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In dieser Cannstatt Study Hour werden die Warnungen aus den Petrusbriefen vor falschen Lehrern und Propheten beleuchtet. Es werden klare Kriterien vorgestellt, anhand derer man wahre von falschen Lehren unterscheiden kann, basierend auf biblischen Texten. Die Lektion erklärt die Merkmale falscher Propheten und die Konsequenzen, die ihr Handeln für die Gemeinde und die Einzelnen hat.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q2: Die Petrusbriefe

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Transkript

[0:00] Herzlich willkommen zu einer weiteren Cannstatt Study Hour. Bevor wir jetzt loslegen, wollen wir, wie wir es gewohnt sind, noch mit einem Gebet beginnen. Lieber Vater im Himmel, ich danke dir dafür, dass wir jetzt wieder gemeinsam in dein Wort schauen dürfen, dein Wort studieren dürfen, ja und hoffentlich auch wieder neue Erkenntnisse mitnehmen dürfen. Ich möchte dich bitten, sei bei uns, segne du uns und öffne uns ihr Herzen. Diese Study Hour dient der Vorbereitung auf die, auf die Sabbatschullektion am kommenden Sabbat über das Thema falsche Lehre.

[0:57] Und zu Beginn wollen wir mal in 2. Petrus die ersten drei Verse lesen. In 2. Petrus, Kapitel 2, die ersten drei Verse. Dort heißt es: „Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch sein werden, falsche Lehrer, die verderbliche Irrlehren einführen und verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat. Sie werden über sich selbst herbeiführen ein schnelles Verderben, und viele werden ihnen folgen in ihren Ausschweifungen, um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und aus Habsucht werden sie euch mit erdichteten Worten zu gewinnen suchen. Das Gericht über sie bereitet sich seit langem vor und ihr Verderben schläft nicht.“

[1:42] Petrus warnt hier eindeutig und eindringlich davor, dass in der Gemeinde falsche Lehrer bzw. falsche Propheten auftreten werden. Und nun ist es natürlich wichtig herauszufinden, wie wir falsche Propheten identifizieren können. Und dafür hat uns die Bibel einige Kriterien genannt, die wir jetzt gemeinsam anschauen wollen.

[2:04] Das Erste finden wir in Jesaja, Kapitel 8, Vers 20. Jesaja 8, Vers 20. Dort steht: „Hin zur Weisung, hin zur Offenbarung! Wenn sie das nicht sagen, so wird ihnen keine Morgenröte erscheinen.“ Das heißt, hier ist der Gedanke, dass alles, was die Propheten von sich geben, alles, was die Lehrer von sich geben, hin zur Bibel führt, hin zur Weisung, hin zur Offenbarung. Wir haben in der Bibel häufig dieses Wort Offenbarung, weil Gott etwas offenbart hat, was die Schreiber der Bibel dann niedergeschrieben haben.

[3:01] Und von daher ist das erste und wichtigste Kriterium: Alle Aussagen von Propheten und von Lehrern sollen einen näher zur Bibel bringen, näher zu Gott, weil die Bibel beschreibt Gottes Charakter.

[3:15] Das nächste Merkmal finden wir in 5. Mose, Kapitel 18, Verse 21 und 22. 5. Mose 18, 21 und 22. Dort heißt es: „Wenn du aber in deinem Herzen sagen würdest: Wie kann ich merken, welches Wort der Herr nicht geredet hat? Wenn der Prophet redet in den Namen des Herrn und es wird nichts daraus und es tritt nicht ein, dann ist das ein Wort, das der Herr nicht geredet hat. Der Prophet hat aus Vermessenheit geredet, darum scheue dich nicht vor ihm.“ Das heißt, ein ganz einfaches und simples Kriterium: Erfüllt sich die Prophezeiung, so ist es ein Prophet Gottes. Halt, Entschuldigung, erfüllt sich das Zeichen nicht, so ist er kein Prophet Gottes. Den Umkehrschluss, den können wir nicht ziehen.

[4:10] Ähnliches lesen wir auch in Jeremia 28, Vers 9. Jeremia 28, Vers 9, dort heißt es: „Wenn aber ein Prophet von Heil weissagt, dass ihn der Herr wahrhaftig gesandt hat, wird man daran erkennen, dass sich sein Wort erfüllen wird.“ Also hier sagt Jeremia, wenn sich das Heil über das Volk Israel hier in diesem Kontext erfüllt, dann sieht man, dass der Hanania, der hier redet, ein wahrer Prophet ist. Wenn aber nicht, so ist sein Umkehrschluss ein falscher.

[4:54] Das nächste Kriterium, das dritte, finden wir in 1. Korinther, Kapitel 14, Verse 3 und 4. Dort heißt es: „Wer aber prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und zur Tröstung. Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst. Wer aber prophetisch redet, der erbaut die Gemeinde.“ Der Gedanke dahinter ist, dass echte Prophezeiungen der Gemeinde dienen, und zwar zur Erbauung, zur Tröstung und zur Ermahnung, mit dem Hintergedanken, dass man wieder sein Leben so verändert, dass man einen Christus-ähnlichen Charakter entwickelt. Also die Bibel für sich wieder als Ganzes annimmt.

[5:51] Das nächste Kriterium, das vierte, finden wir in 1. Johannes, Kapitel 4, die Verse 2, 3 und 15. 1. Johannes 4, Verse 2, 3 und 15. „Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott. Vers 3: Und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt.“ Das heißt, ein Prophet muss, ein wahrer Prophet, muss bekennen, dass Jesus Christus für uns gestorben ist, auf diese Welt gekommen ist und für uns die Erlösung vollzogen hat.

