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In dieser Episode von „Weltengeschichte“ mit Christopher Kramp wird die Frage nach der Route des Volkes Israel durch die Wüste beleuchtet, wobei die Schwierigkeiten bei der Identifizierung biblischer Orte thematisiert werden. Der Vortrag gibt einen umfassenden Überblick über die biblische Geschichte, von der Schöpfung über den Auszug aus Ägypten bis hin zur Ankunft Jesu und der Verbreitung des Evangeliums. Dabei werden auch die Verfälschungen der christlichen Lehre und die Entstehung des Kirchenstaates kritisch betrachtet.


Weitere Aufnahmen

Serie: Weltengeschichte (Vortragsreihe über die Reihenfolge der biblischen Ereignisse)

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Transkript

[0:22] Einen wunderschönen guten Abend, hallo und herzlich willkommen zur Weltgeschichte, zur Episode 23: Lehrer des Lichts. Wir nähern uns so langsam dem Ende. Wir haben auch diesmal, zumindest, eine Frage bekommen und die wollen wir natürlich gerne beantworten, auch wenn sie nicht auf eine Episode bezieht, die schon etwas länger zurückliegt. Und zwar hat uns jemand eine Frage gestellt zur Episode 8. Also jemand hat wahrscheinlich seine, jetzt im Nachhinein, die bereits online gestellten Folgen sich angeschaut und die Frage wird gestellt: Auf welcher Route ist das Volk Israel durch die Wüste gelaufen? Eine sehr gute Frage, die man nicht so eindeutig beantworten kann. Das mag auf den ersten Blick überraschen, weil nämlich in den Schriften des Mose, ein zweiter Mose und in vierter Mose, enorm viele Ortsangaben gemacht werden. Ja, und man müsste denken, wenn man das einfach liest, dass man ohne Problem die Route nachvollziehen könnte. Das haben auch sehr viele versucht und sind meistens ein bisschen daran gescheitert, weil die meisten Ortsnamen, die dort in 2. Mose und 4. Mose erwähnt werden, nicht mehr zu identifizieren sind. Das sind nämlich alles Orte irgendwo in der Geröllwüste am Sinai. Das heißt, man antwortet, die sind eine Wüste gewesen, haben das erlebt und haben dann diesen Platz so genannt, aber kein Schild hinterlassen, dass der Ort so und so heißt. Das heißt, es ist relativ schwierig, diesen Ort wieder zu entdecken.

[1:53] Die große Frage ist eigentlich, ja, wo sind sie durch das Meer hindurch? Und da gibt es verschiedene Interpretationen. Einige glauben, dass es in Wirklichkeit gar kein großes Meer war, das ist vielleicht ein bisschen mehr als 100 Tümpel gewesen ist, wo sie vielleicht sogar ganz gut mit nassen Füßen durchgegangen sind. Aber die Bibel macht deutlich, es war nicht ein Tümpel, es war kein bisschen Marschgebiet. Es war tatsächlich ein echtes Meer, das sich geteilt hat. Man kann im Wesentlichen eigentlich nur zwei Optionen in Frage stellen: Entweder ist es die westliche, der westliche Teil des Roten Meeres, oder der östliche, der sogenannte Golf von Aqaba. Und für den spricht zumindestens, dass im Galaterbrief der Paulus sagt, in Galater 4, Vers 24, dass der Berg Sinai oder 25 vielmehr in Arabien liegt. Und das ist interessant, denn zu allen Zeiten ist Arabien nicht auf der Halbinsel Sinai gesehen worden. Und es könnte also tatsächlich durchaus so sein, dass der Berg Sinai eben nicht dort ist, wo heute er meistens eingezeichnet wird, auf der Halbinsel Sinai. Die wir deswegen so genannt, weil sehr viel später, Jahrhunderte später, irgendjemand mal auf die Idee kam zu sagen, der Berg Sinai müsste dort gewesen sein. Deswegen nennt man heute die Halbinsel Sinai. Zur Zeit des Auszugs war aber diese Gegend vermutlich sogar unter ägyptischer Kontrolle. Es spricht also einiges dafür, dass die Route, durch die sie in einer Halbinsel geführt und dann auf der östlichen Seite des Roten Meeres, also auf der östlichen, also östlich von der Sinai-Halbinsel, das den Golf von Aqaba geführt hat. Denn dort haben auch die Midianiter gewohnt und gedroht hat ja kurz vor der Begegnung am Sinai mit Gott, den Mose besucht. Ganz genau kann man das aber nicht mehr feststellen. Es gibt einige Archäologen, die das untersucht haben. Es gibt einige Hobby-Archäologen, die aufsehen sensationelle Funde gemacht haben, die aber auch nicht immer ganz genau zu verifizieren sind. Also, wer da weitere Forschungsergebnisse leisten möchte und berühmt werden möchte, der kann diese Route vielleicht mal identifizieren. Gibt es vielleicht kein Nobelpreis für, aber das würde vielen helfen, das vielleicht zu wissen. Aber entscheidend ist natürlich statt zu wissen, wo sie lang gegangen sind, wie sie lange gegangen sind. Und dafür haben wir sehr viele Informationen in der Bibel und dafür sind wir dankbar. Gute Frage. Wenn auch Sie eine Frage haben, dann lassen Sie uns das wissen und das fragen erzählten geschichte.de. Für alle, die hier sind, ist es ja gesagt, von die Fragenbox steht dort und wir hoffen, die Fragen zu beantworten zu können.

[4:26] Wir nehmen uns im Ende und wir haben immer mehr zusammenzufassen. Wir sind immer mehr zusammenzudrücken, damit es uns die Zeit nicht drängt. Deswegen in aller Kürze ein kurzer Rückblick, was bisher gesagt. Ausgehend von dem Gedanken, dass Gott die Liebe ist und es immer ist, das also das Gesetz Gottes darin besteht, dass er gesetzmäßig immer liebevoll ist, haben wir festgestellt, dass Gott Welten geschaffen hat, das Universum, um seiner Liebe Ausdruck zu verleihen. Und alle geschaffenen Wesen sollten in Harmonie, freiwillig mit diesem Gesetz der Liebe, die Übereinstimmung leben. Doch einer hinterfragte es ohne Grund, erfand die Sünde, die Rebellion und nahm ein Drittel aller Engel mit sich in diese Rebellion. Gott schuf diese Welt und er schuf den Menschen als Repräsentanten seines Charakters, um zu zeigen, dass er wirklich gut ist. Doch der Mensch wurde verführt und hat sich der Rebellion angeschlossen. Gott hat die Menschheit nicht aufgegeben, doch einen Plan wurde es wurde ein Plan, der schon seit Ewigkeiten existierte, umgesetzt. Gott würde ein Opfer bringen für die Menschheit. Ein Opfer sollten das demonstrieren. Nachdem die alte Welt untergegangen ist in der Sintflut, hat Gott den Abraham berufen, den Bund, den Gott eigentlich mit allen Menschen schließen möchte, zu verkündigen. Seine Nachfolger und Nachfahren. Vielmehr sind in Ägypten zu einem großen Erfolg geworden, dass Gott dann nach langer Knechtschaft durch das Rote Meer, von dem gesprochen haben, in die Wüste geführt, aus Ägypten befreit hat. Dort am Sinai sein Gesetz, die zehn Gebote, das Gesetz der Liebe ihnen offenbart hat, sie zu König und Priestern gemacht hat. So sollten der ganzen Welt dieses Gesetz Gottes offenbaren. Sie haben dann tatsächlich auch nach Verzögerung, kann erobert das Gelobte Land, sind dann aber wieder in den Abfall hineingerutscht, haben sich mit den anderen Götzen eingelassen. Finsternis hat das Land überfallen. Dann kamen die großen Könige David, Salomo. Das Volk Gottes hat plötzlich eine berühmte Größe im Nahen Osten. Andere haben zu ihm aufgeschaut. Das ging aber nicht lange so. Erneuter Abfall führte dazu, dass das Reich reichlich geteilt hat in zwei Teile. Das Nordreich gegen den Assyrern zugrunde und das Südreich wurde dann von Babylon eingenommen. Dem Großkönig Nebukadnezar hatte einen großen Traum über die Weltgeschichte, die noch kommen würde. Und sie traf auch Schritt für Schritt so ein, dass Volk Israel wurde dann befreit, als die Meder und Perser die Weltherrschaft übernahmen. Ging es zurück in das Gelobte Land, in kleinerer Anzahl als zuvor und bauten die Stadt Jerusalem wieder auf. Die Griechen kamen, wie vorhergesagt. Die Römer kamen, wie vorhergesagt. Und Gott selbst kam, wie vorhergesagt. All die Prophezeiungen der Propheten erfüllten sich, als Gott Mensch wurde, Jesus auf die Welt kam und den Menschen ein Vorbild war. Den Worten besiegte in diesen berühmten drei Versuchungen. Es zeigte, dass man der Rebellion widerstehen kann, dass man Gottes Willen tun kann. Er berief Jünger, er heilte viele, viele Menschen. Er vergab Sünden und er weinte über seine Stadt Jerusalem, denn sie hat ihn abgelehnt. Er nahm alle Sünden der Welt auf sich, ließ sich bespucken und letztendlich kreuzigen. Hat den Tod für jeden Sünder auf sich genommen und sich selbst das Leben zurückgegeben. Den Tod besiegt. Sie im Himmel in den Himmel aufgefahren und hat dort seinen Dienst als Hohepriester begonnen. Seine Jünger, die ausgebildet hatte, begann dann ab 31 diese gute Nachricht, dieses Evangelium, in der ganzen Welt zu verbreiten. Zunächst in Jerusalem. Dort wollte man aber wirklich nicht hören und das Volk Israel hörte auf, das besondere Volk Gottes zu sein. Den neuen Christen vieles noch schwer, die Heiden wirklich anzunehmen. Aber es gelang dann immer besser, vor allem durch Saulus zu Paulus wurde das Evangelium in die fernen Gegenden, bis nach Europa, bis nach Athen und schließlich bis nach Rom gebracht, wo er gefangen genommen wurde und schließlich auch exekutiert wurde, genauso wie Petrus. Jerusalem oder zerstört im Jahre 70. Und als letzte Überlebende der Generationen, die Jesus noch kannte, hat Johannes auf Patmos großartige Visionen bekommen über die Zukunft der Welt, der Offenbarung. Und auch das erfüllte sich alles genau so, wie vorhergesagt. Die Christen wurden massenhaft verfolgt in zahlreichen Wellen in dem römischen Reich, bis 313 Konstantin das Ruder an sich riss, vermeintlich Christ wurde und das Christentum jetzt toleriert. Das Christentum dann aber mit dem Heidentum mehr und mehr vermischt worden ist. Rom ging unter unter dem Ansturm der Barbaren, der Germanen. Und einige dieser Barbarenstämme an allen Völkern, die Franken, begann sich mit der nun erstarkten römischen Kirche, die das Machtvakuum in Rom ausgefüllt hatte, zu verbinden. Und es entstand der Kirchenstaat, sowie vorhergesagt in der Profit. Im siebten Jahrhundert entstand dann der Islam als Gegenbewegung gegen das abgefallene Christentum. Und wir haben das letzte Mal aufgehört am 25. September 800, Weihnachten 800, als Karl der Große gekrönt worden ist zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

[10:28] Da haben wir gleich weitermachen und bevor wir beginnen, möchten wir ein Gebet sprechen. Lieber Vater im Himmel, bedanken wir, dass wir heute Abend zu dir kommen können und dass wir aus der Geschichte lernen dürfen. Wir möchten dich bitten, dass du uns heute inspirierst durch die Lebensberichte von Männern und Frauen, die zu dir gestanden sind, die sich nicht haben einschüchtern lassen, die bereit waren, alles zu geben für die Wahrheit und die Liebe, die du bist. Möchte dich bitten, dass du uns ganz besonders ansprichst, dass wir lernen auch mutige Schritte an einer Hand zu gehen. Also du alle störenden heute Abend fern und gibt, dass für dich besser kennenlernen im Namen Jesu. Amen.

