[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour, diese Woche mit dem Thema Prophetie und die Heilige Schrift. Wir studieren noch immer den ersten und zweiten Petrusbrief und sind nun bei der zehnten Lektion dieses Quartals. Und bevor wir in die Lektion eintauchen, möchte ich euch einladen, gemeinsam mit mir zu beten. Unser himmlischer Vater, ich will dich loben und preisen für dein Wort, in das du so viel Weisheit gelegt hast. Ich möchte dich loben und preisen dafür, dass du auch Menschen so viel Verstand gegeben hast, diese Dinge in unsere fehlbaren Worte zu fassen. Und ich möchte dich jetzt um deinen Heiligen Geist bitten, dass du mich und jeden, der zuschaut, von deinem Geist erfüllst, dass wir verstehen können, was du uns zu sagen hast und dass wir es auch anwenden können. Ich danke dir und ich bete im Namen Jesu. Amen.
[1:15] Wie schon erwähnt, geht es diese Woche ganz besonders um die Prophetie. Und da wir noch später auf den Merkfest kommen werden, würde ich direkt mit dem ersten Thema anfangen. Und dieses Thema bezieht sich auf Jesus im Alten Testament. Und ich würde euch einladen, direkt mit mir in den Psalm 22 einzutauchen und einige Stellen daraus zu lesen. Psalm 22. Ich weiß nicht, ob es auf Deutsch so aussieht, aber auf Englisch wird dieser Psalm auch der Psalm des Kreuzes genannt, Psalm of the Cross. Und wir sehen in diesem Psalm einige Verse, die sich sehr stark auf die Erfahrungen, die Jesus am Kreuz erlitten hat oder erfahren hat, gemacht hat, beziehen. Und ich habe ein paar Ausschnitte aus dem Leben Jesu, und ich würde einfach verschiedene Verse aus dem Psalm lesen und dazu die Ausschnitte aus dem Leben Jesu. Sie sind alle aus dem Kapitel vom Garten Gethsemane. Ich finde, es ist ein Kapitel, das uns sehr deutlich zeigt, was Jesus erlitten hat. Und ich finde es ist sehr demütigend für mich persönlich in meinem geistlichen Leben, das immer mal wieder zu lesen, gerade diese paar Kapitel, die sich auf das Ende seines Lebens hier auf Erden beziehen.
[2:38] Und lasst uns einsteigen. Psalm 22, Vers 2. "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Warum bleibst du fern von meiner Rettung, von den Worten meiner Klage?" Die Worte kommen uns sehr bekannt vor. Das sind die Worte, die Jesus selbst am Kreuz gesprochen hat. Ich möchte gleich einsteigen mit euch und vorlesen aus dem Leben Jesu, aus Seite 683 und 684. "Die Sünde trennte ihn von seinem Vater, das fühlte er. Der Abgrund war so breit, so dunkel und so tief, dass sein Geist davor zurückschauderte. Er durfte seine göttliche Macht nicht benutzen, um diesen Kampf zu entrinnen. Als Mensch musste er die Folgen der Sünde der Menschheit erleiden. Als Mensch musste er den Zorn Gottes über die Übertretungen ertragen." Die Stellung Jesu war jetzt eine andere als je zuvor. Sein Leiden lässt sich am besten mit den Worten des Propheten Zacharias ausdrücken. "Schwert, mache dich auf über meinen Hirten, über den Mann, der mir der Nächste ist, spricht der Herr Zebaoth." Zacharias 13, Vers 7. Als Vertreter und Bürger der sündigen Menschen litt Christus unter der göttlichen Gerechtigkeit, deren ganzen Umfang er nun erkannte. Im Englischen steht dort: Er sah nun, was Gerechtigkeit bedeutete. Bisher war er ein Fürsprecher für andere gewesen. Jetzt sehnte er sich danach, selbst einen Fürsprecher zu haben. Als der Heiland fühlte, dass sein Einssein mit dem himmlischen Vater unterbrochen war, fürchtete er, in seiner menschlichen Natur unfähig zu sein, den kommenden Kampf mit den Mächten der Finsternis zu bestehen. Die Sünden der Menschen lasteten schwer auf ihm, und das Bewusstsein des Zornes Gottes überwältigte ihn. Seht ihn über den Preis nachsinnen, der für die menschliche Seele bezahlt werden muss. In seiner Angst krallt er sich fest in die kalte Erde, als ob er verhindern wolle, seinem Vater noch ferner zu rücken. Das ganze Universum hat auf diesen Moment geblickt, in dem etwas eine Premiere stattfinden würde. Denn der Vater und der Sohn, die so eng verbunden sind, die so nah beieinander sind, deren Charakter so gleich ist, dass sie eins sind, sollten getrennt werden. Und das hat noch nie davor stattgefunden. Und das war etwas, was Jesus sich nicht vorstellen konnte, wie das sein würde. Und er hatte sehr menschliche Angst davor. Denn er musste da selbst durchgehen. Er musste das selbst ertragen.
[5:29] Dann können wir weitergehen in Vers 8 und 9. "Alle, die mich sehen, spotten über mich. Sie reißen den Mund auf und schütteln den Kopf. Er soll doch auf den Herrn vertrauen. Der soll ihn befreien. Der soll ihn retten. Er hat ja Lust an ihm." Und dazu möchte ich mit euch lesen aus Matthäus 27 und dort die Verse 41 bis 43. "Gleichwie spotteten aber auch die obersten Priester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz herab, und wir wollen ihm glauben. Er hat ja auf Gott vertraut, der befreie ihn jetzt, wenn er Lust an ihm hat. Denn er hat ja gesagt, ich bin Gottes Sohn." Diese Worte, die da von Menschen so unüberlegt gesprochen wurden, haben auf Jesus noch eine weitere Versuchung gelegt. Denn Jesus hätte es sehr wohl vom Kreuz herabsteigen können. Er hatte alle Macht dazu. Er hat schon in Gethsemane, als er dann von den Soldaten herabgeführt wurde oder abgeführt wurde, hat er schon gesagt, beziehungsweise als sie ihn bedrohten, hat er schon gesagt: "Ihr habt mich so oft gesehen. Ich habe niemals daran gedacht, gegen euch zu kämpfen. Ich könnte jetzt einfach schnipsen und hier wären tausende von Engeln. Aber ich mache es nicht." Jesus hatte alle Macht und jede Möglichkeit dazu, vom Kreuz herabzusteigen. Und ich denke, das war eine weitere sehr große Versuchung.
[7:00] Und ich lese weiter auf Seite 684, welche Gedanken ihm auch eingeflüstert wurden. "Was war durch dieses Opfer zu gewinnen? Wie hoffnungslos erschienen die Schuld und die Undankbarkeit der Menschen. In härtesten Zügen schilderte Satan dem Herrn die Lage. Alle jene, die für sich in Anspruch nehmen, ihre Mitmenschen in zeitlichen und geistlichen Dingen zu überragen, haben dich verworfen. Sie suchen dich zu vernichten. Dich, der du der Grund, der Mittelpunkt und das Siegel aller Weissagungen bist, die ihnen als einem auserwählten Volk offenbart wurden. Einer deiner eigenen Jünger, der deinen Unterweisungen gelauscht hat, der einer der ersten deiner Mitarbeiter gewesen ist, wird dich verraten. Einer deiner eifrigsten Nachfolger wird dich verleugnen. Ja, alle werden dich verlassen." Christi ganzes Sein wehrte sich bei diesem Gedanken, dass jene, die er retten wollte und die er so sehr liebte, sich an Satans Plänen beteiligten, schnitt ihm ins Herz.
