Veröffentlicht am
857 Klicks

Manuskript zur Sendung >>> CSH 3.Q.19L4 – Sendemanuskript_Gnade und Gerechtigkeit in den Psalmen und Sprüchen

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour werden Gnade und Gerechtigkeit in den Psalmen und Sprüchen beleuchtet. Die Sprecherin Monja Ströck erklärt, wie die Liebe zu unseren Mitmenschen ein Zeichen christlicher Nachfolge ist und wie wir durch das Studium der Psalmen und Sprüche lernen können, den Bedürftigen zu helfen und Gottes Wesen besser zu verstehen. Es wird betont, wie wichtig eine aktive Entscheidung für Gott und die Nachahmung von Christi Beispiel sind, um ein erfülltes Leben zu führen und Gottes Werk mitzugestalten.


Weitere Aufnahmen

Serie: Cannstatt Study Hour 2019 Q3: Was ihr den Geringsten getan habt

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:00] Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von der Cannstatt Study Hour. Diese Woche studieren wir Lektion 4 und unser Thema heißt Gnade und Gerechtigkeit in den Psalmen und Sprüchen.

[0:32] In Johannes 13, Vers 35 steht: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Das heißt, andere Menschen erkennen uns als Christen an der Liebe, die wir zu unseren Mitmenschen haben. Und in dieser Woche wollen wir uns die Nächstenliebe anschauen, besonders die, die wir zu Armen, Unterdrückten und Bedürftigen haben sollen.

[1:02] Und die ganze Bibel ist voll davon mit vielen Versen, die davon handeln. Aber wir wollen uns in dieser Woche hauptsächlich auf die Psalmen konzentrieren und ein bisschen auch auf die Sprüche. Die Sprüche sind Lebensweisheiten, die Salomo seinem Sohn weitergegeben hat. Es sind gute Ratschläge, die ein Vater für seinen Sohn hat, damit dieser vielleicht vor manchen Fehlentscheidungen bewahrt wird.

[1:29] Und die Psalmen, das sind Lieder. Und jeder, der Lieder oder Gedichte schreibt, der kennt es, dass man seine Gedanken oder Gefühle und seine Emotionen darin verarbeitet. Wenn man fröhlich ist, schreibt man vielleicht ein Dankeslied. Wenn man Herausforderungen hat, schreibt man vielleicht ein Lied, in dem man sich an die Verheißungen Gottes erinnert. Wenn man vielleicht trauert, verarbeitet man seine Gefühle darin.

[1:57] Und so in den letzten Wochen beim Singen der Lieder im Gottesdienst ist mir aufgefallen, dass ganz viele Lieder mindestens eine Strophe haben, die über Zweifel oder Herausforderungen handeln. Das heißt, dass wir gerade in herausfordernden Situationen vieles zu verarbeiten haben und es ganz viele Menschen mit in Liedern oder Gedichten ausdrücken.

[2:22] Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf, wenn du an die Psalmen denkst? Vielleicht ganz bekannt der Psalm 23, den schon fast jedes Kind auswendig kann, oder aber der Vers „Rufe mich an in der Not“ – die Telefonnummer Gottes, wie sie den Kindern manchmal auch beigebracht wird. Vielleicht aber auch der Psalm 121: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt.“ Oder aber der bekannte Psalm 91, der Gottesschutz uns zusichert.

[2:54] Vielleicht aber auch Psalm 1, dass der Gerechte, der über Gott nachdenkt, wie ein Baum ist, der am Wasser gepflanzt ist, der von dort Nährstoffe bekommt und gut wachsen kann.

[3:08] Eine Sache, die mir in den Psalmen oft aufgefallen ist, dass sie oft zweigeteilt sind. Auf der einen Seite wird von dem Psalmist erzählt, unter welcher Bedrückung er leidet, welche Ungerechtigkeit herrscht, welche hilflosen Situationen es gibt. Und vielleicht befindet sich der Psalmist gerade in einer ausweglosen Situation, die er dort schildert. Und dann kommt in der Mitte des Psalms oft das Wort „Aber“. Und dann erinnert sich der Psalmist an Gottes Güte, an Gottes Liebe, an seine Versprechen, an die Hoffnung, die er uns gibt, dass er eingreift und bekundet sein Vertrauen in Gott, das auch wir haben dürfen, wenn wir in solchen Situationen sind.

[3:56] Und diese Woche wollen wir uns solche Psalmen anschauen. Wir wollen uns Psalmen anschauen, die davon handeln, dass es eine Situation gibt, in der Bedrückung herrscht, Unterdrückung und in der wir uns sicher sein dürfen, dass Gott uns hilft, aber auch gleichzeitig, wie wir Nächstenliebe denen geben können, die vielleicht in so einer Situation sind.

