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Diese Cannstatt Study Hour-Lektion taucht tief in die Person des Apostels Petrus ein. Anhand biblischer Berichte werden seine Berufung, seine Stärken und Schwächen sowie seine Entwicklung vom Fischer zum Menschenfischer beleuchtet. Die Lektion zeigt, wie Petrus trotz seiner Fehler durch Glauben und die Kraft Jesu immer wieder aufstand und zu einer zentralen Figur der frühen christlichen Gemeinde wurde. Sein Leben dient als inspirierendes Beispiel für uns heute.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q2: Die Petrusbriefe

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Transkript

[0:00] Herzlich willkommen zu einer weiteren Cannstatt Study Hour, dieses Mal mit einem neuen Thema. Wir beginnen ein neues Quartal. Dieses Quartal handelt über die zwei Petrusbriefe, und wir fangen jetzt in der ersten Lektion damit an, uns Gedanken über Petrus zu machen. Wer war Petrus? Was für Charaktereigenschaften hatte er? Und was kann es für uns heute an Relevanz haben, wie Petrus gelebt hat?

[0:44] Und bevor wir damit beginnen, wollen wir noch gemeinsam ein Gebet sprechen. Lieber Vater im Himmel, ich danke dir dafür, dass wir jetzt wieder in dein Wort schauen können, dass wir uns Gedanken machen können über Petrus, über sein Leben, wie er mit Jesus interagiert hat und auch über seine Charakterschwächen und Stärken. Und ich möchte dich bitten, dass du uns führst und leitest und dass unser Studium uns näher zu dir bringt. In Jesu Namen danke ich dir dafür. Amen.

[1:12] Für diese Woche haben wir den Merkvers in Matthäus Kapitel 14, die Verse 30 und 31. Dort lese ich...

[2:13] Dieser Vers beschreibt recht gut, wie Petrus' Leben war. Petrus hatte viele Fälle, die wir im Prinzip in den Evangelien berichtet haben, wo er gefallen ist, wo er ja gesündigt hat. Er aber immer wieder aufgestanden ist, weil Jesus ihn hochgezogen hat und er reumütig und demütig zu ihm kam. Und genau damit wollen wir jetzt auch beginnen. Wir wollen beginnen, wo Petrus uns als erstes begegnet, wie er uns beschrieben wird und wie er sich entschieden hat, ein Vollzeitjünger zu werden.

[2:52] Wir fangen an in Matthäus Kapitel 4, Vers 18. Matthäus Kapitel 4, Vers 18. Dort lesen wir über seine Berufung durch Jesus. Matthäus Kapitel 4, Vers 18. Als nun Jesus am Galiläischen Meer entlang ging, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannt wird, und Andreas, seinen Bruder. Die warfen ihre Netze ins Meer, denn sie waren Fischer. Also Jesus läuft entlang des Galiläischen Meeres, der auch Genezareth heißt, und sieht dort auf dem Wasser eben Simon und Andreas, wie sie fischen.

[3:29] Ergänzend können wir hierzu lesen, Lukas 5, Vers 5. Lukas 5, Vers 5. Dort heißt es: Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Das heißt, sie waren im Prinzip auf dem See, sie haben gefischt und haben die ganze Nacht nichts gefangen. Das war die Situation, in der Jesus sie beobachtet hat.

[4:08] Und nun beginnt die ganze Geschichte. Wir fangen dafür an in Lukas Kapitel 5, ab dem Vers 1.

[4:30] Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus. Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. Als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihr Netz begann zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im anderen Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken.

[5:06] Als aber Simon Petrus sah, als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir, ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst, und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten. Ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten, und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, von nun an wirst du Menschen fangen.

[5:31] Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach. Wir erfahren hier, dass sich während dieses Spaziergangs am See immer mehr Menschen um Jesus versammelt hat, sodass er schließlich angefangen hat, zu ihnen zu predigen. Und da der Platz so eng wurde, bat er Simon, der am Netze waschen und reinigen war, dass er in sein Boot steigen darf und etwas vom Land wegfahren darf, damit er einfach den Platz hat zum Reden.

[6:03] Und im Prinzip ist hier die erste Stufe der Berufung von Petrus zu sehen. Jesus fragt ihn, ob er sein Eigentum benutzen darf, im Prinzip sein Arbeitsmaterial. Die Frage ist an uns: Haben wir Eigentum oder Material, wo Jesus, wenn er uns fragen würde, wir es ihm zur Verfügung stellen würden, oder wir sagen würden: Nein, ich behalte es lieber für mich, ich möchte es nicht dem Dienst zur Benutzung geben.

