben Götter und Götzen, die für sie das Allerwichtigste im Leben sind, und sie werden grundsätzlich enttäuscht, weil nur Gott wirklich das tun kann, was wir von einem Gott verlangen. Wer auf Gott allein zählt, der wird nicht enttäuscht.
[22:53] Vers 4 bis 6: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht, denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen.“ Das zweite Gebot bewahrt uns davor, dass wir Gott und sein Wesen degradieren, irgendwie auf unsere Ebene bringen, auf die Ebene des Geschaffenen, weil das würde dann unseren Blick auf seine Liebe und auf seinen Plan für unser Leben trüben. Denn wenn Gott nur so ist wie das, was wir sehen, dann ist nicht viel mehr von ihm zu erwarten, als was uns andere auch geben könnten. Das zweite Gebot zeigt uns: Es gibt einen Gott, der so viel besser ist und so viel größer, als dass man ihn durch irgendetwas adäquat darstellen könnte. Und nur weil er so viel größer ist und so viel besser ist als das, was wir um uns herum sehen, deswegen kann er auch das, was wir um uns herum sehen, verändern. Und genau diesen Blick, dieses Wissen, diesen Glauben möchte uns das zweite Gebot erhalten, dass wir wissen, dass unser Gott so unvergleichlich ist und deswegen auch das Unglaubliche, das Unvergleichliche in unserem Leben bewirken kann.
[24:09] Vers 7: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen. Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seine Namen missbraucht.“ Der Name Gottes steht für sein Wesen, für seinen Charakter. Und indem wir den Namen Gottes eben nicht leichtfertig verwenden oder gegen ihn gotteslästerlich reden, werden wir davor bewahrt, dass wir das Wesen Gottes, das uns als Vorbild für das bessere Leben dient, dass wir dieses Wesen nicht irgendwie in den Schmutz ziehen. Denn wenn das Vorbild, das wir haben für das bessere Leben, in unserem Kopf getrübt ist, dann können wir dieses bessere Leben nicht mehr richtig leben, weil wir kein Vorbild mehr haben. Deswegen warnt uns die Bibel davor, den Namen Gottes zu missbrauchen. Denn der Name Gottes steht für sein Wesen, für seinen Charakter und damit genau für das, was unser Leben auszeichnen sollte.
[25:15] Vers 8-11: „Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun, aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, weder du noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und ruhte am siebten Tag. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und geheiligt.“ Das vierte Gebot gibt uns Zeit und gibt uns Ruhe. Man kann kein wirklich glückliches Leben leben, wenn man nicht Zeit für das Wichtigste hat, Zeit für das, was einem besonders ans Herz gewachsen ist. Wenn man Zeit mit Gott verbringt, Qualitätszeit, dann kann man auch von ihm dieses Leben lernen. Das vierte Gebot bewahrt uns davor, dass wir vor so viel Stress und vor so viel Arbeit und vor so viel Mühe irgendwie den Blick verlieren von diesem guten Leben. Und es zeigt uns, dass Gott der Schöpfer ist und es zeigt uns, dass wenn Gott uns geschaffen hat, er auch am besten weiß, wie wir funktionieren und wie wir am besten leben können.
[26:30] Vers zwölf: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“ Das fünfte Gebot beschützt unsere Familien und es sichert auch, dass wir nicht nützliche Ratschläge in den Wind schlagen, denn es hält uns auch dazu an, grundsätzlich Autoritätspersonen in ihrer Sphäre und auch in der angemessenen Form zu respektieren, ihren Ratschlag ernst zu nehmen. Und das gute Leben besteht auch darin, dass man nicht alles alleine nur selbst denkt, sondern dass man auch gute Ratschläge von anderen annimmt, die einem helfen können. Und das fünfte Gebot hilft uns, das nicht aus den Augen zu verlieren.
[27:04] Vers 13: „Du sollst nicht töten.“ Das sechste Gebot schützt natürlich unser Leben, aber auch den Frieden und auch das Miteinander. Wenn wir dann daran denken, wie Jesus in der Bergpredigt dieses Gebot ausgelegt hat, dass schon auch die verbale Kommunikation und auch das Denken letztendlich darunter fällt.