[4:20] Der Merkvers für diese Woche steht im Psalm 82, den wir uns später genauer noch anschauen. Aber ich möchte den Merkvers am Anfang lesen: Psalm 82 und dort die Verse 3 bis 4. Da heißt es: „Schafft Recht dem Armen und der Waise, und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht. Er rettet den Geringen und Armen und erlöst ihn aus der Gewalt der Frevler.“

[4:43] Ellen White schreibt dazu in „Welfare Ministry“, Seite 85 und 86. Aber alle Zitate, die ich hier lese, sind auch in dem Sendemannskript, sodass ihr sie nachher in Ruhe nochmal anschauen könnt. Da schreibt sie: „Der Herr wird durch unsere Taten der Barmherzigkeit geehrt, indem wir an die Unglücklichen und Bedrängten denken und ihnen helfen.“

[5:08] „Die Witwe und die Waise brauchen mehr als unsere Nächstenliebe. Sie brauchen Anteilnahme und Fürsorge, mitfühlende Worte und eine helfende Hand, die sie dorthin leitet, wo sie lernen können, selbstständig zu werden.“

[5:21] „Alles, was für diejenigen getan wird, die Hilfe brauchen, sieht Christus an, als sei es ihm getan. Wenn wir wissen wollen, wie wir dem Unglücklichen helfen können, sollten wir die Art und Weise studieren, wie Christus wirkte. Er lehnte es nicht ab, denen zu helfen, die Fehler gemacht hatten. Seine Werke der Barmherzigkeit tat er für jede Klasse, sowohl für die Gerechten als auch für die Ungerechten. Alle Menschen, die ihn demütig um Hilfe baten, heilte er von ihren Krankheiten und lehrte sie.“

[5:53] „Diejenigen, die behaupten, an Christus zu glauben, sollen Christus durch Taten der Güte und Barmherzigkeit darstellen. Sie werden bis zum Tag des Gerichts nie erfahren, was sie Gutes getan haben, um dem Beispiel des Erlösers zu folgen.“

[6:10] Hier sehen wir, dass es nicht nur ein Wunsch ist von Jesus, dass wir unserem Nächsten helfen, dass wir ihm Gutes tun, sondern dass wir damit unseren Schöpfer ehren, dass wir ihm damit nachfolgen und dass wir damit auch seinem Wesen ähnlicher werden, wie wir es später noch genauer betrachten werden.

[6:32] Und bevor wir in das Bibelstudium einsteigen, möchte ich gern mit uns zusammen noch beten. Vater im Himmel, ich möchte dir danken, dass du uns lieb hast. Ich möchte dir danken, dass du unendlich großes Mitgefühl hast, dass du auf die Erde kamst, dass du für uns gestorben bist, dass du uns erlösen möchtest. Und ich möchte dir danken, dass du uns ein Beispiel warst, wie wir unseren Mitmenschen helfen, dass du ständig die Not für die anderen gesehen hast und dass du ihnen geholfen hast, um ihre Nöte und Ängste zu mindern.

[7:11] Und Vater, ich möchte dich bitten, dass du uns erfüllst mit deinem Heiligen Geist. Wenn wir jetzt tiefer in das Wort eintauchen, möchte ich dich bitten, dass du uns zeigst, was du uns sagen möchtest durch dieses Bibelstudium und dass du unsere Herzen öffnest, dass es unser Leben verändert. Und dafür danke ich dir. Amen.

[7:28] Den ersten Psalm, den wir uns anschauen wollen, ist der Psalm 9. Psalm 9 und wir werden aus Zeitgründen nicht alle Psalmen hier lesen, sondern ich denke, ihr habt die in der Lektion auch schon gelesen zur Vorbereitung.

[7:46] Psalm 9, der ist für mich aufgeteilt in zwei Abschnitte und der erste Abschnitt, der geht von Vers 1 bis Vers 13. Und da sehen wir, dass David den Herrn lobt für seine Wunder. Er sagt, wir sollen seinen Namen Lob singen. Gott hat die Heidenvölker gescholten und ausgerottet. Er ist ein gerechter Richter. Er sitzt auf dem Thron. Er hat die Feinde völlig und für immer zertrümmert. Die Städte hat er zerstört. Der Herr thront auf ewig. Er hat seinen Thron auch aufgestellt zum Gericht. Und er wird den Erdkreis richten.

[8:29] Und dann weiter heißt es, dass der Herr eine Zuflucht sein wird, den Unterdrückten eine Zuflucht in Zeiten der Not. Und Vers 11, den wollen wir zusammen lesen. Das ist ein persönliches Bekenntnis von David. Da heißt es: „Darum vertrauen auf dich, die deinen Namen kennen, denn du hast nicht verlassen, die dich her suchen.“

[8:50] Und wenn wir dann noch die zwei Verse weiter überfliegen, dann sehen wir, dass David die Leser des Psalms zur Mission auffordert. Und dann nimmt der Psalm für mich eine Wende, wenn wir dann in Vers 14 schauen, dann heißt es: „Herr, sei mir gnädig, sie, wie ich unterdrückt werde von denen, die mich hassen, befreie mich aus den Toren des Todes.“

[9:18] Also die Situation, in der David sich dann hier befindet, ist Unterdrückung. David wird unterdrückt von Menschen, die ihn hassen, und er schreit um Befreiung. Er möchte von den Toren des Todes befreit werden. Und in Vers 15 erzählt uns David, warum: „Damit ich all deinen Ruhm erzähle in den Toren der Tochter Zion, damit ich jauchze über dein Heil.“

[9:48] Also der Grund hier ist nicht, damit es ihm besser geht oder irgendwie, damit er ein besseres Leben führen kann. Nein, er möchte, damit er den Menschen erzählen kann, wie groß Gott ist, damit David Gottes Ruhm erzählen kann. Und das sieht man, dass er in dieser Situation, wo er selber unterdrückt wurde, doch noch ein Herz für andere Menschen hat und die Sehnsucht hatte, dass die anderen Menschen auch Gott in seiner Liebe kennenlernen.

