Veröffentlicht am
858 Klicks

Manuskript zur Sendung >>> CSH_03_2019_Lektion_6

In dieser Cannstatt Study Hour Lektion, „Den Schöpfer anbeten“, wird die wahre Natur der Anbetung Gottes beleuchtet. Anhand von biblischen Texten aus Jesaja, Psalm, Jeremia, 2. Timotheus, 2. Mose, Micha und Matthäus wird erklärt, warum Gott angebetet werden sollte und wie Götzendienst und Unterdrückung den Charakter eines Volkes verderben können. Die Lektion betont die Wichtigkeit von Gerechtigkeit, Liebe und Barmherzigkeit als Ausdruck echter Anbetung und warnt vor religiöser Heuchelei.


Weitere Aufnahmen

Serie: Cannstatt Study Hour 2019 Q3: Was ihr den Geringsten getan habt

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:00] Herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Wir sind im dritten Quartal 2019 und wir sind in der Lektion, was ihr dem Geringsten getan habt und heute mit Nummer 6: Den Schöpfer anbeten.

Nun, damit wollen wir uns gleich beschäftigen. Zuerst gucken wir uns einmal gemeinsam den Merkvers an, den wir in Jesaja 58 finden. Das berühmte Kapitel über das Fasten und der Merkvers ist ziemlich lang. Es sind auch zwei Verse und je nach Übersetzung müsste es bei euch so heißen: „Ist nicht das ein Fasten, an dem ich gefallen habe, dass ihr ungerechte Fesseln losmacht, dass ihr die Knoten des Jochs löst, dass ihr die Unterdrückten freilasst und jegliches Joch zerbrecht? Besteht es nicht darin, dass du dem Hungrigen dein Brot brichst und Arme, Verfolgte in dein Haus führst, dass, wenn du einen Entblößten siehst, du ihn bekleidest und dich deinem eigenen Fleisch nicht entziehst?“

Nun, darum soll es heute ein bisschen gehen. Also auch Jesaja 58 werden wir uns angucken, diese berühmte Stelle um das Fasten, wie man richtig fastet. Und bevor wir beginnen mit unserer Lektion, wollen wir auch gemeinsam beten, dass der Heilige Geist uns führen möge. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir dafür, dass wir gemeinsam studieren dürfen und wir bitten dich, dass dein Heiliger Geist bei uns ist. Bitte führe du uns durch das Thema und erkläre uns und öffne uns dein Wort. Und wir danken dir dafür. Im Namen des Herrn Jesus. Amen.

Nun, das Sonntagskapitel oder Sonntagsthema ist überschrieben mit „Götzendienst und Unterdrückung“. Schauen wir uns das mal an. Wir beginnen mit dem ersten, auch vorgeschlagenen Vers in der Lektion. Es ist in Psalm 115. Wir schauen da mal rein. Psalm 115 und lesen hier die ersten drei Verse. Da heißt es: „Nicht uns, oh Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gibt die Ehre, um deiner Gnade und Treue willen. Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Aber unser Gott ist im Himmel. Er tut alles, was ihm wohlgefällt.“

Und hier bittet der Prophet: „Bitte, Herr, nicht uns, sondern gib dir die Ehre.“ Denn der Prophet, der ist erschrocken darüber, dass die Heiden vielleicht die Herrlichkeit und die Größe Gottes nicht erkennen können. Sagt: „Bitte, bitte, gib du deinem Namen die Ehre.“ Und er sagt: „Gott tut alles, was ihm wohlgefällig ist. Gott kann alles tun. Er ist allmächtig.“ Mögen die Heiden das doch sehen, dass Gott ein Gott ist, der handeln kann.

Nun, „Gott tut alles, was ihm wohlgefällig ist.“ Nun, was ist Gott eigentlich wohlgefällig? Was sollen, was werden die Heiden denn sehen? Dazu gehen wir mal in Jeremia 29. In Jeremia 29 und wir lesen die Verse 11 bis 14. Jeremia 29, 11 bis 14. Gott sagt: „Ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir fliehen und ich will euch erhören. Ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet. Und ich werde mich von euch finden lassen, spricht der Herr, und ich werde euer Geschick wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, zu denen ich euch verstoßen habe, spricht der Herr, und ich werde euch wieder an den Ort zurückbringen, von dem ich euch weggeführt habe.“

Nun, wie sind Gottes Gedanken über uns? Gottes Gedanken sind immer gute Gedanken. Gott hat keine bösen Gedanken über uns. Er möchte uns immer helfen. Er möchte uns segnen. Er möchte uns voranbringen im Leben. Er möchte uns nach Hause bringen. Und „Gott tut alles, was ihm wohlgefällig ist“, heißt es im Psalm. Und alles, was Gott wohlgefällig ist, ist alles, was uns zum Besten dient. Er versucht, er kämpft darum, dass kein Mensch verloren geht. Er möchte sich jedem Menschen offenbaren, jedem Menschen zeigen.

Nun, wir gehen nochmal zurück im Psalm 115, den wir gerade gelesen hatten, und lesen mal die nächsten Verse. Psalm 115 geht dann ja weiter ab Vers 4 bis 8 lesen wir jetzt. Hier heißt es: „Ihre Götzen sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. Sie haben einen Mund und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht. Ohren haben sie und hören nicht, eine Nase haben sie und riechen nicht. Hände haben sie und greifen nicht, Füße haben sie und gehen nicht. Mit ihrer Kehle geben sie keinen Laut. Ihnen gleich werden die, welche sie machen, alle, die auf sie vertrauen.“

Und er sagt hier: Das Problem, die Heiden, die bauen sich Götzen, aber die Götzen sind aus Metall, die sind aus Gold und aus Silber oder vielleicht aus Stein oder Holz. Sie bauen sich ihren eigenen Götzen, den sie anbieten. Macht ja keinen Sinn, aber wenn wir uns in der Welt umgucken, sowas sehen wir überall. Menschen bauen sich etwas selber und beten das dann an. Nun, das ist gar nicht so abstrakt. Klar klingt das ein bisschen seltsam, wenn wir sehen, dass da jemand eine Holzfigur schnitzt, die nichts tun kann, aber wir machen manchmal was Ähnliches und behaupten, das ist Gott.

