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In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour 2017 Q2 über die Petrusbriefe spricht Jennifer D’Ambrosio über das Thema „Dienende Leiterschaft“. Sie beleuchtet die Bedeutung von Demut, Nächstenliebe und Opferbereitschaft für christliche Leiter und wie diese Prinzipien zu einem gesunden Gemeindewachstum beitragen. Anhand biblischer Beispiele und praktischer Anwendungen wird gezeigt, wie ein authentisches Glaubensleben und die Führung durch den Heiligen Geist für eine lebendige und einflussreiche Gemeinde unerlässlich sind.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q2: Die Petrusbriefe

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Transkript

[0:00] Ein herzliches Willkommen bei der Cannstatt Study Hour, Cannstatt Study Hour Nr. 7. Ich bin Jennifer D'Ambrosio und ich darf heute mit euch diese Lektion betrachten. Der Titel dieser Woche hat den Titel "Dienende Leader" oder "Dienende Nachfolger". Dieses Nachfolgen, Leadership, wie wir das heute im Englischen sagen, hat eine ganz große Bedeutung, wenn wir über Gemeindewachstum sprechen und wenn wir über Gemeinde reden. Und was dieser Begriff heute oder diese Woche mit sich bringt und warum es so wichtig ist, dass wir darüber nachdenken, wollen wir die Woche miteinander betrachten. Aber davor möchte ich noch ein kurzes Gebet mit euch sprechen. Lieber Vater, wir danken dir, dass wir alle zu Nachfolgern gerufen worden sind. Herr, hilf, dass wir diesen Auftrag ernst nehmen, dass wir uns auch diese Woche mit diesen Begriffen beschäftigen, die wichtig sind, Herr. Lass uns erkennen, warum es so wichtig ist, dass wir dienende Nachfolger sind. Hilf uns, dass wir die Eigenschaften besitzen, Herr, und wenn wir sie nicht haben, schenk uns diese Eigenschaften, damit wir, Herr, nicht nur Menschen für dich erreichen, nicht nur das Gemeinde wächst, Herr, sondern und dass du auch bald wiederkommen kannst. Und wir danken dir, Herr, dass du dieses Gebet erhören wirst, weil wir es voller Demut beten, Herr. Amen.

[1:53] Wie schon eben gesagt, geht es diese Woche darum, dass wir betrachten, was einen Leader, einen Nachfolger, einen dienenden Nachfolger ausmacht. Nun, ich habe mir ein paar Zitate herausgeschrieben von Unternehmern, die sehr erfolgreich sind. Und es ist immer wieder interessant zu sehen, wie Unternehmen groß werden und wie Unternehmen auch sehr einflussreich werden im Laufe der Jahre, im Laufe der Zeit. Nun, wir wissen, dass aller Anfang schwer ist, aber es gibt bestimmt ein, in Anführungszeichen, ein Geheimrezept oder eine geheime Formel, wie Menschen oder Unternehmer erfolgreich sind. Und ich musste ein bisschen schmunzeln über Bernhard von Clerlox, ein Franzose, ein französischer Unternehmer, der vielleicht für uns unbekannt ist, aber in Frankreich sehr bekannt ist. Und er zitiert folgenden Satz: "Stehe an der Spitze, um zu dienen, nicht um zu herrschen." Und ich fand das ziemlich interessant und vielleicht auch treffend. Ein anderes Zitat: "Wer Menschen nicht lieben kann, ist unfähig, sie zu führen." Leider ist dieser Herr, der das zitiert hat, unbekannt, aber es ist ein wenig christlich angehaucht. Also er sagt, wer Menschen nicht lieben kann, ist unfähig, sie zu führen. Wir haben ja zwei Begriffe, einmal die Liebe, also die Nächstenliebe, und zum anderen haben wir den Begriff dienen. Und ich fand das so passend, weil wir in dieser Betrachtung genau diese Begriffe, genau diese Begriffe kristallisieren sich heraus im Laufe des Studiums: die Liebe und das Dienen.

[3:40] Und unsere Überschrift sagt es schon: "Der dienende Führer". In 1. Petrus Kapitel 5 und dort die Verse 1 bis 10, die wir gleich miteinander betrachten werden, sehen wir eine Gemeinde, die im Laufe der Zeit wächst. Es ist ja nichts Negatives, wenn eine Gemeinde wächst. Das ist ja genau das Ziel, was wir in unseren Gemeinden verfolgen. Das ist, wenn wir über Gemeindewachstum sprechen, eines der wichtigsten oder heikelsten Punkte in der Agenda. Wenn sich ein Ausschuss zusammensetzt, der macht sich Gedanken, wie können wir das machen, dass Gemeinde wächst? Wie können wir Menschen erreichen? Wie können wir Missionen so betreiben, dass Menschen in die Gemeinde kommen? Und es ist ja positiv, aber wenn wir uns jetzt mit 1. Petrus Kapitel 5 und dort die Verse 1 bis 10 beschäftigen, sehen wir, dass es gar nicht so einfach ist. Eine Gemeinde zu führen, ist eine, wie man im Englischen sagt, eine Challenge, eine Herausforderung. Denn es bedarf an Menschen, die nicht nur willig sind, die Gaben einzubringen in der Gemeinde, sondern es müssen Menschen sein, die demütig sind. Demut ist so ein Begriff, den wir uns jetzt näher betrachten werden.