[10:21] Und ich finde, das gibt einen anderen Blick auf die Psalmen, wenn sie über Unterdrückung handeln oder wenn gesagt wird, wir sollen den Armen und den Weisen helfen. Wenn David diese Psalmen geschrieben hat und wir kennen Davids Leben, dann wissen wir, dass er oft in Unterdrückung war, dass er oft in Todesangst war und dass er weiß, wie man sich in dieser Situation fühlt.

[10:50] Einmal schreibt in „Erziehung“, Seite 236: „Und der Herr ist des Armen Schutz, ein Schutz in der Not. Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen, denn du verlässt uns nicht, die dich her suchen.“ Aus Psalm 9. Dazu schreibt sie: „Gott gebietet uns, dasselbe Mitleid anderen gegenüber an den Tag zu legen, dass er uns zeigt, wer rasch zur Tat von sich eingenommen oder rachsüchtig ist. Den lasse man auf jeden sanften und demütigen Mann blicken, der wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wurde und widerstandslos gleich einem Schaf vor seinen Scherern verstummte. Auf ihn sollte er schauen, den unsere Sünden durchbohrten, der unsere Schmerzen auf sich lud. Dann wird er dulden, tragen und vergeben lernen.“

[11:35] In diesem Zitat wird ein Schlüssel genannt, wie man dieses Mitgefühl für andere bekommt. Und der Schlüssel ist: auf Jesus schauen, der es ständig in seinem Leben praktiziert hat, anderen Menschen Gutes zu tun, anderen Menschen zu helfen. Und in dem Zitat sagt sie auch, dass wenn wir auf Jesus schauen, der demütig war, der sanft war, dass wir seine Verhaltensweisen studieren, dass wir dann auch selber lernen, zu ertragen, zu dulden, zu vergeben und dies auch den anderen Mitmenschen dann Gutes tun.

[12:15] Wenn wir auf Gott schauen und immer mehr über ihn lernen, dann merken wir, wie sündige Menschen wir sind. Und gleichzeitig sehen wir, wie liebevoll Jesus war und wie er alles ertragen hat, vor allem den Tod am Schluss, obwohl er so unschuldig war. Und besonders die Todesstunden sind etwas, was unseren Charakter verändert, wenn wir es lesen, wenn wir es studieren und was in uns dann bewirkt, dass wir auch eine Liebe für unsere Mitmenschen entwickeln, weil wir merken, dass wir vor Gott alle gleich sind und dass keiner besser ist als der andere und jeder Jesu versöhnende Blut braucht, um einmal gerettet zu werden.

[13:01] Wir wollen uns einen zweiten Psalm anschauen, und zwar Psalm 82. Psalm 82. Und dieser Psalm beschreibt eine Gerichtsszene. Psalm 82, da lesen wir gleich im Vers 1: „Gott steht in der Gottesversammlung, inmitten der Mächtigen richtet er.“ In Vers 1 wird gesagt, dass Gott richtet. Gott ist Regent im Himmel und wenn man regiert, dann kommt auch richten. Das sehen wir, diese Verbindung sehen wir vor allem in Daniel 7.

[13:39] Schlagt mal mit mir auf Daniel 7 und dort der Vers 9: „Ich schaute, bis Throne aufgestellt wurden und ein Hochbetagter sich setzte. Sein Gewand war schneeweiß und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle. Sein Thron waren Feuerflammen und dessen Räder ein brennendes Feuer. Vers 10: Ein Feuerstrom ergoss sich und ging von ihm aus. Tausend mal Tausende dienten ihm und Zehntausend mal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht setzte sich und die Bücher wurden geöffnet.“ Also hier wird die Gerichtsszene auch beschrieben, dass Throne aufgestellt werden, dass Jesus sich setzt, dass Bücher geöffnet werden und das Gericht beginnt.

[14:26] Und wir springen an das Ende von dem Psalm. Psalm 82, Vers 8. Da heißt es: „Mache dich auf, oh Gott, richte die Erde, denn du bist Erbe über alle Völker.“ Also hier ist der Wunsch, dass Gott die Ungerechtigkeit beendet. Jetzt haben wir gesehen, dass Gott richtet in diesem Psalm, aber auf der anderen Seite, in den Versen dazwischen, beschreibt es auch die Lage, dass Menschen über Menschen richten. Zum Beispiel Vers 2: „Wie lange wollt ihr ungerecht richten und die Person des Gottlosen ansehen? Schafft Recht dem Geringen und der Waise, den Elenden und den Armen. Lasst Gerechtigkeit widerfahren. Befreit den Geringen und Bedürftigen. Er rettet ihn aus der Hand der Gottlosen. Aber sie erkennen nichts und verstehen nichts, sondern wandeln in der Finsternis. Es wanken alle Grundfesten der Erde.“

[15:17] Hier sehen wir, dass Menschen über Menschen richten, die aber nicht ganz so richten, wie es Gottes Maßstäbe sind. Und im Umkehrschluss können wir sehen, dass, wenn wir über Menschen eingesetzt sind, dass wir irgendwie leitende Aufgaben haben, dass wir uns Gottes Gerechtigkeit, Gottes Wesen als Vorbild nehmen sollen, damit wir gute Leiter sind. Und wir sehen es, wenn wir die Geschichte vom Volk Israel studieren. Gott hat immer Menschen als Leiter oder als Richter über das Volk eingesetzt. Und wir sehen, dass so lange sein Segen geherrscht hat, wie diese Leiter und Richter Gottes Maßstäbe angewendet haben. Und sobald sie davon abgewichen sind, gab es Streit, Uneinigkeit, Neid und war das Leben nicht mehr angenehm.