Nun, was ist da passiert, wenn also ein Volk baut sich irgendein Götzen und fängt an, den anzubieten? Jetzt der Psalmist hier sagt: „Weder kann er reden, noch kann er riechen, noch kann er was fühlen, noch kann er irgendwas tun.“ Und dann heißt es: „Jeder, der ihn anbetet, wird genauso.“ Nun, zum einen, das stimmt. Wenn wir uns im Götzendienst verlieren und tote Dinge anbeten, dann werden wir eines Tages auch tot sein. Wir werden das Leben verlieren und werden nichts mehr tun können. Wir werden genau sein wie das, was wir anbeten. Todesmaterial. Kein Leben mehr in uns.

Aber es war ganz oft so in der Weltgeschichte, dass wenn sich Völker solche Dinge gebaut haben und angefangen haben, die anzubieten, sie ihre eigenen Gedanken dort hineingelegt haben und gesagt haben: „Das ist unser Gott, das beten wir an.“ Aber eigentlich war es sozusagen etwas, was sie sich selbst gewünscht haben. Also Gedanken aus einem bösen Herzen kamen hervor und haben einen Gott kreiert, den sie sich so vorstellen wollen. Also einen Gott kreiert aus einem bösen Herzen. Das macht diesen Götzen zu nichts Gutem. Dieser Götze hat also böse Eigenschaften. Und wenn ich mich jetzt damit eine Weile beschäftige, wenn ich meine bösen Eigenschaften in diesen Götzen sozusagen übertrage und mich mit diesen Götzen beschäftige, dann werde ich diese bösen Eigenschaften ja nicht los. Ich werde mich immer damit beschäftigen und in meinem Herzen wuchert das. Und das hat böse Auswirkungen.

Der Teufel liebt es, ganze Völker auf diese Art und Weise zu verführen. Seine Dämonen und er, die arbeiten daran weltweit, dass diese falschen Dinge angebetet werden, die auch noch schlechte Charaktereigenschaften haben. Und dadurch macht man auch den Charakter der Menschen kaputt. Interessanterweise ist das ein Phänomen, das wir nicht nur damals kennen, sondern auch heute. Wir gehen mal in 2. Timotheus ins 4. Kapitel und lesen dort die ersten vier Verse.

[7:19] Nun hier heißt es: Paulus ruft den Timotheus auf und sagt: „Lehre, Lehre, Lehre, bring die Wahrheit zum Volk. Die müssen die Wahrheit hören, denn es kommt eine Zeit, da werden sie ihre Ohren verschließen davor und sie werden, Martin Luther sagt, sich diesen Fabeln zuwenden, nach denen ihnen die Ohren jucken.“ Also sie werden sich Lehre aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, etwas, was sie hören wollen. Nicht die Wahrheit, sondern das, was ihnen angenehm ist zu hören. Und es heißt: „Jetzt werden Zeiten kommen und wir sind in diesen Zeiten, wir sehen das.“

Die Menschen fragen nicht unbedingt nach Gott, weil sie Wahrheit suchen, sondern sie fragen nach Gott, weil sie irgendwas Nettes hören wollen. „Sag mir was Liebes, sag mir was Schönes und dafür beteilig dich sogar.“ Ich meine, so funktioniert die ganze Wahrsagerei, nicht wahr? Man hofft, man erfährt was Gutes. Wenn man nur immer wieder gute Sachen erfährt, dann fängt man an, die Leute dafür zu bezahlen und freut sich darüber. Da wird man sozusagen süchtig danach, was Schönes zu hören.

Nun, das Volk am Ende der Tage baut sich auch irgendwelche Götzen, sie laden sich Lehre auf, nach denen ihnen die Ohren jucken. Nun, was in Zukunft passiert oder was heute passiert, das haben wir auch schon früher gesehen. Dazu gehen wir mal in 2. Mose und gucken uns mal die Geschichte Israels an, als sie dieses goldene Kalb gebaut haben. 2. Mose, Kapitel 32. 2. Mose, 32 und hier die Verse 3 und 4.

[8:48] Wie bauten sie dieses goldene Kalb? Nun, es heißt hier: „Da riss sich das ganze Volk die goldenen Ohrringe ab, die an ihren Ohren waren und sie brachten sie zu Aaron. Und er nahm es aus ihrer Hand entgegen und bildete es mit dem Meißel und machte ein gegossenes Kalb. Da sprachen sie: Das sind eure Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten herausgeführt haben.“

Nun, das Volk gibt jetzt dem Aaron das, wonach ihnen die Ohren jucken und sagen: „Mach uns einen Gott daraus.“ Also, die nehmen ihre Ohrringe, nur die Ohrringe. Das goldene Kalb wurde aus den Ohrringen des Volkes gemacht. Danach juckten ihnen die Ohren. Das ist das, was sie gerne hören wollten. Es ist ein bisschen ein Symbol für das, was Paulus später sagt, dass am Ende der Zeiten Menschen kommen, die wollen nur noch das hören, was ihnen angenehm ist, aber nicht mehr die Wahrheit. Sie bauen sich sozusagen ihren Gott nach ihren eigenen Gutdünken, nach ihren eigenen Gelüsten.

Wir alle stehen in dieser Gefahr, ein Bild von Gott zu kreieren, das nicht das biblische Bild ist. Ein Bild, das wir uns selbst ausdenken und das wir dann anfangen anzubeten und versuchen, dem nachzueifern, aber das gar nicht das Bild Gottes ist. Das Bild Gottes sehen wir hier in der Bibel. Hier wird Gott beschrieben. Gott ist Liebe und das müssen wir glauben, wenn wir beten, wenn wir ihm nachfolgen, wenn wir mit anderen Menschen interagieren. Gott ist Liebe. Wenn wir böse Menschen und gute Menschen sehen, müssen wir denken: Gott ist Liebe. Wenn wir sehen, dass er sogar den Dämonen heute das Leben erhält, müssen wir sagen: Gott ist Liebe. Er möchte diese Welt retten. Er möchte jedem Menschen die Möglichkeit geben, aus der Rebellion zu entfliehen und nach Hause zu kommen. Das müssen wir im Hinterkopf behalten. Gott ist nicht rachsüchtig. Gott ist ein Gott der Liebe.