[5:11] Vorher möchte ich aber mit euch in 1. Petrus Kapitel 5 und dort die Verse 1 bis 10 lesen. Da geht es darum, dass die Ältesten in der Gemeinde ermahnt werden. In Vers 1 heißt es: "Die Ältesten unter euch ermahne ich, wir wissen, dass hier Petrus spricht, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll. Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist, achtet auf sie nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt. Nicht um schändlichen Gewinn willen, sondern von Herzensgrund. Nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn er erschienen wird, der Erzhirte die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen." Desgleichen ihr Jüngeren ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut, denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöht zu seiner Zeit. Und Vers sieben: "Alle eure Sorge werft auf den Herrn, denn er sorgt für euch." Und dann heißt es weiter: "Seid nüchtern und wach, denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge."

[6:36] Jetzt sind nun einige Begriffe hier gefallen, wie Demut, wie freiwillig, wie von Herzensgrund, und dann haben wir Vorbilder und dann haben wir natürlich auch den Hirten in diesen ganzen Versen und wir haben das Unterordnen. Diese Begriffe sind wichtig, denn nur so kann eine Gemeinde erfolgreich, in Anführungszeichen, sein, wenn sie diese Requisiten, diese Eigenschaften mit sich bringt. Demut ist ein Begriff, der ganz wichtig ist. In unseren Gemeinden fehlt manchmal dieses Bewusstsein, dass wir nicht so demütig sind. Und oft haben unsere Gemeindeältesten eine große Herausforderung, denn sie haben ja mit mehreren verschiedenen Köpfen in einer Gemeinde zu tun. Und wir Menschen, wir sind alle unterschiedlich und nicht mit jedem kann man auf der gleichen Ebene sprechen. Deshalb bedarf es einer demutshaften Haltung, wenn wir Menschen begegnen. Was oft leider in Gemeinden passiert ist, dass wir mit unserer Art, unserer anstößigen Art, Menschen wegstoßen aus der Gemeinde. Und das ist gar nicht zu unterschätzen, denn diese Problematik gibt es nun mal in unserer Gemeinde, in unseren Gemeinden. Das ist die Realität. Menschen oder Geschwister, die im Glauben etwas, ich will nicht schwächer sagen, aber die vielleicht der Milch noch bedürfen, brauchen eine extra Liebe, eine extra Zuwendung. Unsere Ältesten in der Gemeinde sind gefordert.

[8:24] Aber das ist nicht nur eine Herausforderung, die wir heute haben, sondern diese Herausforderungen hatte die frühere Christengemeinde auch schon. Es ist nicht einfach, willige Menschen zu finden, die sich auch diese Aufgabe annehmen. Das muss man ganz klar sagen. Es ist eine Berufung. Der liebe Heiland, der kennt unsere Gaben und der ruft uns gemäß unseres Einsatzes, was wir bringen wollen. Und nur so kann er uns gebrauchen, wie wir auch willig sind, uns einsetzen zu lassen.

[8:59] Wenn wir uns jetzt den Sonntagsabschnitt anschauen, da geht es um den Ältesten oder um die Ältesten in der früheren Christengemeinde. Der Älteste, dieser Begriff, ist ziemlich interessant. Denn wenn wir an Gemeindeältesten denken, dann denken wir an einen älteren Bruder, der vielleicht schon 60, 70 ist, der schon so viel Lebenserfahrung hat, und nur er kann Ältester werden. So ist es nicht. Ältester ist jeder, der berufen ist, der sich berufen fühlt, sich Gott zu weihen. Und dieser Begriff der Weihe ist sehr wichtig. Denn wenn wir das Handbuch unserer Freikirche lesen und wenn wir uns dieses Kapitel mal durchlesen, was ein Ältester alles an Eigenschaften bringen muss, wie sein Leben aussehen sollte, dann ist es wirklich eine Challenge. Denn Gemeindeältester zu sein bedeutet, der Hirte der Gemeinde zu sein. Nicht einmal der Prediger hat diese Aufgabe. Der Gemeindeälteste hat eine ganz wichtige Funktion. Er hat die Aufgabe, die Gemeinde, das Profil einer Gemeinde zu repräsentieren. Und der Gemeindeälteste hat die Aufgabe, der Hirte zu sein. Das heißt, das verlorene Schaf oder das Schaf, das ein bisschen Irrwege läuft, wieder zurück zur Wahrheit, wieder zurück in dieses Pferch zurückzuführen. Und das ist eine Herausforderung.

[10:36] Es ist immer wieder schön und ein Segen zu sehen, wie Gemeinden wachsen. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie Geschwister aus anderen Gemeinden vielleicht zu anderen Gemeinden zustoßen. Oder wie Menschen aus der Welt einfach in die Gemeinde kommen. Aber wie auch heute, so auch früher, ist das alles nicht immer so ganz einfach. Und deshalb wird uns in der Bibel gezeigt, dass es an Organisation bedarf, an Strukturen, die wir brauchen. Gemeinden, die stark wachsen und an Gliederzahlen zunehmen, haben auch Probleme. Und wir haben das früher in der Gemeinde gesehen und wir sehen das auch heute. Und deswegen möchte ich mit euch in Apostelgeschichte lesen, Kapitel 6 und dort die Verse 1 bis 6. Hier wird uns genau erklärt und gezeigt, warum es so schwierig ist, wenn Gemeinden groß, wenn es große Gemeinden gibt und man wenige Mitarbeiter hat, die eine Gemeinde führen und leiten können.

[11:52] Apostelgeschichte, Kapitel 6 und dort die Verse 1 bis 6. Da geht es um die Jünger und um die Gemeindeältesten. Und da heißt es in Vers 1: "In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die Hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen. Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll heiligem Geist und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst. Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben." Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glauben und heiligem Geist und Philippus und Pochorus und Nicanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Judengenossen aus Antiochia. Und diese Männer stellten sie vor die Apostel, die beteten und legten die Hände auf sie und das Wort Gottes bereitete sich aus und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam."