[8:07] Ich denke, es ist sehr, sehr wichtig zu verstehen, dass es war, ich glaube, wir brauchen unser ganzes Leben, um diese Gerechtigkeit und gleichzeitig Ungerechtigkeit zu verstehen. Weil Jesus hat nichts davon verdient, was er am Kreuz gelitten hat. Aber er hat es trotzdem alles auf sich genommen. Und zwar als jeder von uns gesündigt hat. Für mich, als ich noch ein Sünder war, lesen wir in Römer. Und diese übermenschliche Liebe ist so schwer zu begreifen. Und ich glaube, es ist etwas, was einem wirklich nur Gott schenken kann. Aber es ist etwas, woran wir uns prüfen können. Denn wenn ich diese Liebe gegenüber meinem Mitmenschen nicht habe, wenn ich nicht bereit dafür bin, für ihn zu sterben, auch wenn er mich hasst, auch wenn er mich gerade töten will, dann fehlt mir die Liebe Christi. Denn das ist diese vollkommene Liebe Gottes.
[9:04] Lasst uns weiterlesen in Vers 12. "Sei nicht fern von mir." Psalm 22, Vers 12. "Sei nicht fern von mir, denn Drangsal ist nahe und kein Helfer ist da." Jesus war ganz allein. Aber das hätte er nicht sein müssen. Die Jünger hatten die Möglichkeit, ihm zu helfen. Die Jünger hatten die Möglichkeit, Gott beizustehen. Und zwar im Gebet. Ich lese weiter auf Seite 685. "Das menschliche Herz sehnt sich im Schmerz nach Anteilnahme. Auch Christus war in seinem Innersten von dieser Sehnsucht erfüllt. In äußerster seelischer Not kam er zu seinen Jüngern mit dem brennenden Verlangen, bei ihnen, die er so oft gesegnet und getröstet, sowie in Kummer und Verzweiflung behütet hatte, einige Worte des Trostes zu finden. Er, der für sie stets Worte des Mitgefühls gehabt hatte, litt jetzt selbst unter menschlichen Schmerzen und sehnte sich danach zu wissen, dass sie für sich und für ihn beteten. Wie dunkel erschien die Boshaftigkeit der Sünde. Ungeheuer groß war die Versuchung, dem Menschengeschlecht selbst die Folgen der eigenen Schuld aufzubürden, während er unschuldig vor Gott stünde. Wenn er nur wüsste, dass seine Jünger das anerkannten und begriffen, es würde ihn mit neuer Kraft erfüllen. Nachdem er sich unter quälender Mühe erhoben hatte, wankte er zu dem Platz, an dem er seine Getreuen zurückgelassen hatte. Aber er fand sie schlafend. Wenn er sie betend gefunden hätte, wie würde es ihm geholfen haben? Wenn sie bei Gott Zuflucht gesucht hätten, damit die teuflischen Mächte sie nicht überwältigen könnten, dann wäre er durch ihren standhaften Glauben getröstet worden. Sie hatten aber seine mehrmalige Aufforderung, wachet und betet, schlecht beherzigt. Zuerst waren sie sehr beunruhigt gewesen, ihren Meister, der sonst so ruhig und würdevoll auftrat, mit einem Schmerzring zu sehen, der alle Fassungskraft überstieg. Sie hatten gebetet, als sie die laute Qual des Leidenden hörten, und sie wollten keineswegs ihren Herrn im Stich lassen. Doch sie schienen wie gelähmt von einer Erstarrung, die sie hätten abschütteln können, wenn sie beständig im Gebet mit Gott verbunden gewesen wären. So aber erkannten sie nicht die Notwendigkeit des Wachens und Betens, um der Versuchung widerstehen zu können."
[11:35] Jesus war ganz allein, aber er hat sie aufgefordert, er hat sie so dringlich aufgefordert, mehrmals zu wachen und zu beten. Und dieses Verhalten hat nicht erst in Gethsemane angefangen, wir kommen später darauf zurück. Es hat schon an einem anderen Punkt begonnen.
[11:53] Lasst uns weiterlesen, Vers 17. "Denn Hunde umringen mich, eine Rotte von Übeltätern umgibt mich, sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben." Das Interessante ist, dass Jesus auf diese Menschen mit "Vergib ihnen" reagiert hat. Das ist genau das, was ich gerade eben gesagt habe, diese übermenschliche Liebe. Und diese Male, diese Male an den Händen, wird er in aller Ewigkeit tragen. Was wir in aller Ewigkeit immer sehen, wohin die Sünde führt, was der Sold der Sünde ist, was die Sünde kostet.
[12:30] Und dann lasst uns weiterlesen, Vers 25 und 27. "Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut das Elend des Armen und hat sein Angesicht nicht vor ihm verborgen. Und als er zu ihm schrie, erhörte er ihn. Die Elenden sollen essen und satt werden, die den Herrn suchen, werden ihn loben. Euer Herz soll ewiglich leben." Das ist der Charakter Gottes. Gott ist gekommen, um die zu retten, die sich nicht selbst retten können. Er ist gekommen, um denen zu helfen, die hilflos sind. Und wir haben auch eine Botschaft, die heute sehr speziell an uns gerichtet ist, die Laodizea-Botschaft. Und auch dort lesen wir, dass wir arm sind, wir sind eigentlich hilflos und wir brauchen Gott. Aber Gott ist der, der den Armen hilft. Und ich denke, so können wir uns auch auf Gottes Hilfe berufen, in geistlichen Dingen, nicht nur im Leben.
[13:26] Es ist sehr interessant, ich denke, sehr bewegend, diesen Psalm zu lesen und auch öfters zu lesen und mit den Evangelien zu vergleichen, um noch mehr über den Charakter Jesu zu erfahren. Aber wir möchten jetzt weitergehen und möchten in Jesaja schauen. In Jesaja Kapitel 53. Und wir fangen an in Vers 1.
[14:19] Manchmal frage ich mich, wie das wäre, wenn Jesus heute hier wäre. Ob wir ihn erkennen würden, wenn er nicht sagen würde, dass er Jesus ist. Ob wir ihn erkennen würden an seinem Charakter. Oder ob wir vielleicht denken würden, er ist zu fromm oder nicht fromm genug. Oder er ist zu schick oder nicht schick genug. So viele Einzelheiten. Ich denke, wir können aus der Bibel und auch aus den Schriften von Ellen White viel, viel über Jesus erfahren und über seinen Charakter. Aber ich bin trotzdem gespannt, ihn tatsächlich von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Nicht mehr wie durch einen Spiegel, sondern ihn tatsächlich zu begegnen. Und ich weiß, natürlich begegnen wir ihm hier schon. Aber ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.
[15:13] Wir können weiterlesen in Vers 6. "Ich denke, hier sehen wir ein sehr wichtiges Prinzip. Wir alle gingen in die Irre." Ich denke, hier ist eigentlich das Prinzip für Einheit in der Gemeinde. Denn ja, die Einheit kommt aus dem Wort Gottes, dass das Wort Gottes die Grundlage ist. Aber das Wort Gottes, ich glaube nur an das Wort Gottes, wenn ich das auch lebe. Und das ist die Sache, wenn ich lebe, dass Christus für mich gestorben ist. Wenn ich das wirklich verinnerlicht habe, dann werde ich mich auch meinem Bruder, meiner Schwester gegenüber ganz anders verhalten. Und diese Einheit in der Gemeinde kann nur kommen, wenn ich den anderen und mich so sehe, dass Jesus für uns beide gleichermaßen gestorben ist. Dass ich keinen Hochmut habe, dass ich keine Rechthaberei oder sonst etwas habe, sondern dass ich in ganz simpler Einfachheit verstehe. Eigentlich, wir können das lesen in Römer 3. In Römer 3, Vers 23. "Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten." Römer 3, 23. Ich denke, das drückt es am besten aus, wenn es Zwistigkeiten oder Streitigkeiten in der Gemeinde gibt.