[16:19] Ich habe mir die Frage gestellt, wie sich jemand fühlt, der gerichtet wird. Wie fühlt man sich, wenn man vor einem Richter steht und angeklagt wird? Und ich habe mir gedacht, es gibt zwei Gruppen. Und das ist auch das, was die Bibel nennt. Es gibt, wenn wir alle einmal vor unserem Richter stehen, Jesus und über unser Leben entschieden wird, dann gibt es zwei Gruppen. Es gibt die Gerechten und die Ungerechten.

[16:43] Über die Gerechten lesen wir in Sacharja 3 und dort die ersten sieben Verse. „Und er ließ mich, den Hohenpriester Jeschua sehen, wie er vor dem Engel des Herrn stand. Der Satan aber stand zu seiner Rechten, um ihn anzuklagen. Da sprach der Herr zum Satan: Der Herr schelte dich, du Satan! Ja, der Herr schelte dich, er, der Jerusalem erwählt hat. Ist dieser nicht ein Brandscheit, das aus dem Feuer herausgerissen ist? Jeschua aber hatte unreine Kleider an und stand doch vor dem Engel. Und er begann und sprach zu denen, die vor ihm standen: Nehmt die unreinen Kleider von ihm weg. Und zu ihm sprach er: Siehe, ich habe deine Sünde von dir genommen und lasse dir Festkleider anziehen. Und ich habe geboten: Man setze einen reinen Kopfbund auf sein Haupt. Da setzten sie den reinen Kopfbund auf sein Haupt und bekleideten ihn mit Gewändern, während der Engel des Herrn dabei stand. Und der Engel des Herrn versicherte dem Jeschua eindringlich und sprach: So spricht der Herr der Herrscher: Wenn du in meinen Wegen wandeln und meinen Dienst eifrig versehen wirst, so sollst du auch mein Haus regieren und meine Vorhöfe hüten. Und ich will dir Zutritt geben unter diesen, die hier stehen.“

[18:08] Was ist das für ein Bild? Du stehst vor Gott und du hast im Vorfeld um Vergebung deiner Sünden gebeten und du darfst dir gewiss sein, dass Gott für dich eintritt, dass er sagt: „Ich habe alles bezahlt, mein Kind ist unschuldig. Ich habe die Sünde weggenommen und mein Kind bekommt Festkleider, bekommt einen reinen Kopfbund auf sein Haupt.“

[18:41] Wenn wir uns in dieser Gruppe befinden, weil wir Jesus als unseren persönlichen Erretter angenommen haben, weil wir ihm nachgefolgt sind, weil er sein Wesen in uns formen konnte, weil unser Charakter verändert wurde und sein Gesetz in unsere Herzen geschrieben wurden, dann dürfen wir aufrecht stehen vor dem Richter, weil wir wissen, dass alles bezahlt wurde und dass wir freigesprochen werden.

[19:09] Aber es gibt auch noch eine andere Gruppe. Es gibt die Gerechten und es gibt die Ungerechten. Und die Ungerechten müssen viel befürchten, weil sie nicht Jesus haben, weil sie ihn nicht angenommen haben. Sie hatten die gleiche Chance, aber sie haben ihn nicht angenommen. Sie haben es verleugnet, was er getan hat. Und dann stehen sie vor dem Richter und sie haben keinen, der für sie eintritt. Keinen, der gesagt hat: „Ich habe alles für dich bezahlt, du bist mein Kind.“ Und ich glaube, dass uns allen bewusst ist, was mit ihnen schließlich passiert.

[19:46] Aber wir möchten die zwei Verse noch lesen in Offenbarung 20, Verse 13 bis 14. „Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren. Und der Tod und das Totenreich gab die Toten heraus, die in ihnen waren. Und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und das Totenreich wurde in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod.“

[20:06] Noch haben wir Zeit, uns zu entscheiden, in welche Gruppe wir wollen. Und ich habe ein Zitat, das unseren Richter, Jesus Christus, beschreibt. In dem Buch „That I May Know Him“, Seite 51 steht: „Christus hat jedes menschliche Leid, jeden menschlichen Kummer abgewogen. Er trägt das Gewicht des Jochs für jede Seele, die mit ihm zusammen in das Joch eingespannt ist. Er kennt die Sorgen, die wir bis in die Tiefe unseres Wesens fühlen und die wir nicht ausdrücken können. Wenn in keines Menschen Herz Mitgefühl für uns hervorgerufen wird, brauchen wir nicht das Gefühl zu haben, dass keiner uns versteht. Christus weiß es und er sagt: „Schau auf mich und lebe. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; so will ich euch erquicken.“ (Matthäus 11, 28). Ich habe deine Trauer und deine Sorgen getragen. Du hast die tiefste, reichste Anteilnahme in der zärtlichen, mitleidigen Liebe deines Hirten. Seine Menschlichkeit ist noch in dem erhabenen Charakter seiner Allmacht vorhanden. Er sehnt sich immer danach, sein Mitgefühl und seine Liebe denen zugutekommen zu lassen, die er erwählt hat und die auf seine Einladung antworten werden.“