[27:34] Das siebte Gebot sagt, Vers 14: „Du sollst nicht Ehe brechen.“ Hier wird die Ehe geschützt und damit auch die Liebe. Eine der stärksten Faktoren unseres Lebens, die unser Leben wirklich glücklich machen können oder eben halt auch nicht, wenn das in die falsche Bahn gerät.
[27:53] Vers 15: „Du sollst nicht stehlen.“ Gottes Gebot schützt unser Eigentum.
[28:00] Vers 16: „Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten.“ Die Zehn Gebote schützen Wahrheit und auch Integrität, ganz entscheidend für ein wirklich aufrichtiges und gutes und erfülltes Leben.
[28:14] Und dann Vers 17: „Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten. Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat.“ Das zehnte Gebot beschützt unsere Gedanken vor bösen Absichten. Und wenn die beschützt sind, dann sind letztendlich auch die anderen neun Gebote möglich zu halten, weil letztendlich alles damit anfängt, dass wir böse Absichten in unseren Gedanken haben.
[28:40] Und hier sind wir so ein bisschen an der Wurzel der ganzen Sache angelangt. Die Bibel macht deutlich, Gott zeigt uns, dass das gute Leben nicht einfach nur aus Handlungen besteht, die getan oder vermieden werden, sondern eigentlich daran besteht, wie wir zum Leben stehen, wie wir zu diesen Dingen stehen, wie wir darüber denken, welche Gedanken wir zulassen, welche Gedanken wir auch durch Gottes Hilfe ausscheiden. Denn diese Gedanken werden unsere Worte, unser Handeln, unseren Charakter prägen und damit unser ganzes Leben bestimmen.
[29:10] In Matthäus 5, Vers 21, wir haben schon kurz angesprochen, wird deutlich, dass Jesus diese Tiefe der Gebote sehr stark betont hat. Das war im Laufe der Zeit ein bisschen aus den Augen verloren gegangen. Und Jesus zeigt in der Bergpredigt, die ja nichts weiteres ist, die eine Vertiefung, eine Erklärung, eine Weiterführung, eine Erläuterung der Zehn Gebote ist, zeigt er, was er damals schon am Sinai eigentlich gemeint hat und schon immer gegolten hat.
[29:44] Matthäus 5, Vers 21 und 22: Die Zehn Gebote betreffen nicht nur tatsächlichen Ehebruch und tatsächlichen Mord und tatsächlichen Diebstahl, sondern sie betreffen auf der Ebene der Gedanken und der Worte alle nur denkbaren Lebenssituationen. Das heißt, wer sich durch Gottes Gnade und durch Gottes Geist an ihnen orientiert und sie in sein Herz schreiben lässt, der hat für die verschiedensten Situationen des Lebens genau die Prinzipien, die es braucht, um das bessere Leben leben zu können.
[30:41] In Markus 12, Vers 28 bis 31 fasst Jesus dann das alles noch einmal zusammen auf die Frage hin, was denn nun das wichtigste Gebot sei. Man könnte auch so ein bisschen an das königliche Gesetz denken von Jakobus. Da lesen wir in Markus 12 ab Vers 28: „Da trat einer der Schriftgelehrten herzu, der ihren Wortwechsel zugehört hatte und weil er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte ihn: Welches ist das erste Gebot unter allen?“ Jesus aber antwortet ihm: „Das erste Gebot unter allen ist: Höre, Israel! Der Herr, unser Gott, ist Herr allein.“
[31:19] Die Israeliten sollten ja hinhören. Er hatte ja gesagt im 2. Mose 19: „Wenn ihr meiner Stimme Gehör schenken werdet, wenn ihr das wirklich zu Herzen nehmt, dann wird das möglich sein.“ Die Schriftgelehrten kannten natürlich die Zehn Gebote, er wusste, was dort steht und trotzdem lebte er nicht das bessere Leben. Es reicht nicht, die Zehn Gebote zu kennen und zu wissen, dass die katholische Kirche das zweite gestrichen und das vierte geändert hat. Es reicht nicht einmal, das als Flyer zu verteilen, um das bessere Leben zu leben.