[16:39] Ein Beispiel. Manchmal sagen Leute, sie können nicht am Abendmahl teilnehmen, weil irgendetwas unausgesprochen ist oder irgendeine Zwistigkeit ist oder Streit oder wie auch immer. Und dann nehmen sie nicht am Abendmahl teil. Aber ich glaube, das ist nicht primär, was uns die Bibelstelle sagt. Ja, es ist nicht gut, am Abendmahl teilzunehmen, wenn man in Streit ist. Aber es ist überhaupt nicht gut, in Streit zu sein. Wenn du nämlich in Streit bist und das ungeklärt ist, dann bist du nicht bereit für die Wiederkunft. Aber wir sollten jeden Moment unseres Lebens bereit sein, Jesus zu begegnen. Und so denke ich, wenn ich mit jemandem in Streit bin, primär ist es immer meine Schuld. Denn ich kann immer zu der Person gehen und mich entschuldigen. Ich kann immer zu der Person gehen und Frieden suchen oder Frieden stiften. Jesus hatte Frieden mit Gott, obwohl ihn Menschen hassten. Aber er hat niemanden gehasst. Das heißt, primär ist es immer meine Schuld, wenn ich am Abendmahl nicht teilnehmen kann. Es ist nie die Schuld der anderen Person. Und sekundär, wenn die andere Person nicht will, kann ich zwar alles dafür aufbringen, aber ich kann die Person nicht zwingen. Aber dennoch kann ich in Frieden mit Gott leben. Ich denke, das ist etwas Wichtiges zu verstehen. Wenn ich dieses Opfer Christi für mich verstehe, und er hat das Opfer gebracht, als ich ihn nicht kannte, als ich ihn gehasst habe oder gegen ihn gearbeitet habe oder sonst etwas, da hat er mich schon geliebt, da hat er ein Opfer für mich gebracht, und zwar sein Leben. Und darum sollte ich auch, wenn ich bereit bin, für meinen Mitmenschen zu sterben, dann werde ich das zeigen und dann kann ich auch immer am Abendmahl teilnehmen. Wer nicht bereit ist, für seinen Mitmenschen zu sterben, der ihn gerade hasst, hat auch nicht den Geist Christi. Das hört sich ein bisschen hart an, aber ich denke, das ist etwas, was wir uns alle immer wieder in Erinnerung rufen müssen.
[18:31] Ich glaube, das ist nicht leicht. Ich glaube, das braucht viel Gebet. Oder vielleicht fällt das manchen Leuten leicht. Mir fällt das manchmal leichter, manchmal nicht so leicht. Aber lasst uns weiterlesen in Vers 7. "Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und hat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut." Hier haben wir noch so ein tolles Prinzip. Hier ist eigentlich der Charakter Gottes so wunderbar erklärt. Denn wir versuchen so oft, uns zu rechtfertigen. Aber Gott hatte jedes Recht, nicht auf Golgatha zu sein. Gott hatte jedes Recht, überhaupt nicht mal auf die Erde zu gehen. Er hatte alle Rechte, weil er hat ein gerechtes Leben gelebt. Und er hat sich nicht gerechtfertigt. Das ist so interessant. Er hat uns alle gerechtfertigt. Er hat jeden gerechtfertigt, außer sich selbst. Obwohl er jedes Recht dazu gehabt hätte. Wobei wir kein Recht dazu haben. Wir haben alle den Tod verdient. Und so oft finden wir uns aber wieder und wollen uns selbst rechtfertigen. Ich denke, das ist das Gegenteil des Charakters Gottes. Weil Gott weiß, dass er gerecht ist, darum muss er sich nicht rechtfertigen. Er rechtfertigt andere. Das heißt, unsere Aufgabe ist es auch nur, über andere Gutes zu sagen, anderen Gutes tun zu wollen. Aber unsere Aufgabe ist es nicht, unserem eigenen Namen Ehre zu verschaffen, sondern dem Namen Gottes. Und Gott macht es sehr deutlich, dass er uns rechtfertigt. Er sagt: "Ihr sollt stille sein und ich werde für euch kämpfen." Er wird die Rache für uns ausüben und so weiter. Darum denke ich, uns selbst zu rechtfertigen, zeigt uns, es ist ein Zeichen, dass wir vielleicht geistlich gerade nicht da stehen, wo wir stehen sollten oder wollten.
[20:16] Und Vers 8. "Infolge von Drangsal und Gericht wurde er weggenommen. Wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen. Wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen." Das sind alles sehr simple Sachen, aber ich glaube, das ist grundlegend zu verstehen. Denn wenn wir die Sachen nicht verstehen, dann können wir auch sonst nichts aus der Bibel wirklich verstehen. Gott ist nicht primär wegen den Pharisäern gestorben, nicht primär wegen Judas, nicht primär wegen den Römern, sondern wegen mir. Weil ich gesündigt habe, musste Jesus sterben. Ja, natürlich wegen Adam, aber primär wegen mir. Denn für meine Sünde gibt es keine Entschuldigung. Und wenn ich irgendeine Rechtfertigung vor Gott bringen möchte, für meine Sünde, dann wäre das eine Entschuldigung. Es gibt keine Entschuldigung für die Sünde. Und ich denke, das sollte ein Anreiz sein, ein sehr großer Anreiz für uns, nicht zu sündigen. Denn der wahre Gehorsam kommt nur aus der Liebe zu Gott. Und wenn ich Gott wirklich liebe, dann möchte ich ihn nicht verletzen. Aber jede zusätzliche Sünde musste er ertragen. Also hat sie ihm mehr Leid gebracht. Ich denke, das sollte auch dieser Anreiz für den Gehorsam sein, dass Jesus nicht leiden muss, nicht mal von mir, sondern dass Gott nicht auch noch aufgelastet wird.
[21:47] Und Vers 12. "Durch das, was Jesus getan hat, konnten andere Menschen mit Gott wieder verbunden werden." Und wir sollten uns fragen, ob wir auch in diesen Fußstapfen wandeln im Moment. Ob wir der Grund sind, aus dem andere Menschen wieder zu Gott kommen können. Nicht im Sinne von, dass wir der Fürsprecher sind und ihre Sünden tragen können, aber dass wir sie zu Gott bringen. Ich meine primär, die erste Aufgabe des Menschen war das Bild Gottes zu sein. Deine und meine Aufgabe ist es, den Charakter Gottes wieder zu spiegeln. So zu sein wie Gott. Das ist eine ziemlich große Aufgabe. Aber das ist eigentlich die einzige Aufgabe, die wir haben. Alle anderen Aufgaben erschließen sich daraus. Wenn wir diese Aufgabe ausfüllen, dann werden unglaublich viele Menschen zu Jesus kommen. Denn Jesus war wie ein Magnet, hat die Menschen angezogen. Und sie kamen automatisch zu ihm.