[6:39] Nach der Predigt kommt Jesus zurück zu Petrus und gibt ihm einen Ratschlag oder einen Auftrag. Er sagt zu ihm: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus. Nun stand Petrus hier vor der Herausforderung: Jahrelange Erfahrung haben ihm gesagt: Fische nachts, weil nachts sehen die Fische das Netz nicht, nachts ist es dunkel und sie kommen nach oben. Und nun sagt Jesus: Fischt am Tag. Am Tag ist es hell, am Tag können die Fische die Netze sehen, am Tag sehen sie das Boot, am Tag sind sie tief unten.

[7:19] Und wie entscheidet Petrus? Petrus ist bereit, sich gegen seine jahrelange Erfahrung zu stellen. Er ist bereit, sich gegen das, was er gelernt hat, was er studiert hat, zu stellen. Und Jesus schlicht im Aufruf zu folgen: Fahre hinaus und werfe deine Netze aus. Sind wir bereit, alles, was wir gelernt haben, alles, was wir studiert haben, alle unsere Wissenschaft, alle unsere Erfahrungen, Jesus zu Füßen zu legen und wenn er sagt: Tue das, dass wir ihm folgen?

[7:51] Petrus ließ sich darauf ein und er folgte. Und daraufhin waren die Netze so voll, dass sie ihre Gefährten rufen mussten, weil sie sonst gerissen wären. Sie hätten diesen ganzen Fang nicht in ein Boot bekommen. Es heißt hier auch, dass beide Boote voll waren, sodass sie fast sanken.

[8:19] Was für ein Kontrast: In der Nacht, wo erfahrungsgemäß am meisten Fische zu fangen sind oder überhaupt Fische zu fangen sind, geht kein einziger ins Netz, aber am Tag sind die Netze bärstend voll. Logisch macht es überhaupt keinen Sinn, aber es macht Sinn, Jesu Wort zu folgen, denn dann hat man einen großen Erfolg.

[8:48] Genau dieses selbe Bild kann sich auch auf unsere Missionsstrategien beziehen. Wir haben Methoden, wir haben Erfahrungen gesammelt, was funktioniert, was nicht funktioniert. Aber auch hier sollten wir jedes Mal, wenn wir an solche Überlegungen herangehen, das Wort Gottes studieren und den Heiligen Geist bitten, uns zu führen. Weil wenn Gott uns einen Weg zeigt, den wir gehen sollen, dann wird er dafür sorgen, dass er Erfolg haben wird. Und wir müssen uns nicht darum kümmern und denken: Das ist sinnlos oder wird es zu Erfolg führen. Wenn Gott sagt: Mach das, dann wird es immer zu Erfolg führen. Das hat er versprochen.

[9:27] Die Reaktion von Petrus auf diesen großen Fang war, dass er seinen Zustand erkannt hat. Wir lesen über ihn, als dass Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir, ich bin ein sündiger Mensch. Also er hat diese Sündhaftigkeit erkannt, nachdem er dieses Wunder gesehen hat, was für ihn einfach rational nicht erklärbar war.

[9:53] Und genau dieselbe Erfahrung hatte auch Jesaja, als er berufen wurde. In Jesaja Kapitel 6 können wir das nachlesen. Ich lese die Verse 1 bis 5.

[10:28] Auch hier erkannte er unter dieser Heiligkeit, unter dieser Offenbarung der Göttlichkeit und der Herrlichkeit unseres Gottes, wie sündig er ist und dass er eigentlich nicht bestehen kann vor so einem Gott. Genauso wie Petrus, wie wir es gerade eben gelesen haben.

[11:05] Und jetzt passiert etwas Außergewöhnliches. Petrus wirft sich Jesus zu Füßen. Und wenn wir im Leben Jesus lesen, auf Seite 312 beschreibt es Einweih, dass er zu ihm sagte: Herr, geh von mir, aber gleichzeitig vor ihm kniete und seine Füße gepackt hielt. Er wusste, er kann mit diesem heiligen Menschen nichts zu tun haben. Aber sein innigster Wunsch war es, nah bei ihm zu sein, mit ihm Gemeinschaft zu haben, so nah und eng wie möglich mit ihm verbunden zu sein.

[11:36] Und Jesu liebevollen Worte antwortete in ihm ganz schlicht: Fürchte dich nicht.

[11:54] Diese Worte haben nichts Anklagendes an sich. Hier steckt kein Vorwurf, keine Belehrung darin. Hier zeigt sich Jesu wunderbare Liebe, der keinem von sich fortstößt, der demütig und ehrlich zu ihm kommt.