[13:06] Also wir sehen hier, dass eine große Gemeinde Herausforderungen hat. Ein Ältester kann nicht alleine eine ganze Gemeinde leiten, so wie der Prediger nicht die Aufgabe hat, jeden Einzelnen zu leiten. Es ist unmöglich. Deshalb hat man Diakone gewählt. Und auch die Aufgabe des Diakons, wenn wir das im Handbuch lesen, unserer Freikirche, wie unsere Glaubensväter damals in ihren Anfängen, als die Adventgemeinde gegründet worden ist, wie die Diakone damals gearbeitet haben, hat sich schon ziemlich viel verändert im Laufe der Jahrhunderte. Der Diakon ist nicht nur der Seelsorger, der mal eine Familie besucht und heucht mal rein, ob es denen gut geht. Ein Diakon hat die Aufgabe, den Brüdern, für die er zuständig ist, sie zu begleiten. Aber das Leben eines Diakons sollte ein Leben sein, das dem Herrn geweiht ist, so wie das Leben eines Ältesten.

[14:09] Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir unsere Aufgabe als Älteste oder als Diakon oder Diakonin, dass wir unsere Aufgabe unterschätzen. Und sie ist enorm wichtig, aber. Denn die Aufgabe des Diakons ist nicht nur ein Seelsorger zu sein, sondern auch die Familie oder den zuständigen Bruder oder die zuständige Schwester auf ihrem Glaubensweg zu begleiten. Aber das bedarf eines eigenen christlichen Lebens, eines eigenen authentischen Lebens. Deshalb ist es wichtig, dass wir ein Leben führen, das dem Herrn nicht nur wohlgefällig ist, nicht nur ein Leben ist, das authentisch ist, aber ein Leben ist, das den Herrn Jesus persönlich kennt.

[15:02] Wenn wir uns den Petrus anschauen, der Petrus war ein Zeuge dessen, was eigentlich passiert ist, was geschehen ist. Jesu Tod, also Jesu Leiden, Jesu Tod, Jesu Auferstehung. Also ein Ältester, so wie ein Diakon, müssen als Eigenschaft folgende haben und zwar die Auferstehungshoffnung. Das ist ganz wichtig. Ein Ältester und ein Diakon sollen Jesus Christus persönlich kennen, ihn persönlich erfahren haben, aber auch die Auferstehungshoffnung haben. Denn wenn wir selber keine Hoffnung haben, welche Hoffnung können wir denn einem Bruder oder einer Schwester geben, die hoffnungslos sind oder einem irrenden Bruder oder einer irrenden Schwester, wenn wir selber im Irrtum leben? Versteht ihr, warum es so wichtig ist, wenn wir wollen, dass Gemeinden wachsen, bedarf es an Geschwistern, die ihr Leben im Dienste Gottes stellen und ihr lieben.

[16:06] Das bedeutet Opfer bringen. Nun die Bibel sagt oder Gott sagt, er hat kein Gefallen an Opfern. Gott möchte nicht, dass wir opfern, sondern dass wir es freiwillig tun. Und dennoch, auch wenn es sich so wie ein Paradox anhört oder wie wenn sich das, was ich jetzt sage, beißt, aber es ist ein Opfer. Das bedeutet, mein Leben in Gottes Hand zu legen und mein Leben Gott zu beweisen, bedeutet, dass ich auf mein eigenes Ich verzichte. Und das ist mit Opfern gemeint. Ich opfere meinen Willen. Aber wenn ich Jesus liebe, wenn ich Gott treu sein möchte und wenn ich von Gott gesegnet werde, dann wird es kein Opfer sein. Ich werde es nicht als ein Opfer empfinden. Und viele Gemeinden scheitern genau an diesem Punkt, weil es führende Leader gibt, die nicht ihr Leben dem Herrn geweiht haben. Und das ist alles nur Performance. Aber die Menschen, die können heute sehr schön unterscheiden zwischen einem, der authentisch ist, und zwischen einem Bruder oder einem Ältesten oder einem Diakon oder einem Prediger, der nur eine Performance abgibt. Ja, also ein Schauspiel.

[17:27] Also diese Eigenschaften sind sehr wichtig. Ich möchte aber auch in Apostelgeschichte 14 und dort Vers 23 lesen, warum es so wichtig ist, dass die Gemeinde organisiert ist. In Vers 23 heißt das: "Und sie setzten in jeder Gemeinde Älteste ein, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn an, den sie gläubig geworden waren." Beten, Fasten, das sind Eigenschaften, das sind Voraussetzungen, die eine Gemeinde pflegen muss. Diese sind aktive Dinge, die man tut. Man betet und man fastet. Das ist ein aktiver Akt, den man vollzieht. Das ist wichtig, damit eine Gemeinde den richtigen Geist hat.

[18:05] Noch was, wenn ich als Gemeindeältester nicht mit Gott lebe und dem Herrn, dem Worte treu bin, dann ist mein Geist, mein Geist, was in mir ist, reflektiert das auf meine Gemeinde. Deshalb können wir so viele Gemeinden sehen, die sehr unterschiedlich sind. Es gibt eine Gemeinde, die der Bibel treu ist. Es gibt eine Gemeinde, die dem Geist der Weissagung treu ist. Die andere Gemeinde will vom Geist der Weissagung gar nichts hören. Warum gibt es diese Unterschiede, wenn wir doch alle das Wort und die Wahrheit haben? Weil es bedeutet, dass ich mein Glaubensleben oder mein Studium so studiere oder so vertiefe, wie ich es möchte und nicht, wie der Gott oder der Geist Gottes mich führt. Denn der Geist Gottes führt uns in alle Wahrheit und bringt Einheit. Die Konsequenz eines authentischen Lebens mit Gott ist immer Einheit. Nun könnte der andere sagen: Ja, warum gibt es so viele Spaltungen in der Gemeinde, wenn wir doch alle das Wort Gottes studieren? Und daran scheitern Gemeinden, weil sie nicht den Geist des Gebets und des Fastens haben. Denn eine Gemeinde, die gemeinsam betet und fastet, kann nicht anders als eines Geistes zu sein. Und Gebet und Fasten führt immer zur Einheit. Und das ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Gemeinde. Und eine Gemeinde, die nicht nur missionarisch tätig sein will, die aber auch ein Profil hat, das authentisch ist.

