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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2017 2nd Nr 4

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird Christopher Kramp die gesellschaftlichen Beziehungen aus der Perspektive der Petrusbriefe beleuchten. Er erklärt, wie Christen als Fremdlinge und Gäste in dieser Welt leben sollen, indem sie fleischliche Begierden meiden und einen guten Wandel führen. Die Bedeutung der Unterordnung unter staatliche und menschliche Ordnungen wird ebenso thematisiert wie die Rolle des Christen als Vorbild in der Gesellschaft. Abschließend wird die Bedeutung von Demut, innerem Schmuck und gegenseitiger Achtung im christlichen Leben hervorgehoben.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q2: Die Petrusbriefe

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Zur vierten Folge unseres Studiums über die beiden Petrusbriefe. Und das Thema heute ist ein äußerst aktuelles und sehr interessantes. Ein Thema, über das man vielleicht weniger Predigten hört in den Gemeinden, aber das immer brisanter wird in einer Welt, die sich doch zunehmend wieder politisiert. Wir wollen sprechen über gesellschaftliche Beziehungen. Der Christ in der Gesellschaft. Welche Rolle nimmt er ein? Und wie stellt er sich zu den Mitmenschen, den Institutionen dieser Gesellschaft? Da wird es um viele geistliche Prinzipien gehen. Und bevor wir mit dem Studium beginnen, das uns vorbereiten soll auf das Bibelgespräch am 22. April, wollen wir mit einem Gebet starten.

[1:21] Lieber Vater im Himmel, wir kommen jetzt zu dir in dem Bewusstsein, dass nur dein Heiliger Geist uns dein Wort erklären kann. Menschliche Weisheit und menschliche Kraft sind unnütz. Wir möchten dich bitten, dass du alles, was in irgendeiner Weise uns hindern könnte, dein Wort richtig zu verstehen, dass du es hinweg nimmst. Dass du uns völlig reinwischst und wir deinem Wort folgen können durch deine Kraft. Bitte hilf uns, dass wir dein Wort so verstehen, wie du es gemeint hast. Und dass wir zu lebendigen Christen werden mit einem lebendigen Glauben, der in dieser Welt einen echten Unterschied macht.

[2:12] Wir wollen den nächsten Abschnitt im 1. Petrusbrief studieren, nachdem wir in der letzten Folge bis 1. Petrus 2, Vers 10 gekommen waren. Und deswegen ab Vers 11 weiterlesen. Es soll dann bis Kapitel 3, Vers 7 heute gehen. Wir haben also einiges vor uns und wollen gleich beginnen in 1. Petrus 2, und dort Vers 11. Petrus sagt hier: „Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge, enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten.“

[3:10] Petrus spricht die Gläubigen als Fremdlinge, hier nicht zum ersten Mal. Schon im ersten Kapitel hat er ja in Vers 1 geschrieben: „Petrus, Apostel Jesu Christi, an die Fremdlinge in der Zerstreuung in Pontus, Galatien, Kappadokien, Asien und Bithynien.“ Er bezieht sich dabei auf diese Idee in Hebräer 11 und dort Vers 13, wo Paulus das Leben der Patriarchen beschreibt und sagt: „Diese alle sind dem Glauben gestorben, ohne das Verheißene empfangen zu haben, sondern sie haben es nur von Ferne gesehen und waren davon überzeugt und haben es willkommen geheißen und bekannt, dass sie Gäste ohne Bürgerrecht und Fremdlinge sind auf Erden.“ Und er sagt dann später, dass sie auf die himmlische Stadt, das neue Jerusalem gewartet haben. Und weil auch die Gläubigen hier zur Zeit von Petrus, die Heidenchristen, auf das neue Jerusalem warten, sind sie Fremdlinge auf dieser Erde.

[4:03] Wir wollen Vers 11 und 12 bewusst mit hineinnehmen in diese Studie, obwohl in der Lektion erst Vers 13 angegeben ist, aus dem folgenden Grund: Vers 11 und 12 geben eigentlich sozusagen eine Grundlage für die praktischen Hinweise dann ab Vers 13. Zuerst halten wir also fest, dass der Gläubige ein Fremdling ist, er ist ein Gast, er ist ein Pilger auf dieser Welt. Er gehört nicht mehr wirklich zu dieser Welt, sondern zu der Welt, aus der er kommt. Und Petrus gibt uns Gläubigen, die wir nicht unser Heim in dieser Welt haben, einen dringenden Rat. Er sagt: „Enthaltet euch der fleischlichen Begierden, weil sie gegen die Seele kämpfen.“ Was er sagt ist, dass die fleischliche Sünde nicht einfach nur böse ist, sondern sie kämpft gegen unsere Seele, sie kämpft gegen unser Heil. Wer Sünde tut, wird nicht nur von der Sünde gefangen genommen, sondern die Sünde kämpft gegen die Gewissheit der anderen bei Gott, die Sünde kämpft gegen das Verständnis des Evangeliums. Wer bewusst sich für die Sünde entscheidet, wird feststellen, wie sehr er in einen Kampf gerät und auch wie schwierig es ist, den Weg zurück überhaupt zu finden. Nicht weil Gott sich ändert, sondern weil die Begierde, die Sünde unser Herz, unser Verständnis so sehr verdunkelt.

[5:28] Deswegen redet uns auch Paulus in Römer 13 und dort Vers 13 und 14 an: „Lasst uns anständig wandeln wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Streit und Neid, sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden.“ Insbesondere, weil, so macht es der Kontext deutlich, die Nacht vorgerückt ist und Jesus bald wiederkommt. Also Petrus sagt als Gästlinge: Seid euch bewusst, dass ihr nicht das Fleisch pflegt, weil das würde gegen euer geistliches Leben kämpfen. Und vielleicht hast du auch schon die Erfahrung gemacht, dass wenn man sich für Sünde entscheidet, wenn man zurückfällt in Sünde, dass das wie ein Kampf dann plötzlich ist gegen das, was man im Glauben schon errungen hat.