[6:33] Jetzt noch Vers 15, dort heißt es: „Wenn man bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.“ Das heißt, er muss nicht nur bekennen, dass er kam, für uns starb und unsere Schuld am Kreuz, ja, ans Kreuz geheftet hat, sondern er muss auch bekennen, dass er Gottes Sohn war.

[6:56] Das nächste Kriterium finden wir in Matthäus 7, Vers 20. Matthäus 7, Vers 20. Dort steht: „Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Das heißt, ein Prophet sollte gute Frucht bringen, so wie wir es in Galater 5, Verse 22 und 23 beschrieben haben. Und wenn ein Prophet, ein angeblicher Prophet, keine gute Frucht bringt, nämlich die Frucht des Fleisches, wie wir sie ein paar Verse davor lesen, so kann es ein Kriterium sein, dass er eben kein wahrer Prophet ist.

[7:56] Und als letztes Kriterium, das finden wir im selben Kapitel in Matthäus 7, Verse 28 und 29. Dort heißt es: „Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, dass sich das Volk entsetzte über seine Lehre, denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten.“ Also die Botschaft, die ein Prophet hat, muss in Vollmacht vorgetragen werden. Ein Beispiel, das nicht nur Jesus in Vollmacht gepredigt hat, finden wir in Apostelgeschichte, Kapitel 6. Dort geht es um Stephanus. Apostelgeschichte, Kapitel 6. Dort heißt es in Vers 10: „Doch sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, in dem er redete.“ Also in einfachen Worten, er redete in Vollmacht. Und dass er nicht nur predigte, sondern auch ein Prophet war, das können wir im nächsten Kapitel sehen, in Kapitel 7, Vers 56, dort heißt es: „Und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.“ Das heißt, er war auch ein Prophet, er lehrte in Vollmacht. Das heißt, dieses Kriterium hat er erfüllt.

[9:08] So, nun gibt es aber auch heute falsche Propheten, die Zeichen tun und die tatsächlich eintreffen. Das ist nichts Neues, das kennt die Bibel schon. Nämlich im zweiten Buch Mose können wir davon bereits lesen. Zweites Buch Mose, Kapitel 7, Verse 20 bis 23. 2. Mose 7, 20 bis 23. Dort heißt es: „Und die ägyptischen Zauberer taten ebenso mit ihren Künsten. So wurde das Herz des Pharao verstockt und er hörte nicht auf Mose und Aaron, wie der Herr gesagt hatte.“ Und der Prophet wandte sich und ging heim. Und der Pharao wandte sich und ging heim und nahm sich nicht zu Herzen. Kapitel 8, Verse 2 bis 3 haben wir dasselbe Ereignis. „Und Aaron reckte seine Hand aus über die Wasser in Ägypten, und es kamen Frösche herauf, sodass Ägyptenland bedeckt wurde. Dort taten die Zauberer ebenso mit ihren Künsten und ließen Frösche über Ägyptenland kommen.“ So, sie haben Zeichen getan, sie haben Wunder getan, wir könnten das nicht aus uns heraus. Aber waren sie deshalb von Gott? Nein, hier wird eindeutig gesagt, sie waren es nicht.

[10:20] Und in Matthäus 24 erfahren wir, dass es auch in der letzten Zeit viele Zeichen und Wunder geben wird, die getan werden. Matthäus 24, Vers 24: „Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, sodass sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten.“ Das heißt, auch heute ist es wichtig, Propheten nicht nur oder nicht gleich als Propheten zu sehen, bloß weil es sich erfüllt, was sie prophezeien, sondern weil sie alle Kriterien, die wir gerade eben herausgefunden haben, erfüllen.

[11:15] Weil zum Beispiel in 5. Mose, Kapitel 13, Verse 2 bis 5, das haben wir vorhin schon gelesen, 5. Mose 13, 2 bis 5, da geht es eben um falsche Propheten und da geht es auch darum, wenn Zeichen eintreten von falschen Propheten. „Wenn ein Prophet oder Träumer unter euch aufsteht und ihr ein Zeichen oder Wunder ankündigt und das Zeichen oder Wunder trifft ein, von dem er dir gesagt hat, und er spricht: Lass uns anderen Göttern folgen, die ihr nicht kennt, und ihnen dienen. So sollst du nicht gehorchen den Worten eines solchen Propheten oder Träumers, denn der Herr, euer Gott, versucht euch, um zu erfahren, ob ihr ihn von ganzem Herzen, von ganzer Seele liebt. Dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr folgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhangen.“

[12:07] Interessant hier ist: Die Botschaft des Propheten, nachdem das Zeichen eingetroffen ist, lautet: „Lasst uns anderen Göttern dienen.“ Somit haben sie das erste Kriterium von dem, was wir vorhin herausgefunden haben, verletzt, nämlich hin zur Weisung, hin zur Offenbarung. Sie predigen eine andere Botschaft, als wir sie hier in der Bibel haben.

[12:27] Wir wollen jetzt ein paar Geschichten aus der Bibel anschauen, wo es falsche Propheten gab und auch anschauen, wie Gott damals mit ihnen umgegangen ist. Die erste lesen wir in Jeremia Kapitel 29, Verse 21 bis 23. Jeremia 29, 21 bis 23.