[19:48] Und deswegen, wenn wir über geistlichen Leadership, wie wir im Englischen Leadership, also Diener, wenn wir über Leadership sprechen, dann sprechen wir unbedingt über Menschen, die Gott geweiht sind. Und das dürfen wir nicht unterschätzen. Die Weihe zu Gott. Wenn ich mich Gott weihe, dann ist meine Gemeinde auch Gott geweiht. Natürlich haben wir immer einzelne Geschwister oder Besucher, die dagegen kämpfen. Denn wir wissen, dass wir es nicht mit Mächten zu tun haben, die wir sehen, sondern mit unsichtbaren Mächten der Finsternis. Und Gut und Böse können nicht miteinander zusammenwirken. Deshalb gibt es diesen Kampf. Aber der ist manchmal unausweichlich. Manchmal muss es in einer Gemeinde auch zu solchen Kämpfen kommen, damit Gott die heraussichtet, die nicht am Ende der Zeit bei Gott sein wollen, weil sie ihren eigenen Gottesdienst gewählt haben. Und mit Gottesdienst meine ich das, was wir jeden Tag machen: Lebensstil.

[20:56] Wenn wir uns den Montagsabschnitt anschauen, da geht es um den Ältesten. Und der Älteste sollte welche Eigenschaften haben? Wir haben vorhin einige erwähnt, wie Demut, wie Hingabe, wie freiwillige Hingabe, wie Liebe zum Nächsten. In 1. Petrus 5 und dort Vers 1 bis 4 heißt es: "Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll, weidet die Herde Gottes, die ich euch anbefohlen habe. Achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt, denn nicht um schändlichen Gewinn willen, sondern von Herzensgrund. Und dann heißt es weiter: Nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erschienen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen."

[21:58] Achtet mal auf Vers 4: "Nicht als Herren über die Gemeinde." Wer ist denn der Herr unserer Gemeinde? Der Herr unserer Gemeinde ist Jesus Christus. Also wir sollen nicht herrschen, mit anderen Worten, über unsere Gemeinde, aber wir sollen, was sein? Vorbilder der Herde. Und das ist ein Unterschied, oder? Ob ich herrsche, oder ob ich Vorbild bin. Denn wenn ich eine Vorbildfunktion habe, habe ich auch die Funktion eines Dieners. Wenn ich ein Herrscher bin, dann herrsche ich über andere, Macht aus. Aber das ist nicht das, was Gott meint, wenn er davon spricht, was ein Ältester an Eigenschaften in einer Gemeinde einbringen soll. Nicht die Herrschaft. Er soll nicht herrschen, sondern er soll ein Diener sein, er soll ein Vorbild sein. Er soll ein Hirte sein. Denn der Erzhirte ist Jesus Christus selber.

[23:04] Wenn wir uns jetzt den Begriff Hirte anschauen, ein Synonym für Hirte, fand ich sehr interessant, bedeutet Beschützer, Helfer. Der Älteste hat die Aufgabe des Beschützers und des Helfers. Ich helfe also meinen Geschwistern, den Weg zu Gott zurückzufinden. Ich helfe den Geschwistern in der Gemeinde, auf dem Weg zu bleiben. Das ist ein Unterschied. Ich herrsche nicht, ich manipuliere nicht, ich beherrsche nicht die Menschen in der Gemeinde. Was viele leider verwechseln oder ihr Amt missbrauchen, haben wir ja auch in der Politik. Menschen, die Macht haben, Macht korrumpiert immer. Menschen missbrauchen ihre Macht und üben Macht über andere aus und manipulieren sie. Das ist aber nicht das, was Jesus Christus hiermit meint. Er meint, wir sollen Vorbilder sein, Helfer, ja sogar Beschützer sein.

[23:58] Es gibt eine Warnung für die Hirten in Jeremia 10, Vers 21. Bitte schlagt mit mir auf, Jeremia 10, Vers 21. Und da heißt es: "Denn die Hirten sind zu Toren geworden und fragen nicht nach dem Herrn, darum kann ihnen nichts Rechtes gelingen und ihre ganze Herde ist zerstreut." Ist das nicht traurig? Die Herde zerstreut. Ist das nicht die Realität, die viele Gemeinden heute erleben? Spaltungen in der Gemeinde, die Herde ist zerstreut, Geschwister, die nicht mehr kommen, weil sie enttäuscht sind, weil sie verletzt worden sind.

[24:38] Ihr Lieben, wir haben heute eine ganz große Herausforderung, aber auch eine ganz große Aufgabe, wenn wir über Vorbilder sprechen. Die Menschen schauen auf uns. Jesus Christus ist uns ein Vorbild gewesen im Dienen. Er kam als ein Mensch, er kam als jemand, der vielleicht unscheinbar, ja als unscheinbare Persönlichkeit, hat aber in allem so gelitten, wie wir und in allem wurde er so versucht, wie wir, heißt es in der Heiligen Schrift. Aber er war uns in allem ein Vorbild: in der Liebe, im Dienen, in der Demut, in der Hingabe, in der Opferbereitschaft. Und das ist das Modell, an dem wir uns orientieren sollten.