[12:10] Nun ist Petrus an diesem Punkt angelangt, wo Jesus ihm diese Frage stellen kann. Nun ist er an diesem Punkt angelangt, wo sein Herz offen ist, auf Jesu Aufforderung zu reagieren.

[12:26] Und lasst uns diese im Parallelbericht in Matthäus Kapitel 4 Vers 19 lesen. Matthäus Kapitel 4 Vers 19 steht: Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen.

[12:44] Hier heißt es, dass Jesus sie aufforderte, ihm nachzufolgen und Menschenfischer zu werden. Und sie verließen die Netze und folgten ihm nach. Jesus hatte ihnen gerade eben gezeigt: Als Fischer kann man sich auf ihn verlassen. Er spricht ein Wort, er gibt einen Befehl und die Netze sind voll. Und jetzt möchte Jesus ihnen ein neues Aufgabengebiet zeigen. Er möchte sie unter Menschen schicken und er möchte sie dazu bringen, auf sein Wort hin die Netze zu füllen mit Menschen, die Gott ergeben sind und die einmal diesen Wunsch haben, bei ihm zu sein in der Ewigkeit.

[13:27] Allerdings kommt Petrus zu diesem Zeitpunkt, das wir gerade eben gelesen haben, zum Zeitpunkt der Berufung am See, nicht das erste Mal in der Bibel vor. Wir lesen schon in Johannes Kapitel 1 Vers 35 und 51 über ihn. Johannes Kapitel 1 Vers 35 bis 51, das ist die Berufung der ersten Jünger. Ich fasse es kurz zusammen.

[13:55] Andreas und Johannes waren bei Johannes dem Täufer. Nachdem Jesus diese 40 Tage in der Wüste war, diese Versuchungen vom Satan durchlebt hat, kam er wieder zu Johannes dem Täufer, dort, wo er gepredigt hat. Und Johannes wies auf ihn und sagte: Siehe, das Lamm Gottes. Und daraufhin folgten ihm Johannes und Andreas nach.

[14:21] Wir lesen in Johannes 1 Vers 41 und 41. Einer von den Zweigen, die Johannes gehört hatten und Jesus nachfolgten waren, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus. Der findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt der Gesalbte. Sie folgten ihm einen Tag, sie wollten sehen, wo er lebt. Und sie sind ihm nachgefolgt. Sie haben ihn theologisch als Lehrer, als Meister anerkannt. Aber jetzt erst bei der Berufung am See waren sie bereit, ihre Netze, ihre Boote, ihren Beruf als Fischer zurückzulassen und ein Leben im Dienst und in der Nachfolge Jesu zu führen. Jetzt waren sie bereit, in Vollzeit Jesu Jünger zu sein.

[15:11] Jesus hatte durch dieses Wunder gezeichnet, den Fischen, dass Gott imstande ist, sie zu ernähren. Sie haben mit eigener Kraft versucht, sich Nahrung zu beschaffen und es hat nicht geklappt. Aber als Jesus einen Befehl oder eine Aufforderung gegeben hat und sie gefolgt sind, dann hatten sie Essen im Überfluss. Und das war ein Versprechen, dass wenn man mit Gott geht, man immer etwas zu essen hat.

[15:39] Fische waren die einfachste Ernährung, die man haben konnte. Brot und Fische, das war das Essen der Armen. Es war kein reiches, üppiges, festlich gedeckter Festmahlstisch, sondern es war einfache Nahrung. Und im Prinzip hat Jesus hier versprochen, dass er immer bei ihnen ist und dass, wenn sie mit ihm gehen, sie niemals Mangel oder Not leiden werden.

[16:07] Und Jesus möchte, dass sie erfolgreich Menschenfischer sind. Also, wenn wir jetzt diese Geschichte der Berufung nochmal zusammenfassen, dann lernen wir über Petrus, dass er Jesus als Lehrer anerkannt hat, aber nun erkannt hat, dass Jesus relevant ist für sein ganzes Leben, für sein Arbeitsleben, sowie für sein religiöses Leben.