[11:39] Episode 23: Lehrer des Lichts. 1400 Jahre zuvor hatte Daniel all das gesehen. Er hatte das Standbild dem Großkönig Nebukadnezar und zudem zweiter genauestens erklärt und es war alles genau so eingetroffen. Auf die Babylonier waren die Meder und Perser gefolgt, dann die Griechen und dann für fast ein halbes Jahrtausend das römische Reich. Und damals hatte der Prophet Daniel gesagt, dass nach dem vierten, dem eisernen Reich, ein geteiltes Reich sein würde. Eisen und Ton. Das ist aber die Füße und Zehenteil von Ton und Holz von Eisen gesehen. Das bedeutet, dass mit ein verteiltes Königreich sein, kein geeignetes Reich mehr vor dem Kommen des Königreiches Gottes. Und tatsächlich war ja Roms zersplittert worden unter den Barbarenstämmen. Und in folgenden Jahrhunderten hatte es keine Möglichkeit gegeben, diese Barbarenstämme irgendwie zu einen. Sie hatten ihre eigenen Königreiche gegründet.

[13:02] Und dazwischen wirkte dieser seltsame Kirchenstaat, die römische Kirche, die die Position des ehemaligen weströmischen Kaisers eingenommen hatte und sich sogar einen Kirchenstaat, ein Territorium, hatte schenken lassen. Und dieses Miteinander von Ton und Eisen, dieses seltsame Ton inmitten des Metalls, war es nicht ein Hinweis darauf, wie hier Religion und Kirche eine ganz seltsame Mischung eingehen wollten? Daniel hatte deutlich gesagt, dass sie nicht zusammenhalten werden. Doch 1400 Jahre später sah man das in Aachen ganz anders. Der Papst krönte Karl den Großen zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Ja, es sollte von den Toten wieder auferstehen, nur christlich. Diesmal die Franken hatten sich ja dem Papst sehr wohlgesonnen gezeigt. Sie waren die ersten, die das Papsttum militärisch unterstützt hatten gegen die Ostgoten. Wie waren es die, dem Papst den Kirchenstaat beschert hatten. Und jetzt revanchierte sich das Papsttum, indem es die Krone, dass die Kaiserkrone überreichte und damit offenbarte, wer wirklich Herr im Hause des hoffentlich bald vollständig geeinten Europas sei. Karl hatte schon etliche Germanenstämme wie die Friesen und Sachsen besiegt und es stand zu hoffen, dass bald ganz Europa unter seiner Herrschaft erneut vereint sein könnte. Doch er hatte seine Krone von dem Papsttum bekommen, dem römischen König des Kirchenstaates.

[15:05] In jener Zeit ist viel diskutiert worden über das, was der Papst in Rom lehrte. Und die größte Diskussion entspann sich über die Frage des Abendmahles. Jenes einfaches Symbol, dass Jesus vor seiner Kreuzigung eingesetzt hatte. Mittlerweile war daraus ein echtes Ritual geworden. Die Fußwaschung war schon seit langem dahin geschwunden und nicht mehr existent. Auch der Kelch wurde nur noch selten ausgegeben. Man hatte immer Angst, dass die Laien im Gottesdienst verschütten würden und dann vielleicht auf das Blut Jesu treten. Blieb noch das Brot. Das war mittlerweile eine ganz standardisierte Hostie, aber die hatte es in sich. So war die offizielle Lehre. Man behauptete, dass durch besondere, wundersam wirkende Kräfte, das einfache Brot, das ist nicht viel mehr bestand aus Mehl und Wasser, sich in den tatsächlichen Leib Jesu, Wesen, verwandeln würde. Man nannte das Transsubstantiation. Hatte nicht Jesus gesagt: "Das Brot, aber, das sie ihm geben werde, ist mein Fleisch, was ich geben werde für das Leben der Welt. Wer mein Fleisch ist und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm." Sollte Jesus gepredigt haben, ein Jahr vor seiner Kreuzigung, zur Zeit des Passahfestes, ein Tag nachdem er Brot und Fisch für tausende Menschen wundersam gegeben hatte. Die Juden hatten ihn damals buchstäblich verstanden und sich deswegen von ihm abgewandt. Sie wollten keine Kannibalen sein. Petrus und Jünger hatten aber verstanden, dass Jesus symbolisch gesprochen hatte. "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens." Den Garten verstanden, dass sie nicht auf dem Fleisch von Jesus kauen sollten, sondern seine Worte durchdenken sollten.

[17:18] Aber das Wort Gottes spielte jetzt bei den vermeintlichen Nachfolgern von Petrus weniger eine Rolle. Wie nahmen die Worte von Jesus: "Das ist mein Fleisch, das sie essen sollte", wieder genau so wörtlich wie die Juden, nur dass sie ihnen das nicht einmal mehr ein Schrecken einjagte. Sie wollten das Fleisch von Jesus essen. Es sollte immer wieder geopfert werden. Und die Frage stellte sich: Wie kommt denn der Leib von Jesus aus dem Himmel in das Brot? Und die theologische Antwort war kühn und schnell gefunden. Durch die Worte des Priesters. Wenn der Priester, der menschliche Priester beim Abendmahl, die Worte der Umwandlung spricht, dann verwandelt sich durch die Worte des Priesters das leblose Brot in den Leib des Schöpfers. So als ob der Priester die Macht hätte, Jesus zu erzeugen. War das nicht genau das, was Paulus vorhergesagt hatte, dass sich jemand in den Tempel Gottes setzen würde und vorgeben würde, Gott zu sein? Konnte aus Staub Menschen machen. Wer behauptet, aus Mehl einen menschlichen Körper zu machen zu können, er behauptet göttliche, schöpferische Kraft zu haben. Überhaupt das Opfer, das immer wieder gebracht werden soll. Was war mit Hebräer 10, Vers 12: "Er aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden da gebracht hat, das für immer gilt, zur Rechten Gottes gesetzt." Warum brauchte es noch Opfer? Und warum waren das jetzt immer unblutige Opfer? War das nicht eine Wiederholung des Fehlers von Kain, der vor Jahrtausenden auch dachte, er könne opfern, was er wollte? Aber war Jesus nicht in Wirklichkeit im Himmel, da wir nun einen großen Hohepriester haben, hatte Paulus geschrieben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes.

[19:46] Nur wenige Menschen mögen darüber nachgedacht haben, dass die Idee, Jesus in das Brot zu zwingen, ganz offiziell ein Angriff war auf diesen Jesus, der in Wirklichkeit dort im Himmel war. Wenn Jesus im Brot war, konnte er nicht gleichzeitig Hohepriester sein. Es war genau das, was Daniel vorhergesagt hatte. Es wagte sich besonders Herr des Himmels, dieses kleine Horn, das kommen würde, ja bis zum Fürsten des Heeres erhob es sich. Und seine heilige Wohnung wurde verwüstet. Die Engel hatten durch lange gefragt: "Wie kann eine menschliche Macht das himmlische Heiligtum verwüsten? Die kommen doch gar nicht hierher." Es damals Saulus auf dem Weg, das Licht sei und Jesus ihn gefragt hatte: "Warum verfolgst du mich?" Da hatten die Engel verstanden, dass die Verfolgung des Volkes Gottes, der Angriff auf die Wahrheit, auch ein Angriff auf Jesus ist.

[21:10] Und die Menschen zur Zeit zu jener Zeit hatten tatsächlich keine Ahnung mehr, dass Jesus im himmlischen Heiligtum ihre Priester, die Engel, sah mit Bedauern, dass Jesus zwar dort im Himmel und Heiligem tatsächlich als Hohepriester diente, aber niemand zu ihm betet. Fast niemand. Fast alle, die sich Christen nannten, beteten lieber zu den Heiligen, statt zu Jesus zu kommen, um Vergebung zu erhalten. Bekam man die Vergebung jetzt direkt in der Kirche beim Priester? Es war fast so, als ob Jesus fast arbeitslos geworden war im Himmel. Dieser Kirchenstaat hatte Jesus den Dienst buchstäblich weggenommen. Man betet viel lieber zu seiner Mutter, von der man meinte, dass sie im Himmel sei, und zu all den Heiligen. Allein deswegen schon, weil man Gott als ziemlich ernst empfand. Jesus war ziemlich ernst und Gott, der Vater, war fast schon furchterregend. Die für lieber betete man dann zu der Maria. Kein Wunder, denn die Idee der ewigen Seele, die sich durch das griechische philosophische Denken eingeschlichen hatte, hatte neue gedankliche Monster geboren. Eines davon war die ewig brennende Hölle, in der Gott jeden Sünder in alle Ewigkeiten quält und tröstet. Es gab verschiedene Varianten, es gab auch das Fegefeuer für die, die nur eine Teilstrafe brauchten.

[23:24] Und all das geschah im Namen Gottes. Und als die Männer kamen, die Engel vom Himmel starteten und die Christenheit betrachteten und sie überlegten, was glauben diese Menschen dafür? Folgendes: Auf diese Menschen glauben an Gott zu glauben, aber auch, dass Gott nicht immer derselbe ist, denn sie glauben, dass sein Gesetz geändert werden kann. Und hatte das zweite Gebot ganz gestrichen, damit man die Bilder anbieten konnte oder sie verehren konnte. Aber das vierte geändert. Und als man das Gesetz geändert hatte, da war auch die Idee, dass Gott immer liebevoll ist, verschwunden. Man fängt jetzt an zu glauben, dass Gott oftmals mehr zornig als liebevoll ist. Also Menschen, die an Gott glauben, die aber nicht glauben, dass Gott immer derselbe ist, die glauben, dass Gottes Gesetz geändert werden kann und dass Gott ein bisschen grausam ist. Menschen, die glauben, dass sie selbst unabhängig von Gott sind, weil sie eine unsterbliche Seele haben, als die Engel. All das zusammengefasst haben. Jemand, der glaubt an Gott, dabei glaubt, das Gesetz kann geändert werden, und er ist nicht abhängig von Gott, und Gott ist ein bisschen grausam. Da fiel es ihnen irgendwann wie Schuppen von den Augen. Es war genau das, aber exakt genau das, was der Herr im Himmel gesagt hatte. Hatte nicht auch er gesagt, das Gesetz Gottes kann man ändern? Hat er nicht auch er gesagt, wir sind unabhängig von Gott? Wir können gar keinen Fehler machen. Hatte nicht auch er gesagt, dass Gott ein bisschen diktatorisch ist? Hatte nicht auch er den Charakter Gottes ein bisschen ins Negative gezogen und gleichzeitig behauptet, für Gott zu sein.

[25:39] Der Satan hat es geschafft, seine Rebellion im Himmel eins zu eins zu übertragen und in das Christentum hinein zu injizieren. Es war sein Meisterstück. In nie zuvor war seine Rebellion auf Erden so identisch mit dem Gedankengebäude, das er im Himmel proklamiert hatte. Es war die Zeit, das vierte Siegel aufgetan wurde, von dem Johannes auf Patmos gesehen hatte, das fahle Pferd, das Tod heißt, denn das Totenreich folgte ihm. In jener Zeit hat die Christianisierung Europas Fortschritte gemacht. Der Norden wurde reich. Ansgar von Bremen ging nach Dänemark, nach Jütland, nach Südschweden und brachte das Evangelium, das mittlerweile so viele Schatten aufwies, nach Norden. Aber der Traum von einem geeinten Reich scheiterte früh. Am 10. August 843 starb.