Nun, wenn wir gucken, was Jesus uns gesagt hat, jetzt wollen wir mal in Verbindung mit diesen Götzen setzen, in Matthäus 6, Vers 21 bis 24. Matthäus 6, 21 bis 24. Christus sagt: „Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Das Auge ist die Leuchte des Leibes. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib Licht sein. Wenn aber dein Auge verdorben ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein? Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird den einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

Also Mammon, ein Begriff hier für Finanzen, Wirtschaftsgut, Geld. Also auch das kann ein Götze sein. Nun, wo unser Schatz ist, da wird unser Herz sein. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir bauen seinen eigenen Götzen, legen da sozusagen unsere Ideen hinein und sagen: „So ist dieser Gott.“ Und jetzt fangen wir an, den anzubeten. Also ich habe jetzt gerade einen Gott kreiert, auf einem bösen Herzen kam die Idee und hat einen Gott geformt, den ich jetzt anfange anzubeten. Jetzt fange ich an, mich mit dem zu beschäftigen. Aber die Ideen, die ich über ihn habe, entsprangen einem bösen Herzen. Also der Charakter von diesem Gott, den ich anfange anzubeten, der ist nicht gut, der ist nicht lauter, der ist nicht Liebe.

Jetzt bete ich den also an und überlege mir die ganze Zeit, wie ist der wohl? Wie reagiert er auf meine Gebete? Ich habe die ganze Zeit eine menschliche Idee dabei. Also er ist nachtragend, er ist rachsüchtig, wie auch immer. Er hat also eine verdorbene Natur. Und wenn das Licht, das in mein Auge hineinkommt, wenn das schon Finsternis ist, weil das Licht, mit dem ich mich beschäftige, gar nicht das Licht der Welt ist, sondern einfach ein Götze. Wie finster wird es dann da drin sein? Also was wird dieser Götze mit meinem Herzen machen, den ich ja selbst gebaut habe?

Aber wenn das Licht, das hineinkommt, Licht ist, also wenn ich auf Christus achte und Christus ist das Licht der Welt und das Licht fällt hier hinein, dann wird es hell im Herzen. Und auf diese Art und Weise, wissen wir geschichtlich, sind viele Völker untergegangen. Sie haben sich Götzen gebaut, haben angefangen, diese Götzen anzubeten und dadurch wurden sie immer verdorbener, immer schlimmer wurde es. Sie haben nachher Menschenopfer zu bringen und und und. Wir brauchen die Geschichte, wir können in die Bibel gucken und wir gucken uns die Geschichte vom Volkaner an und wir sehen, was ist da passiert. Die haben nachher ihre Kinder durchs Feuer laufen lassen, die haben Menschenopfer gebracht und und und. „Das Land frisst seine Bewohner“, haben damals die Kundschafter gesagt zu Josuas Zeiten.

Nun auch die Azteken zum Beispiel, was haben die alles Grausames gemacht? Die Völker sind verschwunden. Also die Völker, die so weit in den Götzendienst hineingeraten sind, dass sie sich gegenseitig geopfert haben und die grausamsten Dinge gemacht haben, die sind heute verschwunden. Wenn immer ein Volk so etwas macht, verliert es dadurch das Leben. Also es wird so wie den Götzen, den es gemacht hat, tot. Das ist etwas Trauriges. Gott ist kein Gott der Toten, Gott ist ein Gott des Lebens. Den Gott, den wir anbeten, den wir anbeten wollen, unser Gott ist ein lebendiger Gott.

Nun, wenn wir in unserer Lektion weitergehen, kommen wir an unser Montagsthema, das da heißt: „Ein Grund anzubeten“. Also wir haben einen guten Grund unseren Gott anzubeten, denn er ist der Schöpfer. Wir lesen dazu mal Psalm 146, 5 bis 10 und es verrät uns etwas über den Charakter Gottes. Also Psalm 146, 5 bis 10. „Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, dessen Hoffnung ruht auf dem Herrn, seinen Gott. Er hat Himmel und Erde gemacht, das Meer und alles, was darin ist. Er bewahrt Treue auf ewig. Er verschafft den Unterdrückten Recht und gibt den Hungrigen Brot. Der Herr löst die Gebundenen. Der Herr macht die Blinden sehend. Der Herr richtet die Elenden auf. Der Herr liebt die Gerechten. Der Herr behütet den Fremdling. Er erhält Waisen und Witwen, aber die Gottlosen lässt er verkehrte Wege gehen. Der Herr wird herrschen in Ewigkeit. Dein Gott, o Zion, von Geschlecht zu Geschlecht. Halleluja.“

Und hier wird von dem großen Schöpfer gesprochen, wie er ist. Also er hat alles gemacht. Er ist der Schöpfer. Himmel und Erde hat er gemacht, alles nach seinem Plan entworfen, durch seine Macht entstanden und es heißt, er ist ewig treu. Wenn wir einen Bund mit ihm machen, wird er diesen Bund niemals brechen. Gott möchte, dass es uns gut geht. Er möchte, dass wir eines Tages bei ihm sind, wo es kein Leid mehr gibt, kein Schmerz, kein Tod, kein Geschrei. Er möchte jeden Menschen erlösen. Er hat alles gemacht und es heißt hier, selbst auf dieser gefallenen Welt, wo so viel Sünde ist, wo so viel kaputt gegangen ist, kümmert er sich um die Waisen, um die Witwe, um die Elenden, um die Armen, um die Gebundenen. Also Gott guckt auf jeden Menschen.

Aber es heißt hier auch, wenn da jemand Gottloses ist, also der verkehrte Wege geht, der jetzt zum Beispiel einen Götzen gemacht hat, dann lässt er ihn sozusagen auch ins Verderben laufen. Also, wenn ich Gott ablehne und mir meinen eigenen Gott baue, dann zeigt Gott mir, dass dieser Gott, also dass dieses Bild von einem Gott nichts tun kann, dass es meine Idee ist. Daran erkenne ich hoffentlich, dass da was nicht stimmt, dass da eine Verführung ist, dass da der Mensch durch dämonische Kräfte, durch Satan verführt wird, einen falschen Gott anzubeten. Gott lässt mich diese Erfahrung machen, damit ich irgendwann auf die Idee komme, die Sünde ist schlecht und nach etwas suche, was dahinter ist und dann den lebendigen Gott finde, der, der immer treu ist, der, der alles geschaffen hat, dessen Charakter Liebe ist, nämlich diesen Gott finde. Ein Gott, den sich anzubeten lohnt. Ein Gott, der unser Vater ist und nicht ein von Händen gemachtes, von Menschen gemachtes Werk.