[16:32] Als nächste Geschichte über Petrus wollen wir gemeinsam die studieren, wo Petrus auf dem Wasser gelaufen ist. Ein kurzer Abriss über das, was davor geschehen ist. Davor war diese Speisung der 5000 Männer ohne Frauen und Kinder. Und nach diesem Ereignis wollte ihn das Volk und besonders die Jünger zum König ausrufen. Sie wollten im Prinzip eine Revolution starten und ihn als König emporheben. Weil was für einen besseren König könnte man haben als einer, der das ganze Volk speisen kann, einfach durch ein Gebet und durch Brot brechen. Aber Jesus wollte nicht zum König gemacht werden. Er wollte sich nicht krönen lassen und er wollte nicht als Aufruhrstifter dastehen. Denn er hatte ein anderes Himmelreich zu verkünden, nämlich ein himmlisches und kein irdisches. Deshalb schickte er seine Jünger fort.

[17:25] Und diese Geschichte wollen wir jetzt lesen in Matthäus 14, ab dem Vers 22. Dort heißt es...

[17:54] Denn der Wind stand ihm entgegen. Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Und als sie die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst! und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin es, fürchtet euch nicht.

[18:12] Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es? So befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. Und er sprach: Komm her! Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser, und er kam auf Jesus zu. Und als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir!

[18:30] Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und sie traten in das Boot, und der Wind legte sich. Die, aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn.

[18:46] Also, Jesus trieb die Jünger weg. Er befahl ihnen, ins Boot zu steigen und wegzufahren. Und so waren sie alleine auf dem See, ohne Jesus, immer noch Gedanken versunken über das, was passiert ist. Und da erhob sich ein Sturm, gegen den sie sich plötzlich kämpfen mussten. Vergessen waren alle Gedanken über Jesu Erhebung, über das sie es nicht geschafft hatten, weil er ihnen befohlen hat, wegzufahren. Plötzlich ging es ihnen nur noch um eins: ums Überleben. Und sie kämpften hart, sie haben alle ihre Kraft investiert. Aber sie haben es nicht geschafft und haben sich dann einfach treiben lassen. So wird es uns im Leben Jesu beschrieben.

[19:27] Und nun wünschten sie sich nichts sehnlicher, als dass Jesus bei ihnen war. Sie wünschten sich nichts sehnlicher, als dass er sie ermutigt. Einfach dieses Wissen, nah bei ihm zu sein. Einfach dieses Wissen, Jesus ist da, hat ihnen Sicherheit gegeben. Hat ihnen Sicherheit gegeben. Und nun waren sie auf sich allein gestellt. Sie waren jahrelang Fischer gewesen, doch hier in diesem Sturm hat ihnen ihre ganze Erfahrung nichts genutzt. Sie waren aufgeschmissen. Sie waren im Prinzip dem Tode geweiht und haben keine Rettung mehr für sich gesehen.

[19:59] Und dann, nach der vierten Nachtwache, kam jemand auf dem Wasser laufen und er stellte sich so, als wollte er vorbeilaufen. Das können wir in Markus 6, Vers 48 lesen. Und sie dachten, es sei ein Gespenst und schrien. Bis Jesus ihnen zurief: Ich bin es. Fürchtet euch nicht.

[20:21] Plötzlich scheint es wieder Hoffnung zu geben. Plötzlich ist der da, den sie sich so lange herbeigesehnt hatten. Und Petrus, voller Freude und voll diesem Wunsch, ihm so nah wie möglich zu sein, bittet er: Herr, bist du es? So befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser.

[20:41] Dieser Wunsch kam nicht aus Überheblichkeit. Dieser Wunsch kam aus diesem Verlangen, so nah wie möglich bei Jesus zu sein. Jesus war ihre einzige Hoffnung, zu überleben. Auf ihn hatten sie alles gesetzt, was sie hatten. Und als er jetzt erschien, in ihrer größten Not, hatte Petrus keinen anderen Wunsch, als so nah wie möglich bei ihm zu sein. Und aus diesem Wunsch heraus bittet er, Jesus zu ihm kommen zu dürfen.

[21:09] Hätte er diesen Wunsch aus Überheblichkeit gehabt, aus Stolz, so wäre es ihm nicht gelungen, auf dem Wasser zu gehen, sondern nur aus Glauben konnte er es tun.

[21:22] Als er nun auf dem Wasser lief und zu den anderen im Boot zurückschaute und dann um sich herum und die Wellen bemerkte, fingen die Zweifel an. Dieser Moment, wo er seinen Blick von Jesus hinweg zu seinen Gefährten wendete und sich der Stolz zeigte: Schaut mal, was ich kann! Waren plötzlich die Wellen und der Wind so stark, dass er sich gefragt hat: Kann ich das wirklich? Und sofort begann er zu sinken. Der Glaube war hinweg.