[23:04] Okay, dann lasst uns mal einsteigen in Petrus. Und mal den Petrusbrief ein bisschen schauen. Wir kommen immer noch nicht zum zweiten Petrusbrief. Wir bleiben erstmal beim ersten. Und da sind da die Verse 10 bis 12. 1. Petrus 1, Verse 10 bis 12.
[23:47] Wir sehen hier ein paar Punkte. Zunächst einmal sehen wir, dass Gott immer einem Plan folgt. Gott hat alles genau durchdacht. Er hat zeitliche Prophezeiungen. Wir wissen, das bezieht sich auf Daniel 9. Er hat genau vorhergesagt, wann Jesus kommen würde, wie er kommen würde. Er ist ein Gott der Ordnung. Und das sollte sich auch in unserem Leben widerspiegeln, dass unsere ganzen Projekte, ob es im Kleinen oder im Großen sind, ob ich, wenn ich zur Schule gehe, zur Uni gehe, zur Arbeit gehe, ob ich einem Plan folge. Und zusätzlich sehen wir hier: Dieser letzte Satz ist so eindringlich. "Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen begehren." Interessant. Die Engel sind im Himmel. Und die Engel sündigen nicht. Und haben keine Versuchung. Das ist kein Teufel. Und sie sind in der Gegenwart Gottes. Aber sie wollen mehr über Gott wissen. Sie wollen den Erlösungsplan studieren. Schaut mal, in "Besserer Weg" auf Seite 98 steht: "Gemeinschaft mit dem Schöpfer ist ihr höchstes Glück. Aber seine irdischen Kinder, die seine Hilfe viel dringender brauchten, meinen oft, ohne ihn auskommen zu können." Ich glaube, das ist so. Also, ich kenne das aus meinem Leben. Aber es ist schwer nachzuvollziehen, dass ich das kenne. Man wundert sich manchmal über seine eigene Handlungsweisen, weil man denkt, okay, das war jetzt vielleicht nicht das Klügste, was man gemacht hat, oder wie man sich entschieden hat. Aber das ist dennoch so eindringlich, dass die Engel alles haben. Und ihnen ist es das Größte, Gott zu loben. Und ihnen ist es das Größte, mehr über den Erlösungsplan herauszufinden. Wir denken, wir wissen schon alles. Man sollte wirklich uns anspornen, noch mehr daraus zu lesen.
[25:57] Und jetzt kommen wir endlich in den zweiten Petrusbrief. Und zwar in Kapitel 1. Und da lesen wir die Verse 16 bis 19. "Denn wir sind nicht klug ersonnenen Legenden gefolgt, als wir euch die Macht und Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus wissen ließen, sondern wir sind Augenzeugen seiner herrlichen Majestät gewesen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als eine Stimme von der hocherhabenen Herrlichkeit an ihn erging: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren. Und so halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort. Und ihr tut gut daran, darauf zu achten, als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen."
[26:58] Petrus macht hier zwei essentielle Prinzipien wichtig in unserem Lauf mit Gott. Das erste ist die persönliche Erfahrung mit Gott. Und das zweite ist das Wort Gottes. Es bringt mir nichts, die ganze Bibel zu kennen. Es gibt viele Leute, die Theologie studieren an weltlichen Hochschulen, und die kennen die ganze Bibel. Die kennen so viel, aber sie glauben nichts davon. Und sie kennen Gott nicht. Das bringt mir nichts. Aber es bringt mir gleichermaßen genauso wenig, nur auf meine Erfahrung zu hoffen. Und nur zu denken, Gott ist irgendwie. Nein, ich brauche die feste Richtung in der Bibel, aber ich brauche auch die Erfahrung, die Gott mir schenkt. Und die persönliche Beziehung, die persönliche Erfahrung mit Gott.
[27:42] Und das erste, worauf er anspricht, in den Versen 16 bis 18, geht es um den Berg der Verklärung. Und das können wir mal kurz... Oder wir werden es nicht lesen, aber wer das nachlesen möchte, es steht in Markus 9, in den Versen 2 bis 8. Und da hat Jesus Johannes, Jakobus und Petrus mit sich mitgenommen auf diesen Berg. Und zunächst mal haben sie gebetet. Jesus ist ein bisschen weiter weg gekommen. Wir kennen diese Szene jetzt. In Gethsemane war es auch so. Die Jünger, diese drei Jünger waren da. Jesus ist noch ein Stück weiter gelaufen. Und sie haben gebetet. Und die Jünger sollten für Jesus beten, oder mit ihm beten. Und Jesus ist dahin gegangen und er hat auch gebetet. Und sie sind eingeschlafen.
[28:31] Und jetzt lese ich aus dem Leben Jesu auf Seite 418. Die Jünger... Ach so, nee. Und dann wachen sie irgendwann auf, weil ein herrliches Licht erstrahlt. Das ist die Herrlichkeit. Und da ist Mose und Elia und Jesus selbst in Herrlichkeit. Und dann wachen die Jünger auf. Die Jünger erfassen den Vorgang noch nicht. Aber sie freuen sich, dass der geduldige Lehrer, der sanftmütige und demütige, der als schutzloser Fremdling hin- und hergewandert ist, von den Begnadeten Gottes geehrt wird. Sie glauben, dass Elia gekommen sei, die Regierung des Messias zu verkündigen und das Reich Christi jetzt aufgerichtet werden soll. Die Erinnerung an ihre Furcht und Enttäuschung wollen sie für immer verbannen. Hier, wo die Herrlichkeit Gottes offenbart wird, möchten sie verweilen. Und sein Königreich... Ah, möchten sie verweilen. Sie glauben zuversichtlich, dass Mose und Elia gesandt wurden, ihren Meister zu schützen und sein Königreich aufzurichten.
[29:29] Das ist interessant. Das Ziel, Jesus da in der Herrlichkeit zu sehen und Mose und Elia, war eigentlich, dass sie verstehen, dass ihr Augenmerk auf die Wiederkunft gerichtet wird einerseits. Dass sie diese zwei Gruppen verstehen, die, die niemals gestorben sind, repräsentiert durch Elia, und die, die gestorben sind und wieder auferstehen, repräsentiert durch Mose. Aber das andere Ziel war auch, dass sie sehen sollten, dass Jesus den Erlösungsplan ausführen würde und welchen Sinn der Erlösungsplan hatte, dass die Menschen wieder mit Gott vereint werden können. Und hätten sie gewacht und gebetet, wieder die gleiche Stelle wie in Gethsemane, dann hätten sie das verstanden. Und diese wichtige Wahrheit hätten sie verinnerlicht. Aber so haben sie nur wieder gedacht, Gott wird ein weltliches Reich aufrichten.
[30:20] Ich lese weiter auf Seite 420. "Die vom Schlaf überwältigten Jünger bemerkten nur wenig von dem, was zwischen ihrem Meister und den himmlischen Boten vorging. Weil sie nicht wachten und beteten, entging ihnen auch das, was Gott ihnen mitteilen wollte. Das Verständnis für die Leiden Christi und die Herrlichkeit, die darauf folgen sollte. Sie verloren den Segen, den sie empfangen hätten, würden sie Jesu Selbstopferung mit ihm geteilt haben. Diese Jünger waren zu träge, um zu glauben, und sie erkannten kaum den Schatz, mit dem der Himmel sie reich machen wollte. Dennoch empfingen sie großes Licht. Sie erhielten die Gewissheit, dass der Himmel die Sünde des jüdischen Volkes, die in der Verwerfung Christi bestand, kannte. Ihnen wurde ein besseres Verständnis der Aufgabe des Erlösers geschenkt. Sie sahen mit ihren Augen und hörten mit ihren Ohren Dinge, die über das menschliche Verstehen hinausgingen. Sie schauten seine Herrlichkeit und erkannten, dass Jesus wirklich der Messias war, von dem die Patriarchen und Propheten geweissagt und verkündigt hatten, und dass er von allen Wesen des Himmels geehrt wurde."