[21:24] Was für eine Hoffnung haben wir, dass wir so einen liebevollen Richter haben, so einen liebevollen Gott, der Mitleid mit uns hat, der unsere Gefühle kennt und der unsere Sorgen nehmen möchte, der sich freut und an den wir uns klammern können. Und wenn wir dies getan haben, dann dürfen wir hoffnungsvoll sein und dann ist die Gerichtsbotschaft eine Freudenbotschaft, weil wir wissen, dass Jesus die Ungerechtigkeit, das Leid und das Elend einmal beenden wird und dass wir mit ihm schließlich im neuen Jerusalem im Himmel sein werden.

[22:08] Wir wollen uns noch einen weiteren Psalm anschauen und zwar Psalm 101. Und dieser und der nächste Psalm, die zeigen ein paar praktische Beispiele. Psalm 101 ist ein Psalm von David und er gelobt Gott ganz viele Dinge. Zum Beispiel sagt er, dass er Gott lobt für seine Gnade und sein Recht, für die Gerechtigkeit, dass er ihm Lob singen will, ihm spielen will, dass er Acht haben will auf seinen Weg, damit der Weg vollkommen ist.

[22:47] Und dann sagt er weiter, dass er seine Augen im Zaum halten will. Er will nichts Schädliches vor seine Augen stellen. Er will vom Bösen nichts wissen. Er möchte Gerechtigkeit üben und er möchte sein Haus reinhalten. Und wenn man sich diese Sachen anschaut, die David ihm gelobt, dann kann man diese in zwei Teile teilen. Auf dem einen, in Vers 1 und 2, bildet es so die Grundlage. Man lobt Gott für seine Gnade und Gerechtigkeit und man möchte, dass den Weg, den man geht, Gottes Wege sind. Dass Gott einen führt und ihn leitet.

[23:38] Und dann kommen für mich so die anderen Sachen. Das sind dann die logischen Folgen im Lebenswandel. Wenn Gott sein Gesetz in unser Herz schreibt, wenn er in unser Herz kommt und uns führt, dass wir uns überlegen, was wir uns anschauen, dass wir unsere Augen im Zaum halten, dass wir ganz bewusst das Böse meiden, dass wir Gerechtigkeit üben, dass wir unseren Mitmenschen Mitgefühl haben und dass wir unser Haus, wo wir wohnen, die Familie, dass wir sie reinhalten.

[24:08] Und was mir in diesem Vers aufgefallen ist, sind die zwei Worte „will ich“ oder „ich will“. Und ich habe gezählt, wie oft sie in diesem Psalm vorkommen. Sie kommen neunmal in dem ganzen Psalm vor, der acht Verse hat. Und es zeigt, dass David eine bewusste Entscheidung getroffen hat. Und es zeigt auch, dass der Glaube an Gott eine aktive Entscheidung braucht.

[24:32] Wenn wir zum Beispiel in Offenbarung 3 schauen. Offenbarung 3 und dort Vers 21. Vers 20, Entschuldigung. „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir.“ Jesus klopft, aber er öffnet nicht die Tür alleine, sondern ich muss mich entscheiden und die Tür öffnen. Das ist die aktive Entscheidung.

[25:12] Schauen wir uns noch mehr Verse an, in denen es auch sichtbar wird. Josua 24 und dort Vers 15. Josua 24, dort Vers 15. „Wenn es euch aber nicht gefällt, dem Herrn zu dienen, so erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter jenseits des Stromes gedient haben, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.“ Auch hier sehen wir die aktive Entscheidung, die Josua getroffen hat. Er hat gesagt: „Ich möchte Gott dienen“ und er hat das Volk aufgerufen, dass jeder seine eigene Entscheidung treffen soll, ob er Gott dienen möchte oder den Göttern.

[25:58] Wir schauen uns noch zwei weitere Verse an. In 1. Johannes 1, Vers 9. 1. Johannes 1, Vers 9. Dort steht: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ Hier sehen wir eine große Verheißung Gottes, dass er unsere Sünde vergibt und die Bedingung, dass er sie uns vergibt, ist, dass ich meine Sünden bekenne. Er vergibt sie mir, aber ich muss die Sünde bekennen.

[26:28] Und wir schauen noch weiter in Jakobus 1, Vers 15. Jakobus 1, Vers 5. „Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden.“ Auch hier sehen wir die aktive Entscheidung. Wenn ich Weisheit brauche, gibt Gott sie mir, aber wenn ich ihn darum bitte, wenn ich mich aktiv dafür entschieden habe.

[27:07] Wenn wir noch mal zu dem Psalm zurückgehen, dann ist es ein Psalm Davids und wir wissen, dass David König war. Das heißt, dieser Psalm ist sein Versprechen vom König. Und jeder, der eine hohe Stellung hat oder der viel Verantwortung hat, der weiß vielleicht, dass sein Einfluss ziemlich groß ist. Und als gläubige Menschen ist es umso wichtiger, dass, je höher die Stellung ist und je mehr Verantwortung wir haben, dass uns die Abhängigkeit von Gott bewusst ist.