[26:53] scheiterte früh. Am 10. August 843 starb Karl der Große und sein gewaltiges Reich wurde geteilt. Das Westfrankenreich, ein Reich in der Mitte, genannt auch das Mittelreich, und dann Ostfranken, aus dem sich später die deutschen Staaten entwickelten. Daniel hatte auch 1400 Jahre später recht. Sie würden nicht zusammenhalten.

[27:12] Das Papsttum mischte kräftig mit seinen Armeen, wie hier 840 in der Seeschlacht von Ostia gegen die islamischen Sarazenen. Methodius und Kyrillos wurden 863 nach Böhmen und Mähren gesandt, um dort den Heiden, den Slawen, das Evangelium zu bringen. Man musste extra eine Schrift erfinden, damit die Bibel in ihre Sprache übersetzt werden kann.

[27:40] So sah sie aus, die glagolitische Schrift. Derweil nahm das absurde und finstere Werk der Päpste immer mehr zu. Vor nichts schreckten sie zurück, selbst davor nicht, ihre eigenen toten Vorgänger vor Gericht zu ziehen. Papst Stefan der Achte hatte tatsächlich die Muße, den bereits verstorbenen Vorgänger Papst Formosus als Leiche in seiner Papstkleidung auf den Thron zu setzen, um ihn vor Gericht zu stellen, ihn anzuklagen. Und nur wenige Wunder zuerst. Das passt, Formosus oft keinen Anklagepunkt.

[28:31] Reagierte. 960 wurde Dänemark christlich. Harald Blauzahn, der König der Dänen, ließ sich taufen. Und in damaligen Zeiten gab es keine Individualbekehrung, ganze Völker bekehrten sich, indem der König getauft wurde. Wer sich widersetzte, der musste um sein Leben fürchten.

[28:54] Das Christentum war mittlerweile weniger eine Religion der Liebe, als eine Religion der Macht. Ähnlich war es auch in Polen, als 966 Mieszko der Erste sich taufen ließ und damit auch Polen christlich wurde. Ohne die Texte sparten sie nicht mit Blut. Bonifatius der Siebte ermordete Johannes den Vierzehnten, weil der vorher den einen Papst ermordet hatte.

[29:22] Und vielleicht haben sich die Malachim erinnert an all das Blutvergießen in Folge Gottes zur Zeit der Könige der Chroniken. 988 wurde auch die Kiewer Rus, aus der später dann Russland wurde, christlich. Wladimir der Erste ließ sich taufen.

[29:44] Es gab schon damals Menschen, die klar und deutlich sehen konnten, dass das nicht so mit der Bibel übereinstimmte. Arnulf von Reims erklärte schon 991, der Papst sei der Antichrist.

[30:00] 996 wurde Otto der Dritte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und er führte die Bezeichnung "nach Christus" flächendeckend ein. Es hatte 400 Jahre gedauert, über 400 Jahre, seitdem Dionysius Exiguus das zum ersten Mal sich ausgedacht hatte. Und erst jetzt wurde diese Zählung immer verwendet.

[30:21] Und 1000 wurden auch die wilden Ungarn christlich. Stefan der Erste wurde gekrönt. Sie waren über Jahrhunderte eine Geißel der christlichen Länder gewesen, aber jetzt gehörten sie dazu.

[30:38] 1046 kam raus, dass ein Papst das Amt einfach gekauft hatte mit Geld, fast so wie Simon Magus, der den Heiligen Geist hatte kaufen wollen, 1000 Jahre zuvor. Und dann kam das, was einige Theologen seit Jahrhunderten befürchtet hatten: Interne Streitigkeiten theologischer Natur führten 1054 zu einer Spaltung der Kirche.

[31:06] Der Hauptgrund: Man konnte sich nicht einigen, ob der Heilige Geist vom Vater oder vom Vater und von Jesus ausgeht. Das viele Jahre, seit 1000 Jahren, hatte man darum debattiert. Man hatte auch darüber gestritten, ob bei der Eucharistie bei der Transsubstantiation gefeiert ist oder ungesäuertes Brot verwenden sei. Niemand war auf die Idee gekommen, dass die ganze Sache, die ganze Lehre falsch ist. Aber ob bei dieser gotteslästerlichen Handlung Hefe oder Sauerteig verwendet werden durfte, das führte zur Spaltung der Kirche.

[31:46] Aber der wahre Grund war der, dass der Anspruch uns im Osten nicht geduldet wurde. Und so beobachteten die Männer, die wir uns zum wiederholten Male angesehen haben, wie der Abfall von Gott zur Spaltung führte und dass die Rebellion gegen Gott noch nie dauerhaft stabile Gesellschaften und Systeme hervorgebracht hat.

[32:11] Die Westkirche beharrte darauf, weiterhin die einzige, umfassende, weltweite Kirche seien die katholische. So hieß die Kirche bis dahin. Ja, immer die Ostkirche war sich sicher, dass sie den wahren Glauben haben. Und sie dachten sich: Die Orthodoxen, die Rechtgläubigen. Doch weder waren die Katholischen allumfassend, noch die Orthodoxen rechtgläubig. Aber das störte nur wenige in jener Zeit.

[32:42] Am 22. April 1073 wurde Hildebrand von Sovana Papst. Und er war einer der größten Päpste, wenn Päpste groß genannt werden können. Sein Name war Gregor der Siebte. Selbst seine besten Freunde nannten ihn durchaus anerkennend den "Heiligen Vater".

[33:09] Niemals zuvor hat jemand die Idee des Papsttums so konzentriert erfasst, ausformuliert und umsetzen wollen, vor allem durch seine berühmten "Dictatus Papae". Zwei Jahre nach seiner Krönung darin schrieb er die Ansprüche des Papsttums nieder, dass die römische Kirche vom Herrn allein gegründet ist und nicht die orthodoxe Kirche, und schon gar nicht jene Gruppen, die immer noch irgendwo in der Weite der Alpen oder außerhalb des römischen Zugriffs sich befanden.

[33:47] Der Fall einer römischen Papst mit Recht universal genannt wird, dass alle Fürsten nur des Papstes Füße küssen, dass es ihm erlaubt, Kaiser abzusetzen, dass sei nur Zuspruch, von niemandem widerrufen werden darf, und er selbst als Einziger die Urteile aller widerrufen kann, dass er von niemandem gerichtet werden darf, dass die römische Kirche niemals in Irrtum verfallen ist und nach dem Zeugnis der Schrift niemals irren wird, und dass nicht für katholisch gilt, wer sich nicht in Übereinstimmung mit der römischen Kirche befindet.

[34:28] Gregor der Siebte hat gemeint, was er gesagt hat. Er war sich fest davon überzeugt, dass Gott der Kirche Macht gegeben hat.

[34:53] Denn tausende, Millionen von Menschen bekamen ein Bild von Gott, genauso wie es Satan schon immer haben wollte. Gregor der Zehnte war ein Mann, nicht nur der Worte. Und als der deutsche Kaiser sich gegen ihn stellte, ließ er ihn kurzerhand exkommunizieren. Den Kaiser, der dachte, erst sei halt nur ein Scherz, bis niemand mehr ihm folgen wollte. Und er tatsächlich im Winter 1077, drei Tage vor der Burg Canossa, im Schnee, im Büßergewand stehen musste.

[35:36] Der Stellvertreter dessen, der die Hand zu Petrus sofort ausgestreckt hatte. Der Stellvertreter dessen, der Judas die Füße gewaschen hatte. Der Stellvertreter dessen, der gesagt hatte: "Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Freude daran, den deutschen Kaiser demütigen zu sehen und frieren zu sehen.

[35:57] Er hatte gehofft, dass er sich eine Grippe holt. Und er hat nach drei Tagen sich arrogant die Füße küssen lassen. Der Stellvertreter Christi zeigte genau das, was den Satan schon immer ausgezeichnet hatte.

[36:17] Gregor der Siebte war auch der Meinung, dass das Volk überhaupt gar nicht wissen sollte, was das Wort Gottes sagt. Mittlerweile hatten sich die Sprachen sehr weiterentwickelt und die lateinische Bibel wurde von niemandem mehr verstanden, obwohl sie "Vulgata" hieß, was bedeutet in der Sprache des Volkes. Als sie ihren Stand sprach, noch jeder Latein. Doch das war schon lange nicht mehr der Fall.

[36:41] Und Übersetzungen sollten angefertigt werden, so war der Wunsch. Aber das Papsttum verbot das mit den Worten: "Es dem Allmächtigen gefällt, wenn der Gottesdienst in einer unbekannten Sprache durchgeführt wird, und dass viele Übel und Ketzerei durch Missachtung dieser Regel entstanden sind." Gott, der das Wort ist, Gott der Kommunikation liebt und der sich offenbaren möchte, wurde dargestellt als jemand, der gar nicht mit den Menschen reden will, er gar nicht verstanden werden will, den Mann noch gar nicht verstehen kann.

[37:13] Dass der Islam die heiligen Stätten gesetzt hatte, war im Abendland ein großes Ärgernis und rief den Papst und viele Fanatiker mit ihm zu einem Kreuzzug auf. Man wollte das Heilige Land retten und wieder zurückerobern. 1095 begann dieser erste Kreuzzug und mit einigem Erfolg konnten dort im Heiligen Land die ersten Kreuzfahrerstaaten errichtet werden. Sogar Orden sind gegründet worden, der Templerorden, und viele sind die Legenden und Geschichten, die sich um sein Wirken ranken.

[37:56] In jener Zeit tat Petrus de Bruys auf, um 1120, und er kritisierte die Kirche und behauptete, dass sie in vielen Punkten vom Glauben abgefallen sei. Die Taufe von Säuglingen, die sich in jener Zeit immer mehr durchsetzte, und die Taufe der Erwachsenen, die am Anfang der Christenheit noch praktiziert worden war, abgelöst hatte. Die empfand er zu Recht als eine Übertretung der Idee, dass jeder Mensch sich freiwillig für Gott entscheiden soll. Eine Übertretung des Gebotes: "Tut Buße", wenn Säuglinge nicht umkehren konnten.

[38:35] Sondern er kritisierte auch die immer größer und gewaltiger werdenden Kirchen. Er sagte, dass die Kirche nicht aus Steinen gebaut wird, sondern aus Menschen. Der Tempel Gottes, aber meisten...

[38:51] Kritisierte er die Eucharistie, die Transsubstantiation, als genau die Gotteslästerung, wie die Bibel fragt, sagt. Er, von dem Paulus gesagt hatte, dass jemand kommen würde, sich in den Tempel Gottes setzen würde als einen Gott und sich als Gott ausgeben würde. Diese Kritik brachte ihm keinen Lohn ein, stattdessen den Scheiterhaufen, auf dem er 1131 starb.

[39:17] In jeder Zeit änderte sich die Mode. Die romanische Architektur wurde durch die gotische abgelöst und dadurch konnten jetzt große und gewaltige Kirchen gebaut werden, wie man sie noch nie zuvor gesehen hatte. Aber keiner dieser großen Kirchen, Notre Dame oder wie sie alle hießen, konnte ansatzweise mithalten mit der gewaltigen Kirche, die Gott für sein wahres Volk gebaut hatte. Viel größer, viel fester und vor allem viel schöner waren die Berge, dort, wo sich seit Jahrhunderten all die zurückgezogen hatten, die den offiziellen Kurs der Kirche nicht mitgehen konnten und wollten.