[31:27] Sie haben einen Segen erhalten, einen unglaublichen Segen. Aber wenn sie die Selbstopferung Jesu geteilt hätten, dann hätten sie einen unbeschreiblich viel größeren Segen erhalten, und sie wären besser auf das Kreuz vorbereitet gewesen. Ich denke, wir können auch für unser Leben daraus lernen. Wenn wir die Selbstopferung Jesu teilen, werden wir Ströme des Segens erhalten. Wir werden so gesegnet werden von Gott. Und ich denke, das ist ein gutes Prinzip, das wir auch in unserem Leben anwenden sollten. Selbst wenn ich müde bin und zu müde bin, um zu beten, dann ist es dennoch Selbstopferung, trotzdem zu beten, und ich werde Segen davon erhalten.
[32:18] Ich denke, Petrus hat noch etwas erkannt, und zwar die Beziehung zwischen dem Sohn und dem Vater. Denn er hat davor schon geglaubt, dass Jesus der Messias war. Er hat davor auch schon geglaubt, dass Jesus der Sohn Gottes war. Aber Jesus in seiner Herrlichkeit zu sehen, zu sehen, wie ähnlich er Gott ist, ich denke, das hat sein Leben doch nochmal verändert. Und vielleicht hat es ihn auch daran erinnert, wie Jesus zu ihm gesagt hat, dass ihre Beziehung zu Jesus so sein soll, wie Jesu Beziehung zum Vater. Wir erinnern uns an das Gleichnis vom Weinstock oder auch in dem Gebet, das Jesus für seine Jünger spricht, wird es sehr deutlich, dass wir so eng mit Jesus verbunden sein sollen, wie Jesus mit dem Vater verbunden ist.
[33:11] Und dann haben wir Vers 19 gelesen, in 2. Petrus 1, Vers 19. Dass wir festhalten an diesem völlig gewissen, prophetischen Wort. Und wenn wir uns ein paar große Beispiele überlegen in der Bibel, wo Leute an diesem prophetischen Wort festgehalten haben, dann denken wir wahrscheinlich schneller an Noah. In Noahs Beispiel wird eines sehr deutlich. Er hat die Prophetie gekannt, und er hat etwas getan, weil er die Prophetie gekannt hatte. Er hat die Arche gebaut. Das ging nur, weil er die Prophetie kannte, und das ging nur, weil er es gemacht hat. Sonst hätte ihm diese Kenntnis der Prophetie nichts gebracht. Bei der Zerstörung Jerusalems konnten nur die fliehen, die auch die Worte kannten, die Jesus gehört haben. Das heißt, sie mussten sich damit beschäftigt haben, und dann mussten sie diesen Worten aber auch folgen. Sonst hätten sie keine Wirkung für sie.
[34:06] Und das ist nämlich sehr interessant, denn dieses Wort, "er tut gut daran, darauf zu achten", also auf ein Licht. Dieses Wort "achten" ist im Griechischen "proseko", nicht der "proseko" zum Trinken, sondern eben achtgeben auf etwas. Und dieses Wort finden wir auch in 1. Timotheus 3, und dort fährt es acht. Ich will drei Verse mit euch anschauen, in denen wir dieses Wort finden. Das erste ist eben 1. Timotheus 3, Vers 8. Und dort lesen wir...
[34:52] Also sehen wir, etwas ergeben sein, so wie dem Wein, etwas, was mich bindet, etwas, was mein Denken beeinflusst. Und dem ergeben sein ist das gleiche, wie der Prophetie ergeben sein. 1. Timotheus 4, Vers 1. "Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden." Das heißt, ich kann mich nicht nur Gottes Lehre zuwenden, ergeben, sondern ich kann mich auch der falschen Lehre, der Lehre Satans, zuwenden oder ergeben. Und dann noch in Hebräer 7, Vers 13. "Denn derjenige, von dem diese Dinge gesagt werden, gehört einem anderen Stamm an, von dem keiner am Altar gedient hat." Am Altar zu dienen ist das gleiche Wort, wie auf die Prophetie zu achten. Und das ist interessant. Wir sehen, dass auf die Prophetie achten das gleiche ist wie ein Dienst. Es ist eine Sache, die ich gleichzeitig für Gott mache, so wie Noah gleichzeitig diesen Dienst erbracht hat und die Arche gebaut hat. Und durch diesen Dienst werden dann andere Menschen sehen, dass es die Prophetie gibt. Natürlich durch die Verkündigung, aber wenn ich sage, in drei Tagen geht die Welt unter und dann gehe ich und kaufe mir eine Yacht, dann wird mir keiner glauben, dass in drei Tagen die Welt untergeht. Wenn ich aber sage, in drei Tagen geht die Welt unter und ich tue alles, um mich mit meinen Mitmenschen zu versöhnen, ich gebe alles Geld in Armen, ich bringe die Dinge ins Reine, dann werden mir die Menschen wahrscheinlich mehr glauben. Wobei vielleicht manche auch sich eine Yacht kaufen würden, wenn die Welt in drei Tagen unterginge. Aber das ist nicht das, was ich sagen möchte. Ich denke, ihr versteht das Prinzip.
[36:54] Prophetie, genauso wie das mit der Bibel ist. Ich glaube nur an das Wort Gottes, wenn ich das Wort Gottes lebe. Ich glaube nur an die Prophetie, wenn ich danach lebe, wenn ich ihr völlig ergeben bin und wenn mein ganzes Denken darauf gerichtet ist oder davon geändert wird. Das heißt nicht, dass ich jeder Verschwörungstheorie hinterher renne. Das ist etwas anderes. Wir meinen die Prophetien, die Prophezeiung in der Bibel, im Wort Gottes. Aber es ist auf jeden Fall etwas Aktives. Es ist kein passiver Prozess.
[37:29] Und dann sollen wir darauf schauen, als ein Licht, das im dunklen Ort scheint. Und da haben wir ein paar Bibelstellen dazu. Die erste ist in 1. Mose 1, Vers 4. Ich werde nicht jede einzelne lesen. 1. Mose 1, Vers 4. Dort hat Gott das Licht von der Finsternis geschieden und hat gesagt, das Licht ist gut. Das heißt, wir sehen, das Licht ist etwas Gutes und das Licht kann mitten in der Finsternis leben. Aber es ist geschieden davon. Das Licht kann umringt sein von der Finsternis, aber es ist geschieden. Genauso wie wir mitten in der Welt leben können, aber wir sind nicht von der Welt. Wir sind abgeschieden von der Welt. Und das Licht fängt nicht an, sich damit zu vermengen oder sein paar Partikel zu tauschen. Das Licht ist geschieden von der Finsternis. Johannes 1, Vers 5. Den können wir vielleicht kurz lesen. Das ist irgendwie ein trauriger Vers. "Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht begriffen." Finsternis herrscht im Land der Sünde. In Psalm 107 wird das deutlich. Finsternis herrscht im Land der Sünde oder in Ägyptenland. Und wenn wir herausgerufen werden aus dem Land der Sünde, dann heißt das nicht nur, dass wir aus einem bestimmten Umfeld geholt werden, sondern auch aus einem bestimmten Lebensstil. Das heißt, wenn ich aus dem Land der Sünde herausgerufen werde, aber ich halte mich fest an der Sünde, dann bringt es mir nichts. Genau.