[22:00] Jakobus 1 können wir darüber lesen. Jakobus 1, Vers 6: Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht, denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird. Petrus hat gezweifelt, und sofort haben sich die Erfolgen bemerkbar gemacht. Er ist gesunken.

[22:25] Und plötzlich war er wieder hilflos. Plötzlich war er wieder in Lebensgefahr und plötzlich war ihm wieder bewusst, worauf es wirklich ankam. Und er schrie in seiner Not: Herr, hilf mir!

[22:37] Und das Schöne und Verheißungsvolle daran ist doch, wie Jesus antwortet oder was über ihn geschrieben wird: Sogleich war er dort. Sogleich stand er neben ihm, streckte ihm die Hand aus und ergriff ihn.

[22:53] Das ist auch eine Verheißung für uns. Wenn wir fallen auf unserem Weg und uns bewusst wird, dass wir im Prinzip keine Chance mehr zu leben haben, außer mit Jesus. Wir kommen zu ihm und rufen ernst und reuig um Hilfe. Er ist sogleich neben uns und uns die Hand hinstreckt. Er muss nicht erst noch hinlaufen, sondern er ist sogleich dort.

[23:25] Stolz und Hochmut. Nochmal um zum Stolz zu kommen. Über Stolz wird uns auch in Sprüche Kapitel 16 Vers 18 etwas gesagt. Sprüche Kapitel 16 Vers 18: Wer zugrunde gehen sollte, wird zuvor stolz, und Hochmut kommt vor dem Fall. Stolz und Hochmut kamen, und der Fall war vorprogrammiert.

[24:03] Als nächstes wollen wir uns nun einen Dialog zwischen Petrus und Jesus anschauen, wo Jesus seine Jünger gefragt hat, wer die Pharisäer denken, dass er sei, und später werden die Jünger denken, dass er sei. Und das finden wir in Matthäus Kapitel 16, Verse 13-23.

[24:51] Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben. Und was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Da gebot er seinen Jüngern, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.

[25:25] Seit der Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, wie er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten umgetötet werden und am dritten Tage auferstehen.

[25:39] Und Petrus nahm ihn beiseite und fuhr ihn an und sprach: Gott bewahre dich, Herr! Das widerfahre dir nur nicht. Geh weg von mir, Satan, du bist mir ein Ärgernis, denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.

[25:55] Petrus fragte zuerst seine Jünger, wer andere denken, dass er sei. Und sie haben aufgezählt, was sie alle so gehört haben, und antworteten alle gemeinsam. Und als jetzt die direkte Frage an sie kam: Wer denkt ihr, dass ich bin? Antwortete Simon: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.

[26:23] Und anschließend spricht Jesus über Petrus eine Seligpreisung aus: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn. Und nun, nachdem die Jünger ihren Glauben an ihn als den Christus bezeugt haben, konnte er anfangen, ihnen seinen Leidensweg zu eröffnen. Vorher hätten sie es nicht verstanden, aber jetzt, wo sie die Überzeugung hatten, dass er der Christus ist, konnten sie eben diesen Schritt, diesen Leidensweg, ja, begreifen.

[26:51] Und er erklärte ihnen, dass er sterben müsse, dass er auferstehen müsse. Das passt aber überhaupt nicht in das Bild von Petrus, von Jesus, von dem Christus, von dem Messias. Und deshalb fährt er Jesus an, und damit lässt er Satan Raum, ihn zu benutzen. Petrus liebte Jesus so sehr, er wünschte, dass ihm nichts passiert. Aber dieser Wunsch wurde von Satan in ihn hereingelegt. Satan wollte Jesus entmutigen. Satan wollte Jesus dazu bringen, dass er zweifelt. Und Simon war in diesem Moment das Werkzeug, das er benutzen konnte.

[27:31] Und deshalb äußert Jesus hier den größten Verweis, den er je über die Lippen brachte: Hinweg mit dir. Geh weg von mir, Satan.

[27:45] Für Petrus war es ein unerwarteter Verweis. Für Petrus war es einfach, ihm war es nicht bewusst, ihm war nicht bewusst, dass seine Liebe so blind war, dass er in diesem Moment nicht das Beste für Jesus wollte, sondern das, was er meinte, dass das Beste wäre.