[31:47] Das bessere Leben leben wir dann, wenn wir zuhören, was Gott uns sagen möchte, wenn wir ihn hineinlassen in unser Herz und wenn wir darüber nachdenken, weil dann werden wir anfangen, ihn zu lieben. Das heißt nämlich in Vers 30: „Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Denken, mit deiner ganzen Kraft. Dies ist das erste Gebot und das zweite ist ihm vergleichbar, nämlich dies: Du sollst deine Nächsten lieben wie dich selbst. Größer als diese ist kein anderes Gebot.“
[32:18] Wenn wir hinhören, was Gott in den Zehn Geboten uns eigentlich sagen möchte, was er da am Sinai, in der Bergpredigt, uns mitteilen möchte, dann werden wir Gott von ganzem Herzen lieben und auch diese Liebe haben, von der Jakobus sagt, wenn wir sie haben, die Liebe zum Nächsten, dann handeln wir recht, dann erfüllen wir das königliche Gesetz.
[32:40] Dem Geringsten zu dienen, für den Nächsten da zu sein, ist nicht einfach eine soziale Pflicht, die man einfach so aus bürgerschaftlichem Engagement heraus tut, sondern was Gott hier meint, ist, dass man aus Liebe zu ihm, erfüllt durch den Heiligen Geist, das tut am anderen, was Gott an uns, zumindest im Prinzip, getan hat, weil wir hingehört haben und ein besonderes Volk geworden sind, das jetzt anderen gerne zeigen möchte, wie das bessere Leben aussieht.
[33:19] Lieber Freund, liebe Freundin, kennst du das bessere Leben oder hast du nur davon gelesen? Hast du schon einmal wirklich hingehört, wenn Jesus zu dir gesprochen hat? Denn wenn du hinhörst, wirst du in die Lage versetzt werden, zu sehen, was Jesus deinem Leben verändern möchte, und du wirst die Kraft erhalten, durch Gottes Geist diese Veränderung auch vornehmen zu können. Du wirst sehen, wie sehr sich dein Leben verändert und verbessert, und du wirst sehen, dass du anderen dann gerne dieses bessere Leben auch anbieten möchtest.
[34:03] Das Problem war natürlich, dass viele Menschen das nie so genau wahrhaben wollten. In Lukas 10, Vers 29 haben wir jemanden, der sogar ganz korrekterweise diese beiden Gebote zitiert. In Lukas 10, ab Vers 25 heißt es: „Wie liest du?“ Er beantwortete und sprach: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Er sprach zu ihm: „Du hast recht geantwortet, tue dies, so wirst du leben.“ Also in anderen Worten, die Antwort ist richtig, worauf es jetzt ankommt, ist, dass das tatsächlich sich in deinem Leben zeigt.
[34:50] Er aber wollte sich rechtfertigen und sprach zu Jesus: „Wer ist mein Nächster?“ Man kann also die Wahrheit kennen und richtig predigen, richtig sagen und trotzdem im Herzen eigentlich nicht wirklich zugehört haben, über das, was man gerade selbst anderen beigebracht hat. Das ist sehr gut möglich und das passiert viel zu oft. Zu oft erzählen wir anderen die Wahrheit und haben gar nicht hingehört, was die Wahrheit uns sagen möchte, und fangen dann an, uns zu rechtfertigen, weil unser Leben halt oft dann nicht mit dem übereinstimmt, was hier steht.
[35:26] Deswegen bittet uns Gott und sagt: „Höre, Israel! Hör zu, hör zu, was ich dir sagen möchte“, sagt Gott. Und wenn wir hinhören, dann werden wir tatsächlich dieses Leben erkennen, das Gott uns anbietet, und zwar von innen heraus durch den Geist, den er uns gibt.