[6:26] Er geht dann weiter und sagt in Vers 12: „Und führt einen guten Wandel unter den Heiden, damit sie da, wo sie euch als Übeltäter verleumden, doch aufgrund der guten Werke, die sie gesehen haben, Gott preisen am Tag der Untersuchung.“ Also hier ist jetzt der folgende Gedanke, der ein Grundgedanke ist für alles, was später kommt. Petrus sagt: Ihr solltet ein solches Leben leben, dass egal wie die Menschen euch behandeln, ob sie gut oder schlecht sind, doch sichtbar wird, dass ihr gute Werke tut. Der gute Wandel, das gute Leben durch Christus ist ein Zeuge auch in einer schlechten Gesellschaft. Das ist übrigens der Grund, warum wir uns der fleischlichen Begierden enthalten sollen, weil ansonsten ist es nicht möglich, ein gutes Leben zu leben, eines, das Vorbildcharakter hat in der Gesellschaft.

[7:21] Im Endgericht wird offenbar gemacht, dass viele Gläubige zu Unrecht verleumdet und angeklagt worden sind. Am Tag der Untersuchung, im Untersuchungsgericht wird all das offenbar. Die Idee, dass die guten Werke von der Gesellschaft wahrgenommen werden, hat Petrus sich nicht ausgedacht, sondern Jesus selbst hatte das gesagt in Matthäus 5 in der Bergpredigt und dort in Vers 16: „So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Das, was der Gläubige Gutes tut, wirkt in die Gesellschaft und kann die Gesellschaft oder soll die Gesellschaft zu Gott, dem Vater bringen.

[8:10] Und deswegen, zurück zu 1. Petrus 2, Vers 13, heißt es jetzt: „Ordnet euch deshalb, aufgrund dieser beiden Verse, dieser Gedanken, dass wir Fremdlinge sind, dass wir nicht dieser Welt gehören, dass wir uns der fleischlichen Begierden enthalten sollen, damit wir durch gute Werke, durch ein vorbildliches Leben die Gesellschaft beeinflussen können.“ Deshalb, sagt er: „Ordnet euch deshalb aller menschlichen Ordnung unter, um des Herrn Willen, es sei dem König als dem Oberhaupt, oder den Stadthaltern als seinen Gesandten, zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer, die Gutes tun.“

[8:53] Dieses Thema ist ein äußerst sensibles. Viele Christen, die ansonsten gerne der Bibel folgen, haben oftmals Probleme mit diesem Gedanken: „ordnet euch der aller, wie es hier heißt, aller menschlichen Ordnung unter.“ Aber halten wir fest: Petrus sagt deshalb, aufgrund der Verse, die vorher genannt worden sind, aufgrund dieser Idee, dass wir Fremdlinge sind auf Erden und aufgrund der Idee, dass wir durch ein gutes Leben ein Vorbild sein sollen, deswegen sollen wir uns unterordnen.

[9:23] Schauen wir uns ein paar Bibelverse an, um diese Idee zu untermauern. Sprüche 17 und dort Vers 11: „Ein Boshafter sucht nur Auflehnung.“ Rebellion, Auflehnung ist die Sache von Bösen. Sprüche 24 und dort Vers 21: „Fürchte den Herrn, mein Sohn, und den König.“ Da steht nicht nur: Fürchte den Herrn, da steht: Fürchte den Herrn, mein Sohn, und den König. Also Gott fürchten und die weltliche Obrigkeit. Und dann heißt es: „Und lass dich nicht mit Aufrührern ein.“ Ein gottesfürchtiger Mensch hat keine Sympathie mit Rebellion und mit Aufruhr und gewaltsamen Tumult.

[10:19] Im Gegensatz dazu werden wir aufgefordert, zum Beispiel in Jeremia 29, Vers 7. Dort heißt es: „Und sucht den Frieden der Stadt.“ Und Gott sagt hier: „Und sucht den Frieden der Stadt, in die ich euch weggeführt habe. Und betet für sie zum Herrn, denn in ihrem Frieden werdet auch ihr Frieden haben.“ Hier geht es nicht um die Stadt Jerusalem. Hier geht es um die Stadt Babylon, die durchaus nicht immer nur positiv zu den Juden gewesen ist. Für den Frieden der Stadt bitten, einer Stadt, die der politische Feind ist.

[10:59] Aber diese Idee kommt nicht nur im Alten Testament vor. Matthäus 22 und dort Vers 21. Jesus hat den Bereich der weltlichen Autorität klar definiert und anerkannt. Hier lesen wir Matthäus 22, Vers 21: „Sie antworteten ihm: Des Kaisers.“ Da spricht er zu ihnen: „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ Derselbe Jesus, der sagt, dass wir Gott das geben, was ihm gehört, sagt auch: Gebt dem Kaiser, dem Cäsar, das, was dem Kaiser gebührt.

[11:34] Paulus hat diese Idee gründlicher ausgebreitet in einem Abschnitt im Römerbrief. Und dort in Römer 13 und dort Vers 1 bis 7: „Jedermann ordnet sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind. Denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre. Die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt.“ Dieser Vers sagt nicht, dass die bestehenden Obrigkeiten immer bekehrt sind oder auch immer nur Gerechtigkeit tun würden. Dieser Vers sagt nur, dass die Obrigkeiten von Gott eingesetzt sind. Obrigkeiten, auch weltliche Obrigkeiten, können sich sehr wohl Gott widersetzen, wie man das beim Pharao von Ägypten sehen kann, oder auch an anderen Herrschern. Aber nichtsdestotrotz sind sie zunächst einmal von Gott eingesetzt.

[12:25] Vers 2. Wie es hier heißt: „Gottesdienerin ist sie, eine Rächerin zum Zorngericht an dem, der das Böse tut.“ Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen. Nicht allein um des Zorngerichts, sondern auch um des Gewissens willen. Paulus sagt uns, dass es eine Gewissenssache ist, nicht nur eine politische Notwendigkeit. Eine Gewissenssache, sich dem Staat unterzuordnen. Natürlich immer mit der offensichtlichen Einschränkung, solange der Staat Dinge von uns fordert, die wir aufs Gewissensgrund noch tun können. Sobald der Staat Dinge fordert, die die Zehn Gebote übertreten, Stichwort Daniel 3, Stichwort Offenbarung 13, müssen wir natürlich Gott mehr gehorchen als den Menschen. Aber ein Christ hat kein Recht, aufgrund der Bibel, einfach gegen irgendwelche Steuergesetze oder andere politische Gesetze zu rebellieren, nur weil sie ihm nicht gefallen.

[13:43] Vers 6: „Deshalb zahlt ihr ja auch Steuern. Denn sie sind Gottesdiener, die eben dazu beständig tätig sind.“ So gebt nun jedermann, was ihr schuldig seid: Steuer dem, die Steuer; Zoll dem, der Zoll; Furcht dem, die Furcht; Ehre dem, die Ehre gebührt.

[13:57] Und auch in Titus 3 sehen wir, dass das etwas ist, was die Gläubigen wissen sollen. Titus 3, Vers 1: „Erinnere sie, dass sie sich den Regierenden und Obrigkeiten unterordnen und gehorsam sind, zu jedem guten Werk bereit.“ Also kein Nebenthema in der Bibel, kommt oft genug vor.

[14:22] Wenn wir den Petrus noch mal genauer anschauen, sehen wir in Vers 13, 14, dass nicht nur die oberste Staatsmacht, also der König oder in unserem Fall vielleicht der Kanzler, die Kanzlerin, der Präsident, das Oberhaupt des Staates gewürdigt werden soll. Nein, auch alle diejenigen, die delegierte Macht haben, wie wir in Vers 14 lesen, die Stadthalter zum Beispiel, die Gesandte sind, um Übeltäter zu bestrafen. Das heißt, auch staatsbedienstete Institutionen mittlerer oder niedriger Autorität sollen von Christen geachtet werden. Denn, wie wir schon im Römerbrief gesehen haben, hat Gott den weltlichen Staat, die zivile Macht sozusagen, mit der Aufgabe betraut, die Übertretung, lediglich der zweiten Tafel, der letzten sechs Gebote, zu bestrafen. Das heißt, das Gebot „Du sollst nicht töten“. Der Mord wird geahndet durch die weltliche Macht. Der Diebstahl wird geahndet und so weiter. Auch wenn natürlich der Staat nicht bis in die Tiefen der eigentlichen Intentionen der zwingenden Gebote hervorgeht und auch manche dieser Gesetze dann nicht mehr völlig schützt, ist das doch eigentlich die Aufgabe, die Gott dem zivilen Staat zugedacht hat. Und wir können froh sein, dass es ihn gibt. Und dass zumindest in gewissen Grenzen Gottes Anordnung bezüglich des menschlichen Miteinanders durch den Staat geschützt und behütet werden.

[16:03] In 1. Petrus 2, Vers 15 geht Petrus dann noch weiter und sagt über diese Idee: „Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr durch Gutes tun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt.“ Also, können im weltlichen Staatsapparat unwissende Menschen sein, unverständige Menschen, die nicht wissen, was sie eigentlich tun oder was sie tun sollten? Ohne Fragen. Was ist also die Aufgabe eines Christen, wenn er sieht, dass es im Staat nicht richtig vonstatten geht, wenn es Missstände gibt und wenn die Regierung ihre Aufgabe nicht so tut, wie sie es tun sollte? Soll er auf die Barrikaden gehen? Soll er einen Bürgerkrieg anzetteln? Soll er mit politischen Mitteln versuchen, die bisherigen Herrscher aus dem Amt zu jagen? Oder soll er durch Gutes tun ein Beispiel und Vorbild setzen? Das offensichtlich ist der Wille Gottes.

[17:11] Die Idee findet sich zum Beispiel auch in Titus 2 und dort Vers 8. Titus 2 und dort Vers 8. Das heißt hier: „Gesunde und tadellose Rede, damit der Gegner beschämt wird, weil er nichts Schlechtes über euch sagen kann.“ Immer wieder finden wir dieses Prinzip in der Bibel. Ganz klassisch bei Daniel in Daniel Kapitel 6, als man absolut nichts an Daniel finden konnte in der Art und Weise, wie er sich dem Staat gegenüber verhielt. Dieses zum Schweigen bringen heißt eigentlich wörtlich auch, jemanden im Mund verbinden, so wie man dem Ochsen ja dann dem Sprichwort aus oder diesem Vers aus 5. Mose den Ochsen nicht das Maul verbindet. So soll den Unwissenden das Maul verbunden werden, das Maul gestopft werden, sozusagen umgangssprachlich, wenn wir Gutes tun, selbst in ungerechter Gesellschaft.

[18:23] 1. Petrus 2, Vers 16. Interessanterweise sind wir, und das ist ein wichtiges Kriterium hier, wir sind nicht Sklaven der Gesellschaft und auch nicht Sklaven der weltlichen Autorität, sondern Vers 16 sagt ganz deutlich: „Als Freie.“ Und dann kommt interessanterweise dazu: „Und nicht als solche, die die Freiheit als Deckmantel für die Bosheit benutzen, sondern als Knechte Gottes.“ Wir sind zwar freie Menschen, aber die Freiheit darf nicht zur Bosheit benutzt werden.

[18:57] Es gibt die echte Freiheit im Dienst des Evangeliums und es gibt die falsche Freiheit, die die Bosheit bemäntelt. Und übrigens ist das auch etwas, was immer, wenn es um das Evangelium geht, ganz wichtig ist. Das Evangelium macht uns frei, aber die echte Freiheit ist immer eine Freiheit von der Sünde. So sagt uns Johannes 8, wir lesen dort in Vers 32: „Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.“ Vers 34: „Jesus antwortet ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde.“ Vers 36: „Wenn euch nun der Sohn freimachen wird, so seid ihr wirklich frei.“ Wer wirklich frei ist, ist frei von der Sünde und dient der Gerechtigkeit.

[19:45] So auch in Römer 6 und dort Vers 18. Dort heißt es: „Nachdem ihr aber von der Sünde befreit wurdet, seid ihr der Gerechtigkeit dienstbar geworden.“ Vers 22: „Jetzt aber, da ihr von der Sünde frei und Gott dienstbar geworden seid, habt ihr als eure Frucht die Heiligung, als Ende aber das ewige Leben.“ Das ist das, was Gott sich für Menschen in der Gesellschaft wünscht, für die Gläubigen in der Gesellschaft, dass sie von der Sünde befreit, der Gerechtigkeit dienen.

[20:20] Selbst dann, wenn Staatsoberhäupter der Gerechtigkeit nicht wirklich durchdrücken und zu ihrem Recht verhelfen, soll der Gläubige durch sein Vorbild der Gerechtigkeit dienen. Die wahre Freiheit wird definiert durch Gottes 10 Gebote. So macht das Jakobus 2 und dort Vers 12 sehr deutlich: „Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen.“ Jemand, der wirklich frei ist, wird sich an die 10 Gebote halten, und wer sich an die 10 Gebote hält, kommt normalerweise mit den Geboten des Landes gut klar. Erst dann, wenn der Staat religiöse Gesetzgebung erlässt, die nicht sein Aufgabengebiet ist, wenn der Staat in die Bereiche Gottes sich einmischt, erst dann kann der Gläubige mit dem Staat in Konflikt kommen. Vorher sollte das nicht passieren.

[21:24] Zurück zu 1. Petrus 2 und dort Vers 17. Er weist jedermann: „Achtung! Liebt die Bruderschaft, fürchtet Gott, ehrt den König.“ Hier wird sozusagen jetzt diese Idee noch etwas erweitert und zu einem grundsätzlichen Prinzip formuliert, dass nämlich, egal mit wem wir es zu tun haben, wir immer ein gewisses Level an Ehrerbietung haben sollten. Ganz egal, ob es sich um unseren Bruder in der Gemeinde, um Gott im Himmel oder den König auf dem Thron handelt. In allen Fällen mag die Form und vor allem auch die Intensität und Stärke der Ehrerbietung variieren. Gott gebührt mehr Ehre als dem Präsidenten, ohne Frage. Aber grundsätzlich sollte es niemanden geben, weder Mensch noch Gott natürlich, dem wir gar keine Ehre anbringen und dem wir gar nicht achten.

[22:23] In gewisser Weise ist dieser Vers eine Illustration des fünften Gebotes. Das fünfte Gebot besagt ja bekanntermaßen: „Du sollst Vater und Mutter ehren.“ In 2. Mose 20 und dort Vers 12: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“ Aber dieses Gebot schließt nicht nur die direkten biologischen Eltern ein, sondern alle Menschen, die eine gewisse Autorität in unserem Leben haben. Seien es Lehrer, Professoren, Beamte, Menschen, die uns in der Gemeinde vorstehen, in der Gesellschaft vorstehen. Je nachdem, in welcher Beziehung wir zu ihnen stehen, auf welchem Level sie in unserer Welt zu uns agieren, haben wir eine gewisse Form von Ehrerbietung ihnen zu geben. Wir sollen die Eltern ehren, trotzdem werden unsere Eltern nicht den ersten Platz in unserem Leben einnehmen. Gott hat den ersten Platz und dann, wenn wir verheiratet sind, auch unsere Ehefrau zum Beispiel. Das heißt, diese Art von Ehre ist nicht immer eine absolute, sondern eine abgestufte, eine, die dem Rang und der Verantwortung und der Bedeutung dieser Person in meinem Leben entspricht. Es lohnt sich darüber nachzudenken, inwieweit wir den Menschen um uns herum in ihren Verantwortungsbereichen tatsächlich die Ehre zu billigen, die ihnen gehört.

[23:57] Interessanterweise muss es ja irgendwo für jeden gelten, denn Petrus sagt: „Er weist jedermann: Achtung!“ Die Liebe zu den Brüdern, das sagt natürlich Jesus in Johannes 13 und dort Vers 35, ist besonders, weil sie ein Kennzeichen der wahrhaft Gläubigen ist. So lesen wir hier: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Das heißt, an der Bruderliebe wird erkennbar, dass wir zu Gott gehören, aber auch an unserer Unterordnung unter die staatliche Institution wird erkennbar, dass wir Gott lieben.

[24:39] Gott zu fürchten ist in diesem Zusammenhang natürlich interessant, weil es die höchste Form von Ehrerbietung darstellt. Die höchste Autorität, Gott zu fürchten in diesem Zusammenhang, kann also auch bedeuten, Gott als die allergrößte und höchste Autorität anzuerkennen. Seine Autorität geht über die meiner Eltern, meiner Lehrer, meiner Professoren, meiner Polizeibeamten, meiner Kanzlerin, meiner Frau. Was er will, hat immer Priorität. Und vielleicht macht das dann etwas mehr Sinn, wenn man 2. Mose 20, Vers 20 liest, direkt nach den 10 Geboten, wo es heißt: „Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, um euch zu prüfen, und damit die Furcht vor ihm euch vor Augen sei, damit ihr nicht sündigt.“ Mit anderen Worten, dass man Gott als oberste Priorität, als höchste Autorität vor Augen hat, damit man nicht sündigt. Könnte es sein, dass wir oft sündigen, weil uns die Autoritäten nicht klar sind, dass wir uns selbst als höhere Autorität sehen als Gott, dass wir anderen lieber gefallen wollen als Gott?

[26:04] Gott zu fürchten bedeutet natürlich, die Sünde zu hassen, denn die Sünde, so sagt uns Jesaja 14, ist im Prinzip eine Durcheinanderwerfung göttlich etablierter Ordnung. Der Luzifer wollte eine Autorität für sich in Anspruch nehmen, die ihm nicht zugemessen war, und er wollte dem, der über ihm stand, dem Sohn Gottes, nicht die Autorität geben und die Ehre geben, die ihm zustand. Und deswegen hasst die Furcht Gottes die Sünde. Wenn also die Furcht Gottes das erste Kernelement der dreifachen Engelsbotschaft ist, dann lohnt es sich vielleicht mehr, auch über das Thema von Autoritäten in unserem Leben Gedanken zu machen, wenn es um das ewige Evangelium geht.

[26:57] Also den König ehren sollen, haben wir schon gelesen, in Sprüche 24, Vers 21. Sollen wir also weitermachen in 1. Petrus 2, Vers 18, wo Petrus jetzt eine andere gesellschaftliche Ebene nimmt, um dasselbe Prinzip zu illustrieren: „Ihr Hausknechte, ordnet euch in aller Furcht euren Herren unter, nicht nur den Guten und Milde, sondern auch den Verkehrt.“ Wiederum macht er deutlich: Es geht nicht darum, dass man gute Menschen auch ehrt, sondern manchmal Menschen bis zu einem gewissen Grad deswegen ehrt, weil sie eine Position haben, ganz egal, ob sie gut oder schlecht sind. Unterordnung ist also keine Option, sondern eine Grundhaltung, die wir einnehmen, solange wir nicht mit den Geboten Gottes in Konflikt geraten. Dann ist es immer unser Vorrecht und unsere Aufgabe, gegen jede menschliche Autorität Gottes Autorität hochzuhalten. Aber in wie vielen Fällen rebellieren wir gegen Menschen, nicht weil uns das Wort Gottes dazu treibt, sondern weil unser eigener Stolz sich dagegen sträubt, sich Menschen unterzuordnen.

[28:02] Es ist wahr, als Protestanten wollen wir dem Wort Gottes höchste Autorität einräumen. Aber das darf nicht dazu führen, dass wir diesen protestantischen Gedanken als Deckmantel für Unabhängigkeitsgeist und Egoismus sehen und uns weigern, uns unter anderen Menschen unterzuordnen. Die Bibel ist hier sehr deutlich. Schauen wir zum Beispiel in Epheser 6 und dort Vers 5 bis 7: „Ihr Knechte, gehorcht euren leiblichen Herrn mit Furcht und Zittern, ihm einfalt eures Herzens als dem Christus, nicht mit Augendienerei, um Menschen zu gefallen, sondern als Knechte des Christus, die den Willen Gottes von Herzen tun, die mit gutem Willen den Herrn und nicht den Menschen.“ Also, mit anderen Worten, unser Gehorsam anderen Menschen gegenüber, in gewissen Grenzen natürlich, in denen er mit dem Wort Gottes übereinstimmt, ist nicht ein Dienst am Menschen, sondern ein Dienst an Gott. Denn durch unser Verhalten wird dann Gott geehrt.

[29:17] Nicht vergessen, das ist sozusagen der eigentliche Punkt, um den es geht. Das wird in Petrus nochmal deutlich, wenn in Vers 19, 1. Petrus 2, Vers 19 es heißt: „Denn das ist Gnade, wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit gegenüber Gott Kränkungen erträgt, indem er zu Unrecht leidet.“ Wenn wir nur die lieben, sagt die Werkpredigt, die uns lieben, dann haben wir nichts Besonderes getan. Das ist kein Grund für die Gesellschaft zu sagen: Wow, diese Menschen sind anders. Wenn aber Menschen aufgrund ihres Glaubens dem Ehre geben, dem Ehre gebührt, und auch Kränkungen erleiden, aufgrund des Gewissens, ohne zurückzuschmähen, ohne zurückzuschlagen, dann offenbart sich etwas über die Kraft des Evangeliums.

[30:15] Vers 20: „Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr geduldig Schläge ertragt, weil ihr gesündigt habt? Wenn ihr aber für Gutes tun leidet und geduldig ertragt, das ist Gnade bei Gott.“ Was Petrus hier deutlich macht, geht zurück auf Vers 11. Wir leben in einer sündigen Welt, und es wird vorkommen, dass unbekehrte Autoritätsinhaber, egal ob Staatsmänner oder auf einer ganz lokalen Ebene oder in seinem privaten Bereich, vielleicht sogar Eltern oder Lehrer oder Nahestehende, die in irgendeiner Weise Autorität haben, dass die uns ungerecht behandeln. Es kann vorkommen, dass sie uns verfolgen. Es gibt Verfolgung durch den Staat, es gibt Verfolgung durch die Gemeinde, durch eine Kirche vielleicht, es gibt Verfolgung durch Familie oder Angehörige.

[31:16] Was Petrus hier die ganze Zeit deutlich machen möchte, ist: Man wird nicht vermeiden können, dass andere, die in Autorität sind, uns Böses tun. Man kann aber dafür sorgen, dass sie es ohne Grund tun. Man kann dafür sorgen, dass alles, was wir erleiden, grundlos ist, indem man nämlich ein vorbildliches, makelloses Leben durch die Gnade Gottes führt. Wenn wir nämlich den fleischlichen Begierden uns hingeben, wenn wir die Gebote Gottes übertreten und dann bald auch die Gebote des Staates und dafür bestraft werden, dann kann Gott nicht durch uns hindurch scheinen. Wenn wir aber bestraft werden und verfolgt werden, obwohl wir nichts getan haben, obwohl wir ein moralisch einwandfreies Leben gelebt haben, dann wird Gottes Kraft sichtbar. Das ist Gnade, sagt Petrus.

[32:19] Vers 21: „Denn dazu seid ihr berufen.“ Der, der uns gerufen hat in Vers 9, aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht, hat uns berufen, für ihn zu leiden. Geduldig zu ertragen. Schläge zum Beispiel. Man liest manchmal Vers 9 und freut sich und denkt, dass das christliche Leben als Volk des Eigentums, als königliches Priestertum ein Paradies auf Erden sein wird. Aber das Kapitel geht weiter. Wir sind berufen aus der Finsternis zu seinem Licht, inmitten einer Welt, die weiterhin böse ist, wo wir manches zu leiden und zu ertragen haben. Deswegen, sagt Petrus: „Ordnet euch unter. Seid nicht rebellisch, zeigt keine Ungebührlichkeit. Lebt so, dass euch niemand etwas nachsagen kann.“ Denn dazu seid ihr berufen.

[33:20] Vers 21: „Weil auch Christus von Sündern uns als Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt.“ Das Vorbild dieser Sache ist Christus selbst. Jesus Christus hat von einer staatlichen Macht Unrecht erlitten. Er ist in einem staatlichen Gerichtsverfahren verurteilt worden, ohne auch nur eine einzige Sünde in seinem ganzen Leben begangen zu haben. Er war so unschuldig, wie ein Mensch nur unschuldig sein kann. Und doch wurde er aufgrund dieses Fehlurteils nicht nur geschlagen und verspottet und gefoltert, er wurde getötet. Und die Bibel sagt in Jesaja 53 und dort Vers 7: „Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.“

[34:17] Jesus, der Schöpfer und Erretter der Welt, ordnete sich der Gerichtsbarkeit des römischen Gerichtes von Pontius Pilatus unter. Er rebellierte nicht dagegen auf. Er gab dem Kaiser, was des Kaisers ist. Er respektierte den schwachen und ungeistlichen Richter Pontius Pilatus. Er litt ohne Grund. Aber sein Leiden, sein sich darunter fügen, sein Ertragen wurde zur Kraftquelle für Millionen. Durch sein Verhalten konnte Gottes Wesen in einem Maße scheinen, wie es vorher und seither auf dieser Welt nicht mehr gesehen worden ist.

[35:25] Jesus ist unser Vorbild. Nicht nur in der Fußwaschung, wo er sagt: „Ich habe euch ein Vorbild gegeben, damit ihr tut, wie ich an euch getan habe.“ Petrus selbst zitiert das Alte Testament hier in Vers 22: „Er hat keine Sünde getan. Es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden.“ Übrigens, dieses Jesaja-Zitat erinnert uns auch an Offenbarung 14, Vers 5, wo es von den 144.000 am Ende der Zeit heißt, dass kein Betrug in ihrem Mund gefunden worden ist. Ein Kennzeichen der 144.000 ist nicht nur, dass sie charakterlich vollkommen sind, sondern dass sie auch aufgrund dessen, so wie Jesus, sich der staatlichen Macht überall dort beugen, wo es das Gewissen und Gottes Gebot zulässt. Die 144.000 werden nicht gegen die satanische oder vom Satan inspirierte Regierung rebellieren. Sie werden lediglich sich weigern, Gottes Gebote zu brechen. So wie Jesus nicht ein Haarbreit dem Satan zugelassen hat, er hat nicht einen Kompromiss gemacht, hat er sich doch dem römischen Gericht unterworfen. Genau das ist die feine, ausgewogene Einstellung, die jeder Christ der Gesellschaft gegenüber haben sollte und die am Ende der Zeit deutlich sichtbar wird.

[36:58] Jesus war tatsächlich unschuldig. Er hat keine Sünde getan, so bezeugt schon Jesaja. Und wenn wir jetzt im Neuen Testament nachschauen, stellen wir fest, wie viele Menschen dort während des Gerichtsverfahrens und den Ereignissen am Kreuz, die Unschuld Jesu beteuert haben. Schauen wir mal in Matthäus 27 und dort Vers 4, wo Judas sagt: „Ich habe gesündigt, dass ich unschuldiges Blut verraten habe.“ Dann Matthäus 27, Vers 19: „Als er auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau, die Frau des Pilatus, zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, denn ich habe heute im Traum seiner wegen viel gelitten.“ Dann Matthäus 27, Vers 23 und 24. Vers 24 reicht: „Als Pilatus sah, dass er nichts ausrichte, sondern dass vielmehr ein Aufruhr entstand, nahm er Wasser und wuschte sich vor der Volksmenge in die Hände und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten. Seht ihr zu.“ Lukas 23 und dort Vers 41: „Und wir gerechterweise, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind.“ „Dieser“, sagt der Verbrecher am Kreuz neben Jesus, „dieser aber hat nichts Unrechtes getan.“ Gleiches Kapitel, Vers 47: „Als aber der Hauptmann sah, was geschah, pries er Gott und sprach: Wahrlich, dieser Mensch war gerecht.“

[38:39] Judas sagt, Jesus war unschuldig. Die Frau von Pilatus bezeugt aufgrund eines Traumes, Jesus war gerecht. Pilatus selbst nach dem Gerichtsverfahren überzeugte sich, Jesus war gerecht. Der Verbrecher am Kreuz sagt, er hat nichts getan. Der römische Hauptmann erkennt, dies war Gottes Sohn, er war ein gerechter Mann. Jesus selbst konnte Johannes 8, Vers 46 fragen: „Wer von euch überführt mich einer Sünde?“ Jesus war unschuldig.

[39:03] Ist dir das bewusst, lieber Freund, liebe Freundin? Ist dir bewusst, dass Jesus am Kreuz dieses unschuldige Leben eingetauscht hat gegen dein und mein sündiges Leben? Er hat deine Sünde und meine Sünde auf sich genommen, um dieses unschuldige Leben, von dem so viele Menschen aus verschiedenen Hintergründen, aufgrund verschiedener Offenbarungsquellen, aufgrund eigener Erfahrung, eigener Beobachtung oder auch Träumen, bezeugt haben, er ist unschuldig, damit dieses unschuldige Leben dir angerechnet wird. Dass Gott dich anschaut, so unschuldig, wie Jesus war. Ist das nicht ein wunderbarer Gedanke? Das ist das Evangelium, die gute Nachricht. Seine Unschuld wird dir angerechnet, wird mir angerechnet.

[39:55] Jesus wurde für uns zur Sünde. In Petrus 2, Vers 24 lesen wir: „Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen, auf dem Holz, damit wir den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben würden, durch seine Wunden seid ihr heil geworden.“ Er hat meine Sünde genommen. Er hat meine Sünde getragen und am Kreuz von Golgatha ist er für meine Sünde gestorben. Und seine Gerechtigkeit, seine Sündlosigkeit wird mir geschenkt. Und dir, lieber Freund, wenn wir dieses Geschenk im Glauben annehmen, dann werden wir heil durch seine Wunden.

[40:51] Und damit das möglich ist, hat Jesus sich gefügt. Als er geschmäht wurde, hat er, wie es Vers 23 heißt: „nicht zurückgeschmäht. Als er litt, hat er nicht gedroht, er hat alles Gott übergeben.“ So sollen wir in dieser Gesellschaft leben.

[41:11] Vers 25 paraphrasiert weiterhin Jesaja 53: „Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen, jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.“ Mein Freund, liebe Freundin, Jesus ist nicht nur dein Erlöser, er ist dein Hirte. Und er möchte deine Seele behüten, so wie du zu ihm kommst. So will er dich auch bewahren und will dich führen wie ein Hirte die Schafe führt. Und du darfst ihm nachfolgen.

[41:41] Noch ein Beispiel gibt Petrus jetzt in 1. Petrus 3. Es heißt in Vers 1: „Gleicherweise sollen auch die Frauen sich ihren eigenen Männern unterordnen, damit, wenn auch etliche sich weigern, dem Wort zu glauben, sie doch durch den Wandel der Frauen ohne Wort gewonnen werden.“ Auf verschiedenen Ebenen, also staatlichen Ebene, auf der beruflichen Ebene oder auch der Sklave-Meister-Ebene, selbst auf der Familienebene gibt es das Prinzip der Unterordnung. Und wenn wir einmal dieses Prinzip verstanden haben, werden auch viele Diskussionen in unseren Gemeinden über solche Thematiken ganz anders verlaufen, weil es dann nicht mehr eine Last ist, sich unterzuordnen. Dann hat man nicht mehr den Kürzeren gezogen, wenn man sich unterordnen muss, sondern man hat den höchsten Platz, den man überhaupt haben kann, wenn man sich unterordnen darf.

[42:43] Viele, so offenbart ihr Petrus, werden nicht durch Worte des Ehepartners gewonnen, sondern durch das Verhalten. Der natürliche Mensch wird immer sich selbst erhöhen, das ist das Wesen der Sünde. Wenn jemand das nicht tut, wenn jemand sich freiwillig unterordnet, dann ist das ein Zeugnis. Wir wissen aus der Schöpfung, dass Mann und Frau gleichwertig sind. Und wir wissen aus 1. Mose 3, dass Gott die Unterordnung der Frau erst nach dem Sündenfall institutionalisierte. Könnte es sein, dass er so ähnlich wie auch mit den Geburtsschmerzen und mit der Mühsal des Ackerbaus einen versteckten Hinweis auf das Evangelium geben wollte? Könnte es sein, dass in dieser Unterordnung keine Strafe zu sehen ist, sondern ein Prinzip, das sowohl der Frau als auch dem Mann zeigen soll, welch ein Segen in echter Unterordnung besteht?

[44:00] Wir lesen weiter in Vers 2, Vers 3 und 4: „Euer Schmuck soll nicht der äußerliche sein, Haarflechten und Anlegen von Goldschmuck oder Kleidung, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck eines sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist. Denn so haben sich einst auch die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sie ihren Männern unterordneten. Wie Sarah dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Töchter seid ihr geworden, wenn ihr Gutes tut und euch keinerlei Furcht einjagen lasst.“

[44:40] Viele stolpern heute über diesen Vers mit dem Schmuck und glauben, das sei altmodisch. Schauen wir ganz kurz gegen Ende dieses Studiums in die Offenbarung. Offenbarung 17 und dort Vers 4 über die Hure Babylon. Dort heißt es: „Die Frau war gekleidet in Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelsteinen und Perlen. Sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Gräueln und ihrer Unreinheit, ihrer Unzucht.“ Diese geschmückte Frau, so sagt uns Kapitel 18, Vers 7, hat sich selbst verherrlicht. In dem Maße, wie sie sich selbst verherrlichte und üppig lebte.