[13:04] „So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels, von Ahab, dem Sohn Kolajas, und von Zidkia, dem Sohn Masias, die euch Lügen beisahen in meinem Namen: Siehe, ich will sie geben in die Hände Nebukadnezzars, des Königs von Babel. Der soll sie totschlagen lassen vor euren Augen, sodass man ihren Namen zum Fluchwort machen wird. Und unter allen Weggeführten aus Juda, die in Babel sind, wird man sagen: Der Herr tue an dir wie an Zidkia und Ahab, die der König von Babel im Feuer rösten ließ, weil sie eine Schandtat in Israel begingen und Ehebruch trieben mit den Frauen ihrer Nächsten und in meinem Namen Lüge predigten, was ich ihnen nicht befohlen hatte. Solches weiß ich und bezeuge es, spricht der Herr.“

[13:52] Das heißt, hier haben zwei Männer angeblich im Namen Gottes prophezeit und haben sich so Propheten genannt, aber haben dieses Vorrecht oder diese Berufung als Prophet missbraucht, um Ehebruch zu begehen. Hier können wir wieder ausschließen, dass sie wahre Propheten sind, weil sie nämlich das Kriterium mit den Früchten ja nicht erfüllt haben. Weil wenn wir in Galater Kapitel 5 schauen, Galater Kapitel 5, das sind die Früchte des Fleisches, ab Vers 19: „Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht und Unreinheit, Ausschweifung.“ Und was wir gerade eben gelesen haben, ist nichts anderes als Unzucht. Sie haben Ehebruch begangen und Gott konnte das nicht dulden. In seinem Namen wurden hier Sünden begangen, die dem ganzen Volk offenbar waren. Und deshalb musste Gott eingreifen und deshalb hat er auch so ein hartes Urteil gesprochen.

[14:59] Die nächste Begegnung findet sich auch in Jeremia, gerade ein Kapitel vorher, Kapitel 28, nämlich zwischen dem Jeremia und dem Hanania, wie ich vorhin schon erwähnt habe. Und ich werde jetzt mal die ersten Verse lesen. „Im selben Jahr, im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Königs von Juda, im fünften Monat des vierten Jahres, sprach Hananias, der Sohn Assurs, ein Prophet von Gibeon, zu mir im Hause des Herrn, in Gegenwart der Priester und des ganzen Volkes: So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Ich habe das Joch des Königs von Babel gebrochen. Und ehe zwei Jahre um sind, will ich alle Geräte des Hauses des Herrn, die Nebukadnezar, der König von Babel, von diesem Ort weggenommen und nach Babel geführt hat, wieder an diesen Ort bringen. Auch Jojachin, den Sohn Jojakims, den König von Juda, samt allen Weggeführten aus Juda, die nach Babel gekommen sind, will ich wieder an diesen Ort bringen, spricht der Herr, denn ich will das Joch des Königs von Babel zerbrechen.“

[16:00] Da sprach der Prophet Jeremia zu dem Propheten Hananias in Gegenwart der Priester und des ganzen Volkes, die im Hause des Herrn standen, und sagte: „Amen. Der Herr, tue so. Der Herr, bestätige dein Wort, das du geweissagt hast, dass er die Geräte aus dem Haus des Herrn von Babel wiederbringe an diesen Ort und alle Weggeführten.“ Doch höre dies Wort, das ich vor deinen Ohren rede, vor den Ohren des ganzen Volkes: „Die Propheten, die vor mir und vor dir gewesen sind, von Alters her, die haben gegen viele Länder und große Königreiche geweissagt vom Krieg, von Unheil und Pest. Wenn aber ein Prophet von Heil weissagt, ob ihn der Herr wahrhaftig gesandt hat, wird man daran erkennen, dass sein Wort erfüllt wird.“

[16:40] Dann nahm der Prophet Hananias das Joch vom Nacken des Propheten Jeremia und zerbrach es. Und Hananias sprach in Gegenwart des ganzen Volkes: „So spricht der Herr: Ebenso will ich zerbrechen das Joch Nebukadnezars, des Königs von Babel, ehe zwei Jahre um sind und es vom Nacken aller Völker nehmen.“ Der Prophet Jeremia ging seines Weges. Hananias hat hier etwas prophezeit, was natürlich für alle schön war, nämlich die Gefangenschaft ist bald vorbei. Aber wie der Jeremia gesagt hat, die Propheten haben von Alters her häufig Krieg, Unheil und Pest geweisssagt, also Ermahnung geweisssagt. Und hier kommt jetzt jemand, der Heil weissagt. Und deshalb spricht der Jeremia, man erkenne dich daran, ob dieses Heil eintrifft oder nicht.

[17:42] Und interessant ist auch, wie die beiden Männer reagieren. Der Herr Hananias ist impulsiv, er geht auf den Jeremia zu, nimmt das Joch von seinem Nacken und zerbricht es. Der Jeremia hingegen ist gelassen und geht einfach. Er sucht keine Konfrontation, er sucht keinen Streit, er ist demütig.

[18:11] Ja, und interessant ist auch noch das Ende von Hananias in den Versen 16 und 17. Jeremia wird noch einmal zu Hananias geschickt vom Gott und er muss ihm prophezeien: „Siehe, ich will dich vom Erdboden nehmen; dies Jahr sollst du sterben, denn du hast sie mit deiner Rede vom Herrn abgewendet.“ Der Prophet Hananias starb im selben Jahr, im siebten Monat. Ein trauriges Ende, aber Gott ist konsequent. In seinem Namen lässt er nicht mit sich spaßen.