[35:42] In 5. Mose 5, dort wird beschrieben, wie die Israeliten, genau ähnlich wie dieser Schriftgelehrte, gar nicht so richtig hingehört hatten. Sie hatten zwar die Stimme Gottes gehört, die zu dem Gebot, aber sie wollten nicht weiter hören. Sie baten sogar, dass er aufhört zu reden und dass Mose ihnen stattdessen sagt, was sie zu tun und zu lassen haben. Und interessanterweise ging Gott darauf ein, weil sie offensichtlich die Zehn Gebote noch nicht so wirklich verstanden hatten. Und er gab ihnen jetzt weitere Rechtsbestimmungen, weitere Satzungen, die ihnen etwas praktischer noch erklären sollten, was eigentlich im Wesen nach mit den Zehn Geboten gemeint war.
[36:25] In 5. Mose 5, und dort Vers 31, sagt Gott zu Mose: „Du sollst hier bei mir stehen bleiben, damit ich dir alle Gebote und Satzungen und Rechtsbestimmungen verkünde, die du sie lehren sollst, damit sie sie tun in dem Land, das ich ihnen zu besitzen gebe.“ Es gab jetzt eine ganze Reihe von weiteren Satzungen, die wir vor allem in 2. Mose 21, 22, 23 und so weiter, vielen anderen Kapiteln dann lesen, die sozusagen beispielhaft an konkreten Situationen verdeutlichen sollten, in welchem Geist Gott sich wünscht, dass wir leben sollen. Und wir greifen hier nur ein paar wenige Beispiele heraus.
[37:03] In 2. Mose 23, und dort Vers 9 heißt es: „Und bedrücke den Fremdling nicht, denn ihr wisst, wie es den Fremdlingen zumute ist, denn ihr seid Fremdlinge gewesen im Land Ägypten.“ Gott möchte, Gott verbietet es, Ausländer zu unterdrücken. Und er bittet jeden Gläubigen, sich in die Lage eines Ausländers hineinzuversetzen. Es ist heutzutage durchaus möglich für viele, Christ zu sein und sogar von gegenwärtiger Wahrheit zu sprechen und gleichzeitig äußerst, äußerst hartherzig gegenüber Ausländern zu sein. Und das ist sehr verwunderlich, denn die Bibel sagt uns hier sehr deutlich, welchen Geist wir auch gegenüber Ausländern haben sollten. Gott hat ein Herz für Ausländer.
[37:45] Und als ein König der Meinung war, dass es in seinem Land viel zu viele Ausländer gäbe und dass sie eine Gefahr seien für die Sicherheit Ägyptens und dass sie möglicherweise dann mal alles überrennen, die ganze Kultur verändern, hat Gott für diese Ausländer gewirkt, für die Israeliten, die so verachtet waren von dem Kulturvolk der Ägypter. Gott steht auf der Seite der Ausländer. Und ich wünschte mir, dass mehr von denen, die behaupten, Gott zu folgen, auch auf der Seite der Ausländer stehen und diesen Geist hier haben, von dem Gott in 2. Mose 22 und 23 spricht.
[38:28] So heißt es weiter auch in 2. Mose 22 und dort Vers 21 bis 23: „Ihr sollt keine Witwen und Waisen bedrücken. Wenn du sie dennoch in irgendeiner Weise bedrückst und sie schreien zu mir, so werde ich ihr Schreien gewiss erhören. Und dann wird mein Zorn brennen, sodass ich euch mit dem Schwert umbringe, damit eure Frauen zu Witwen werden und eure Kinder zu Waisen.“ Gott möchte, dass wir gerade diejenigen beschützen, die sonst keinen Schutz haben. Ihre Rechte besonders achten, nicht einen Vorteil aus ihrer Schutzlosigkeit ziehen. Und da könnte man viele weitere Beispiele für angeben.
[39:06] Zwei weitere kurze Aspekte, die wir noch kurz betrachten wollen als Beispiel für diese weiteren Satzungen, die ein bisschen diesen Geist der 10 Gebote verdeutlichen sollen. Einmal in 5. Mose 14 und dort ab Vers 22 haben wir die Lehre vom sogenannten zweiten Zehnten. Wer die Verse hier liest oder auch gelesen hat, Vers 22 bis 29, der wird feststellen, dass hier von einem Zehnten die Rede ist, der anders verwendet werden soll, als man es sonst in der Bibel eigentlich vom Zehnten kennt. Wer das mal nachschlagen möchte bezüglich des ersten Zehnten, in 4. Mose 18 und dort Vers 21 zum Beispiel, haben wir dort die klare biblische Lehre, die auch dann in vielen anderen Stellen auftaucht.