[40:15] Ihre Feinde haben sie mit anderen Namen belegt. Und da in jeder Gegend die Täler "vaudoise" genannt wurden, oder weil dann später nannte man sie auch die Waldenser. Sie lebten dort, die kärglichen Täler der Alpen, wo man nicht viel anbauen konnte. Aber sie hatten noch die Schriften des Alten und Neuen Testaments in der Originalsprache. Sie glaubten noch das, was die Apostel geglaubt hatten und bewahrten in der Finsternis des Mittelalters die reine Lehre.

[40:56] Dort in den Tälern der Grand-Politis und Chris... Ohne dort wurden Prediger ausgebildet, die "Bonavi", die "Onkel", wie sie genannt wurden. Die nach langer, gründlicher Ausbildung in Griechisch und Hebräisch dem Abschreiben von Dokumenten hingingen, ausgesandt wurden. Immer wieder kamen die Truppen, Herrscher und Könige der Päpste und Privaten. Immer wieder wurden sie verfolgt und sie zogen sich zurück in die Höhlen und die unerreichbaren Gegenden des Gebirges.

[41:43] Und oft von ihren Siedlungen dem Erdboden gleichgemacht, gebrandschatzt, ihre Frauen geraubt und vergewaltigt, die Kinder ihnen weggenommen und den katholischen Schulen gesteckt. Aber ein Jahrhundert nach dem anderen sah die Existenz dieser Gläubigen. Und anstatt sich nur dort zurückzuziehen, sorgten sie hinaus in alle Herrenländer, Ostfranken, nach Böhmen, jenseits der Alpen, um das Evangelium unter Gefahr für Leib und Leben weiterzugeben.

[42:25] Ihr Motto war: "Lux lucet in tenebris", das Licht leuchtet in der Finsternis. Sie wussten, dass irgendwann diese Finsternis vorbei sein würde. Vielleicht haben sie aus den Schriften von Daniel geahnt, dass es Jahrhunderte dauern würde. Aber sie wussten, irgendjemand muss die Fackel hochhalten, jemand muss dafür sorgen, dass am Ende des dunklen Zeitalters noch Bibeln verfügbar sind.

[42:51] Und in Zeiten, als die Manuskripte der Bibel fast nicht mehr existent waren, waren es vor allem Waldenser, die dafür sorgten, dass die Bibel nicht ausstarb.

[43:03] Auf der anderen Seite der Westalpen, im Süden Frankreichs, lebten ihre Brüder, die der römischen Kirche peinlich waren. Das überall solche Gläubigen waren, die noch so lebten und glaubten, wie Jesus und die Apostel. Sie haben alle Mühe sich gegeben, diese Gruppen voneinander zu trennen und mit verschiedenen Namen zu belegen, so dass jeder glaubt, dass es sich immer nur um lokale Phänomene handelte. Diese Gruppe wurde Katharer genannt, manchmal auch Albigenser, nach der Stadt Albi. In Wirklichkeit war die selbe Gemeinde, die einfach nur geografisch getrennt war.

[43:44] Und um 1200 begann man genau gegen diese Albigenser, Katharer, mit aller Schärfe vorzugehen. Ein Kreuzzug wurde ausgerufen, diesmal nicht gegen die Anhänger des Mohammed, sondern die Anhänger von Jesus. Und viele von ihnen verbargen sich in der fast uneinnehmbaren Stadt Carcassonne. Doch auch die wurde gestürmt.

[44:13] Und 1209 sind tausende und abertausende Albigenser, Kathar-Gläubige, Männer und Frauen, hingerichtet und deportiert worden.

[44:26] In der Zeit wurde der Dorfrat Rom... Prädikat... Um der Orden der Prediger gegründet wurde, besser bekannt als der Orden der Dominikaner, die "Hunde des Herrn". Denn obwohl sie hinausgehen, um zu predigen, machten sie sich besonders berühmt dadurch, dass sie darauf achteten, dass alle die wahre, reine katholische Lehre hatten. Und dazu wurde nicht nur gepredigt.

[44:56] Schon bald waren sie die Meister im Herausfinden von Häretikern und Ketzern. Gregor der Neunte musste sich erneut gefallen lassen, auf einem Konzil in Regensburg vom Erzbischof von Salzburg, Eberhard, als Antichrist bezeichnet zu werden. Aber das war nicht weit hergeholt.

[45:19] Einer seiner Nachfolger, Innozenz der Vierte, mit dem schönen Namen "der Unschuldige", erlaubte am 12. Mai ganz hochoffiziell den Einsatz von Folter in der Inquisition, mit dem Hinweis: Man sollte sie nur einsetzen, wenn der Inquisitor sich ganz sicher sei, dass der Beschuldigte sowieso schuldig sein.

[45:41] Man muss nicht Jura studiert haben, um zu wissen, wie barbarisch diese Einschränkungen waren. Wie viele Menschen in den geheimen Inquisition und den Kerker und Kellern dahin gesiecht sind, das ist nur im Himmel bekannt. Und all diese Finsternis entstand, weil die Christen Jahrhunderte zuvor begonnen hatten, das reine Wort Gottes mit der hellen Philosophie der Griechen zu vermischen.

[46:18] War das nicht eine interessante Lehre, dass der Versuch, das Wort Gottes noch besser zu machen, indem man das Beste der Griechen, von Aristoteles und Platon noch dazu nahm, es in Wirklichkeit sich alles verfinstert hatte und nichts mehr klar und deutlich. Es war keine Addition gewesen, als man die Bibel mit der Philosophie zusammenbrachte. Es war eine schreckliche Subtraktion.

[46:49] Die Theologie des Mittelalters war zersprengt von Aristoteles und der griechischen Philosophie. Der Großmeister von allen war Thomas von Aquino. 1274 kam seine "Summa Theologica" heraus, der Kern der gesamten katholischen Lehre.

[47:12] 1291 musste das Abenteuer Kreuzzüge endgültig aufgegeben werden. Fast zwei Jahrhunderte hatte man versucht, das Heilige Land zu erobern, aber jetzt konnten die Mamelucken den letzten Kreuzfahrerstaat auflösen.

[47:29] Stattdessen gingen jetzt die Moslems selbst zum Angriff über. Osman der Erste, Gazi 1299, entschied sich das oströmische Reich jetzt zum dauernden Gegenstand seiner Angriffe zu machen. War es die Rache für die Kreuzzüge? Es war auf jeden Fall eine Erfüllung dessen, was Johannes oft etwas gesehen hat.

[47:52] Dieser Salb links, die im Himmel gestoßen worden war. Und bis zur fünften Posaune hieß es, dass sie fünf Monate lang Schaden ausführen sollte. Und sie begann 1299 durch Osman.

[48:09] In jener Zeit haben die Päpste entschieden, dass Rom nicht mehr so schön sei als Residenzstadt. Rom war nur noch ein Schatten seiner alten Größe. Es lebten längst nicht mehr so viele wie zur Zeit des Römischen Reiches, nur noch wenige Tausend. Es ist eigentlich mehr ein berühmtes Dorf im Mittelalter. Und dort, wo früher die Armee, die Kaiser, die Legionen marschiert waren, dort, wo Trajan und Nero und Augustus über das Forum gegangen waren, da grasten jetzt Ochsen. Rom war eigentlich keine Reise wert.

[48:42] Unsere entschieden sich die Päpste umzusiedeln nach Avignon. Dort an der Südküste Frankreichs konnte man es sich viel besser ergehen lassen, fast so wie Gott in Frankreich.

[48:57] In jener Zeit ist der Templerorden wieder aufgelöst worden. Man hatte ihm wirklich viele gräuliche Verbrechen zur Last gelegt. Und dann kam die Zeit, das Licht hinein strahlen sollte, die Finsternis des Zeitalters.

[49:14] Es stand jemand auf im fernen England, ein Gelehrter, ein kluger Mann, der an der Universität von Oxford gelehrt hatte: John Wyclif. In Lutterworth hat er seine Parish, seinen Kirchenbezirk, und er hat die Bibel studiert wie niemand zuvor seit Jahrhunderten. Und er hatte einen echten, tiefen Glauben an Jesus Christus gefunden. Er hatte entdeckt, dass die Kirche derzeit dringend reformbedürftig war.

[49:50] Im Auftrag des Kaisers, des Königs von England, hat er sie sogar öfter mit täglichen Delegierten getroffen, um über Belange der Krone Englands zu debattieren. Und schließlich begann er, die Bibel in die Landessprache zu übersetzen, noch aus dem Lateinischen.

[50:07] Aber immerhin, er kam zu dem Schluss, dass der Papst der Antichrist sein müsse, den Paulus erwähnt hatte. Das konnte dem Papst nicht gefallen und Gregor der Elfte sprach am 22. Mai 1377 den Bann über ihn aus. Doch viel kam nicht ausreichend. Ein Jahr später starb er.

[50:31] Und das ohnehin geteilte Christentum erlebte die nächste Teilung. Westrom teilte sich in zwei Teile. Plötzlich gab es zwei Päpste, einer in Avignon und einer wieder in Rom. Das abendländische Schisma betraf jetzt die ganze Christenheit.

[50:49] So konnte Wyclif sein Projekt weiter fortsetzen. Große Teile Englands wurden erfasst von der Lehre des Evangeliums. Er hatte damals schon so tief gegraben, dass all die, die ihm noch folgen sollten, kaum tiefer kommen konnten. Er war nicht nur der Morgenstern, er war schon fast der Maßstab aller, die nach ihm kommen sollten.

[51:18] Und weil er ein kluger Denker war, blieb er nicht bei einigen Missbräuchen stehen, sondern natürlich schaute die falsche Theologie und kam zu dem Schluss, dass diese hochheilige Transsubstantiation in Wirklichkeit Irrlehre sei. Im Sommer 1381 formulierte er und selbst einige seiner besten Freunde waren jetzt schockiert. So tief sah das Sagen, dass in ihm drin.

[51:42] Er wurde immer wieder vor Gericht gestellt, aber man konnte ihn nicht zu Tode verurteilen. Er starb vielmehr Ende 1384 an einem Schlaganfall im Gottesdienst. Und seine Nachfolger, die Lollarden, formulierten 1388 als Bewegung ihre Artikel ihrer Glaubensüberzeugung. Sie gingen hinaus in die ganzen Gegenden der britischen Inseln und nach Europa.

[52:14] Einige von ihnen, nicht zuletzt deswegen, weil die Königin auf diesem Land kam, machten sich auch auf den Weg nach Böhmen und Mähren. Dort hatte Gott schon den nächsten Reformator bereits. Sein Name war Jan Hus. Aufgewachsen im Süden Böhmens war er nach Prag gekommen, hat er dort an der Karls-Universität studiert, war einer der brillantesten Gelehrten seines Landes.

[52:45] Und 1402 begann er an einer Kapelle in Prag zu predigen. Es war die Bethlehem-Kapelle, benannt nach dem Ort Bethel, ach Herr im Haus des Brotes. Hier sollte das Wort Gottes, das Brot des Lebens, ausgeteilt werden. Es wurde in der Landessprache gepredigt.

[53:04] Und Hofstaat sicher vor als ein guter Prediger, der die falschen Gebräuche und die Missbräuche der katholischen Kirche hat kritisiert. Dass sein Dienst veränderte sich nachhaltig als schwere...

