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Manuskript zur Sendung >>> CSH_03_2019_Lektion_8

In dieser Cannstatt Study Hour Lektion 8, „Den geringsten Brüdern“, wird die Bedeutung von Mitgefühl und Handeln für die Bedürftigen beleuchtet. Anhand von Gleichnissen aus Matthäus und Lukas wird verdeutlicht, wie unser Umgang mit anderen unser Verhältnis zu Gott widerspiegelt und wie wir durch Nächstenliebe Schätze im Himmel sammeln. Die Predigt betont, dass jede Gabe von Gott dazu bestimmt ist, ein Segen für andere zu sein und dass unser Dienst an den Geringsten letztlich ein Dienst an Christus selbst ist.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2019 Q3: Was ihr den Geringsten getan habt

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Transkript

[0:00] Ein herzliches Willkommen zur Cannstatt Study Hour im dritten Quartal 2019. Was ihr den geringsten getan habt? Heute mit Lektion Nummer 8: Den geringsten Brüdern. Unser Merkvers für diese Woche, den finden wir in Matthäus 25, Vers 40, und da heißt es: "Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten getan habt, das habt ihr mir getan."

[0:44] Nun, worum geht es hier? In dieser Lektion wollen wir uns angucken, wie wir sozusagen mit unseren Brüdern umgehen. Was ist der richtige Umgang miteinander? Was können wir, wie können wir Christus, der uns ja täglich segnet, der es immer gut mit uns meint, der uns das Leben erhält, der uns führt im Leben, wie können wir ihm eigentlich was Gutes tun? Das ist ganz spannend.

[1:14] Bevor wir in unseren ersten Bibeltext hineingucken, wollen wir auch gemeinsam beten und den Heiligen Geist bitten, dass er uns führt. Unser lieber Vater im Himmel, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen und deinen Heiligen Geist, dass, wenn wir jetzt deine Bibel aufschlagen und wenn wir dein Wort lesen, dass du unser Führer bist, dass du uns zeigst, was du uns in deinem Wort offenbaren möchtest. Und wir möchten dich bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist dieses Wort in unsere Herzen hineinschreibst. Und wir danken dir dafür. Im Namen Jesu, Amen.

[1:44] Nun, unser Sonntagsthema heißt "Einführung in die Bergpredigt". Bevor wir aber sozusagen die Einführung der Bergpredigt lesen, lesen wir mal das Ende, denn am Ende der Bergpredigt, da finden wir was ganz Spannendes. Wir gehen also in Matthäus 7 und lesen dort die letzten beiden Verse. Matthäus 7, die letzten beiden Verse, das Ende der Bergpredigt.

[1:58] Und es geschah, als Jesus diese Worte beendet hatte, erstaunte die Volksmenge über seine Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten. Nun, als Christus da jetzt diese Bergpredigt hält, da staunte das Volk überhaupt schon, denn es war ein sehr junger Rabbi, also er war gerade 30 Jahre alt. Und als so ein junger Rabbi fängt er an, das Volk zu lehren, und die Menschen, die hören ihm zu und die staunen, was er erzählt.

[2:27] Nun, was machte sie denn so erstaunt? Warum war die Volksmenge so erstaunt? Nun, das heißt hier, er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten. Und was hatte Christus eigentlich so Erstaunliches gelehrt, dass das Volk so erstaunte und sagte: "Er lehrt gar nicht, unterrichtet gar nicht, wie wir unsere Schrift gelernt haben, sondern wie einer, der Vollmacht hat."

[2:48] Und was hat dieser junge Rabbi, der Jesus von Nazareth, denn damals den Menschen erzählt? Nun, wir wissen, die Bergpredigt, wie sie beginnt, also in Kapitel 5, Matthäus 5 ab Vers 3, da kommt diese Seligpreisung. Also: "Selig sind..." und dann zählt er eine ganze Reihe an Menschen auf. Er sagt: die geistlich Armen, die Trauernden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit Hungernden, die Barmherzigen, die rein Herzens sind, Friedfertigen und die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden. Also er zählt eine ganze Anzahl an Menschen hier auf und er sagt immer: glückselig oder selig oder glücklich, je nach Übersetzung, sind sie.

[3:22] Und dann sagt er, diese Menschen, die so sind, was wird ihnen eigentlich zuteil? Er sagt zum Beispiel die geistlich Armen, also die Erstgenannten und die Letztgenannten, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, er sagt: "Ihre ist das Himmelreich." Zu anderen sagt er: "Sie sollen getröstet werden" (also die Trauernden) oder "Sie sollen das Land erben", "Sie sollen satt werden", "Sie werden Barmherzigkeit erlangen", "Sie werden Gott schauen", und "Sie werden Gottes Söhne heißen."

[3:51] Also es gibt hier so eine ganze Aufzählung von Leuten, bestimmten Charaktereigenschaften oder mit einer bestimmten Beschreibung, und dann kommt sozusagen: "Das heißt, selig sind diese, denn..." und dann kommt die Begründung: "...denn ihre ist das Himmelreich" oder "sie sollen satt werden" oder was auch immer. Also Christus fängt ja an, eine ganze Menge an Menschen aufzuzählen und sagt, sie sind selig, obwohl man eigentlich denkt, eigentlich geht es ihnen gar nicht gut.

[4:18] Sie leben auf einer Welt voller Sünde, und sie sind die Barmherzigen, oder sie sind diejenigen, die sanftmütig sind in einer Welt, wo eigentlich jeder besonders hart sein will und sich selbst durchsetzen will und mit dem Ellenbogen durch die Gesellschaft läuft. Warum sollen die gerade selig sein? Es sieht ja eher so aus, als wenn das die Schwachen der Gesellschaft sind. Aber Christus beginnt diese Bergpredigt so und zählt diese Leute auf und sagt: "Glücklich, wenn du dazu gehörst. Glücklich, wenn du barmherzig bist, obwohl die Welt um dich herum nicht barmherzig ist. Glücklich, wenn du ein reines Herz hast, obwohl die Welt voller Sünde ist."