[28:09] Ja. Und für uns können wir aus dieser Geschichte lernen, dass wir auch unser Temperament unter Kontrolle haben sollten, um es Dienern Gottes nicht schwerer zu machen, als sie es schon haben, Gottes Plan in ihrem Leben durchzuführen. Und Petrus hat schlussendlich verstanden, was er in dieser Lektion lernen sollte. Das können wir gemeinsam lesen in 1. Petrus Kapitel 4, Verse 12 und 13. 1. Petrus Kapitel 4 Vers 12 und 13. Dort heißt es: Ihr Lieben, lasst euch durch die Hitze nicht befremden, die euch widerfährt zu eurer Versuchung, als würde euch etwas Seltsames widerfahren, sondern freut euch, dass ihr mit Christus leidet, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Jubel haben mögt.

[28:59] Uns werden in diesem Erdenleben Leid und Weh treue Begleiter sein, wenn wir Christus nachfolgen. Hat er es uns verheißen, dass ein jeder von uns sein Kreuz auf sich nehmen müsse und es tragen wird? Und wenn wir also behaupten, dass es nicht Gottes Willen entsprechen würde, dass wir leiden oder dass wir Probleme in unserem Erdenleben haben, so würden wir uns hier gegen Gottes Wort stellen. Petrus hat es dann verstanden, was auf Jesus zukommen wird und warum es passieren wird.

[29:31] Doch nach diesem Ereignis schlitterte er auch in die komplett andere Richtung. Er schlitterte in die Selbstüberzeugtheit. Und lasst uns dazu Lukas Kapitel 22 lesen. Lukas Kapitel 22, ab Vers 31. Dort heißt es: Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, ich sage dir, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst.

[30:25] Er hat sich selber bereit gesehen, mit Christus bis in den Tod zu gehen. Doch davor hat ihn Jesus gewarnt. Er hat ihn gewarnt, das von sich zu glauben. Er hat ihm eine Prophezeiung gegeben, was geschehen wird, damit er, wenn es geschieht, glaubt und erkennt, dass er es nicht kann.

[30:47] Und genau nach Jesu Gefangennahme erfüllte sich auch dieses. Lasst uns dazu in Matthäus 26 lesen. Matthäus 26, ab Vers 69. Dort heißt es: Petrus aber saß draußen im Hof. Da trat eine Magd zu ihm und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa. Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. Als er aber hinausging in die Torhalle, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth. Und er leugnete abermals und schwor dazu: Ich kenne den Menschen nicht. Und nach einer kleinen Weile traten hinzu, die da standen und sprachen zu Petrus: Wahrhaftig, du bist auch einer von denen, denn deine Sprache verrät dich. Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsbald krähte der Hahn. Da dachte Petrus an das Wort des Herrn, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.

[32:05] Einige Stunden zuvor hatte er noch selbstsicher behauptet, Jesus beizustehen und sein Leidensgenosse zu sein. Doch jetzt versucht er alles, um nicht mit Jesus in Verbindung gebracht zu werden. Vor der letzten Verleugnung wird Petrus seine Sprache zur Last gelegt. Im Leben Jesu auf Seite 707 heißt es dazu, dass die Sprache einwandfrei gewesen wäre. Das bedeutet, ohne Schimpfwörter, ohne Flüche.

[32:33] Wenn wir jetzt nochmal schauen, was er nach der dritten Verleugnung, also nach der dritten Behauptung, dass er zu Jesus gehört, passiert ist, da fängt er nämlich an, sich zu verfluchen und zu schwören. Er versucht also, durch seine Worte auszudrücken, dass er nicht zu Jesus gehört. Aber das könnte gleichzeitig auch für uns wieder ein Aufruf sein, uns über unsere Wortwahl Gedanken zu machen. Wenn unsere Wortwahl schon zeigt, dass wir zu Jesus gehören, ist es an sich schon wieder ein Stück unseres Lebenswandels, was dafür zeugt, dass wir Christen sind.

[33:15] Und anschließend krähte der Hahn erneut. Nun wurde Petrus bewusst, dass die Prophezeiung, die Jesus gegeben hat, gerade eben in Erfüllung gegangen ist und er ging hinaus und weinte bitterlich. Hier entstand erneut ehrliche Reue. Und ich würde fast die Behauptung wagen, es kann keine ehrliche Reue entstehen, ohne dass man weint. Ihm wurde bewusst, dass eigene Willensstärke nicht die Kraft besitzt, standhaft zu bleiben in Versuchung und Anfechtung. Einzig und allein Jesus kann uns dabei helfen.