[18:48] Als letztes wollen wir noch kurz eine Geschichte in 1. Könige anschauen. 1. Könige Kapitel 22. Hier geht es um Ahab und Joschafat, die darüber beraten, ob sie gemeinsam in den Krieg ziehen sollen. Und es gibt 400 Propheten, die alle diesen beiden Königen sagen: „Ja, geh hin, der Herr ist mit dir.“ Doch interessanterweise fragt in Vers 7 Joschafat: „Ist hier kein Prophet des Herrn mehr, dass wir durch ihn den Herrn befragen?“ Er hat anscheinend gemerkt, dass diese Propheten keine Propheten des Herrn sind, entweder an der Art und Weise, wie sie sich verhalten haben, oder aber an ihrer Botschaft.

[19:27] Und nun kommt Micha, und Micha prophezeit, dass sie wie die Schafe weglaufen, zerstreut wie eine Herde von Schafen wird das Heer sein. Und genauso ist es auch gekommen. Aber Ahab hat ihm nicht glauben wollen, und deshalb wurde Micha eingekerkert und ein falscher Prophet hat ihn sogar auf die Backe geschlagen. Hier sieht man auch wieder den Charakter zwischen einem wahren Propheten und einem falschen Propheten. Falsche Propheten fühlen sich persönlich angegriffen. Ein wahrer Prophet hingegen weiß, dass die Botschaft, die er predigt, nicht seine Botschaft ist, sondern Gottes Botschaft und deshalb alles, was gegen ihn ausgesagt wird, geschleudert wird, kein persönlicher Angriff an ihn ist, sondern an den Herrn.

[20:15] Also, wir fassen zusammen: Ein Prophet Gottes verkündigt das Wort des Herrn, auch wenn es nicht angenehm ist. Er fühlt sich nicht persönlich angegriffen, sondern er weiß, dass Gott angegriffen ist. Er predigt mit Vollmacht, und Zuhörer sind sich der Ursprung der Botschaft bewusst. Und falsche Propheten verkündigen häufig die Botschaft, die das Volk hören möchte. Paulus schreibt es auch in 2. Timotheus 4, Verse 3-4: „Sie suchen sich Lehrer, nach denen ihnen die Ohren jucken.“

[20:52] Jetzt lasst uns noch mal gemeinsam in die Petrusbriefe schauen und die ersten drei Verse, die wir vorhin gelesen haben, noch mal kurz zusammenfassen. Wir haben gelesen, dass die falschen Lehrer Irrlehren einführen. Sie tun den Schöpfer und Erlöser verleugnen. Sie leben ausschweifend und viele folgen ihnen, und dadurch wird der Weg der Wahrheit verlästert. Habsucht und Begierde ist die Motivation. Sie streben nach Macht. Die Elberfelder übersetzt auch in Vers 3: „Sie kaufen.“ Das heißt, die Menschen sind hier im Prinzip eine Ware. Es geht nicht um den Menschen an sich, sondern es geht um Macht. Doch Gott verspricht, dass er jeden Tag und jedes Wort gerecht richten wird. Und über die falschen Lehrer können wir noch mehr in den Versen 10 bis 19 lesen, und das wollen wir jetzt auch tun.

[21:58] Verse 10 bis 19 in 2. Petrus, Kapitel 2. „Am meisten aber die, die nach dem Fleischleben in unreiner Begierde um jede Herrschaft verachten. Frech und eigensinnig schrecken sie nicht davor zurück, himmlische Mächte zu lästern, wodurch die Engel, die größere Stärke und Macht haben, kein Verdammungsurteil gegen sie vor dem Herrn bringen. Aber sie sind wie die unvernünftigen Tiere, die von Natur dazu geboren sind, dass sie gefangen und geschlachtet werden. Sie lästern das, wovon sie nichts verstehen, und werden auch in ihrem verdorbenen Wesen umkommen und den Lohn der Ungerechtigkeit davontragen. Sie halten es für eine Lust, am hellen Tag zu schlemmen. Sie sind Schandflecken, schwelgen in ihren Betrügereien, wenn sie mit euch prassen, haben Augen voll Ehebruch, nimmer satt der Sünde, locken an sich leichtfertige Menschen, haben ein Herz, getrieben von Habsucht, verfluchte Leute. Sie verlassen den richtigen Weg und gehen in die Irre und folgen dem Weg Bileams, des Sohnes Beors, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, empfingen aber eine Strafe für seine Übertretung, dass stumme Lasttiere redeten mit Menschenstimme und wertlose Torheit des Propheten. Das sind Brunnen ohne Wasser und Wolken vom Wirbelwind umhergetrieben. Ehelos ist die dunkelste Finsternis, denn sie reden stolze Worte, hinter denen nichts ist, und reizen durch Unzucht zur fleischlichen Lust diejenige, die kaum entronnen waren denen, die im Irrtum ihr Leben führen, versprechen ihnen Freiheit, obwohl sie selbst Knechte des Verderbens sind. Denn von wem jemand überwunden ist, dessen Knecht ist er geworden.“

[23:30] Also, wir wollen jetzt die Aspekte, die wir hier über sie lernen, herausgreifen und schauen, auch was das für uns bedeutet. Als erstes: Sie verachten jede Herrschaft. Sie sind nicht bereit, sich Autoritäten unterzuordnen. Als nächstes: Sie lästern und verachten Gott und die Engel. Die Bibel sagt uns, dass Lästerung, Gotteslästerung, in Markus 2, Vers 7, dass es Sündenvergebung ist. Wenn ich also behaupte, ich kann Sünden vergeben, lästere ich Gott. In Matthäus 26, die Verse 63 bis 65, da geht es um die Verurteilung Jesu. Jesus sagt: „Ich bin das. Ich bin der Sohn Gottes.“ Er hat sich deshalb Gott gleichgestellt und auch das bezeichnet die Bibel als Gotteslästerung. Also, wenn ein Prophet eine Botschaft von sich aus gibt, behauptet er, er ist Gott und lästert somit Gott. Die Engel im Vergleich waren kein einziges kritisierendes Wort vor den Herrn zu bringen.