[4:56] Und sogar preiste dich glücklich, wenn du um der Gerechtigkeit willen verfolgt wirst, als wenn Menschen dich hassen, dich jagen, dich verfolgen, dir das Leben schwer machen, aber es um der Gerechtigkeit willen, weil du nicht in die Sünde gehst, sondern weil du sagst: "Ich möchte gerecht bleiben." Und deshalb zeigen dich Menschen dafür an, dich dafür verfolgen. Du wählst den guten, rechten Weg und du bleibst auf dem, und dafür wirst du schikaniert. Dann sagt Christus: "Glücklich bist du, dass du das tust."

[5:23] So beginnt er seine Predigt, und er möchte also, dass wir auch diese Dinge, also diese Eigenschaften entwickeln, dass wir auch sanftmütig sind, dass wir friedfertig sind, dass wir nach Gerechtigkeit hungern. Diese Dinge möchte er in seinem Volk entwickeln, denn sein Volk wird später das Volk sein, das das Reich erbt. Und er sagt: "Das und das und das, diese Menschen werden das Reich erben", also müssen wir auch dazu gehören.

[5:49] Wenn wir so sind, wenn wir auf einer grausamen Welt friedfertig leben, dann muss es auffallen. Matthäus 5, nach der Seligpreisung, sagt Christus dann, Vers 11 bis 16 mal lesen: "Glücklich seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden und meinetwegen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel, denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind."

[6:15] "Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als dass es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten wird. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf den Leuchter, so leuchtet es allen, die im Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen."

[6:43] Und er sagt: "Ihr könnt euch glücklich schätzen, wenn sie euch verfolgen, weil ihr zu mir gehört. Ihr gehört nicht mehr zu dieser Welt. Wenn ihr meine Jünger seid, lebt ihr noch auf dieser Welt, aber ihr gehört nicht mehr zu der Welt. Euer Bürgerrecht ist nämlich im Himmel", wie Paulus sagt. Wenn die Menschen also sehen, dass wir das Gesetz des Himmels im Herzen tragen, dann tun wir den Willen Gottes. Und die Bibel sagt: "Glücklich seid ihr, wenn ihr das habt, wenn ihr das Gesetz Gottes im Herzen tragt, wenn ihr Liebe im Herzen habt, dann seid ihr sogar das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt. Ihr gebt den Menschen Orientierung."

[7:19] Ihr seid das Salz der Erde. Was ist das? Das ist sozusagen der Geist Gottes, der durch euch wirkt, in die Welt hinein. Salz ist ja ein Symbol für den Heiligen Geist auch, der uns gegeben ist. Denn wir alle müssen mit Feuer gesalzen werden, so heißt es. Sagt Christus: "Der Heilige Geist muss in uns rein, damit wir gesalzen werden durch das Feuer und dann sind wir das Salz der Erde." Und der Geist ist Liebe. Liebe im Herzen wird also etwas nach außen bringen. Wir werden der Welt zeigen, was die Liebe Gottes ist.

[7:55] Nun, wenn wir das im Herzen haben, kann es nicht verborgen sein, denn eine Stadt, die auf einem Berg ist, kann nicht verborgen sein. Die Stadt, die auf einem Berg ist, kann nicht verborgen sein. Das ist ein Symbol für das Volk Gottes oder für das neue Jerusalem, die Stadt, die von ihm erleuchtet wird. Er ist das Licht, und sein Licht ist in einer Stadt drin, eine Stadt, die völlig transparent ist, also sogar die Straßen, die aus Gold sind, sind aus Gold wie Glas. Die Mauern sind aus Edelstein, also aus transparenten Steinen gebaut. Das Licht Jesu ist in dieser Stadt, ist in seinem Volk, und diese ganze Stadt strahlt dieses Licht weiter. Es gibt das Licht, das es empfängt, weiter, wie diese Stadt, so das Volk Gottes auf Erden. Und diese Stadt kann nicht verborgen bleiben. Diese Stadt, Jerusalem, das neue Jerusalem, ein Zeichen für den neuen Bund, auch hier schon auf Erden, kann nicht verborgen bleiben.

[8:37] Wenn das Volk Gottes so lebt, wenn es friedfertig lebt, sanftmütig ist, wenn es Barmherzigkeit übt, dann muss es die Welt sehen. Und das hat die Menschen schon staunt gemacht, als sie das gehört haben von Christus, als er so gepredigt hat. Aber wenn wir noch weiterlesen von Christus, was er dann sagt, das erstaunt auch uns dann.

[8:54] Denn Matthäus 5, wir gehen mal weiter. In unserem Montagsthema heißt es ja: "Böses durch Gutes überwinden", im Montagsthema. Und da lesen wir jetzt mal ab Vers 38: "Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn. Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen, sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, so biete ihm auch die andere dar. Und dem, der dir vor Gericht gehen und ein Hemd nehmen will, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigte, eine Meile weit zu gehen, so geh mit ihm zwei."

[9:33] Christus sagt hier etwas, das das Volk bestimmt staunt gemacht hat. Wenn dich einer auf die eine Wange schlägt, dem biete auch die linke dar. Wenn dir einer das Hemd nimmt, dem gib auch den Mantel. Und wenn dich einer nötigt, eine Meile mit ihm zu gehen, geh auch zwei. Nun, was macht Christus hier? Dieser junge Rabbi, vielleicht 30 Jahre alt, steht vor den Menschen und sagt: "Ihr habt gehört, das gesagt ist, ich aber sage euch."

[9:54] Und dieses Gesetz "Auge um Auge, Zahn um Zahn", woher kommt es denn? "Auge um Auge, Zahn um Zahn" finden wir in Mose. Das heißt, Mose hat das geschrieben, aber von wem hat Mose das? Von Gott. Jesus selbst hat ihm das gegeben. Dieses Gesetz ist absolut gerecht. "Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Leben um Leben." So steht es dort. Also, wenn ich jemandem etwas nehme, etwas antue oder so, muss ich es auch wieder ausgleichen. Ich muss also einen Preis dafür zahlen. Zum Beispiel, wenn ich einem den Zahn ausschlage, wird Gerechtigkeit dadurch hergestellt, dass ich auch einen Zahn verliere, oder ich muss ihn den Zahn eben ersetzen. Nun, also Gerechtigkeit muss immer erfolgen, ungerecht darf es nicht bleiben.

[10:35] Jetzt sagt Christus aber, also dieses Gesetz ist absolut gerecht. Es ist im Alten Testament von Gott gegeben, absolut gerechtes Gesetz. Aber Jesus sagt jetzt: "Euch, ihr habt gehört, das gesagt ist, ich aber sage euch." Nun, was macht Christus denn hier? Er hat das Gesetz gegeben, 1400 Jahre vorher, und jetzt ändert er das. Nun, ist Christus eigentlich gekommen, das Gesetz zu ändern? Und Matthäus 5, Vers 17 sagt: "Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen, sondern um es zu erfüllen." Christus sagt: "Ich ende das alte Gesetz nicht. Ich erfülle dieses Gesetz."

[11:10] Nun, was macht Christus hier? Nun, wenn dich einer auf die eine Wange schlägt, dem bietet auch die andere dar. Also, ein Schlag, noch ein Schlag. Eigentlich müsste ja um Gerechtigkeit hergestellt werden. Ich schlage jemanden, jetzt müsste er mich schlagen, und damit wäre es gerecht. Also, dann wäre das ausgeglichen. Es muss also auf das eine, auf das andere immer folgen.

[11:38] Wenn Christus sagt: "Wenn dich einer auf die eine Wange schlägt, dem biete auch die andere dar", ist Christus gekommen, um das Gesetz aufzulösen? Nein, um es zu erfüllen. Nun, erfüllt sich das? Nun, wir müssen uns vorstellen, Christus hat uns in seinem Ebenbild gemacht, und wir sündigen gegen ihn. Also, wir können im übertragenen Sinne sagen, wir schlagen ihm durch unsere Sünde ins Gesicht.

[11:59] Nun, was wäre jetzt gerecht? Also, Gott hat mich gemacht, und ich sündige gegen ihn. Übertragen, schlage ich ihm durch meine Sünde ins Gesicht. Um Gerechtigkeit wiederherzustellen, muss ein zweiter Schlag folgen. Nun, was ist der Sündensold? Der Sündensold ist der Tod. Das heißt, mich müsste jetzt eigentlich der Tod treffen. Dann wäre die Sache vom Tisch, die Sache wäre gerecht, die Sache wäre ausgeglichen. Der Sündensold ist der Tod.

[12:29] Jetzt möchte Christus aber nicht, dass ich sterbe. Nun, jetzt habe ich ihn aber geschlagen durch meine Sünde. Was muss jetzt passieren? Gerechtigkeit muss hergestellt werden, der zweite Schlag muss kommen. Nun, wer kriegt den zweiten Schlag? Christus sagt: "Wenn ich einer auf die rechte Wange stecke, den biete auch die linke dar." Nun, Christus selbst sagt: "Bitte, gib mir auch den zweiten Schlag." Der zweite Schlag muss kommen, denn es muss Gerechtigkeit hergestellt werden. Aber ich will nicht, dass du stirbst.

[12:53] Also, ich sündige gegen Christus, schlage ihm durch meine Sünde ins Gesicht, und Christus sagt: "Ich halte die andere Backe hin, ich nehme die Strafe, die du bekommst. Ich will, dass Gerechtigkeit hergestellt wird, aber ich will nicht, dass du stirbst." Also, nimmt er jetzt den Folgeschlag auch noch, also den Tod. Ich sündige gegen ihn, und er stirbt für mich. Er bekommt zwei Schläge. Das ist nicht gerecht. Das war Liebe. Christus hat das nicht verdient, aber das war Liebe. Und er sagt: "So sollt ihr sein."

[13:26] Und dann heißt es: "Wenn einer dein Hemd von dir fordert, dem gib auch den Mantel." Ist das auch in Christus erfüllt worden? Hat mal irgendjemand irgendwann von Christus das Hemd gefordert? Ja, in der Tat. Als Christus am Kreuz hing, da kamen die Soldaten, die ihn ja verspottet haben, die ihn geschlagen haben, die ihn bespuckt haben, die jetzt gerade dabei sind, ihn umzubringen. Die klauen ihm jetzt das Hemd. Sie würfeln dann noch drum, war halt ein besonderes Hemd, aber es war Diebstahl. Sie haben ihn beraubt. Und was macht Christus? Er hängt am Kreuz und er sagt: "Vater, vergib ihnen. Sie wissen nicht, was sie tun." Er bittet um Vergebung für diese Menschen. Das sind Räuber, Mörder, das sind Spötter. Er sagt: "Bitte vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun."

[14:10] Sie haben ihm gerade das Hemd genommen, und jetzt gibt er ihnen den Mantel der Gerechtigkeit. "Wenn einer das Hemd von dir fordert, dem gib auch den Mantel." Christus ist nicht gekommen, das Gesetz abzuschaffen, sondern es zu erfüllen. Er erfüllt es hier.

[14:22] Und dann heißt es: "Wenn einer dich nötigt, eine Meile mit ihm zu gehen, so gehe zwei mit ihm." Nun, hat Christus das auch gemacht? Ist auch das in Christus erfüllt? Nun ja. Christus hat den Thron im Himmel verlassen, die Gegenwart der Engel, die Gegenwart seines Vaters. Er kam auf die Erde, und er ist in Bethlehem geboren, und seit seiner Kindheit, seit seiner Geburt eigentlich Flüchtling. Seine Eltern mussten mit ihm nach Ägypten fliehen, und dort sind sie als Flüchtlinge aufgewachsen. Und später erst, als Herodes der Große starb, kamen sie dann zurück und siedelten sich wieder oben in Galiläa, also Nazareth, der Stadt Nazareth an, was so damals ein bisschen das Rotlichtviertel von Israel war.

[14:59] Samariter, der pflegte ihn. Er ging sogar auf seine Straßenseite. Also er ging zu ihm hin. Er sagte nicht: "Du musst zu mir kommen", sondern er bemühte sich um ihn. Er ging zu ihm hin. Dann versorgte er ihn, also er pflegte ihn mit Öl und Wein. Er versorgte seine Wunden und dann lud er ihn auf sein eigenes Tier. Das heißt, er musste jetzt laufen, und der, der Hilfe brauchte, der wurde jetzt von dem Tier getragen. Jetzt gingen sie also gemeinsam den Weg, bis er sozusagen an ein Gasthaus kam und dort brachte er ihn hinein und dort pflegte er ihn, solange wie er da sein konnte. Und dann übergab er die Pflege einem anderen, den er aber dafür bezahlte. Und er sagte: "Wenn ich wiederkomme und du hast mehr aufgewendet, will ich dir das bezahlen."

[15:39] Also er gibt von seinem Eigenen, um einem anderen zum Dienst zu sein. Wer ist also derjenige, der sein Nächster ist? Und der Nächste ist der, den Gott dir auf den Weg stellt. Der Nächste ist derjenige, der deine Hilfe benötigt. Wenn du jemanden siehst, der Christus nicht kennt, wenn du jemanden siehst, der Hilfe braucht, dann ist das genau dein Nächster. Jeder, dem du ein Segen sein kannst, der ist dein Nächster.

[16:06] Kommen wir zu unserem Mittwochsthema, das da heißt: "Der reiche Mann und Lazarus". Wir finden die Geschichte in Lukas 16, also ein paar Kapitel weiter, und wir lesen mal von Vers 22 bis Vers 25.

[16:24] "Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. Und als er im Totenreich seine Augen erhob, da er qualend, sieht er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich über mich und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Sohn, bedenke, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse. Nun wird er getröstet, du aber wirst gepeinigt."

[16:58] Nun, hier ist ein interessantes Gleichnis von diesem reichen Mann und dem armen Lazarus. Wir müssen hierbei verstehen, dass es ein Gleichnis ist. Also hier werden sozusagen Dinge beschrieben, die wir so nicht kennen. Also die einzige Szene, wo wir uns vorstellen können, dass sozusagen einer, der Tod beschrieben wird, jemanden sieht, der auch gestorben ist, aber jetzt lebendig ist, ist eigentlich die Szene, wenn die neue Stadt Jerusalem auf der Erde steht und plötzlich die gottlosen Toten aufstehen. Das ist die einzige Szene, wo die gottlosen Toten, so werden sie auch benannt, die Toten sozusagen lebendig sind und über die Kluft sozusagen rüber gucken können, die neue Stadt Jerusalem sehen und dort oben natürlich auch Abraham auf der Stadtmauer und all die Leute, die gerettet sind, die sozusagen Abrahams Schoß sind.

[17:46] Das ist ein Gleichnis sozusagen. Man muss verstehen, dass es hier nicht darum geht zu sagen: "Guck mal, die Toten sind gar nicht tot, die Toten, die leben." Es gibt nur einen Teil in der Geschichte sozusagen, wo wir so etwas einmal ganz kurz sehen können, zu dem Zeitpunkt, wenn die neue Stadt Jerusalem auf die Erde kommt. Aber das soll sozusagen jetzt nicht das Thema sein, sondern wir gucken uns einmal an, was ist da eigentlich, worum geht es da eigentlich.

[18:14] Also der reiche Mann, der war gesegnet von Gott, hatte viele Güter bekommen, und eigentlich, wenn wir viele Güter von Gott bekommen, sollen wir sie auch zum Segen für andere einsetzen. Das ist ja die Verheißung, die Gott dem Abraham gegeben hat: "Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein." Jetzt, wenn Gott mich segnet und ich kein Segen bin, dann bin ich ein schlechter Verwalter, ein untreuer Verwalter. Also ich bin nicht treu in dem, was ich tue.

[18:31] Jetzt der Lazarus, der hat sozusagen gelebt von dem, was er bekommen hat. Gott hatte ihm Dinge gegeben, mit dem er anderen ein Segen sein sollte, aber er ist damit sich selbst ein Segen gewesen und hat das, was Gott ihm anvertraut hat, missbraucht. Der arme Lazarus, der vor seiner Tür saß und der so verwundet war und der eigentlich Hilfe bedürfte, der hat keine Hilfe von ihm erfahren.

[18:56] Jetzt irgendwann, sozusagen sterben beide, und dann wird erzählt, wie geht es für die beiden weiter. Der eine, der Reiche, dem ging es schlecht, denn er hat das, was er gehabt hat, natürlich verloren. Er hat missbraucht die Gaben, die Gott ihm gegeben hat, ist keine Hilfe für den anderen gewesen, und weil er sozusagen mit dem, was er hatte, falsch gehandelt hat, hat er am Ende auch das ewige Leben verloren.