[27:40] Und es ist wichtig, dass in den Lebenssituationen, in denen wir sind, aber vor allem auch, wenn wir viel Verantwortung haben, dass wir vor Gott immer als ein Lernender sind. Dass wir nicht anfangen, irgendwann auf uns selber zu schauen und vielleicht denken: „Ich habe mich hochgearbeitet, ich bin so gut“, sondern dass wir vor Gott immer Lernende sind, von dem wir Weisheit erbeten dürfen. Weil die Stellung, die wir haben, die macht uns nicht heiliger, sondern nur, wenn wir Gott ehren und seine Gebote halten.

[28:26] Und ich habe ein interessantes Zitat von Ellen White gefunden über Leiter. Da schreibt sie: „Solange ein Mensch, den Gott mit Verstand und Fähigkeiten ausgerüstet hat, dem Herrn geweiht bleibt, wird er kein Verlangen nach einer hohen Stellung hegen, noch wird er regieren oder herrschen wollen. Die Menschen müssen notwendigerweise Verantwortlichkeiten tragen, doch wird der wahre Leiter nicht danach trachten, andere zu beherrschen, sondern wird um ein verständiges Herz bitten, um zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können.“

[29:06] Unser Leben hat einen Einfluss auf andere und egal, ob wir ein leitendes Amt in der Gemeinde haben, ob wir eine hohe Stellung haben oder ob wir das Gefühl haben, wir leben einfach nur unser Leben ganz treu. Jeder Mensch hat einen Einfluss auf andere und deswegen können wir diesen Psalm auch auf uns anwenden. Alles, was wir tun, sollen wir zur Ehre Gottes machen, damit es ihn ehrt und damit andere Menschen auf Gott hingewiesen werden.

[29:34] Und so wie es das Zitat ganz am Anfang, das erste von Ellen White gesagt hat, wissen wir nie, wann Menschen uns beobachten, wann Menschen sich vielleicht Gedanken über unsere Handlungen machen oder wie vielleicht Sätze, die wir in dem Nebensatz erwähnt haben, für uns vielleicht nicht mal so wichtig, den Menschen hängen bleiben und sie ins Nachdenken bringen und sie vielleicht auf Gott hinweisen.

[29:59] Und die Gedanken habe ich auch in einem anderen Zitat gefunden, da heißt es in „Zeugnisse für die Gemeinde“, Band 2: „Du musst stark sein, um einen heiligen Einfluss auf andere Menschen ausüben zu können. Dein Platz ist dort, wo sich dein Herz angesprochen fühlt, anderen Gutes zu tun, die Traurigen zu trösten, die Hilflosen zu stärken und dein Zeugnis für Christum abzulegen, so oft sich Gelegenheit dazu bietet. Ehre Gott in allen Dingen, immer und überall. Verbinde deine Religion mit allen Lebenslagen, sehr gründlich in allem, was du unternimmst. Du hast die errettende Kraft Gottes nicht so erfahren, wie es hätte der Fall sein können, weil du die Verherrlichung Christi nicht zum Hauptziel deines Lebens gemacht hast. Lass jedes Vorhaben, das du planst, jede Arbeit, die du aufnimmst und jedes Vergnügen, dessen du dich erfreust, zu Ehre Gottes geschehen. Die Sprache deines Herzens sei: Oh Gott, ich bin dein, um für dich zu leben, zu wirken und zu leiden.“

[31:06] Also auch hier sehen wir, dass unser Platz dort ist, wo wir anderen helfen können und dass unser Gebet sein soll: „Oh Gott, ich bin dein, um für dich zu leben, zu wirken und zu leiden. Zeige mir, wo ich für dich arbeiten kann.“

[31:14] Wir schauen uns noch ein Psalm an und zwar Psalm 146. Psalm 146 und das ist ein Lobpsalm. Dort wird beschrieben, was Gott alles für uns getan hat und wofür wir ihn loben können. Und ich möchte den Fokus auf die Verse 6 bis 10 legen. Dort heißt es: „Er hat Himmel und Erde gemacht, das Meer und alles, was darin ist. Er bewahrt Treue auf ewig. Er verschafft den Unterdrückten Recht und gibt den Hungrigen Brot. Der Herr löst die Gebundenen. Der Herr macht die Blinden sehend. Der Herr richtet die Elenden auf. Der Herr liebt die Gerechten. Der Herr behütet den Fremdling. Er erhält Waisen und Witwen, aber die Gottlosen lässt er verkehrte Wege gehen. Der Herr wird herrschen in Ewigkeit. Dein Gott, oh Zion, von Geschlecht zu Geschlecht. Halleluja!“

[32:13] Was tut Gott? Er bewahrt die Treue auf ewig. Er verschafft den Unterdrückten Recht. Er gibt den Hungrigen Brot. Er löst die Gebundenen. Er macht die Blinden sehend. Er richtet die Elenden auf. Er liebt die Gerechten. Er behütet den Fremdling. Er erhält Waisen und Witwen, aber die Gottlosen lässt er verkehrte Wege gehen. Der Herr wird herrschen in Ewigkeit.

[32:40] Und im Neuen Testament gibt es den Vers, was heißt, wir sollen auch so gesinnt sein wie Jesus. Schlagt mir zusammen mal 1. Johannes 5, Vers 3 auf. 1. Johannes 5, Vers 3. Dort steht: „Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.“ Also wenn wir Gott lieben, dann halten wir seine Gebote. Und die Gebote Gottes, die zeigen den Charakter, zeigen, wie er ist. Das heißt, wenn ich seine Gebote halte, dann wird auch immer mehr der Charakter Gottes in mir sichtbar.