Lesen wir in Jesaja 61 die Verse 8 bis 11. „Denn ich, der Herr, liebe das Recht und hasse frevelhaften Raub. Ich werde ihnen ihren Lohn getreulich geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen. Und man wird ihren Samen unter den Heiden kennen und ihre Sprösslinge inmitten der Völker. Alle, die sie sehen, werden anerkennen, dass sie ein Same sind, den der Herr gesegnet hat. Ich freue mich sehr in dem Herrn, meine Seele ist fröhlich in meinem Gott, denn er hat mir Kleider des Heils angezogen, mit dem Mantel der Gerechtigkeit mich bekleidet, wie ein Bräutigam sich den priesterlichen Kopfschmuck anlegt und wie eine Braut sich mit ihrem Geschmeide schmückt. Denn gleich wie das Erdreich sein Gewächs hervorbringt und ein Garten seinen Samen sprossen lässt, so wird Gott der Herr Gerechtigkeit und Ruhm hervorsprossen lassen, vor allen Heidenvölkern.“

Nun, Gott liebt das Recht, er liebt Gerechtigkeit, er liebt, wenn es gut zugeht und er möchte, dass alle Heidenvölker das sehen. Denn auf dieser Welt herrscht so viel Sünde und wir alle müssen leider die Sünde erkennen. Das war der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen. Jeder Mensch sieht diese Sünde und jeder Mensch ist damit irgendwie verwickelt, darin verstrickt. Jetzt möchte Gott, dass sein Volk, damals war es das Volk Israel, heute ist es das geistliche Israel, dass sein Volk seine Gerechtigkeit zeigt, damit die Heiden es sehen können, damit sie sehen: Es gibt noch einen anderen Weg. Irgendwas ist anders. Diese Menschen scheinen nicht von dieser Welt zu sein, genau was die Bibel sagt. Wir leben auf dieser Welt, aber wir sind nicht von dieser Welt und Gott möchte sein Volk zu einem Zeugnis machen.

Er möchte, dass du seinen Charakter trägst, damit die Welt, die nur die Sünde kennt, in dir sieht, dass da was anderes ist, dass da Gerechtigkeit herrscht und seine Ruhm soll durch dein Leben verkündet werden. In Matthäus 5, Vers 16, da beschreibt Christus selbst das. Matthäus 5, Vers 16. Er sagt: „So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Christus möchte, dass die Menschen in uns den Charakter Gottes sehen. Wie sehen sie den? Durch unsere Taten. Dass sie unsere Werke sehen und unseren Vater im Himmel preisen. Aber sie sehen irgendwas anders. Die Taten, die Werke, die du tust, entstammen nicht einem egoistischen Denken, einer bösen Natur. Die Werke, die du tust, entstammen Liebe und das wird die Menschen dazu bringen, zu fragen: „Wo kommt das her? Warum bist du so?“ Und wenn sie dann von Gott hören, dann werden sie Gott loben und preisen.

Gehen wir auf unser Dienstagsthema. Da heißt es: „Religiöse Unterdrücker“. Hier ist angegeben der Vers in Micha 6, 6 bis 8. Schöne Verse. Micha 6, 6 bis 8. „Womit soll ich vor den Herrn treten, mich beugen vor dem erhabenen Gott? Soll ich mit Brandopfern, mit einjährigen Kälbern vor ihn treten? Hat der Herr Wohlgefallen an tausenden von Widdern und an unzähligen Strömen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen geben für meine Übertretung, die Frucht meines Leibes, für die Sünde meiner Seele? Es ist dir gesagt, oh Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Was anderes als recht zu tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott.“

Nun, Gott hat Gefallen daran, wie wir so leben. Manchmal, das ist ja so ein bisschen so götzendienerisches Denken. Was muss ich alles tun, damit der Gott mir wohlgefällig ist? Also, wenn ich mir so einen Götzen baue, denke ich, ich muss dem Opfer bringen, das und das und das und ich muss bestimmte Rituale befolgen, damit der mir gnädig ist. Das ist ja so das typische Heidentum. Da entwickelt sich das ja hin, nicht wahr? Man baut sich erst irgendwie so einen Götzen und dann über Generationen fängt es an, ein Riesenkult zu werden und muss bestimmte Handlungen immer wieder machen, bestimmte Gebete sozusagen nacheinander immer wieder aufsagen.

Wir kennen das ja, wenn wir uns zum Beispiel die Geschichte der katholischen Kirche angucken, war das ja am Anfang sozusagen, es war mal eine reine Gemeinde und dann hat es sich verändert. Götzen kamen hinein, die hatten jetzt den Namen von irgendwelchen Heiden, die angebetet wurden und irgendwann gab es so einen Kult. Zum Beispiel, um Buße zu tun, um etwas, ein Unrecht wieder gut zu machen, muss ich also irgendwelche kultischen Handlungen plötzlich durchführen. Also zum Beispiel das große, schwere Holzkreuz durchs Dorf tragen oder den Rosenkranz beten, immer wiederholen, das Vaterunser einfach immer wiederholen. Damit hatte ja auch schon Martin Luther damals echte Probleme, als er sich das überlegt hat. Was ist das für ein Gott? Der möchte, dass wir immer das Gleiche tun, wie bei einer Strafarbeit.

Und so ist Gott nicht. Was möchte Gott? Als dass wir ein rechtschaffendes Leben führen, demütig wandeln vor ihm und dass wir Liebe üben. Das ist das, was Gott in unserem Leben sehen möchte. Gott guckt ja auf unser Herz und er möchte, dass bei dem, was wir tun, dass das mit Liebe verwoben ist. Also, dass ich meinen Nächsten liebe und dass ich Gott liebe. Und das sieht Gott. Er guckt in mein Herz, nicht meine äußeren Taten. Meine äußeren Taten zeugen nur davon, was in meinem Herzen ist. Ich kann vor Menschen, kann ich vielleicht schummeln und kann so tun, als ob in meinem Herzen sowas Böses ist, aber kann nach außen versuchen, Liebe zu zeigen. Das gelingt vielleicht eine Zeit lang. Vor Gott geht es nicht, weil Gott die Taten sozusagen außer Acht lässt. Er guckt in mein Herz. Wie ist denn meine Motivation, was zu tun? Und so ist mein ganzer Gottesdienst. Also ist mein Leben wirklich ein Gottesdienst oder ist mein Leben ein selbstsüchtiger Dienst?