[33:57] Nun wollen wir uns noch Petrus in der frühchristlichen Gemeinde anschauen. Er hat ja dort eine bedeutende Rolle eingenommen. Er war eine Führungspersönlichkeit auf dieser Bildfläche. Er hat in Apostelgeschichte 1, Verse 15 bis 25 die Initiative, einen Jünger nachzuwählen, damit sie wieder komplett zwölf Jünger sind. Judas hatte sich ja erhängt, nachdem Jesus gefangen genommen wurde und verurteilt wurde, und nachgewählt wurde der Matthias. Er war es auch, der die berühmte Pfingstpredigt hielt, die in Apostelgeschichte Kapitel 2 steht. Er hielt vor dem Hohen Rat die Heilungsrede, nachdem er mit Johannes den Lamen am Tempel geheilt hatte. Und er verurteilte auch die Tat von Ananias und Sapphira und sprach ihnen im Prinzip ihr Todesurteil, was sie sich selber zugesprochen hatten.

[34:59] Petrus war auch derjenige, der die Vision mit den unreinen Tieren hatte, die herunterkam auf diesem Tuch und der zu Kornelius ging, zum Heiden, und die Heidenmission begann, und er dies auch in Kapitel 11 vor den Jüngern und vor der Gemeinde in Jerusalem verteidigte. Er war auch derjenige, der vom Hohen Rat eingekerkert wurde und der vom Engel befreit wurde. Er war derjenige, den Paulus als ersten Apostel besucht hat. Und Paulus beschreibt ihn als ein Standpfeiler der Gemeinde in Galata.

[35:31] Doch genau dieser Petrus war derjenige, der in Galater Kapitel 2, Verse 11 bis 14 von Paulus angeklagt wurde. Und genau das wollen wir uns jetzt noch anschauen. Galater Kapitel 2, Vers 11 bis 14. Dort heißt es: Als aber Kephas nach Antiochien kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn es war Grund zur Klage gegen ihn. Denn bevor einige von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden. Als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er sie aus dem Judentum fürchtete. Und mit ihm heuchelten auch die anderen Juden, sodass selbst Barnabas verführt wurde, mit ihnen zu heucheln. Als ich aber sah, dass sie nicht richtig handelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Kephas öffentlich vor allen: Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, warum zwingst du dann die Heiden jüdisch zu leben?

[36:29] Noch vielleicht kurz zum Verständnis, wer Kephas ist und dass er wirklich Petrus ist. Lasst uns dazu in Johannes Kapitel 1 schauen. Johannes Kapitel 1, Johannes Kapitel 1 Vers 42: Und er führte ihn zu Jesus. Vers 41: Andreas holt seinen Bruder Simon, spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt der Gesalbte, und er führte ihn zu Jesus. Als Jesus ihn sah, sprach er: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen, das heißt übersetzt Fels. Also Simon, Petrus und Kephas sind verschiedene Namen für ein und dieselbe Person.

[37:19] Und jetzt wieder zurück zu Galater. Hier hat also Petrus mit den Heidenchristen gemeinsam gegessen, Gemeinschaft gehabt in der Gemeinde in Antiochia. Als nun aber Brüder von Jakobus aus Jerusalem kamen, die Juden waren und geeifert haben für das Gesetz, hat er ihnen nicht einen Anstoß sein wollen. Er wollte nicht hinstehen und zeigen, dass er heidnisch lebt, dass er im Prinzip sich wie ein Heide verhält, weil er wollte nicht von ihnen angeklagt werden. Und das hat ihn dazu hinreißen lassen, dass er sich eben distanziert hat von den heidnischen Christen. Das allerdings war für die heidnischen Christen im Prinzip eine, wie soll ich sagen, eine Demütigung. Denn es zeigte im Prinzip, dass es zwei Klassen im Christentum gäbe, nämlich die Judenchristen, die höher stehen als die Heidenchristen. Und diesen Unterschied hat Christus nie gemacht. Paulus hat das verstanden und deshalb rügt er ihn hier öffentlich vor der ganzen Gemeinde und widersteht ihm und sagt, es ist nicht richtig.

[38:45] Und Paulus verwendet hierfür sogar das Wort, es ist Heuchelei. Also, wir haben nicht das Recht, von irgendjemandem zu behaupten, dass er ein minderwertiger Christ ist oder ein höherwertiger Christ. Alle Christen sind gleich und alle Christen haben Jesus als Vorbild und deshalb dürfen wir uns nie anmaßen, Leute anzuklagen oder uns von Leuten zu distanzieren, die sich öffentlich zu Christus bekennen und das auch ausleben, in ehrlicher und demütiger Weise.