[33:30] Und es gibt den Vers, dass Gott seine Gebote in unser Herz einschreibt, in unser Herz eingraviert, dass er uns immer deutlicher macht, was er mit seinen Geboten gemeint hat und wie ich sie immer deutlicher in meinem Leben ausleben kann. Und wenn ich anderen etwas Gutes tue, dann liegt der Segen im Geben selbst. In dem Moment, wo ich gebe, bekomme ich Segen, egal, ob der andere Mensch dankbar ist oder nicht, und egal, wie der andere Mensch reagiert.

[34:06] Und Gott, dieses Bild fasziniert mich. Gott gibt und bekommt oft nichts zurück. Er gibt, ohne etwas dafür zu bekommen. Er schenkt uns jeden Tag neues Leben. Er lässt die Sonne aufgehen. Er lässt es regnen, damit die Samen reifen können. Er gibt uns Früchte, Gemüse, Essen, Schutz.

[34:35] Und Ellen White schreibt zu dem Gedanken: „Jede barmherzige Tat gegenüber den Bedürftigen und den Leidenden gilt, als sei sie Jesus getan. Wenn du die Armen unterstützt, mit den Betrübten und Unterdrückten mitfühlst und mit den weisen Kindern freundlich umgehst, dann kommst du in eine engere Beziehung zu Jesus.“ In „My Life Today“, Seite 242.

[34:54] Das heißt, wenn ich anderen Menschen Gutes tue, dann wird meine Beziehung zu Jesus enger. Im Umkehrschluss, wenn ich möchte, dass meine Beziehung zu Jesus enger wird, dann tue ich die Taten, die er getan hat, indem ich mit den Betrübten und Unterdrückten mitfühle, mit weisen Kindern freundlich umgehe, meine Mitmenschen im Blick habe und schauen kann, wie ich ihnen zum Segen werden kann. Vielleicht kann ich ihnen einkaufen helfen, eine Mahlzeit kochen, sie bei einer Krankheit pflegen, ein nettes Wort ihnen sagen oder ein Lächeln schenken.

[35:40] Und dies tun wir aber alles nicht aus unserer Kraft, sondern dies tun wir, weil die Liebe Gottes in unseren Herzen wohnt. Und wenn wir dies aber tun, werden wir die glücklichsten Menschen auf Erden sein. Und dazu habe ich auch ein Zitat gefunden. Da schreibt Ellen White in „Our High Calling“, Seite 64: „Ich habe gesehen, dass diejenigen, die zu einem bestimmten Zweck leben und danach streben, ihren Mitmenschen zu helfen und sie zu segnen und ihren Erlöser zu ehren und zu verherrlichen, die wirklich glücklichen Menschen auf der Erde sind. Während der Mensch, der ruhelos und unzufrieden ist und dies und jenes sucht und prüft und dabei hofft, das Glück zu finden, immer über seine Enttäuschung klagen wird. Ihm wird immer etwas fehlen und er ist nie zufrieden, weil er nur für sich selbst lebt.“

[36:26] Lass es dein Ziel sein, Gutes zu tun und deinen Teil des Lebens treu zu erfüllen. Nimm dir Zeit, um ein anderes Herz zu trösten und mit freundlichen, ermutigenden Worten jemanden zu segnen, der mit Versuchung und vielleicht mit Leiden zu kämpfen hat. Indem du einen anderen mit ermutigenden, hoffnungsvollen Worten segnest und ihn auf den Lastenträger hinweist, kannst du selbst unerwartet Frieden, Glück und Trost finden.

[36:56] Also hier ist ein kleines Rezept versteckt, wie wir die glücklichsten Menschen auf Erden werden. Indem wir die Bestimmung, die Gott für uns hat, die Gott uns in uns hineingelegt hat, nämlich unseren Mitmenschen zu helfen, sie zu segnen, dass wir damit Gott ehren und dass das die wahre Freude ist, die unser Herz ausfüllt und nach dem sich doch eigentlich jeder Mensch sehnt.

[37:29] In einem anderen Zitat heißt es auch, dass Gott extra bedürftige Menschen in diese Welt gesetzt hat, damit wir in Gottes Werk mitarbeiten können, damit wir so viel von Gott lernen können und damit wir seine Liebe besser verstehen können. Im „Zeugnisse für die Gemeinde“, Band 9, Seite 240 steht: „Damit den Menschen die gesegneten Früchte der Wohltätigkeit nicht entgingen, machte unser Erlöser ihm zu seinem Mitarbeiter. Gott hätte sein Ziel, die Sünder zu retten, ohne unser Zutun erreichen können, aber er wusste, dass der Mensch ohne Mitarbeit in dem großen Werk nicht glücklich sein kann. Durch eine Kette von Umständen, die gewöhnlich seine Nächstenliebe wecken, gibt er dem Menschen zur Pflege der Wohltätigkeit die besten Möglichkeiten und erhält ihn im Geben, indem er ihm Arme helfen und Gottes Werk fördern lässt. Durch ihre Bedürfnisse fordert eine untergehende Welt unsere Mittel und unseren Einfluss, um Männer und Frauen die Wahrheit zu verkündigen, die sie so dringend brauchen. Wenn wir diesem Ruf durch die Arbeit und Mittätigkeit nachkommen, werden wir dem Bild dessen ähnlich, der um unseren Willen arm wurde. Durch Wohltaten werden wir anderen zum Segen und sammeln uns wahren Reichtum.“

[38:46] Auch in den Sprüchen finden wir diese Gedanken, die wir angesprochen haben und ich möchte euch ermutigen, selbst auf die Suche zu gehen. Lest die Sprüche, studiert sie und findet die Gedanken, die wir angesprochen haben und überlegt sie, was sie in diesem Kontext bedeuten können.