Nun, wenn wir in Amos 5 gehen, kurz vorher, Amos 5 und hier die Verse 21 bis 24 lesen, fahren wir das ab 21. „Ich hasse, ich verachte eure Feste und mag eure Festversammlungen nicht riechen. Wenn ihr mir auch euer Brandopfer und Speisopfer darbringt, so hab ich doch kein Wohlgefallen daran. Und das Dankopfer von euren Mastkälbern schaue ich gar nicht an. Tue nur hinweg von mir den Lärm deiner Lieder und dein Harfenspiel mag ich nicht hören. Es soll aber das Recht einherfluten wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein unversiegbarer Strom.“

Um Gottes Willen, was nützt es mir, wenn ihr mir die Opfer bringt? Wenn ihr böse handelt, aber dann ein Opfer bringt, soll ich euch deswegen gnädig ansehen? Soll ich euch deswegen die Sünde vergeben? Nein. Was gefällt es mir denn, wenn ihr schlechten Dingen frönt, wenn ihr böse Sachen im Herzen hegt und pflegt und dann zu mir in den Gottesdienst kommt und schöne Lieder singt? Habe ich daran Gefallen? Das ist kein Gottesdienst. Er mag es nicht. Er mag nicht mal das Harfenspiel hören. Wir wissen, das Harfenspiel war schön. Das David hat vor Saul gespielt und das war ein großer Segen. Aber er sagt: „Euer Harfenspiel mag ich nicht hören. Ich mag eure Festversammlung nicht, denn ihr habt Bosheit im Herzen und ihr wollt sie nicht loslassen.“

Ihr behauptet, ihr seid mein Volk, aber man sieht es nicht. Ihr seid nicht mein Volk. Das ist das Problem. Nicht mal die Gottesdienste, die Festversammlungen, die hier gehalten werden, nicht mal daran hat Gott Wohlgefallen. Nun, sind wir Christen oder nennen wir uns nur Christen? Also folgen wir Christus wirklich nach oder sagen wir nur, wir tun das, aber machen es gar nicht? Das wäre schlimm, denn dann sieht das Volk, das Volk kennt ja Christus nicht. Sie sehen also die Nachfolger Jesu, gucken also uns an und stellen dann fest: „Also Christus ist aber ein komischer Gott. Also so viel Bosheit und so viele komische Sachen, so viele Intrigen und so viele Schlechtigkeiten.“ Das wird sie nicht zu Christus führen. Sondern was sie zu Christus führt, ist, wenn sie uns sehen, wir sind weltliche Menschen, aber wir haben ein verändertes Herz, wir haben Christus im Herzen und das sehen sie an unseren Werken. Das können sie nach außen sehen, was da drin ist.

Und so können wir durch unser Leben entweder Christus ehren oder Christus lästern. Und wenn wir dieses Leben führen, dann wird Gott uns mit Menschen in Verbindung bringen, die das in uns sehen sollen. Also seinen Charakter in uns und die fragen uns dann: „Warum sind wir so?“ Und dann können wir ein Zeugnis geben. Wir zeigen also, dass wir zu Christus gehören durch unser Leben. Daran hat Gott wirklich Freude. Das liebt er, wenn da das Recht flutet wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein unversiegbarer Strom. Wenn man das in unserem Leben erkennt, Recht und Gerechtigkeit, denn so ist Gott selber.

Wir lesen gemeinsam Jesaja 1, Verse 10 bis 17. Jesaja 1, 10 bis 17. Und schau mal, wie Gott das Volk hier nennt. „Hört das Wort des Herrn, ihr Fürsten von Sodom. Nehmt zu Ohren das Gesetz unseres Gottes, du Volk von Gomorra. Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer, spricht der Herr. Ich bin der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern überdrüssig. Und am Blut der Jungstiere, Lämmer und Böcke habe ich kein Gefallen. Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen, wer verlangt dies von euch, dass ihr meine Vorhöfe zertretet? Bringt nicht mehr vergebliche Speisopfer. Räucherwerk ist mir ein Gräuel. Neumond und Sabbat, Versammlung halten. Frevel verbunden mit Festgedrängen ertrage ich nicht. Eure Neumonde und Festzeiten hassen meine Seele. Die sind mir zur Last geworden. Ich bin es müde, sie zu ertragen. Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Und wenn ihr auch noch so viel betet, höre ich doch nicht, denn eure Hände sind voll Blut. Wascht, reinigt euch, tut das Böse, was ihr getan habt, von meinen Augen hinweg. Hört auf, Böses zu tun. Lernt Gutes tun. Trachtet nach dem Recht. Bestraft den Gewalttätigen. Schafft der Witwe Recht. Führt den Rechtsstreit für die Witwe.“

Nun, hier spricht Gott, er nennt sein Volk hier Sodom und Gomorra. Er sagt, da ist so viel Sünde im Volk. Und doch kommt ihr immer zu mir und ihr haltet Festversammlung, ihr achtet darauf, dass ihr den Sabbat haltet. Ihr achtet darauf, dass ihr die Feste habt. Ihr achtet darauf, dass ihr die richtigen Opfer bringt. Ihr achtet darauf, dass ihr zu Zeiten betet. Aber in euch drin ändert sich gar nichts. Ich habe da keinen Gefallen dran. Hört doch lieber auf, damit das zu machen. Was nützt es denn, wenn du einen schlechten Charakter hast und wenn du die Sünde im Herzen liebst und an jedem Sabbat in die Gemeinde kommst, aber doch ein schlechtes Beispiel bist für alle Gäste, die kommen. Jeder, der dich sieht. Du behauptest, du bist Christ und du gehörst sogar zu seiner Gemeinde. Du gehst in den Gottesdienst und jeder, der dich sieht, muss denken: „Wow, so ein böser Charakter. So ein aufbrausender Charakter. So was Unanständiges.“

Ich habe da keinen Gefallen dran. Sowas Egoistisches. Gott möchte nicht, dass wir ihn so darstellen. Er hört auch unsere Gebete dann nicht. Er sagt: „Bleib lieber weg, dann komm gar nicht erst. Wenn du mir so nachfolgen willst, dann bist du eher ein schlechtes Beispiel, dann bleib lieber zu Hause.“ Er nennt sie Sodom und Gomorra. Er sagt: „Wenn du zu mir kommst, tu das Böse aus deiner Mitte hinweg. Schaffe Gerechtigkeit.“ Er sagt: „Suche das Recht und hasse die Sünde, hasse das Unrecht.“ Und interessanterweise heißt es: „Lernt Gutes zu tun.“ Also ein Prozess. Lernt etwas. Lernt das Gute zu tun. Das ist also eine Einstellungssache. Will ich das tun? Will ich das Gute lernen? Und wenn ja, fokussiere ich mich darauf und übe das Gute. Schaue ich, wo ist das Böse und meide das und fange an, das Gute zu tun. Das ist ja Buße. Ich möchte mein Leben ändern.