[39:07] Und dann können wir noch lesen, Jesaja 5. Jesaja 5, die Verse 20 bis 22.
[39:41] Ich glaube, diese Einstellung kennen wir ganz gut. Und was hier erstmal deutlich wird, ist, dass es im großen Kampf kein Neutrum gibt. Ich kann, wenn ich mich gegen die Wahrheit entscheide, dann bin ich nicht in der Mitte, sondern ich bin gegen die Wahrheit. Ich bin auf der anderen Seite. Es gibt keine neutrale Stellung. Und eins ist hier sehr wichtig. "Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind." Und das kommt, glaube ich, auch oft. Es ist auch eine Versuchung in der Gemeinde, vor allem, wenn wir viel von der Bibel wissen, dann müssen wir sehr gut aufpassen, dass wir bei der Bibel bleiben. Und nicht viel Bibel und ein bisschen eigene Meinung, sondern wir müssen beim Wort Gottes bleiben. Nur so sind wir auf der sicheren Seite. Und wenn jemand eine neue Idee oder Theorie hat, dann müssen wir diese Person auch fragen, wie das Wort Gottes. Das zeigt das Wort Gottes allein. Wir sehen das heute in der Welt auch ganz gut. Es gibt viele Leute, die die ganze Moral auf den Kopf stellen. Ich denke, es gibt viele gute Menschen, viele Menschen, die das nicht böse meinen. Die sich zum Beispiel für Ehe von Homosexuellen einsetzen. Und ich bin überzeugt davon, dass diese Menschen das nicht böse meinen. Aber dennoch arbeiten sie gegen das, was das Wort Gottes dazu sagt. Sie arbeiten gegen Gott damit, obwohl sie es von Herzen gut meinen. Aber sie vertrauen wegen ihrem eigenen Verstand. Ich bin mir sicher, dass viele davon in Unwissenheit sind. Ich will das nicht verurteilen. Aber einfach nur als Beispiel. Das heißt, wir müssen wirklich aufpassen, auch in der Gemeinde immer beim Wort Gottes zu bleiben. Und die Menschen zu Gott zu führen. Aber in der Wahrheit zu Gott zu führen.
[41:24] Und dann lasst uns noch lesen. Wir lesen Epheser 5 und dort Vers 8. "Denn ihr wart einst Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts." Ich finde den Vers so schön. Wir waren einst Finsternis, jetzt sind wir Licht. Aber manchmal müssen wir noch daran erinnert werden, dass wir auch so wandeln sollen, als seien wir im Licht. Macht das Sinn? Oder dass man sieht, dass wir im Licht sind. Denn wir sind schon im Licht, aber wir sollen so wandeln. Das ist einfach eine Erinnerung.
[42:06] Und ich denke, so müssen wir uns auch daran erinnern. Vielleicht können wir dazu lesen, 2. Petrus 1, Verse 9 bis 11. Man kann daheim auch Verse 5 bis 8 davor lesen, als Kontext. Das ist sicher sinnvoll. Und dann Verse 9 bis 11. Das ist so interessant. "Blind und kurzsichtig." Erinnert uns wieder an eine Laodizea-Botschaft. Und ein Grund dafür ist, dass jemand die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen hat. Und ich denke, es ist sehr wichtig, dass wir Gott danken, dass wir ihn loben. Und ich denke, eine der primären Dinge, eine der ersten Sachen, für die wir ihn loben sollen, ist, wenn wir auf unser Leben zurückschauen und schauen, welche Sünden hat Gott von mir genommen. Und nicht im Sinne wie der Pharisäer, weil der Pharisäer, also das Gleichnis von dem Pharisäer und dem Zöllner, weil der hat auf sich selbst vertraut, aber im Sinne, dass Gott sie von mir genommen hat. Und wenn ich auf mein Leben zurückschaue und manche Sünden sehe, die jetzt nicht mehr in meinem Leben sind, dann denke ich mir, dass es wirklich ein Wunder ist, denn ich weiß nicht, wie ich das hätte tun sollen. Und ich sehe die Macht Gottes, die Kraft Gottes in meinem Leben offenbart. Und wenn ich darauf zurückschaue, dann wird mir auch klar, welche Berufung und Auserwählung wir haben in Vers 10, nämlich die, den Charakter Gottes wiederzuspiegeln. Und wenn wir immer fest darauf bestrebt sind, was würde Jesus machen, was würde Jesus machen, wie ist Gottes Charakter, bin ich gerade so wie Gott? Und immer mich daran prüfe, mich nicht mit anderen Geschwistern oder jemandem anderen prüfe, sondern mich an Gott prüfe und an Gottes Wort, dann werde ich auch keine Angst mehr vor diesem Begriff Sündlosigkeit haben. Denn die Sündlosigkeit, da wird es einem so ein bisschen mulmig, weil plötzlich so ein Druck kommt. Kann man das wirklich schaffen? Die Bibel sagt ja, aber wie funktioniert das? Und ich glaube, es ist ein Geheimnis. Es ist ein Geheimnis, wie das funktioniert. Und es ist Gottes Verdienst, das ist am wichtigsten. Es ist Gott, der das macht, es ist Gott, der die Sünden von uns nimmt. Wir können einfach nur eifrig bestrebt, wir können uns an ihn ranhangeln, wir können eifrig bestrebt sein, diese Berufung und Auserwählung festzumachen, aber es ist schlussendlich Gott, der es tut. Und darum müssen wir auch nicht diesen Druck haben, denn Gott hat es uns versprochen und wir müssen uns einfach nur an sein Wort klammern.
[44:52] Und dann haben wir in Vers 19 von dem Morgenstern gelesen, dass der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in unseren Herzen. Jesus ist der Morgenstern, das lesen wir in Offenbarung 22, Vers 16. Und dass der Morgenstern, steht nicht, dass er in der ganzen Welt aufgeht, sondern in unseren Herzen. Es spricht noch nicht von der Wiederkunft, aber es spricht von einem einfachen Prinzip, das doch praktisch ein bisschen komplizierter ist. Oder ich weiß nicht, ob man es kompliziert sagen kann. Eigentlich ist es einfach, aber irgendwie auch schwer. In Kolosser 1, Vers 27 lesen wir: "Ihnen wollte Gott bekannt machen, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit." Er in uns und wir in ihm. Dieser Morgenstern in unseren Herzen ist nichts anderes als Christus in uns. Und die Folge ist dann Vers 28: "Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen." Wenn Christus vollkommen in mir lebt, dann bin ich auch vollkommen, denn Jesus ist keine Sünde. Also es geht um Übergabe, um diese ganz enge Verbundenheit, wie wir vorhin schon gesehen haben. Und das wird in jedem Aspekt meines Lebens sichtbar sein.
[46:15] Das ist ganz interessant. Ich habe gerade an der Hochschule Unterricht und ich habe einen neuen Lehrer bekommen, ein Klavier. Und da hatte ich zwei Hymnen dabei, weil ich eine Frage zu Begleitmustern hatte. Und dann habe ich eine sehr lange Warnung über das Christentum bekommen, weil eben dieser Dozent keine sehr guten Erfahrungen damit gemacht hat. Und er hat das sehr gut gemeint, was er gesagt hat, und sehr ehrlich und aufrichtig gemeint. Und ich denke, vor Leuten, mit denen er in Verbindung kam, sollte vielleicht auch gewarnt werden. Da gab es einige Missbrauchsfälle. Jedenfalls hatte er eine sehr schlechte Verbindung dazu. Aber er hat einen Satz gesagt und das war: "Das ist Privatsache." Glauben und das alles, Glauben, Religion und so weiter, das ist Privatsache. Das behält man bei sich, das trägt man nicht in die Schule, in die Arbeit, sonst wohin. Und das ist das Gegenteil von dem, was das Wort Gottes sagt. Denn das Wort Gottes sagt in 1. Korinther 10, Vers 31.
[47:32] Lasst uns Verse 31 bis 33 lesen. "Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes. Gebt weder den Juden noch den Griechen, noch der Gemeinde Gottes einen Anstoß, so wie auch ich in allen Stücken allen zu Gefallen lebe und nicht meinen Nutzen suche, sondern den der vielen, damit sie gerettet werden." Das ist ein sehr wichtiges Prinzip. Als allererstes zur Ehre Gottes leben. Egal was ich mache, alles soll zur Ehre Gottes sein. Das heißt, es gibt keine Unterscheidung zwischen meiner Privatsache und meinem öffentlichen Leben. Alles, was ich mache, wenn ich Büros putze oder wenn ich Rechtsanwalt bin oder wenn ich sonst irgendwas bin, alles ist zur Ehre Gottes. Und als zweites kommt nicht nur eine Ehre, sondern als zweites kommt der Mitmensch. Zum Beispiel in Apostelgeschichte 15, ich glaube, es war 15 oder 16, lesen wir von Timotheus, der von Paulus mitgenommen wurde und schrieb, und er nahm ihn und ließ ihn beschneiden um der Juden willen. Aber nur ein, zwei Kapitel vorher, ich glaube ein Kapitel vorher, haben sie entschlossen, dass die Beschneidung nicht mehr notwendig ist. Da ist also eine Sache, ein Ritual, das widerspricht dem Wort Gottes nicht, ist kein Götzendienst oder so, aber um der Juden willen, dass sie keine Vorurteile gegen den Timotheus haben, hat Paulus gesagt, dann lassen wir ihn beschneiden. Und er hat es ihm als Ratschlag gegeben. Ellen White macht es nochmal deutlich, dass der Timotheus sich selbst entscheiden konnte. Und genau so sollten wir als erstes schauen, was verlangt Gott von mir? Und als zweites, was verlangen meine Mitmenschen von mir? Und das kann ich machen, wenn es nicht im Widerspruch zum Wort Gottes steht.
[49:20] Und dann soll ich dieses Licht Gottes weitertragen auf diese Weise. Das heißt nicht, dass ich jeden überrumple, dass ich jeden dort abhole, wo er ist. Wie Paulus sagt, den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche. Und dann lasst uns noch kurz in 2. Petrus schauen, 2. Petrus 1, Verse 20 und 21.
[49:40] "Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist. Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben, haben die heiligen Menschen Gottes geredet." Das heißt nicht, dass man die Bibel nicht studieren kann. Wir haben vorhin gelesen, dass selbst die Propheten nachgeforscht und gesucht haben. Das heißt, es ist okay, die Bibel zu studieren. Aber ich darf nichts in die Bibel hereindeuten, was nicht drin ist. Es gibt so biblische Prinzipien. Ihr kennt das bestimmt in Jesaja 28. In Jesaja 28 war das. Und dort in Vers 13, da machen sich die Juden lustig darüber, dass sie diese ganzen Gesetze, sowie das ABC auswendig lernen sollen und können sollen. Und Jesaja antwortet darauf in Vers 13: "Und so soll auch ihnen das Wort des Herrn werden: Vorschrift auf Vorschrift, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein wenig, damit sie hingehen und rückwärts hinstürzen, zerbrochen und verstrickt und gefangen werden." Und das ist ein wichtiges Prinzip. Jemand kann vielleicht mit einem Bibelvers argumentieren, aber man kann nicht mit der ganzen Bibel argumentieren. Also eine Irrlehre mit der ganzen Bibel aufbauen. Denn wenn man hier ein bisschen und da ein bisschen und alles, das Ganze sieht, dann wird jede Irrlehre zerbrochen. Das heißt, wir brauchen immer die ganze Schrift. Und dazu muss ich die Schrift auch kennen.
[51:28] Jesus hat das auch selbst gemacht in Matthäus 4. In Matthäus 4 in der Wüste, da ist der Teufel zu ihm gekommen und dann hat er zu ihm gesagt, in Vers 5, hier: "Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinnen des Tempels und spricht zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürze dich herab. Denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt." Hier nimmt Satan die Bibel und argumentiert mit der Bibel, aber er versucht Jesus. Und Jesus antwortet mit einer Bibelstelle, die sehr deutlich ist, sagt: "Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: Du sollst den Herrn, dein Gott, nicht versuchen." Und er antwortet aus 5. Mose, aus dem Buch, in dem die ganzen Gesetze stehen. Und ich denke, es ist wichtig, einfach diese Gesetze, ich glaube, am besten wäre es, das auswendig zu kennen, aber wenn das nicht geht, oder man nicht die Zeit dafür hat, dann ist es auf jeden Fall wichtig, sie zu kennen und gelesen zu haben. Und es ist auch interessant, Jesus hätte bestimmt einen schlauen Kommentar dazu aufbringen können, aber er wollte ganz sicher gehen. Und wenn wir ganz sicher gehen wollen, müssen wir beim Wort Gottes bleiben.
[52:56] Und ein anderes wichtiges Prinzip ist auch, was wir in 1. Korinther, in 1. Korinther 12 finden, genau. 1. Korinther 12 und dort in Versen 12 bis 14. "Denn gleich wie der Leib einer ist und auch viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes, aber obwohl es viele sind, als Leib eins sind, so auch der Christus. Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hineingetauft worden. Ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie. Und wir sind alle gedrängt worden zu einem Geist. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele." Und es ist interessant, wir brauchen eine Gemeinde. Die Bibel macht das deutlich. Wir brauchen an vielen Stellen. Wir brauchen eine Gemeinde. Und unsere theologischen Ansichten sollen wir auch in der Gemeinde prüfen. Denn wenn ich allein in meinem Kämmerchen lange, lange, lange, lange, lange etwas studiere, dann kann es sein, dass ich auf irgendwelche Abwege gerate. Und so sollen wir das mit der Gemeinde gemeinsam prüfen. Es steht auch, Jesus hat ja gesagt, er hat nicht gesagt, wo einer zwei andere ausschließt, da bin ich in ihrer Mitte, sondern wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Und so sollen wir zusammenkommen, mit dem Ziel Wahrheit zu finden, mit dem Ziel Gott näher zu kommen. Und ich glaube, der hat weder Richtgeist, noch Überheblichkeit, noch geistlicher Hochmut, irgendwas zu suchen. Sondern in der Bibel steht auch, Jesus sagt, selig sind die geistlich Armen. Das heißt, ich soll immer davon ausgehen, dass mein Bruder vielleicht eine Offenbarung hat oder eine Erkenntnis hat, die ich noch nicht habe. Und wenn ich so meinem Bruder, meiner Schwester begegne, wird es mir sicher leichter fallen, ihr demütig zu begegnen.