[25:33] Wir haben in unseren Gemeinden, vor allem, wenn wir gerade im Bereich Mission, wenn wir über Mission reden, in unseren Missionsausschüssen, reden wir oft über Strategien, wie wir Menschen in die Gemeinde halten. Wir überlegen uns Konzepte aus, wie halten wir Geschwister oder Jugendliche in unserer Gemeinde. Wir brauchen ein neues Liederbuch, wir brauchen neue Songs, damit die Gemeinde, damit die Jugendlichen in der Gemeinde nicht da gelangweilt sitzen. Ist es das, was Jesus Christus meint, wenn wir über Nachfolger, dienende Nachfolger sprechen? Ist uns überhaupt klar, welche Aufgabe wir in Wirklichkeit haben?

[26:18] Natürlich ist es nichts Falsches dran, dass wir uns Konzepte ausdenken in der Gemeinde, wie wir unser Gemeindeleben besser gestalten können. Aber so viel Innovatives brauchen wir gar nicht, wenn wir uns an das Konzept halten, das die Bibel uns gegeben hat: Demut, Nächstenliebe, Opferbereitschaft, freiwilliges Dienen, Hingabe, echte Weihe. Das ist das Konzept, das wir brauchen heute, um Menschen in der Gemeinde zu halten, in Anführungszeichen. Und nicht neue Songs und nicht Schauspiel, keine Performance, kein innovatives, sonstiges Programm, sondern einfach nur diese Basics, die eine Gemeinde oder ein Christ haben sollte: Liebe, Liebe zu deinem Nächsten.

[27:18] Und deshalb fand ich diese Begriffe so interessant, dieses Synonym des Begriffes Hirte: Beschützer, Helfer. Wenn wir uns den Dienstagabschnitt anschauen, da geht es um dienende Führer. Und da wird uns ein Text genannt in 1. Petrus 5 Vers 3. Lasst uns das vielleicht nochmal lesen in 1. Petrus, Kapitel 5. 1. Petrus 5 Vers 3, da heißt es: "Nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde", haben wir vorhin gesagt. Wir finden wichtige Prinzipien für christliche Leader. Petrus ruft uns auf in diesem ganzen Kapitel, dass wir Diener sind, haben wir vorhin festgehalten, dass wir Menschen sind, die Diener sind. Denn der Jesus Christus, er liest in unsere Herzen, er kennt, was in unserem Verborgenen ist.

[28:24] Versteht ihr, warum es nicht reicht, dass wir nur Äußerlichkeiten pflegen in der Gemeinde? Wir stehen als Ältester da, repräsentieren die Gemeinde und alles ist nur Performance. Es reicht nicht aus, wenn wir nicht den Heiligen Geist haben. Denn wir wissen, dass der Heilige Geist die Funktion hat, Menschenherzen zu Gott zu führen. Unser Teil, den wir beitragen können in der Gemeinde, ist all das, was wir gerade gesagt haben. Aber was wir nicht vergessen dürfen, ist, dass der wichtigere Teil nur der Heilige Geist tun kann. Aber der Heilige Geist kann auch nur in einer Gemeinde wohnen und wirken und aktiv wirken, wo es auch zugelassen wird, wo dem Heiligen Geist auch Raum gegeben wird zu wirken. Ich glaube und ich hoffe, dass uns das alles und dass uns das bewusst ist und dass uns das klar ist, dass wir den Heiligen Geist brauchen. Ohne den Heiligen Geist funktioniert das Ganze nicht. Aber dass wir auch ein Leben haben sollten des Dienens und der Opferbereitschaft. Ich hoffe, dass auch das, dass das klar ist.

[29:37] Das ist nicht selbstverständlich. Für viele ist das nicht selbstverständlich, aber es sind dennoch Eigenschaften, die wichtig sind und die unerlässlich sind. Es geht hier nicht um Machtposition, es geht hier nicht um Führungsrollen. Denn ein Gemeindeältester heute zu sein oder ein Diakon heute zu sein, ist, wie wir vorhin gesagt haben, eine Herausforderung. Weil wir in einer Zeit leben, wo wir sehr viel Druck bekommen, außerhalb, aber auch innerhalb der Gemeinde. Viele Gemeinden haben innen, in internen Spaltungen, weil einfach viele Doktrinen verdreht werden. Und das, was wir glauben als Siebenten-Tags-Adventisten heute in Frage gestellt wird. Deshalb ist es wichtig, dass ein Gemeindeältester, aber auch ein Diakon, tief verwurzelt ist in der Wahrheit, in unseren Glaubenspunkten. Und Jesus, wie wir schon vorhin gesagt haben, ist uns da ein Vorbild gewesen. Und Jesus möchte heute Führer haben, die das Königreich Christi nicht nur predigen, sondern in ihrem Leben schon ausleben.

[30:57] Ein Gemeindeältester ist nur so kohärent, wie er auch lebt. Kohärent mit dem Begriff meine ich, authentisch ist. Ein Mensch ist nur so authentisch, wie er auch das lebt, was er glaubt. Deshalb ist es so wichtig, dass wir, wenn wir im Dienst für Gott stehen, uns täglich weihen. Denn für einen Gemeindeältesten, wie für einen Prediger, sowie für einen Diakon oder einem einfachen Glaubensgeschwister, die einfach in die Gemeinde kommen und auch nur die Sabbatschule halten, wir stehen alle vor der Herausforderung, dass wir manchmal in unserem Leben nicht authentisch sind. Und da brauchen wir gar nicht drum herum reden. Das Leben eines Christen bedarf der täglichen Weihe. Und nur so können wir effektiv für Jesus Christus Mission betreiben, aber auch effektiv in unserer Gemeinde wachsen.

[32:00] Wenn wir in Philipper Kapitel 2 lesen, und ich fand diese Verse sehr, sehr wichtig. Philipper Kapitel 2. In Philipper Kapitel 2 und dort die Verse 4 bis 8, da heißt es: "Und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was den anderen dient. Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht. Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesus sich beugen sollen alle derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters. Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht."

[33:24] Versteht ihr? Jesus Christus hat sich selbst entäußert, mit anderen Worten entkleidet, nackt gemacht, enthüllt, hat seine Göttlichkeit, seine Gottheit abgelegt, damit er wie ich und du wird, Mensch, damit wir bald bei ihm sein dürfen. Und ich glaube, wenn wir das als Gemeindeälteste oder als Diakone erkennen, dass erstens wir alles auf dieser Erde, was wir haben, vergänglich ist und dass unser Ziel ist, bei Gott in Ewigkeit zu leben. Denn der Kampf, der hier tobt, der wird bald ein Ende nehmen und all das, was wir heute hier erleben, wird zu einem Ende kommen. Aber das, was Gott uns versprochen hat, wird in Ewigkeit bestehen.

[34:14] Wenn ich und du nicht bekehrt sind, wie können wir Menschen für Jesus Christus erreichen? Und wie können unsere Gemeinden wachsen, wenn ich und du im Grunde genommen gar nicht glauben, was hier steht, sondern dass wir das alles nur oberflächlich annehmen? Und in dieser Gefahr stehen wir jeden Tag, dass wir den Glauben als etwas Selbstverständliches nehmen und das, was Gott für uns getan hat, einfach als selbstverständlich erachten. Aber so ist es nicht. So ist es nicht. Das, was Gott getan hat, ist ein Akt der Liebe, die das alles übertrifft, was menschliches Denken überhaupt erfassen kann.

[35:05] Wenn wir uns den Mittwochsabschnitt anschauen, da geht es um die Demut, gekleidet sein mit Demut. Und im Griechischen heißt oder bedeutet der Begriff Demut so gesehen, wie jemand, der schwach ist oder arm ist. Das steht total im Gegensatz zu dem, was die Bibel uns lehrt. Denn ein Mensch, der demütig ist, ist nicht ein Mensch, der schwach ist oder der Schwäche zeigt, sondern ist ein Mensch, der eigentlich im Grunde genommen die Gnade Gottes angenommen hat. Ein Mensch, der demütig ist, hat die Gnade Gottes angenommen. Denn wenn ich und du verstehen, was Jesus Christus am Kreuz für uns getan hat, können wir nicht anders, als demütig zu sein. Als demütig zu leben und demütig unserem Nächsten auch entgegen zu kommen.

[35:56] Demut ist nicht eine Eigenschaft, welche Schwäche zeigt oder Schwäche bedeutet, sondern ein Mensch, der demütig ist, hat die Gnade Gottes angenommen und erkannt. Das ist meine persönliche Definition von Demut. Wir sind alle Sünder und wir brauchen alle Erlösung. Und wenn wir demütig sind, haben wir dieses Konzept, dieses Prinzip erkannt. Und die Bibel sieht die Demut komplett anders, als das, was im Griechischen im Grunde bedeutet. Denn Demut ist das Gegenteil von Stolz und charakterisiert einen wahren Christen, der wirklich eine Beziehung zu Gott hat. Das ist Demut. Und Demut ist nicht etwas, was wir lernen können. Demut ist nicht etwas, was wir erlernen können. Demut ist ein Prozess im Leben eines Christen, der erkannt hat, was Jesus Christus für ihn persönlich getan hat, aber nicht nur, das geht noch weiter, ein Mensch, der sich seines Zustandes bewusst wird. Ich bin ein Sünder, ich habe keine Gnade verdient. Alles, was ich von Gott bekomme, ist Gnade, obwohl ich es nicht verdient habe. Wenn du dir dieser Sache bewusst bist, dann kommt die Demut ins Spiel.

[37:42] Denn dann wirst du dein eigenes Ich herunterschrauben. Es wird nicht mehr existieren, sondern nur Jesus Christus wird die Herrschaft in deinem Leben übernehmen, weil du dir deiner Schwachheit und deiner Sündhaftigkeit bewusst wirst. Und wie wirst du dir deines Zustandes bewusst? Je mehr du im Wort Gottes liest. Denn dieses Wort verändert dich. Und das ist eine ganz wichtige Eigenschaft, wenn wir über Leadership sprechen.

[38:16] Und deswegen fand ich diese Zitate auch treffend. Ich wiederhole sie: "Stehe an der Spitze, um zu dienen, nicht um zu herrschen." Und "Wer Menschen nicht lieben kann, ist nicht fähig, sie zu führen." Ein Unternehmen, das erfolgreich sein möchte, muss sich um seine Mitarbeiter kümmern. Das Wohl der Mitarbeiter muss an erster Stelle stehen. Nur so hat man ein positives Klima. Nur so gehen die Leute gerne zur Arbeit. Das ist doch logisch. Ich gehe doch ungern in einen Betrieb, wenn ich weiß, ich muss da neun Stunden arbeiten und werde da von morgens bis abends gemobbt. Wer von euch würde mit einem positiven Geist arbeiten gehen? Das könnte man vielleicht ein, zwei Wochen machen. Man nimmt sich vor, positiv reinzugehen. Und man macht das alles. Und man arbeitet. Und man zeigt es denen. Man ist gut gelaunt. Man lässt sich die Laune nicht verderben. Mach das ein Monat. Mach das ein Jahr. Mach das zwei Jahre. Irgendwann mal steckt dich das an. Und du gehst kaputt.

[39:23] Und nimm dieses Beispiel und projiziere das jetzt auf Gemeinde. Du gehst jeden Sabbat in die Gemeinde und der Gemeindeälteste grüßt dich nicht und übt Herrschaft über dich aus. Der Diakon kümmert sich nicht um dich. Dir wird nicht die Hand geschüttelt. Dir wird kein herzliches Willkommen gesagt. Würdest du so gerne jeden Sabbat in die Gemeinde gehen? Meinst du, dass so eine Gemeinde wächst? Ich glaube, diese Frage, die eine rhetorische Frage ist, hat sich erübrigt. Die Antwort kennen wir. Natürlich nicht. Wer geht in so eine Gemeinde? Keiner. Und so verliert man an Gliedern.

[40:04] Deshalb ist es wichtig, dass wir demütig sind und dass wir unseren Fokus setzen auf Jesus Christus und auf sein Reich. Auf unseren Auftrag, Menschen zu Jesus Christus zu führen. Und das können wir nur, wenn wir demütig sind und wenn wir selber die Botschaft der Gnade in unserem Leben angenommen haben. Das ist die logische Schlussfolgerung.

[40:29] Was aber hat das Kreuz mit Demut zu tun? Warum ist es so wichtig, dass wir das Kreuz in unserem Leben verstehen? Weil das, was Jesus Christus am Kreuz für dich und mich getan hat, war ein Akt der Demut. Jesus Christus hat sich entblößt, hat das verlassen, was er auf ewig hätte sein können, damit er Mensch wird für alle Ewigkeit und gezeichnet ist. Ist das nicht ein Akt der Demut? Ich glaube, noch demütiger kann ein Mensch nicht sein, wenn er sein Leben gibt für seinen Nächsten. Ich glaube, das ist der größte Akt, den ein Mensch vollbringen kann: sein Leben zu lassen für einen anderen. Nicht nur für jemanden, den man liebt. Für jemanden, der sich auch in Zukunft gegen dich entscheiden wird. Denn Jesus kennt uns, er kennt dich und mich und er weiß, wie wir uns in ein paar Jahren entscheiden werden. Und dennoch hat er das in Kauf genommen. Ist das nicht ein Akt der Demut? Also, wenn ich und du das verstehen, dann haben wir das ganze Evangelium verstanden. Und dann können wir nicht anders, als demütig zu sein. Und ich glaube, das ist genau unser Schlüssel, the key, der Schlüssel zu Gemeindewachstum.

[42:00] Die Liebe zu unserem Nächsten, die Demut, die Hingabe, die Opferbereitschaft, das eigene Leben Gott zu weihen täglich, der Heilige Geist. All diese Komponenten machen ein erfolgreiches Konzept aus, um Menschen für Jesus Christus zu gewinnen und Gemeinden wachsen zu lassen. Das ist wie ein Gärtner, der eine Erde hat. Wenn er sie pflegt und nährt, wird er die Früchte seiner Arbeit aufsammeln, sehen. Und dieses Prinzip können wir übertragen, wenn wir über Gemeindeleben sprechen und Gemeindearbeit. Der Boden muss gepflegt, genährt werden. Ansonsten wächst nichts.

[42:53] Wir können nicht auf ein Wunder warten, wenn wir uns selber nicht einbringen in unsere Gemeinde. Wir können nicht Ausschüsse machen und Missionsausschüsse und Diakonausschüsse und uns beschweren, dass wir nicht wachsen, wenn wir uns nicht selber in unsere Gemeinde einbringen. Und das bedarf der Zeit und wir müssen etwas investieren. Ich kann nicht erwarten, dass irgendetwas entsteht, wenn ich einfach nur da sitze und Macht ausübe und herrsche und grob bin und keine Liebe habe. Was möchte ich denn? Was erwarte ich denn?

[43:35] Versteht ihr, warum dieses Prinzip wichtig ist? Dass wir erkennen, wo wir an uns arbeiten müssen. Und ich glaube, jeder von uns wird vielleicht auch in diesem Moment vom Heiligen Geist angesprochen und weiß genau, wo er seine Baustelle hat. Und jede Gemeinde kennt seine eigene Baustelle. Und daran sollten wir arbeiten.

[43:56] Denn wir haben vergessen, dass wenn wir unsere Gemeinden nicht vorbereiten, wie können wir denn verlangen und erwarten, dass die Menschen von der Welt kommen in unsere Gemeinde und sich wohlfühlen. Und unsere Gemeinden sind heute nicht bereit, andere Menschen aufzunehmen, weil der Geist in unserer Gemeinde nicht stimmt. Und ich glaube, ich sage nichts Falsches oder ich sage keine Häresie, sondern ich sage die Wahrheit. Weil ich sie nicht aus mir selber sage, sondern weil ich sie aus dem Wort sage. Und weil ich das in unseren Gemeinden heute erlebe.

[44:33] Und wenn wir uns den Donnerstag-Abschnitt anschauen, da geht es um den brüllenden Löwen. Und wenn wir in 1. Petrus, Kapitel 5 lesen, wenn wir uns diesen Text nochmal schnell anschauen. 1. Petrus, Kapitel 5. 1. Petrus 5 und dort die Verse 8 bis 10. Da heißt es: "Seid nüchtern und wach, denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge." Und dann heißt es weiter: "Dem widersteht fest im Glauben und wisst, dass eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen." Vers 10: "Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen."

[45:31] Ist das nicht eine Verheißung, die wir in Anspruch nehmen sollten? Natürlich! Das ist genau das, was jede Gemeinde heute braucht. Denn der brüllende Löwe, der brüllt in jeder Gemeinde. Und ihn gibt es tatsächlich. Und deshalb gibt es so viele Spannungen und so viele Häresien und so viele Gekämpfe und Kämpfe in der Gemeinde, weil der Löwe in unserer Mitte ist. Verkleidet aber in einem schönen Sabbatanzug.

[46:07] Versteht ihr, was ich meine? Das Prinzip ist, ich kann noch so gut und toll am Sabbat sein, aber ich kann ein Löwe sein. Und das ist ganz arg wichtig. Ich möchte nicht der brüllende Löwe sein. Ich möchte nicht dieses Medium sein, das die Menschen von der Gemeinde abstößt. Und wenn du ein brüllender Löwe bist, dann hoffe ich, dass du dich Jesus Christus neu weißt und dass du das alles überdenkst. Denn wir vernichten Gottes Werk, wenn wir uns als Medium benutzen lassen. Und dieser brüllende Löwe gibt es wirklich.

[46:48] Jesus hat uns aber versprochen, dass er uns mit Kraft, mit Glauben zurüstet. Und wenn wir uns nochmal einen Vers anschauen in Offenbarung, den kennen wir alle. Offenbarung Kapitel 12 und dort die Verse 7 bis 9, da heißt es: "Und es entbrannte ein Kampf im Himmel. Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel. Und sie siegten nicht und ihre Städte wurde nicht mehr gefunden im Himmel. Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt. Und er wurde auf die Erde geworfen und seine Engel wurden mit ihm dahin geworfen."

[47:26] Satan und seine Dämonen herrschen hier. Und das ist kein Science-Fiction, das ist kein Movie, sondern das ist die Wahrheit. Und wenn ich und du Turbulenzen haben in unserem Leben, dann ist es, weil Satan und seine Engel und seine Dämonen hier sind und leben und die Herrschaft an sich gezogen haben. Aber mit einem Unterschied: Denn wir sind nicht alleine.

[47:54] Ich denke an Noah und seine Familie. Wie lange hat Noah gepredigt? 120 Jahre. 120 Jahre und in welchem Kontext hat Noah gelebt? In der Bibel heißt es oft, dass unsere Zeiten den Zeiten Noahs gleich sind. Er hat 120 Jahre gepredigt und er hat noch mehr getan als nur gepredigt. Er hat authentisch gelebt. Denn wenn ihr das Leben Noahs betrachtet und auch im Alten Testament, wenn wir lesen die Geschichte Noahs, hat er nur sich selbst gerettet. Er hat seine Frau mit in die Arche genommen, er hat seine drei Söhne mit in die Arche genommen und die drei Söhne hatten nochmal drei Frauen. Also jeder hatte seine Frau.

[48:41] Versteht ihr? Das ist nicht umsonst und das wurde dem Noah offenbart, was kommen wird. So wie uns das offenbart wird. Es wird regnen. Die Wiederkunft Jesu steht vor der Tür. Wir können, egal in welchem Kontext wir uns heute befinden und gesetzt gestellt werden im Leben, können wir wie Noah sein. Noah hat Einfluss gehabt über seine Kinder. Er hat seine Kinder mit in die Arche genommen. Seine Kinder hätten sich auch gegen Gottes Botschaft entscheiden können. Haben wir uns da mal Gedanken darüber gemacht? Oder die Schwiegertöchter hätten sagen können: Nein, ich verlasse meine Familie nicht. Ich bleibe hier. Uns geht es gut, es regnet doch nicht. Aber sein Leben war authentisch und darum haben diese Menschen sich gerettet. Weil sie genau das gelebt haben, was Gott an Maßstäben gesetzt hat.

[49:40] Und die gleichen Maßstäbe haben wir heute auch. Es gibt keine Entschuldigung. Weder für einen Prediger, noch für einen Diakon, noch für einen Ältesten. Wir sitzen alle im gleichen Boot und hoffentlich sind wir alle mal in der Arche. Das ist das, was wir uns wünschen und das ist das, was wir tun sollten: Menschen vorzubereiten, um in die Arche zu kommen. Um in der Wiederkunft treu festzustehen.

[50:15] Und das ist ganz wichtig und damit möchte ich auch abschließen mit einer kleinen Zusammenfassung. Also wir haben gesagt, dass ein dienender Leader, wenn wir über Leadership sprechen, jemand ist, der nicht herrscht über eine Gemeinde, sondern der über eine Gemeinde dient. Und der Diener ist, der seiner Gemeinde dient. Der freiwillig im Dienst für Gott steht und der Gemeinde dient, der Nächstenliebe übt, der authentisch ist in seinem Glaubensleben, der eine Beziehung zu Jesus Christus hat, der an die Auferstehung glaubt, der eine Hoffnung hat, der aber auch die Gnade Jesu Christi in seinem Leben angenommen hat. Und genau so gilt das für den Diakon und das gilt genauso für einen einfachen Glaubensbruder oder Glaubenschwester, die einfach nur am Sabbat in die Gemeinde kommen.

[51:11] Und wenn wir diese Prinzipien verstehen und wenn wir diese Lektion diese Woche, die wir natürlich noch weiter vertiefen können, betrachten, wenn wir das alles in unserem Leben übertragen und nochmal überdenken, dann werden wir Gemeinde mit anderen Augen heute sehen. Und ich wünsche mir und ich wünsche euch, dass wir genau das, was wir heute miteinander betrachtet haben, nochmal überdenken und dass wir uns ermutigen lassen, dass wir mit Jesus Christus stark sind und dass Jesus Christus unser Helfer und Beistand ist, in Gutem wie im Schlechten und dass er seine Gemeinde ans Ziel führen wird, mit oder ohne dich und mich. Aber schöner wäre es, wenn wir dabei sind und wenn wir mitarbeiten dürfen an diesem Werk. Ich wünsche dir Gottes Segen und schön, dass du dabei warst.


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