Gott liebt es, wenn wir sowas tun. Wir sagen: „Ich weiß, das war schlecht und ich werde das jetzt ändern. Ich weiß, ich rede manchmal schlecht mit Menschen. Vielleicht habe ich harte Worte. Ich werde das jetzt ändern. Das werde ich nicht mehr tun.“ Also ich nehme wirklich Mühe und sage: „Ich tue nicht mehr das Böse, ich tue jetzt das Gute und ich bitte jetzt, Gott, bitte hilf mir dabei, damit ich dich nicht falsch repräsentiere.“ Interessanterweise sagt er hier: „Bestraft den Gewalttätigen.“ Also das Gute zu tun und Recht zu üben, gehört auch dazu, den Gewalttätigen zu bestrafen. Jemand, der anderen Gewalt antut, ob mit Worten oder auch mit Taten. Jemand, der falsch handelt, demjenigen auch zu bestrafen ist, also in der Gemeinde auch dem auch nachzugeben. Das gehört auch dazu. Wir sollen Recht in unserer Mitte schaffen. Wenn jemand böse handelt, wenn jemand offene Sünde trägt, dann muss das auch aus der Gemeinde sozusagen rausgenommen werden. Da muss dann der Gemeindeälteste oder der Pastor oder die Geschwister, irgendjemand muss mit ihm sprechen. Man muss sagen: „Guck mal, da ist was falsch in deinem Leben, das müssen wir ändern.“ Denn ansonsten kann Gott unsere Versammlung nicht segnen. Wenn da überall Sünde drin ist, hat er keinen Gefallen daran.

Wir reden hart miteinander, wir zeigen keine Liebe und jetzt sollen wir aber seine Gemeinde sein, also Menschen zu Christus führen. Und woran werden die Menschen denn erkennen, dass wir zu Christus gehören? Christus sagt: „Sie werden euch erkennen an der Liebe, die ihr untereinander habt.“ Wenn Christus aber nicht im Herzen ist, ich also keine Liebe im Herzen habe, was sollen die Leute dann sehen? Die gucken sich um und denken: „Wow, alles Fanatiker. Alle sind irgendwie traurig, alle schränken ihr Leben irgendwie ein, leben nicht auf dieser Welt, sondern versuchen ein göttliches Gesetz zu halten, das sie nicht mal mögen.“ Das ist traurig. Wenn die Leute das sehen, sind wir ein schlechtes Beispiel. Die Menschen sollen sehen, dass Christus hier drin ist, also das Gesetz des Herrn in unserem Herzen, dass wir also das Gute lieben und die Sünde hassen. Und das wird ein großes Zeugnis sein, das wir dem Herrn geben können.

Nun, wie beten wir den Herrn dann richtig an? Also gerade gesehen, dass wir das nicht machen sollen, also durch Rituale, durch Zeremonien und tote Dinge. Aber wie betet man ihn richtig an? Und da kommen wir jetzt dahin, was wir vorhin schon als unseren Merkvers hatten. Wir hatten vorhin gelesen in Jesaja 58, 6 und 7. Wir lesen mal den Kontext Jesaja 58, gucken uns gemeinsam an und die Verse 4 bis 8. Das berühmte Thema vom Fasten. Ab Vers 4.

[30:11] „Siehe, ihr fastet, um zu zanken und zu streiten und mit gottloser Faust zu schlagen. Ihr fastet gegenwärtig nicht so, dass euer Streit in der Höhe Erhöhung finden könnte. Meint ihr, dass man ein solches Fasten gefällt, wenn der Mensch sich selbst einen Tag lang quält und seinen Kopf hängen lässt wie ein Schilfhalm und sich in Sacktuch und Asche bettet? Willst du das ein Fasten nennen und einen dem Herrn wohlgefälligen Tag? Ist nicht das ein Fasten, an dem ich gefallen habe, dass ihr ungerechte Fesseln losmacht, dass ihr die Knoten des Jochs löst, dass ihr die Unterdrückten freilasst und jegliches Joch zerbricht? Besteht es nicht darin, dass du dem Hungrigen dein Brot brichst und Arme, Verfolgte in dein Haus führst, dass, wenn du einen Entblößten siehst, du ihn bekleidest und dich deinem eigenen Fleisch nicht entziehst? Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Heilung wird rasche Fortschritte machen, deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen und die Herrlichkeit des Herrn wird deine Nachhut sein.“

Nun, hier ist das richtige Fasten beschrieben. Also, wie bete ich Gott denn auf echte Art und Weise an? Wie mache ich das? Indem ich nicht sozusagen anfange, ich müsste mal fasten oder ich müsste das tun, ich müsste das tun, ich darf das nicht tun, indem ich selbst kasteie, indem ich sage, ich will dafür sorgen, dass in dem Umfeld, in dem ich wirken kann, Recht herrscht, dass es dann in Ordnung zugeht, dass dort Liebe ist. Also ich versuche sozusagen Liebe dort einzubringen, wo der Herr mich hinsetzt. Also ich versuche das Gute zu tun und das ist ein Opfer, ein Gottesdienst und ein Fasten, das Gott liebt.

Natürlich ist es leichter, irgendwelche Zeremonien zu machen, irgendwelche Dinge. Wenn ich sage, ich werde einen Tag fasten und danach wird Gott mich segnen, dann ist das wieder so ein Götzendienst, nicht wahr? Das ist wieder so ein Automat. Ich gebe dem Götzen irgendwie was und bekomme dafür was. Gott ist nicht so. Gott möchte, dass sich unser Herz ändert, dass wir das Gute tun und wenn er das sieht, dann wird er uns helfen, dass wir noch weiter gefördert werden, dass wir also unseren Charakter noch weiter verändern zum Guten hin und dadurch gleichzeitig ein Zeugnis für andere sind, die auch ihren Charakter dann verändern. Das möchte Gott gerne tun. Das ist das richtige, echte Fasten.