[39:19] Wir können also über Petrus zusammenfassend feststellen, dass er ein Eiferer für den Herrn war. Aber dieser Eifer hat leider auch häufig in die falsche Richtung gelenkt. Aber als er die richtige Orientierung bekommen hat, hat er damit der jungen christlichen Gemeinde einen enormen Auftrieb gegeben. Er hat im Prinzip die Gemeinde angeführt. Er war ein Eiferer. Er war nicht jemand, der nur geredet hat. Er war jemand, der etwas getan hat. Er ging hinaus. Er predigte. Er hat seinen Mund benutzt, um Christus zu verkünden.

[39:55] In Frühschriften von Ellen White beschreibt sie die Situation vom Hohen Rat, wo Petrus und Johannes stehen, nachdem sie den Lamen geheilt hatten. Ähnlich wie Luther und Melanchthon. Luther war auch ein Impuls, wie soll man sagen, jemand, der impulsiv war, der eher ein Wort zu viel gesagt hat, als zu wenig. Und Melanchthon war derjenige, der ihn ab und zu gedämpft hat, dem er es zu verdanken hat, dass er sich manchmal nicht ins Fettnäpfchen gesetzt hat. Dafür war aber Luther für Melanchthon ein Ermutiger, seinen Mund aufzutun und sich nicht in eine Ecke zurückzuziehen. Er ermutigt, das Wort öffentlich zu predigen und zu verkünden und nicht im stillen und in gewohnter Umgebung zu bleiben. Und genauso war es auch zwischen Petrus und Johannes. Johannes war eher ein stiller Mensch. Und Petrus war eher jemand, der impulsiv war, der eher den Mund ein bisschen zu weit aufgemacht hat, als zu wenig. Und genauso, wie Luther und Melanchthon ein harmonisches Gleichgewicht waren, waren auch Petrus und Johannes ein harmonisches Gleichgewicht in der frühen Christengemeinde.

[41:15] Petrus, sein Stolz hat ihn aber manchmal auch daran gehindert, die Welt und die Ereignisse mit Gottes Augen zu sehen. Doch war er nach jedem Fall bereit, sich zu demütigen und durch Gottes Kraft wieder aufzustehen. Lasst uns dazu noch ein Vers in Sprüche 24 lesen. Vers 24, Vers 16. Dort heißt es: Denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Gottlosen versinken im Unglück.

[41:55] Bei Petrus haben wir einen Menschen jetzt gerade gesehen, der gefallen ist und gefallen ist und gefallen ist, der aber jedes Mal wieder zu Jesus geschrien hat. Jesus stand sogleich neben ihm und hat ihn bei der Hand ergriffen und wieder hingestellt. Genauso wie Petrus fallen wir auch alle regelmäßig. Der eine mal häufiger, der andere mal weniger häufig. Aber wir sind auf dem Weg und auf dem Weg fallen wir und stolpern. Aber wenn wir stets unsere Augen auf das Ziel gerichtet haben, das himmlische Jerusalem, dass wir immer bei Jesus sein wollen, dann werden wir durch die Kraft Gottes wieder aufstehen können.

[42:39] Und deshalb ist Petrus' Leben uns ein so gutes Vorbild, weil es uns einen fehlerhaften Menschen zeigt, der aber bereit war, nach Fehlern reuig und Vergebung zu bitten und mit Jesu Kraft wieder aufzustehen und weiterzulaufen. Er war einer der Grundpfeiler der Urgemeinde und doch ein Mensch mit seinen Fehlern. Und genau das sollte für uns eine Motivation sein, mit unserer Kraft demütig zu Gott zu kommen und uns ihm zur Verfügung zu stellen. Auch wenn wir fallen, auch wenn uns scheint, dass die Aufgabe zu groß ist, wenn wir demütig uns Gott zur Verfügung stellen, kann er aus uns etwas Wunderbares formen. Sehr wahrscheinlich werden wir nämlich auch fallen. Aber so wie Petrus können wir immer wieder mit Gottes Kraft aufstehen.

[43:29] Lasst uns zum Abschluss noch ein Gebet sprechen. Lieber Herr Jesus, ich danke dir dafür, dass du uns das Beispiel von Petrus in der Bibel gegeben hast, von Petrus, einem Menschen, der so ist wie wir alle, mit dem wir uns in gewisser Weise alle vergleichen können, mal mehr, mal weniger. Und ich bitte dich, dass du uns hilfst, dass wir uns vor dir demütigen, dass wir uns von deinem Geist erfüllen lassen, dass du uns gebrauchen kannst, um dein Werk voranzubringen. Bitte erfülle uns mit deinem Heiligen Geist und hilf uns, jeden Tag aus deiner Gnade zu leben. Dafür danke ich dir. In Jesu Namen. Amen.


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