[54:44] Das hat aber natürlich auch Grenzen. Ich meine, Babylon versteht sich auch als geistliche Institution und gibt doch sehr schlechte Ratschläge. Der Petrus spricht das dann auch an, in 2. Petrus 2, Vers 1. Dort schreibt er: "Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen. Und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen." Hier ist sehr wichtig zu verstehen, glaube ich, dass diese falschen Lehrer heimlich verderbliche Sekten einführen. Das ist auch so ein Prozess, der sehr schleichend kommt, dass viel Wahrheit mit ein bisschen Irrtum vermischt wird und dass es so Stück für Stück reinkommt. Und ich denke, etwas Wichtiges dabei zu sehen, ist als erstes gut, das Wort Gottes ist die Richtschnur. Aber wenn ich mir bei etwas unsicher bin, dann sollte man sich nie davon überrumpeln lassen, dass jemand gut argumentieren kann, dass jemand einen plattwalzt mit guten, schnellen Argumenten. Und es ist nicht schlimm zu sagen: "Das weiß ich nicht, und das möchte ich selbst studieren. Das weiß ich nicht, und das möchte ich noch mal mit jemandem besprechen, mit jemand anderem. Das möchte ich noch mal darum beten." Es ist gut, wenn wir etwas nicht wissen und uns bewusst sind, dass wir es nicht wissen. Es ist sehr schlecht, wenn wir denken, wir wissen etwas, was wir eigentlich nicht wissen. Und die biblischen Wahrheiten sind immer sehr einfach. Eigentlich kann man es einem Kind erklären. Wir haben zum Beispiel, mein Mann und ich haben Offenbarung 13 Zehnjährigen erklärt, und das funktioniert.
[56:25] Und dann kommen wir zur letzten Stelle in 2. Timotheus 3, Verse 15 bis 17.
[56:38] Das lesen wir: "Und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben oder alle von Gott eingegebene Schrift ist nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei zu jedem guten Werk, völlig ausgerüstet." Es hat diese eine Verheißung aus Jesaja 55, Vers 11, und dort steht, ich paraphrasiere, dass das Wort Gottes nie leer zurückkehrt. Und das stimmt. Aber das Wort Gottes macht immer etwas. Aber das heißt nicht, dass es immer gut ist. Ich erkläre es einfach. Das Wort Gottes verhärtet das Herz oder es erweicht das Herz. Das Wort Gottes erging auch an den Pharao. Aber der Pharao hat sein Herz mehr und mehr verhärtet. Und wenn das Wort Gottes an uns geht, dann brauchen wir wirklich den Heiligen Geist, dass es unser Herz erweicht und verändert und formt zum Charakter Gottes. Nicht, dass wir unser Herz mehr und mehr verhärten. Aber hier wird sehr deutlich, dass die Macht oder diese Kraft, uns zu verändern, in dem Wort Gottes ist. Und Jesus schenkt uns auch diesen Glauben dazu.
[57:59] Genau. Und diese vier Punkte zur Überführung, zur Zurechtweisung, nee, zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung und zur Erziehung. Genau. Zur Überführung. Viele Leute denken, dass sie ganz gute Menschen sind. So, wenn man Leute fragt, sind sie ein guter Mensch? Sagen wir, ja, ich bin schon ganz gut, ich bin ganz nett zu Leuten. Und ich muss als erstes den Charakter Christi erkennen und erkennen, wie er ist, damit ich verstehe, wie schlecht ich eigentlich bin. Dann, was ganz wichtig ist, die Zurechtweisung. Wie wichtig für uns die Zurechtweisung ist. Das hat immer eine schlechte Konnotation bei uns. In der Bibel ist es aber eigentlich sehr positiv. Ich brauche die Zurechtweisung, sonst kann ich nicht wachsen. Und wenn mein Bruder, meine Schwester mich zurechtweist mit etwas und ich diesen Ratschlag einfach nicht einmal bedenke oder irgendwie irgendetwas damit mache, dann gehe ich eigentlich davon aus, dass die andere Person nicht mit Gott verbunden ist. Ich glaube, wir sollten uns auch hier eine gewisse Demut aneignen und jeden Ratschlag, jede Zurechtweisung an der Bibel prüfen und wirklich darum beten, ob das so ist. Und manchmal ist das auch so, dass manche Dinge vielleicht nicht so in unserem Leben sein müssen, aber dass sie dem anderen zum Anstoß sind. Und ich denke, dann kann man sich zurücknehmen, wenn der andere dabei ist. Ihr kennt das Beispiel. Das ist aber nicht so bei Sünden, die in der Bibel ganz klar als Sünde oder als Nein gelistet sind. Wir haben viele Anweisungen, die wir nicht tun, also Dinge, die wir nicht tun sollen. Und wir sollten das nicht tun, einfach weil die Bibel das sagt. Aber ein Beispiel wäre zum Beispiel Vegetarier zu sein. Oder... Ich weiß auch nicht. So Kleinigkeiten. Aber wir haben zum Beispiel ganz klare... Manche Leute, viele Leute wenden das auch auf Schmuck an, obwohl wir ganz klare Prinzipien zu Schmuck in der Bibel haben, wo es klar steht, nein. Genauso wie Beziehungen gehandhabt werden, genauso mit Alkohol haben wir ganz klare Richtlinien in der Bibel, denen wir folgen sollten. Aber bei so Grauzonen. Und bei Grauzonen ist es immer besser, auf der sicheren Seite zu sein.
[1:00:16] Genau. Zur Erziehung, das ist dann der Abschliff. Damit wir zu jedem guten Werk ausgerüstet sind. Und dieses Wort ausgerüstet, das heißt "exartizo". Und das ist die gleiche Wurzel wie das Wort in Matthäus 4, Vers 21. Und da steht nämlich, das ist als Jesus die Jünger beruft. Und da steht: "Und als er von dort weiterging, sahen an einem Schiff sitzen zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus und dessen Bruder Johannes mit ihrem Vater Zebedäus, ihre Netze flicken." Und das ist dieses Wort, dieser Ursprung. Das heißt, wenn Gott uns ausrüstet, dann sind wir ein bisschen wie Netze. Und er muss diese Netze erstmal flicken. Und das ist dann übrigens später auch in Bezug auf die Gemeinde. In Epheser 4, in den Versen 11 und 12, dass er die Gemeinde ausrüstet mit Propheten und Lehrern usw., damit die Gemeinde dann viele Menschen fangen kann, Menschen fischen kann mit diesem Netz ohne Löcher, das von Jesus ausgerüstet wurde.
[1:01:23] Und mit diesem Schluss denke ich, wir sollten uns in Erinnerung rufen, was Gott bereits für uns getan hat, wie er in unserem Leben gewirkt hat, welche Rolle die Gemeinde in unserem Leben spielt und vor allem, wie ich anderen Menschen begegne. Ob das wirklich im Geist Christi ist, das ist ganz wichtig. Und wir sollten uns immer auf diese zwei Säulen stützen: auf die Erfahrung, die ich mit Gott gemacht habe, und auf das Wort Gottes. Und dann lasst uns noch gemeinsam beten und das mit in die Woche nehmen.
[1:01:59] Unser lieber Heiland, ich will dir danken, dass wir jetzt aus deinem Wort lesen konnten, dass wir von dir lernen konnten. Ich möchte dich loben und preisen für deinen Charakter, da du so selbstaufopferungsvoll gegangen bist, da du alles gegeben hast, und wir können so viel von dir lernen. Ich möchte dich um deinen Heiligen Geist bitten, dass du unsere Herzen veränderst, dass wir einander demütig begegnen in der Gemeinde und auch anderen Menschen, dass wir nicht hochmütig sind und dass wir uns selbst nicht für besser halten, sondern dass du uns den Stolz nimmst. Ich möchte dir danken, dass du das tun wirst und bete in deinem Namen. Amen.