[39:58] 4. Mose 18, Vers 21: „Und siehe, so habe ich den Söhnen Levis alle Zehnten in Israel zum Erbteil gegeben für ihren Dienst, den sie tun, den Dienst an der Stiftshütte.“ Der erste Zehnte war heilig und ging komplett an die Leviten. Aber Gott spricht hier von noch einem Zehnten, einem zweiten Zehnten, der nicht an die Leviten direkt abgeführt wurde, sondern der zum Teil selbst verwendet werden konnte. Das heißt in Vers 22: „Du sollst allen Ertrag deiner Saat getreu verzehnten, was auf dem Feld wächst, Jahr für Jahr, und du sollst essen vor dem Herrn, deinem Gott, an dem Ort, den er wählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen, den Zehnten deines Korns, deines Mosts, deines Öls und die Erstgeborenen von deinen Rindern und Schafen, damit du lernst, den Herrn, deinem Gott, alle Zeit zu fürchten.“
[40:37] Die Idee war, von diesem Zehnten sollten die Israeliten – und dieser Zehnte sollte dazu gebraucht werden, zum Heiligtum zu gehen, denn das ist der Ort, an dem er dann seinen Namen wohnen lassen würde. Und sie würden dort am Heiligtum in Kontakt kommen mit den Leviten, mit den Priestern, die das Wort Gottes predigen würden. Gott wollte also dafür Sorge tragen, dass niemand jahrelang zu Hause bleibt, sondern immer wieder regelmäßig in Versammlungen auch ist, wo das Wort Gottes mit Vollmacht und ausdrücklich gepredigt wird.
[41:04] Und das heißt, der zweite Zehnte, wenn wir das jetzt auf unser Leben übertragen möchten, ist vielgestaltiger in seiner Anwendung. Er kann zum Beispiel verwendet werden für den Besuch von Konferenzen, von Bibelschulen, von Campmeetings. Er kann es auch verwendet werden, um anderen diesen Besuch zu ermöglichen. Er kann für das Schulwesen verwendet werden.
[41:20] Und wir lesen dann auch in Vers 27 und 28: „Den Leviten aber, der in deinen Toren ist, sollst du nicht im Stich lassen, denn er hat weder Teil noch Erbe mit dir. Nach Verlauf von drei Jahren sollst du den ganzen Zehnten deines Ertrags von jenem Jahr aussondern und es in deinen Toren lassen. Da soll dann der Levit kommen, weil er weder Teil noch Erbe mit dir hat. Und der Fremdling und die Waise und die Witwe – also diejenigen, über die wir gerade gesprochen haben, die sich besonders, die besonders unseren Schutz bedürfen. Und sie sollen essen und sich sättigen, damit dich der Herr, dein Gott, segne in allen Werken deiner Hände, die du tust.“
[41:55] Der zweite Zehnte sollte auch dafür verwendet werden, um wohltätig zu sein, auch zum Teil auch die Leviten dann noch zu unterstützen, wo Unterstützung benötigt war. Der zweite Zehnte war sowohl dafür gedacht, dass man selbst Gelegenheiten hat, geistlich zu wachsen, als auch anderen zu helfen. Vor allem in jedem dritten Jahr sollte hier besonders auch an die Armen gedacht werden. Und das zeigt also, mit welchem Plan Gott eigentlich hatte, dass Menschen, die gesegnet waren mit weltlichen Gütern, auch anderen, denen es nicht so gut ging, helfen sollten. Denn das ist das Wesen Gottes, dass er, der alles hat, uns segnet und uns hilft, die wir so arm und bedauernswert und elend sind.