[53:19] ...Praxis. Wir wollen die... muss von Prag aus Oxford zurückkam. Er brachte die Schriften von Michael Schmidt und Jan Hus. Verstanden, dass es nicht nur ein paar Missbräuche waren, die gerade lokal in Tschechien, in Böhmen ... fielen. Schliefen erkannte, dass die Kirche grundsätzlich reformbedürftig war.

[53:40] Und obwohl er nicht einmal so weit ging, wie weit gegangen war, bekam er schnell mit der Kirche zu tun. 1414 wurde das große allgemeine Konzil in Konstanz einberufen. Mittlerweile gab es schon drei Päpste, weil das letzte Konzil Pisa einen Papst zwar gewählt hatte, den aber die anderen beiden Päpste, die schon in Avignon und Rom residierten, nicht anerkennen wollten. So gab es jetzt einen Bologna, einen Rom und einen Avignon. Das sollte und musste...

[54:10] und in einem Video, das gelöst werden musste, kamen Delegierte aus ganz Europa, aufgeteilt in Nationen.

[54:18] Das Ganze hatte Kaiser Sigismund von Luxemburg, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, veranlasst. Er kam im Dezember 1414 dort an. Er hatte Jan Hus ein sicheres Geleit versprochen.

[54:39] Aber als er ankam, musste er feststellen, dass Jan Hus bereits in Ketten lag. Der war tatsächlich im Glauben, dass er dort gehört werden würde. Nach Konstanz gekommen und fand sich jetzt in Ketten wieder.

[54:59] Sigismund war erst aufgeregt, wie es denn sein könne, dass ein Befehl betreten worden sei. Aber die Priester hatten eine gute Erklärung: "Muss ein Häretiker und einem Häretiker müsste man kein Wort halten."

[55:10] Und am 6. Juli 1415, nachdem in zwei Verhandlungen Hus kaum sich artikulieren konnte, weil er ständig niedergebrüllt wurde – es soll wohl sein Geburtstag gewesen sein – ist er in Münster, der großen Kathedrale von Konstanz, vor Kaiser Sigismund verhört worden und gab ihm eine letzte Gelegenheit zu widerrufen.

[55:49] Aber er sprach über das Evangelium und wie es dann kurz und knapp darauf hin, dass er auf sicheres Geleit des anwesenden Kreises gekommen sei. Und Sigismund errötete, aber das half Jan Hus nichts mehr.

[56:12] Noch am selben Tag wurde er den Scheiterhaufen außerhalb der Stadt verbrannt und seine Asche wurde in den Rhein gestreut. Man wollte verhindern, dass irgendjemand sich an ihn erinnert.

[56:29] Doch der Einname die Asche und ließ sie symbolisch in die ganze Welt fließen.

[56:38] Noch jemand saß im Gefängnis in Konstanz: Hieronymus von Prag. War hinterher gereist gegen den Rat von Jan Hus. Als er dann gemerkt hatte, dass er nichts ausrichten konnte, war er wieder nach Böhmen zurückgereist und hatte Böhmen beinahe erreicht, als er doch gefasst wurde und wieder in ein Loch gesteckt wurde in Konstanz.

[57:05] Und entmutigt und verlassen hat er dann sogar 1415 den Glauben an die leeren Reitklubs und Hus widerrufen, indem er sagte, dass sie viel Gutes gelehrt haben, aber doch einiges falsch ist. Aber der erhoffte Freispruch blieb aus, denn das Konzil wollte ihn noch zu weiteren Zugeständnissen zwingen.

[57:34] Und unser in dem Gefängnis nun saß an der Zelle und als einer der wenigen, die einen Märtyrertod entgegen schauten, hatte er kein reines Gewissen. Paulus hat in der Zelle gesessen mit reinem Herzen schreiben können, dass er der Dinge harren, die da kommen. Jan Hus hatte dort gesessen und festes Vertrauen auf Gott gehabt. Aber Hieronymus in der Zelle, das Gewissen nackt, in fast zu Tode.

[58:09] Monatelang ist er dort und rappen gehalten worden und dann 1416 nochmal dem Konzil vorgeführt worden. Im Mai 1416 durfte er seine Verteidigungsrede halten und obwohl er monatelang im Finstern gesessen hatte, keine Bücher gelesen hatte und eigentlich nach den Bedingungen schon halb verrückt hätte sein müssen, hielt er eine der brillantesten Reden der gesamten Christenheit.

[58:38] Ähnlich wie Stephanus zeigt er durch die gesamte Bibel und euch die Geschichte, wie oft Menschen ungerecht verurteilt worden waren. Und dann kam sein Widerruf.

[58:49] Der rief seinen Widerruf. Und so kam auch er auf den Scheiterhaufen. Als das Feuer hinter ihm angezündet werden sollte, rief er aus: "Kommt nur nach vorne! Hätte ich Angst gehabt, würde ich heute nicht hier stehen."

[59:08] So starb innerhalb von zweieinhalb von einem Jahr – und dann Hieronymus von Prag.

[59:16] Ein Jahr später wurden zum ersten Mal auf dieser Welt die Worte gehört: "Habemus Papam!" Ein neuer Papst war gefunden worden.

[59:25] Einer, der tatsächlich anwesend war, war ins Gefängnis gesteckt worden wegen Verbrechen, die so schrecklich waren, dass man sie nicht nennen durfte. Eigentlich hatten Hus und Hieronymus durchaus recht gehabt.

[59:38] Aber während die Kritiker des Verbrechers verbrannt wurden, wurde für der Verbrecher nur abgesetzt und am Leben gelassen. Die anderen beiden Päpste, die gar nicht erst erschienen waren, wurden auch abgesetzt und Martin der Fünfte als neuer Papst eingesetzt.

[59:53] Und um ein weiteres Schisma zu verhindern, kam das Konzil auf eine interessante Idee: Der Papst sei nicht das Oberhaupt der Kirche, sondern das Konzil. Das Konzil stehe über dem Papst und der Papst müsse dem Konzil dienen.

[1:00:12] Das war eine völlig neue Idee und auf dem Martin geschmeckt hat, ist nicht überliefert.

[1:00:19] Nicht geschmeckt hat all das den Tschechen, den Böhmen. 1419 brach ein Aufstand aus, weil ihr Reformator Jan Hus umgebracht worden war.

[1:00:33] So zog man in den Krieg gegen die christlichen Böhmen. Ein Kreuzzug wurde jetzt gegen die Nachfolger von Hus ausgerufen, die sogenannten Hussiten. Der Kaiser und Papst nannten persönlich in ihrer Hand.

[1:00:47] Doch der vermeintlich erwartete einfache Sieg blieb aus, denn die Hussiten hatten indes keinen brillanten General. Der, obwohl blind, die Schlachten stets zu gewinnen musste. Er rief die Gläubigen nach Tabor, den Ort in so nannten nach dem Berg Tabor, an dem schon Schlachten zur Zeit der Richter geschlagen worden waren.

[1:01:13] Und fünf Kreuzzüge haben nicht gelangt, die Hussiten zu besiegen.

[1:01:21] Ein um andere Mal flohen die kaiserlichen Heer, ohne dass auch nur eine Kampfhandlung stattgefunden hatte. Derselbe Gott, der die ägyptische Armee besiegt hatte, besiegte auch die Kaiser-Truppen.

[1:01:36] Jahr für Jahr, was dann kam, was kommen musste, nachdem brachiale Gewalt die Hussiten nicht gestoppt konnte, musste die Diplomatie her. Auf dem Konzil zu Basel wurden die gemäßigten Posten dazu eingeladen, einen Bund mit Rom zu machen.

[1:01:52] Die besonderen Glaubensüberzeugung der Hussiten wurden ihnen zugestanden. Sie durften jetzt glauben, was sie wollten. Das Kleingedruckte sagte, dass die genaue Auslegung dieser Artikel allerdings dem Papst überlassen sein.

[1:02:07] Das konnten die konsequentere Hussiten nicht akzeptieren. Und so kam es zum Bürgerkrieg zwischen Hussiten und Hussiten und schließlich zum weitestgehenden Ende der Reformation in Böhmen.

[1:02:20] Diejenigen, die überlebten und treue zum Evangelium festigten, die zogen sich zurück in die weiten Wälder des böhmischen Waldes nach Mähren und haben dort jahrzehntelang im Versteck gelebt. Und sie belieferten die Tradition, dass ihr Meister Jan Hus gesagt hat, es noch ungefähr 100 Jahre dauern würde, bis Gott jemanden senden würde.

[1:02:45] Nach einiger Zeit erfuhren sie, dass in den Alpen Gläubige lebten mit ganz ähnlichen Glauben. Und so entstand eine Verbindung zwischen jenen Waldensern und den Hussiten in Böhmen und Mähren, dass die Posaune Gottes wieder blies.

[1:03:03] 150 Jahre lang hatten die Sarazenen des Osmanischen Reiches – Ostrom – bedrängt. Es war das Jahr 1449. Die sechste Posaune hatte gesagt: "Lasst los die vier Engel, die gebunden sind am großen Strom." Und es wurden losgelassen die vier Engel, die bereit waren für die Stunde und den Tag und den Monat und das Jahr.

[1:03:33] Damals herrschte des Lebenswesen. Wann immer ein Herrscher einem anderen Herrscher etwas übergab, groß Grundbesitz, Ländereien oder Titel, dann stand der andere Herrscher unter ihm. Und hier war verheißen worden, dass eine Gruppe von Mächten sich lösen würde, die bisher gebunden waren.

[1:04:07] Was geschah? Es war das Jahr 1449 und der letzte Kaiser Ostroms, Johannes VIII. Palaiologos, entschied sich, den Sultan zu fragen, ob er den Kaisertitel annehmen darf.

[1:04:21] Nach damaligem herrschenden Rechtsverständnis hatte sich damit die Position zwischen Ostrom und den Osmanen umgekehrt.

[1:04:37] Und für eine Stunde, einen Tag, einen Monat und ein Jahr würden die Osmanen jetzt völlige Freiheit gegenüber den europäischen Staaten haben. Das wäre nach biblischer Rechnung 360 + 30 + 1 = 391 Jahre und zwei Wochen.

[1:04:57] All das begann 1449 im Sommer. Nur kurze Zeit später zeigte sich, was für Auswirkungen hatte: Die Osmanen eroberten Konstantinopel. Sie hatten gewaltige Kanonen, militärisch waren sie dem Westen weit überlegen.

[1:05:17] Nicht nur das, auch kulturell, im Grunde genommen, fast religiös, möchte man sagen. Und als Konstantinopel fiel, da waren viele griechische Gelehrte, Theologen, die Angst hatten um die vielen Manuskripte, die es gab des Neuen Testaments. Sie flohen mit vielen dieser griechischen Manuskripte in den Westen, wo die bald eine besondere Rolle bekommen sollten.

[1:05:42] In jener Zeit ereignete sich eine Revolution technischer Natur. 1455 erfand Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Plötzlich konnten Schriften sehr schnell, systematisch verbreitet werden.

[1:06:05] 1478 war Sixtus der Vierte Papst und er entschloss sich, den Beschluss von Konstanz auf den Kopf zu stellen. Er beschloss, dass das Konzil nicht länger über dem Papst stehen darf. Der Papst sollte seine angestammte Macht wieder zurückbekommen.

[1:06:17] Er war es auch, der die spanische Inquisition wieder neu belebte. Ja, die Inquisition auf ein ganz neues Level stellte. Das Papsttum hatte nichts gelernt. Mit größerer Macht und Grausamkeit als je zuvor begannen die Inquisition systematisch nach Ketzer und Theoretikern zu suchen.

[1:06:38] Und jetzt ging es den Waldensern nicht nur sporadisch, sondern im großen Stile an den Kragen. Ein Kreuzzug wurde diesmal nicht in die Kosten, nicht in die Alpen, sondern gegen die Waldenser ausgerufen.