Und dann sagt er, wenn wir das machen, also wenn wir gut sind zu den Menschen, wenn wir Liebe üben, dann wird er uns segnen. Unsere Heilung, die Heilung von unserer sündigen Natur, unsere Heilung wird rasche Fortschritte machen. Wir werden uns ganz schnell verändern. Und dann heißt es: „Die Gerechtigkeit des Herrn wird vor uns hergehen.“ Er wird bei uns sein. Wie heißt es hier? „Deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen und die Herrlichkeit des Herrn wird dein Nachhut sein.“ Die Menschen werden es also sehen. Du wirst einen Ruf haben, der den Herrn verherrlicht und Gott wird bei dir sein. Er wird deinen Weg segnen, dich begleiten.

Ist ja auch genau das, was Gott ja auch versprochen hat seinem Volk. Das ist ja nichts Neues, was wir hier in Jesaja lesen. Das ist ja schon die Uraufforderung an Abraham gewesen, oder dass der Bund, den Gott mit Abraham gemacht hat. Im 1. Mose 12, 2 lesen wir den. 1. Mose 12, also fast ganz vorn in der Bibel. 1. Mose 12 und hier Vers 2. Da sagt Gott zu Abraham: „Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen und du sollst ein Segen sein.“ Also diese große Verheißung an Abraham hieß: „Ich möchte dich segnen, damit du ein Segen bist. Ich will deinen Namen groß machen.“

Also, wenn ich also den Segen Gottes erleben möchte, was muss ich tun? Ich muss andere segnen. Also, ich muss den Segen, den ich bekomme, weitergeben. Wenn ich den Segen für mich behalte, kommt da nichts nach. Also, ich bin ein Segen für die Welt und Gott segnet mich. Er achtet darauf, dass ich das habe, was ich brauche, damit ich anderen zum Dienst bin. Solange wir hier auf der Welt sind, sind wir Diener. Wir sollen Menschen zu Gott führen. Diener im Weinberg des Herrn.

Unser Donnerstagsthema ist beschrieben mit „Barmherzigkeit und Treue“. Und hier beginnen wir mit einem neutestamentlichen Text in Markus 12, Vers 38 bis 40. „Und er sagte ihm in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, welche gern in Talaren einhergehen und auf den Märkten sich grüßen lassen und die ersten Sitze in den Synagogen und die obersten Plätze bei den Mahlzeiten einnehmen wollen, welche die Häuser der Witwen fressen und zum Schein lange Gebete sprechen. Diese werden ein umso schwereres Gericht empfangen.“

Christus sagt: „Hütet euch vor diesen Schriftgelehrten, vor den Pharisäern, vor dem, was sie machen.“ Denn was tun sie? Naja, sie haben den äußerlichen Schein, dass sie etwas Gutes sind, dass sie besonders religiös sind, dass sie besondere Nachfolger Gottes sind, dass Gottes Segen auf ihnen ruht und dass sie sozusagen verbunden sind mit Gott. Aber sie trachten eigentlich nicht danach, selbstlos zu sein, sondern sie sind selbstsüchtig. Also sie gucken: „Habe ich den besten Platz? Gucken die Leute auf mich? Bewundern die Leute mich? Geben sie mir die Ehre?“ Das ist sozusagen, es dreht sich in ihrem Kopf um sie, nicht um den anderen.

In dieser Gefahr stehen wir alle in dieser Welt. Denn diese Welt ist sehr egoistisch. Also der Teufel war so. Die Sünde, die der Teufel hatte, war ja Egoismus. Ich möchte angebetet werden. Ich möchte, dass wir mir alle zu Füßen liegen. Und diese Sünde hat sich in der ganzen Welt verbreitet und heute sind wir alle so in den Herzen. Jetzt Christus sagt: „Hütet euch davor, so zu sein. Hütet euch davor zu sein, immer nur zu gucken, was habe ich davon? Wie sehen die Leute dann auf mich?“ Sondern schau lieber, wie geht es den anderen? Denn dazu bist du berufen, ein Segen zu sein. Der Herr sieht das Herz an. Er warnt seine Jünger: „Hütet euch davor.“

Jakobus 3 Vers 1 besteht, was wir hier sehen. Jakobus 3 Vers 1 geht hier um die Lehrer. Und da heißt es: „Werdet nicht in großer Zahl Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein strengeres Urteil empfangen werden.“ Also genau das, was Christus auch über die Pharisäer sagt. Wenn jemand also viel weiß oder behauptet, viel zu wissen, dann wird sein Urteil auch strenger sein. Wenn ich die Wahrheiten nicht kenne, werde ich nicht für das gerichtet, was ich nicht weiß. Denn über die Zeit der Unwissenheit zieht Gott hinweg, sagt die Bibel. Aber wenn ich es weiß und trotzdem falsch handle, dann ist es mir Sünde.

Christus sagte das sogar zu den religiösen Führern in seiner Zeit. Das muss für sie sehr anstößig gewesen sein. Aber schaut mal, wie Christus es selber sagt. In Johannes 9 Vers 41. Johannes 9 Vers 41. Hier sagt Christus: „Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde. Nun sagt ihr aber: Wir sind sehend, deshalb bleibt eure Sünde.“ Nun, das Urteil ist deshalb härter gegen sie, weil sie sagen: „Wir wissen die Wahrheit. Wir tun sie aber nicht.“ Wer die Wahrheit nicht weiß, also zum Beispiel Heidenvölker, die die Wahrheit nicht wirklich kennen und nach ihrem besten Wissen und Gewissen wandeln, denen ist es erstmal keine Sünde. Ich aber, der ich die Wahrheit kenne und dagegen verstoße, mir ist es Sünde. Wer viel weiß, der wird auch nach vielen Dingen gerichtet werden.

Deswegen sagt auch Jakobus: „Werdet nicht in großer Zahl Lehrer.“ Also versucht nicht, sozusagen, versucht nicht, euch das Leben so schwer zu machen. Wenn ihr ein Lehrer seid, dann lebt ein gutes Leben vor. Also zeigt den Menschen, wie sie leben sollen. Denn viele Menschen gucken auf euch und nehmen euch als Beispiel. So wie Paulus auch sagt: „Ich bin ein Beispiel für viele.“ Nun, wenn die Menschen auf euch gucken, was sehen sie denn dann? Sehen sie das, was sie sehen sollen? Wenn ihr die höchsten Plätze einnehmen wollt, nach ganz oben, so wie die Pharisäer, dass die Leute euch bewundern, müsst ihr euch fragen: Was sehen die Leute denn in euch? Verherrlicht ihr Gott mit dem Leben, das ihr führt, oder tut ihr es nicht?