[42:41] In 3. Mose 25 haben wir noch eine interessante Anordnung über das sogenannte Halljahr. In 3. Mose 25, deswegen genannt, weil dort das Schofarhorn weithin hallen sollte. Ab Vers 8 lesen wir: „Und du sollst dir sieben Sabbatjahre abzählen, nämlich sieben mal sieben Jahre, sodass dir die Zahl der sieben Sabbatjahre 49 Jahre beträgt.“ Also nach sieben mal sieben Jahren sollte das Halljahr kommen als Zeichen der Freilassung.
[43:15] Vers 10: „Und ihr sollt das 50. Jahr heiligen und sollt im Land eine Freilassung ausrufen für alle, die daran wohnen. Es ist das Halljahr, in dem jeder bei euch wieder zu seinem Eigentum kommen und seiner Familie zurückkehren soll.“ Eine interessante Grundlage der Wirtschaft, wie Gott sie hier eigentlich ausbreitet, ist, dass Eigentum grundsätzlich nicht dauerhaft verkauft werden konnte. Es war zwar möglich, dass wenn man in Schulden geraten ist, wenn man sich durch Misswirtschaft verkalkuliert hat, wenn man Fehler gemacht hat, dann für eine gewisse Zeit Eigentum zu verkaufen, also dass man die schmerzhaften Konsequenzen durchaus spürt. Aber diese Konsequenzen waren niemals vernichtend, sie waren niemals für immer und ewig. Nach aller spätestens 50 Jahren, 49 Jahren, konnte alles wieder in den Familienbesitz zurückgenommen werden. Es gab also immer die Hoffnung, die begründete Hoffnung, die feste Hoffnung, dass es einen Neuanfang gibt.
[44:21] Es war natürlich trotzdem durchaus schmerzhaft, vielleicht 20, 30 Jahre auf Familienbesitz zu verzichten, aber am Horizont war immer ein Silberstreif. Und das zeigte auch, dass Eigentum prinzipiell unveräußerlich ist und der Grund ist ganz interessant. In 3. Mose 25 heißt es in Vers 23: „Ihr sollt das Land nicht für immer verkaufen, denn das Land gehört mir, und ihr seid Fremdlinge und Gäste bei mir.“ Gott sagt den Israeliten, die in dem Land wohnten jetzt: „Ihr seid meine Gäste. Ihr werdet meine Gäste sein, ihr werdet meine Fremdlinge sein, und so wie ich euch behandle, übrigens, möchte ich auch, dass ihr die Fremdlinge behandelt, die dann bei euch sind.“
[45:02] Das Land gehörte Gott und die Israeliten verwalteten es. Sie konnten aber nicht autoritativ endgültig darüber befinden oder es sich an sich reißen, sondern wenn Gott das Land einem bestimmten Stamm, einer bestimmten Familie zugeteilt hatte durch das Los dann bei Josua, dann musste das auch prinzipiell in diesem Stamm verbleiben. Wenn es verkauft werden sollte, musste es dann nach spätestens einem halben Jahr dann wieder an die Familie zurückgegeben werden. Das hatte dann auch zur Folge, dass sich die ganze Preisstruktur dementsprechend anpasste.
[45:42] Und wir sehen hier also, dass Gott sehr, sehr, sehr wohlwollende und sehr, man würde sagen fast menschliche, also sehr mitmenschlich gedachte Regeln uns hier gibt, die zeigen, dass Gott eigentlich niemals wollte, dass Menschen hoffnungslos sind. Gott hatte nie geplant, dass Menschen so verzweifelt sind, dass sie keinen Ausweg mehr kennen. Er hatte zwar geplant, dass sie die Konsequenzen ihres Tuns auch spüren, aber er wollte immer, dass sie auch einen Hoffnungsstreifen am Horizont sehen können.
[46:12] Und wenn wir das von Gott lernen und in unser Leben übertragen, dann werden wir mit einem ganz anderen Geist, mit einer ganz anderen Einstellung auch anderen Menschen gegenübergehen und leben. Und die Frage heute ist: Möchtest du, dass durch dein Leben Gottes Plan für eine bessere Welt schon hier und heute sichtbar wird? Dann höre, was er in seinem Wort zu sagen hat. Gott segne dich in deinen Entscheidungen. Nächste Woche werden wir hier weiter studieren und wünschen euch bis dahin Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes.