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In dieser Folge von „Wege aus der Depression“ konzentriert sich Dörthe Meisel auf die entscheidende Rolle des Frontalhirns bei der Bewältigung von Depressionen. Sie erklärt die Funktionen des Frontallappens, wie er durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt werden kann und welche Auswirkungen dies auf unser Verhalten und Denken hat. Darüber hinaus werden praktische Strategien vorgestellt, wie Ernährung, Achtsamkeit und innere Haltung zur Stärkung des Frontalhirns und zur Überwindung depressiver Symptome beitragen können.

In diesem Video erklärt Dörthe Meisel die Bedeutung des Frontalhirns für die Bewältigung von Depressionen. Sie beleuchtet, wie verschiedene Lebensbereiche wie Ernährung, Medienkonsum und geistige Haltungen die Funktion dieses wichtigen Gehirnbereichs beeinflussen. Anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Beispielen zeigt sie Wege auf, wie man den Frontallappen stärken und so aktiv zur Genesung von Depressionen beitragen kann.


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Serie: Wege aus der Depression

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Transkript

[1:00] Der zweite Teil. Darf ich bitte mal die Hände derjenigen sehen, die gestern den Vortrag auch schon gehört haben? Okay, gut, danke. Das gibt mir zumindest einen Einblick, wie viel wir vielleicht wiederholen sollten, so zum Einstieg. Wer heute Abend das erste Mal da ist, kann sich auch gerne mal melden. Der erhält hier noch so einen Zettel und kann da für sich gerne noch mal mitverfolgen, was so mögliche Ursachen sein können bei einer Depression.

[1:32] Wir waren gestern bei diesem Punkt gewesen, dass es ja ganz wichtig ist, die Ursachen zu behandeln und nicht die Symptome. Und ich hatte Ihnen dazu von einem Arzt erzählt, der geschaut hat, was sind mögliche Ursachen für Depressionen. Und er hat festgestellt, es gibt über 100, aber die meisten lassen sich in zehn Kategorien einteilen. Und wenn wir diese Ursachen beheben, wenn wir wissen, dass es unsere sind und wir beheben diese, ist die Wahrscheinlichkeit auf Besserung oder Geheilung recht hoch. Können Sie sich noch erinnern, diejenigen, die gestern da waren, was einige der möglichen Ursachen für Depressionen sind? Genau, die Gene sozusagen oder auch die Entwicklungsumstände, haben wir auch da gleich noch ein Stück mit drin. Genau, Sucht, Ernährung. Genau, unser Schlaf-Wach-Rhythmus, wann schlafen wir, wann sind wir wach. Genau, gewisse Erkrankungen, wie zum Beispiel eben Schilddrüsenprobleme oder verschiedene andere Erkrankungen. Hier haben wir es nochmal so ein bisschen zusammengefasst. Dieser Zettel, den Sie erhalten haben, soll einfach so ein bisschen dem dienen, dass Sie mal gucken können, was trifft so in diesen einzelnen Ursachenkategorien auf mich persönlich zu. Also auch wer gestern Abend nicht da war, kann einfach in den anderen Kategorien mal gucken und seine Kreuze setzen. Der Gedanke ist, dass erst wenn Sie Kreuzchen in mindestens vier verschiedenen Kategorien gemacht haben, das etwas ist, wo Sie Depressionen spüren können. Außer meiner Erfahrung nach, wenn man jetzt ein soziales Ereignis hat, also unter Punkt 8, reicht auch diese einzige Sache, um Depressionen auszulösen. Können Sie sich sicher vorstellen, ein Trauerfall oder ein einschneidendes Lebensereignis, dann braucht man nicht noch so viele andere Punkte dazu.

[3:47] Wir waren gestern stehen geblieben bei Punkt 10, dem Frontalhirn. Und da werde ich immer rückschauend auch noch ein paar Sachen wiederholen von gestern. Ein ganz, ganz spannendes Kapitel. In meiner Klinik habe ich dieses Thema mal meinem Vorgesetzten gegeben und er hat gesagt, Frontalhirn, dazu habe ich ja bisher kaum etwas gelesen. Und es ist tatsächlich so, dass Forschung aus den 90er Jahren ist und es meist nur die Personen informiert sind, die sich die Zeit nehmen, irgendwelche medizinischen Fachzeitschriften zu studieren. Und es oft unsere behandelnden Ärzte oder auch Psychologen, Psychiater, ehrlich gestanden muss ich sagen, oft gar nicht so die Zeit haben, jetzt noch zu gucken, was vielleicht irgendein Arzt da mal über das Frontalhirn schreibt. Dann liest man halt eher eine Fachzeitschrift und wenn das da nicht drinsteht, wissen wir es nicht. Aber die Sie dann wissen und ihm sagen können.

[4:45] Das hier ist mal eine Aufnahme, wir haben gestern schon mal geguckt, das ist übrigens das Gehirn von einer und derselben Person. Und zwar als sie depressiv war, hat man hier mal geguckt, wie ist so die Aktivität im Gehirn. Und da sehen wir hier vorne noch ein klein wenig Aktivität. Diese hellen Felder deuten das an. Aber ansonsten wirkt das Gehirn ganz schön stillgelegt. Und dann, diese Person erhielt auch Medikamente, eine Therapie, ein Lebensstilprogramm. Also es wurde an allen möglichen Ursachenkategorien gleichzeitig gearbeitet. Und ich glaube, es war vier Monate später, der Person ging es deutlich besser, hat man wieder so eine Aufnahme gemacht und während eines Denkprozesses, einer Denkaufgabe, diese Hirnleistung hier gemessen. Und Sie sehen, wie wunderschön eigentlich diese Aufnahme zeigt, dass diese Person auch rein von der Physiologie her geheilt ist und die Depression gebessert ist. Weil gerade in diesem Bereich hier vorne der Frontallappen, der hinter unserer Stirn sitzt, aktiv ist und wieder gut arbeitet. Und man hat herausgefunden, dass praktisch alle Depressiven eine Verminderung in der Aktivität hier vorne im Frontallappen zeigen. Und das ja ein ganz wesentlicher Bereich für uns ist.

[6:07] Wenn wir jetzt uns mal anschauen, warum ist denn der Frontallappen so entscheidend und wir gucken mal so in verschiedenen Bereichen, auch im Tierreich, dann sehen wir, einmal wenn wir uns die Katze anschauen, da ist es so, es gibt ja das gesamte Gehirn und bei der Katze sind 3,5 Prozent des Gehirns machen diesen Frontallappen aus. Frontallappen ist der Sitz für unseren Willen, für unsere Moral, für unsere Geistlichkeit. Und wenn Sie mal eine Katze beobachtet haben, wie die so eine Maus fängt und mit der umgeht, dann ist da nicht viel Moral da drin. Also die spielt mit der rum oder wir würden sagen, das Opfer tut uns oft auch recht leid. Katzen kann man manchmal auch leicht hinters Licht führen oder dazu bringen, dass sie irgendwas tun, was eigentlich nicht so gut für sie ist. Das heißt, so ganz aktiv vorausplanend sind sie nicht. Also sie haben doch einen großen Teil Instinkt. Und wenn wir einen Schritt weiter gehen und uns die Hunde anschauen, dann sind Hunde meist doch schon besser trainierbar als Katzen. Hunde können sicherlich im Notfall auch jemanden angreifen, aber sie behandeln ihr Opfer eigentlich nie so, wie die Katze das tut. Und viele, vielleicht haben einige von Ihnen auch schon mal gehabt oder haben ihn noch. Ein Hund kann ein sehr treuer Kamerad sein, kann sehr lange Zeit Menschen begleiten und wir sehen, 7% macht der Frontallappen aus vom Gesamtgehirn eines Hundes. Schon ein bisschen mehr als bei der Katze. Deswegen können wir ihn auch besser trainieren.

[7:49] Dann, wenn wir mal so schauen, die Affen, vielleicht wer im Zoo war, ich war letztens erst und habe welche beobachtet, dann hat man manchmal fast den Eindruck, dass die denken oder dann lausen die sich so ein bisschen und machen so verschiedene Aktivitäten. Wenn sie was wollen, dann überlegen die auch schon so, hat man den Eindruck, wie sie vorgehen können und wie sie da doch an irgendetwas rankommen. Das heißt, der Frontallappen macht bei den Affen 17% des gesamten Gehirns aus. Also die können deutlich schon mehr machen und es gibt ja Fälle, wo Affen trainiert wurden, Automaten mit Zahlen zu drücken oder zu lernen, um an ihre Banane ranzukommen, gewisse Handlungen zu vollziehen, die schon relativ komplex waren.

[8:33] Was allerdings noch mit deutlichem Abstand sozusagen die Affen übertrifft, das ist der Mensch. 33% unseres Gehirns werden sozusagen vom Frontallappen von diesen Bereichen gebildet. Und das ist eine Sache, die uns allen anderen Spezies, weswegen wir die anderen weit überragen. Wir sind in der Lage, Dinge in der Zukunft zu planen, über Dinge zu sprechen, die aktuell gar nicht sichtbar sind. Wir können überlegen, was wollen wir für Entscheidungen in der Zukunft treffen. Wir können überlegen, was hätte das eventuell für Konsequenzen und es ermöglicht uns sozusagen, in die Zukunft zu schauen, absichtsvoll zu handeln und überhaupt unser Leben planen zu können. Und das ist die Genialität, die erst möglich wird durch diese Aktivitäten des Frontallappens. Und Sie können sich vorstellen, wie sehr unser Leben betroffen und eingeschränkt ist, wenn gerade in dem Bereich Schwierigkeiten auftreten und dieser Bereich im Gehirn nicht mehr so gut funktioniert.

[9:45] Wir haben natürlich verschiedene Bereiche im Gehirn. Wir haben auch verschiedene andere Lappen. Es gibt den Bereich hier hinten. Das eine ist das Kleinhirn. Das ist besonders gut ausgebildet bei denjenigen, die so sportlich sind, die ein gutes Gleichgewicht, eine gute Koordination haben. Und dann gibt es den sogenannten Oxypital-Lappen. Da liegt es ungefähr in dem Bereich. Da ist das Sehzentrum. Wer gute geometrische Fähigkeiten hat, der hat hier einen gut ausgebildeten Bereich. Architektonische Begabungen haben dort ihren Ursprung.

[10:23] Dann gibt es noch zu beiden Seiten des Gehirns ungefähr so auf Höhe der Ohren den Temporallappen. Das sind auch Gedächtnisfähigkeiten. Das heißt, Leute können ein exzellentes Gedächtnis haben oder sogar ein fotografisches Gedächtnis, wenn der gut ausgebildet ist. Aber das heißt noch lange nicht, dass der Frontallappen deswegen gut ausgebildet sein muss. Und dann gibt es noch hier oben ist ungefähr so der Bereich des sogenannten Parietallappen. Da liegt unser Sprachverständnis, gewisse Sinneseindrücke und Empfindungen. Berechnungen wie zum Beispiel in der Mathematik, das Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren liegt im Parietallappen. Und tatsächlich hat man herausgefunden, dass da bei Einstein ein kleines bisschen größer war, als das scheinbar normalerweise der Fall ist. Und das alles sind Funktionen, die nicht unbedingt mit dem Frontallappen zu tun haben.

[11:25] Und wir wollen mal schauen, was hat mit dem Frontallappen zu tun? Wie zeigt sich denn jetzt, wenn der Frontallappen geschädigt ist? Sei es durch eine Minderdurchblutung, sei es durch Depression oder andere Lebensumstände. Ein Punkt ist oft, dass die moralischen Grundsätze beeinträchtigt sind. Also Leuten ist so ein bisschen egal, was sie machen und ob das jetzt nur so gut ist oder nicht. Ist vielleicht manchmal auch so diese Null-Bock-Stimmung oder ist mir alles Egal-Stimmung? Das kann ein Hinweis darauf sein.

[11:59] Ein anderer Punkt ist, dass normalerweise wir enge Beziehungen haben zu Menschen, die uns nahestehen, gerade auch zu Familie. Und wenn Personen anfangen, sich komisch zu verhalten in der Familie, vielleicht nichts mehr mit Familienangehörigen zu tun haben wollen, sich zurückziehen oder ihnen egal ist, ob sie jetzt Familienangehörige verletzen oder nicht, dann ist es oft ein Hinweis auch dafür, dass der Frontallappen beeinträchtigt ist.

[12:27] Mangelnde Voraussicht, das heißt, es gibt Leute, die machen sich nicht so einen Kopf, was passiert, wenn ich das und das mache? Wird das negative Konsequenzen haben? Auch das ist eine Funktion des Frontallappens und gibt einen Hinweis, dass da eventuell Schädigungen da sind.

[12:47] Vermindertes abstraktes Schlussfolgern. Also das heißt, es gibt ja so Sprichwörter zum Beispiel und wie gut sie darin sind, Sprichwörter zu interpretieren, zeigt auch so ein Stück weit Frontallappen-Fähigkeiten. Der Arzt, der das Programm macht, erhält manchmal Vorträge in Schulen und er wollte es einfach mal bei den Schülern testen, wie gut sie darin sind und er hat, vielleicht kennen Sie ja auch dieses Sprichwort, ihnen das genannt, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Und dann hat er die Schüler gefragt, was bedeutet dieses Sprichwort? Und gleich viele Hände hochgegangen und er hat sie gefragt und der erste Junge hat gesagt, naja, wenn ich im Glashaus sitze, sollte ich nicht mit Steinen werfen, weil dann geht das Glas kaputt. Das ist sowas, das würden wir als konkretes Schlussfolgern bezeichnen. Wir stellen uns das bildlich vor und beschreiben das. Und er hat noch verschiedene andere gefragt, was das Sprichwort bedeutet und die haben alle so eine ähnliche Antwort gegeben. Bis sich dann so zögerlich einer gemeldet hat und er hat ihn gefragt und er hat gesagt, naja, wenn ich nicht möchte, dass die anderen mich verletzen, sollte ich auch vorsichtiger mit denen umgehen oder die nicht verletzen. Das ist sowas, was abstraktes Schlussfolgern ist. Von einem konkreten Sachverhalt interpretiere ich sozusagen etwas oder ziehe einen Vergleich. Und zumindest in dem Fall schien der Frontallappen dieses einen Jungen vielleicht ein bisschen weiter zu sein als der der anderen.

[14:23] Tatsächlich ist aber etwas, was auffällt, dass es in unserer Gesellschaft den Jugendlichen zunehmend schwerer fällt, solches abstraktes Schlussfolgern zu machen. Also, wenn man Kinder manchmal befragt oder Jugendliche und sagt, wer von euch denkt, dass eure Eltern das hätten richtig beantworten können, sind die meisten überzeugt, ja, meine Eltern hätten das noch gewusst. Aber es scheint auch an unserer Gesellschaft zu liegen, man denkt, dass wir nicht mehr so viel über Sprichwörter oder Dinge nachdenken, was das bedeuten kann, wir uns nicht mehr mit so tief abstrakten oder geistigen Inhalten befassen.

[15:03] Geringeres mathematisches Verständnis, also wir haben gesehen, die Grundmathematik, die ist im Parietallappen, aber so komplexere Mathematik wie Algebra oder Integralrechnung, das hat sozusagen mit dem Frontallappen zu tun und wer darin sozusagen gut ist, der hat eine gute Frontallappenfunktion.

[15:29] Verlust des Einfühlungsvermögens, auch das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wenn wir uns mit anderen Menschen unterhalten, oder geht mir zumindest häufig so, dass manchmal die andere Person Situation erlebt oder schildert, die ich noch nie so erlebt habe. Aber der Frontallappen befähigt mich, mir vorzustellen, wie es der anderen Person wohl geht. Und das ist eine Fähigkeit des Frontallappens und wenn der geschädigt ist, fällt es Menschen zunehmend schwerer, sich überhaupt in die Rolle des anderen hinein zu versetzen. Das also können sozusagen Anzeichen sein für einen geschädigten Frontallappen.

[16:11] Allerdings vielleicht mal so eine Frage, die auch ein bisschen mehr Hoffnung macht, wenn wir rein biologisch mal schauen, was denken Sie, wann hat der Frontallappen biologisch gesehen seine volle Größe im Gehirn erreicht? Was schätzen Sie? Mit 18 wäre ja logisch, da können wir entscheiden, da sollte das jetzt wirklich vollständig ausgebildet sein, unser Denken. Noch Vorschläge? 20? 25? Ich höre schon gute Werte. Also es sieht so aus, dass ungefähr bis zum 30. Lebensjahr der Frontallappen wächst. Das heißt natürlich, dass man bei manchen Jugendlichen noch Hoffnung haben kann, im Sinne von, bis zum 30. Lebensjahr wächst er zumindest rein biologisch, also die Fläche wird noch größer, dann erst ist diese biologische Größe erreicht. Und wir sehen deswegen, wie wichtig es auch ist, vielleicht auch nicht zu früh im Leben schon so ganz lebensverändernde Entscheidungen zu treffen, bevor man vielleicht die Fähigkeit hat, wirklich die Konsequenzen so ein Stück auch vorauszusehen.

[17:33] Mangel an Beherrschung oder Zurückhaltung kann auch noch so ein Hinweis sein, dass Menschen mit einem geschädigten Frontallappen, die Fragen einfach, was sie denken und reden einfach los, sind manchmal schwer zu stoppen oder machen irgendwas, ohne sich einen Kopf zu machen, wie kommt das jetzt an. Und wir merken schon, dass manche Dinge uns vielleicht auch bekannt vorkommen, von gewissen Party-Situationen oder von gewissen Begegnungen, wo einfach durch die Umstände auch der Frontallappen zeitweise dort geschädigt oder unterdrückt wird.

[18:09] Okay, jetzt ist natürlich die Frage, was braucht unser Frontallappen, was wünscht er sich, damit es ihm gut geht. Ganz wichtig ist, unser Gehirn ist nicht so vielfältig wie unsere anderen Körperorgane in dem, was es braucht, sondern es ist sehr wählerig. Unser Gehirn arbeitet fast ausschließlich mit Kohlenhydraten. Also erst, wenn wir in einen extremen Hungerzustand kommen, nutzt es auch andere Nährstoffe. Weil andere Körperorgane, die können auch noch die Eiweiße und die Fette gebrauchen, das Gehirn, hauptsächlich die Kohlenhydrate.

[18:47] Was denken Sie, was sind jetzt Lebensmittel, die wenig Kohlenhydrate enthalten? Hat jemand Vermutungen? Süßigkeiten? Ah, die haben eine Menge auch an Kohlenhydraten. Sie haben auch Fette, ja. Kohlenhydrate sind noch drin. Was sagen Sie, Tofu, Gemüse und Obst enthält was? Okay, das ist genau andersrum. Also es enthält viel. Also Kohlenhydrate sind viel im Obst, im Gemüse. Wo sind wenig? Mein Bild ist vielleicht schon ein bisschen irreführend hier. Milchprodukte, gut, die haben eher Fette, ja. Nüsse, genau, die haben nicht ganz so viel Kohlenhydrate. Jemand sagte schon, tierische Produkte, wie sieht es aus, woraus besteht Fleisch? Aus Eiweiß und? Eiweiß und Fett. Also zumindest vom Fleisch kann man relativ eindeutig sagen, es enthält Eiweiß und Fett. Es enthält also nichts, was in erster Linie unserem Gehirn hilft. Und die besten Nahrungsmittel, die Kohlenhydrate enthalten für unser Gehirn, sind diese vier Nahrungsmittelgruppen hier. Also das heißt, wir haben hier im Gemüse haben wir Kohlenhydrate, im Obst haben wir Kohlenhydrate, im Getreide haben wir Kohlenhydrate, Nüsse ist der Anteil natürlich ein bisschen verändert, da gibt es auch Fette drin, aber auch die enthalten trotzdem noch Kohlenhydrate. Und erstaunlich ist, dass genau diese vier Nahrungsmittelgruppen sind die vier Nahrungsmittelgruppen, die angesprochen werden zur Nahrungsempfehlung für den Menschen im Handbuch des Menschen, wo es heißt, es sind die Dinge gegeben, die auf den Bäumen wachsen, das Getreide, die Samen, das ist gut für unser Gehirn. Deswegen gibt es auch eine Gefahr, wahrscheinlich haben das etliche auch schon von Ihnen gehört, es gibt so diese Eiweißreichen-Diäten, wo man darauf achtet, wenig Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, Adkins-Diät oder es gibt so verschiedene andere Namen. Der Vorteil ist, man verliert tatsächlich viel Gewicht, es funktioniert. Der Nachteil ist, sofern wir unser Gehirn betrachten, haben wir in dieser Diätzeit, wenn wir kaum Kohlenhydrate zu uns nehmen, geben wir auch kaum unserem Gehirn Energie. Und das kann manchmal zu so einer Art, wie sagt man, das Kohlenhydratrausch führen, dass auch während so einer Diät man vielleicht nicht unbedingt in gewissen Punkten so gut drauf ist oder so gut denken kann, wie es vielleicht vorher der Fall war. Deswegen möchte ich raten, gucken Sie, wenn Sie eine Diät machen wollen, tut sie meinem ganzen Körper gut und gucken Sie nicht nur auf das Endresultat vom Gewicht her, weil diese Kohlenhydrate wichtig sind für unseren Frontallappen.

[22:05] Und es gibt sogar Untersuchungen, wo man mal geschaut hat, wie wirkt sich das denn auch psychisch aus? Vielleicht haben einige von Dean Ornish gehört und der hat gezeigt, dass die Ernährung jetzt gerade von diesen vier Nahrungsmittelgruppen nicht nur dem Gehirn hilft, sondern dass es auch hilft, Depressionen zu vermeiden und mehr Freude zu empfinden. Und je natürlicher und pflanzlicher die Nahrung war, umso größer war der Nutzen. Und es war sogar eine Studie, die alle erstaunt hat und es war eigentlich ein Nebenergebnis der Studie, weil eigentlich wollte der Herr Ornish nur herausfinden, verändert es was mit unseren Herzgefäßen und mit Arteriosklerose, kann sich da was verbessern? Und als man gezeigt hat, tatsächlich die vegetarische oder die eher pflanzliche Nahrung verbessert was, kamen so die Forscher auf die Idee, naja, das mag ja sein, dass die Gefäße besser wären, aber wenn man sich so vorstellt, man isst dann vielleicht so viel Pflanzliches, könnte doch die Stimmung sinken, oder? Wenn man dann so auf seinen Teller schaut und vielleicht sein Fleisch vermisst. Deswegen haben sie zusätzlich zu dieser Studie, was kaum sonst erzählt wird, haben sie gesagt, wir testen einfach mal noch und messen so die Stimmung der Leute, wie verändert die sich denn? Und nicht nur die Herzgefäße. Und da mussten sie feststellen, selbst die Stimmung hat sich positiv verbessert. Deswegen so ein Nebenbefund, der für uns ganz interessant ist.

[23:31] Okay, was sind noch Punkte unseren Frontallappen? Das war jetzt so ein bisschen das, was im Bereich der Ernährung liegt. Wie sieht es jetzt aus mit Dingen, die unseren Körper beeinflussen, die er aufnimmt? Mehr so über unsere Sinne. Und ein Punkt, den ich dazu ansprechen möchte, ist dieser Punkt Hypnose. Einige haben vielleicht schon gehört, manche haben sich dem bewusst ausgesetzt, anderen ist es vielleicht nicht so bewusst. Und ich habe hier einfach mal so ein Zitat aus einem gängigen Hypnose Lehrbuch. Und da heißt es, Hypnose ist der Versuch, die Funktion des Frontallappens auszuschalten und die Person in einen Trance-Zustand zu versetzen, in welchem sie in hohem Maße beeinflussbar wird. Einige kennen das vielleicht, Hypnose wird angeboten, wenn man aufhören möchte mit Rauchen oder an irgendwelche Dinge im Gedächtnis herankommen will, wo man nicht so diesen Zugang hat.

[24:33] Was macht sie? Hypnose ist der Versuch, und sie schreiben es ganz offen, die Funktionen unseres Frontallappens auszuschalten. Bei der Depression ist der Frontallappen wenig durchblutet. Wenn ich jetzt noch was mache, was ihn ausschaltet, wird es ihn fördern oder wird es ihn behindern? Also wenn ich mir angewöhne, dass der Öfter hier vorne ausgeschaltet ist, dann ist es sicherlich nichts, was hilft, die Durchblutung wieder zu erhöhen. Es ist also etwas, was so, zumindest auch aus dieser hirnanatomischen Sicht etwas kritisch zu sehen ist.

[25:15] Das Hypnosebuch schreibt weiter, am leichtesten erreicht man diese Hypnose, es gibt ja verschiedene Arten, wenn man das Auge trainiert, auf ein einzelnes Objekt zu blicken, was so ein kleines, flackerndes Objekt ist. Das heißt, der Hypnotiseur muss es nur kontrollieren können und wir gucken nur drauf. Wenn wir das jetzt lesen, haben die meisten wahrscheinlich so ein Hypnotiseur daheim. Es ist so ein halbdunklen Raum, man hat so ein kleines flackerndes Licht, wo man immer drauf guckt. Ich sehe es abends, wenn ich nach Hause gehe, sehe ich so die blauen Lichter hinter den Fenstern und das flackert da so. Haben Sie eine Ahnung, was Sie daheim haben? Welchen Hypnotiseur? Genau, der Fernseher. Und manchmal fühlt man sich doch auch wie hypnotisiert, oder? Wenn man dann davor sitzt.

[26:05] Das heißt, dieses Flackern entsteht ja beim Fernsehen durch diese schnellen Szenenwechsel. Also im Durchschnitt wenigstens alle drei Sekunden wechselt das Bild. Und man hat mal geschaut und hat ein EEG gemacht, um zu sehen, wie verändern sich denn die Hirnströme. Und man hat festgestellt, das hat man bei Kindern gemacht, hat gesagt, die setzen wir für ihre Lieblingsfernsehsendung. Da gucken die doch bestimmt ganz interessiert hin und verfolgen aufgeregt jedes Detail. Und die haben ein EEG angelegt, gekriegt. Und dort war es so, dass am Anfang haben sie Betawellen gezeigt. Betawellen ist so ein Hinweis darauf, dass der Frontallappen aktiv ist. Das heißt, dass man aktiv das beurteilt und mitverfolgt. Also für eine schnelle, gesunde Denkaktivität. Und dann innerhalb von 90 Sekunden bis drei Minuten gingen diese Betawellen bei allen Kindern in einen sogenannten Alpharhythmus über. Das heißt, Alpharhythmus, mein Sehvermögen ist aktiv, verschiedene Gehirnbereiche sind aktiv, aber das, was ich schaue, wird nicht mehr kritisch analysiert. Das heißt, es ist ein Zeichen dafür, dass diese Aktivität des Frontallappens ausgeschalten wird.

[27:23] Und wenn Sie sich das vorstellen, als Sie hier in diesen Raum reinkamen, dann gehen Sie die Treppe hoch, Sie kommen hier rein, Sie steuern Ihren Platz an. Es geht alles relativ langsam und Sie bestimmen die Geschwindigkeit. Beim Fernsehen sehen wir jemanden, der geht auf die Tür zu, dann sehen wir den, der hinter der Tür wartet und dann sehen wir vielleicht nochmal oben drauf oder den, der dahinter im Busch schon lauert. Das heißt, ganz schnell, ganz viele verschiedene Perspektiven. Und unser Frontallappen bemüht sich ganz sehr, das zu analysieren und mitzuverfolgen. Aber so nach 90 Sekunden bis drei Minuten gibt er das auf, weil das so schnell wieder wechselt. Und damit haben wir ähnlich wie diese Trance oder Hypnose, dass wir einen Film anschauen, wir können uns an alles erinnern, was wir angeschaut haben, unsere Emotionen sind aktiv, aber wir können nicht mehr kritisch bewerben, ist das jetzt etwas, was wir gut finden oder ist das etwas, was wir nicht so gut finden, anhand unserer Vernunft, anhand unseres Verstandes.

[28:27] Und vielleicht kann das ja sogar ein Hinweis sein, warum Depressionen bei uns verbreiteter sind, als es in den Jahren zuvor war, weil einfach das sehr zunimmt, auch über das Internet oder verschiedene andere Medien, Computer, kann das etwas sein, was so etwas auslöst.

[28:47] Der interessante Punkt ist noch zum Beispiel zum Bereich Meditation. Wir wollen ja auch versuchen zu entspannen, ist ja auch gut bei Depressionen, dass wir runterkommen, dass wir uns erholen und es gibt ja so verschiedene Entspannungsformen und ich selber bin einfach durch die Klinik immer wieder auch damit konfrontiert, was empfiehlt man jetzt jemandem, der entspannen will. Es gibt ganz viele Entspannungsformen, die zumindest mit einer leichten Trance beginnen, dass man so ganz leicht und schwerelos wird, dass man nur noch sich selber fühlt und der Frontallappen eben sozusagen auch ein Stück weit ausgeschalten wird.

[29:27] Es gab mal einen Stresstest sozusagen, um zu sehen, was ist wirklich entspannend. Und zwar wurde einer Person so ein Bio-Feedback-Monitor angebracht, das heißt, es gibt hier so einen Knopf im Ohr und dann gibt so ein Kabel, das ist so verbunden mit dem Arm und das misst so den Hautleidwiderstand. Und dieser Hautleidwiderstand verändert sich bei uns, je nachdem, wie viel Stress wir haben. Und dieses Gerät hat die Funktion, diese Hautwiderstandsveränderungen anzuzeigen durch ein Piepton im Ohr. Das heißt, wenn der Hautleidwiderstand oder der Stress sozusagen absinkt, dann macht dieser Ton und dann weiß man, aha, okay, wahrscheinlich bin ich jetzt nicht mehr so aufgeregt. Oder aber, wenn die Spannung ansteigt, der Hautleidwiderstand wird dann eigentlich geringer und man schmitzt werden, genau, dann hört man im Ohr so dieses BIEP und dann weiß man, okay, die Spannung steigt.

[30:31] Und eine Person hat es sozusagen mal den ganzen Tag getragen, dieses Gerät. Es war ein Assistenzarzt und der war so auf seiner Station und da kamen so die Patienten und hatten Fragen. Und dann hörte er doch in seinem Ohr so BIEP und er dachte, hmm, ich dachte gar nicht, dass mich das jetzt noch so aufregt und ist doch eigentlich schön. Ja, und dann kam der Chefarzt und wollte ihn mal sprechen. BIEP. Oh, okay, er hat erkannt und ist ihm bewusst geworden, es regt mich so auf das Gespräch vielleicht oder es spannt mich an, ich bin ein bisschen unter Stress. Dann kam Frühstückspause und er hat so ein bisschen geguckt, naja, ich werde mal gucken, was mir gut tut. Und er ist ein bisschen raus, ein bisschen hochgegangen, hat an seine Freundin gedacht. Es ging so BIEP. Ganz entspannt geworden, Spannung ist gesunken. Ach, ist doch schön. Und so hat er den ganzen Tag über so beobachtet, was bringt ihn so hoch oder runter. Wir sind uns ja dessen manchmal gar nicht so bewusst, was spannt uns jetzt an oder was spannt uns weniger an.

[31:41] Und das, was am spannendsten war, sagt er, am Abend, er hat es den ganzen Tag getragen, Abendbrot gemacht, irgendwann war die Bettgehzeit und er hatte die Eigenschaft, immer bevor er ins Bett ging, Amerikaner, ein Gebet zu sprechen. Und er sagt, er hat überhaupt nicht mehr an sein Gerät gedacht, aber als er dabei war, dieses Gebet zu sprechen, war dieser Summton in seinem Ohr so tief wie den ganzen Tag über nicht. Also er hat ihn fast kaum gehört. Und er war super erstaunt und hat gedacht, ich bin noch entspannter jetzt als in den Momenten, wo ich an meine Freundin gedacht habe. Und das total krasse ist, dass scheinbar diese Form des Gebetes, die bisher mir einzig bekannteste Meditationsform ist, die eine Entspannung bewirkt, ähnlich vielleicht wie andere Entspannungsverfahren, aber gleichzeitig unseren Frontallappen aktiv erhält. Weil wir bewusst unsere Gedanken wohin richten. Es geht nicht um ein Ausschalten, sondern um ein Konzentrieren. Und das ist total faszinierend, dass dort Konzentration und Entspannung so zusammenkommen. Also vielleicht auch ein Bereich, wo unsere Großeltern uns gegenüber vielleicht so manchen Vorteil hatten.

[33:05] Ein anderer Bereich, der eine Rolle spielen kann, ist Musik. Musik tritt ja durch unsere emotionalen Zentren ins Gehirn ein. Und auch es gibt Musik, die unseren Frontallappen fördert. Und es gibt Musik, die eher andere Bereiche des Gehirns anspricht. Wahrscheinlich kennt das jeder, man geht irgendwo lang und da hört man die Musik und automatisch muss man sich schon so bewegen, wie die Musik klingt. Das heißt, das ist meist dann auch Musik, die spricht eher so unser Kleinhirn an und aktiviert das, dass wir uns dazu bewegen. Aber es gibt auch Musik, die unseren Frontallappen aktiviert. Und meist ist das die, ich nenne es jetzt mal typisch klassische Musik, das heißt, die auch einen regelmäßigen Rhythmus hat und keinen Rhythmus, der so gegen unsere Herzbewegungen geht. Und auch Musik, die sozusagen uns anspricht, die vielschichtig ist und harmonisch ist.

[34:01] Das konnte man zeigen, dass unabhängig davon, ob wir heute Kenner dieser Musik waren oder nicht, die depressiven Symptome sich verbessert haben. Das ist vielleicht hier nochmal so ein Stück weit der Punkt. Das ist eine Art, wie Sie sich selber vielleicht auch therapieren können oder das ein Stück mit nutzen können, so eine Musik anzuhören und während des Anhörens der Musik zum Beispiel über gewisse Lebensprobleme nachzudenken. Und das hat man gemacht bei 23- bis 45-Jährigen. Sie können sich vorstellen, dass das vielleicht nicht unbedingt die Zielgruppe für klassische Musik ist, also dass viele davon sowas noch gar nicht so groß kannten. Und insgesamt war es so, dass über zwölf Wochen hin waren diese Sitzungen, insgesamt sechs Sitzungen, haben sie die Musik gehört und haben über Probleme des Lebens nachgedacht und haben dabei verbesserte Werte gezeigt bei Tests der Gesamtstimmung. Sie haben auch angegeben, dass sie sich weniger depressiv fühlen, weniger erschöpft. Und jetzt mal ein objektives Maß, gemessen von diesen Hormonen her, waren die Cortisol-Spiegel besser, also die sind gesunken. Das ist ja ein Maß für Stress. Also sie haben das nicht nur subjektiv so empfunden, sondern es war im Körper nachweisbar. Also wer die Gelegenheit hat, natürlich nebenbei Musik hören, kann auch hilfreich sein. Aber zu sagen, jetzt höre ich ganz bewusst mal so eine Musik und denke darüber nach, über Dinge in meinem Leben, das kann hilfreich sein.

[35:41] Okay, was wären jetzt solche Treffer, die unser Frontalhirn betreffen? Also ganz eindeutig, hier finden wir unsere Kategorie von gestern auch wieder, Abhängigkeiten oder Süchte. Das heißt, ganz zuerst wird sozusagen unser Frontalhirn beeinflusst durch Alkohol, Nikotin oder auch Drogen. Die Entscheidungsfähigkeit ist so das erste, was dort nachlässt.

[36:05] Kohlenhydrat-arme Ernährung, das war auch das, was wir schon besprochen haben. Das ist ein Punkt, hat ein Stück weit auch mit dem Bereich des Gewissens zu tun. Wir haben gesagt, ist das Sitz unserer Moral, der Frontallappen. Und wenn ich weiß, ich habe eine Partnerschaft und ich bin außerhalb dieser Partnerschaft tätig oder habe einen Seitensprung oder eine Nebenbeziehung, dann macht natürlich mein Gewissen mir so ein bisschen Probleme und ich habe da auch Schuldgefühle. Und natürlich möchte der Körper in Harmonie sein und nicht ständig so diese Zerrissenheit haben. Und was macht das Frontalhirn, um diese ständigen Gewissensbisse sozusagen nicht produzieren zu müssen? Es reguliert die Durchblutung im Sinne einer Minderdurchblutung. Es fängt an, weniger durchblutet zu werden, weil dann ist das Gewissen nicht mehr so stark und dann ist unser Schuldgefühl nicht mehr so groß. Und das ist so das, was wir meinen, wenn wir sagen, das Gewissen stumpft ab. Deswegen können Dinge, die wir bewusst gegen unser Gewissen tun, unser Frontalhirn schädigen. Gerade wenn das eben so dauerhafter Fall ist.

[37:19] Regelmäßiges Anschauen von Musikvideos. Wenn wir jetzt verschiedene Komponenten, etliche von Ihnen kennen vielleicht diesen Sender MTV. MTV versucht eigentlich so alles Schlechte für unser Frontalhirn zu koppeln. Wir haben sozusagen das flackernde Licht auf dem Bildschirm, also diese schnellen Szenenwechsel. Es gibt auch durchaus Bilder und Themen, die eine sexuelle Erregung hervorrufen können. Und wir haben noch eine Musik dazu, die eben nicht diesem Körperrhythmus entspricht, sondern vielleicht auch so ein paar wummernde Schläge oder Techno oder Offbeat oder was auch immer. Und diese drei werden sozusagen kombiniert und das ist dort, wo man eindeutig nachweisen konnte, dass regelmäßige MTV-Zuschauer eindeutig reduzierte Frontalhirnfunktion haben. Also dazu gibt es Studien.

[38:15] Hypnose ist so ein Beispiel, was praktisch die Durchblutung vermindert. Oder auch, wer sagt, ich beschäftige mich nie eigentlich so groß mit geistigen Dingen, wo man ein bisschen denken muss, wo man vielleicht irgendwas interpretieren muss. Oder ich handle eben gewohnheitsmäßig gegen mein Gewissen. Das sind so Bereiche, die eine Rolle spielen beim Frontalhirn.

[38:39] Das heißt, was können wir gegen die Depression tun? Allgemeine Behandlungsmaßnahmen heißt, alles, was meine Durchblutung im Frontallappen verbessert im Frontalhirn, hilft gegen Depressionen. Und damit haben wir eine große Reihe von Möglichkeiten und Paletten zu überlegen, was hilft unserem Frontalhirn.

[39:05] Ich habe jetzt einfach mal auch noch ein paar Vorschläge, die auch in Richtung Depressionsbewältigung gehen, um das mal so zu zeigen. Ein Punkt ist, haben Sie sicher schon ganz oft gehört, optimistisch soll man denken. Also unser Denken spielt auch eine große Rolle. Und man hat mal untersucht und geschaut, wenn Leute optimistisch denken, was sagt das denn sozusagen vorher? Wie geht es Leuten, die immer optimistisch denken? Was kann man daraus für Schlussfolgerungen ziehen? Wie geht es gesundheitlich oder vom Wohlbefinden her? Vermutungen? Wir würden vermuten, Menschen, die optimistisch denken, denen geht es vielleicht besser, oder? So habe ich zumindest lange gedacht. Studien zeigen, Optimismus sagt nichts vorher. Also man kann nicht aus den Studien Schlussfolgerungen, dass Leute, die optimistischer denken, irgendwie bessere Beziehungen haben oder denen es wirklich besser geht.

[40:11] Dann hat man geguckt, wie wirkt sich Pessimismus aus? Also Leute, die sich vielleicht viel Sorgen machen oder negative Gedanken haben. Was denken Sie, was ist daraus gekommen? Bei Pessimismus hat man festgestellt, das hatte tatsächlich einen Einfluss. Das Pessimismus im Zusammenhang stand auch mit körperlichen Erkrankungen oder auch eben mit Depressionen. Und deswegen haben diese Studien gezeigt, noch wichtiger als das optimistische Denken, ist das pessimistische zu vermeiden. Und wenn wir Kurse machen, stationäre oder auch ambulante Kurse zu diesem Thema, ist eine Aufgabe, der wir uns als Team stellen, zu versuchen, mal 14 Tage lang nichts Kritisches oder Negatives über eine Person oder Sache zu sagen. Und allein das löst schon oft einen Sturm der Entrüstung aus, sei es unter den erziehenden Muttis oder unter den Firmenchefs, weil das ja fast unmöglich ist, da negative Dinge zu vermeiden. Es ist aber eine ganz spannende Sache, das, was man möchte, mal so auszudrücken, dass es nicht negativ ist. Also anstatt vielleicht zu sagen, das und das mag ich nicht und das gefällt mir nicht, vielleicht zu sagen, ich bevorzuge das oder ich wünsche mir das oder das und das gefällt mir am besten. Also es ist eine Übung und ich fand es immer ganz spannend zu sehen, was in der Zeit passiert und bei unserem ambulanten Programm, was acht Wochen geht, schauen wir auch, wer schafft es denn als Erster, 14 Tage durchzuhalten, weil beim Fehler muss man wieder von vorn anfangen. Ich kann mich an ein Ehepaar erinnern, der am Kurs teilnahm und der Mann gewann das dann, also ich glaube so nach vier Wochen hat er nichts Negatives 14 Tage lang gesagt und seine Frau sagte, der redet ja auch nicht. Also das heißt, es kann durchaus sein, dass manche Personen da einen Vorteil haben mit diesem Programm, aber dieses Nicht-Darüber-Reden ist natürlich der Erste, ist ein wichtiger Schritt. Noch wichtiger ist es natürlich, dass man vielleicht auch gedanklich da nicht drin festhängt.

[42:33] Jetzt wollen wir einfach mal so ein bisschen schauen, was sind so ein paar Hinweise, was uns helfen kann im Umgang mit Lebensherausforderungen, um Depressionen zu vermeiden und ich habe hier einen Text, es ist ein Zitat, da heißt es, wenn du dem Hungrigen dein Herz darreichst und die niedergedrückte Seele sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Jetzt ist es ja so, Depression ist ja manchmal wie so eine Finsternis und wir wünschen uns, dass uns in der Depression ein Licht aufgeht, dass etwas besser wird. Was denken Sie, was sagt uns dieser Text, wie kann uns ein Licht aufgehen? Genau, dem anderen etwas Gutes tun, dem anderen helfen. Das ist jetzt kein Tipp für chronische Helfertypen, aber es ist für diejenigen, die ganz oft mit sich beschäftigt sind, zu gucken, es kann eine Hilfe aus der Depression sein, zu überlegen, wie kann ich jemand anders helfen, wie kann ich für jemand anders eine kleine Freude machen oder für ihn da sein. Also Engagement für eine ehrenhafte Sache, wo anderen geholfen wird oder die vertretbar ist, das kann auch etwas Einmaliges sein.

[44:01] Das andere, hier steht, wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zu vorhin und berechnet die Kosten, ob er Mittel hat zur gänzlichen Ausführung. Also es ist gut, auch Dinge vorher zu überlegen, zu überschlagen, auch im Vorfeld der Depression zu gucken, lade ich mir vielleicht auch zu viel auf, gibt es Dinge, kann ich die überhaupt bewältigen? Also der zweite Punkt, auch eine gute Planung und Organisation.

[44:35] Das ist noch ein wichtiger Punkt, obwohl ich Dinge gut plane und organisiere, keine Sorgen um das Morgen machen. Wie ist das erklärbar? Einerseits soll man gut vorplanen, aber sich nicht sorgen. Das heißt, ich erwarte schon irgendwas, was so eintritt und vielleicht gar nicht in meiner Hand liegt. Genau, der wichtige Punkt ist, das, was ich tun kann, sollte ich tun, um zu planen und zu organisieren, aber das, was dann dabei herauskommt, nachdem ich gut entschieden habe, ist ein wichtiger Punkt, mir nicht diese Sorgen zu machen. Und sicherlich kennen auch etliche diesen Text, wo es heißt, sorgt euch nicht um den morgigen Tag, denn der morgige Tag sorgt für das Seine. Und ich denke, das ist ein ganz wichtiger Punkt, gerade bei Personen, die viel Verantwortung tragen, oder auch in der Depression, wo wir entschieden haben, Entscheidungen zu treffen, dass dort, wo wir zu einer Entscheidung gekommen sind, vielleicht auch mit dem Rat von anderen, dass wir dann nicht ständig wieder diese Entscheidung anzweifeln und hin und her, sondern dass wir sagen, wir haben diese Entscheidung getroffen und alles weitere, darüber muss ich jetzt nicht sorgen.

[46:01] Und es gibt den anderen Tipp, das geht in die Richtung auch zum Denken, da heißt es, alles, was wahrhaftig ist, was ehrbar ist, was gerecht ist, was rein und was liebenswert, was wohllautend, irgendeine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, darauf seid bedacht. Das wäre so dieser Blick, ich gucke auf das, was gut ist, auf das, was mir Freude macht oder auch auf das, gut in der Depression gibt es kaum etwas, was mir Freude macht, aber ich gucke auf etwas, was gut ist. Das hat auch etwas mit dem Punkt Dankbarkeit zu tun und das ist ein Punkt, zu dem ich Sie alle sehr, sehr ermutigen möchte. Man hat untersucht, wie geht es Menschen, die wöchentlich mal aufschreiben, wofür sie dankbar sind. Und dann hat man geguckt, wie leben die so und hat festgestellt, Menschen, die wöchentlich aufschreiben, wofür sie dankbar sind, sind zufrieden an ihrem Leben, haben festere soziale Beziehungen, denen geht es generell gesundheitlich besser, als diejenigen, die nichts aufschreiben. Und dann gibt es ja immer noch die ganz fleißigen, die schreiben jeden Tag auf, wofür sie dankbar sind. Und man hat festgestellt, dass diejenigen, die jeden Tag aufschreiben, wofür sie dankbar sind, nochmal Vorteile hatten gegenüber denen, die das wöchentlich nur aufgeschrieben haben. Und Dankbarkeit ist ein ganz, ganz wichtiger Faktor, den die Wissenschaft jetzt erst so entdeckt, wo es richtige Zweige gibt, die sich entwickeln, die sagen, Dankbarkeit kann ganz viel in unserem Leben verändern und verbessern.

[47:37] Und es ist erstaunlich, in unserem Acht-Wochen-Programm möchte ich gern von den Teilnehmern, dass sie mir jeden Tag drei Dinge aufschreiben, für die sie dankbar sind. Und am Anfang sieht das Platz so leer aus. Und mit der Zeit wird es für mich so eine richtig gute Gesundheitsquelle, weil dann schreiben die nämlich auch richtig schöne, kleine Sachen auf. So wie da am Straßenrand, da habe ich so eine kleine Schnecke beobachtet. Oder mein Enkelkind hat mal angerufen. Oder heute war mein Kaffee genau so, wie ich ihn mochte. Also so ganz, ganz kleine Dinge. Und das ist eine Sache, die wertvoll ist, das zu betrachten und zu sehen.

[48:25] Also sich mit dem Guten beschäftigen, gerade in der Depression ist so wichtig, danach Ausschau zu halten. Und wenn wir jetzt mal so das Bild anschauen, was fällt Ihnen hier auf? Oder was sticht Ihnen ins Auge? Die Wolken, genau. Wären Sie jetzt gern dort, um Ihren Urlaubstag zu verbringen? Es gibt einige, die Ja sagen. Es strahlt Ruhe aus. Also ich muss gestehen, ich bin nicht so weit wie manche von Ihnen. Ich war mal im Urlaub in so einer Region und da sah zum Tag das Wetter so aus. Ich hatte so das Gefühl, ich bin zum feierlichen Zeitpunkt in den Urlaub gefahren. Aber, wenn wir es genauer anschauen, manche sagen, es strahlt Ruhe aus. Einige haben vielleicht auch diese Sonnenblumen hier vorne gesehen. Hier gibt es auch noch so paar andere Blumen. Es gibt durchaus einige Schönheit auf dem Bild zu entdecken. Die Frage ist, worauf schauen wir? Schauen wir auf diesen Nebel und sagen, es ist der falsche Tag, wir sind zur falschen Zeit am falschen Ort? Oder sagen wir, es gibt Dinge, an denen können wir uns dennoch freuen? Und ich denke auch, dass es so ein Bild für nicht nur den Umgang mit Depressionen, sondern auch für eine Lebenseinstellung zu sagen, worauf möchte ich mich konzentrieren? Ich denke, jeder von uns kennt diese Nebeltäler und bei Depressionen haben wir gesagt, es ist sogar etwas Anhaltendes. Es ist nicht nur ein kurzes Niedergedrücktsein. Es ist etwas, wo wir sagen können, das verdunkelt uns das Ganze. Oder wollen wir gucken, wo können wir das Gute entdecken?

[50:17] Und ein Punkt, den ich noch ganz spannend finde, muss ich sagen, auch bei meinen Patienten in der Klinik, es gibt noch einen Faktor, der Depression oder die Genesung von Depressionen beschleunigt. Vielleicht hängt es ja auch damit zusammen, was wir bisher schon gehört haben über Meditation und verschiedene Richtungen. Aber man hat einen Test gemacht, so eine Art Religiositäts-Test und hat festgestellt, dass Patienten, die relativ hohe Werte hatten für so eine Art innere Frömmigkeit, schnellere Heilungen erlebt haben, als Patienten mit niedrigeren Punktwerten. Und innere Religiosität ist so etwas wie ich habe eine Überzeugung, da gibt es jemanden, der für mein Leben sorgt oder ich habe die Überzeugung, da ist jemand, der das führt, ich habe die Hoffnung, dass das einen Sinn macht, egal wie es vielleicht weiter geht. Und äußere Religiosität ist ja so etwas wie, ich gehe zur Kirche oder bin da irgendwo präsent und dieses äußere, ich mache es sozusagen der Form halber, hat eine viel geringere bzw. teilweise auch gar keine Auswirkung. Aber diese innere Überzeugung, ich bin da getragen, gehalten oder geführt im Leben und das muss ich nicht immer im Kirchgang oder irgendwo so zeigen, hilft zu einer schnelleren Genesung von Depressionen.

[51:45] Und ich muss sagen, das ist ein Faktor, der für mich in meiner klinischen Erfahrung ziemlich unberechenbar ist. Ich kann mich erinnern, es gibt manchmal Patienten, die gehen aus der Klinik weg, also ich arbeite in einer Rehaklinik und die sind meist fünf bis sechs Wochen da und da hat man den Eindruck, denen geht es relativ gut, die haben eine nette Familie, die sie daheim erwartet, mit der Arbeit klappt es auch, die haben das jetzt überwunden, haben Dinge gut umgesetzt und ich bin voller Hoffnung, dass das gut klappt. Und manchmal vergehen ja so einige Zeit und nach so drei, vier Jahren kriegen manche wieder eine Reha oder man erfährt mal was oder sieht dann den Rentenantrag und dann sind das so Punkte, wo ich denke, oh, das hätte so gut laufen können. Und es gibt Patienten, wo ich so das Gefühl hatte, schon wenn die kommen, was will man hier in fünf Wochen bewegen, die haben wirklich so viel auf ihren Schultern und das ist so schwierig, wo kann man da überhaupt so eine Hilfe schaffen. Die aber für sich zum Beispiel so einen Punkt haben, dass sie sagen, ich habe so einen Halt für mich, ich glaube, da kann ich noch eine größere Kraft erleben und wenn ich das in der Therapie nutzen kann, ist es total erstaunlich, was passiert, wie Leute an Zuversicht gewinnen und wie sie Kraft gewinnen aus der Depression rauszukommen. Und das Tolle ist, dafür notwendig ist keine jahrelange Erziehung oder Erfahrung in diesem Bereich, sondern es erfordert einfach nur eine Entscheidung.

[53:19] Ich kann mich erinnern, hatte eine Patientin, vielleicht so 22, 23 Jahre alt und sie war gerade schwanger und kam mit starken Angstzuständen. Und natürlich für so eine junge Frau und Angstzustände ist eine schwierige Sache, weil sie kaum noch rausgekommen ist und wir haben auch so über diese Ursachen gesprochen, ja, hat da auch Fortschritte gemacht und sie hatte keinerlei Hintergrund in diesem Bereich. Was ist in der Zeit in der Reha passiert, da sind ja immer noch viele Mitpatienten und ein Mitpatient hat da ziemlich viel aus seinem Leben erzählt und auch ziemlich so skurrile Sachen, dass er da manchmal aggressiv wird und sich nicht so unter Kontrolle hat. Und diese Patientin sagt, seit ein paar Tagen, seit er da mal am Mittagstisch gesprochen hat, bin ich jede Nacht völlig unruhig, ich liege immer im Bett, ich kann nicht schlafen, ich habe immer das Gefühl, wer weiß, wenn er auf irgendeinen Trip geht, dann kommt er noch bei mir zum Zimmer rein. Und bei uns kann man halt auch nicht schön in der Reha-Klinik zuschließen, sondern es gibt solche Transponder, die man so davor hält und dann geht die Tür auf. Und dann sagt sie, der muss ja nur an den Transponder der Krankenschwester rankommen und dann ist er ja schon in meinem Zimmer. Und ich rufe dann abends schon meine Familie an und spreche mit meinem Freund und mit meinen Eltern und es hilft mir alles nichts, ich bin so voller Unruhe, jede Nacht könnte irgendwas passieren. Und die sagen mir auch schon, das ist gar nicht so, ich könnte ja immer dann noch das Telefon nutzen und da ist ja auch noch nie was passiert, das weiß ich auch, aber meine Gefühle sind ganz anders.

[54:55] Und wir haben drüber gesprochen, was kann man denn dagegen machen, wenn Gefühle auch so überwältigend sind. Und es war so ein Punkt, wo wir zu dem Punkt kamen, will sie es für sich mal testen, ob so etwas wie Gebet, so eine Meditation als Gebet für sie hilfreich ist. Zu sagen, ich gucke einfach mal, gibt es da jetzt noch irgendeine Kraft und Stärkung? Gibt es Gott, den ich für mich irgendwie erleben kann? Und sie hat gesagt, okay, bevor sie ins Bett geht, wird sie so ein Gebet sprechen. Hat sie noch nie gemacht, kennt sie auch nicht, hat Gott auch noch nie erlebt. Und ich habe gesagt, okay, probieren sie es aus und sie wollte gehen und sagen, ja, dann spreche ich das einfach aus und bitte darum, dass ich eine ruhige Nacht habe und dass ich keine Ängste habe vor diesem anderen Mitpatienten. Und normalerweise, wenn die Probleme andauern, steht sie bald wieder bei mir vor der Beratungstür und der Termin verging, ich sah sie erst eine Woche später und habe sie danach gefragt und sie sagt, ja, ich habe das ausprobiert und habe das abends gemacht und ja, ich konnte gut schlafen, das ist nicht mehr da und ich sehe auch ein, das war auch gar kein, es beunruhigt mich überhaupt nicht mehr und mir geht es jetzt richtig gut und ich kann die Reha richtig gut für mich genießen. Und das war ein Punkt, wo ich denke, so ein Stück weit sie von dem was erlebt hat.

[56:29] Deswegen sage ich, es ist ein ganz großer Faktor, der kein Vorwissen erfordert, aber der eine Möglichkeit gibt. Natürlich ist es nicht wie so eine Wunderpille, dass bei jedem jetzt sofort irgendwas passiert, sobald man das ausspricht oder sobald man sagt, ich formuliere jetzt mal meine Bitte. Aber es ist etwas, was oft unsere psychotherapeutischen Möglichkeiten weit übersteigt. Und die Frage lautet eigentlich, für die Entscheidungen, die notwendig sind, haben Sie vielleicht manchmal den Wunsch zu sagen, ich möchte eigentlich gern intelligenter sein, möchte vielleicht gern ein bisschen analytischer denken können oder auch das Gefühl haben, dass ich bessere Entscheidungen treffe, dass ich vielleicht auch besser andere verstehen kann, dass ich besser unterscheiden kann, welche Entscheidung, die ich treffe, ist jetzt gut, welche ist nicht so gut, dass auch meine Gefühle nicht immer so stark hin und her schwanken. Ich wünsche mir eigentlich, dass ich auch besser vorhersehen kann, was so in der Zukunft kommt oder wie sich Dinge da entwickeln. Und ich möchte eigentlich auch, habe auch den Wunsch, wenn ich eine Gewohnheit ablegen will, dass ich dann auch dranbleibe, nicht so diese Silvester-Vorsätze, wo man dann die erste Woche im neuen Jahr schon scheitert und es wieder aufgibt, sondern ich möchte gern wirklich so etwas durchziehen, wirklich eine Veränderung beibehalten. Und ich wünsche mir eigentlich auch, dass ich eine größere Kraft habe, das zu tun, wovon ich das Gefühl habe, ist es eigentlich richtig. Oder vielleicht sogar im religiösen Bereich zu sagen, ich möchte besser verstehen, was ist vielleicht so der Wille oder der Wunsch, der Sinn, das Ziel meines Lebens. Wenn all das so Ihr Wunsch ist, es sind alles Fähigkeiten des Frontallappens, haben Sie die Möglichkeit, die Entscheidung zu treffen und zu sagen, ich verändere was in diesen Ursachenkategorien, weil dann wird es sehr wahrscheinlich, dass Sie das wieder besser ausführen können.

[58:29] Und tatsächlich ist es so, es gibt Hinweise für dieses Programm. Ich habe auch schon ein Buch gestern vorgestellt, Wege aus der Depression. Ich habe auch noch zwei Exemplare mit, die ich hier verkaufen kann, wo das nochmal viel detaillierter auch beschrieben wird, diese einzelnen Kategorien, wie kann man das angehen, wie kann man das für sich selber machen, sodass Patienten, die so ein Programm für sich gemacht haben, eine 90-prozentige Erfolgsrate hatten, sie haben sich besser gefühlt in ihrem Leben, mehr geschafft, effizienter gearbeitet, zwischenmenschliche Probleme verschwanden und sie waren auch in der Lage, sich zu konzentrieren, im Voraus zu denken und gezielt zu planen. Also das hier unten sind ja alles diese Frontallappen-Tätigkeiten. Und dabei möchte ich auch nochmal darauf hinweisen, dieses Programm war jetzt nicht so ein Ersatz zu Medikamenten oder ein Ersatz zu Therapie. Der Grundgedanke ist, ich arbeite an den Ursachen und wenn ich dadurch eine Besserung merke, eine Veränderung, dann ist es natürlich lohnenswert, auch mit dem Arzt drüber zu reden und zu sagen, ich fühle mich stabil, ich habe einen anderen Weg oder noch weitere Lösungsmöglichkeiten gefunden, jetzt kann man vielleicht mal überlegen, tue ich Medikamente reduzieren oder ausschleichen. Aber es ist immer eine Sache, die auch mit als Ergänzung dazu verstanden werden sollte.

[1:00:01] Es gibt also genauso viele Heilungsmöglichkeiten wie Ursachen und es ist eine Sache, bei der sich die Anstrengung lohnt. Suchen Sie sich Verbündete, sagen Sie anderen, was Ihnen guttut, was Sie gerne machen wollen und wie die anderen Sie dabei unterstützen können, weil Besserung sehr wahrscheinlich ist. Es gibt dazu, das finden Sie auch in dem Buch, es gibt eine 14-Tages-Kur in Deutschland, wir sind leider noch dabei, so eine Krankenkassenanerkennung zu bekommen, wo diese Prinzipien individuell auf sie umgesetzt werden, mit dem Ziel einer Verbesserung bzw. Heilung von Depressionen. Wo Arztgespräche, Beratung, Gruppenmassagen, Lichttherapie, Ernährung und alles mögliche drin ist, habe ich jetzt nicht so aufgelistet. Da ist es so, dass 95% der Teilnehmer bedeutende Verbesserungen innerhalb dieser Zeit erleben, also schon innerhalb dieser zwei Wochen und bei über der Hälfte innerhalb dieser zwei Wochen schon die Depressionen wechseln und vier Monate später weitere Verbesserungen einsetzen. Und wir planen auch in ganz Deutschland die Möglichkeit zu ambulanten Programmen. Wer also daran interessiert ist, ich denke hier in Bad Cannstatt wird es auch in nächster Zukunft beabsichtigt werden. Gibt es das auch als ein Acht-Wochen-Programm, wo man einmal in der Woche sich sozusagen trifft, da einen Vortrag hat, ein Gruppengespräch, begleitende Einzelgespräche und teilweise das auch als so ein Präventionskurs über die Krankenkasse finanziert wird, wo man sozusagen auch Prinzipien ambulant umsetzen kann.

[1:01:41] Und hier ist nochmal dieses Buch, also wer sagt, ich möchte wissen, wie ich auf vielfältige Weise was dagegen tun kann, empfiehlt sich sehr dieser Bereich Depression ein Ausweg, ja, um dort einen Weg zu finden.

[1:01:59] Soviel erstmal zu unserem Frontalhirn, zu unseren Handlungsmöglichkeiten. Ich denke, einer der wichtigsten Punkte ist das, was mit unserem Denken zusammenhängt. Also Lebensstil, wie Bewegung und Ernährung und Schlaf-Wach-Rhythmus sind ganz wichtige körperliche Fundamente, damit unser Denken gut funktioniert. Aber es ist auch wichtig zu schauen, wie lenken wir unsere Gedanken, was nehmen wir auf. Und das ist auch ein wichtiger Punkt, wenn Sie entdecken, dass die Depression vielleicht auch aufgrund von Verlusten besteht, sei es Verlust im Sinne von Tod oder aber auch Verlust im Sinne von Verletzungen, Beziehungen, Arbeitsplatz, Verlust an Sicherheit, an Finanzen. Auch da zu schauen, wo haben Sie jemanden, mit dem Sie darüber sprechen können. Was gibt Ihnen Halt darin? Gibt es eine Therapie? Gibt es eine Art Beratung? Oder hilft einfach auch ein Gespräch mit Vertrauten, mit Freunden?

[1:03:03] Okay, das ist von meiner Seite. Wer Fragen hat, die können Sie mir gerne hinterher noch stellen. Mein Wunsch für Sie ist natürlich, dass Sie für sich selber oder auch für die Person, für die Sie hier sind, Ideen mitnehmen können, Gedanken, wie Sie diese Person unterstützen können, um doch wieder so eine Fülle auch im Leben zu erleben, zu einer Freude zurückzufinden und zu merken, da gibt es ganz viele Dinge, die das auch bereichern können, schön machen können.

[1:03:49] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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