[39:08] Ich möchte nur ein Vers mit euch heute anschauen, einen Vers und der steht in Sprüche 14, Sprüche 14 und dort Vers 31: „Wer den Schwachen unterdrückt, der lästert seinen Schöpfer. Wer ihn aber ehren will, der erbarmt sich über die Armen.“

[39:34] Dieser Vers fasst für mich zusammen, was wir gesehen haben. Nämlich Anbetung Gottes hat damit zu tun, wie ich meinen Nächsten behandle und das macht für mich Anbetung praktisch. Manchmal kann man das Denken haben, dass wir Gott anbeten im Gebet und das stimmt, dass wir im Liede singen, aber Anbetung hat noch viel mehr Facetten und Anbetung bedeutet auch Dankbarkeit für das, was Gott mir geschenkt hat und Anbetung bedeutet auch, indem ich meinen Nächsten sehe, indem ich ihm Taten der Liebe tue und damit meinen Schöpfer ehre, weil Gott jeden Menschen und alles auf dieser Welt geschaffen hat.

[40:19] Gott möchte, dass wir in seinem Werk mitarbeiten und er gibt uns Freude daran, anderen Menschen Gutes zu tun, damit seine Wahrheit über den Erdkreis verbreitet wird. Und auf der einen Seite ist es der Zweck, dass seine Wahrheit alle Menschen erfahren und auf der anderen Seite gibt dies uns die vollkommene Freude, nach der sich jeder Mensch sehnt, der Friede.

[40:51] Ellen White sagt: „Wir leben in einer Zeit feierlichen Vorrechts und heiligen Vertrauens. Bewahren Gottes Diener getreulich, das ihnen anvertraute, dann wird ihre Belohnung groß sein. Wenn der Meister sagt: ‚Tu Rechnung von deinem Haushalten‘, das ernste Wirken, das uneigennützige Schaffen, die geduldigen, ausharrenden Bemühungen werden reichlich vergolten werden. Jesus wird zu solchen Dienern sagen, dass er sie hinfort nicht Knechte, sondern Freunde nennt. Der Herr sieht die Arbeit nicht der Größe wegen mit Wohlgefallen an, sondern wegen der Treue, die in allem geübt wird. Nicht die Ergebnisse, die wir erzielen, sondern die Beweggründe, die uns zum Handeln veranlassen, fallen bei Gott ins Gewicht. Er schätzt Güte und Treue höher als alles andere.“

[41:44] Ich bitte die Herolde des Evangeliums Christi, nie entmutigt zu werden, nie den verstocktesten Sünder zu betrachten, als ob die Gnade Gottes ihn nicht mehr erreichen könnte. Der anscheinend Hoffnungslose kann auch die Wahrheit aus Liebe zu ihr annehmen. Er, der die Herzen der Menschen wie Wasserbäche leitet, kann die selbstsüchtigste, die durch Sünden verhärtete Seele zu Christus führen.

[42:09] Gibt es etwas, das Gott zu tun unmöglich wäre? „Mein Wort“, sagt er, „soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern tun, was mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich sende.“ (Jesaja 55, 11).

[42:24] Was für eine Hoffnung, die wir haben dürfen, dass wenn wir mit Jesus zusammenarbeiten, was für eine Hoffnung, dass Gott die Herzen der Menschen wie Wasserbäche leitet, und dass er jeden Menschen zu Jesus führen kann. Und ich wünsche mir, dass diese Sehnsucht in uns geweckt wird, dass wir die Freude empfinden, in Gottes Werk zu arbeiten, dass wir die Nöte der anderen Menschen sehen und wie Jesus schauen, wie wir sie lindern können. Und ich wünsche euch Gottes Segen, wenn ihr weiterhin in der Bibel studiert und auch für die Vorbereitung auf das Sabbatgespräch.

[43:15] Und ich möchte zum Abschluss noch beten. Vater im Himmel, ich möchte dir danken für all die Dinge, die wir in deinem Wort sehen durften. Ich möchte dir danken, dass du Liebe bist und dass du uns Menschen erlöst hast und in deinem Werk mitarbeiten lässt. Vater, ich möchte dich bitten, dass du in unser Herz dein Gesetz schreibst, dass du deine Liebe in unser Herz ausschüttest, und dass wir in deinen Fußstapfen nachfolgen, dass wir Stück für Stück dir ähnlicher werden, dass wir die Bedürfnisse und Nöte der anderen Menschen sehen, dass wir sie lindern, dass wir dadurch Frieden bekommen, erfüllt werden und dass dein Evangelium in der ganzen Welt verkündet wird. Und dafür danke ich dir in deinem Namen. Amen.


Lizenz

Copyright ©2019 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.