[24:36] Als nächstes vergleicht Petrus falsche Propheten mit Tieren. Was ist der Unterschied zwischen Tieren und Menschen? Tiere haben keinen Verstand. Tiere leben nach Trieben. Sie bekommen Reize mit, entscheiden anhand dieser Reize und handeln. Das heißt, sie sind triebgesteuert und denken nicht überlegt. Sie denken nicht über Handlungen nach und sie erwarten keine Konsequenzen. Sie erwarten auch kein kommendes Gericht, das alle Taten richten wird.

[25:10] Die Bibel sagt, sie werden den Lohn der Ungerechtigkeit davontragen. Was ist der Lohn der Ungerechtigkeit? Der Lohn der Ungerechtigkeit ist das, was sie gesät haben. So wie sie Menschen behandeln, werden Menschen sie behandeln. Und sie werden die Folgen ihrer Sünde tragen. Und das ist ein Lohn, den wir alle auf dieser Welt zu tragen haben. Alle unsere Sünden haben Auswirkungen auf uns, die wir zum Teil eine kurze Zeit, zum Teil aber ein Leben lang tragen müssen.

[25:51] Sie suchen Vergnügen und zwar sinnliche Vergnügen. Im Gleichnis vom Sämann in Lukas Kapitel 8, in der Deutung in Vers 14, heißt es, das werden sie als unter den Dornen beschrieben. Lass uns das kurz lesen. Lukas Kapitel 8, Vers 14. Lukas Kapitel 8, Vers 14: „Was aber unter die Dornen fällt, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht.“ Sie ersticken vor lauter Freuden des Lebens. Thesalonicer 3, Vers 3 geht auch darauf ein, dass sie Gelüsten folgen und Begierden nähren und daraus folgen die Eigenschaften Bosheit, Neid und Hass. Verser 4, Vers 19 geht auch noch weiter und zielt auf diesen Punkt ab, dass Habsucht aus der Ernährung dieser Eigenschaften kommt. Jakobus 4, Vers 4 ist deutlich. Dort heißt es: „Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft mit Gott.“ Und hier heißt es, sie schwelgen in diesen Vergnügen.

[27:10] Interessant ist, es heißt, Vers 13: „Sie schwelgen in ihren Betrügereien, wenn sie mit euch prassen.“ Das heißt, sie sind inmitten der Gläubigen und sie nutzen die Gläubigen und die Gemeinde für ihre Sache aus. Sie haben Augen voll Ehebruch. In Matthäus 5, Verse 27 und 28, vergleicht Jesus die Gebote aus dem Alten Testament und tut sie in ein praktisches Licht rücken. Er sagt dort, dass wenn ich jemand anschaue und begehre, ich bereits mit ihm die Ehe gebrochen habe. Das heißt auch hier, wenn ich die Augen voll Ehebruch habe, habe ich im Prinzip die Ehe mit Personen bereits gebrochen. Und interessant ist, ich habe auch das zehnte Gebot gebrochen, nämlich die Begierde. Und ich nähre sie. Das heißt, ich denke nämlich nur noch an Ehebruch.

[28:14] Einen interessanten Punkt finde ich auch, dass sie nimmer satt der Sünde sind. Wenn man nicht satt ist, dann hat man Hunger. Und wer von uns kennt es nicht, heiß Hunger zu haben? Man kann nicht genug bekommen, man braucht immer mehr. Es schmeckt so gut, man freut sich schon auf die nächste Mahlzeit. Und wenn wir das jetzt in unseren Alltag ziehen, würde man noch sagen, dass es im Prinzip eine Droge ist. Sünde ist eine Droge. Man möchte immer mehr, man möchte immer mehr davon haben. Und deshalb ist es so ein teuflisches Ding, was man echt loslassen muss.

[29:08] Diese falschen Lehrer, sie locken unbefestigte Seelen, die noch nicht fest im Glauben sind. Unbefestigt. Unbefestigt heißt, sie sind noch nicht verwurzelt, verankert in der Wahrheit. Sie sind noch obendrauf. Und genau zu diesem Zeitpunkt wird ihnen schon wieder ein anderes Gedankengut gegeben als die Wahrheit.

[29:23] Wir gehen später noch auf diesen Punkt ein. Ihr Herz ist voll Habsucht. Es geht ihnen nicht um Menschen. Es geht ihnen nicht um das Beste von Menschen. Es geht ihnen nur um das Beste für sich. Und sie schauen nur nach persönlichem Gewinn. Persönlicher Gewinn kann Macht, kann Reichtum, kann Einfluss sein. Und genau darum geht es diesen falschen Lehrern. Es geht ihnen nicht darum, dass Gott an erster Stelle steht, sondern dass sie an erster Stelle stehen. Und solche Menschen nennt Gott verflucht.