[1:06:51] Und die Bücher des Himmels sind voll mit den Gräueltaten, die geschehen sind. Und wenn die Berge von Westfirmen reden könnten, sie würden erzählen von den Schreien der Frauen, den Tränen der Kinder und den Feuern, die dort zu beobachten waren.

[1:07:19] 1492 wunderten sich die Einwohner der Insel der Bahamas, als ein großes Schiff mit weißen Menschen dort ankamen. Christoph Kolumbus, im Glauben Indien entdeckt zu haben, traf auf die Bewohner des Tropenparadieses, den Bahamas. Er nannte sie Indianer, und es war die Entdeckung Amerikas für die christliche, europäische Welt.

[1:07:49] Denn die Wikinger hatten wohl schon Jahrhunderte zuvor weiter im Norden den selben Kontinent entdeckt. Und jetzt begegneten sich Völker, die seit den Tagen Nimrods, seit den Tagen Palästinas, seit den Tagen der Teilung getrennt waren.

[1:08:11] 1494 erschien Girolamo Savonarola auf der Bühne. Er war ein Dominikanermönch und er war angewidert von der Kirche, oder beschloss, sich Bußpredigten zu halten. Dabei ging er äußerst rabiat vor und er bekam sogar durchaus Macht in seiner Stadt, in der er predigte. Er wies alle Kinder und Jugendlichen, alle Bürger, allen Besitz weg zu nehmen, der irgendwie an Prunk oder Reichtum erinnern könnte.

[1:08:43] Fast so, als ob Jesus schon wieder auferstanden sein. 1498 starb auch er auf dem Scheiterhaufen. War er ein bisschen zu früh gestartet?

[1:09:00] 1506 wurden die Schweizer die Beschützer des Papstes. Seit jenem Tag stehen die Schweizergarde, die Soldaten der Schweizergarde, in Rom, um den Pontifex Maximus zu beschützen.

[1:09:18] 1512 kam das Konzil im Lateran in Rom zusammen, dort, wo die Päpste ihre wichtigste Kirche hatten, die Kirche San Giovanni in Laterano, auf einem Grundstück, das der Familie von Konstantin schon gehört hatte. Und hier wollten sie für fünf Jahre beraten, wie die Kirche aus der Misere zu führen sei. Sie wollten die Kirche reformieren.

[1:09:40] Fünf Jahre haben sie debattiert und so gut wie keine Ergebnisse vorgelegt. Vielleicht war das ihre letzte Chance, die sie hätten nutzen können. Aber der Reformwille war zu schwach. Man konnte sich auf keine Reformen einigen und der Status quo blieb größtenteils bestehen.

[1:10:00] Während sie dort saßen, debattierten, geschahen wichtige Dinge. Erasmus von Rotterdam hatte sich die Manuskripte zusammengesucht, die jetzt nach und nach aufgrund des Falls von Konstantinopel in den Westen strömten. Er hatte so viele Manuskripte erfinden konnte gesammelt und sie verglichen und zum ersten Mal in einer kritischen Ausgabe veröffentlicht.

[1:10:25] 1516 kam zum ersten Mal das griechische Neue Testament heraus. Man konnte jetzt aus dem Urtext übersetzen.

[1:10:38] Ein Grund, warum Rom so reformunwillig war, war, dass man andere Dinge im Kopf hatte. Man hatte die alte Petersbasilika niederreißen lassen, weil man eine größere und kräftigere haben wollte, die dem Anspruch, Nachfolger und ja, Nachfahren des Petrus zu sein, genüge tun würde.

[1:11:03] Dafür brauchte es viel Geld. Mit Hilfe der Kurfürsten, mit Hilfe des gesamten Systems, sollten die Menschen dazu gebracht werden, Geld zu spenden.

[1:11:18] Und dazu griff man wirklich zu erstaunlichen Mitteln. Der berühmteste von allen diesen Predigern, Tetzel, sorgt durch die Lande und verkaufte die Vergebung aller Sünden gegen Bares. Die Vergebung der kleinen Sünden, die Vergebung der mittelgroßen Sünden, die Vergebung der Todsünden, die Vergebung der zukünftigen Sünden, die Vergebung der Sünden von anderen – alles konnte man zu bestimmten Tarifen haben.

[1:11:52] Zweieinhalb Jahrtausende zuvor hatte Salomo gedichtet: "Große Wasser können die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertrinken. Wenn einer allen Reichtum seines Hauses um die Liebe gäbe, so würde man ihn nur verachten." Man kann Liebe nicht kaufen.

[1:12:09] Aber hier war eine Kirche, die Kirche, die sich Nachfolger Jesu Christi nannte, die Stellvertreter Jesu Christi, die ihren Kirchenmitgliedern lehrte, die Liebe Gottes zu kaufen.

[1:12:24] Sie machten ihre eigenen Kirchenmitglieder verächtlich, aber nicht nur das.

[1:12:36] In den Augen der Gläubigen wurde Gott zu etwas, zu jemandem, der nur ein bisschen besser war als eine gewöhnliche Prostituierte, den man bezahlen musste für seine Liebe. Der Angriff auf Gottes Charakter war vollkommen. Der Angriff auf Gottes Charakter war jetzt an dem im größten Punkt angekommen.

[1:13:04] Jetzt würde Gott handeln und es klopfte an der Tür. Es waren nur wenige Nägel, wahrscheinlich hat er nicht mal laut gehämmert, aber es war, als ob diese Hammerschläge, diese kleinen Nägel, die dort hineinhämmerte, durch dieses gesamte Weltall zu hören waren.

[1:13:31] Dort standen sie, 95 Thesen auf Latein, gar nicht für das Volk gedacht, sondern für eine Disputation. Ein Mönch, ein Theologieprofessor mit Namen Martin Luther. Eigentlich Martin Luther hat er sich entschieden, gegen diese Missbräuche des Kessels vorzugehen.

[1:13:53] Er hatte nicht den geringsten Hauch einer Ahnung, dass seine Nägel viel tiefer drängen als nur ein paar Zentimeter in die Holztür der Schlosskirche in Wittenberg.

[1:14:09] Martin Luther war ein besonderer Mensch gewesen, aufgewachsen in Armut in Ostdeutschland, in Sachsen. Hatte er seit Jahren Angst vor Gott gehabt. Er war sich nicht sicher, ob er wirklich erlöst war. Martin Luther hatte echte Sicherheit gesucht. Er hatte sogar angefangen, Jura zu studieren und aufgegeben, weil er merkte, dass selbst im Jura man Fälle so und so auslegen kann. Und er hasste Unsicherheit.

[1:14:40] Er war Mönch geworden, um es sicher zu sein, dass Gott vergeben hat. Aber als er möglich wurde, war sich Unsicherheit sie zuvor. Nirgendwo konnte er eine Zuversicht finden.

[1:14:52] Er war sogar nach Rom gereist, hat er alles getan, was man tun musste, auf sein Knie in dieses Land, das Scala, die heilige Treppe hoch gerutscht. Aber nichts hatte sein Herz füllen können mit der Zusicherung, dass er wirklich bei Gott angenommen ist.

[1:15:13] Bis er eines Tages den Bibelvers in Römer 1, Vers 16 entdeckte: "Denn ich schäme mich des Evangeliums Christi nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen. Denn es wird darin offenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben."

[1:15:38] Diese einfache Wahrheit, dass jeder, der auf die Branche eine Schlange schaut, gerettet wird. Diese einfache Wahrheit, die Jesus immer wieder versucht hatte zu verdeutlichen, sie drängen wie ein Lichtstrahl in das Dunkel des Herzens von Martin Luther.

[1:16:04] Und ein Herz wurde warm und entdeckte, dass Gott gut ist. Gott muss man nicht erst beschäftigen, Gott muss man nicht erst gnädig stimmen. Gott ist Liebe und er ist es immer.

[1:16:24] Es war, als ob Gott selbst gesprochen hatte: "Es werde Licht!" Und diese einfache, aber bahnbrechende Entdeckung ließ das Licht hinein in jenes finstere Mittelalter.

[1:16:38] Und Luther begann zu predigen und begann zu schreiben, aber ganz zu diskutieren. Und er bekam Hilfe von einem jungen, kleinen, unscheinbaren Mann mit einem Sprachfehler, der hieß Philipp Schwarzerz. Aber weil er ein Griechisch-Experte war und ein Humanist, hatte er seinen Namen auf griechisch umformulieren lassen: Philipp Melanchthon.

[1:17:05] Und er kam und half Luther, sowie Hus und Hieronymus gemeinsam zusammen gewirkt hat, mit unterschiedlichen Gaben und Fähigkeiten. So war der mächtige und wortgewandte Luther und der kluge und überlegte Melanchthon eine gute Ergänzung.

[1:17:32] 1518 stand Luther vor Ketten in Augsburg. Immer wieder ist er aufgefordert worden, seine Lehren zu widerrufen. Aber statt nachzugeben, predigt immer weiter. Aber Gott war hatte gerade erst angefangen. Er setzte den nächsten Spieler aufs Spielfeld, sozusagen.

[1:17:49] Ganz woanders in der Schweiz, der Nähe der Kurfürsten aufgewachsen am Säntisgebirge, war Huldrych Zwingli, der 1519 im selben Jahr, als Luther seine Dissertation mit Doktor oder zusammen ausgesprochen, wie es Luther tat, dreck. Hatte Zwingli wurde 1519 im selben Jahr zum Prediger am Grossmünster in Zürich berufen und er predigte dasselbe Evangelium, das auch Luther gefunden hatte, ohne dass die beiden sich jemals getroffen hatten.

[1:18:32] Fast wie ein Zweifrontenkrieg gegen den Irrtum. Und Luther nutzte die sich bietenden Möglichkeiten der gerade erst erfundenen Presse von der Freiheit eines Christenmenschen oder der "Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche". Das waren Kassenschlager, die durch das Volk gingen wie ein Lauffeuer.

[1:18:55] Und die Kirche hatte alle Mühe, dass dem Einhalt zu gebieten und sah sich hilflos diesem Ansturm des Lichts gegenüber. Der Papst verlor irgendwann die Geduld und am dritten Januar 1521 schrieb er diesen Brief, der begann mit den Worten: "Es hat dem Papst, dem Pontifex Maximus, wohlgefallen."

[1:19:20] Es hat ihm wohl gefallen, den Mönch aus Wittenberg zu exkommunizieren, ihn aus der Kirche und damit aus dem ewigen Leben auszuschließen. Denn die Kirche war ja allumfassend. Da die Kirche überall war, musste man eigentlich sterben, wenn man aus der Kirche ausgeschlossen worden ist.

[1:19:42] Aber so schnell ging es jetzt mit Luther nicht. Im selben Jahr wurde Karl der Fünfte, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, und er ließ den Reichstag nach Worms zusammenrufen und gegen die Proteste Roms durch ausgesprochen durch den legalen Erlass, da ließ man doch Luther vor treten und einladen.

[1:20:09] Als er in Worms ankam, weil mehr Menschen auf der Straße als beim Kaiser höchstpersönlich, so berühmt, weil mittlerweile in den deutschen Staaten und Landen.

[1:20:21] Und dann 17./18. April 1521 stand er vor Kaiser und Reich. Bei seiner ersten Verhören war er recht unsicher und erbat sich Bedenkzeit. Bei seiner zweiten entschied er sich, ganz treu zu Gott zu stehen oder danach, ruhigen und sachlichen Art und Weise gestand er, dass er in manchen Punkten vielleicht etwas überzogen hatte, was seine sprachlichen Formulierungen anging.

[1:20:56] Denn Luther konnte das absprechen, vor allem dann, wenn er den Papst als Antichristen bezeichnete. Aber die Wahrheit des Evangeliums wollte er nicht aufgeben. Er wollte nicht einen Zentimeter abrücken von dem, was er gefunden hatte.

[1:21:13] Und an jedem Tag stand Rom nicht mehr so sicher wie in all den Jahrhunderten zuvor.

[1:21:21] Also sagte: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen."

[1:21:31] Viele waren beeindruckt und auf dem Rückweg wurde er gefangen genommen und in der Wartburg eingesperrt. All das auf Betreiben von Friedrich dem Weisen, der schon längst stolz darauf war, dass dieser Mann nicht diesem Papst die Stirn bot.

[1:21:51] Und dort lebte er als Junker Jörg, unerkannt, an der Übersetzung des Neuen Testaments in Deutsch arbeiten. Und während der Kaiser sich jetzt bemüht, alles zu ordnen, um einen Vernichtungszug gegen diese Leute, Anhänger zu führen, kamen ihnen die Türken in die Quere.

[1:22:12] 1521 begann Suleiman der Erste seinen Angriff auf Osteuropa. Belgrad wurde eingenommen und man rückte Richtung Habsburg vor. Mit den gigantischen Kanonen, die schon Konstantinopel zu einem Fall gebracht hatten, musste sich Karl jetzt erst einmal um das Problem an der Außengrenze kümmern.

[1:22:31] Noch im selben Jahr kam Krieg mit Frankreich dazu und so war die Reformation, zart wie sie begonnen hatte, weiter am Leben.

[1:22:44] In jenen Tagen kam eine andere Gefahr für die Reformation. Da waren Männer und Frauen, die sich so sehr vom Heiligen Geist erfüllt sahen, dass sie die Bibel, das Wort Gottes, für das Luther einst stand, schon als unwichtig erachteten. Sie nannten sich die Zwickauer Propheten und sie kamen nach Wittenberg und verkündeten große Dinge.

[1:23:07] Und Karl Steiner, der Mitarbeiter des schließt sich hinreichend zu sehr radikalen Reformen, selbst Apps Melanchthon wusste nicht, geht es.

[1:23:11] Melanchthon wusste nicht, wie er es einschätzen sollte, aber Lotte hatte genügend Erfahrung und er entließ sich quasi selbst aus der Gefangenschaft, um 1522 in Wittenberg wieder die Dinge zu ordnen und die Fanatiker des Landes zu verweisen. Es brauchte einige Predigten, um das verwirrte gemeine Volk wieder auf einen gesunden reformatorischen Weg zurückzubringen. Und da erschien im selben Jahr, 1522, das Neue Testament Deutsch im September. Zunächst war es so schnell vergriffen, dass schon im Dezember die nächste Auflage herauskam.

[1:23:49] In der Zeit bekam auch Zwingli den Konflikt mit der Kirche. Und zwar ging es bei ihm buchstäblich um die Wurst. Seine Gläubigen hatten aufgrund seiner Predigten entschieden, Traditionen nicht mehr zu beachten. Und es war eine Tradition zu bestimmten Zeiten zu fasten, und dieses Fasten wollte man nicht mehr akzeptieren. Hat er nicht in der Paulus gesagt, dass diejenigen, die zu bestimmten Zeiten verbieten, Speisen zu genießen, eine Lehre der Dämonen vordringen? Und so entschied man sich ganz provokativ, Wurst zu essen am Fastentag. Oder wohl Zwingli selbst nicht in die Wurst biss, stand er dabei und hat das ganze gutgeheißen.

[1:24:35] Und das brachte jetzt den Konflikt mit Rom. Im nächsten Jahr, Leo X. bekam Louis de Bakker, er war in Frankreich ein Adliger, oder gesetzlich Schriften von Luther ins Französische. Im selben Jahr über dessen Schlag in der Tabelle das Neue Testament ins Französische. Es schien so, als ob Gott jetzt aus allen Kanonen das Licht scheinen ließ. Da war auch Farel, der im selben Jahr in den Osten, vergessen und von dort anfing, die Westschweiz zu reformieren und in Straßburg und in Basel und in Bern wirkte.

[1:25:23] 1524 hatten erneut die Fanatiker das Sagen. Münster und andere stachelten die Bauern auf. 1524 brach der Bauernkrieg aus, vor allem in Süddeutschland. Und Münster behauptete, er könne die Kanonenkugeln zur Not mit eigener Hand fangen. Vielleicht hat er es probiert, gerettet hat er niemanden. Er selbst starb später und der Bauernkrieg gegenständlich verloren. Luther selbst distanzierte sich von diesen revolutionären Kräften. Er wollte Reform und keine Revolution. Trotzdem hat er es später bedauert, wie armselig die Bauern abgeschlachtet worden sind. Doch spätestens von dem Zeitpunkt an war die Reformation vor allem abhängig von den Fürsten.

[1:26:11] Einer seiner Jünger, Johannes Bugenhagen, ging 1525 nach Dänemark, um dort das Evangelium der guten Nachricht, dass Luther gefunden hatte, zu verbreiten. Sei ein anderer Schüler ging im selben Jahr, William Tyndale, nach England und übersetzte dort noch im Jahr 1525 das Neue Testament auf Englisch.

[1:26:42] 1526 merkte Karl, dass mit all den Kriegen, die er führen musste, er sich nicht um das Religionsproblem kümmern konnte. So konnte die Reformation breite sich wie ein Lauffeuer aus und er erlaubte durch einen Reichs-Abschied, dass zunächst einmal keine Maßnahmen gegen die Lutheraner durchgeführt werden sollten. Das Wormser Edikt wurde teilweise aufgehoben.

[1:27:07] Derweil muss durch die Anhänger Zwinglis mit Rom auseinandersetzen. In den Badener Disputation war Zwingli zwar selbst nicht anwesend, aber er wusste all das, was geschah, weil jemand ihm jeden Abend die Diskussionsergebnisse brachte. Er die ganze Nacht an Formularen schrieb und am nächsten Morgen versteckt in einem Bauernkorb in die Stadt geschmuggelt wurden.

[1:27:33] 1527 wurde Rom geplündert, nicht von den Türken, nicht von Barbaren, sondern von den Truppen des deutschen Kaisers, des Heiligen Römischen Reiches. Derselbe Karl, der den Papst vor lauter schützte, sie ist den Papst auf die Engelsburg umzingelt, weil es um Geld und Macht ging. So weit, dass mit dem Religion ging, würde er sich mit dem Papst ganz gut verstehen oder aus und Laurentius Petri hat ebenfalls Jünger und Schüler von Luther gewesen und Dinge nur zwei.

[1:28:02] Ein Jahr später, im selben Jahr, 1527, nach Schweden, um dort das Evangelium zu verbreiten. 1529 war erneut Reichstag, erneut in Speyer und Karl der Fünfte sich entschieden, diese Jahre der Toleranz endlich zu beenden. Das Wormser Edikt sollte umgesetzt werden, den Lutheranern das Handwerk gelegt werden.

[1:28:26] Aber es kam zu echten Protesten, echter Spaltung. Man entschied sich, einen Kompromiss einzugehen. Alle Länder, die bereits protestantisch sein durften, protestantisch bleiben. Sie dürften aber niemanden mehr zum Protestantismus bekehren. Alle lutheranischen Länder zum Luthertum. Dagegen protestierten die Fürsten und deswegen nannte man sie dann Protestanten.

[1:29:00] Im selben Jahr, 1529, nur zwei Tage später starb Louis de Bakker, der vermeintliche verhinderte Reformator Frankreichs, weil er keinen Friedrich den Weisen hatte, der ihn beschützte in den Flammen des Scheiterhaufens. Im selben Jahr standen die Türken mittlerweile vor Wien. Das Abendland stand unter extremer Bedrohung.

[1:29:30] Derweil versucht man, das Motoren vielleicht gemeinsame Wege zu gehen. Luther und Zwingli trafen sich in Marburg. Vielleicht könnte man die Bewegung zusammenführen. Es gab 15 Punkte, in denen man sich uneins war und in 14 konnte man eine Lösung finden. Nur ein Punkt blieb strittig: Was ist mit dem Abendmahl? Zwingli war sich sicher, es ist nur ein Symbol. Als Jesus das Abendmahl ausgeteilt hatte, war er ja noch persönlich da und das Brot war ja auch da. Und Jesus war nicht in Brot.

[1:30:03] Aber Luther, der aus der katholischen Tradition näher gekommen war, konnte das nicht annehmen. Und während der Diskussion nahm er sein Messer und ritzte in sein Pult: "Er ist da drinne, zwar nicht verwandelt, aber irgendwie doch." Nur der Name einer Mittelposition, ein, die dazu führte, dass die Anhänger Zwinglis und die Anhänger Luthers von nun an getrennte Wege gingen.

[1:30:35] Eine wichtige Lektion, die man lernt aus der Geschichte. Am 25. Juni 1530 standen dann die lutheranischen, die protestantischen Fürsten in Augsburg vor dem Reichstag und verlasen ihre Konfession, ihr Glaubensbekenntnis. Wohl zu dieser Gelegenheit hatte Luther das Lied komponiert: "Ein feste Burg ist unser Gott."

[1:31:04] Trotzdem dachten die lutherischen Fürsten, es wäre gut, nicht nur auf Gott zu vertrauen und vielleicht auch ein Militärbündnis einzugehen. So kam es am 15. Januar 1530 zur Gründung des Schmalkaldischen Bundes. Aber doch, bevor die kämpfen konnten, kämpften die Anhänger Zwinglis gegen römische Truppen beim zweiten Kappeler Krieg. Unterlagen Zwinglis Anhänger und Zwingli selbst starb auf dem Schlachtfeld.

[1:31:34] 1531 im selben Jahr kam ein anderer Reformator auf die Zähne. Johann Kowar, besser bekannt als Johannes Calvin, kam nach Paris und begann dort mit der Arbeit von Haus zu Haus. In jenen Tagen war plötzlich eine offene Tür, nicht zuletzt aufgrund der Königin. Es gab die Möglichkeit, vielleicht doch noch die Reformation nach Frankreich zu bringen.

[1:32:06] Währenddessen versuchte Anton Frommer im Jahre 1532 die Stadt Genf für das Evangelium zu gewinnen. Farel hatte schon jahrelang das versucht, war immer gescheitert. So kam Frau Jung und unerfahren war als Lehrer und eroberte die Stadt flüssig, vangeli um als ein einfacher Lehrer für Kinder. Im selben Jahr schlossen sie sich die Waldenser der Reformation an. Hier in Schärfer trafen sich mit Vertretern der schweizerischen und französischen Reformation.

[1:32:40] Es ging buchstäblich Schlag auf Schlag. 1534 war die deutsche komplette Bibel, die Lutherbibel, übersetzt und fertig. Das Wort Gottes verbreitete sich in Windeseile. Innerhalb von wenigen Jahren standen ganze europäische Gegenden in den Flammen des Evangeliums. Die herkömmlichen Mittel, einzelne Leute auf den Scheiterhaufen verbrennen zu lassen, wird nichts.

[1:33:12] Gott hatte ein gewaltiges Werk innerhalb von wenigen Jahren getan. Der Satan musste umdisponieren und das tat er. Er hatte einen Mann für diese Stunde. Sein Name war Ignatius von Loyola, der im selben Jahre 1534 mit Gleichgesinnten einen Orden gründete. Auch er war wie Luther ein Mann auf der Suche, aber er hatte nicht das Wort studiert. Er hatte meditiert mit geistlichen Übungen und Mystizismus hat er versucht, eine direkte Verbindung zu Gott zu bekommen.

[1:33:57] All das floss ein in die Societas Jesu, die Gesellschaft Jesu, der Jesuitenorden. Ihr großes Ziel war es, den Juden im Heiligen Land Israel zu bekehren. Darf werden sich gründen lassen. Doch weil die politische Lage dort das nicht erlaubte, folgten sie dem Ratschlag des Papstes, stattdessen Missionare in Europa zu sein und die Protestanten wieder zurückzugewinnen.

[1:34:27] Aber dann hat er noch mehr, was er in das Spiel hineinbringen konnte. 1534 hatten die Fanatiker sich in Münster versammelt und sie gründeten das Täuferreich in Münster, in dem zum Teil Verbrechen verübt worden sind. All das im Namen der biblischen Glaubensstoffel, was dazu führte, dass Luther und vor allem Zwingli sich den Täufern mit Entsetzen abwandten. Das Täuferreich ging unter und wurde vernichtet.

[1:35:03] Und 1534 fand der französische König Franz I. in seinem eigenen Zimmer Plakate gegen die Eucharistie. Es waren vielleicht keine Fanatiker, aber sie waren ein bisschen ich als richtig gewesen, jene Reformatoren und die kleine Gnadenzeit für die Reformation, diese kleine Tour der Hoffnung, die ist an jenem Tag zugeschlagen.

[1:35:32] Die Feuer brannten wieder in Paris. Die Menschen wurden ausgewiesen. 1535 gegen die Prozession durch Paris, die Hostie wurde nach oben gehalten. Frankreich hatte die Reformation abgelehnt.

[1:35:55] Ein Jahr später starb Tyndale, der Reformator Englands, auf dem Scheiterhaufen. Aber im selben Jahr wurde Genf endgültig für das Evangelium gewonnen. Es war fast so, als ob Gott und Satan in einem Ringkampf hin und her kämpften. Licht und Finsternis sich einen Schlagabtausch lieferten, der fast monatlich hin und her ging.

[1:36:18] Calvin war jetzt nach Genf gekommen und baute Genf zu einer Bastion des reformatorischen Glaubens aus. Es war im selben Jahr, als in Friesland im Norden an der Nordsee ein anderer Reformator aufstand, Menno Simons. Er schloss sich den Täufern an, die nicht fanatisch waren, die an der biblischen Glaubenstaufe festhielten, ohne verrückte Dinge zu glauben.

[1:36:47] Ein Jahr später ist Dänemark protestantisch geworden und 1540 bekam der Jesuitenorden den offiziellen Auftrag der Bulle, diese sich ausbreitende Reformation endgültig zu vernichten.

[1:37:07] 1541 erschien die schwedische Bibel. Der König war Gustav Vasa und 1542 musste Karl der Fünfte, nachdem es schon gegen die Lutheraner und den Italiener und die Calvinisten vorgegangen war, er musste jetzt auch gegen die vorgehen, die Menno Simons folgten. Sie wurden bald die Mennoniten genannt, die der Taufe der biblischen Taufe huldigen.

[1:37:36] 1545 hatte Rom entschieden, es ist soweit, wir müssen uns der Sache systematisch nähern. Das Konzil zu Trient kamen zusammen, um darüber zu beraten, wie die Reformation wieder rückgängig gemacht werden kann. Die Krise war zu groß geworden und es sollte Jahre dauern, bis man eine Lösung gefunden hatte.

[1:37:58] Diesen Kampf gegen den Protestantismus führte Karl der Fünfte weitaus prof. Ein Jahr später begann der Schmalkaldische Krieg gegen den notorischen Fürsten, denen er sogar gewonnen. Und als es so aussah, als ob die Reformation beinahe verloren gegangen wäre, erhoben sich viele Fürsten. Der Reichstag in Augsburg 1552 und Karl der Fünfte musste Zugeständnisse machen.

[1:38:25] So kam es am 15. September 1555 endlich zu dem Frieden, auf den viele schon lange gehofft hatten. Der Augsburger Religionsfrieden ermöglichte den Katholiken und den Protestanten ein harmonisches Nebeneinander.

[1:38:43] Und während in Deutschland vorläufig Frieden einkehrte, brannten im selben Jahr in England erneut die Scheiterhaufen. Die Protestantenverfolgung ging dort von vorne los. Im Oktober jeden Jahres wurden Latimer und Ridley gemeinsam in Oxford verbrannt. Und Latimer sagte: "Spielt den Mann mit David Lee, wir werden heute durch Gottes Gnade in England eine Leuchte anzünden, die, so wie ich hoffe, nie wieder ausgelöscht werden wird."

[1:39:17] Sie haben nicht mehr mitbekommen, wie nur ein Jahr später John Knox als Reformator nach Schottland kam und fast ganz Schottland die reformatorischen Glauben, calvinistische Prägungen annahm. 1558 wurde die Kirche in England, die Church of England, die anglikanische Kirche gegründet. Die Reformation hat England erobert, wenn auch in einer recht gemäßigten Fassung, die vieles noch vom katholischen Glauben mitgenommen hatte.

[1:39:50] Die Church of Scotland hatte sogar schon weiter vorgedrungen und John Knox gründete später sogar die Presbyterianer Kirche. Nachdem sie fast 20 Jahre lang debattiert hatten, kamen die Kirchenväter 1563 aus dem Konzil von Trient mit einem Plan. Der Protestantismus sollte zurückerobert werden.

[1:40:18] Und sie hatten schon die Achillesferse gefunden. Im Konzil von Trient hatten sie bewiesen, warum die Reparaturen nicht nur der Bibel folgten, wie sie immer sagten. "Sola Scriptura" war das Schlachtruf von Luther und anderen gewesen, aber sie hatten die Achillesferse gefunden in einer Frage: Folgte kein Protestant der Bibel? Sie alle hielten noch den Sonntag, den Rom instituted hatte.

[1:40:45] Der Krieg zwischen den Protestanten und Katholiken brach wieder aus und 1572, die berühmte Bartholomäusnacht, wurden tausende und abertausende von Hugenotten, calvinistischen französischen Protestanten ausgerottet. Es war für jedes Zeitalter, als Jesus in Offenbarung schreiben liest: "Dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe ich: Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und einen Glauben und dein standhaftes Ausharren. Und ich weiß, dass an der letzten Werke mehr sind als die ersten." Da würde eine echte Entwicklung stattfinden, eine Reformation.

[1:41:31] Aber ich habe ein Weniges gegen dich, dass du es zulässt, dass die Frau Isabell, die sich eine Prophetin nennt, meine Knechte lehrt und verführt. Eine Frau, eine falsche Gemeinde, die ähnlich wie die Isabell vor tausende Jahrhunderte zuvor den Abfall und das Volk Gottes gebracht hatte. So war es diese falsche Kirche, die Abfall lehrte und die Zuseher geduldet wurde.

[1:41:58] Und ich gab ihr Zeit, Buße zu tun von ihrer Unzucht, und sie hat nicht Buße getan. Gott hatte auch der römischen Kirche lange Zeit gegeben. Ich aber sage ich unter den übrigen Tieren: All denen, diese Lehre nicht haben und die nicht die Tiefen des Satans erkannt haben, wie sie sagen, ich will keine weitere Last auf euch legen.

[1:42:21] Es hätte noch viel zu entdecken gegeben. Weder Luther noch Zwingli, noch Sonntags, noch Calvin, noch Bugenhagen, noch Petri, noch all die anderen hatten alles entdeckt, was es an Wahrheit zu entdecken gab. Aber Jesus wusste, dass sie schon viel Licht gesehen hatten und dass zu viel Licht auf einmal blendet.

[1:42:44] Die Christenheit war tief abgerutscht. Das brauchte Zeit, sie wieder zurückzuführen. Und jene Reformatoren jedes Zeitalters sollten keine weitere Last mehr tragen. Stattdessen gab es die Zusicherung und die Verheißung: "Doch was ihr habt, das haltet fest, bis ich komme." Jesus würde wieder kommen. Das Reich Ozean und Eisen wurde nicht ewig bestehen. Das steinerne Reich des Reiches Gottes würde kommen.

[1:43:14] Wann und wie, das werden wir in der nächsten Episode sehen. Liebe Freunde, Reformation ist immer eine interessante Sache. Man muss sich selbst hinterfragen und es kostet etwas. Aber wer Jesus folgt, wird neue Dinge lernen müssen und was lernen können. Heute Abend dann ist es das, dass die Reformation sogar viel weiter hätte kommen können, wenn auch die Reformatoren bereit gewesen wären, voneinander zu lernen. Wenn Zwingli und Calvin und Luther und all die anderen mehr bereit gewesen wären, auch von dem eigenen Stand noch mal abzurücken, hätte eine noch gewaltigere Reformation da sein können.

[1:44:07] Es ist immer schwierig, wenn man feststellt, dass man falsch liegt. Aber Reformation bedeutet Jesus zu folgen, auch wenn ich seit Tagen, Wochen, Monaten, Jahren oder in diesem Fall vielleicht Jahrhunderten das falsche geglaubt habe. Wer Jesus nachfolgt, wird neue Lehren erkennen, welches nachfolgt, wird neue lebenspraktische kennenlernen und im Laufe dieser Welten Geschichte vielleicht manches auch an Gerissen, was Ihnen, lieber Zuschauer und Zuschauerinnen, vielleicht zum Nachdenken gebracht hat.

[1:44:41] Und heute ist vielleicht die Gelegenheit, diesen Geist der Reformation einen Schritt weiterzugehen im Glauben, etwas Neues anzunehmen, neue Gedanken zuzulassen. Der ist vielleicht heute Abend gekommen. Und in all dem wollen wir das Prinzip des "Sola Scriptura" hochhalten. Allein die Sola Scriptura, keine menschlichen Tradition, keine mystische Erfahrung, kein Fanatismus, sondern gesunde, nüchterne Glaube auf das, was Gott tun kann, weil er Liebe ist.

[1:45:22] Und er ist immer ist er für mich heute sagen, ich möchte in meinem Leben auf welchem Weg auch immer echte Reformation erleben. Ich möchte neue Schritte an der Hand Gottes machen. Gibt jemand, der sagt, das ist das mein Wunsch? Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir in der Geschichte der Reformation sehen können, wie du innerhalb von wenigen Jahren einen ganzen Kontinenten in Bewegung gesetzt hast.

[1:45:57] Wieder von wenigen Jahren plötzlich Männer und Frauen aufstanden, überall die dieselbe Botschaft oder fast dieselbe Botschaft verkündigt haben. Und aus ihren Siegen und ihren Fehlern können wir lernen. Wir möchten dich bitten, dass du uns die Bereitschaft schenkst, treu und mutig zur Wahrheit zu stehen. Dass uns die Bereitschaft schenkst, auch Neues anzunehmen, wenn es von dir kommt.

[1:46:19] Ich möchte nicht bitten, dass du uns vor Fanatismus und Extremismus bewahrst, aber dass du uns treue Fans, die uns vor falschen Kompromissen bewahrt. Schenkt uns diese tiefe Überzeugung, dass dein Wort ausreichend ist und dass es tatsächlich eine feste Burg bist, in der wir uns bergen können. Habe Dank, dass du über ein Jahrtausend die Waldenser bewahrt hast inmitten der größten Finsternis.

[1:46:52] Habe Dank, dass ihr wissen dürfen, du kannst auch uns bewahren. Der alte Slogan und preisen in den Armen.


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