[19:22] Der andere, der Lazarus, der nichts hatte, aber von dem nicht geschrieben ist, dass er irgendwie böse war, er wurde jetzt in Abrahams Schoß getragen. Also er wurde sozusagen auf die Seite der Gerechten, der Geretteten, an die Familie Abrahams aufgenommen und er gilt jetzt als gerettet. Am Ende heißt es dann: "Du hast zu dem reichen Mann gesagt: Du hast zu Lebzeiten das Gute erfahren und deswegen trägst du jetzt Leid, denn das Gute hast du nicht anderen gegeben, sondern es für dich behalten und deswegen leidest du jetzt, während Lazarus das Böse erfahren hat auf der Welt und es getragen hat und deswegen jetzt gesegnet wird."

[19:59] Also hier wird schon sozusagen gezeigt, das, was uns Gott anvertraut, damit müssen wir auch in dieser Welt handeln, denn das wird uns als Gerechtigkeit gerechnet, und das hat der Reiche hier nicht getan. Hätte der reiche Mann in dem Gleichnis Lazarus gedient mit dem, was er hat, wäre er natürlich ein Nachkomme Abrahams gewesen und damit sozusagen in Abrahams Schoß auch dargestellt worden, denn Abrahams Schoß sind sozusagen alle seine Nachkommen, aber die Nachkommen sind die, die von Gott gesegnet sind und ein Segen waren. Der reiche Mann war nicht im Schoß Abrahams, denn er wurde zwar von Gott gesegnet, aber er war kein Segen und so gehörte er nicht dazu.

[20:41] Nun, in Lukas 18, wir gehen mal zwei Kapitel weiter, Verse 28 bis 30, da heißt es: "Da sprach Petrus: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, es ist niemand, der Haus oder Eltern oder Brüder oder Frau oder Kinder verlassen hat, um des Reiches Gottes willen, der es nicht vielfältig wieder empfing in dieser Zeit und in der zukünftigen Weltzeit das ewige Leben."

[21:15] Also Petrus fragt Jesus hier: "Wir haben alles aufgegeben, was bekommen wir dafür? Wir haben unsere Familien verlassen, wir haben sozusagen unsere Heimatdörfer aufgegeben, wir sind jetzt in der ganzen Welt unterwegs oder im ganzen damaligen Wirkungsbereich in Israel und wir predigen und wir tun und wir arbeiten, wir sind keine Fischer, wir haben unsere Berufe aufgegeben, was haben wir davon?"

[21:32] Christus sagt: "Keine Angst, ihr werdet sozusagen schon in dieser Weltzeit gesegnet werden. Wenn ihr eure Familie verlassen habt, bekommt ihr neue. Natürlich, wenn meine Familie gegen meinen Glauben ist und ich deswegen meine Familie aufgeben muss, bekomme ich natürlich eine neue in der Gemeinde. Das sind große Familien. Christus sagt: Wer sind meine Brüder und meine Schwestern? Das sind die, die zu meinem Vater im Himmel gehören, die den Willen Gottes tun."

[21:57] Nun, das sind Brüder und Schwestern. Also, wenn ich hier was aufgebe auf der Erde, was immer das ist, wenn ich meine Familie aufgebe, sagt Christus, bekommst du eine neue. Wenn ich meine Arbeit aufgebe, gibt mir Christus eine neue Arbeit. Also, wenn ich meinen weltlichen Beruf aufgebe und dafür im Weinberg Gottes arbeite, arbeite ich halt da. Also er sorgt sich um das, was ich bekomme. Hier ist niemand, der etwas aufgibt und nicht etwas anderes dafür empfängt. Und sogar sagt er: "Ihr empfangt in dieser Welt schon etwas, aber auch in der ewigen Welt das ewige Leben werdet ihr erben."

[22:32] Und das ist das, was Christus uns verheißen hat. Wenn wir also wirklich zum Samen Abrahams gehören, dann werden wir später das ewige Leben bekommen. Aber schon hier in dieser Welt werden wir schon gesegnet sein.

[22:42] Wir gehen mal weiter nach vorne im Lukas-Evangelium, nämlich ins zwölfte Kapitel, und lesen dort die Verse 15 bis 21. Lukas 12, 15 bis 21. Es ist dieses Gleichnis vom reichen Narren, so wird es ja beschrieben.

[22:59] Ab Vers 15: "Er sagte aber zu ihnen: Habt acht und hütet euch vor der Habsucht, denn niemandes Leben hängt von dem Überfluss ab, den er an Gütern hat. Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Das Feld eines reichen Mannes hatte viel Frucht getragen. Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun, da ich keinen Platz habe, wo ich meine Früchte aufspeichern kann? Und er sprach: Das will ich tun. Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin alles, was mir gewachsen ist und meine Güter aufspeichern. Und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre. Habe nun Ruhe, iss, trink und sei guten Mutes. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Und wem wird gehören, was du bereitet hast? So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott."

[23:56] Also dieser reiche Narr, der wurde überreich gesegnet von Gott. Jetzt hat er sich überlegt, was mache ich denn damit? Und diese Frage sollte ein Gotteskind so nicht haben. Also, wenn ich überreich gesegnet bin, was soll ich denn damit tun? Nun, mein Gedanke muss sein: Ich soll anderen ein Segen sein. Wie setze ich es ein? Nicht, ob ich mich damit bereichere, oder ob ich mich damit bereichere und andere damit bereichere. Die Frage ist: Ich habe etwas von Gott bekommen. Wie setze ich es jetzt für seine Arbeit ein?

[24:18] Gott vertraut uns immer Dinge an. Wenn er zum Beispiel meine Ernte segnet und ich plötzlich überreichen Vorrat habe, dann muss ich mich fragen: Warum hat Gott das gemacht? Also, warum gibt er mir plötzlich dreimal so viel Ertrag wie sonst? Was soll ich damit machen? Wem gebe ich das? Für wen ist das bestimmt? Also, wenn ich gesegnet werde, soll ich ein Segen sein.

[24:39] Der Mann hier im Gleichnis, der ein Narr genannt wird, "Ich habe das alles bekommen, jetzt kann ich mich zur Ruhe setzen, jetzt mache ich ein gutes, ruhiges Leben." Aber das sollen wir eben nicht, denn wir sind ja Arbeiter im Weinberg, bis Christus wiederkommt. Ich kann also nicht irgendwann aufhören zu arbeiten und sagen: "Ich habe genug gemacht", sondern ich soll arbeiten. Christus gibt mir Arbeit, er vertraut mir Dinge an, und mit den Dingen, die ich habe, soll ich arbeiten, bis er wiederkommt. Und dann gehen wir in die Sabbatruhe ein, sagt Paulus.

[25:08] Nun, dieser Mann, der hat es falsch gemacht und er wird ein Narr genannt. Das heißt, deine Seele wird von dir gefordert. Also in dieser Nacht wirst du sterben. Was willst du dann sagen? Was hast du dann getan? Du hast sozusagen alles, was du bekommen hast, missbraucht. Deine Ideen waren falsch. Wer wird es nach dir bekommen? Also Gott sorgt jetzt dafür, dass es umverteilt wird. Wer wird es nach dir bekommen? Da war also ein falscher Gedanke.

[25:37] Nun, gehen wir mal zu unserem, ach so, vielleicht noch zu, also Gott segnet jeden Menschen so, wie er es für richtig hält. Gott kennt deine und meine Fähigkeiten und er gibt uns das, was wir brauchen, nicht nur um zu leben, sagt er: "Sorgt euch nicht um, was ihr essen und trinken werdet, Gott kümmert sich drum", sondern er gibt uns auch das, was wir brauchen, um anderen zum Segen zu sein. Viel oder wenig, Talente, Gaben, Güter, was auch immer, aber er sorgt sich drum, dass wir anderen ein Segen sein können.

[26:03] Jetzt kommen wir aber zum Donnerstagsthema, das heißt: "Die geringsten der Brüder". Nun, hier wurde uns ja ein Text vorgeschlagen in der Lektion, in Matthäus 25, und den schauen wir uns mal an, in der berühmten Endzeit-Predigt von Christus. Matthäus 25, wir lesen mal diesen ganzen Teil, also 31 bis 40. Matthäus 25, Vers 31 bis Vers 40.

[26:51] "Dann werden ihnen die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremdling gesehen und haben dich beherbergt oder ohne Kleidung und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und sind zu dir gekommen? Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

[27:35] Nun, Christus zeigt hier das große Gericht über die Völker. Nach wonach werden die Völker eigentlich gerichtet? Und jetzt sagt er, sie werden danach gerichtet, was sie dem anderen getan haben. Also, denn was sie dem anderen getan haben, das haben sie Christus getan. Also, wenn ich mich frage, wie wird mein Gericht sein, dann muss ich sagen, nach diesem Text hier, nach dem, wie ich mit anderen Menschen umgegangen bin. War ich gütig, war ich barmherzig, war ich gerecht, oder war ich egoistisch, war ich von mir bezogen, war ich geizig, war ich ungerecht? Die Frage ist, wie sind wir miteinander umgegangen? Und das wird am Ende sozusagen entscheidend sein im Gericht nach diesem Text hier, den Christus hier uns erzählt.

[28:25] Also, die Frage ist, was mache ich auf der Welt mit dem, was Gott mir anvertraut? Sammle ich Schätze auf Erden und bereichere mich selbst, oder sammle ich Schätze im Himmel und bereichere damit Christus? Also, tue ich ihm Gutes oder tue ich mir Gutes? Das ist die Frage, um die es hier geht.

[28:42] Schauen wir mal in Matthäus 6, Vers 19 bis 21. Matthäus 6, Verse 19 bis 21.

[28:53] Christus sagt: "Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motte noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da wird euer Herz sein."

[29:26] Also, wie ist meine Motivation? Will ich auf Erden reich werden? Also, versuche ich mein Leben so zu planen, dass ich möglichst viele Schätze auf Erden sammle, mir ein ruhiges Leben machen kann. Oder versuche ich mein Leben so zu planen, dass ich Schätze im Himmel sammeln kann, also dass ich Schätze für Christus sammeln kann, also Menschen für Christus erreiche.

[29:39] Nun, worauf bin ich fokussiert? Dass es mir gut geht, oder dass es meinem Nächsten, also Christus, gut geht? Möchte ich Menschen zu Christus führen, oder möchte, dass Menschen mir dienen, damit es mir auf dieser Welt gut geht? Das ist halt die Motivation.

[29:56] Christus sagt: "Sammelt keine Schätze auf Erden. Es nützt nichts. Es geht kaputt, ihr habt davon nichts, sozusagen. Es ist sehr egoistisch. Sammelt Schätze im Himmel. Das, was Gott euch gibt, setzt ein, um damit zu arbeiten."

[30:10] Wir erinnern uns vielleicht an das Gleichnis von anvertrauten Talenten. Also Gott gab jedem seiner Mitarbeiter, jedem seiner Knechte bestimmte Talente. Einem gab er eins, einem gab er zwei, dem anderen gab er fünf. Er sagt: "Setzt es für mich ein." Und so gingen sie hin und setzten diese Talente für ihn ein. Und jetzt kamen sie wieder. Der eine hat überhaupt nichts erwirtschaftet, der andere und die anderen beiden haben es jeweils verdoppelt.

[30:29] Nun, wir sollen also nach diesem Gleichnis mit dem, was Christus uns gibt, sollen wir so arbeiten, dass es Frucht bringt, dass es sich vermehrt. Er gibt uns also Gaben, wir sollen sie so einsetzen, dass wir damit etwas Sinnvolles für Gott erreichen können, also einen Schatz für Gott im Himmel damit erreichen können. Also wir sollen wirtschaften, wir sollen diese Dinge, die Gott uns gibt, einsetzen. Wir sollen sie nicht vergraben und sagen: "Ich behüte lieber das, was ich bekommen habe und werde damit nichts machen."

[30:58] Sondern wenn er dich segnet, egal ob mit materiellen Dingen, mit Gaben, mit Talenten, setze sie für Gott ein. Also nimm sie und wirtschafte damit. So wirtschaften wir ja auch nicht, wenn wir zum Beispiel an die Finanzwelt denken. Wir haben Geld, wir horten das jetzt nicht, sondern wir versuchen dieses Geld irgendwie einzusetzen, um damit Gewinne zu erzielen. Das ist ja auch so mit unseren Talenten, mit den Dingen, die Gott uns gibt. Wir horten die jetzt nicht und behalten die für uns, sondern wir versuchen sie so einzusetzen, dass dabei was rausspringt. Also dass Seelen gerettet werden, damit wir Schätze für den Himmel sammeln.

[31:28] Was ihr einem meiner geringsten getan habt, das habt ihr mir getan, sagt Christus. Wenn wir also die Dinge einsetzen, die wir haben, um dem Nächsten damit zu dienen, dem Nächsten ein Segen zu sein, sind wir damit dem Herrn ein Segen.

[31:36] In Haggai, erstes Kapitel, Haggai 1, und dort die Verse 9 bis 11.

[31:52] Gott sagt hier: "Ihr habt viel erwartet, doch siehe, es wurde wenig daraus. Und brachtet ihr es heim, so bließe ich es weg. Warum das? So spricht der Herr der Herrschaften: Um meines Hauses willen, das in Trümmern liegt, während jeder von euch eilt, um für sein eigenes Haus zu sorgen. Darum hat der Himmel über euch seinen Tau zurückgehalten, und die Erde hat ihren Ertrag zurückgehalten. Und ich habe die Dürre gerufen über das Land und über die Berge, über Korn, Most und Öl und über alles, was der Erdboden hervorbringt, auch über Menschen und Vieh und über alle Arbeit der Hände."

[32:28] Und hier sagt Gott: "Ihr habt viel erwartet, ihr wolltet viel erreichen, aber ihr habt doch nichts bekommen. Und wenn ihr was bekommen habt und ihr habt es nach Hause gebracht, habe ich es weggeblasen. Also ihr habt gewirtschaftet, aber es hat nie Ertrag gehabt, ihr habt nie Gewinn gesehen. Warum eigentlich?" Er sagt: "Weil mein Haus in Trümmern liegt, eure Häuser aber fein gebaut sind. Ihr kümmert euch um eure eigene Sache, nicht aber um das Werk des Herrn."

[32:57] Würdet ihr mit den Dingen, die ich euch gegeben habe, mein Haus bauen, also meine Gemeinde vergrößern, dann würde ich euch segnen und alles würde seinen Ertrag bringen. Da ich es aber nicht tue, habt ihr zwar das Gefühl, ihr erwirtschaftet und ihr seid fleißig und macht und schafft, aber ich achte darauf, dass ihr nichts bekommt. Also, dass das, was ihr erwirtschaftet, gleich wieder weggeht.

[33:21] Wir können das Beispiel zum Beispiel am Zehnten sehen. Wenn wir unseren Zehnten zurückhalten, weil wir denken, wir wären dadurch reicher, wären wir dadurch nicht reicher, sondern Gott wird das immer wieder wirtschaften und wegblasen. Wenn wir unseren Zehnten aber einsetzen, also sozusagen für Gottes Haus legen, dann wird Gott dafür sorgen, dass das, was wir haben, uns reicht zum Leben. Und dass wir vielleicht sogar noch was zurücklegen können, also für die Dinge einsetzen können, um Menschen damit zu erreichen. Denkt an die Israeliten, ihre Schuhe haben in der Wüste 40 Jahre lang gehalten.

[33:55] Nun, kann es sein, dass, wenn du den Ertrag, den Gott dir gibt, das, was du einsetzen sollst für Gottes Werk, wenn du es zurückhältst, wir denken zum Beispiel jetzt mal an Geld, du hältst zum Beispiel Geld zurück, das eigentlich für das Volk Gottes, für das Werk Gottes gebraucht wird, du hältst es zurück, dann wird Gott dafür sorgen, dass das Geld nicht bei dir bleibt, sondern es umverteilt wird, dass es an andere Leute geht. Zum Beispiel, dein Haus geht kaputt, dein Auto geht kaputt, deine Kleidung geht kaputt, wie auch immer, und du musst das Geld wieder rausgeben. Es wird umverteilt, es geht jetzt über andere Quellen sozusagen. Gott wird dafür sorgen, dass es dahin kommt, wo es hin muss, aber es geht sozusagen erst mal von dir weg, um eingesetzt zu werden.

[34:29] Nun, bei den Israeliten war das so, ihre Schuhe gingen 40 Jahre lang in der Wüste nicht kaputt. Nun, sie hatten nicht viel Geld, also musste Gott dafür sorgen, dass das, was sie haben, dass es sozusagen Bestand hat. Sie hatten keine Möglichkeit oder nicht wirklich die Möglichkeit, neue Schuhe anzufertigen, neue Dinge dazu zu machen in der Wüste. Sie waren nicht sesshaft, sie konnten immer nur flicken, reparieren, aber Gott hat darauf geachtet, dass es nicht kaputt geht.

[34:55] Kannst du dir das vorstellen, dass 40 Jahre lang dein Auto nicht kaputt geht, weil Gott seinen Segen auf dich legt? Nichts passiert, weil Gott weiß, das, was du hast, das hast du eingesetzt für sein Werk, mehr hast du nicht. Wenn jetzt irgendwas Größeres passiert, dein Haus kaputt geht, dein Auto kaputt geht, deine Kleidung kaputt geht, dann kannst du dir das nicht leisten und Gott hat versprochen, er kümmert sich darum. Sorg dich nicht, was du anziehen wirst, Gott kümmert sich. Kann es sein, dass wir das erleben müssen? Kann es sein, dass Gott sich darum kümmert, dass er uns das alles sozusagen bewahrt, dass er auf uns achtet, dass wir alles haben, was wir brauchen, weil sein Segen auf uns liegt?

[35:26] Wenn wir Menschen für Gott arbeiten, dass er genau das tut, was er versprochen hat, und wenn wir nicht für ihn arbeiten, dass er genau das tut, was wir hier gelesen haben, wenn wir also selbstsüchtig sind mit dem, was wir erwirtschaften, dass wir denken, wir bringen Gewinne nach Hause, aber Gott verteilt das sofort wieder um. Wir bringen es heim und sofort müssen wir es für irgendwelche Dinge ausgeben, um es wieder wegzutun, damit Gott seine Wege sozusagen, er wird die finanziellen Mittel dahin bringen, wo sie gebraucht werden, oder die Talente, die Gaben, die Dinge, die wir sozusagen einbringen. Er vertraut sie uns an, wir sollen sie einsetzen. Machen wir es nicht, also sind wir untreue Arbeiter, muss er diese Gaben sozusagen irgendwie anders verteilen, anderen Menschen das beauftragen.

[36:09] Wir sollen ja nicht den Segen von Gottes Werken nehmen. Wir gucken uns nochmal unseren letzten Bibelfers an, und dazu gehen wir in das Buch Jeremia und hier in Kapitel 22. Jeremia 22 und wir lesen Verse 13 bis 16. Jeremia 22, 13 bis 16.

[36:54] "Bist du damit König, dass du dich im Bau von Zedernpalästen hervortust? Hat nicht dein Vater auch gegessen und getrunken und doch Recht und Gerechtigkeit geübt? Damals stand es gut mit ihm. Ja, wenn man den Bedrängten und Armen zurecht verhilft, dann steht es gut. Bedeutet das nicht, mich zu erkennen, spricht der Herr?"

[37:11] Also hier wird das Königshaus Juda angeklagt, und das heißt: Handelt ihr nicht unrecht? Also, sorgt ihr euch nicht immer nur um euch selbst, nehmt sozusagen die Armen aus und seid ungerecht, und steht es deswegen nicht schlecht um euch? Würdet ihr das Gute tun, also würdet ihr nicht versuchen, euch um euch selbst zu kümmern, sondern würdet ihr auf Gott vertrauen, dass er sich um euch kümmert und würdet ihr euch um die Armen kümmern, dann würde es besser stehen um euch. Dann würde Gott euch segnen, und ihr würdet ein Segen für die Armen sein, und damit würde es dem ganzen Land besser gehen.

[37:43] Nun, was hier an den König gerichtet ist, das ist sozusagen auch an uns gerichtet, und auch wir sind zu Königen und Priestern gemacht. Also wir sollen genauso handeln. Gott vertraut uns Dinge an, und jetzt kommen wir immer die Wahl damit. Wir kriegen ja jedes Mal eine Verantwortung. Wenn immer Gott uns was gibt, ist die Frage: Was tun wir damit? Setzen wir es für uns ein, oder setzen wir es für den Nächsten ein? Berufend sind wir damit ein Segen zu sein.

[38:08] Jetzt überlegen müssen wir uns, wie werden wir damit ein Segen? Das ist unsere Entscheidung. Wie setzen wir das richtig ein? Aber die Frage ist, ist es selbstlos oder ist es selbstsüchtig, was ich damit mache? Und sozusagen alles, was wir den geringsten Brüdern tun, das tun wir Christus. Und das müssen wir im Hinterkopf behalten, wenn wir sozusagen als Verwalter Gottes gesehen werden wollen.

[38:32] Wenn wir ja eingesetzt sind als Verwalter, wenn Gott uns Dinge gibt, um damit seinem Volk ein Segen zu sein, wie machen wir das am besten? Dann müssen wir uns fragen: Wie kann ich gut und richtig damit handeln, um möglichst viel Ertrag zu bringen im Weinberg des Herrn? Und darauf soll unser Fokus liegen. Nicht auf uns selbst, sondern auf dem Anderen. Gottes Segen dafür.

[38:52] Lass uns noch mit einem Gebet enden. Unser lieber Vater im Himmel, wir sind dir dankbar dafür, dass wir gemeinsam auch diese Studie dürfen und dass wir wissen können, Herr, dass du den geringsten in der Welt ansiehst, denn er ist dein Kind. Du liebst alle Menschen, Herr, egal, ob sie böse sind oder gut sind. Du möchtest jeden Menschen zur Umkehr bringen und möchtest jeden Menschen in dein Himmelreich retten. Du hast uns eingesetzt als Verwalter, Herr. Du möchtest uns Güter geben, du möchtest uns Segen geben, damit wir Segen für andere sind.

[39:16] Wir wollen dich bitten, Herr, dass dein Heiliger Geist uns begleiten möge, dass, wenn immer wir solche Entscheidungen zu treffen haben, was wir mit dem Anvertrauten gut machen, dass wir zwischen Recht und Unrecht unterscheiden können und dass wir die Kraft haben und den Mut haben, das Richtige zu tun, Herr. Bitte segne dein Volk weltweit hierin, damit die Menschen erkennen, dass wir dein Volk sind und dass bei dir Rettung ist. Im Namen Jesu. Amen.

[39:34] Vielen Dank, dass wir das gemeinsam studieren durften. Gottes Segen euch und alles Gute. Bis bald.


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