[30:02] Sie verlassen den richtigen Weg. Wenn ich den richtigen Weg verlasse, war ich vorher auf ihm. Das heißt, diese falschen Propheten waren auf dem richtigen Weg, aber sie haben für sich einen besseren Weg entdeckt und denken, dass dieser Weg am Ende einen reicheren Lohn bringen wird. Aber am Ende aller Zeiten werden wir sehen, dass es nur einen besten Weg gibt, und der hat das jüdische Jerusalem zum Ziel.

[30:33] Sie gehen in die Irre wie Bileam. Er liebte die Ungerechtigkeit. Bileam war ein Prophet Gottes, so beschreibt ihn die Bibel. Aber wir lernen ihn kennen als jemanden, der habsüchtig ist. Er wünscht sich dieses Geld zu bekommen, was ihm der König Balak anbietet, wenn er kommt und das Volk Israel versucht. Und aus diesem Grund bittet er Gott, dass er doch mitgehen darf mit diesen Gesandten zum König Balak. Und Gott lässt es zu. Wir können die Geschichte in 4. Mose 22 lesen. Ich möchte kurz auf einige Punkte aus, die Sie in den Versen 21 bis 35 wiederfinden.

[31:24] Die Eselin hat, er ist dreimal vom Weg abgewichen, auf dem der Bileam gehen wollte. Jedes Mal hat er die Eselin geschlagen. Jedes Mal wurde er zorniger. Beim letzten Mal hat die Eselin angefangen mit ihm zu reden. Und dann wurde er sorgsamer, dass er sie umbringen wollte.

[31:46] Eine Frage: Kann es uns ähnlich gehen, dass wir von einem Ziel so verblendet sind, dass wir Ratschläge von jahrelangen Freunden als Angriff auf uns werden und sogar bereit werden, den Kontakt abzubrechen? Die Eselin hat den Bileam gefragt: „Bin ich nicht die Eselin, auf der du jahrelang geritten bist?“ Noch eine Frage: Kann es sein, dass uns ein Ziel so verblendet, dass wir vergessen, jeden Schritt unter den Segen Gottes zu stellen?

[32:24] Ich möchte noch mal kurz die Geschichte ein bisschen hier erklären. Jedes Mal, wo die Eselin vom Weg abgewichen war, stand der Engel Gottes mit einem Schwert da und wollte den Bileam töten. Und die Eselin hat ihn dreimal davor gerettet. Und die Frage hier ist: Warum wollte er ihn töten? Weil er einen Weg eingeschlagen hatte, den Gott nicht gutheißen konnte. Deshalb hier die Frage: Kann es sein, dass uns ein Ziel so verblendet, dass wir vergessen, jeden Schritt unter den Segen Gottes zu stellen?

[32:57] Kommen wir wieder zurück zu den Eigenschaften falscher Propheten. Wir lesen weiter, dass sie Brunnen ohne Wasser sind. Sie geben vor, voll lebendigen Wassers zu sein. Jesus hat von sich gesagt: „Ich kann lebendiges Wasser geben“ bei der Frau am Jakobsbrunnen. Aber wenn man zu ihnen kommt, zu diesen falschen Propheten, die behaupten, voll Wassers zu sein, also als geistlich Durstiger zu ihnen kommt, muss man merken, sie haben kein Wasser, sie sind vertrocknet. Sie sind Brunnen ohne Wasser.

[33:34] Als nächstes wird dieses Bild gezeichnet von Wolken, die nebenher getrieben werden, wie einem Wind. Die falschen Lehrer behaupten, Licht zu bringen, aber jeder von uns kennt es: Wenn zwischen der Sonne und mir eine Wolke ist, ist es nicht mehr hell. Es wird dunkel. Es ist wie ein Nebel. Nebel sind nichts anderes als Wolken, und der Nebel verhindert, dass man das Ziel stets vor Augen hat. Das heißt, diese Menschen, diese Lehrer bringen einen dazu, dass man nicht mehr weiß, in welche Richtung gehe ich denn eigentlich? Wo ist denn das Ziel? Wo muss ich mich darauf ausrichten? Ich bin so verwirrt, dass ich verloren fühle.

[34:09] Und interessant ist, er wird umhergetrieben. Das heißt, der Nebel wird je nach Eindruck oder Leidenschaft des Lehrers hin- und hergetrieben. Je nachdem, was der Lehrer meint, entdeckt zu haben, meint, das Richtige zu sein, wird er umhergetrieben. Also er ist nicht gleichbleibend. Das Einzige Gleichbleibende im Universum ist Gott. Und das steht in der Bibel. Wenn wir uns danach richten, wenn wir immer wissen, wo das richtige Ziel ist, auf das wir hinstreben.

[34:39] Jesaja 44, Vers 22, da wird der Nebel mit der Sünde verglichen, die zwischen Gott und den Menschen steht. Epheser 4, Vers 17, werden die Gottlosen mit einem verfinsterten Verstand beschrieben. Sie entfremdet dem Leben, was von Gott ist.

[34:59] Als nächstes reden diese Propheten stolze Worte, hinter denen nichts ist. Paulus warnt uns in Epheser 4, Vers 17, davor, in der Nichtigkeit des Sinnes zu leben. Lass uns das kurz lesen. Epheser 4, Vers 17.

[35:37] Epheser 4, Vers 17: „So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, dass ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes.“ Damals ist die Philosophie berühmt und bekannt gewesen. In der Philosophie hat man sehr viel gedacht und daraus Schlüsse gezogen. Und hier warnt der Paulus davor, sich der Nichtigkeit des Sinnes zu bemächtigen, sondern anstelle dessen stets das Wort Gottes hochzuhalten und nicht sich selber in den Vordergrund zu stellen, in den Mittelpunkt seine eigene Meinung zu postulieren und darüber stolz zu werden.

[36:14] Die falschen Propheten reizen durch Unzucht zur fleischlichen Lust. Im selben Brief in Kapitel 1 bezeichnet Petrus die Leser als Entronnene der fleischlichen Begierde der Welt. Und nun warnt er im Prinzip die Entronnenen davor, verführt zu werden. Interessantes Spiel: Man ist im Irrtum, also der Welt entronnen, kommt in die Gemeinde, und das Nächste, wovor man gewarnt wird, ist, in der Gemeinde verführt zu werden. Das heißt, bloß weil man jetzt in eine Gemeinde geht oder in die Gemeinde kommt, ist man noch nicht gleich auf sicherem Boden, sondern auch in der Gemeinde kann man verführt werden. Das heißt, dass Frischbekehrte auch hier gefährdet sind, verführt zu werden, weil sie noch nicht diese festen Wurzeln in der Wahrheit gegründet sind. Und deshalb ist es auch so wichtig, sich Neubekehrten anzunehmen und sie in der Bibel anzuleiten, wie es Jesus uns aufgetragen hat, Matthäus 28.

[37:13] Petrus nennt diese falschen Lehrer Knechte des Verderbens. Johannes 8, Verse 31 bis 36 beschreibt ein bisschen, wer ein Knecht ist und wann man ein Knecht ist. Johannes 8, Verse 31 bis 36, lasst uns das kurz lesen. Dort heißt es: „Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ Da antworteten sie ihm: „Wir sind Abrahams Kinder und sind niemals jemandem Knecht gewesen. Wie sprichst du dann: Wir sollen frei werden?“ Jesus antwortete ihnen und sprach: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus, der Sohn bleibt ewig. Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“

[38:06] Das heißt, ein Knecht ist, wer überwunden wurde. Frei ist, wer überwunden hat. Und wie wir gerade eben in Vers 36 gelesen hat, Jesus Christus möchte uns befreien und er gibt uns die Möglichkeit, durch ihn zu überwindern zu werden.

[38:26] Also, jetzt fassen wir kurz zusammen über die falschen Propheten. Hier geht nämlich auch ein Aufruf an uns. Wir sollten uns Autoritäten unterordnen. Wir sollen überlegt handeln, nicht wie Tiere triebgesteuert. Wir sollen erhebende Freuden suchen, keine Verderbungen. Wir sollen Freuden genießen, aber nicht darin schwelgen. Wir sollen mit Jesu Hilfe unsere Begierden überwinden. Wir wollen andere ermutigen, ihren Lebenswandel an der Bibel auszurichten und nicht an unserem Lebensstil oder dem Lebensstil anderer. Wir wollen andere höher achten als uns selbst. Wir wollen stets das Ziel im Auge haben und die Augen anderer darauf richten. Wir wollen andere dazu ermutigen, nach lebendigem Wasser in der Bibel zu suchen und nicht nach vertrockneten Brunnen bei Menschen. Wir wollen durch unseren Lebensstil andere dazu ermutigen, Christus in ihr Leben zu lassen.

[39:34] Zuletzt wollen wir uns noch Petrus' Warnungen vor dem Abkehren von der Wahrheit anschauen und einen Blick auf das kommende Gericht werfen und dann diese Betrachtung beenden. Lasst uns dazu noch die Verse 20 bis 22 im zweiten Petrus Kapitel 2 lesen. Dort heißt es: „Denn wenn sie durch die Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus entflohen sind dem Unrat der Welt, werden aber wiederum in diesen verstrickt und von ihm überwunden, dann ist es mit ihnen am Ende ärger geworden als vorher. Denn es wäre besser für sie gewesen, dass sie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten, als dass sie ihn kennen und sich abkehren von dem heiligen Gebot, das ihnen gegeben ist. An ihnen hat sich erwiesen die Wahrheit des Sprichwortes: Der Hund frisst wieder, was er gespieen hat, und die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Dreck.“

[40:19] Entflohen und wieder gefangen. Es ist schlimmer, einmal befreit zu werden und anschließend wieder in Gefangenschaft zu kommen, als niemals befreit worden zu sein. Die Bibel ist da ganz deutlich. In Matthäus 12, Vers 45 wird es in einem Bild illustriert. Dort heißt es, 43 bis 45: „Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchstreift er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht. Dann spricht er: Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus dem ich fortgegangen bin. Wenn er kommt, so findet er es leer, gekehrt und geschmückt. Dann geht er hin und nimmt mit sich sieben andere Geister, die sind, die böser sind als er selbst. Wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin, und es wird mit diesen Menschen hernach ärger, als es vorher war. So wird es auch diesem bösen Geschlecht gehen.“

[41:29] Ein weiteres anschauliches Beispiel, eine Geschichte, findet sich auch in der Apostelgeschichte 19, Verse 13 bis 17. Apostelgeschichte 19, 13 bis 17. Da heißt es: „Es unterstanden sich aber einige von den Juden, die als Beschwörer umherzogen, den Namen des Herrn Jesus zu nennen, über denen die bösen Geister hatten, und sprachen: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt. Es waren aber sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters mit Namen Scevas, die dies taten. Der böse Geist antwortete und sprach zu ihnen: Jesus kenne ich wohl, von Paulus weiß ich wohl, aber wer seid ihr? Ein Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, dass sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen.“

[42:25] Das heißt, es ist wirklich wichtig, frei zu sein und wenn man frei ist, dafür zu sorgen, frei zu bleiben, und das geht nur, wenn Jesus Besitz von einem einnimmt. Wie wir es vorhin gelesen haben in Johannes 8, Vers 36: „Wen der Sohn frei macht, den macht er wirklich frei.“ Aber er möchte auch, dass wir frei bleiben.

[43:01] Ich möchte jetzt noch mal auf den Gedanken des bewussten Sündigens eingehen. In einem Punkt, von dem ich eigentlich weiß, dass es Sünde ist, da ist die Bibel nämlich auch deutlich. In Hebräer 10, Verse 26 bis 29, können wir dazu etwas lesen. Hebräer 10, 26 bis 29: „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir hinfort kein anderes Opfer mehr für die Sünden, sondern nichts als ein schreckliches Warten auf das Gericht und das gierige Feuer, das sie Widersacher verzehren wird. Wenn jemand das Gesetz des Mose bricht, muss er sterben, ohne Erbarmen, auf zwei oder drei Zeugen hin. Eine wie viel härtere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes für unrein hält, durch das er doch geheiligt wurde, den Geist der Gnade schmert.“

[44:00] Im Zusammenhang mit Hesekiel 33, Vers 11, lasst uns den kurz lesen. Hesekiel 33, Vers 11: „So sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, ich habe kein Gefallen am Tod des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Weg und lebe. So kehrt nun um von euren bösen Wegen! Warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel?“ Der Zusammenhang zeigt, dass man schuldiger geworden ist am Blut Christi, wenn man nach seiner Bekehrung bewusst sündigt, aber man kann trotzdem noch gerettet werden. Gottes Wunsch ist es, dass wir gerettet werden, und er läuft uns nach, er lässt uns nicht gleich fallen.

[44:48] Ich möchte jetzt noch kurz auf diesen Gedanken des Gerichts ausgehen, den wir in den ersten Versen im zweiten Petrus finden, Verse 4 bis 9. Dort heißt es: „Denn Gott hat selbst die Engel, die gesündigt haben, nicht verschont, sondern hat sie mit Ketten der Finsternis in die Hölle gestoßen und übergeben, damit sie für das Gericht festgehalten werden. Hat die frühere Welt nicht verschont, sondern bewahrt allein Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, mit sieben anderen, als er die Sintflut über die Welt der Gottlosen brachte. Und hat die Stadt Sodom, die Städte Sodom und Gomorra zu Schutt und Asche gemacht und zum Untergang verurteilt und damit ein Beispiel gesetzt den Gottlosen, die hernach kommen würden. Und hat den gerechten Lot errettet, dem die schändlichen Leute viel Leid antaten mit ihrem ausschweifenden Leben. Denn der Gerechte, der unter ihnen wohnt, musste alles mit Ansehen und Anhören und seine gerechte Seele von Tag zu Tag quälen lassen durch ihre bösen Werke. Der Herr weiß die Frommen aus der Versuchung zu erretten, die Ungerechten aber festzuhalten für den Tag des Gerichts, um sie zu strafen.“

[45:55] Das heißt, Gott spricht von einem kommenden Gericht, und Petrus verweist auf bereits geschehene Gerichte. Wie wir aber in der Geschichte von Lot sehen können, 1. Mose 19 ist die beschrieben, rettet Gott die Gerechten. Aber Lot wurde gerettet wie durchs Feuer hindurch. Diesen Gedanken können wir auch im 1. Korinther Kapitel 3 sehen. Je nachdem, worauf wir unseren Glauben aufgebaut haben, kann es sein, dass manche Ereignisse, ja, dass es manche Ereignisse gibt, die alles einstürzen lassen. Dass wir nichts mehr haben, außer unseren Glauben, und dieser Glaube uns trägt.

[46:38] Ich möchte jetzt noch mal das Kapitel 2 zusammenfassen, was wir jetzt studiert haben. Ja, in dem Petrus eigentlich davor warnt, falschen Lehrern zum Opfer zu fallen. Er möchte uns warnen, als Bekehrte wieder von Gott abzufallen. Er möchte uns warnen, das Ziel aus den Augen zu verlieren. Er möchte uns warnen, die geschehenen Gerichte vor Augen, er möchte uns die geschehenen Gerichte vor Augen halten und uns davor warnen, beim letzten Gericht unvorbereitet zu sein.

[47:08] Lass uns noch zum Abschluss ein Gebet sprechen. Lieber Vater im Himmel, wir haben jetzt viel studiert über falsche Propheten, ja auch über das kommende Endgericht. Und ich möchte dich einfach bitten, lieber Herr Jesus, sei bei uns. Hilf uns, dass wir unsere Augen stets auf das Ziel gerichtet halten, das himmlische Jerusalem, wo du mit uns einmal wohnen möchtest. Bitte hilf uns, dass wir deine Wahrheit so gut kennen, dass wir falsche Lehrer identifizieren können. Und bitte hilf uns, dass wir so voll mit dir werden, dass keine Sünde mehr Platz darin hat und dass wir nicht wieder zurückkehren zu dem, was wir ausgespien haben, wie es der Petrus beschreibt. Bitte sei du bei uns und hilf uns, dass wir frohen Gewissens in das endgültige Gericht gehen können, weil wir wissen, dass du als Fürsprecher für uns einsprechen wirst. Und bitte sei du von jetzt an jeden Tag bei uns, begleite uns, steh du an unserer Seite. Amen.


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