[45:15] Gold ist nicht böse in sich selbst. Gold wurde verwendet für das Heiligtum, genauso Silber. Haarflechten und Kleidung, nichts davon ist böse. Warum empfiehlt uns die Bibel, warum gebietet uns die Bibel hier im Neuen Testament bei Timotheus oder bei Petrus, uns nicht äußerlich zu schmücken? Ist es, weil Gott unser Leben enger machen will? Oder könnte es sein, dass dieser Ratschlag wiederum eigentlich ein Segen ist?

[46:02] Was ist das Problem mit Dingen, die in sich selbst gar kein Problem sind, wie Gold und Silber? Wenn wir Offenbarung richtig verstehen, dann sehen wir, dass der Schmuck die ohnehin vorhandene Tendenz zur Selbsterhöhung, die in einem sündhaften Menschen, in einer sündhaften Natur ja da ist, nicht verhindert. Mit anderen Worten, wer sich selbst schmückt, der gibt dieser sündigen Tendenz zur Selbstverherrlichung noch mehr Nahrung, der füttert quasi den falschen Hund und darf sich dann nicht beschweren, dass der so laut bellt und aggressiv ist. Wenn Gott uns also rät, uns nicht zu schmücken, dann stellt er kein Hindernis auf, er nimmt in Wirklichkeit ein Hindernis weg. Er sagt, mit anderen Worten: Schmuck ist ein Hindernis, wenn man sich selbst verleugnen möchte. Wenn man Selbstverleugnung und Demut lernen will, dann ist das zehnfach schwerer sozusagen, wenn man sich gleichzeitig selbst schmückt.

[47:09] Für einen Menschen, der keine sündige Tendenz hat, für einen Engel, der keine Sünde kennt, ist vielleicht Gold und Silber und Edelstein am Körper gar kein Problem, siehe Luzifer im Himmel. Aber ein Mensch mit sündigen Tendenzen wird dadurch angestoßen, es wird ihm zum Stein des Anstoßes. Und deswegen empfiehlt uns die Bibel im Alten und Neuen Testament, den Schmuck aufzugeben und innerlich geschmückt zu sein, denn Gott liebt den Schmuck. Gott liebt den Schmuck, den inneren Schmuck. Warum? Gott liebt übrigens auch Gold und Silber, es ist sehr schön. Warum liebt Gott den inneren Schmuck mehr als den äußeren? Wir ziehen den äußeren Schmuck an, um uns selbst zu erhöhen, aber den inneren Schmuck, das ist das, was Gott in uns sehen möchte.

[48:12] Der sanfte Geist. Schauen wir in Psalm 51 und dort Vers 8: „Siehe, du verlangst nach Wahrheit im Innersten.“ Gott sehnt sich nach einem goldenen Inneren, er sehnt sich nach dem, was nur zwischen ihm und uns ist, nämlich unseren Gedanken, unseren Motiven, wovon kein Mensch etwas weiß. Wir glauben vielleicht, dass es nicht so wichtig ist, unser Innenleben zu reinigen, weil das andere Menschen ja nicht sehen. Aber das würde nur offenbaren, wie sehr wir von dem Urteil anderer Menschen uns abhängig machen und nicht von dem Urteil Gottes. Es ist wichtiger, das Innere zu schmücken, als das Äußere zu schmücken. Und wer das verstanden hat, wird die biblische Lehre vom Schmuck nicht mehr als Hindernis empfinden, sondern als Hilfe zum wahren Schmuck zu kommen. Es gibt viel schöneren Schmuck, viel wertvolleren Schmuck als Gold und Silber.

[49:17] Zum Schluss, zum allerletzten Schluss, 1. Petrus 3 und dort Vers 7. „Ihr Männer sollt gleichermaßen einsichtig mit eurer Frau als im schwächeren Gefäß zusammenleben und ihr Ehre erweisen, weil ihr ja gemeinsam Erben der Gnade des Lebens seid, damit eure Gebete nicht verhindert werden.“ Offensichtlich sind diese Prinzipien der Unterordnung in keinster Weise ein Freibrief für Unterdrückung, sondern die Unterordnung der Frau unter dem Mann soll ein Anreiz sein, für den Mann ebenfalls sich wiederum unterzuordnen. Wie Paulus an anderer Stelle sagt: „Ordnet euch einander unter.“

[50:04] Lesen wir es in Epheser 5 und dort Vers 25 bis 28: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleich wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.“ Der christliche Ehemann wird verstehen, welche Verantwortung es ist, Ehemann zu sein. Vers 28: „Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre eigenen Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst.“ Und dann in Vers 33: „Doch auch ihr, jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht.“

[51:07] Diese gegenseitige Unterordnung, die auch in Epheser 5, Vers 21 beschrieben ist, dieses Anerkennen des Anderen, dieses Unterdrücken des eigenen Ichs durch die Gnade Gottes, darum geht es im Evangelium. Gott zu lieben von ganzem Herzen und von ganzer Seele und den Nächsten wie einen selbst. Ob der Nächste nun der König oder der Nachbar, die Ehefrau oder der Vater ist oder irgendein Fremder, den man nicht kennt. Unser Leben in der Gesellschaft bezeugt, ob wir das Evangelium wirklich verstanden haben.

[51:51] Möchtest du, lieber Freund, liebe Freundin, durch dein Leben bezeugen, dass die biblischen Prinzipien von Unterordnung und moralischer Integrität von Gott kommen, dass sie ein Licht sind in dieser Welt, dass Menschen durch dein Leben in der Gesellschaft Gottes Wesen erkennen und sehen, dass nicht die Sünde, sondern die Gerechtigkeit der einzige Weg zum Leben ist und dass Gott allein uns das schenken kann. Gott segne dich in deiner Entscheidung.

[52:25] Nächste Woche werden wir hier mit der nächsten Folge weiter fortfahren im Studium des Petrusbriefes. Bis dahin wünschen wir euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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