Ist es für uns eher angebracht, bescheiden zu sein, oder ist es für uns eher angebracht, sehr hochwertig zu sein? Und wir sollten bescheiden sein. Gott wird uns aber in die Position stellen, wo er uns braucht. Und dort sollen wir unser Licht leuchten lassen. Wenn wir nach den hohen Dingen trachten, also dass viele Menschen auf uns gucken, dann sind wir ein Lehrer für viele Menschen. Und wir werden auch danach gerichtet werden. Ich weiß das Gute und ich tue es nicht. Und so werde ich vielen Menschen plötzlich zum Fallstrick. Gott weiß, wo er uns einsetzt. Lasst uns nicht noch mehr trachten, als wir tragen können. Wir sollen mit allem, was wir tun, sollen wir demütig sein.

Nun, wir brauchen auch nicht danach trachten. Dann schauen wir, was Christus sagt in Matthäus 6, Vers 5 und 6. Matthäus 6, Vers 5 und 6. Es heißt: „Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler. Denn sie stellen sich gern in den Synagogen an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen. Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.“

Also, wenn du Prophet, wenn du willst, dass alle Menschen dich sehen und dich bewundern, du tust nun gute Taten und die Menschen rühmen dich und loben dich dafür, dann sagt Christus: „Du hast den Lohn schon empfangen.“ Nämlich, du hast was Gutes getan und du hast dafür Ruhm bekommen, Lob, Anerkennung. Du hast den Lohn empfangen. Wenn du aber die guten Sachen im Verborgenen tust, als wenn du ein Segen bist für die Menschen um dich herum und keiner das sieht, dann hast du noch keinen Lohn empfangen. Dein Lohn steht also aus. Was wird Gott machen nach diesem Text? Er wird es dir öffentlich vergelten.

Also Gott weiß, dass du ein treuer Arbeiter bist, aber niemand der Menschen sieht das. Nun wird Gott sich darum kümmern, dass es dir vergolten wird. Und hier heißt es sogar öffentlich. Also, wenn du nur treu bist in dem, was du tust, dann wird Gott dafür sorgen, dass dein Licht an der richtigen Stelle scheint. Wir sollen im Kleinen wie im Großen treu sein, aber wir müssen natürlich im Kleinen anfangen. Manchmal finden wir das Kleine und wir wollen das Große und stellen wir uns sozusagen ins Rampenlicht und versuchen jetzt ein Bild von Christus darzustellen, das vielleicht Christus gar nicht entspricht. Jetzt sind wir verantwortlich für das, was die Menschen jetzt sehen.

Viele Menschen sehen auf uns und wenn es gut ist, haben wir unseren Lohn schon bekommen und wenn es schlecht ist, tragen wir viel Verantwortung dafür. Wir sollen im Kleinen treu sein und Gott wird alles andere machen. Wenn jeder Christ so ist, dass wir im Kleinen treu sind, dass wir treue Beter sind, dass wir treu sind, darin unseren Nächsten zu helfen, ohne dafür Lohn, Ruhm oder Anerkennung ernten zu wollen, dann wird Gott sich darum sorgen, dass alles das, was gesehen werden muss, weil es ein gutes Zeugnis für die Welt ist, auch gesehen wird. Und alles das, was nicht gesehen werden muss, auch nicht gesehen wird. Gott ist da ganz gerecht. Wir müssen uns also sozusagen nicht um die... Wir sollen schon große Sachen erstreben, aber wir sollen im Kleinen anfangen. Und manchmal machen wir das falsch rum. Wir suchen nach den großen Dingen und vergessen das Treusein im Kleinen. Aber von einem Verwalter wird nichts mehr verlangt, als dass er treu ist. Und Gott macht alles andere.

Nun, Barmherzigkeit und Treue, so ist es am Donnerstag überschrieben, das sollen wir zeigen im Leben. Also, und Gott wird es uns vergelten. Wir müssen nicht danach trachten, was sagen andere. Sieht das die Welt? Manchmal sind wir so traurig, weil wir denken, wir machen so viele gute Sachen und keiner merkt es. Dann freue dich darüber, dass du deinen Lohn noch nicht empfangen hast. Denn Gott ist treu. Er ist ein treuer Arbeitgeber und er wird darauf achten, dass du deinen Lohn empfängst, jetzt in dieser Welt und auch später noch in der zukünftigen.

Nun, ich wünsche mir, dass wir das sind auf der Welt, dass wir genauso sind, dass wir so ein Volk sind, dass die Menschen uns erkennen können als das Volk Gottes, weil wir Liebe im Herzen haben und weil wir der Menschheit ein Segen sind. Nicht auf das Unsere achten, sondern auf das Wohl des Anderen. Und dadurch werden wir vielen ein Zeugnis sein und viele Menschen werden auch durch unser Zeugnis dann gerettet werden. Und eines Tages dürfen wir eine große Ernte einbringen. Amen.

Lass uns gemeinsam zum Abschluss noch beten. Unser lieber Vater im Himmel, wir sind dir dankbar dafür, dass wir gemeinsam was studieren dürfen. Und lieber Vater, wir möchten dich anbeten, weil du Liebe bist. Du bist ein wunderbarer Gott. Du bist immer treu. Du siehst, wie schwach wir sind, wie viele Fehler wir im Leben machen. Aber du bist immer treu, Herr. Und wir möchten unser Leben in deine Hand legen und möchten dich bitten, Herr, du, der du uns verborgen siehst, dass du uns hilfst, im Kleinen treu zu sein, kleine Schritte zu machen und dass du alles das, was ein Zeugnis für die Menschen ist, auch an die Öffentlichkeit bringst, damit wir Menschen erreichen, damit wir Menschen retten können, damit wir Menschen zu dir führen können und sie deine Herrlichkeit sehen und beginnen, dich anzubeten. Wir danken dir dafür, Herr. Im Namen Jesu. Amen.

Vielen Dank, dass wir gemeinsam studieren durften und auch eine herzliche Einladung zu unseren nächsten Themen in der Cannstatt Study Hour, wenn wir Woche für Woche weitergehen und immer tiefer in dieses Thema eintauchen und immer mehr davon verstehen, wie es heißt: Was ihr den Geringsten getan habt. Gottes Segen euch und bis bald.


Lizenz

Copyright ©2019 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.